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Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Teil 3: Schreiben über Figging?

Dieser Artikel hat vier Teile - dies ist Teil drei.

Und nun gehen wir mal zum Schreiben über – das war doch das Ziel, nicht wahr?

Die interessanten 20 Minuten, davor und danach

Alsbald wird die Prozedur beginnen
Beim Schreiben kommt es sehr darauf an, sich in die Situation mindestens einer der beteiligten Personen hineinzuversetzen. Deine Figur kann also die strafende oder die duldende Person sein, und das Geschlecht spielt keine so große Rolle. Denk dabei daran, dass zum Figging eine umfassende Vorbereitung nötig ist, und dass der Prozess, einmal eingeleitet, so gut, wie nicht mehr zu stoppen ist. Das Brennen, und damit auch das Hitzegefühl und der Schmerz, beginnen nach wenigen Minuten, und halten etwa 20 Minuten an. Während dieser Zeit kann bereits eine weitere „Behandlung“ mit Instrumenten stattfinden – oder sie kann im Anschluss daran erfolgen. Es ist auch denkbar, danach zu anderen analen Lüsten überzugehen.

Aus welcher Sicht willst du schreiben? Eine Kontroverse besonderer Art

Ich empfehle Anfängerinnen, bei der strafenden Person anzusetzen, weil es einfacher ist. Sie kann die duldende Person beobachten, sie trägt die Verantwortung, dass nichts schiefgeht und ist in gleicher Weise für den „korrekten Sadismus“ zuständig.

Der einfache Weg: Aus der Sicht der Strafenden schreiben

Für die Strafende als als Hauptfigur und Erzählerin spricht: Nur die strafende Person hat den Überblick und kann alles beobachten. Der/die Duldende oder „Schmerzgeile“ kann es nicht – er/sie ist mit dem eigenen Schmerz, der eignen Lust, mit dem Abtauchen und Wiederauftauchen aus unterschiedlichen Stimmungen, drogenähnlichen Rauschzuständen und dergleichen beschäftigt. Wie soll diese Person da noch „berichten“? Gegen die Strafende als Hauptfigur spricht freilich, dass sie sich kaum „von etwas zu etwas“ entwickeln kann – das ist übrigens der Knackpunkt bei vielen Domina-Geschichten.

Der dornige Weg: Aus der Sicht der Duldenden schreiben

Doch was würde für den Duldenden sprechen? Er bündelt, wie schon angedeutet, etliche Facetten widersprüchlicher Gefühle, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Doch es ist eine große Herausforderung, einmal zu versuchen, diese „unfrisierten Gedanken“, so zerfetzt und widersprüchlich sie auch sein mögen, zu Papier zu bringen. Wenn wir vom „Plot“ sprechen“, wirst du sehen, dass es meist der Duldende ist, der sich auf die Reise in die Hölle seines „inneren, verbogenen Selbst“ begibt. Wähle also Erzähler oder Erzählerin sorgfältig – ihre oder seien Gedanken sollen deinen Lesern ja „unter die Haut“ gehen. Übrigens kann auch eine ausgesprochen oberflächliche, unglaubwürdige Sub-Figur als Ich-Erzählerin den wirtschaftlichen Erfolg bringen. Erfolg und Glaubwürdigkeit gehören nicht immer zusammen.

Worauf es sonst noch ankommt

Es kommt nun auch noch ein bisschen darauf an, wo du ansetzen willst: ganz am Anfang, also an einem Punkt, an dem die ungeschälte Ingwerwurzel noch im Supermarkt liegt? Zu der Zeit, als sie geschält wird? In dem Moment, in dem sie eingeführt wird? Oder erst dann, wenn sie schon im Anus versenkt wurde? Willst du ein komplettes Rollenspiel beschreiben, in dem das „Figging“ nur ein Teil der lustvollen und/oder schmerzvollen Prozedur ist? Soll es eine selbstständige Kurzgeschichte werden oder willst du die Prozedur in einen Roman einbinden?

Egal, was du vorhast, du brauchst eine Umgebung, in der alles stattfindet, und deine Geschichte muss ein wenig mehr beinhalten, als nur diese eine Sache. „Figging“ ist nicht das Thema. Das Thema heißt eigentlich: Jemand unterwirft sich freiwillig einer anderen Person, um Höllenqualen zu erleiden, die er mit Lust verbindet.

Das sollten wir noch mal ein wenig beäugen, nicht wahr? Und deshalb setzen wir diesen Artikel noch einmal fort - mit "Figging allein ist zu wenig",

Sex und etwas anderes

Ein Konflikt muss schon dabei sein ...
„In einer guten erotischen Szene dreht es sich immer um Sex und etwas anderes.“
Elisabeth Benedict

Nehmen wir an, du schreibst Romane, Novellen oder Kurzgeschichten. Worum geht da? Um Sex und noch etwas anders oder um etwas anderes und um Sex?

Ich kann soviel sagen:

„Definiere zuerst das Andere, dann wird dir klar, was aus der Geschichte werden kann.


Das „Andere“ ist meist Liebe, und schon kommen wir in einen Automatismus. Da ist die Liebe, die durch Sex aufgeweicht oder aber gestärkt werden könnte, und die damit auch zu einem retardierenden Moment beim Aufstieg in den siebten Himmel werden kann. Ich erinnere mich dann immer an das bekannte Cinderella-Konzept: erst unten, dann ein kurzer Aufstieg, dann ein Abfall, bevor der erneute Aufstieg gelingt. Die „Magie“ mit der im Märchen gearbeitet wird, entspricht das lustvolle Verlangen in der Realität. Doch das Konzept ist abgenutzt - überlegen wir also, welches "Gesicht" wir dem "Anderen" geben können.

Das Andere und der Sex - Widersacher oder Befeurer?

Das „Andere“ kann zum Beispiel die Unsicherheit sein, wie der weitere Lebensweg verlaufen soll: ein erfolgreicher Schulabschluss, eine abgeschlossene akademische Ausbildung, ein Job. Und nun schreit der Körper nach Befriedigung. Dafür benötigt deine Figur einen Partner oder eine Partnerin - und er oder sie könnte alles Erreichte infrage stellen.

Ebenso könnte das „Andere“ die Suche nach der Identität sein. Die Fragen an diene Figur sind: Wer bin ich, was will ich hier, wo liegen meine Stärken und Schwächen, und warum habe ich bei Männern/Frauen immer so merkwürdige Gefühle, als ob irgendetwas nicht stimmt?

Besonders gewagt, aber nicht uninteressant, ist die Frage an deine Figur: Warum setze ich mich Abenteuern, Gefahren und Herausforderungen aus, und wieso gehe ich dabei immer an die Grenze zu wirklichen Gefahren? Erwarte ich, in der Gefahr zu erliegen oder sie zu meistern? („Die Angst ist dein bester Freund“).

Die übrigen möglichen „zweiten“ Themen basieren zumeist auf Konflikten:

Sex und Ansehen.
Sex und Macht.
Sex und Religion.
Sex und Geld.
Sex und Gewalt.
Sex und Unterwerfung.
Sex und (geschlechtliche) Verwirrungen.


Einfache Plots - mit Happy End

Die Konzeption wird in vielen Fällen in die Plots einmünden, die allgemein bekannt sind – und diesmal schildere ich alles ohne „Plots“, aber bildhaft:

1. Der eingeschlagene Weg führt trotz (sozialer, innerer) Hürden letztlich zur Zufriedenheit.
2. Der Weg ist dornenreich, schmerzlich und verwirrend, führt aber dennoch zum Glück.
3. Der Weg wird immer wieder von dichtem Dschungel, fehlenden Brücken und physischen Gefahren unterbrochen, führt aber zu einer gestärkten Persönlichkeit, die ihr Glück in jedem Fall finden wird.

Selbstverständlich könnt ihr in allen Themen auch den „Abstieg“ unterbringen. Er ist jedoch unter Autorinnen äußert unbeliebt – und kommt auch bei Leserinnen nicht gut an. Es sei denn, du schilderst märchenähnlich den Weg zweier Freundinnen, von denen eine den Aufstieg schafft und die andere daran verzweifelt.

Solltest du über Ingwer im Po schreiben? - Teil 2: Die Wirkung

Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Jedenfalls musst du ein wenig davon wissen, wenn du das heikle Thema angehst. Dies ist der zweite Teil von vier Teilen – Figging - Ingwer und seien Wirkung. Den ersten Teil über unsere Auffassung zu Mr. Grey findest du hier.

Figging - Ingwer und seine Wirkung

Nun zum anstehendenden weniger anständigen Teil. Dazu musst du zunächst mal wissen, dass Frauen und Männer anatomisch etwas anders gebaut sind. Ach, das weißt du schon? Aber vielleicht nicht dies: Männer haben eine besonders reizempfindliche Stelle im unteren Teil des Darms, dort, wo die Prostata sitzt – und die ist druck- und schmerzempfindlich. Manche Männer lieben es, diese Stelle in der einen oder anderen Form zu reizen – mit Analdildos, Analplugs oder unter Mithilfe von Frauen, die dann das sogenannte „Pegging“ ausführen.

Kein "Masochimus der Frau" - sondern eine Herausforderung für jeden

Das heiße Wunder
Nachdem dies über Männer gesagt wurde, komme ich zu einem sehr heiklen Teil: warum ist beim Einführen einer Ingwerwurzel so viel von den schönen Hinterteilen der Frauen die Rede? Warum nicht von Männern, denen eine Ingwerwurzel doch auch ganz gut „zu Po“ stehen würde?

Ich weiß es nicht, denn Männer spüren dabei mindestens gleich viel, wahrscheinlich aber deutlich mehr als Frauen. Und ich vermute, dass sich Männer einfach nicht trauen, den Wunsch nach einer „Ingwer-Behandlung“ zu äußern. Man (oder frau) muss übrigens keine extreme Sadistin sein, um es an anderen zu versuchen, während der oder die „Begünstigte“ schon ziemlich masochistisch sein sollte. Denn wenn der „Vorgang“ einmal eingeleitet ist, dann kann man ihn zwar noch rückgängig machen, aber dann ist es meist zu spät – der Schmerz wirkt schon, und er wirkt noch lange nach – wie im Mund.

Die Wirkung - unerträglicher Schmerz oder ungeheure Lust?

Es muss nicht in viktorianischer Zeit sein
Natürlich weiß ich dies alles nicht aus eigener Anschauung, sondern aus offenen und versteckten Berichten von Menschen, die es genossen oder erlitten haben. Jedenfalls habe ich gelesen, dass die enthaltenen Wirkstoffe „über die Schleimhaut in die Blutgefäße und in den Blutkreislauf aufgenommen“ werden.

Menschen, die sich einer analen „Behandlung“ mit Ingwer unterzogen haben, berichten zudem von einer „inneren Hitze“, die den Schmerz begleitet, der durch die Schärfe entsteht. Dafür fand ich allerdings keine hinreichenden Beweise. Tatsache ist lediglich, dass Ingwer auf die „Wärmerezeptoren“ des Nervensystems trifft – erst das Gehirn entscheidet offenbar darüber, ob es sich um Hitze oder Schärfe handelt.

Die wirklichen Gefühle sind kaum jemals beschrieben worden

Die wirklichen Gefühle eines mit „Figging“ oder Ingwerextrakten anal behandelten Menschen wurden selten beschrieben – deshalb sind kaum Quellen bekannt, und falls doch, sind sie nur bedingt glaubwürdig. Bekannt ist nur der Effekt, dass sich die Schärfe, vom Darm ausgehend, den ganzen Körper erwärmt. Wegen der nahezu unerträglichen Schärfe, verkrampft sich zudem der Po, drückt noch mehr gegen die Ingwerwurzel und verschlimmert dadurch das Brennen. Übrigens auch ohne Schläge, die meist gemeinsam mit der Ingwer-Behandlung angewendet werden.

Generell und ohne die üblichen Bewertungen, lässt sich sagen, dass einige Frauen und Männer, die es versucht haben, von einem nahezu unerträglichen Schmerz und intensiven emotionalen Effekten sprachen, während andere lediglich von einer „sensationellen Erfahrung“ berichteten. Dazu zitiere ich eine anonyme Stimme.

Niemand kann voraussagen, wie du dich dabei fühlen wirst, so wie niemand voraussagen kann, wie du auf Schläge reagierst.


Soweit die Fakten nach einem besten Wissen und den Erfahrungen, die ich las.

Wird fortgesetzt - Im dritten Teil geht es um die Umsetzung, falls ihr die Praxis in einem Roman verwenden wollt.

Solltest du über Ingwer im Po schreiben?

Ingwer ist auch eine Gewürz - und doch würzt sie auch Erotik-Geschichten
Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Ganz so abwegig ist es nicht, doch zuvor wollen wir erst mal gucken, worum es eigentlich geht. Dies ist der erste Teil von vier Teilen – E. L. James und die Folgen

Figging - E. L. James, Mr. Grey und die Folgen

Über kaum eine Textstelle von E. L. James hat sich das Lesevolk der wohlanständigen, aber dennoch der lustvollen Perversion zugewandten Leserinnen so erregt, wie diese eine Passage. Dort stellt sich Mister Grey vor, wie Miss Anastasia, „mit Handschellen an eine Bank“ gefesselt, eine geschälte Ingwerwurzel „in Hintern“ festhält, sodass sie die Backen ihres Popos „nicht zusammendrücken kann“ wenn sie sich nun in der einen oder anderen Weise züchtigen lässt.

Man nennt es Figging

Oft sagt man in diesem Zusammenhang „Figging“ und verweist dabei auf die Praxis betrügerischer Pferdehändler, ihre Tiere mit einem Ingwer-Stück im Pferde-Po Jugend, Elan und Grazie zurückzugeben.

Wie wirkt der Ingwer auf der Schleimhaut?

Nun, um es mal alles zu relativieren: die Ingwerwurzel ist sehr bekannt als Nahrungsmittel wie auch als Heilmittel, und wer die Wirkung erproben will, kann es durchaus an einem weniger intimen Ort versuchen. Da schlage ich doch mal die Zunge vor. Der Hauptwirkstoff des Ingwers, das Gingerol, ist für den scharfen Geschmack verantwortlich, der uns das „Wasser im Mund“ zusammenlaufen lässt und gegebenenfalls auch dafür sorgt, dass uns „die Nase läuft“. Wer eine frische, geschälte Ingwerknolle anbeißt, wird bald herausfinden, dass es nicht angebracht ist, sie länger im Mund zu behalten oder zu zerkauen: Die Wirkung gilt als unerträglich. Es ist dann gut, ein Glas Wasser in der Nähe zu haben, weil Ingwer auf den Schleimhäuten noch lange nachwirkt. Auf diese Weise kann auch ein unbefangener Mensch beurteilen, wie so ein Ingwerstückchen wohl anderwärts wirken mag.

Ach? Frau traut sich nicht mehr, Ingwer zu kaufen?

Wie kommt die Wurzel nun in den scheinbaren üblen Ruf, ein perverses Mittel von Fetischisten, Sadisten, Dominae und Flagellaten zu sein? Und sollte sich die notgeile Hausfrau, die zwar die anderen Textstellen von E. L. James goutiert, sich nun schämen, wenn sie im Supermarkt eine ganze „Hand“ mit vielen langen „Fingern“ Ingwer kauft?

Zunächst einmal: Das Unwissen der biederen Hausfrau ist verständlich. Ein Zitat fällt mir auf:

Ich fürchte mich jetzt, eine Ingwerwurzel im Supermarkt zu kaufen - da könnten die anderen Kunden doch etwas vermuten, oder?
.

Beim Kauf einer Ingwerwurzel? Oh, oh, welch ein Konflikt bahnt sich da an ...

Wieso schon mal was in den Po kommt

Gemach, gemach, euch kann geholfen werden, Hausfrauen dieser Erde. Denn die Sache ist so:

Nichts im Po zu haben, ist allgemein üblich, nicht wahr? Die meisten werden sich wohl nicht mehr daran erinnern (hoffe ich): An Seifenzäpfchen, medizinische Zäpfchen oder Fieberthermometer, die brutal zwischen die Pobacken gepresst wurden. Solltet ihr jemals einen medizinisch notwendigen Einlauf, eine bei vollem Bewusstsein durchgeführte Endoskopie oder dergleichen erlebt haben, so habt ihr wahrscheinlich gedacht: „Na ja, muss sein, oder? Aber ein tolles Gefühl? Nein, Danke ...“ Und der berühmte Finger im Po? Den erleben erstens hauptsächlich Männer (ja, beim Urologen, wo sonst?) und zweitens mögen auch manche Frauen gelegentlich eine gewisse Stimulation der Rosette, scheuen aber das Eindringen.

Figging - müssen wir uns jetzt auf sumpfiges Terrain begeben?

Aber damit ist noch nicht alles erklärt, was Figging betrifft. Wenn wir uns damit beschäftigen, müssen wir uns in der Tat auf ein sumpfigeres Terrain begeben – und noch mal genau gucken, worum es denn nun wirklich geht. Nämlich um den Ingwer, um Macht und Erniedrigung. Und warum das kleine Stück Ingwerwurzel zugleich lustvoll, schmerzbehaftet und verrucht sein kann.

Soweit der anständige Teil des Unanständigen, nicht wahr? Wir kommen nun zum nächsten Teil ...

(Wird fortgesetzt)
Wir raten nicht zur Ausführung, wie informieren nur

Show – don’t tell nicht als ein Mythos?

Bullshit - diese Sätze wollen wir nicht lesen ...
„Erzähl mir nicht, dass der Mond scheint. Zeig mir den Glanz seines Lichts auf zerbrochenem Glas“ (Anton Tschechow,1).

Schreibschulen, die das „kreative Schreiben“ lehren, sind immer ganz versessen darauf, diese merkwürdigen Begriff zu verwenden: „Show, don’t tell“. Er darf in keinem Seminar fehlen – doch was bedeutet er eigentlich konkret?

Die Verben, die plakativ Gedanken und Gefühle bezeichnen

Da ist sehr einfach: der Satz bezeichnet eine Steigerung des anschaulichen Schreibens. Wer sich daran hält, vermeidet die üblichen Fehler. Einer der schlimmsten Anfängerfehler besteht demnach darin, Verben zu verwenden, die Gedanken bezeichnen, aber nicht beschreiben können. Dazu gehören nach Auffassung der Befürworter des „kreativen Schreibens“ vor allem die verbalisierten Begriffe von Denken, Wissen, Verstehen, Bemerken, Glauben, Wollen, Erinnern, Vorstellen oder Verlangen.

Sicher gehört dazu auch der häufige Gebrauch des „Fühlens“ – ein Kardinalfehler bei Schreibanfängern. In Erotik-Geschichten lesen wir zum Beispiel:

„Ich fühle mich seltsam glücklich und zufrieden.“
„Ich lag allein im Bett und fühlte, wie nass mein Slip war.“
„Ich fühlte, wie sein Penis in mich eindrang“.


Versuchen wir, diese verbalisierten Hohlwörter zu umgehen, dann heißt es für uns zunächst „beschreiben, nicht benennen“ und im zweiten Schritt „bildhaft beschreiben, statt rein verbal zu beschreiben“.

Aus den folgenden Sätzen habe ich einen herausgegriffen, um zu zeigen, wie es gehen könnte:

„Plötzlich spüre ich, wie ich nach ihm verlange.“
„Ich verstand ihn sehr gut.“
„Ich glaube, dass sie mehr will als sie zugibt.“
„Ich stelle mir vor, dass sie bereits nackt neben mir liegt.“
„Ich erinnerte ich daran, wie mein ‘erstes Mal’, war.“


Ich nehme nun den ersten Satz, analysiere ihn und verändere den Text, also: „Plötzlich spüre ich, wie ich nach ihm verlange.

Hier wird das Wort „Spüren“ verwendet. Es steht in diesem Zusammenhang eher für für ein „instinktives Gefühl“ als für eine „körperliche Wahrnehmung“, und also wissen wir nicht einmal, was unsere Protagonistin „spürt“, und auch ihr „Verlangen“ ist nichts als ein Wort. Die Figur „spürt ihr Verlangen“ – und das kann sehr viel oder sehr wenig bedeuten.

Beschrieben würde es so heißen:

Plötzlich beginnt mein Unterleib zu zittern, zuerst fast unmerklich, dann so, dass er nach Aufmerksamkeit schreit, nach Lust giert. Nein, nicht nach meinem Finger, sondern danach, dass mich dieser Mann endlich vögelt.


Wenn du solche Ausdrücke scheust, geht es auch so:

Plötzlich kann ich mich nicht mehr konzentrieren, auf gar nichts. Meine Gedanken sind wie weggeblasen, und langsam schleicht sich die Lust ein. Nicht eine dieser unklaren Lüste, bei denen dein Kopf zurückfällt und du die Decke anstarrst, wenn sie dich überfallen. Nein, eine sehr konkrete Lust befällt mich: Ich will einen Mann. Mein Körper verlangt danach, meine Gedanken kreisen sich um nichts anderes mehr, und meine Psyche wird zu einem offenen Kelch, der befüllt werden will.


Diese Texte lassen sich erheblich farbiger ausschmücken, und auch so, dass sie deine Leserin wesentlich geiler machen, als wir dies hier vorschlagen.

Und nun, zum Schluss, verrate ich dir, wie du das ganze Buhei auf einen einfachen Nenner bringen kannst:

Schreib nicht darüber, was es ist – schreib einfach, wie es ist.


Das bedeutet „Show don’t tell“, wenn du es stark vereinfachst. Wenn du dann noch so schreiben kannst, dass deine Worte deine Leserin in Geist,Gefühl und Körper befeuern – dann hast du gewonnen.

(1) Da ich kein Russisch spreche, habe ich den Satz nach der englischen Übersetzung wiedergegeben.

Für Autorinnen: Verführer allenthalben – und ihr Ruf ist mies

Dieser Artikel wendet sich an Autorinnen, die in Liebesromanen, erotischen Romanen oder auch Kriminalromanen sowie Novellen und Kurzgeschichten eine ungewöhnliche Verführung beschreiben wollen.

Das „Gewöhnliche“ – absolut fad

Die Frau ist jung, ein bisschen naiv und unsicher über ihre Gefühle, und vielleicht gar noch Jungfrau. Der Mann hingegen erfahren, ein klein wenig durchtrieben, zielsicher und erfolgsgewohnt, und er hat schon vielen Frauen die kleinen Freuden jener Gefühle beschert, die in den Lenden erspürt werden.

Das kommt euch irgendwie bekannt vor? Mir auch. Mal wird die naive süße Maid dann Prinzessin, neuerdings auch wohl Lustsklavin, und manchmal frisst sie der Wolf.

Der Ruf der Verführer, Prinzen, Jäger und ein paar andere Märchengestalten mal ausgenommen, ist dabei durchgehen mies. Wobei wir schon mal mitten drin sind: „Der“ Verführer, heißt: männlich, skrupellos. Arbeitet mit allen Tricks und ist – wie könnte es anders sein – leicht pervers.

Ach Gottchen, Agathe, die Puppe kotzt auf den Teppich. Und die Flecken gehen nicht mehr raus. Oder mit anderen Worten: Das Klischee der männlichen Spermaschleuder mit miesem Charakter wird am Leben erhalten, so gut es geht.

Alternativen für Autorinnen

Wäre es nicht an der Zeit, einmal etwas tiefer zu gehen, etwas weiter zu denken und etwas mehr Varianten in die Thematik zu bringen?

Eine der Möglichkeiten, die du als Autorin hast: Deine Figur sei weiblich, Jungfrau, etwas unbeholfen, unsicher aber auch neugierig. Dann musst du sie nur losschicken, um sie in Grenzsituationen zu bringen, in denen es möglich ist, lustvolle, sinnliche oder gar „harte“ sexuelle Erfahrungen zu machen. Basissituation: Sie bietet sich ein wenig an, aber zögert noch aus Angst vor der eigenen Courage.

Die zweite Variante ist so realistisch, dass mich wundert, warum sie nicht häufiger verwendet wird. Diesmal ist diene Figur erfahren, sinnlich, lustvoll und darauf aus, Abenteuer zu erleben. Du schickst sie nun an Orte, an denen es sehr wahrscheinlich ist, Männerbekanntschaft zu machen, und du gibst ihr die Direktive, in jedem Fall die verführbare Unschuld zu spielen. Kurz: Kehr die Rollen um: Die Verführte ist in Wahrheit die Verführerin, aber das weiß der Verführer nicht – der ist zunächst einmal stolz auf seinen Erfolg. Basissituation: Sie gibt vor, naiv und zurückhaltend zu sein und lässt ihn im Glauben, er verführe sie.

Na schön, das wäre der Anfang, nun könnte es noch etwas bunter werden.

Frauen verführen …

… Männer zu vielen Handlungen. Nicht nur im Bereich der konventionellen Sexualität, sondern auch auf Randgebieten, und auch weit über die Sexualität hinaus. Sie können dabei Freude, Schmerz, Leid und sogar Verderben auslösen. All dies ist noch nicht oft beschreiben worden.

Und? Hast Du Lust, es einmal zu versuchen?

Frauen Verführen …

… Frauen. Aus sexueller Lust, aus Machtgelüsten, um sie zu beeinflussen oder gar, um sie in der einen oder anderen Art zu beherrschen. Deine Verführerin muss nicht unbedingt „lesbisch“ sein, um dies zu tun. Sexuelle Lüste sind nicht zwangsläufig an die Grundausrichtung gebunden.

Frauen verführen …

… manchmal Männer dazu, sich gleichgeschlechtlich zu betätigen. Das passiert gelegentlich in sogenannten „Dreiern“. Ein Thema, das man kaum Anfängerinnen empfehlen würde, aber immerhin eine weitere Variante.

Und nun nochmal: Hast Du Lust, es einmal zu versuchen? Also wenn nicht jetzt ... wann dann?

Wie ist das eigentlich mit den Dialogen?

Dies ist eine Kurzfassung eines Gedankenpakets. Es handelt von den Grundlagen üblicher Dialoge, von dem Tunnelblick der Autorinnen und Autoren und von der Möglichkeit, Dialoge ganz anders aufzufassen, als wir es gewohnt sind. Eine längere Fassung erscheint hier in den nächsten Tagen.

Literarisch – die Grundlagen

Im Deutschunterricht lernen wir die „wörtliche Rede“. Ein üblicher Lehrsatz dazu lautet: Die wörtliche Rede lockert als Stilmittel den Text auf.

In der Literatur sind Dialoge Zwiegespräche zwischen den Figuren, die der Autor schafft.

Diese Dialoge erzeugen Spannung und Aufmerksamkeit. Sie dienen zudem dazu, sich mit den Figuren zu identifizieren oder von ihnen abzugrenzen.

An der Sprache der Figuren soll deutlich werden, aus welchen Bevölkerungsschichten sie kommen, und wie sie „ticken“.

Ganz pragmatisch dienen Dialoge innerhalb des Textes als Blickfang – sie suggerieren, dass man sie auf keinen Fall überlesen darf.

Kritik an der reinen Lehre und an Schreibschulen

Die Kunst des Dialog-Schreibens wird mystifiziert – es wird behauptet, literarische Dialoge lägen außerhalb der Wirklichkeit, seien eine Kunstform sui generis und seien „so schwer zu erlernen wie eine Fremdsprache“.

Autorinnen und Autoren haben zumeist einen literarischen „Tunnelblick“ auf Dialoge. Sie wissen (meist) sehr gut, was sie mit ihren Dialogen erreichen wollen, haben aber selten eine Ahnung davon, dass Dialoge mehr sind als das geschriebene Wort.

Kommunikation und Dialoge

Der tiefere Sinn der Kommunikation entgeht den Autoren, Lesern und vor allem den Schreiblehrern, weil sie von den Kommunikationsstrukturen des 19. Jahrhunderts ausgehen. (1)

Kommunikation enthält Dialoge, Elemente des Verstehens und Nicht-Verstehens, Gedanken, die in den Dialogen nicht enthalten sind, sowie den großen Bereich nonverbalen Austausches von Informationen, namentlich von Gefühlen und Stimmungen. Um Kommunikation zu verstehen und dem Leser zu vermitteln, was dabei vor sich geht, muss man nicht nur mehr können als „Dialoge schreiben“. Man muss vor allem Einblick in das Denken und Fühlen der Menschen haben, die einander begegnen.

(1) Nicht berücksichtigt werden zum Beispiel die Erkenntnisse von Eric Berne, Paul Watzlawick, Carl Rogers, Ronald D. Laing und vielen anderen.

Was nützt es mir, Jungfrau zu sein?

Rückzug im letzten Moment: Heute bitte nicht, Schatz ...
Da steht der Satz also im Raum. Ja, ihr könntet nun fragen: „Muss denn alles einen Nutzen haben?“ Oder die Gegenfrage stellen: „Was nützt es dir, keine Jungfrau mehr zu sein?“

Professorchen sagt, ich müsse das alles von außen betrachten. Kein Mann würde mir von mir annehmen, Jungfrau zu sein, so frei und offen, wie ich mich „geben“ würde. „Gebe“ ich mich denn? Ich bin frei und offen, sinnlich und - soweit ich dem Spieglein an der Wand glauben darf, auch hinreichend schön. Aber es ist eben so: Die anderen können denken, was sie wollen – aber wenn ich einen Mann treffe, und – na ja, wenn es „so weit ist“– dann ziehe ich die Notbremse. Mal früher, mal später.

Ich muss nicht lange zurückdenken, da trug ich nichts als einen Tanga – und dann habe ich mich wieder angezogen. „Geht heute nicht“, habe ich gesagt, „tu mir leid.“ So weit war ich noch nie. Männer haben ja komischerweise Verständnis dafür, wenn du sagst: „Es geht heute nicht“, aber sie kommen dann auch nicht wieder. „Schwanzfopperin“ hätte man so etwas früher genannt, meint Professorchen, und das ist nun gar kein schöner Ausdruck.

Irgendwie bist du nicht das, was du bist, wenn alle glauben, du wärst etwas anderes. Wahrscheinlich kennt ihr die doofen Sprüche alle auswendig: „Das ist sicher dein Sternzeichen“ oder „in was bist du denn noch Jungfrau?“

Oh, ja, das wäre noch Professorchen. Der ist eigentlich keiner, aber er ist ziemlich schlau. Ich habe lange drüber nachdenken müssen, was er sagt: „Du bist immer das, was die Leute von dir glauben, dass du es bist.“

Na schön, in den Augen der Leute bin ich keine Jungfrau, obwohl ich eine bin. Nur: Was werde ich in den Augen meiner Mitmenschen sein, wenn ich keine mehr bin? Ich kenne ein paar Frauen, die in einem „gewissen Ruf“ stehen, und da denke ich doch: Ist es nicht besser, wenn mich jemand als „sehr zurückhaltend“ wahrnimmt? Viel besser jedenfalls, als in den Geruch zu kommen, „alles ausprobieren zu müssen“? Die Nachbarn in meiner Heimat sagen oftmals: „Du kannst tun, was du willst, die Leute zerreißen sich eh das Maul über dich.“ Aber da gibt es immer die anderen, die wie die kleinen Mäuschen in den Ohren hängen: „Mädchen, du musst auf deinen Ruf achten, er ist so schnell zerstört.“

Ich will euch teilhaben lassen an dem, was ich erlebe, wie ich mich dabei fühle und was die Menschen am Ende wirklich über mich sagen. Deswegen beginne ich heute ein Tagebuch.

***

Nein, ich beginne heute kein Tagebuch. Was ich euch geschrieben habe, ist der Beginn eines Tagebuch-Romans, den ihr beliebig ausschmücken und weiterschreiben könnt. Ich sage euch gleich, dass solche Romane immer „rückwirkend“ geschrieben werden … dann kannst du noch viel korrigieren, was wirklich niemand lesen soll. Fragst du dich, ob der Roman der Wahrheit entsprechen muss? Nein, sicher nicht, aber er muss zupackend geschrieben sein, beinahe so, als ob deine Leserinnen jede Nervenfaser deines Körpers spüren können, wenn sie ihn lesen. „Professorchen“ als Figur wurde eingesetzt, um den Gedanken von „Sein“ und „Scheinen“ jederzeit wieder aufnehmen zu können. Damit setzt du einen Kontrapunkt zu deiner Schilderung, die du dann wirklich sehr erotisch und „hautnah“ darstellen kannst.

Lest bitte dazu noch die Bedingungen, die ihr erfüllen müsst, um die Geschichte weiterzuschreiben.
Bild: La Vie Parisienne, 1914.

Wie redlich muss eine erotische Geschichte sein?

Die Lüste entstehen bei deiner Leserin im Kopf - musst du da realistisch bleiben?
Wenn sich eine Autorin aufmacht, um ihr erstes erotisches Werk zu schreiben, stellt sie sich nahezu immer diese Frage:

Muss ich wirklich alles erlebt haben, über das sich schreibe? Wie glaubwürdig bin ich, wenn ich all das niemals gewagt habe, oder gar, wenn ich eine andere sexuelle Orientierung habe als meine Figuren?

Früher gab es darüber niemals Diskussionen, weil sich Autorinnen hübsch versteckt haben, wenn sie Erotik schrieben. Aus gutem Grund: Leser glauben fast immer, dass die Autorin irgendeine der beschriebenen Erfahrungen wirklich selbst durchlebt hat. Und keine schreibende Frau will jemals als „Schlampe“ dastehen. Selbst Männer nutzen Pseudonyme, um auf gar keinen Fall mit ihren erotischen Geschichten identifiziert zu werden.

Das änderte sich allerdings, als die Öffentlichkeit über die „50 Shades of Grey“ zu diskutieren begann. Die „namhaften“ Stellen wurden von jenen sofort als „Unsinn“ oder „Verfälschungen“ erkannt, die in der BDSM-Szene das große Wort führen. Doch es hätte nicht dieses Einspruchs bedurft, um zu zeigen, wie simpel die Szenen zusammengekleistert sind, um bei einfach gestrickten und unerfahrenen Leserinnen Empörung oder Geilheit zu erzeugen.

Immerhin – seither können wir darüber diskutieren, wie wahrhaftig eine erotische Liebesgeschichte sein sollte.

Dabei gibt es – wie so oft – zwei kontroverse Auffassungen. Doch bevor ich ein Wort darüber verliere, will ich diesen entscheidenden und höchst beruhigenden Satz niederschreiben (1):

Nein, ihr müsst nicht das erlebt haben, was eure Figur erlebt.


Die Kontroverse – Realität Plus oder Fantasie Minus?

Möglich: In der Realität bleiben und sie nur ein wenig überhöhen

Die „reine Realität“ ist völlig ungeeignet, eine erotische Geschichte zu schreiben. Erotik ist lustvoll aufgeschönter Sex plus Romantik, und manchmal noch mehr, aber sicher keine Realität. Also versuchen die Autorinnen, denen es um „glaubwürdige Erotik“ geht, ein realistisches Geschehen so zu kolorieren, dass es als „pure Lust“ in den Köpfen ankommt. Die Leserin sagt sich dann: „Ja, so könnte es mir gegangen ein oder wenigstens einer Frau, die ich kenne.“ (Leser könnten Entsprechendes von männlichen Figuren denken). Diese Literatur wird von Frauen gelesen, die möglichst realitätsnah in die erotische Psyche der Figuren eintauchen wollen – immer mit dem Gedanken: „Ach, eigentlich hätte mir dies auch geschehen können.“ Das „eigentlich“ bedeutet hier zumeist: „Aber ich hätte nicht den Mut dazu gehabt.“ Oder „So intensive Gefühle hatte ich nicht, aber ich kann es mir vorstellen.“

Auch möglich: Die Realität verlassen, um die Fantasie anzuheizen

Die reine Fiktion hat einen anderen Ansatz: Sie wendet sich ausdrücklich an Frauen (manchmal auch an Männer), die sich vom erotischen Romanen in Situationen versetzen lassen wollen, die sie in der Realität niemals erlebt haben und voraussichtlich niemals erleben werden. Dennoch bauen auch diese Romane auf realistische Situationen auf. Doch dann ändert sich etwas: Die Figur wird über die Grenzen des Handelns, Denkens und Fühlens der Autorin wie der Leserin „hinweggehoben“. Sodann entwickelt sie ein erotisches Eigenleben, das man so beschreiben könnte: „Komm mit in das Wunderland der verbotenen Lüste … ich führe dich sicher dorthin.“ Nun hat jede Autorin, aber auch jede Leserin, eigene Grenzen. Deshalb fühlen sich manche Leser(innen) ausgesprochen „angeregt“ vom Weg der Figur, während andere die Schulter zucken und auf „härtere“ Szenerien warten. Und wieder anderen ist es sogar peinlich, was die Figur da tut, auch wenn sie wissen, dass alles nur Fantasie ist.

Beides geht. Und beides funktioniert auch ohne exakte, intime Erfahrungen mit den Handlungen. Sie müssen nur im Gedanken sinnlich nachvollziehbar sein – und oftmals wird eben auch gewünscht, dass die Fantasie die Geilheit beflügelt.

(1) Warum und wie beschreibe ich euch ausführlich.

Die Lust, einem Mann die Leviten zu lesen

Nadelstreifen schützen nicht vor Unterwürfigkeit
Ich sehe in seinen Augen, wonach er sich sehnt. Er möchte, dass ich das Fleisch seines schönen Hinterns gerbe, aber das passiert nicht einfach so. Er muss mich schon bitten, ja, er muss mich anflehen, es zu tun. Dieser Hundeblick … nur, dass mein Hund nach Leckerli bettelt, und dieser Mann bittet um Hiebe.

Schließlich sagt er einfach: „Bitte schlage mich … bitte.“ Ich lache spöttisch: „Im Anzug mit Krawatte? Kommt da nicht wenigstens die Hose runter?“ Er will sich sogleich der Nadelsteifenhose entledigen und beginnt schon, die Schuhbänder zu öffnen. So leicht will ich es ihm nicht machen.

„Stopp!“, sage ich scharf, „was trägst du darunter?“
„Einen Slip, Miss Jane, einen schwarzen Herrenslip.“
„Würdest du nicht lieber Damenwäsche tragen, so mit Nylons und Strapsen?“

Er wird sofort puterrot und schluckt. Ich weiß, dass er wortgewandt und gut erzogen ist, und warte gespannt auf die Antwort.

„Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, so etwas zu tun.“
„Noch nie …?“

Er schweigt.

„Du hast nicht nur darüber nachgedacht, nicht wahr?“

Er nickt kaum merklich.

„Sprich es aus … oder geh wieder. Du bist hier nicht im Panoptikum.“
„Ich habe schon … Wäsche getragen, aber noch nie unter dem Anzug …“
„Und du hast Spaß dabei gehabt?“
„Ja, Miss Jane, ich hatte Freude daran.“
„Erzähl mal, wo du es gemacht hast und was du getragen hast.“

Er zögert, errötet erneut – richtig niedlich.

„In meinem Schlafzimmer – ich habe mich aufs Bett gelegt, nachdem ich Halterlose und einen roten Spitzenslip angezogen habe.“
„Und – war es schön?“
„Es war … herrlich, ja.“
„Beim Masturbieren oder schon vorher?“

Er schweigt wieder, es ist ihm total peinlich.

„Da fehlt noch eine Antwort … also bitte?“
„Ich habe … noch nie so herrlich … masturbiert, Miss Jane.“

Erwischt. Mehr brauche ich nicht. Er wird sich wundern, was ich alles aus diesem Satz für ihn hervorzaubern, kann. Aber das will ich jetzt gar nicht … ich gebe die Staffel an euch weiter.

Und damit verlasse ich euch … denn ihr sollte die Geschichte weiterschreiben Und falls ihr es tut … sagt, woher ihr die Idee habt … nicht von Miss Jane, sondern von Isidora, die bei „Sinn und Sinnlichkeit“ Ideen für euch entwickelt. Lest bitte dazu noch die Bedingungen.
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Sinnliche und leicht frivole Storys zum Weiterschreiben

Hilfe für Autorinnen ... und natürlich auch Autoren ...
Wir haben uns entschlossen, nochmals Texte zum „Weiterschreiben“ anzubieten. Das Angebot wendet sich an Autorinnen und Autoren über 18 Jahre – diese Einschränkung müssen wir machen. Auch Anfänger sind willkommen – etwas Schreiberfahrung ist aber nützlich.

Die Textentwürfe sind allesamt „entschärft“, um den Bedürfnissen von Autorinnen gerecht zu werden, die für feminin orientierte Internet-Magazine schreiben. Sie lassen sich aber beliebig „verschärfen“.

Was kannst du mit den Texten tun, die wir zum „Weiterschreiben“ anbieten?

1. Du kannst sie privat nutzen und dabei beliebig umschreiben.
2. Du kannst sie für ein E-Book nutzen – dann allerdings könnte man dich des Plagiats bezichtigen, falls sich mehrere Autorinnen hier bedienen. Das kann recht unangenehm werden. Frag mich, bevor du es tust.
3. Falls du den Text im Internet in irgendeinem Zusammenhang verwendest, sei es als Beispiel oder als Kritik, dann erlaube ich dies nur unter der Voraussetzung, dass du die Quelle nennst.
4. Wenn du Schwierigkeiten mit dem Weiterschreiben hast, biete ich dir an, das Lektorat zu übernehmen. Wenn dein Text nicht zu lang ist und er mir Freude bereitet, dann ist es für dich kostenlos.

Scheue dich nicht, mir zu schreiben. Anrufe kann ich in diesem Fall nicht beantworten – eine E-Mail muss es schon sein.

Eine Konversation – aufgeschnappt

Neulich war ich Zeuge dieses Dialogs:

„Was findet du attraktiv an mir?“
„Deinen Mund – und dass du immer genau weißt, was du willst und dafür sorgst, dass du es auch bekommst.“
„Mein Mund? Meist du das, was er tut der das, was er sagt?“
„Was er macht, wie er aussieht und was du sagst – er ist in jeder Hinsicht ein guter Mund.“


Was wollen wir eigentlich mehr? Ein sinnlicher Mund, der wundervoll aussieht, der einlädt und der so wundervolle süße Worte sagt … und nichts spricht dagegen, dass aus ihm auch weise Worte kommen. Wirklich gar nichts.

Schenk uns etwas …

Schenk uns doch bitte etwas … deine Gedanken, zum Beispiel, die Aufsätze, Artikel und unfertigen Novellen, die schon seit Jahrzehnten in in den Schubladen ruhen. Vielleicht hast du uralte Manuskripte oder Typoskripte auf deinem Dachboden gefunden? Weißt du jemanden, der eine Erbschaft angetreten hat und sich der Dokumente schämt, die er dort gefunden hat?

Aber am liebsten haben wir deine Gedanken.

Schenk sie uns, wenn du magst.

Wir schenken dir dafür Aufmerksamkeit.

E-Mail:
Was denkst du? Was fühlst du? Was schreibst du?

Intime Bekenntnisse – wie entwickelte sich die sexuelle Persönlichkeit?

Viel geküsst, viel erlernt ...
Wir wird ein Mensch zu dem, was er im besten Erwachsenenalter ist? Solche Fragen stellen sich Autoren, die gerne Entwicklungsromane schreiben. Dabei wird das Ross des Pegasus hoch in den Himmel getrieben, und ich zitiere mal Wikipedia:


Der Ausdruck Entwicklungsroman bezeichnet einen Romantypus, in dem die geistig-seelische Entwicklung einer Hauptfigur in ihrer Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Umwelt dargestellt wird.


Die schöngeistige Literatur kennt keine sexuelle Persönlichkeit

Die geistig-seelische Entwicklung – ach, wie das klingt. Da hat die Protagonistin jahrzehntelang an ihrer geistigen und seelischen Reife gezimmert, hat ihre Erlebnisse und Erfahrungen „reflektierend“ verarbeitet und dabei an Erfahrung, Wissen und können gewonnen. Und was ist sie dann? Welchen Vorteil hat sie daraus gezogen? Ist sie der Mensch geworden, den sie sich einmal als Modell zurechtgelegt hatte?

Merkwürdigerweise fragt kaum jemand: „Und wie kam es, dass sie so zugänglich, sinnlich, verführerisch oder einfach so zuvorkommend, charmant und liebevoll wurde?“

Sinnlichkeit als persönliches Ziel

Ja, woher wohl? Weil deine Figur eben nicht nur an ihrer geistig-seelischen Vervollkommnung arbeitete, sondern auch ihre sinnlichen, erotischen und sexuellen Fähigkeiten ausbaute oder gar zur Blüte brachte. Weil sie lernte und lehrte, was es bedeutet, sinnlich und verführerisch zu sein. Und weil sie in all dem einen Vorteil sah, den sie in ihr Leben integrierte und den sie nun nutzt, um ein ausgefülltes Erwachsenenleben zu führen.

Eine Autodidaktin in Sachen Lust – hat das Sinn?

Wenn eine junge Frau sich „in der Liebe“ bilden will, muss sie viele, recht unterschiedliche und ausgesprochen begabte Männer (und möglicherweise einige Frauen) genossen haben, mit deren Hilfe sie ihre Künste erlernte. Jede dieser Personen lehrte sie etwas anderes, und sie fand Vergnügen daran, immer perfekter zu werden. Schließlich brauchte sie weitere Männer und Frauen, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich perfekt „in der Liebe“ ist.

Diese Frau muss einen Sinn darin sehen, erotisch perfekt zu werden, ohne ein Escort-Girl zu sein. So, wie andere Menschen einen Sinn darin sehen, das Meiste über Computer, die Beatles, die Psychologie oder das Kaiserreich zu wissen, ohne dies beruflich zu verwenden.

Der Roman – wie funktioniert ein „erotischer Entwicklungsroman“?

Es gibt zwei unterschiedliche Wege, um einen erotischen Entwicklungsroman aufzubauen, doch haben beide die gleiche Voraussetzung: Je mehr Liebhaber und Geliebte ihre Heldin hat, umso farbenfroher wird die Geschichte.

Zwei Wege zum Ziel

Ich will nun zu den Wegen kommen, die dahin führen:

1. Beim ersten Weg gehen Sie vor wie der Kriminalroman-Autor: Ihre Heldin tut etwas höchst Ungewöhnliches, das der vorherrschenden Moral und der Altersgruppe und der sozialen Umgebung völlig widerspricht. Oder sie lüftet im Alter von über 50 Jahren, saturiert und selbstbewusst, ein erotisches Geheimnis. Dann verfolgen Sie die Geschichte zurück bis zur Pubertät.

2. Im zweiten Weg tun Sie genau das Gegenteil: Ihre Heldin ist gegen 25 Jahre, hatte bisher das, was man „Mainstream-Sex“ nennt, und wird nun plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die sie zugleich fasziniert und abstößt. Ihre Heldin handelt nun entfesselt: Es ist nicht sicher, wie sich ihre Sexualität entwickeln wird. Wie auf dem Jahrmarkt bekommt sie schreierische Angebote von Frauen und Männern, Paaren und Gruppen, die alle sagen, sie möge ihnen doch folgen. Wohin sich Ihre Heldin schließlich entwickelt, weiß sie selbst noch nicht – und Sie, die Autorin, wissen es jetzt auch noch nicht.

Ihre Heldin kann wählen – und sie tut es auch

Das mag in Ihren Ohren sehr befremdlich klingen. Es ist aber eine Methode, die ausgesprochen farbige Manuskripte produziert. Vergessen Sie dabei nicht, dass es nicht um reine Schilderungen von „Verhaltensweisen“ geht, sondern darum, die erotische Persönlichkeit vorzuzeigen. Die Dynamik entsteht daraus, dass Sie Ihrer Heldin Wahlmöglichkeiten einräumen. Sie kann Verführen oder verführt werden, Herrschen oder Dienen, sich mit einem Einzelmenschen oder mit einer Gruppe vergnügen, mit der reinen Kraft der Emotionen Macht gewinnen oder sich körperlich hinzugeben, um Einfluss zu erwerben. Und jedes Mal hat sie erneut die Wahl … bis sie schließlich in vollem Bewusstsein ihrer Möglichkeiten den Weg wählt, den sie im Laufe der Erzählung als „ihren Weg“ gefunden hat.

Die Autorin - was kann sie tun, um ihre Heldin "laufen zu lassen"?

Für Sie als Autorin ist es günstig, wirklich davon überzeugt zu sein, dass sexuelle Entwicklungen den geistigen und psychischen Entwicklungen ebenbürtig sind. Sie können sich dabei ausführlich darüber auslassen, wie sich dies in eine Karriere oder die Akzeptanz im sozialen Umfeld einfügt oder auch nicht.

Beim Aufbau der sexuellen Erfahrungen lassen Sie sich von ihrer Figur führen, nicht von ihren eigenen Erfahrungen, die wahrscheinlich zu dürftig sind – das ist nicht ungewöhnlich für die Autorinnen von erotischen Romanen. Da gilt: Ihre Figur muss leidenschaftlich danach streben, Erfahrungen zu sammeln, und sie muss frei sein, dies auch zu tun. Das heißt, Sie müssen ihre Figur loslassen und nicht am Gängelband eigener Erfahrungen führen.

Bild: Nach einer historischen Romanillustration Der Artikel wurde dem Bestand des Blogs "sinnlichschreiben" entnommen und völlig umgeschrieben. Im Ursprung erschien der Artikel am 14.05.2015. Er wurde 17.133 Mal gelesen.

Einige Sätze über die Kunst, Gefühle zu beschreiben

Verlegen sein - wie wird das enden, auf das sie sich einließ?
Den Schülern sagen wir, sie sollen Adjektive verwenden, wenn sie Gefühle beschreiben. Das funktioniert, solange wir an der Oberfläche bleiben wollen oder müssen. Dann wirkt Hanna verlegen, wenn sie mit Gerd allein ist. Und Gerd muss seine hitzigen Gefühlswallungen unter Kontrolle halten, um Hanna nicht misstrauisch werden zu lassen, denn mit jeder abrupten Näherung könnte er ihre empfindliche Psyche verletzen.

Auf diese Weise könnt ihr seitenlang schreiben, ohne etwas zu sagen. Hanna und Gerd wirken wie Püppchen, die auf einem Sofa sitzen und einander belauern.

Wie ihr vorgehen könnt, um Gefühle zu beschreiben

Erheblich besser wäre, „verlegen sein“ auszumalen. Etwa, indem du beschreibst, wie starr sie dort sitzt, wie sie ihren Körper abschottet, wie nervös sie mit den Händen am Rocksaum zupft, wie sie seinen Blick meidet und doch nicht unhöflich wirken will. Wie ein leichtes Zerren im Unterleib sie daran erinnert, was die Natur von ihr erwartet, und wie das kleine Mäuschen im Ohr sie daran hindert. Wie sie versucht, ihre Gefühle zu verbergen und sich doch durch sanfte Hautrötungen verrät.

Du kannst auch ihre Gedanke hinzufügen, die sie jetzt durchziehen: Will ich eigentlich jetzt hier sein? Wie reagiere ich, wenn er mich um etwas bittet? Werde ich es dann tun oder nicht?

Ich wollte euch heute wirklich nur einige kurze Sätze über Gefühle schreiben. Aber natürlich kann ich euch mehr verraten. Viel mehr.