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Herrin Gnadenlos – Neuauflage von „Die Herrin“

Dieser Tage las ich nochmals „Die Herrin“ von Gigi Martin. Ich hörte, es sei neu verlegt als „Herrin Gnadenlos“ – was dem Inhalt näher kommt. Denn die Heldin ist nicht nur „gnadenlos“, sondern über alle Maßen geldgierig und skrupellos.

Das Werk wurde 1988 zum ersten Mal bei Ikoo verlegt und gewann sofort eine große Anhängerschaft unter mutigen, feministisch behauchten Frauen. Ob das Hauptmotiv der weiblichen Leserschaft damals in den lesbischen Szenen lag oder in der Genugtuung, dass eine Frau mithilfe seiner „perversen Begierde“ einen Mann wirtschaftlich und sozial vernichten kann, mag das Geheimnis der damaligen Leserinnen bleiben.

Der Mann hat selbst Schuld - der Klappentext von 1988

Erzählt wird die Geschichte so, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, einen Mann auf grausame Art zu dominieren, zu entwürdigen und aus Geldgier zu Verbrechen anzustiften.

Der Klappentext bei IKOO war ganz darauf abgestimmt, die Geschichte als „konsequent“ hinzustellen:

Ihre Befehle, Burt zu demütigen, nehmen ungewöhnliche Formen an, sodass sein Leben im selbst geschaffenen Käfig zwangsläufig hinter Gittern endet.


Das ist sicherlich nicht der Fall. Die Heldin ist ein abgehalftertes Fotomodell ohne berufliche Perspektive mit überwiegend lesbischer sexueller Orientierung. Sie lernt zufälligerweise einen Industriellen kennen, der eine Frau sucht, die ihn demütigt. Erstaunlicherweise erweist sich die Heldin von vornherein als ausgezeichnet geeignet für die Tätigkeit, an die sie kalt und emotionslos herangeht – und zwar in einem Maße, dass dieser für sie Verbrechen begeht, an denen sie sich finanziell bereichert.

25 Jahre später - SM-Fantasien als Klappentext

Der neue Klappentext verherrlicht den Inhalt abermals so, dass die von krimineller Energie und Skrupellosigkeit strotzende, männerverachtende Heldin in den Hintergrund gedrängt wird. Stattdessen gerät die konsequent agierende und gekonnt dominierende „Herrin“ in den Vordergrund.

Mit gekonnten Spielchen knechtet und demütigt sie ihren willigen Sklaven und lässt sich jeden Wunsch erfüllen. Halsbänder, Lederslips, Ketten, Peitschen und Rohrstöcke gebraucht die Gnadenlose, um ihren gehorsamen Sklaven mehr und mehr zu peinigen und ihn so zur höchsten Erfüllung zu treiben.


Das Buch enthält sicher einige Szenen, die ganz hübsch ausgearbeitet sind, doch kann es nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Autorin völlig unfähig ist, echte Gefühle zu schildern. Dabei wirken ihre lesbische Szenen weitaus überzeugender als die Szenen, in denen sie ihren „Sklaven“ dominiert. Insgesamt ist es die Geschichte einer selbstherrlichen Frau, die völlig skrupellos andere Menschen benutzt, und sich dabei völlig im Recht fühlt.

Im Harem von dem Pascha

Pracht und Langweile - aus der Sicht eines Orientalisten
Die Türkenoper entstand schon im 18. Jahrhundert – und schon bald geriet dabei der türkische Harem im Mittelpunkt. Und siehe: da werden Europäerinnen ins Serail verschleppt, und der Name „Serail“ wie auch die Orientromantik werden schon bald zu einem Symbol des 18. Jahrhunderts. Und dies auch (aber nicht ausschließlich) durch Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Singspiel „Entführung aus dem Serail“ nicht nur den Namen überlieferte, sondern auch die verklärte Romantik der Herrscher und der Frauen, die sie von Seeräuber aufkauften.

Orientmaler schwelgen - Paläste und schöne Frauenkörper

Von dieser schwelgerischen Romantik zeugen auch die vielen Bilder der Orientmaler, die in der Regel wunderschöne Frauen in leichten Gewändern zeigen, die nichts zu tun haben als Wasserpfeife zu rauchen und schön zu sein, falls der Herrscher sie rufen sollte. Dies alles ist mehr oder weniger erlogen.

Vorbereitung auf Lust und Strafe

Die Literatur geht einen ganz anderen Weg: Der erotische Roman an der Schwelle des 20. Jahrhunderts spiegelt die unglaublichen Varianten der Begierde und des Verlangens wieder. Diese Schriften zeigen die Vorbereitung auf die Wollust, aber auch auf die Folter, die jene erwartete, die sich nicht klaglos fügen. Manche der Schriften der damaligen Zeit haben kaum ein anderes Thema: Die westliche Frau gibt sich nicht willenlos hin, sondern widersetzt sich dem sexuellen Drängen der Herrscher, die ihre vermeintlichen Eigentumsrechte mit süffisanter Gewalt durchsetzen.

Sklavinnen für den Orient - der Weg in die Unfreiheit und Willkür

Der Orient mit Strafen
Wenn wir in das etwas dümmliche Werk „Die Lustobjekte einer Sklavenhändlerin“ schauen, finden wir einen Khan, der sich die Sklavinnen schon „vorbereiten“ lässt, bevor er selber „Hand anlegt“. Die anonyme Schreiberin Lizzy (Beauty and the Birch) berichtet ebenfalls von zahlreichen entwürdigenden Vorbereitungen der versklavten Damen auf die Aufgaben, die sie im Serail zu erfüllen haben. Sie selbst hofft auf einen Besuch, der ihr in der Tat ermöglicht wird. In einem berühmt-berüchtigten Briefroman schreibt sie:

Um die Wahrheit zu sagen, war ich fasziniert von der Vorstellung, dass mein Verlangen, die wunderschönen Sklavinnen in ihrem seidigen und parfümierten Gefängnis zu sehen, so groß ist wie deines …


Das Leben in Lust und Unfreiheit

Die erste Haremsdame findet sie schon bald. Sie trägt ein eng anliegendes Unterhemd, dazu eine im Schritt offene Unterhose, die ihren Körper fest von der Hüfte bis zu den Knien umschließt. Eine Begleiterin erklärt der Autorin, dass die Sklavinnen mit einer amourösen Literatur ausgestattet würden, und es noch andere Maßnahmen gäbe, um sie daran zu erinnern, dass sie Lustobjekte seien - eine wirkliche Aufgabe hätten sie nicht. Indessen – nur wenige (von den Favoritinnen abgesehen) hätten die Chance, vom Herrscher beglückt zu werden. Unwillige Damen wurden unter Einsatz von empfindlichen Körperstrafen gezwungen – das war ohnehin einer der Hauptinhalte der amourösen Literatur über den Orient.

Das alle entspricht der Vorstellung der Zeit: Der orientalische Herrscher lässt sich Sklavinnen schenken oder kauft sie Seeräubern ab. Und hat er sie mal, dann haben sie den lieben langen Tag keine anderen Aufgaben als sich der Lust hinzugeben – sogar der eigenen, falls der Herrscher dies gestattet. Und er in irgendeiner Form unwillig ist, fällt der Folter anheim.

Die Orientwelle im Schlager - Leila, Mustafa und Co.

Die Vorstellungen lebte in Gemälden, angeblich authentischen Fotografien, aber auch in Haremskarikaturen und dergleichen noch lange fort. Sogar der Schlager erlebte seine „Orientzeit“, sei es mit der „Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“, dem Türkensohn Ali, der die „Sklavin Nascha im Harem eines Pascha“ gerne geliebt hätte (denn das war seine Mascha). Und sicher – da war der Schlager Mustafa - einer der Topp-Hits der 1960er Jahre, und letztlich auch noch die gute Leila, von der sich ein Schmerz liebender Mann erhoffte, er würde sie „küssen und quälen“.Sogar der SPIEGEL glaubte damals, darin eine Tendenz zu erkennen.

Freilich war es schon zu Anfang des 20, Jahrhundert vorbei mit der Pracht der Paläste, der Harems und dem angeblich süßen und faulen Leben der Damen, insbesondere der Odalisken. Im Jahr 1909, nach dem Sieg der Jungtürken, war alles vorbei – und kam nie wieder.

Das wirkliche Leben der Haremsdamen
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Das Leben der Haremsdamen war weder erbärmlich noch war es glorios, hatte aber den Vorteil, dass die Haremsdamen eine ausgezeichnete Ausbildung genossen, die vielen Frauen jener Jahre verwehrt war - auch im Westen. Wer mehr wissen will, dem kann ich nur das Buch von Carla Coco empfehlen, das möglicherweise antiquarisch auf Deutsch, gewiss aber noch in Englisch zu haben ist. Würde ich hier darüber schreiben, os müsste ich ebenfalls auf diese Quelle zurückgreifen.

Und nochmals die Fantasie - bis heute

Zerrbilder des Harems auch heute
Der Harem lebt weiterhin in den Köpfen der Männer, und zwar genau im falschen Bild: Lauter junge, willfährige Frauen beschlafen zu können, ohne die geringste Verantwortung für sie zu übernehmen. Das ging nicht einmal im Osmanischen Reich.

In der Literatur finden wir auch heute noch alle möglichen und unmöglichen Machwerke, die historisch bedeutungslos sind aber offenkundig von der Liebe handeln – und manchmal auch von der Strafe. Bei Amazon fand ich auf Anhieb 91 Treffer – überwiegend für neuere E-Books. Was letztlich beweist: Der Harem fasziniert auch heute noch – vor allem Autorinnen.

Auch interessant: das Wissen um 1890 - nicht mal so schlecht. Auch im Renk Magazin.
Bild oben: Jan Baptist Huysmans, 1875
Bild unten: Männermagazin um 1960, Titelbild

Zehn fremde Welten zum Eintauchen – erotisch oder auch nicht

Auch sie kommt nicht aus deiner Welt
Wenn du versuchst, etwas zu schreiben, was sich nicht in deiner Welt abspielt - ja, dann brauchst du Vorstellungskraft oder Recherche. Die Recherche ist höchst kompliziert – vor allem, wenn du glaubwürdig schreiben willst und du nicht dauernd damit beschäftigt bist, „Bücher zu lesen, um Bücher schreiben zu können.“ Wir haben uns mal gefragt: Welche Welten gibt es denn, die dir fremd sein könnten?

Und dies sind die 10 häufigsten Antworten – sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

1. Fremd ist jede Welt, in die du keinen Einblick hast: Sekten, Rotlichtmilieu, Psycho- und Esoterikgruppen, Geheimdienste und alle Arten von von Spinner-Gemeinschaften, zum Beispiel den Verschwörungstheoretikern.
2. Fremd kann dir auch die Welt der „normalen Menschen“ sein, wenn du ihre Sprache nicht sprichst und nicht denkst, wie sie denken. Wie verhalten sich beispielsweise Adlige heute? Wie unterscheiden sich Kleinstädter von Großstädtern? Wie denken Unternehmer?
3. In besonderer Weise werden heute Frauen- und Männerwelten getrennt. Wenn du von der „Innenseite“ einer solchen Welt schreibst, solltest du sie gut kennen.
4. In besonderer Weise gehören „sexuelle Abweichungen“ zu den Themen, auf die du automatisch triffst, wenn du das Thema „Erotik“ angehst. Du wirst auf Welten treffen, die dich befremden oder gar anekeln. Finde einen Weg, damit umzugehen.
5. Das Ausland, vor allem das Denken im Ausland, insbesondere in Afrika und Asien ist dir fremd, wenn du es nicht genau kennst oder studiert hast. Das kann aber auf auf Bayern oder Finnland zutreffen.
6. Alle Welten, die zurückliegen, und sei es auch nur 25 oder 50 Jahre. Wenn du hundert Jahre zurückgehst, dann fällt gerade das Bürgertum in sich zusammen, gehst du 150 Jahre zurück, steht es in seiner Blüte.
7. Jede Welt, die in der Zukunft liegen könnte, ist allen naturgemäß fremd. Du bist der Schöpfer solcher Welten und musst nur unterhalten – eine Wahrheit gibt es nicht.
8. Alle Gebilde, die aus der Vergangenheit abgleitet, aber später verherrlicht oder mystifiziert wurden (besonders das Mittelalter, das Rittertum).
9. Wirkliche historische Welten - seien sie biblisch, römisch, germanisch, griechisch, mittelalterlich oder sonst schwer nachvollziehbar.
10. Die eigene, zwiespältige Welt habe ich an die letzte Stelle gebracht, weil du sie eigentlich kennen solltest. Zu dieser Welt gehören Menschen, die ein Doppelleben führen, sich also auf mehreren Ebenen des Lebens bewegen. Eine dieser Welten ist dir normalerweise näher, eine befremdlicher. Nutze das Potenzial.

Nicht erwähnt haben wie Märchen und andere Fantasiewelten, in denen die Erotik entweder verkleinert (Märchen) oder monströs überhöht wird (Dracula und andere Monster).

In unserer Serie: „Die ganz andere Welt“ wollen wir euch ein bisschen Mut machen, diese Welten zu erforschen, aber auch, sie zu meiden, wenn ihr euch nicht wirklich hineindenken, hineinträumen oder hineineinfantasieren könnt.

Turnlehrerinnen

Eine der Illustrationen um Lehrerinnen, Turnen und Strafen
Die schlanke Schönheit, aber auch die strenge, fordernde Haltung von Turnlehrerinnen scheint eine ganze Generation von Männern beflügelt zu habe, sich in einen wohligen Masochismus hineinzuträumen.

Das Thema "strenge Turnlehrerin" wurde in den 1930er Jahren mehrfach behandelt

Buchtitel
Jedenfalls tauchen seit den 1930er Jahren immer wieder Zeichnungen auf, in denen sich junge Männer einer Turnlehrerin unterwerfen. Erstaunlicherweise, denn das „Turnen“ war zwar Unterrichtsfach, doch wurde gerade das Geräteturnen nicht von „Fräuleins“ in Knabenschulen unterrichtet. Der Titel (links) schafft noch mehr Verwirrung: da ist von einem weiblichen "Turnlehrer" die Rede, der eher Mädchen als Knaben unterrichtet.

Turnpause
So musste denn wohl die Fantasie die reale Verbindung von „Turnlehrerin“ und unterwürfigen Knaben ersetzen. Die meisten dieser Bilder entstanden allerdings in den 1930er Jahren. Als Autoren wurden Paul Kamm oder C. Soulier angegeben, und dem Vernehmen nach sollen die Bilder sollen aus einem Buch von Hans Leydeneg (1) stammen. Nur die Grafik von Rudolf Schlichter ist etwas älter – und stammt aus der Jugend von 1930.

Bilder und weitere Belege
Oben: Vermutlich, aber nicht sicher, von Paul Kamm , oder einem seiner Pseudonyme. Nach eine verblichenen Illustration technisch bearbeitet, ausgeschnitten und nachkoloriert. Der Titel des Buches in der Mitte soll ebenfalls von Klamm sein. Es gibt ähnliche Laiendarstellungen in einem Privatdruck und das Bild eiener "Knabenriege", das vermutlich fälschlich Helga Bode zugeschrieben wurde.
(1) Oder Hanns von Leydenegg

Die Vorgänger des Online-Datings - und was davon heute noch existiert

Zeitungsanzeige um die 1900ter Jahrhundertwende
Es gab viele Vorgänger des Online-Datings. Die ersten waren „Ehesuche per Korrespondenz“, bei denen zunächst Briefbekanntschaften vermittelt wurden, die sich dann zu Beziehungen entwickeln sollten. Diese Methode entwickelte sich noch zu den Zeiten, als die Sterblichkeit am Kindbettfieber hoch war – also in der Zeit zwischen 1823 und 1848. Damals standen sehr viele Männer anschließend plötzlich mit Kindern, aber ohne Frauen da, und in der damaligen Zeit galt dies als unerträglich. Aus einer anderen Sichtweise hatten die „bürgerlichen Stände“ ihre liebe Not, die weniger schönen Töchter an Männer „loszuwerden“. Auch sie griffen dann oft zu dem „heute nicht mehr ungewöhnlichen Mittel der Ehesuche per Korrespondenz“ oder per „Annonce“.

Ehesuche per Korrespondenz und per Zeitungsanzeige

Neben der „Ehesuche per Korrespondenz“ gab es die Ehemakler und die einst verfemten, später durchaus beliebten Zeitungsannoncen, deren Blütezeit im 20. Jahrhundert begann – und sie hielt bis Ende der 1990er Jahre an und ist immer noch nicht ganz vorbei. Nun muss man wissen, dass diese Zeitungsanzeigen hakelig waren, weil sie nahezu immer unter „Chiffre“ veröffentlicht wurde und man nicht erkennen konnte, ob die Personen real waren. (Dies ist im Übrigen bis heute so).

Der Rechenknecht als Kuppler - Partnersuche digital

Doch im Herbst 1965 kamen dann zwei amerikanische Studenten, Jeffrey C. Tarr und Vaughan Morrill III die Idee, das bisherige umständliche und wenig erfolgreiche „mixing“ (1) durch ein Dating-System zu ersetzen: Operation Match. Zu diesem Zeitpunkt wurden Jeffrey C. Tarr, David L. Crump and Vaughan Morrill als Gründer genannt.

Viele Fragen zu Vorlieben - mit Computern ausgewertet

Es bestand aus 75 Fragen, die partnersuchende Studenten über sich selbst beantworten mussten, und 75 Fragen zu den Wunschpartnern. Das ausgefüllte Papier musste sodann auf Lochkarten übertragen werden – anschließend wurde es mit einer IBM 1401 (1959 vorgestellt, 2) ausgewertet. Nach etwa drei Wochen – so wird berichtet - konnten die Teilnehmer dann die sechs „passendsten“ Matches in Empfang nehmen – auf Papier ausgedruckt mit Namen und Kontaktdaten.

Die Fragen waren – und das lässt aufhorchen – keinesfalls wissenschaftlich sondern rangierten von grundlegend bis leicht anrüchig, so, wie sich die Initiatoren selbst sich ihre Vorlieben beim anderen Geschlecht vorstellten. Die Sache war ausgesprochen erfolgreich, obgleich sie nahezu ausschließlich auf dem Campus bekannt gemacht wurde.

Der Erfolg des "digitalen Matchings" blieb aus

Ein wirklicher Erfolg wurde es dennoch nicht – denn nachdem die erste Euphorie verfolgen war, interessierte diese Art des „Matchmakings“ immer weniger Studenten und auch ihre Gründen verloren das Interesse an ihrem „Baby“. Man verkaufte es kurzerhand, wie einer der Gründer sagte, „zu einem sehr geringen Preis.“

Warum das Verfahren letztlich nicht erfolgreich wurde? Man kann darüber nur spekulieren. Einer der möglichen Gründe besteht darin, sich zu wenig Studentinnen meldeten – der Frauenanteil an vergleichbaren Aktionen in Deutschland war sehr gering. Und: Da jedem Mann und jeder Frau „sechs passende Matches“ versprochen wurden, trat mit Sicherheit der Kardinalfehler solcher Systeme zutage: Manche „Profile“ wurden inflationär ausgesandt, um auf die versprochenen sechs Matches zu kommen. Das bedeutete letztlich, dass die Frauen (und manche Männer) die diese Kontaktdaten bekamen, mit zahllosen Anrufen belästigt wurden. Datenschutz war ein völlig unbekanntes Wort.

Spekulation und Realität - wie war es in Deutschland?

Der vorausgegangene Absatz ist insofern Spekulation, als ich die Verhältnisse auf einem Campus in den USA der 1960er Jahre nicht beurteilen kann. Ich habe ihn aus den Ereignissen der 1980er Jahre in Deutschland abgleitet, als es ebenfalls eine Agentur gab, die behauptete, über ein derartiges System zu verfügen. Die Mängel waren aber so erheblich, dass sie nach wenigen Versuchen wieder aufgab – besonders der fehlende Datenschutz und die Quasi-Veröffentlichung von Telefonnummern im großen Stil erbosten die Frauen damals ungeheuerlich.

Der Computer als zuverlässiger Partnervermittler?

Die Beteiligung eines Computers am Auswahlprozess ist im Übrigen vielfach als „Werbemittel“ benutzt worden – und das ist bis heute nicht anders, nur dass man heute von „Algorithmen“ spricht. Der Einsatz des Computers ist heute eine wirtschaftliche Notwendigkeit, und keinesfalls eine Geheimwaffe, um “bessere Matches“ zu erzeugen. Im Grunde ist die Sache ganz einfach: Man gibt vor, wissenschaftlich zu arbeiten und tut am Ende nichts anderes, als einige Kriterien zu vergleichen und ein paar Empfehlungen auszudrucken. Wie hoch die Hürden für die „Übereinstimmung“ gesetzt werden, weiß im Grunde nur der Programmierer, und ob es tatsächlich Übereinstimmungen sind, weiß niemand, den die tatsächlich verwendeten Parameter werden als „Firmengeheimnisse“ eingestuft und entziehen sich der Nachprüfung.


(1) Mixing – Bekanntschaften über die Vermittlung von DJs schließen.
(2) nach anderen Quellen auf einer IBM7090 (1962 vorgestellt)


Die meisten Fakten stammen aus dem Artikel aus "The Crimson", aber auch aus anderen Quellen, die frei zugänglich sind.
um Thema "Geschichte der Partnersuche" gibt es auch einen Artikel in der Liebe Pur von mir.

Erotische Typoskripte – aus den 1950er Jahren

Hochstehende Buchstaben und schlechte Texte - erotische Typoskripte
Es gab eine Zeit, in der wurden erotische Manuskripte noch mit der Schreibmaschine geschrieben, um sie dann (meist in geringer Anzahl) zu vervielfältigen.

Ich erinnere mich an zwei Typoskripte, die ich in einer Hinterlassenschaft fand (aber nicht erwarb) und eines aus den 1950ern wurde sogar kürzlich verauktioniert. Die meisten freilich sind untergegangen – sie waren den Erben einfach peinlich.

Manche der Texte waren entsetzlich schlecht, andere aber durchaus akzeptabel und manche sehr sinnlich. Das ist so ähnlich wie heute bei den E-Büchern.

Diese Novelle, die ich im Internet gefunden habe, ist eher holprig geschrieben. Er handelt von zwei durchtriebenen Frauen, die sich daran ergötzen, die jugendliche Unbefangenheit von männlichen Drillingen für ihre Zwecke zu nutzen.

Textbeispiel:

Es war eine harte Zeit für die Drillinge gewesen, aber auch manch angenehme Stunde hatten sie verlebt, wenn eines der Mädchen den Drang in sich fühlte, und einem oder dem anderen der Jungen, manchmal auch alle zwei oder auch drei zu sich nahm, die dann ihrem Geschlecht freien Lauf lassen konnten. Mit der Zeit kam es so, dass sie den beiden Frauen so hörig waren, dass sie ohne Strafe gar nicht mehr auskommen konnten.


So holprig die Sprache, so typisch war das Thema. Lust und Strafe in der Adoleszenz waren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts beliebte Themen, als die Jungen noch sehr naiv waren. Meist waren es dann entfernte weibliche Verwandte, die sich der „Jungen annahmen“ und sie manchmal in die sinnliche Liebe, dann aber auch wieder in die zwiespältige Liebe einführten. Auch dazu gibt es heute noch Entsprechungen: Die „MILF“, also die erfahrene, notgeile Frau in mittleren Jahren ist nach wie vor ein Favorit in den Augen der lüsternen Jünglinge.

Das zwiespältige Verhältnis des Bürgers zur Prostitution

Das Klischee - steht eine Hur' unter der Laterne ...
Um zu verstehen, was der Bürger unter Prostitution versteht, empfiehlt sich, in die bürgerliche Epoche zurückzukehren und die Lexika der damaligen Zeit zu befragen. Typisch ist für diese Zeit, dass die Ausübenden nahezu ausschließlich als „Frauenzimmer“ oder „Weibliche Personen“ bezeichnet wurden. Ihre Tätigkeit wird dabei zumeist als „Unzucht“, „gewerbliche Unzucht“, manchmal auch als „Hingabe“ oder „Preisgabe des Körpers“ bezeichnet. Das Ziel der Prostitution wird oftmals nicht erwähnt, doch weiß der historische Brockhaus(1) , dass es „die Befriedigung geschlechtlicher Triebe“ ist. Das Wort „gewerbsmäßig“ wird in manchen Texten durch „notorisch“ ersetzt, und manchmal wird darauf hingewiesen, dass es sich um das Anbieten „von Geschlechtsverkehr an jedermann“ handelt. Meyers Lexikon von 1892 (1) schreibt nicht „gewerbsmäßig“, sondern ersetzt diesen Begriff durch die Formulierung „mehr oder weniger offen als Gewerbe“.

Die gewerbsmäßige, körperliche Preisgabe - die alte Zeit

Ähnliche Formulierungen existieren bis heute, etwa hier (2):

Das gewerbsmäßige Anbieten an jedermann zum Geschlechtsverkehr gegen Entgelt


oder (3)

Die gewerbsmäßige Hingabe des Körpers zu geschlechtlichen Zwecken.


Diesen Formulierungen können wir entnehmen, wie die Schreiber über Prostitution dachten (und bis heute denken):

WAS ist Prostitution?

Ein Gewerbe, in dem der eigene Körper vermarktet wird.

WIE funktioniert Prostitution?

Durch die bezahlte Preisgabe des Körpers oder die Hingabe an den Kunden.

Welchen Nutzen finden wir darin?

Die geschlechtlichen Triebe des Kunden werden befriedigt. "Das zwiespältige Verhältnis des Bürgers zur Prostitution " vollständig lesen

Die englische Erziehung als Realität und als erotische Fantasie

Englische Erziehung? Das ist mehr als nur die Schilderung von "typischen" Körperstrafen, die von schönen, schlagkräftigen Ladys auf die Hintern englischer Gentleman angewendet wurden. Aber was war sie eigentlich, die "englische Erziehung", und was ist es heute? Wir versuchen, die Antworten zu finden.

Die englische Erziehung als erotische Fantasie

die retro-mistress - ein männertraum
Mancher Herr wünscht sich, von einer Lady, einer Gouvernante oder auch von einer Bediensteten auf einen Prügelbock geschnallt zu werden, um sich auf ebenso köstliche wie befremdliche Wiese den Allerwertesten verbläuen zu lassen. Berichte darüber trieben schon der Großmutter und dem Großvater das Blut in die Adern – mal, um sich mit geröteten Wangen zu empören und mal, um die Genitalien beim Gedanken an diese Idee anschwellen zu lassen.

Zurück in die viktorianische Epoche

Wenn wir die Sache verfolgen wollen, führt uns der Weg ins viktorianische Zeitalter, und dort in die geheimen Boudoirs und Bordelle, in denen etwas praktiziert wurde, was weitläufig als „englische Erziehung“ verstanden wird. Zwar handelt es sich eher um ein weltweites als um ein englisches Phänomen, und es hat nichts mit Erziehung im pädagogischen Sinne zu tun, aber es ist nun einmal zu einem fest gefügten Begriff der deutschen Sprache geworden.

Die schöne Lady schlägt den willigen Gentleman gegen Bares

Nicht nur in England begehrt: Schläge von der Lady
Es gibt unendlich viele Theorien darüber, was Menschen bewegen mag, Schmerz und Lust zugleich oder jedenfalls innerhalb einer „Sitzung“ zu erleben. Tatsache ist aber, dass die Erziehung der Herren nahezu immer von besonders attraktiven britischen Ladys vorgenommen wird, und dass deren Verhalten selbst bei intensivem Schmerzempfinden noch als sinnlich erlebt wird.

Was ist denn nun die „englische Erziehung“? Sie finden den Begriff auch in unserem Lexikon für Anzeigenbegriffe erklärt, aber lassen Sie mich noch ein paar Worte darüber verlieren, die auch dort nicht stehen.

Nicht nur die Schmerzlust – auch sexuelle Lüste wurden befriedigt

Es scheint sicher zu sein, dass die Bestrafungen der Gentleman der viktorianischen Zeit durchaus im Rahmen einer prickelnde erotischen Atmosphäre vorgenommen wurden. Nicht nur die Tatsache, dass es sich um exklusive Bordelle handelte, in denen die Strafen vollzogen wurden, spricht dafür. Vielmehr wissen wir aus Schilderungen der verwendete Strafböcke, dass die Herren durchaus von hinten mit der Rute schmerzhaft bedient wurden, während sie sich von vorne den Künsten einer andren Dame ausliefern konnten, die sich auf intime und durchaus liebevolle Berührungen des Penis verstand. Welche Gefühle die Herren dabei wann und wie empfanden, ist nicht überliefert, und auch nicht, in welcher Reihenfolge die Damen den Hintern bläuten oder Fellatio ausübten. Jedenfalls war beides gleichzeitig möglich, wenn man bestimmte Flagellations-Möbel verwendete, wie beispielsweise das „Berkley Horse“.

Fantasie und Realität

Der betuchte englische Gentleman konnte sich nahezu jede Fantasie erdenken, und die meisten konnten auch erfüllt werden. Relativ gut verbürgt ist dieses Zitat:

Realität: Alles war möglich – gegen Geld

Schon im Anfange des 19. Jahrhunderts gab es in London luxuriös ausgestattete Etablissements, die vorzugsweise der Flagellation dienten und in denen geschickte, berufsmäßig ausgebildete Hände über den danach lüsternen Männern die Rute schwangen. Die "Königin" dieses Gewerbezweiges scheint aber nach allgemeinem sachkennerischen Urteil die unsterbliche Erfinderin des "Berkley Horse" zu sein ... die Maschine ... ließ sich in jedem beliebigen Winkel verstellen, um den Körper in jede speziell wünschenswerte Position zu bringen zu können. Auf einem zeitgenössischen Kupferstiche erblickt man einen auf dem "Pferde" befindlichen nackten Mann, dem Mr. Berkley eigenhändig die Posteriota mit Ruten peitscht, während ein in einem Stuhl darunter sitzendes Frauenzimmer als "frictrix" an seinem "embolon" arbeitend dargestellt ist.


Nach: Albert Eulenburg: Aktive und passive Flagellation (1902 - 1911) "Die englische Erziehung als Realität und als erotische Fantasie " vollständig lesen

Methoden der körperlichen Züchtigung und was daran erotisch war

Die Züchtigung der schönen Mme. Lapuchin
Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich? Dieser Beitrag soll Sie, die Sie möglicherweise unter 50 Jahre alt sind und keine Zeiten mehr gekannt haben, in denen körperlich gezüchtigt wurde, mit den Realitäten bekannt machen, bevor Sie darüber schreiben.

Ist dies das "auslösende Moment"?
In den Zeiten, als noch die Mehrzahl der Knaben und eine beachtliche Anzahl von Mädchen geschlagen wurden, sehen viele Psychologen die Ursache für spätere psychische Schäden. Und neben jenen, die angesichts der Schläge zu Spießern und Frömmlern geworden sind, stehen jene, die an ihnen verzweifelt sind – sie sind eigentlich gemeint, wenn freudsche Analytiker sich an dieses Thema heranmachen. Nur eine kleine Gruppe, so flüsterte man sich damals wie heute zu, hätten sinnliche Lüste bei Schlägen empfunden. Eine populäre Annahme geht davon aus, dass dies nur jene jungen Frauen und Männer betrifft, die recht spät (noch mit über 14) und vom anderen Geschlecht geschlagen wurden: Gouvernanten, Tanten und Stiefmüttern, aber auch Mütter und Großmüttern.

Sind Körperstrafen absurd?

Uns Heutigen erscheint nahezu alles, was darüber zu lesen ist, reichlich absurd. Und doch ahnen wir, dass jener Rest, der die körperliche Züchtigung noch als fast Erwachsener erlebte, sich noch an die Strafen erinnert. Und von ihnen wird sich ein Teil die wundersamen „gemischten Gefühle“ zwischen abgrundtiefem Hass und sinnlichem Schmerz erinnern. Allerdings wurden damals nicht nur „Halbwüchsige“ geschlagen, sondern vor allem Bedienstete, solange dies noch rechtlich zulässig war.

Manche Schilderungen, besonders jene aus frühen englischen Quellen, haben durchaus auch jüngere Menschen begeistert, die sehr bewusst erproben wollten, wie es sich anfühlt, von einem liebenden oder jedenfalls liebevoll agierenden Menschen gezüchtigt zu werden.

Was war der Anlass?

Der Anlass war in früheren Zeiten in erster Linie eine „Ungehörigkeit“, also ein Verhalten, das von Eltern oder Erziehern nicht gebilligt wurde. Knaben jeden Alters wurden für alles gezüchtigt, was den Eltern nicht „in den Kram“ passte. Frauen im sogenannten „Backfischalter“, die erotische Fantasien hatten oder bereits „kurz vor dem moralischen Abgleiten“ waren, wurden unter Schamverletzungen gezüchtigt – dies galt als ganz normal und war teils Bestandteil der Züchtigungsprozedur. Erwachsene wurden in bürgerlichen Haushalten nur selten gezüchtigt – es sei denn, es handelte sich um Dienstmägde.

Welche Instrumente kamen zum Einsatz?

Kindheitserinnerung Ausklopfer?
In Haushalten und Institutionen, in denen die Züchtigung ein Teil des alltäglichen Lebens war, wurden zunächst Ruten, dann die robusteren und leichter zu beschaffenden Rohrstöcke eingesetzt. Allerdings setzten nicht alle Eltern und Erzieher auf ein „spezielles Instrument“. Man weiß, dass der Teppichklopfer („Ausklopfer“) noch lange im Einsatz auf den Hintern von Knaben, Mädchen und Dienstpersonal war, weil dieser immer und überall zur Verfügung stand. Auch polierte Kleiderbügel, hölzerne Kochlöffel, Pantoffel und die Rückseite der breiten Haarbürste waren beliebt, was schon zeigt, dass diese Züchtigungen überwiegend von Frauen vorgenommen wurden. Peitschen besaßen überwiegend Adlige, und sie trafen nahezu ausschließlich das Personal, während der Hosengürtel vom bürgerlichen Hausherrn appliziert wurde – er war sozusagen der brutale Ersatz für den Rohrstock. "Methoden der körperlichen Züchtigung und was daran erotisch war " vollständig lesen

Es ist Sommer – und die Anzahl der Sexpartner wird wichtig

Wie viele sind eigentlich eingeflogen?
Im Sommer saugt so mancher Redakteur am Daumen und saugt sich Themen heraus. Sex ist immer gut? Klar ist Sex immer gut. Und die Frage „Ey, wie viel Sexualpartner hattest du schon vor mir?“ ist ja auch unheimlich wichtig.

Und außer für etwas unterbelichtete Zeitgenossen ist die Frage ganz, ganz wichtig ist für Wissenschaftler, und um dies zu untermauern, weiß die „Süddeutsche“, was die „Sexualforscherin Kirstin Mitchell von der Universität Glasgow“ dazu gesagt hat:

Die genaue Erfassung der Zahl von Sexualpartnern ist aus vielen Gründen von entscheidender Bedeutung, einschließlich der Bewertung des individuellen Risikos sexuell übertragbarer Infektionen sowie der Schätzung der Übertragungsrate.


Solche Aussagen klingen selbstverständlich außerordentlich klug, wenn „mit allem aber ohne“ querbeet gevögelt wird und dabei der Schrecken der Infektion an die Wand gemalt wird. Ansonsten ist die Aussage Bullshit.

Doch im Artikel der Süddeutschen geht es noch um ein Geheimnis solcher Studien: Warum geben Frauen durchschnittlich weniger, oft nur die Hälfte der Sexpartner an, die Männer nennen? Die bisher gültige Antwort war: Frauen untertreiben, um nichts als Schlampen dazustehen, während Männer übertreiben, um ihre sexuellen Erfolge nicht infrage zu stellen.

Schönrechnen von Daten, die von vornherein zweifelhaft sind

Doch nun haben die nämlichen Wissenschaftler die Einstellungen zur Sexualität mitbewertet, und so konnten sie sich die Geschlechterdifferenz gewissermaßen „schönrechnen“ und kamen zu dem Schluss, dass die Differenz nicht sieben Partner beträgt, sondern nur 2,6. Und daher, so folgerten sie, sei der „große Unterschied zwischen Männern und Frauen … vermutlich eher relativ klein“.

Ja, ja, vermutlich. Es kann ja einfach nicht sein, dass Frauen sich die Zahlen der Ex-Sexualpartner gerne runterrechnen und Männer eher hoch. In Deutschland, so wollen entsprechende Forscher wissen, wollen Frauen insgesamt mit nur fünf Männer geschlafen haben. Da bleiben bei zwei Ehemännern noch drei Männer für ONS, Dates und Partys über. Nicht gerade viel für ein ganzes lustvolles Leben, oder?

Ja, ja, da waren "Sexkontakte" ... udn was war der Rest?

Ähm … ob man die Frauen und Männer eigentlich gefragt hat, was sie unter „Geschlechtsverkehr haben“ verstehen? Und ob jeder und jede der Befragten einen unzweifelhaften Vögelkalender führte, in dem jede feuchte Begegnung akribisch eingetragen wurde? Und wer erinnert sich schon an alle Partykontakte, ONS, Seitensprünge, Bi-Neugiererfahrungen, Dating-Sexkontakte sowie Hand-und Blowjobs?

Also, Frauen und Männer: Ehrliches, ausführliches Vögelbuch mit Details führen. Die Wissenschaft braucht eure Daten – aus vielen Gründen, wie wir gelernt haben.

Der Teppichklopfer in zarter Hand und auf zarten Popos

Auf Märkten verkaufen Korbmacher noch heute "Ausklopfer"

Der Teppichklopfer in zarter Hand - das ist ein Thema für Retro-Schmerzlust. Meist waren es Frauen, die dieses Instrument der Züchtigung führten - und oftmals waren es junge Frauen, die von ihnen geschlagen wurden. Natürlich war dies nie wirklich sinnlich - und aus heutiger Sicht sogar höchst bedenklich. Was manche Damen allerdings nicht hinderte, später ein Spiel daraus zu machen. Doch wie war das eigentlich alles? Und kann man heute noch nachvollziehen, wie jemand "ausgeklopft" wurde wie ein Teppich?

Erinnert ihr euch noch an den Teppichklopfer? Es gibt ihn heute noch bei Korbmachern, auf Wochenmärkten und manchmal sogar noch in einem Haushaltwarengeschäft. Wie ihr euch denken könnt, war er dazu gedacht, einen Teppich auszuklopfen. Man legte ihn dazu über eine Teppichstange im Hof, schlug mit dem Teppichklopfer kräftig auf beide Seiten des guten Stücks ein, und nahm ihn schließlich wieder von der Stange, um ihn wieder in die „gute Stube“ zu legen. Im Winter konnte man den Teppich auch in den Schnee legen, dann wurde er ebenfalls ausgeklopft und man konnte dann sehen, wie viel Staub später im Schnee hängen blieb.

Der Ausklopfer als Verlegenheitslösung bei Züchtigungen

Die Dienstmagd schwang den Ausklopfer - die Hausherrin nahm ihn nicht einmal in die Hand
Mancher hat den Teppichklopfer auch in einer ganz anderen Funktion kennengelernt, denn er war ein beliebtes Mittel, um den „Popovoll“ kreativer zu gestalten. Wie kaum ein anderes Instrument der Züchtigung, von der Wiedenrute vielleicht einmal abgesehen, was der Teppichklopfer das Instrument der Frau, wenn es galt, die körperliche Züchtung zu verschärfen und nachdrücklichere Wirkungen zu erzielen. Denn so viel wussten Mütter, Erzieherinnen, Gouvernanten und andere „Vollzugspersonen“: Die flache Hand auf dem Po der Tochter oder des Sohnes schmerzt auf Dauer mehr die Pobacken selbst.

Da war es natürlich vorteilhaft, dass sich die Damen mit dem Teppichklopfer, auch „Ausklopfer“ genannt, gut auskannten. Denn andere Instrumente zu führen, etwa einen Ledergurt, eine Klopfpeitsche oder einen Rohrstock, war ihnen eher nicht geläufig. Und so zog er eben in die schmerzhafte Erziehung ein, der „Ausklopfer“, der seither manchen Po markierte. Eine kleine Anekdote am Rande will ich noch erzählen: Zu früheren Zeiten war es üblich, die Tochter mit allerlei Haushaltsgegenständen im Mini-Format zu beschenken, so auch mit einer Miniaturausführung des Teppichklopfers. Und dabei entdeckte manche Erzieherin, dass sich dieser Ausklopfer viel besser für den Po der jungen Damen eignete als der Ausklopfer der Hausfrau, der deutlich schwerer zu führen war.

Wie wirkte eigentlich der Teppichklopfer?

Ein Ausklopfer hat eine durchbrochene Fläche, die der Luft relativ wenig Widerstand entgegensetzt. Da der Schaft sehr flexibel ist, gewinnt der Teppichklopfer beim Schlagen an Geschwindigkeit und trifft mit großer Wuchte auf den Teppich auf – allerdings fängt die durchbrochene Fläche dann den Schlag wieder ab, sodass der Teppich zwar ausgeklopft, aber nicht zerstört werden kann.

Wenn du dir nun vorstellst, dass sich dies auf den Po ungefähr genauso auswirkt wie auf den Teppich, dann kannst du ermessen, wie sich die Strafe auf dem Po und im Kopf anfühlt. Die Erniedrigung ist groß, weil mit einem Haushaltsgegenstand geschlagen wird, der Schmerz liegt im mittleren Bereich und wird zunächst wegen der flächigen Verteilung nicht als extrem wahrgenommen. Auf Dauer jedoch wird derjenige, der die Schläge empfängt, ein deutliches Brennen verspüren, zumal, wenn so heftig zugeschlagen wird, dass noch lange sichtbare und fühlbare Muster (durch die geflochtene Struktur) entstehen. Aus Erfahrungsberichten geht auch hervor, dass es auf die Stellung ankommt, die jemand einnimmt, wenn er mit dem Teppichklopfer gezüchtigt wurde – und natürlich, wie immer bei Züchtigungen, ob die Schläge aufs Höschen oder auf den nackten Po niedergingen.

Die Lust am Teppichklopfer

Ein altes Symbol für moderne Rollenspiele?
Teppichklopfer werden gelegentlich noch für erotische Strafspiele verwendet. Dabei versuchen die Partner, an die Spannung und Beschämung anzuknüpfen, die sie als Kinder empfundene haben. Allerdings geben sich heutzutage immer mehr Menschen der spielerischen Strafe hin, die in Jugendzeit niemals solche Erfahrungen machen mussten. Das ist auf die Situation zurückzuführen, die meist als extrem skurril empfundenen wird: hier die Person, die ein Haushaltsgerät führt und sich damit auf die Stufe einer Bediensteten stellt (eine feine Dame hätte niemals mit einem Haushaltsgerät gezüchtigt). Dort die Person, die sich nach Art eines Kindes, eines Internatszöglings oder eines Backfisches (1) in die Position der (manchmal auch des) Bestraften begibt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch diese Konstellation ihre Reize hat – ein wenig frivole Retro-Erotik liegt in fast allen Spielen, die mit der erotischen Züchtigung unter Erwachsenen zu tun haben.

(1) "Backfische" der damaligen Zeit waren alle Frauen vor ihrer Verlobungszeit.
Der Original-Artikel erschien am 22, Februar 2017 bei "Sinnlichschreiben" - er wurde nicht verändert

Sich entjungfern lassen – tolle Sache oder kaum der Rede wert?

Vor dem Ehemann kommt der Lover ...
Die Berichte über den „schrecklichen“ nahezu ungewollten oder höchst peinlichen Verlust der Jungfernschaft sind zwar inzwischen etwas verblasst, doch geistern sie immer wieder durch die Foren.

Doch es gibt auch andere Schilderungen, wie beispielsweise diese:

Ich dachte immer, dass dieser Moment der Wichtigste meines Lebens sein würde - der Moment, indem ich mich zum ersten Mal einem Mann hingeben würde. Einen Moment, an den ich mich lebenslang erinnern würde.


Doch wie war die Realität?

In der Regel die Erinnerung an die Umstände, nicht so sehr an den Vorgang. Und es lief nicht ganz so wie gedacht.

Und wie war es dann?

Ich kann nicht sagen, dass es das außergewöhnlichste Tag meines Lebens war. Doch war ohne Zweifel ein besonderer Tag in meinem Sexualleben. Und ich kann wirklich nicht verstehen, warum darum so viel Aufhebens gemacht wird.


Wenn es nicht so toll war, war es nützlich?

Ja, das war es. Denn wie so viele Frauen, hatte auch die Autorin daraufhin keine Furcht mehr – immer eine gute Voraussetzung.

Sie schreibt:

(Später traf ich meinen Ehemann). Ich war immer noch ziemlich naiv, aber eben doch ein bisschen erfahren, und als wir zum ersten Mal Sex hatten, war es um sooo vieles besser.


Mich erinnert diese Schilderung an die eine Novelle „Nixchen“ – und an so viele Erlebnisberichte anderer Frauen, die sich „jemanden gesucht haben, mit dem es möglich war“, um später nicht „ganz ohne Wissen“ dazustehen, wenn sie sich wirklich verlieben – oder heiraten.

Zitate: Aus diesem Blog.
Bild: Titelbild von "Nixchen" (Teilansicht).

Frauen wie dich kenne ich …

Zeigen, wer du wirklich bist ...
Hey, Miss … du meinst, wir Männer neigen dazu, euch „gar nicht richtig“ kennenzulernen? Da fass ich mir doch an die Stirn und frag mich „was denn von euch?“ Euren Geist? Eure Schnuten? Eure „Machart“?

Wenn ihr wollt, dass wir euch „richtig“ kennenlernen, dann zeigt uns doch mal, was richtig und wichtig und wertvoll an euch ist.

Ich bin mir sicher, das kaufen wir, wenn es uns gefällt. Und dann treffen wir euch auch wieder … und vielleicht wird dann etwas mehr draus.

Klar sagen wir manchmal, dass ihr „attraktiv seid“ oder dass ihr „sehr schön seid“ oder „einen guten Geschmack habt“. Also hey? Wollt ihr das Gegenteil hören? Dass ihr euch nicht einmal anziehen könnt? Dass eure Bildung abgeguckt und eure Gefühlswelt aufgeschminkt ist?

Keine Lust am Streit mit einer Frau

Die meisten von uns bleiben sehr, sehr höflich, solange wir euch in die Augen sehen, und wenn ihr dann endlich fortgegangen seid, sagen wir manchmal: „Schade, vielleicht hätte ich ihr sagen sollen, dass …“. Und dann erinnern wir uns an „Frauen wie dich“, die genau in diesem Moment angefangen haben, sich herumzustreiten.

Seht ihr: Und so etwas können wir echt nicht brauchen.

Als Reaktion auf Stern-Neon.
Foto vermutlich aus einem französischen Studio des 19. Jahrhunderts

Sind alle Revuetänzerinnen blöd?

Orientalische Erotik in den 1920er Jahren

Der Orient lässt grüßen - Sex zu Großvaters Zeiten

Das Magazin - 1926
Die Themen, mit denen sich die Herren 1926 beschäftigten, sind den heutigen Themen nicht unähnlich. Die Frage, ob alle schönen Revuetänzerinnen blöd sind (und was daraus folgt), interessierte offensichtlich die Leser des Monatsmagazins „Sex“ – ebenso wie das Thema „Bist du der Liebhaber deiner Frau?“

Vielleicht hatten die Herren damals ja schon gewisse Zweifel daran, ob sie die einzigen (oder wichtigsten) Liebhaber ihrer Ehefrauen waren.

Die besonders schöne Grafik haben wir Ihnen herausgeschnitten.