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BDSM ist nicht ganz das, was SIE denken

S/M - die sinnliche Art, lustvoll zu leiden
Viele – zu viele, wie ich meine – reden über BDSM – geradezu so, als stünde der Begriff so fest wie ein Kriegerdenkmal. Doch die Frage ist, ob man „organisierten Insidern“ die Definition überlassen sollte, was richtig, falsch, gut oder schädlich ist. Und letztlich muss man auch fragen, ob „BDSM“ wirklich ein stimmiger Begriff ist oder ein Sammelsurium von Meinungen, Ideologien, Praktiken und Lebensweisen. Ich will es für heute kurz machen, nicht alles hinterfragen, sondern vor allem differenzieren. Dann bekomme ich folgendes Bild:

Was ist BDSM wirklich?

Eine Bewegung, die besondere sexuelle Lüste aus der Schmuddelecke herausbrachte

Erstens eine Bewegung, die aus dem Untergrund an die Öffentlichkeit gegangen ist, um die besonderen Lustvarianten, die sie ausüben, deutlicher zu machen und sie dem „Geheimen“ zu entreißen. Diese Bewegung ist das Urgestein der Aufklärung über das, was sie selbst als „BDSM“ definiert haben.

Ein Netzwerk, das eine Subkultur darstellt

Zweitens ist sie eine Gruppierung von Menschen, die örtliche und überregionale Vereinigungen bilden, Bücher und Zeitschriften herausgeben und eine Art Subkultur bilden, die auch außerhalb wahrgenommen wird, zum Beispiel in der Mode. Ein Teil dieser Personen geht an die Öffentlichkeit und findet das, was sie tun, auch wirklich „chic“.

Eine neue Untergrund-Kultur?

Drittens ist es weiterhin eine Subkultur, die teils neu entstanden ist und auch neue Praktiken und Verfahrensweisen propagiert, wie „noncon“ und „Tunnelspiele“. Sie sind die umstrittenste Gruppe.

Ein Erwerbszweig im Bereich sexueller Dienstleistungen

Viertens ist es ein Erwerbszweig für sogenannte „Dominas“, die teils an der Subkultur hängen, teils aber auch ausschließlich aus finanziellen Erwägungen handeln. Ihre Kunden sind Kunden, und sie sind Dienstleister und kaum mehr.

Die besondere Lust einzelner Personen oder Paare

Fünftens ist es als „Sadomaso“ eine Lust von Paaren und Einzelpersonen, die sich in frivolen Rollenspielen engagieren, ohne zur Szene zu gehören oder sich damit verbunden zu fühlen.

Kritik an BDSM unerwünscht?

Interessant ist, dass Kritiker an BDSM stets damit rechnen müssen, von „der Szene“ angegriffen zu werden, auch wenn einige von ihnen religionsähnliche Ideologien oder gefährliche, menschenfeindliche Thesen vertreten.

Ideologen gegen Ideologen - ein dümmlicher Kampf

Bedauerlich dabei ist allerdings auch, dass die Kritiker(innen) oftmals selbst aus ideologischer (feministischer/religiöser/konservativer) Überzeugung gegen das Ausleben von als „BDSM“ bezeichneten Lüsten sind. Man wünscht sich dann mehr Offenheit, Liberalismus oder Toleranz gegenüber jenen, die wissen, was sie tun und dazu stehen.

Sehen wir einmal in ein sehr altes, recht humorvoll und pragmatisch geschriebenes Buch über S/M, dann lesen wir im Grunde nichts als Versöhnliches:

Sadomasochismus handelt vom Fabulieren über Sexualität, vom Abmischen von Fakten und und Fantasien, Dramen und Komödien, Traditionen und Innovationen. Das Verschlingen und Komplizieren von Gefühlen ist keine empfehlenswerte Praxis, wenn wir unseren Alltag ansehen. Aber gerade solche Praktiken geben uns die Möglichkeit, uns selbst zu entdecken und unsere Sexualität weiterzuentwickeln.


Es könnte Menschen geben, die schon immer einen Hang dazu hatten, sich neuen und herausfordernden Lüsten hinzugeben. Andererseits mag es solche geben, die erst durch andere „auf den Geschmack gekommen“ sind. Und es mag sein, dass in jeder Lust ein bisschen Sadismus und Masochismus wohnt. Das alles ist so normal, dass man gar nicht darüber erden müsste. Aber offenbar besteht ein Bedürfnis danach – und deshalb steht dieser Artikel hier.

Zitat von Miller/Devon, Fairfield 1995.

Solltest du über Ingwer im Po schreiben? - Teil 2: Die Wirkung

Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Jedenfalls musst du ein wenig davon wissen, wenn du das heikle Thema angehst. Dies ist der zweite Teil von vier Teilen – Figging - Ingwer und seien Wirkung. Den ersten Teil über unsere Auffassung zu Mr. Grey findest du hier.

Figging - Ingwer und seine Wirkung

Nun zum anstehendenden weniger anständigen Teil. Dazu musst du zunächst mal wissen, dass Frauen und Männer anatomisch etwas anders gebaut sind. Ach, das weißt du schon? Aber vielleicht nicht dies: Männer haben eine besonders reizempfindliche Stelle im unteren Teil des Darms, dort, wo die Prostata sitzt – und die ist druck- und schmerzempfindlich. Manche Männer lieben es, diese Stelle in der einen oder anderen Form zu reizen – mit Analdildos, Analplugs oder unter Mithilfe von Frauen, die dann das sogenannte „Pegging“ ausführen.

Kein "Masochimus der Frau" - sondern eine Herausforderung für jeden

Das heiße Wunder
Nachdem dies über Männer gesagt wurde, komme ich zu einem sehr heiklen Teil: warum ist beim Einführen einer Ingwerwurzel so viel von den schönen Hinterteilen der Frauen die Rede? Warum nicht von Männern, denen eine Ingwerwurzel doch auch ganz gut „zu Po“ stehen würde?

Ich weiß es nicht, denn Männer spüren dabei mindestens gleich viel, wahrscheinlich aber deutlich mehr als Frauen. Und ich vermute, dass sich Männer einfach nicht trauen, den Wunsch nach einer „Ingwer-Behandlung“ zu äußern. Man (oder frau) muss übrigens keine extreme Sadistin sein, um es an anderen zu versuchen, während der oder die „Begünstigte“ schon ziemlich masochistisch sein sollte. Denn wenn der „Vorgang“ einmal eingeleitet ist, dann kann man ihn zwar noch rückgängig machen, aber dann ist es meist zu spät – der Schmerz wirkt schon, und er wirkt noch lange nach – wie im Mund.

Die Wirkung - unerträglicher Schmerz oder ungeheure Lust?

Es muss nicht in viktorianischer Zeit sein
Natürlich weiß ich dies alles nicht aus eigener Anschauung, sondern aus offenen und versteckten Berichten von Menschen, die es genossen oder erlitten haben. Jedenfalls habe ich gelesen, dass die enthaltenen Wirkstoffe „über die Schleimhaut in die Blutgefäße und in den Blutkreislauf aufgenommen“ werden.

Menschen, die sich einer analen „Behandlung“ mit Ingwer unterzogen haben, berichten zudem von einer „inneren Hitze“, die den Schmerz begleitet, der durch die Schärfe entsteht. Dafür fand ich allerdings keine hinreichenden Beweise. Tatsache ist lediglich, dass Ingwer auf die „Wärmerezeptoren“ des Nervensystems trifft – erst das Gehirn entscheidet offenbar darüber, ob es sich um Hitze oder Schärfe handelt.

Die wirklichen Gefühle sind kaum jemals beschrieben worden

Die wirklichen Gefühle eines mit „Figging“ oder Ingwerextrakten anal behandelten Menschen wurden selten beschrieben – deshalb sind kaum Quellen bekannt, und falls doch, sind sie nur bedingt glaubwürdig. Bekannt ist nur der Effekt, dass sich die Schärfe, vom Darm ausgehend, den ganzen Körper erwärmt. Wegen der nahezu unerträglichen Schärfe, verkrampft sich zudem der Po, drückt noch mehr gegen die Ingwerwurzel und verschlimmert dadurch das Brennen. Übrigens auch ohne Schläge, die meist gemeinsam mit der Ingwer-Behandlung angewendet werden.

Generell und ohne die üblichen Bewertungen, lässt sich sagen, dass einige Frauen und Männer, die es versucht haben, von einem nahezu unerträglichen Schmerz und intensiven emotionalen Effekten sprachen, während andere lediglich von einer „sensationellen Erfahrung“ berichteten. Dazu zitiere ich eine anonyme Stimme.

Niemand kann voraussagen, wie du dich dabei fühlen wirst, so wie niemand voraussagen kann, wie du auf Schläge reagierst.


Soweit die Fakten nach einem besten Wissen und den Erfahrungen, die ich las.

Wird fortgesetzt - Im dritten Teil geht es um die Umsetzung, falls ihr die Praxis in einem Roman verwenden wollt.

Solltest du über Ingwer im Po schreiben?

Ingwer ist auch eine Gewürz - und doch würzt sie auch Erotik-Geschichten
Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Ganz so abwegig ist es nicht, doch zuvor wollen wir erst mal gucken, worum es eigentlich geht. Dies ist der erste Teil von vier Teilen – E. L. James und die Folgen

Figging - E. L. James, Mr. Grey und die Folgen

Über kaum eine Textstelle von E. L. James hat sich das Lesevolk der wohlanständigen, aber dennoch der lustvollen Perversion zugewandten Leserinnen so erregt, wie diese eine Passage. Dort stellt sich Mister Grey vor, wie Miss Anastasia, „mit Handschellen an eine Bank“ gefesselt, eine geschälte Ingwerwurzel „in Hintern“ festhält, sodass sie die Backen ihres Popos „nicht zusammendrücken kann“ wenn sie sich nun in der einen oder anderen Weise züchtigen lässt.

Man nennt es Figging

Oft sagt man in diesem Zusammenhang „Figging“ und verweist dabei auf die Praxis betrügerischer Pferdehändler, ihre Tiere mit einem Ingwer-Stück im Pferde-Po Jugend, Elan und Grazie zurückzugeben.

Wie wirkt der Ingwer auf der Schleimhaut?

Nun, um es mal alles zu relativieren: die Ingwerwurzel ist sehr bekannt als Nahrungsmittel wie auch als Heilmittel, und wer die Wirkung erproben will, kann es durchaus an einem weniger intimen Ort versuchen. Da schlage ich doch mal die Zunge vor. Der Hauptwirkstoff des Ingwers, das Gingerol, ist für den scharfen Geschmack verantwortlich, der uns das „Wasser im Mund“ zusammenlaufen lässt und gegebenenfalls auch dafür sorgt, dass uns „die Nase läuft“. Wer eine frische, geschälte Ingwerknolle anbeißt, wird bald herausfinden, dass es nicht angebracht ist, sie länger im Mund zu behalten oder zu zerkauen: Die Wirkung gilt als unerträglich. Es ist dann gut, ein Glas Wasser in der Nähe zu haben, weil Ingwer auf den Schleimhäuten noch lange nachwirkt. Auf diese Weise kann auch ein unbefangener Mensch beurteilen, wie so ein Ingwerstückchen wohl anderwärts wirken mag.

Ach? Frau traut sich nicht mehr, Ingwer zu kaufen?

Wie kommt die Wurzel nun in den scheinbaren üblen Ruf, ein perverses Mittel von Fetischisten, Sadisten, Dominae und Flagellaten zu sein? Und sollte sich die notgeile Hausfrau, die zwar die anderen Textstellen von E. L. James goutiert, sich nun schämen, wenn sie im Supermarkt eine ganze „Hand“ mit vielen langen „Fingern“ Ingwer kauft?

Zunächst einmal: Das Unwissen der biederen Hausfrau ist verständlich. Ein Zitat fällt mir auf:

Ich fürchte mich jetzt, eine Ingwerwurzel im Supermarkt zu kaufen - da könnten die anderen Kunden doch etwas vermuten, oder?
.

Beim Kauf einer Ingwerwurzel? Oh, oh, welch ein Konflikt bahnt sich da an ...

Wieso schon mal was in den Po kommt

Gemach, gemach, euch kann geholfen werden, Hausfrauen dieser Erde. Denn die Sache ist so:

Nichts im Po zu haben, ist allgemein üblich, nicht wahr? Die meisten werden sich wohl nicht mehr daran erinnern (hoffe ich): An Seifenzäpfchen, medizinische Zäpfchen oder Fieberthermometer, die brutal zwischen die Pobacken gepresst wurden. Solltet ihr jemals einen medizinisch notwendigen Einlauf, eine bei vollem Bewusstsein durchgeführte Endoskopie oder dergleichen erlebt haben, so habt ihr wahrscheinlich gedacht: „Na ja, muss sein, oder? Aber ein tolles Gefühl? Nein, Danke ...“ Und der berühmte Finger im Po? Den erleben erstens hauptsächlich Männer (ja, beim Urologen, wo sonst?) und zweitens mögen auch manche Frauen gelegentlich eine gewisse Stimulation der Rosette, scheuen aber das Eindringen.

Figging - müssen wir uns jetzt auf sumpfiges Terrain begeben?

Aber damit ist noch nicht alles erklärt, was Figging betrifft. Wenn wir uns damit beschäftigen, müssen wir uns in der Tat auf ein sumpfigeres Terrain begeben – und noch mal genau gucken, worum es denn nun wirklich geht. Nämlich um den Ingwer, um Macht und Erniedrigung. Und warum das kleine Stück Ingwerwurzel zugleich lustvoll, schmerzbehaftet und verrucht sein kann.

Soweit der anständige Teil des Unanständigen, nicht wahr? Wir kommen nun zum nächsten Teil ...

(Wird fortgesetzt)
Wir raten nicht zur Ausführung, wie informieren nur

Wenn die Kerle endlich zu wimmern beginnen …

Devoter Mann - ohne Tränen
Wisst ihr, Männer glauben, sie wären umso interessanter, je mehr Schmerz sie ertragen könnten. Natürlich können sie mit dieser Haltung Frauen imponieren, die sie im Büro oder in einer Bar treffen. „Alles schier Muskelfleisch und Samenstränge“ hat mal jemand zu mir gesagt und das "Muskelfleisch" auch gleich mal gezeigt - die Samenstränge glücklicherweise nicht.

Doch gilt dies auch, wenn sich Männer einer Domina unterwerfen, um die Wonne der Schmerzlust zu genießen? Oder nur den Schmerz, um ihre Seelen vom Schmutz zu befreien?

Wir lasen gerade, was eine professionelle Domina dazu meint. Der Beitrag wurde gekürzt, überarbeitet und textlich abgemildert.

Es langweilt mich, wenn ein Kerl stoisch und ruhig bleibt. Und es nervt, denn wenn du dein Bestes tust, um ihn zu einer Reaktion zu bringen und nichts passiert – ja, was denkst du denn, wie frustig das ist?

Jede Frau will Reaktionen auf das, was sie für einen Mann tut. Und wenn du einen Mann „behandelst“, dann willst du, dass etwas passiert. Du willst, dass er die Selbstkontrolle aufgibt, sich windet, bettelt, wimmert und stöhnt.

Es ist, als ob du sein wahres Ich freilegst. Wenn der Mann weint, dich anfleht, seine Stimmlage verändert … oh ja, dann hat er bekommen, was er eigentlich wollte. Und du kannst sagen: „Ich war wirklich gut.“


Und du, was hast du zu sagen?

Hast du schon mal erlebt, dass dich ein Kerl anbettelt, etwas für ihn zu tun oder zu unterlassen? Hat schon mal ein Mann vor dir gekniet? Hat er dich angefleht? Sag es einfach … egal, ob er ein Weichei war oder ein harter Kerl, dessen Panzer du geknackt hast.

Wir schützen unsere Quellen - wir nennen weder die Urheberin des Textauszugs noch dieinen Namen, wenn du uns schreibst.

Die Dompteuse mit der Peitsche - wie die strenge Lust ins Bild gesetzt wurde

Das Details offenbart die Erotik der Dompteuse
Die Bilder von Frauen, die erotisch gekleidet und mit einer Peitsche bewaffnet abgebildet wurden, begeisterten schon unsere Vorfahren.

Das Original in Farbe
Da es nicht möglich war, solche erregenden Bilder öffentlich zu verbreiten, griff man in die Trickkiste: Im Zirkus traten Frauen ohnehin leicht bekleidet auf. Und wenn man nun eine „Dompteuse“, heute wohl als Tierlehrerin bezeichnet, mit ein paar wild aussehenden Raubkatzen in der Manege abbildet? Dann war möglich, was sonst höchst degoutant gewesen wäre. Und wiel man derartige Abbildung tatsächlich als Zirkusplakate verwendete, fielen sie auch nicht der Zensur zum Opfer.

In Schwarz-Weiß eher blässlich
Einerseits bewunderten dann alle den Mut dieser Frauen, sich den Tigern oder Löwen zu nähern, und andererseits wünschte sich mancher Herr, die Rolle des Tigers einzunehmen. Ich kannte die Abbildung bisher nur in Schwarz-Weiß, wie sie in dem Buch „Artisten- und Zirkusplakate“ (Leipzig 1975) gezeigt wurde. Dort ist ihr künstlerischer Wert allerdings kaum erkennbar.

Es gibt recht viele Bilder in dieser Art von Dompteurinnen der 1900er Jahrhundertwende, aber kaum eines ist so sinnlich ausgeführt wie dieses, das um 1900 entstand. Tatsächlich hatte der „Cirque d’Hivier“ eine namhafte „Dompteuse“, die auf dem Bild allerdings idealisiert dargestellt wurde. Als Künstler ist ein gewisser J. Boichard vermerkt. Es gibt inzwischen zahllose Nachdrucke in unterschiedlichen Formaten.

Comtesse de X, mit Maske, Anno 1895
Auch sehr interessant ist die etwas naturalistischere Zeichnung, die im „Le Petit Journal“ von 1895 abgebildet wurde. Bei der Artistin handelte es sich um eine als „Comtesse de X.“ agierende Zirkusfrau, die stets mit Maske abgebildet wurde.

Die nüchterne Seite des erotischen Schlagens und anderer Künste

Die nackte Hand auf dem nackten Po
Hast du mal einen Kriminalroman gelesen? Sicher hast du das. Und dann weißt du sicherlich, dass ein solcher Roman zumeist Polizeiarbeit bedeutet, von der die Autoren mal keine Ahnung, mal aber auch ausgefeilte Kenntnisse haben. Psychologische Kenntnisse helfen, um über Motive, Opfer und Täter zu spekulieren. Forensische und pathologische Grundkenntnisse sind nützlich … und dann menschelt es eben auch noch zwischen den modernen Paarungen zwischen Kommissar und Sergeant, vor allem, wenn beide auch noch erweiterte außerberufliche Konflikte haben.

Lerne, das Terrain kennen, auf dem dich bewegst - wenigstens ansatzweise

Alles richtig? Und nun versuchst du also, einen erotischen Roman zu schreiben. Vielleicht weißt du ja, wie die ganz gewöhnlichen Vorgänge so ablaufen … aber sicher wäre es auch nützlich, noch ein paar andere Kenntnisse zu erwerben. Einwände? „Ich soll SO etwas tun?“ Nein, nicht unbedingt. Aber du könntest deinen Horizont mal um die Vorstellungen erweitern, wie so etwas ablaufen könnte. Solltest du über etwas schreiben, was „zart und hart“ beinhaltet, dann erprobe davon wenigstens die Details, die du dir zumuten kannst. Und wenn etwas aus deiner Sicht „unappetitlich, bedrohlich oder menschenverachtend“ ist – dann lass es so weit an dich heran, dass du glaubwürdig darüber schreiben kannst. Ich kenne den Einwand: „Andere können es auch nicht und haben trotzdem Erfolg“. Mag sein. Aber ein Kriminalkommissar, der du in in Oslo oder Kopenhagen ermitteln lässt, sollte wenigstens sein Terrain kennen – und du solltest ein bisschen auf die Anatomie von Frauen und Männern achten.

Leg dich hin und knie nieder

Ach ja: Eine Kernfrage ist immer. Wenn deine Figur so-und-so liegt, sitzt oder steht, kann sie dann das-und-das wirklich ausführen? Klingt banal – ist es aber nicht. Auch hier hilft dir, dich wenigstens solo mal in die Lage zu begeben – schadet nichts, dient aber der Wahrheitsfindung.

Von Vanille zu Chili - wie scharf spürst du die Schärfe im Inneren?

Viele Sorgen macht insbesondere Autorinnen die Frage: „Was mache ich eigentlich, wenn mein Sex eher von Vanillearoma geprägt ist, meine Figur aber Chili (in echt oder mental) bevorzugt? Oder einfacher: Wie fühlt sich die Schmerlust an, bevor (ja: bevor) jemand leise „aua“ sagt oder gar vor Schmerz gellende Schreie hervorbringt und heiße Tränen vergießt?

Dazu musst du dich wirklich mit der nüchternen Seite des Schlagens und Geschlagenwerdens beschäftigen – was ausgesprochen schwerfällt, weil dabei schon im Gespräch Emotionen aufkochen.

Zehn nüchterne und hilfreiche Informationen über Schläge

Schläge haben mehrere Komponenten, an die du vielleicht noch nie gedacht hast:

1. Sie erzeugen zweifellos körperliche Schmerzen – doch fühlen sich nicht alle Schmerzen gleich an.
2. Schläge erzeugen aber auch sichtbare, beschreibbare Körperreaktionen, die keine Schmerzen darstellen. (Aufbäumen, ausweichen, Laute von sich geben, Weinen).
3. Innerhalb von Schlägen werden Schamgrenzen und andere übliche menschliche Grenzen übersprungen. (Nacktheit, Schamverletzungen)
4. Schläge erzeugen weitere verborgene körperliche Reaktionen, weil durch sie vom Gehirn Botenstoffe freigesetzt werden. (Drogenähnliche Effekte)
5. Manche Schläge erzeugen Geilheit, besonders solche, die auf das Gesäß appliziert werden.
6. Psychische Reaktionen können ausgesprochen vielfältig sein – vom „Wiedererinnern“ an frühe Erfahrungen bis hin zum Auslösen von Wut, Hass, Geilheit, Unterwerfung oder Demut.
7. Schläge sind – neben Sex und Massagen – die intimste Möglichkeit, jemandem sinnlich zu begegnen.
8. Die tatsächliche, Schmerz auslösende Wirkung von Schlägen ist von vielen Variablen abhängig: der Intensität, mit der der Schlag ausgeführt wird, der Art des Instruments, mit dem geschlagen wird, und der Schmerztoleranz dessen, der geschlagen wird.
9. Die psychische Wirkung von Schlägen ist vom Szenario abhängig, das dafür aufgebaut wurde, aber auch von der Adaptionsfähigkeit des Geschlagenen.
10. Schläge stehen stehen zumeist nicht „für sich allein“ und sind nicht immer Teil einer Bestrafung. Sie haben mal mehr, mal weniger mit Sex zu tun, können aber durchaus auch sexuelle Genüsse beflügeln.

Alles mit der Hand am Arm - der Anfang lustvoller Schläge

Als einfachstes Beispiel möchte ich euch die Schläge mit der Hand vorstellen. Sie sind die intimsten Schläge überhaupt, weil sie unmittelbar bidirektional wirken.

Der Arm dient dabei als Beschleuniger für die Hand, die erst im letzen Moment die volle Geschwindigkeit und damit die volle Energie für einen schmerzhaften Schlag abgeben kann. Wird auf das nackte Gesäß geschlagen, so ist dies ein Haut-zu-Haut-Kontakt, der bidirektional wirkt: Beide fühlen etwas, und sogar der Schlagende spürt einen leichten, flächigen Schmerz. Das ist sozusagen ein Bio-Spanking, weil nichts anderes als eine natürliche, allzeit verfügbare Ressource eingesetzt wird: die nackte Hand. Zudem entstehen zwischen dem Schlagenden und dem Geschlagenen deutlich spürbare Rückkoppelungseffekte, die von manchen der Betroffenen als besonders intim und sinnlich empfunden werden.

Handschläge dienen auch dazu, den Körper auf weitere, dann meist heftigere und nicht mehr derart flächige Schläge vorzubereiten, ähnlich wie beim „warming up“ im Sport.

Tief liegendes Nervenstechen mit Hinterteilschockwellen

Das Buch, mit dem alles begann ...
Die „Alice Kerr-Sutherland Society“ war in ihrer Blütezeit sehr bekannt, obgleich ihre Naensgeberin nach glaubwürdigen Recherchen niemals existierte. Das ist merkwürdig, weil die Gesellschaft als Autorin mehrerer Bücher auftrat, die teils im Eigenverlag, teils in bekannten Erotik-Verlagen wie beispielsweise Delectus Books erschienen. Grundlage für den Erfolg war das Buch „A Guide to the Correction of Young Gentlemen“, das 1994 bei Delectus erschien. Der Verlag gab sich alle Mühe, die Auflage von 1991 als „Wiederauflage“ eines etwa 1923 erschienenen Buches, das in spektakulärer Weise als obszön bezeichnet wurde, weshalb angeblich alle Exemplare verbrannt wurden. Das Buch, das in äußert höflicher Sprache, aber dennoch in höchst obszöner Weise die Erziehung junger Männer mithilfe der körperlichen Züchtigung beschrieb, war ein Beststeller. In der Folge tauchten dann seit 1993 zahlreiche Ausgaben einer Quartalszeitschrift zum Thema auf, in denen die Geschichte der Größe und Bedeutung der Alice-Kerr–Sutheland-Society beschworen wurde. Sie nannte sich „The Governess“ („die Gouvernante“) und beschäftigte sich in ähnlicher Weise mit der „Erziehung“ junger Männer.

Keine Alice Kerr-Sutherland in Sicht, keine Jaqueline Ophir ... und alles ist "schrecklich geheim"

Die Identität Ihrer Herausgeberin, einer gewissen Jaqueline Ophir, konnte ebenfalls niemals verifiziert werden. Überhaupt übte man sich in einer ungeheuren Geheimniskrämerei, beispielsweise, dass alle Mitglieder der Gesellschaft geheime Namen trügen, die ebenfalls als Pseudonyme im Magazin gelten würden. „Die Namen enthalten absolut keine Informationen über die Personen (ausgenommen deren Geschlecht)“. In der Ausgabe von 1993 machte man sich zudem die Mühe, einen Artikel einer gewissen „Candida“ zu veröffentlichen, die angebliche „Recherche“ über die Entwicklung von „Miss Kerr-Sutherlands weiterer Karriere“ anstellte. Es wurde mit einem Bild von Tamara de Lempicka illustriert. Das Bild zeigt die Ehefrau von Doktor Pierre Boucard, der zu ihren ersten großen Förderern gehörte – und selbstverständlich nicht die fiktive Alice.

Die Maschinerie der Kerr-Sutherland-Gesellschaft lief wie geschmiert, denn das Interesse der Frauen und Männer an körperlicher Züchtigung im Vereinigten Königreich, war enorm. Was lag da näher, als noch mehr fantastische Geschichten zu erfinden?

Die Erfindung eines deutschen Instituts für körperliche Züchtigung

Diesmal wurde ein Institut in Deutschland erfunden, das „Forschungsinstitut für Körperlichezüchtigung“ (in einem Wort), das angeblich 1906 gegründet wurde. Aus einer „Zeitschrifte Winter 1912“ wurde ein angebliches Manuskript gezeigt, das als „Sonderausgabe zur Konferenz aus Disziplin“ deklariert wurde. Doch der Artikel befasst sich nicht mit dem Dokument selbst, sondern mit einer Niederschrift des angeblichen Original-Vortrags, der in Zürich vor den Damen eines lutherischen Kirchen-Komitees gehalten wurde.

Die Fälschung verfährt nach der üblichen Methode: Zeitgeist, einige physikalische Tatsachen, neuartige Erfindungen und Entdeckungen sowie der Einsatz modernster Technologien der Zeit um 1910 machten das „Dokument“ für viele glaubwürdig. Scharfe Makro-Zeitrafferaufnahmen mit Blitzlichtbirnen schienen dem an Fotografie wenig interessierten Mitmenschen als durchaus plausibel - wenigstens, wenn man davon absieht, dass die Blitzlichtbirne erst 1928 erfunden wurde. Die Mikro-Elektroden, die im Artikel auch erwähnt wurden, hatte zwar schon 1921 Ida Henrietta Hyde erfunden, sie standen aber 1912 noch gar nicht zur Verfügung. Die Namen „Frau Doktor Gesäßjäger“ Und „Herr Ingenieur Festzubinden“ und die Mathematikerin „Fräulein Herzlos“ hätten eigentlich schon genügt, um den Vortrag als Fake zu betrachten.

Dennoch erschien alles in der Ausgabe des „Governess Compendiums“ von 1993 unter dem Titel „Eine wissenschaftliche Basis für die körperliche Züchtigung“ (A Scientefic Basis for Corporal Punishment). Da im Artikel Formeln und Grafiken verwendet werden, erhält er einen wissenschaftlichen Anstrich. Wie sich ein Rohrstock wirklich verhält, ist inzwischen übrigens ausführlich erforscht worden. Vereinfacht ausgedrückt erzeugt die geringe Oberfläche mit geringem Luftwiderstand in Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit, mit der ein Rohrstock auf der Haut auftrifft, einen heftigen, stechenden Schmerz.

Hier nun die Rückübersetzung des Textes aus dem Englischen, der angeblich auf dem bereits genannten deutschen Text basiert.

(Auszug aus zwei Teilen)

Verbesserte Techniken

Nach unseren ersten Untersuchungen haben wir mehr über die unterschiedlichen Arten des Schmerzes herausgefundenen und wie man die Verfahren verbessern kann. Zuerst messen wir die elektrischen Wellen, die von den Nerven im Hintern ausgesendet werden, mit kleinen Hautelektroden. Wir fanden dabei einen kleinen Ausschlag, wenn die Rute sanft geschlagen wurde, und einen größeren, wenn sie mit normaler Härte verwendet wird. Als Nächstes mussten wir eine genau kalibrierbare Schlagmaschine entwickeln … und das dritte, spezielle Werkzeug ist die Blitzlichtphotographiermaschine. Mit all diesen Apparaturen untersuchten wir, ob sich die Theorie bewahrheitet – und wird sind die Ersten, die so eine Laboreinrichtung entwickelt haben.


(Es folgen weitere Einlassungen, Formeln und Grafiken)

(Unsere Forschung basiert) auf der dynamischen Analyse der Hinterteilschockwellen und ihrer Stimulation durch das tief liegende Nerverstechen. Mit dieser Technik kann man erkennen, wie (sich) die Vibrationen, die beim anstechend der Nerven unter der Haut entstehen (im Körper fortpflanzen). Und Sie werden überrascht sein, wie ein Erdbeben (den Körper) in der ersten Phase durchzieht, in der dieser einen beachtlichen Schlag mit dem Rohrstock erhalten hat, wie sie auf unseren Zeitrafferaufnahmen sehen können. Und auf diesen Grundlagen entwickeln unsere Experten bereits neue Geräte, die man noch nie zuvor gesehen hat, und die besser geeignet sind, auf die empfindlichen Nerven einzuwirken.


Anmerkung: Bei diesem Skript handelt es sich um eine Rückübersetzung aus dem Englischen unter Weiterverwendung der merkwürdigen, eingestreuten deutschen Wörter.

Das Ritual der Bestrafung

Halb Strafe, halb Erotik - und ganz und gar ein Ritual
Das Ritual der Bestrafung - mal erotisch und mal ganz unerotisch - was bedeutet es? Wir versuchen, Licht in das Dunkel der sinnlichen Flagellation zu bringen und fragen uns: Ist der Wunsch nach Züchtigungen eigentlich ein Wunsch nach Ritualen?

Psychoanalyse und Wirklichkeit nebst Lust und Sühne

Folgt man Herrn Freud und dem Mainstream der Psychoanalyse, dann sind all diese Absonderlichkeiten, die Erwachsene sich als „Flagellation“ angedeihen lassen, Folgen frühkindlicher Schäden. Sie entstanden, so die Theorie, aus dem Umstand, von einer im Grunde geliebten Person gezüchtigt zu werden. Dadurch wurde sozusagen ein Lernprozess eingeleitet, der für alle Zukunft Liebe und Schläge zu einem Konvolut der Gefühle zusammenband. (1).

In der Literatur liest man oft, dass es eine andere Ursache geben mag. Dabei geht es nicht mehr um Strafen während der Kindheit, sondern um solche, die nach der Pubertät im jugendlichen Alter empfangen wurden. Dabei, so also die nächste Theorie, wurden geschlechtliche Triebe geweckt, zum Beispiel, weil die schlagende Person als eine attraktive Vertreterin des anderen Geschlechts angesehen wurde. Nur selten wird eine dritte Theorie genannt, nämlich die spielerische Rückkehr in eine Zeit, in der man nichts verantworten musste und eine Körperstrafe alles tilgen konnte.

Könnte es nun ganz andere Ursachen haben, dass Menschen sich der „reinigenden Wirkung der körperlichen Züchtigung“ im Rahmen eines erotischen Spiels unterziehen wollen? Dazu muss zunächst das erotische Spiel gewürdigt werden, und die Grundlagen dazu stehen beispielsweise bei Eric Berne. Demnach können Partnerbeziehungen als Spiele aufgefasst werden, in denen das Machtgefälle zwischen einem Eltern-ICH und einem KINDES-Ich lustvoll variiert wird.

Spiele und Rituale vom geißelnden Priester bis zur Dominatrix

Die Spiele führen uns zu einem anderen Gebiet der „großen Gefühle“, das nur selten erwähnt wird: die Rituale. Denn die Flagellation ist eine Erfindung religiöser Eiferer, die man die „Geißler“ nannte – und sie wurde bereits in Ritualen ausgeführt.

Demnach entblößt der Mönche, der sich schlagen lassen möchte, dem Priester, der die Geißel schwingt, in einem Ritual seinen entblößten Rücken, „sodass er die Schläge ungehindert empfangen kann“. Dann betete der Mönch drei Mal das Sündengebet, wobei er die Schläge verteilt empfängt – insgesamt waren es fünfzehn Schläge. Andere Schilderungen jener Zeit sprechen von anderen, noch komplexeren Ritualen. Man mag nun einwenden, dies alles stamme aus dem Mittelalter, doch waren alle Prozeduren körperlicher Züchtigung ähnlich strukturiert.(2)

Rituale, die immer wieder praktiziert werden

Rituale waren zum Beispiel:

- Die Anerkennung der Schuld und die Bereitschaft zur Sühne.
- Die Bitte, dafür bestraft zu werden.
- Das widerstandslose Ertragen der Schläge als Zeichen echter Reue.
- Der Dank für die Schläge.
- Das Nachdenken über die Schläge (zum Beispiel durch Eckenstehen)

Man mag an kompetenterer Stelle darüber nachdenken, ob es die Schläge selbst waren, die den Menschen aus Kindheit, Adoleszenz oder dem Erwachsensein in Erinnerung blieben. Oder ob es viel mehr die Rituale waren, die sich tief in die Erinnerung eingruben. Aber ich denke, dass „Schläge an sich“ einen weit schwächeren Eindruck hinterlassen als die als Rituale, unter denen sie vollzogen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit könnten die Damen, die von der viktorianischen Epoche bis heute heute den Beruf einer professionellen Flagellantin ausüben, darüber mehr sagen - und einige haben dies auch schon getan.

Die Reinigung der Psyche, die Demut und die Lust an der Strafe

Wenn ihr Romane über viktorianische Strafen gelesen habt, und wenn ihr euch vorstellen könnt, dass ein Teil dieser Strafen nach nahezu religiös anmutenden Ritualen vollzogen wurde. Und dann wisst ihr auch, dass zur Strafe vor allem die Demut gehört. Das gilt bis heute. Soll ein Erwachsener erotisch bestraft werden, so ist das Ritual nicht nur eine religionsähnliche Reinigung für seine gequälte Psyche, sondern zumeist auch eine Melange aus Lust und Leid, die sich in Hingabe und Demut äußert.

Die Parallelen zum Mittelalter zeigen sich schon darin, dass die Person, die es zu strafen gilt, nach einer Prozedur des geordneten Entkleidens demütig in der geforderten Nacktheit präsentiert, um die Schläge zu empfangen. Die moderne Priesterin sollte dabei im Grunde stets vollständig bekleidet sein, im Jargon auch CFNM (3) genannt. Ihre Predigt vollzieht sie mit dem Rohrstock oder einem anderen Instrument, das ähnlich wirkungsvoll ist, und weder sie noch der Sünder oder die Sünderin sprechen ein einziges überflüssiges Wort. Auf diese Weise werden Schuld und Sühne mit einer erotischen Komponente, aber dennoch innerhalb eines Rituals vollzogen. Sicher gibt es auch standardisierte und improvisierte Dialoge, die während der Schläge, am Anfang, am Ende oder zwischen den Schlägen vollzogen werden und die dazu dienen, den zu Bestrafenden nachdrücklich auf seine Lage hinzuweisen. Und sicher gibt es abweichende Rollenspiele aller Art, die deutlich mehr und wesentlich intensivere erotische Komponenten beinhalten. Das liegt daran, dass der Domina-Kunde für die Erfüllungen seiner Fantasie bezahlt und nicht für den Vollzug einer „korrekten Züchtigung“.

Und dennoch – sowohl in der Literatur wie auch in der Realität sind Rollenspiele beliebt, in denen Rituale dominieren, und in denen die Erotik eher durch die Ritzen schaut.

Bild: nach einer historischen Quelle (Anonym)
(1) Angeblich kamen nach einer Umfrage 1995 noch 55 Prozent der Befragten zu der Meinung, die Liebe zu Schlägen sei während der Kindheit entstanden, doch bereits 38 Prozent sagten, diese Lust sie erst während der Adoleszenz entstanden.
(2) Einige Informationen wurden dem Buch "Lob der Peitsche" entnommen (München 2001)
(3) Bekleidete Frau - nackter Mann.

Der Teppichklopfer in zarter Hand und auf zarten Popos

Auf Märkten verkaufen Korbmacher noch heute "Ausklopfer"

Der Teppichklopfer in zarter Hand - das ist ein Thema für Retro-Schmerzlust. Meist waren es Frauen, die dieses Instrument der Züchtigung führten - und oftmals waren es junge Frauen, die von ihnen geschlagen wurden. Natürlich war dies nie wirklich sinnlich - und aus heutiger Sicht sogar höchst bedenklich. Was manche Damen allerdings nicht hinderte, später ein Spiel daraus zu machen. Doch wie war das eigentlich alles? Und kann man heute noch nachvollziehen, wie jemand "ausgeklopft" wurde wie ein Teppich?

Erinnert ihr euch noch an den Teppichklopfer? Es gibt ihn heute noch bei Korbmachern, auf Wochenmärkten und manchmal sogar noch in einem Haushaltwarengeschäft. Wie ihr euch denken könnt, war er dazu gedacht, einen Teppich auszuklopfen. Man legte ihn dazu über eine Teppichstange im Hof, schlug mit dem Teppichklopfer kräftig auf beide Seiten des guten Stücks ein, und nahm ihn schließlich wieder von der Stange, um ihn wieder in die „gute Stube“ zu legen. Im Winter konnte man den Teppich auch in den Schnee legen, dann wurde er ebenfalls ausgeklopft und man konnte dann sehen, wie viel Staub später im Schnee hängen blieb.

Der Ausklopfer als Verlegenheitslösung bei Züchtigungen

Die Dienstmagd schwang den Ausklopfer - die Hausherrin nahm ihn nicht einmal in die Hand
Mancher hat den Teppichklopfer auch in einer ganz anderen Funktion kennengelernt, denn er war ein beliebtes Mittel, um den „Popovoll“ kreativer zu gestalten. Wie kaum ein anderes Instrument der Züchtigung, von der Wiedenrute vielleicht einmal abgesehen, was der Teppichklopfer das Instrument der Frau, wenn es galt, die körperliche Züchtung zu verschärfen und nachdrücklichere Wirkungen zu erzielen. Denn so viel wussten Mütter, Erzieherinnen, Gouvernanten und andere „Vollzugspersonen“: Die flache Hand auf dem Po der Tochter oder des Sohnes schmerzt auf Dauer mehr die Pobacken selbst.

Da war es natürlich vorteilhaft, dass sich die Damen mit dem Teppichklopfer, auch „Ausklopfer“ genannt, gut auskannten. Denn andere Instrumente zu führen, etwa einen Ledergurt, eine Klopfpeitsche oder einen Rohrstock, war ihnen eher nicht geläufig. Und so zog er eben in die schmerzhafte Erziehung ein, der „Ausklopfer“, der seither manchen Po markierte. Eine kleine Anekdote am Rande will ich noch erzählen: Zu früheren Zeiten war es üblich, die Tochter mit allerlei Haushaltsgegenständen im Mini-Format zu beschenken, so auch mit einer Miniaturausführung des Teppichklopfers. Und dabei entdeckte manche Erzieherin, dass sich dieser Ausklopfer viel besser für den Po der jungen Damen eignete als der Ausklopfer der Hausfrau, der deutlich schwerer zu führen war.

Wie wirkte eigentlich der Teppichklopfer?

Ein Ausklopfer hat eine durchbrochene Fläche, die der Luft relativ wenig Widerstand entgegensetzt. Da der Schaft sehr flexibel ist, gewinnt der Teppichklopfer beim Schlagen an Geschwindigkeit und trifft mit großer Wuchte auf den Teppich auf – allerdings fängt die durchbrochene Fläche dann den Schlag wieder ab, sodass der Teppich zwar ausgeklopft, aber nicht zerstört werden kann.

Wenn du dir nun vorstellst, dass sich dies auf den Po ungefähr genauso auswirkt wie auf den Teppich, dann kannst du ermessen, wie sich die Strafe auf dem Po und im Kopf anfühlt. Die Erniedrigung ist groß, weil mit einem Haushaltsgegenstand geschlagen wird, der Schmerz liegt im mittleren Bereich und wird zunächst wegen der flächigen Verteilung nicht als extrem wahrgenommen. Auf Dauer jedoch wird derjenige, der die Schläge empfängt, ein deutliches Brennen verspüren, zumal, wenn so heftig zugeschlagen wird, dass noch lange sichtbare und fühlbare Muster (durch die geflochtene Struktur) entstehen. Aus Erfahrungsberichten geht auch hervor, dass es auf die Stellung ankommt, die jemand einnimmt, wenn er mit dem Teppichklopfer gezüchtigt wurde – und natürlich, wie immer bei Züchtigungen, ob die Schläge aufs Höschen oder auf den nackten Po niedergingen.

Die Lust am Teppichklopfer

Ein altes Symbol für moderne Rollenspiele?
Teppichklopfer werden gelegentlich noch für erotische Strafspiele verwendet. Dabei versuchen die Partner, an die Spannung und Beschämung anzuknüpfen, die sie als Kinder empfundene haben. Allerdings geben sich heutzutage immer mehr Menschen der spielerischen Strafe hin, die in Jugendzeit niemals solche Erfahrungen machen mussten. Das ist auf die Situation zurückzuführen, die meist als extrem skurril empfundenen wird: hier die Person, die ein Haushaltsgerät führt und sich damit auf die Stufe einer Bediensteten stellt (eine feine Dame hätte niemals mit einem Haushaltsgerät gezüchtigt). Dort die Person, die sich nach Art eines Kindes, eines Internatszöglings oder eines Backfisches (1) in die Position der (manchmal auch des) Bestraften begibt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch diese Konstellation ihre Reize hat – ein wenig frivole Retro-Erotik liegt in fast allen Spielen, die mit der erotischen Züchtigung unter Erwachsenen zu tun haben.

(1) "Backfische" der damaligen Zeit waren alle Frauen vor ihrer Verlobungszeit.
Der Original-Artikel erschien am 22, Februar 2017 bei "Sinnlichschreiben" - er wurde nicht verändert

Die Liebe zu Schlägen auf den Po – Luststeigerung oder psychische Spätfolgen?

Die Präsentation - schamvoll, ängstlich oder begeistert?
Als ich vor Jahren einmal ein Forum las, indem gefragt wurde, ob „das Rot der frühen Jahre“ auf seidenweichen, fahlen Hintern später in neurotischem Sexverhalten endet, war die Antwort mal „ja“, mal „nein“. Hatte ich mich damals eigentlich genügend „in die Materie“ eingearbeitet? Mir ging es nur um Schläge auf den Po. Keine „typischen“ SM-Aktivitäten, bei denen Demut, Striemen und Tränen verlangt wurden.

Wie ist das nun wirklich mit dem hübsch geröteten Po?

Also bleibe ich auch diesmal dabei: Schläge auf den Po. Geht man so etwas nüchtern an? Rein anatomisch? Vielleicht psychologisch? Oder einfach vom „Sinnlichen“ her? Was passiert im Körper, was machen die Nerven dabei? Wie fühlt sich jemand, der geschlagen wird?

Psychologie: Wer tat dir das alles an, du armes Wesen?

Ich habe damals meine psychologisch „vorgebildete“ Schulfreundin Annemarie gefragt. Sie hat behauptet, dass Frauen, die in der Kindheit versohlt wurden, im Erwachsenenalter „krankhafte Züge von Schmerzsucht“ empfinden könnten, weshalb man auf junge Mädchen auf gar keinen Fall auf den Po schlagen sollte (wenn überhaupt irgendwo hin). Aber „in der Kindheit“? Wird nicht eher die Zeit zwischen 12 und 16 verdächtigt, für die Schmerzlust späterer Jahre verantwortlich zu sein?

Jungs schieben die Schuld gerne auf die Mütter

Traum der Knaben?
Inzwischen habe ich so etwas auch über Jungen gelesen. Ich finde ja nun wirklich komisch, dass Jungens in Foren immer behaupten, von der Mutter geschlagen worden zu sein. Die Pyjamahose runter und feste mit dem Teppichklopfer auf den nackten Po? Das tut weh, klar. Aber ist das ein Grund, später Lust an Schlägen zu haben?

Ja, sagen manche Jungs. Was ich wirklich eigenartig finde: Sie behaupten, noch nach der Pubertät den nackten Hintern hochgereckt zu haben, um Schläge von der Mutter zu bekommen. Einige waren damals schon ein bisschen eigenartig veranlagt (zum Beispiel, weil sie die Schlüpfer ihrer Schwester trugen und darin … oh, oh …). Doch wenn der Knabe dabei „geil wird“, wenn er „übers Knie genommen“ wird und sein Ejakulat auf ihrem Wollkleid hinterlässt, dann kann ich nicht mehr annehmen, dass es sich um einen bloßen Zufall handelt.

Das Klischee über die Jungs: Schläge und Frauenbrüste

Ob die Jungs irgendwie verkorkst wurden? In jedem Buch, das du über „devote Männer“ oder Sado-Maso-Männer“ liest, kommt eine Jugenderinnerung vor, die ungefähr so geht:

Eine schöne Frau (nicht die Mutter, sondern eine schöne, zart-bittere Verwandte) haut dem jungen Mann als Strafmaßnahme einen Hinternvoll, als plötzlich ein Trägerchen fällt und er ihre nackte Brust sieht.

Die Geschichte gibt’s in vielen Variationen, aber sie beinhaltet immer einen Moment, in dem Schläge, eine Wollust eine Erektion oder gar der Abgang von Spermaflüssigkeit zusammenkommen. Gibt zwar einen hübschen Roman, aber ob’s die Realität ist?

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Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.

Hoffentlich hast du Freude daran ...

mir macht es spaß, dir hoffentlich auch ...
Nein, dass was du jetzt an neuen sinnlichen Erfahrungen bekommst, hat nichts damit zu tun, was du vielleicht erwartet hast. Und du musst nicht „Bitte“ und „Danke“ sagen.

Ich tue es nur zu meinem Vergnügen, und ich hoffe für dich, dass du auch Freude daran findest.

Weißt du, hierauf dem Land, ist es ziemlich langweilig, da freut sich jede Frau auf ein bisschen Abwechslung.

Der Text aus einem Blog gehörte ursprünglich nicht zum Bild unbekannter Herkunft - wir fanden ihn humorvoll.