Fließende Sexualität

  ergänzungen, sex Keine Kommentare

Auch: Fließende sexuelle Orientierung, fließende sexuelle Ausrichtung, fließende Präferenz.

Die meisten Sexualforscher gehen davon aus, dass Menschen die sexuelle Präferenz, Ausrichtung oder Orientierung niemals wechseln, wenn sie einmal zu einer der drei Haupt-Ausrichtungen (heterosexuell, homosexuell, bisexuell) gefunden haben.

Dem widersprechen diejenigen, die über den unbefangenen, selbstbestimmten und lustvollen Wechsel geforscht haben. Personen mit fließender sexueller Identität fühlen sich demnach zu keine der Gruppen zugehörig, sondern entscheiden sich spontan oder situativ, den Geschlechtsverkehr mit einer Person einzugehen, gleich, ob sie männlich oder weiblich ist. Dabei kann es sich um Liebschaften, Affären oder länger dauernde Beziehungen handeln.

Warum „fließende Sexualität?

Der Begriff „fließender Sexualität“ („sexual fluidity“) wird benutzt, wenn sich die Personen mit wechselnden sexuellen Bedürfnissen sich nicht etikettieren lassen wollen. Wenn Wissenschaftler oder LGBT-Kreise den Begriff benutzen, sprechen sie von „fließender Präferenz“ oder „fließender Orientierung“.

Das Phänomen der „fließenden Sexualität“ wurde durch Befragungen von Frauen festgestellt. Wissenschaftlich beschrieben wurde es von der Psychologin und Feministin Lisa M. Diamond, die zum Thema auch ein Buch geschrieben hat. Der Begriff ist neu und hat sich nicht überall durchsetzen können.

Heterosexuell oder nicht?

Wenn sich die betroffenen Personen als „heterosexuell“ bezeichnen, werden sie oft als „heteroflexibel“ eingestuft, das heißt, sie leben grundsätzlich wie andere Heterosexuelle auch, weichen aber gelegentlich davon ab. Sie sehen dies als ihr Persönlichkeitsrecht an und glauben selber nicht, damit ihre Orientierung zu wechseln. Manchmal wird aber auch versucht, die „fließende Sexualität“ in das übliche System der sexuellen Orientierungen einzubinden.