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Blogs über sexuelle Befindlichkeit bewähren sich nicht

Das Private sollte privat bleiben
Die Frau, von der ich gerade las, ist nicht die Einzige oder Erste der Erotik-Bloggerinnen, die ihr Blog „ruhen lassen“ oder ganz aufgeben. Und sie wird nicht die Letzte sein. Persönliche Blogs enthalten, auch wenn sie anonym geführt werden viel zu viel „Befindlichkeiten“. Dazu gehören auch Irrungen und Verwirrungen, die so persönlich sind, dass es eigentlich peinlich wäre, so etwas zu veröffentlichen.

Natürlich können Blogs „Logbücher über das eigene Leben“ sein – aber wesentlich interessanter sind literarisch aufbereitete Blogs, die über Gedanken und Gefühle berichten, die andere Personen teilen können – die aber nicht notwendigerweise „gestern“ durchlebt wurden.

Ich kann mich recht gut erinnern, dass ich zu Anfang angegriffen wurde, weil ich nicht über mein persönliches Leben berichtet habe, sondern nur Gedanken und Nachrichten verbreitet habe. Erst kürzlich hatte ich eine kurze Auseinandersetzung mit der Inhaberin eines Lifestylemagazins. Sie suchte wahrhaftig einen Autor, der „all das selbst erlebt hat“ worüber er schreibt. Ich sag euch mal dies: Kein Schriftsteller oder auch nur Journalist gibt das ungefiltert weiter, was er „wirklich“ erlebt und „wirklich“ fühlt. Und ich gehe einen Schritt weiter: Diejenigen, die es tun, fühle nicht wirklich, sondern filtern gewisse Gefühle aus, die sie gerne in den Vordergrund rücke möchten. Wesentlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie die Geschichten einfach erfinden.

Und nur so ganz nebenbei, für die kleinen Schlaumeier(innen): „Ganz echte“ Geschichten beinhalten auch immer andere, uns nahestehende Personen, die wir auf keinen Fall in die Öffentlichkeit zerren wollen. Wer’s trotzdem tut, genießt nicht gerade meine Hochachtung – und zum Hassen sind mir diese Leute zu unbedeutend.

Zu Beginn meines Blogs ging es darum, meine (erotische) Reise mit anderen zu teilen. Dann entwickelte sich also eher dazu, dass ich etwas über mich selbst lernte, eine Sprache dafür zu finden und gehört zu werden. … Wenn ich heute zurückschaue, bin ich nicht glücklich damit. (1)


Ich behaupte, dass niemand glücklich wird, wenn er öffentlich (und unbearbeitet) sein Innerstes nach außen kehrt. Und mal ganz einfach gefragt: Warum sollte er damit positive Anerkennung gewinnen?

(1) Das Zitat wurde ohne LInk veröffentlicht, da dort auch Inhalte zu finden sind, mit denen ich euch nicht konfrontieren möchte.

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