Masochismus

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Masochismus als lustvolle Handlung

Im Volksmund ist ein Masochist zumeist ein Mensch, der es liebt, unter etwas oder jemandem zu leiden. In der älteren psychiatrischen Literatur ist er hingegen ein Mensch, der sich nach Bestrafung, Schmerz, Erniedrigung oder Fesselungen sehnt. Dabei kann er manche Art von Gefühlen erleben, unter anderem auch sexuelle Lüste.

Namensgeber ist einerseits der Rechtsmediziner Krafft-Ebing, der diese Definition zum ersten Mal in seinem umstrittenen Buch „Psychopathia sexualis“ beschrieb, andererseits dessen Intimfeind Leopold Ritter von Sado-Masoch. („Venus im Pelz“)

Drei Sichtweisen des Masochismus

Inzwischen unterscheidet man nicht nur die volkstümliche Ansicht von der psychiatrischen Sichtweise, sondern auch die lustvollen Qualen, die aus sinnlichen Gründen gesucht werden, von den krankhaften.

Über die Ursachen des Masochismus ist wenig bekannt. Nahezu alle Säugetiere verfügen über ein Unterwerfungsverhalten, das sie schützt und oder in die soziale Gemeinschaft re-integriert.

Manche Lexika behaupten, dass die Tiefenpsychologie eine Erklärung dafür haben: Demnach wäre Masochismus ein Abwehrverhalten.

In Wahrheit sind alle psychologischen und psychiatrischen Erklärungen Spekulationen, soweit dies den Bereich der lustvollen sexuellen Unterwerfung oder anderer lustvoller Spiele betrifft.

Davon zu trennen ist der nicht-sexuell motivierte Masochismus, der eigentlich eher die Sucht ist, sich selbst zu zerstören. Er gehört kaum in die Gruppe, die einstmals in einen Zusammenhang mit der Sexualität gebracht wurde.

Vieldeutigkeit und fragwürdige Verwendung

Da der Begriff vieldeutig ist, sollte er öffentlich besser gar nicht verwendet werden. Die Presse, die sexuell Neugierigen und die Küchenpsychologen benutzen ihn dennoch ständig. Da „masochistische“ Eigenschaften in der Literatur auch mit Sadismus verknüpft werden, hat sich ein weiterer Begriff, der „Sadomasochismus“ verbreitet. Er wird überwiegend über die Boulevardpressebegriff als „Sadomaso“ verbreitet und richtet sich an Menschen, die nicht in der Lage sind, die Hintergründe zu verstehen.

Masochismus – orientieren am Sprachgebrauch

Hinweis: Dieser Eintrag vermeidet bewusst, die Definitionen der Psychiatrie zu verwenden. Auch die Ansichten der BDSM-Community fließen nicht in die Betrachtungen ein. Vielmehr versuchen wir, die heutige Bedeutung für jeden einzelnen zu erläutern, der in irgendeiner Weise mit dem Thema konfrontiert wird, insbesondere in der Literatur und der Sprachwelt des 21. Jahrhunderts.