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Das Petting

Intime Berührungen - der vierte Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt. Man nannte diese Berührungen auch "Petting" das Wort war einmal sehr pupulär.

Serie: Intimes erklärt
Intime Berührungen sind etwas aus der Mode gekommen. Sie waren einstmals sehr beliebt unter Paaren, die miteinander „intim“ werden wollten, ohne dass der Penis die Vagina eindrang. Da die meisten Frauen in der Glanzzeit dieser Methode weder Fellatio geben mochten noch Cunnilingus erwarteten, blieb jede Form von Oralverkehr „außen vor“. Stattdessen waren die Hände gefragt, die damals über und unter der Kleidung zu Werke gingen, um Lüste zu erzeugen. Zumeist gingen die Paare dabei nicht sehr geschickt zuwege, sodass der sinnliche Genuss großenteils ausblieb. Das wurde allerdings billigend in Kauf genommen, denn allein die Hitzewellen, die dabei durch den Körper gingen, wurden als sinnlicher Erfolg verbucht. Warum man nicht einfach zum „ganz normalen Geschlechtsverkehr“ überging? Sehr einfach: Die Mädchen sollten „keusch“ bleiben, um ihre Jungfräulichkeit später noch unter Beweis stellen zu können. Und dann war da noch die Angst vor Schwangerschaften.

Zur Veranschaulichung stelle man sich ein Paar vor, die Frau in einem Rock, der Mann in Jeans, die einander eng umschlungen sitzend gegenseitig masturbieren. Bei besonders scheuen und übervorsichtigen Paaren wurde „durch die Kleidung“ masturbiert, also entweder über Jeans, Bluse und Rock oder oberhalb der ersten erreichbaren Unterbekleidung. Den Weg freizumachen und die Hand auf die Genitalien zu legen und sie zu reiben galt als besonderes Zugeständnis für den Partner – man nannte es früher „heavy petting“.

Heute ist „Gegenseitiges Masturbieren“ (Mutual Masturbation) der geläufigere Ausdruck als „Petting“. Manche Paare wählen auch heute noch bewusst diesen Weg, sich auf den eigentlichen Geschlechtsakt vorzubereiten, weil er als erregend und sehr sinnlich gilt. Die Masturbation des Partners (ohne Gegenseitigkeit) ist zudem ein vielfach geäußerter geheimer Wunsch, der sich in erotischen Träumen niederschlägt.

Der Sex

Der Sex - der dritte Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Sex – dieses kleine Wort ohne eine weitere Buchstabenfolge gibt es im Deutschen noch nicht lange. Alles, was wir heute mit dem Wort „sexuell“ bezeichnen, bedeutet „das Geschlechtliche betreffend“ und auch das Wort „Sex“ sagt kaum mehr aus als „das Geschlechtliche“. Eine sexuelle Beziehung zeichnet sich dadurch aus, dass in ihr das Geschlechtliche hervorgehoben wird, also nicht die Freundschaft und nichts das, was man unter „Liebe“ zusammenfassen könnte.

In einem Lexikon heißt es, Sex sei die praktische Ausübung der Sexualität. Das bedeutet: Jede Handlung, die sich in irgendeiner Form auf die Sexualität zurückführen lässt, ist auch „Sex“.

Was wieder viele überraschen wird. Denn dann ist Sex am Ende auch Strippen, Zurschaustellen, Masturbieren, Fellatio, Cunnilingus, Fingern und vieles ander mehr.

Und damit wären wir bei einem Dilemma: Sex „haben“ ist alles, was die eigene Sexualität hergibt und dazu noch das, was ein anderer Mensch zulässt. Aber kein Wort, das irgendetwas zuverlässig beschreibt.

Die Verliebtheit

Die Verliebtheit - der zweite Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Verliebtheit ist eine Maske für das sexuelle Verlangen. Der Begriff entstand, als die körperliche Begierde romantisiert wurde. Um es kurz zu machen: „Verbliebt sein“ konnte auch eine reine Jungfrau aus bürgerlichem Stand - eine wilde Begierde für einen Mann entwickeln dufte sie nicht.

Bis heute hat sich der Begriff erhalten – einerseits in Schilderung der „romantischen Liebe“ in all ihren Spielarten – andererseits aber auch als Zustand der Verwirrung.

Die zweite Definition haben Ärzte und Psychologen schon früh herausgefunden, ohne einen Beweis dafür zu finden. Erst viel später konnte man nachweisen, dass es körpereigene Drogen (Neurotransmitter) sind, die diese Zustände bewirken. Sie dienen dazu, die aufkommende Lust möglichst schnell in einen Geschlechtsakt zu verwandeln. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass ein menschliches Gehirn in der Lage ist, im Zustand der Verliebtheit auch Fantasien zu entwickeln, die jeder realen Grundlage entbehren.

Rufen wir uns noch einen Moment in die Erinnerung zurück, dass es Drogen sind, die diese Verliebtheits- und Verwirrtheitszustände auslösen. Das Wort „körpereigene“ ist dabei zwar zutreffend, aber dennoch eine Verniedlichung, denn diese Drogen wirken ähnlich wie Opiate.

Diese Drogen wirken individuell unterschiedlich: Sie können als Bereicherung empfunden werden – und ihre Auswirkungen sind in abgemilderter Form in nahezu jedem Liebesroman zu finden. Sie können aber auch Schaden anrichten und spontanen, ungeschützten Geschlechtsverkehr bewirken, von massiver Selbsttäuschung einmal ganz abgesehen. Dann reden wir von Abhängigkeiten, Neurosen oder sogar Suizid.

Heute sehen wir die „Verliebtheit“ deshalb kritischer als die Menschen vor etwa 150 Jahren, die den Begriff erfanden. Wir wissen mehr darüber, und wir können die Romantik von der Realität trennen, wenn wir uns eine gesunde Psyche bewahrt haben. Und wir streben immer nach einem Ideal nach, das die Zeiten überdauert hat: Wir wünschen uns, dass sich die Verliebtheit nach einiger Zeit in Liebe verwandelt.

Feminisierung – was du wissen musst, bevor du’s tust

Frau oder Mann? Jedes weiche Männergesicht lässt sich feminin schminken ...
Nachdem unsere Medien ständig nach Tipps zur Feminisierung von Männern abgesucht wird, haben wir hier einmal zusammengetragen, was es bedeutet, einen Mann sinnlich zu feminisieren. Wir sagen auch, wie es funktioniert und warum es ihr und ihm gut tun kann – oder eben auch nicht. Und wir werden uns später auch noch an Autorinnen wenden, die darüber Romane und Kurzgeschichten schreiben wollen.

Feminisierung heißt eigentlich nichts mehr als „Verweiblichung”. Der Begriff wird in der Biologie wie auch in der Soziologie verwendet. Dort spricht man von „Feminierung“, wenn ganze Berufsgruppen, in denen vormals beide Geschlechter tätig waren oder die von Männern dominiert wurde, nunmehr fast ausschließlich Frauen arbeiten.

Die Idee: weibliche Züge an Männern betonen

In bestimmten erotischen Szenerien wie auch in der erotischen Literatur bedeutet Feminisierung, die weiblichen Züge von geeigneten Männern in Geist, Psyche, Verhalten, Kleidung und letztendlich auch im Körperlichen hervorzuheben.

Gegen 1900 gehörte in jedem Fall ein Korsett dazu
Die Frage, warum Männer sich gerne wie Frauen fühlen wollen, sich wie Frauen kleiden wollen und letztendlich auch wie Frauen behandelt werden wollen, kann nicht exakt beantwortet werden. Teils ist es einfach die Lust, in die Welt des anderen Geschlechts hineinzuriechen, ohne wirklich ihr Bestandteil sein. Dabei schwanken Männer zwischen Neugierde, Abenteuerlust, Faszination und Neigung. Manche Männer wollen einfach wissen, wie „man“ sich in femininen Dessous, Kleidern und Röcken fühlt, anderen geht es um die Faszination, sich feminin schminken zu lassen. Und immer mehr Männer sind mit Sicherheit auch daran interessiert, sexuell ähnlich wie eine Frau behandelt zu werden.

Feminisierung ist also eine Möglichkeit, sich für kurze Zeit in einer geschützten Umgebung als Frau zu fühlen und als Frau behandelt zu werden. In vielen Fällen folgt nach der „Wandlung“ zur Frau eine Art Rollenspiel, in dem sich der feminisierte Mann der Frau unterwirft. Ein großer Teil dieser Rollenspiele hat Züge von erotischem Masochismus.

Wie weit gehen die Männer?

Normalerweise sind Ausflüge in die Welt der Weiblichkeit für Männer absolut erregend, zugleich schämen sie sich aber auch ihrer Neigung. Deswegen suchen viele Männer den geschützten Bereich einer SM-Beziehung oder eines Domina-Studios, dessen Betreiberinnen auf so etwas in der Regel vorbereitet sind. Wie weit die Männer dabei gehen, ist höchst unterschiedlich. Manche Männer lassen sich im Anschluss an die Wandlung demütigen, schlagen oder anal penetrieren. Andere genießen einfach, geschminkt zu sein, zarte Wäsche am Körper zu spüren oder Röcke zu tragen.

Rollenspiele und Zwangsfeminisierung

Rollenspiele sind, wie der Name sagt, Spiele damit, die Rolle eines anderen anzunehmen, der man selbst nicht ist. Im Grunde fühlt der Mann sich wie ein Schauspieler, der ja auch nicht ist, was er zu sein vorgibt. Hinzu kommt dann aber noch die prickelnde Erotik, das süße Geheimnis, das sinnlich-verbotene an der Handlung. Ganz anders verhält es sich mit der forcierten Feminisierung, auch Zwangsfeminisierung genannt.

Süße Fiktion, brutale Realität

Umstritten ist, ob Zwangsfeminisierung real ist oder eher eine urbane Legende. Das Wort steht für eine Art „Umerziehungsprogramm“, das einer Gehirnwäsche nicht unähnlich ist. Dahinter steht eine Beziehung, in der plötzlich die Aussage fällt: „Wenn du weiter Sex mit mir haben willst, dann lasse dich verweiblichen“. Diese „harte Methode“ ist allerdings oft nur ein Fantasieprodukt der erotischen Literatur. Dennoch gibt es einige in sich abgeschlossene Cliquen, die diese Art von Feminisierung ernsthaft betreiben. Da „reale“ Feminisierung schwerwiegende soziale Folgen haben kann, wird allgemein davon abgeraten, diesen Weg in die Abhängigkeit zu gehen.

Doch auch im Rollenspiel gibt es Situationen, in denen sich der Mann „ganz in die Rolle“ einfühlt und es genießt, in diesem Moment eine Frau sein zu dürfen. Man nennt solche einen Mann abfällig auch eine „Sissy“, was in etwa „Schwesterchen“ bedeutet.

Obgleich es weitaus mehr Männer gibt, die sich gerne einmal verweiblichen lassen würden, als Frauen, die dies forcieren, lohnt sich doch ein Blick auf das, was Frauen beachten sollten, die einen Sissymann im Rollenspiel beherrschen wollen.

Den Mann mit femininer Lust anfüttern

Du beginnst mit dem Anfüttern: Weibliche Strümpfe und Höschen sowie einen Rock zu tragen, sind gute Startoptionen. Er darf natürlich auch Strapse unter den Nadelstreifen tragen, wenn er sich traut, aber das ist schon sehr gewagt für den Anfang. Du wirst bald merken: Das Gefühl, weiche, feminine Kleidung unter einem weiten Rück zu tragen, wird den Mann beflügeln.

Äußerliche Feminisierung

Posieren für die Kamera in Dessous
Nach und nach muss der Mann lernen, den Körper zu enthaaren und sich zu schminken – auch die Lippen. Versuche, ihm Schmuck (auch Ohrringe und Halsketten) nahebringen und lehre ihn, wie man die Finger- und Fußnägel lackiert. Der Kauf weiblicher Kleidung kann zum Problem werden – löse es beizeiten. Gib ihm einen Frauennamen, sobald die Feminisierung beginnt. Sorge im eigenen Interesse dafür, dass er sich vollständig zurückverwandelt, bevor er ins Büro geht. Die Enthaarung wird niemandem auffallen.

Vorübergehende Verhaltensmodifikation

Die meisten Verhaltensmodifikationen, die nötig sind, können leicht erlernt werden und benötigen keine „Gehirnwäsche“. Verhaltensmodifikationen können situativ erlernt und angewendet werden. Lehre deinen Mann beispielsweise, wie eine Frau zu gehen und dabei High Heels zu tragen. Er wird den Gang dann nur anwenden, wenn er tatsächlich High Heels trägt. Zeige ihm, wie man bescheidener und zurückhaltender auftritt. Lehre ihm, mit sanfter und einschmeichelnder Stimme zu sprechen.

Innere Feminisierung, Charakterwandel

Die innere Feminisierung ist ein komplizierter Prozess, der mit den Methoden moderner Gehirnwäsche, Zwangsmaßnahmen und Sexentzug durchgeführt wird. Das ist nichts für für "Amateursissies" und Rattengift für berufstätige Männer, die für dich noch viel Geld ins Haus bringen sollen. Du kannst aber dafür sorgen, dass dein Mann sich während des Rollenspiels unterwürfig und bereitwillig zeigt.

Vollendung des feminisierten Mannes

Wenn du mit deiner Sissy das Haus verlassen willst oder sie gar auf Partys „vorführen“ willst, braucht sie äußerlich noch noch eine perfekte Perücke, absolut professionelles Make-up und künstliche Brüste. Denke auch an betont femininen Schmuck, High Heels und ähnliche Attribute. Ein minimales Sprachtraining (Alt-Stimme), weichere Bewegungen sowie Maßnahmen, den Gang zu modifizieren, sind unerlässlich. Wichtig ist auch, einen eventuell hervorstehenden Adamsapfel und natürlich seinen Penis geschickt zu verbergen.

Lüste - die finale Feminisierung

Über Sex und Liebe reden wir ein anderes Mal. Dein Sissyspieler muss zumindest wissen, wie eine Frau einen Mann befriedigen kann, ohne sich zu entblößen. Und weil eine „richtige Sissy“ auch mal „hart rangenommen“ werden will, empfiehlt sich, sie (und dich) beizeiten mit dem „Pegging“ vertraut zu machen. Es ist also bisweilen unerlässlich, sie/ihm auch sexuell "als Frau zu behandeln".

Vorteile für den feminisierten Mann

Alles ist total aufregend und wahnsinnig anregend für den feminisierten Mann – wenn er es mag. Manche Männer können gar nicht genug davon kriegen, ein „süßes Mädchen“ oder eine „sexy Frau“ spielen zu dürfen. Wenn er keinen Gefallen daran findet, sich als Frau zu fühlen dun gegebenenfalls zu unterwerfen, ist es uninteressant für beide.

Vorteile für die Frau

Dein Mann gehört in Zukunft in beiden Rollen dir – mal als Spielzeug, mal als Ehemann. Du musst mit deinen unterschiedlichen Rollen zurechtkommen, so wie der Mann mit seinen beiden Rollen zurechtkommen muss.

Warnung vor falschen Vorbildern

Berichte im Internet über Feminisierungen sollten nicht zu ernst genommen werden. Viele sind reine Produkte einer lustvollen Fantasie, andere sind real, aber sozial unverträglich. Denke dran, dass du nur eine neue erotische Seite deines Mannes und eine neue Rolle als Frau kennenlernen willst – viele andere Dinge sollen aber zumeist bleiben, wie sie sind. Gefährde also nie eine Ehe oder Freundschaft durch eine „forcierte Feminisierung“.

Ein Wort an Autorinnen, die sich für das Thema interessieren

Falls du diesen Artikel liest, weil du einen Roman über Feminisierung schreiben willst, lies demnächst hier weiter. Wir haben dich im Blick, und du solltest uns im Blick haben. Ein Roman soll ja nicht die Realität abbilden, sondern die Fantasie beflügeln. Und in der Fantasie lassen sich viele Männer gerne von deinen Worten feminisieren – und Frauen sind ganz begierig darauf, solche Romane zu lesen.

Teile diese Artikels wurden bereits in der Liebeszeitung vom 14. Januar 2010 veröffentlicht. Das © 2018 am Text liegt allein bei liebesverlag.de, ein Copyright an den Bildern konnte nicht ermittelt werden.

Schweden - Sex muss freiwillig sein

"Sex muss freiwillig sein" – wer würde das bestreiten? Doch wenn jemand einen solchen Satz besonders betont, und dies gar noch vor einem Parlament, wie jetzt in Schweden, werden Zweifel laut: Ja, war den Sex in Schweden bisher nicht freiwillig?

Verträge zwischen Personen können nahezu überall auf der Welt mündlich, schriftlich oder in anderer Weise geschlossen werden. Man spricht unter Juristen auch von zwei „übereinstimmenden Willenserklärungen“. Und nun erkennen wir, was gemeint ist: „Nein“ ist „nein“, wie anderwärts auch, aber „dulden“ soll nicht mehr als „Ja“ gewertet werden können.

Wer sagt schon: Bist du einverstanden, jetzt mit mir zu vögeln?

Dem kann eigentlich auch jeder zustimmen – die Frage ist nur: Wie sagt jemand „Ja“? Und darüber streite man nun heftig. Und das hat sicher seinen Grund, denn bisher fragte kaum jemand: „Du, Ebba, willst du jetzt mir mir schlafen? Und wenn ja, sag mir bitte, wie du es gerne hättest, damit ich nichts falsch mache?“ Und das wird auch in Zukunft kaum jemand fragen. Also werden sich Ebba und Eric wohl auch in Zukunft „nonverbal“ verständigen müssen.

Der „positive nonverbale Beweis“? Nun ja, er ist wahrscheinlich nicht zu erbringen.

Gewachsen auf dem Acker des Feminismus - für heterosexuelle Frauen?

Und das Gesetz? Es ist auf dem Acker des Feminismus gewachsen und von der MeToo-Debatte gedüngt worden. Zwar gilt es offiziell für beide Geschlechter und deren Möglichkeiten, aber es ist klar ein Pro-Feminismus-Gesetz, das überwiegend die Beziehungen zwischen weiblichen und männlichen sogenannten „Heterosexuellen“ regulieren soll.

Das Gesetz hat einen Sinn - aber einen anderen

Der Sinn freilich liegt tiefer: Der Alkoholkonsum, möglicherweise auch der Konsum anderer Drogen, spielt eine immer größere Rolle unter Jugendlichen und leichtfertigen Erwachsenen. Sie waren offenbar vielfach „nicht im Vollbesitz ihres Bewusstseins“, als sie sich ohne „Nein“ und ohne nennenswerte andere Abwehrregung sexuell „benutzen“ ließen. Sie in dieser Weise zu überrumpeln, ist gemein, hinterhältig und in jeder Weise zu verachten.

Die Frage bleibt dennoch: Wie werden die Menschen in Schweden einander signalisieren, dass sie jetzt und hier miteinander vögeln wollen?

Erotisch schreiben und bildhafte Pornografie – wo ist der Unterschied?

Optisch ist alles ausgesprochen klar - aber es zu beschreiben, fällt dennoch schwer
Wer als Autorin oder Autor jemals einen pornografischen Film in eine erotische Geschichte umschreiben wollte, weiß nur zu gut, wovon ich hier rede: Die Mittel der optischen Umsetzung sind nicht mit den Mitteln der Sprache zu vergleichen.

Worin liegt der Unterschied? Und wie drücken wir sprachlich „Erotik“ aus?

Der pornografische Film geht sofort "ins Blut"

Im Grunde ist dies offenkundig: Wer eine sexuelle Szene in einem Film sieht, kann sich der Wirkung kaum entziehen. Die spärliche Rahmenhandlung ist schnell vergessen, und die pornografischen Szenen wirken direkt auf das Gehirn, das sie nicht „übersetzen“ muss. Von dort werden dann direkt die sexuellen Funktionen angesprochen, und Hoden, Penis, Schamlippen, Vagina und Klitoris werden erregt. Mit dem Bild werden also Gefühle transportiert, die eindeutig und plakativ wirken mögen, aber ihr Ziel dennoch erreichen. Die Handlung ist also das Gefühl und das Gefühl ist die Handlung. Reden wir noch über Dialoge? Wenn im pornografischen Film etwas ausgespart wird, dann sind es Dialoge. Denn der Pornofilmer weiß: Richtige Menschen reden vor dem Sex, beim Sex und nach dem Sex viel Unsinn, den sie sonst nicht in den Mund nehmen. Also entschließt man sich, die Darsteller(innen) überwiegend stöhnen zu lassen.

Nun also soll ein Roman oder eine Novelle geschrieben werden. Das einzige Material, das wir haben, sind Worte.

Kein Konzept für gefühlsbetonte Aufsätze?

Wie haben wir es noch in der Schule gelernt? Wir müssen irgendwie einen Leitfaden für den Handlungsablauf zustande bringen, im modernen Jargon auch „Plot“ genannt. Der nützt uns allerdings wenig, denn unsere Worte sollen ja etwas beim Leser auslösen: frivoles Denken, sinnliche Verzückung und vor allem die innere Teilhabe am Geschlechtsakt.

Wie macht man das?

Mit dem traditionellen Aufsatzwissen ist hier nicht viel gewonnen. Bekanntlich beschreibt ein Aufsatz Handlungsabläufe, aber keine Gefühle. Es gibt Tausende erotischer Geschichten, die wie Aufsätze aufgebaut sind, und sie sind alle stinklangweilig. An dieser Stelle wird es Zeit für den Satz „Show, don’t tell.“ Auf Deutsch: „Zeige es uns, beschreibe es nicht.“ Vornehmer kann man es so ausdrücken: „Benutze eine bildhafte Sprache“.

Die bildhafte Sprache

Womit wir bei einem Begriff sind, mit dem viele junge Autoren gar nichts anfangen können. Doch man kann es mit einem Satz recht verständlich sagen: „Schreibe nicht, was es ist, sondern wie es ist.

Am Beispiel:

Als „Was“:

Sie spreizte die Beine. Dann bemerkte sie, wie die Frau gegenüber auf ihre Schenkel sah.


Als „Wie“:

Sie wusste, dieser Blick forderte mehr … nur ein wenig mehr … Sie spreizte die Beine und bemerkte, wie dunkle Augen sich in ihre Schenkel vertieften und sie aus ihren Gedanken herausrissen.


Noch einmal ein Beispiel zur Vertiefung

Das ist nur ein kleines Beispiel. Die Theorie stammt übrigens aus einer verbalen Technik, um Menschen zu begeistern. Lassen sie mich an einem Standard-Besipiel noch einmal erläutern.

Als „Was“

Als er sie ansah, spürte sie ein Flattern in ihrem Unterleib. Sie unterdrückte das Gefühl, auf das sie nicht vorbereitet war. Doch einen Moment später bereute sie ihre Entscheidung.


Als „Wie“

Er sah sie intensiv an. Seine Blicke durchdrangen die Pupillen, pflanzten sich unter der Haut fort, fanden ihren Weg über den Rücken, den Po, die Brüste und den Bauch, bis sie bei den Schamlippen ankamen. Die Blicke lösten sich hier auf, wandelten sich in sanfte Flügelschläge und veranlassten sie, die Beine ein wenig zu öffnen. Nein, sie war nicht darauf vorbereitet, dass es jetzt geschehen würde. Für den Moment konnte sie ihre Gefühle beherrschen, doch warum sollte sie unterdrücken, was die Natur ohnehin von ihr fordern würde - früher oder später?


Soweit also zum Thema „Show don’t tell.“ Was ihr noch tun könnt, ist Gefühle ausführlich zu beschreiben, und zwar sowohl körperlich wie auch psychisch. Doch genau das fällt vielen von euch schwer … denn Gefühle sind in der Erotik unglaublich schwer in Worte zu fassen. Wenn wir uns hier einem wiedertreffen, könnt ihr lesen, wie es trotzdem klappt. Und auch über Dialoge werden wir noch reden müssen … denn wenn wenn vor dem Sex, beim Sex oder nach dem Sex geredet wird, dann sicher nicht in der Sprache deutscher Dichter und Philosophen.

Du weißt es nicht – wir erklären dir’s!

Wissen ist Macht ... und mach Lust
Komplexe Begriffe aus Sinnlichkeit, Erotik, Lust oder Leidenschaft sind oft nicht leicht zu verstehen. Und häufig steht hinter einem Wort mehr, als es eigentlich hergibt: Liebe, Verliebtheit, Sinnlichkeit, Lust und Sex sind einige dieser Wörter. Und nicht nur das: Die Vorgänge, die Verlangen, Begierde und Wollust auslösen, sind weitgehend überlagert von Halbwissen und Klischees.

Wir machen Schluss damit. In weniger als 300 Wörtern erklären wir hier nahezu jeden noch so komplexen Begriff. Was wir dabei schreiben können, kann mindestens dazu führen, sich selbst Gedanken zu machen, oder anderwärts mehr Informationen abzufordern.

Unsere Serie heißt: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt. Sie bekommt eine eigene Kategorie mit dem Namen: „sinnliches und intimes erklärt.“

Sex ist mehr als Penetration

Klassischer Sex - PiV (verborgen) in der "üblichen" Stellung
Irgendwie hat es sich so eingebürgert in die Sprache: “Sex haben“ ist ein Synonym für „Penetration“. Schon zuvor war es der Begriff „miteinander schlafen“, der nichts anderes bedeutete, als einen Penis in die Vagina zu versenken- und offiziell nannte man es auch „Beiwohnung“.

PiV ist zwar Sex, aber Sex ist mehr als PiV

Sex als Penetration (PiV) an sich ist kaum ein sinnlicher Genuss, und wenn, dann ist es ein Kurzer. Wer ihn verlängern will, sei es Frau oder Mann, muss an einen sinnlichen Partner geraten oder sich selber sinnlich berühren, um den vollen Genuss zu erleben. Das ist eigentlich ein alter Hut. Frauen wissen mehr darüber als Männer, weil sie es leichter haben, mit vielen, aufeinanderfolgenden, lustvollen Orgasmen zu experimentieren.

Der sinnliche Genuss ist auch dann Sex, wenn die Vagina unbeteiligt bleibt

Doch was bringt eigentlich den sinnlichen Genuss? Beteiligt sind die Haut, die Nerven darunter und das Gehirn. Haut ist alles, was außen ist, gleich, ob sie als Schutzschicht außen liegt oder erst lustvoll freigelegt werden muss. Die Nerven liegen dahinter, und sie zu stimulieren, ist mal auf einfache Art möglich, und mal bedarf es einiger Anstrengungen. Wer auch nur zwei Partner(innen) in seinem Leben hatte, der wird wissen: Mancher wälzt sich in Wollust, wenn bestimmte Körperteile berührt werden, während ein anderer es ablehnt, dort jemals angefasst zu werden – verliebt oder nicht. Und bei einem dritten Teil funktioniert es gar nicht.

Was die Nerven wirklich tun - und warum das Lust auslösen kann

Wie kommt’s, dass mancher lüstet, mancher patzt?

Genau weiß es niemand, aber es liegt im Prinzip daran, dass die Nerven ja nicht einfach herumlungern, auf Berührung hoffen und dann begeistert sind, das endlich was passiert. Denn was mit den Signalen geschieht, die Nerven aussenden, entscheidet das Gehirn: Annehmen und sinnliche Gefühle erzeugen, Annehmen und als Gefahr ansehen oder erst mal gar nichts tun. Psychologen nehmen an, dass daran ein Lernprozess beteiligt ist, der allerdings im Detail nur schwer zu durchschauen ist. Klarer ist allerdings, dass unser Hirn überhaupt nur dann Aktionen plant, wenn dadurch etwas (aus der Sicht der Natur) Sinnvolles bewirkt werden kann. Hingabe, Genuss, Abwehr, Flucht oder Minderung des Schmerzes sind solche Maßnahmen.

Wenn alles „ganz normal“ abläuft, sind gewollte Berührungen durch den Partner (die Partnerin) immer willkommen. Doch was gehört dazu, was nicht?

Sinnlicher als PiV-Sex - lustvolle Berührungen
Sinnliche Berührungen können "Sex" sein

Zunächst einmal gehören zur erotischen Sinneslust alle Berührungen des Körpers. „Haut auf Haut“ ist der Standard, der bei jeder Berührung Impulse ans Hirn senden kann:

1. Berührungen mit dem ganzen Körper, ohne Penetration.
2. Küssen.
3. Reiben der Haut aneinander (Wangen)
4. Umarmungen.
5. Äußerliche Berührungen mit den Händen.
6. Gezielte Massagen.
7. Berührungen mit den Füßen.
8. Leichte Handschläge.
9. Berührung der Brüste (bei Männern).

Wenn etwas in etwas eindringt

Werden die Genitalien (auch äußerlich) berührt oder dringt ein Körperteil in den Intimbereich (auch den Mund) ein, so kann man von sinnlichen Berührungen mit sexuellen Aspekten sprechen oder auch gleich von sexuellen Kontakten.

1. Zungenküsse.
2. Intimküsse bei Frau und Mann.
3. Berührung der Brüste (Bei Frauen).
4. Intimmassagen aller Art.
5. Oralverkehr jeder Art.
6. Handverkehr (der Frau am Mann)
7. Fingern (in der Vagina)
8. Analverkehr.
9. Standard Penetration (PiV)

Solche Berührungen lösen normalerweise heftige körperlich-seelische Reaktionen aus, die sich in enormen Lustgewinn oder massiver Ablehnung dokumentieren lassen. Die Ablehnung kann auch dann erfolgen, wenn beide einander lieben und nur das Beste füreinander wollen.

Lustvolle und sinnliche Verhaltensweisen

Ob auch Präsentationen als „Sex“ bezeichnet werden können, ist umstritten. Präsentationen sind lustvolle, provokative Darstellungen des eigenen Körpers in Dessous oder aufreizenden Kleidern oder sexuelle Berührungen an sich selbst, die den Partner aufreizen sollen.

Heute verzichten wir darauf, SM-Aktvitäten, Fetische, Pornografie, Masturbation oder gewagte Rollenspiele mit einzubeziehen. Es soll ja schließlich nur um sexuelle Berührungen unter Paaren gehen.

Fazit: Sex ist lustvolle Intimität

Was ist Sex denn nun? Mit dem Partner bedeutet es vor allem, intim miteinander zu sein, gleich, welche Motive er hat oder welche du hast. Und es ist definitiv nicht nötig, immer den Penis im Kopf zu haben – und auch nicht anderwärts, wo’s intimer wird.

Bilder: Oben: Aus Kalenderblättern (?) des 18. Jahrhunderts. Mitte: Teil von "Preludes" von P. Becat.

Die Liebe zu Schlägen auf den Po – Luststeigerung oder psychische Spätfolgen?

Die Präsentation - schamvoll, ängstlich oder begeistert?
Als ich vor Jahren einmal ein Forum las, indem gefragt wurde, ob „das Rot der frühen Jahre“ auf seidenweichen, fahlen Hintern später in neurotischem Sexverhalten endet, war die Antwort mal „ja“, mal „nein“. Hatte ich mich damals eigentlich genügend „in die Materie“ eingearbeitet? Mir ging es nur um Schläge auf den Po. Keine „typischen“ SM-Aktivitäten, bei denen Demut, Striemen und Tränen verlangt wurden.

Wie ist das nun wirklich mit dem hübsch geröteten Po?

Also bleibe ich auch diesmal dabei: Schläge auf den Po. Geht man so etwas nüchtern an? Rein anatomisch? Vielleicht psychologisch? Oder einfach vom „Sinnlichen“ her? Was passiert im Körper, was machen die Nerven dabei? Wie fühlt sich jemand, der geschlagen wird?

Psychologie: Wer tat dir das alles an, du armes Wesen?

Ich habe damals meine psychologisch „vorgebildete“ Schulfreundin Annemarie gefragt. Sie hat behauptet, dass Frauen, die in der Kindheit versohlt wurden, im Erwachsenenalter „krankhafte Züge von Schmerzsucht“ empfinden könnten, weshalb man auf junge Mädchen auf gar keinen Fall auf den Po schlagen sollte (wenn überhaupt irgendwo hin). Aber „in der Kindheit“? Wird nicht eher die Zeit zwischen 12 und 16 verdächtigt, für die Schmerzlust späterer Jahre verantwortlich zu sein?

Jungs schieben die Schuld gerne auf die Mütter

Traum der Knaben?
Inzwischen habe ich so etwas auch über Junge gelesen. Ich finde ja nun wirklich komisch, dass Jungens in Foren immer behaupten, von der Mutter geschlagen worden zu sein. Die Pyjamahose runter und feste mit dem Teppichklopfer auf den nackten Po? Das tut weh, klar. Aber ist das ein Grund, später Lust an Schlägen zu haben?

Ja, sagen manche Jungs. Was ich wirklich eigenartig finde: Sie behaupten, noch nach der Pubertät den nackten Hintern hochgereckt zu haben, um Schläge von der Mutter zu bekommen. Einige waren damals schon ein bisschen eigenartig veranlagt (zum Beispiel, weil sie die Schlüpfer ihrer Schwester trugen und darin … oh, oh …). Doch wenn der Knabe dabei „geil wird“, wenn er „übers Knie genommen“ wird und sein Ejakulat auf ihrem Wollkleid hinterlässt, dann kann ich nicht mehr annehmen, dass es sich um einen bloßen Zufall handelt.

Das Klischee über die Jungs: Schläge und Frauenbrüste

Ob die Jungs irgendwie verkorkst wurden? In jedem Buch, das du über „devote Männer“ oder Sado-Maso-Männer“ liest, kommt eine Jugenderinnerung vor, die ungefähr so geht:

Eine schöne Frau (nicht die Mutter, sondern eine schöne, zart-bittere Verwandte) haut dem jungen Mann als Strafmaßnahme einen Hinternvoll, als plötzlich ein Trägerchen fällt und er ihre nackte Brust sieht.

Die Geschichte gibt’s in vielen Variationen, aber sie beinhaltet immer einen Moment, in dem Schläge, eine Wollust eine Erektion oder gar der Abgang von Spermaflüssigkeit zusammenkommen. Gibt zwar einen hübschen Roman, aber ob’s die Realität ist?

"Die Liebe zu Schlägen auf den Po – Luststeigerung oder psychische Spätfolgen? " vollständig lesen

Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.

Die Frau, die den Verlust der Jungfräulichkeit öffentlich machte

In einem der vorausgegangenen Artikel wurde das "Nixchen" erwähnt. Die Novelle in Briefromanform hatte zu Anfang des 20. Jahrhundert allerdings für Aufregung gesorgt und insbesondere das Bürgertum empört.

Nixchen, Briefroman
Der Autorenname täuscht: „Hans von Kahlenberg“ - gab es niemals. Den der Autor der Novelle „Nixchen“ war eine Frau - Helene Keßler, die mit Mädchennamen Helene von Monbart hieß und ihren Roman „Nixchen“ 1899 der „Psychologie der höheren Töchter“ widmete.

Sie gehört ohne jeden Zweifel selbst zu dieser Gruppe, war lange Jahre Lehrerin und heiratete erst 38-jährig. Das Buch „Nixchen“ erlebte eine für die damalige Zeit sensationelle Auflage (mein Exemplar ist aus dem 12 – 14. Tausend und trägt das Erscheinungsdatum von 1904). Später wurde das Werk noch mehrfach aufgelegt und erreichte mindestens eine Auflage von ca. 80.000 Exemplaren. Meyers Konversationslexikon von 1908 merkt dazu an:

Ein Erfolg, der jedoch weniger dem unverkennbaren Darstellungstalent der Verfasserin als ihrer skrupellosen Erotik zuzuschreiben ist.


Der Lexikonbeitrag aus Meyers konservativer Lexikonschmiede, die sich sehr bewusst ans Bildungsbürgertum wandte, spricht bereits Bände: Dem Bürgertum passte die ganze Chose nicht.

Die Lust, nicht als Jungfrau in die Ehe zu gehen

Im Prinzip geht es in ihrem Werk „Nixchen“ um die Lust daran, die Jungfräulichkeit zu verlieren, und zwar nicht an den Mann, den die höhere Tochter schließlich heiratet, sondern an einen Mann, der mit Frauen umzugehen weiß. Dabei schildert die Autorin in lebhafter Art und Weise, wie eine junge Frau jener Zeit fühlt, denkt und handelt. Wäre da nicht die Befürchtung, der „Lendemain“, also der auf die Entjungferung folgende Tag, könnet ein böses Erwachen bewirken.

Die Schilderung wirkt deshalb so sinnlich, weil sich die Autorin hinter dem Mann verstreckt, der schließlich die Heldin, das „Nixchen“ entjungfern darf – so muss sie kein Blatt vor den Mund nehmen.

Ich kannte mal ein sehr nettes … Mädchen. Sie hatte auch Angst vor dem Lendemain. Sie wartete auf den Lendemain.

Und dann war’s wirklich Morgen und der allerschönste Sonnenschein und Vogeljubilieren – und sie lachte, lachte übers ganze Gesicht: „Ich bin so froh, Schatz! Ich glaub‘, ich könnte fliegen.


Im Folgenden sinniert sie darüber, welche Wahl natürlicher, gleichwohl aber auch moralsicher sei: an einem schönen Maientag der Natur ihren Lauf zu lassen oder körperlich „rein“ zu sein, aber dafür erotische Fantasien übelster Art nachzuhängen, nämlich „unnatürlichen Ungeheuerlichkeiten“.

Warum das Bürgertum vor Wut schäumte

Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Ungeheuerlichkeit dies im Meinungsbild des späten 19. Jahrhunderts bedeutete. Es war ein Schlag gegen die Prinzipien des Bürgertums und des Adels und eine absolute „Unverschämtheit“ für eine Frau, solche „zersetzenden“ Dinge zu äußern. Man denke: Ein Mann „von Stand“ wird eine Frau heiraten, die sein Freund ohne sein Wissen zuvor entjungfert hatte!

Wer ein bisschen historisches Wissenschafts- und Literaturverständnis hat, wird ohne Zweifel feststellen, dass noch kurz zuvor von „wissenschaftlicher“ Seite behauptet wurde, das sexuelle Verlangen der Frau sei „ein Geringes“ wenn sie „wohlerzogen“ sei.

Und schon deshalb muss man den Mut dieser Frau loben: Sie hat sich literarisch dem herrschenden Trend widersetzt – und damit Erfolg gehabt.

Hinweis: Man kann das Nixchen noch antiquarisch erwerben - es ist allerdings recht schwer zu lesen.

Sich entjungfern lassen – tolle Sache oder kaum der Rede wert?

Vor dem Ehemann kommt der Lover ...
Die Berichte über den „schrecklichen“ nahezu ungewollten oder höchst peinlichen Verlust der Jungfernschaft sind zwar inzwischen etwas verblasst, doch geistern sie immer wieder durch die Foren.

Doch es gibt auch andere Schilderungen, wie beispielsweise diese:

Ich dachte immer, dass dieser Moment der Wichtigste meines Lebens sein würde - der Moment, indem ich mich zum ersten Mal einem Mann hingeben würde. Einen Moment, an den ich mich lebenslang erinnern würde.


Doch wie war die Realität?

In der Regel die Erinnerung an die Umstände, nicht so sehr an den Vorgang. Und es lief nicht ganz so wie gedacht.

Und wie war es dann?

Ich kann nicht sagen, dass es das außergewöhnlichste Tag meines Lebens war. Doch war ohne Zweifel ein besonderer Tag in meinem Sexualleben. Und ich kann wirklich nicht verstehen, warum darum so viel Aufhebens gemacht wird.


Wenn es nicht so toll war, war es nützlich?

Ja, das war es. Denn wie so viele Frauen, hatte auch die Autorin daraufhin keine Furcht mehr – immer eine gute Voraussetzung.

Sie schreibt:

(Später traf ich meinen Ehemann). Ich war immer noch ziemlich naiv, aber eben doch ein bisschen erfahren, und als wir zum ersten Mal Sex hatten, war es um sooo vieles besser.


Mich erinnert diese Schilderung an die eine Novelle „Nixchen“ – und an so viele Erlebnisberichte anderer Frauen, die sich „jemanden gesucht haben, mit dem es möglich war“, um später nicht „ganz ohne Wissen“ dazustehen, wenn sie sich wirklich verlieben – oder heiraten.

Zitate: Aus diesem Blog.
Bild: Titelbild von "Nixchen" (Teilansicht).

Zwei Irrtümer über die sexuelle Sinnlichkeit

Es gibt zwei namhafte Irrtümer über die Sinnlichkeit in der Sexualität. Sie betrifft den Bereich des „Sehens“ einerseits und den Bereich des „Betastens“ anderseits.

Die Irrtümer gehen auf Zeichnung oder Schilderungen zurück, die sich so darstellen:

Sehen

Der Eindruck, Männer seien Voyeure, und ihr Penis würde durch das Betrachten von nackter Haut, Dessous oder erotischen Szenen angehoben, ist falsch. Frauen sind in gleichem (wenn nicht höherem) Maße Voyeure, und auch sie werden körperlich von erotischen Szenen angeregt. Aber bei allen – Frauen wie Männern – müssen die optischen Eindrücke erst einmal in Körperreaktionen umgesetzt werden. Und das kann nur das Gehirn, das alle Eindrücke zunächst filtert, aber auch anreichert. Ist alles in Butter, dann sendet das Gehirn Botenstoffe, die den Geschlechtsakt vorbereiten und damit erst ermöglichen.

Klartext: Sehen allein erzeugt keine Erektion.

Betasten

Der zweite Irrtum kommt zwar aus der Frauenbewegung, gilt aber analog auch für Männer: Die intensive Berührung der Klitorisspitze (oder beim Mann bestimmter Bereiche des Penis) würde automatisch zum Orgasmus führen. Das sind spontane Empfindungen, die mit der Realität nichts zu tun haben und sich auch nicht bewahrheiten lassen. Vielmehr erzeugt die Berührung im Gehirn eine Aktion, die sich nach und nach (mal schneller und mal langsamer) aufbaut und die mit der Produktion von Botenstoffen verbundene ist, die dann die begehrten Ejakulationen und/oder Orgasmen auslösen. Es gibt also keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Betasten und dem Orgasmus. Frauen und Männer, die ihre Gefühle beobachten oder niederschreiben können, wissen zumeist, dass dabei ein Feuerwerk von Gedanken und Gefühlen abgebrannt wird, das so heftig und intensiv ist, dass sie über die Inhalte normalerweise nicht reden.

Klartext: Betasten allein erzeugt keine Orgasmen.

Wie kommt eigentlich „Sinnlichkeit“ zustande?

Am Anfang der Sinnlichkeit stehen die Sinne. Betrachtet man sie klassisch, dann sind es fünf. Mal ganz kurt´z für die, die in der Schule nicht so gut aufgepasst haben:

1. Das Sehen. Es ist für den Menschen unglaublich wichtig und vermittelt uns den größten Teil aller sinnlichen Eindrücke. Man sagt auch, dass wir Menschen „bildhaft denken“ – und fühlen.
2. Das Hören. Auch durch das Hören bekommen wir allerlei Sinneseindrücke. Das Sinnlichste, was wir hören können, ist eine Stimme, die uns erregt – gleich, ob sie singt oder flüstert. Musik ist vielschichtig, wirkt aber in der Regel ausgesprochen sinnlich.
3. Das Riechen. Schön, wenn wir einander riechen können. Natürliche und künstliche Duftstoffe, auch die im Schweiß, in der Scheidenflüssigkeit und im Ejakulat, werden als sinnlich bezeichnet. Die Sinnlichkeit kann durch bestimmet Duftstoffe, zum Beispiel in Parfüms, verstärkt werden. Bei der Zubereitung und beim Genuss von Speisen spielt der Duft eine entscheidende Rolle.
4. Das Schmecken. Beim Schmecken denken wir an Speisen, doch auch der Körper „schmeckt“ beim Küssen und Züngeln. Der sinnliche Genuss kommt meist über die Zunge und über die Nase.
5. Das Tasten (und betastet werden). Die Haut ist ein riesenhaftes Organ, das über und über mit Nerven besetzt ist. Sie ist also in jeder Hinsicht sinnlich und verantwortlich für den größten Teil gelebter Sinnlichkeit.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch mehrere Sinne gibt, die auf den genannten Sinnen basieren oder die durch andere Organe aufgenommen werden können. Meist werden hier die Rezeptoren für Wärme und Kälte, Schmerz und Berührung, Gleichgewicht und Körperbewusstsein genannt. Diese Zuordnungen sind allerdings eher akademisch als nützliche Ergänzungen.

Warum die Erklärung der Sinne richtig ist – und warum sie falsch ist

Die Erklärung der Sinne ist eine Mischung aus einfach verstandener Biologie und Psychologie. Sie dient dazu, jedem Schüler verständlich zu machen, wie die Sinnesorgane wirken. In Wahrheit aber ist das eigentliche Sinnesorgan das Gehirn, das die ankommenden Informationen sammelt, bewertet und weiterleitet.

Bespiele und Fazit

Nehmen wir ein gutes Essen. Es ist hübsch angerichtet, weil „das Auge mitisst.“ Es duftet gut, was unserem Appetit anregt. Bevor wir es noch schmecken, hinterlässt es ein Gefühl auf der Zunge, das auch dem Tasten zugeordnet werden könnte. Dadurch einsteht bei einem guten Essen ein sinnlicher Gesamteindruck.

Beim Musikhören werden keinesfalls nur die Ohren beansprucht – auch der wechselnde Druck auf der Haut spielt eine Rolle, insbesondere bei Musikstücken, die tiefe Bässe enthalten. Bei sogenannter Livemusik kommt der optische Eindruck hinzu, der für Konzertbesucher oft eine große Rolle spielt.

Besonders interessant ist die Kombination freilich in der Liebe. Besonders bei der Vorbereitung zum Geschlechtsakt spielen Augen, Ohren, Nase, Mund und Betastungen aller Art eine Rolle. Zwar kann die sexuelle Bereitschaft auch ohne dies Zusammenspiel erreicht werden, doch dann leidet die Sinnlichkeit.

Am Ende wissen wir nicht mehr, welche Sinne uns unsere Sinnlichkeit verschafft haben, weil das Gehirn die Bausteine des Sinnespuzzles längst zu einem Ganzen zusammengesetzt hat.

Und alle Frauen sind ein bisschen Bi …

Geneigt oder verführt?
Die BUNTE kommt mit Sensationen: Hey, Girls, ihr sie alle ein bisschen bi … na ja, da hat an ein bisschen Data-Mining betrieben, denn die Studie, auf die man sich bezieht, ist von 2015.

Und nun weiß also die Welt der BUNTE-Leserinnen: Frauen sind nicht hetero. Und was, um Himmels willen, sind sie dann?

Das wird so erklärt Zitat BUNTE:

Frauen sind entweder bisexuell, das heißt sie sich von Frauen und Männern angezogen fühlen, oder sie sind homosexuell, also lesbisch und stehen auf Frauen. Nach dieser Studie sind Frauen anscheinend niemals heterosexuell.


Überrascht? Das Rätsel ist leicht zu lösen. Es geht darum, von welchen Bildern oder Handlungen Frauen erregt werden. Und siehe: mehr oder weniger von allem, was sexuell ist. Das wären also die Fakten.

Mit wem Frau sexuell aktiv werden kann

Eine andere Frage wäre nun: Mit wem lässt sich die Frau ein?

Mit sich selbst? Das dürfte heute fast klar sein – warum nicht?
Mit einer anderen Frau? Wenn sich die Gelegenheit ergibt oder sie eine tolle Verführerin findet – na klar.
Mit einem Mann? Aber sicher doch. Es ist aufregend und immer wieder anders.
Mit einer Gruppe? Gelegentlich schon … nicht für alle, aber es gibt Liebhaberinnen von Gruppen.

Und wer ist nun wirklich "bi"?

Und nun die letzte Frage: Ist sie bisexuell, weil sie gelegentlich auch Frauen liebt.

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Da ist die Antwort: ein völliger Unsinn. Homoerotische Lüste bedeuten nicht, dass jemand homosexuell (lesbisch) ist. Und gelegentlich Lust darauf zu haben, auf der anderen Seite des Zauns zu grasen, gehört zum Bereich spielerischer Abenteuer. Eigentlich müsste man es mal deutlich sagen: Gelüste sind Gelüste, und Einordnungen sind Einordnungen. Was konkret heißt: Frauen sind nicht schon deswegen „bi“, weil sie sich hin und wieder mit Frauen einlassen. Das beworbene Buch gibt euch übrigens zuverlässige Informationen - leider nur in englischer Sprache.

Bild: Aus einem Groschenheft (Pulp) - vermutlich das Titelblatt.