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Das Petting

Intime Berührungen - der vierte Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt. Man nannte diese Berührungen auch "Petting" das Wort war einmal sehr pupulär.

Serie: Intimes erklärt
Intime Berührungen sind etwas aus der Mode gekommen. Sie waren einstmals sehr beliebt unter Paaren, die miteinander „intim“ werden wollten, ohne dass der Penis die Vagina eindrang. Da die meisten Frauen in der Glanzzeit dieser Methode weder Fellatio geben mochten noch Cunnilingus erwarteten, blieb jede Form von Oralverkehr „außen vor“. Stattdessen waren die Hände gefragt, die damals über und unter der Kleidung zu Werke gingen, um Lüste zu erzeugen. Zumeist gingen die Paare dabei nicht sehr geschickt zuwege, sodass der sinnliche Genuss großenteils ausblieb. Das wurde allerdings billigend in Kauf genommen, denn allein die Hitzewellen, die dabei durch den Körper gingen, wurden als sinnlicher Erfolg verbucht. Warum man nicht einfach zum „ganz normalen Geschlechtsverkehr“ überging? Sehr einfach: Die Mädchen sollten „keusch“ bleiben, um ihre Jungfräulichkeit später noch unter Beweis stellen zu können. Und dann war da noch die Angst vor Schwangerschaften.

Zur Veranschaulichung stelle man sich ein Paar vor, die Frau in einem Rock, der Mann in Jeans, die einander eng umschlungen sitzend gegenseitig masturbieren. Bei besonders scheuen und übervorsichtigen Paaren wurde „durch die Kleidung“ masturbiert, also entweder über Jeans, Bluse und Rock oder oberhalb der ersten erreichbaren Unterbekleidung. Den Weg freizumachen und die Hand auf die Genitalien zu legen und sie zu reiben galt als besonderes Zugeständnis für den Partner – man nannte es früher „heavy petting“.

Heute ist „Gegenseitiges Masturbieren“ (Mutual Masturbation) der geläufigere Ausdruck als „Petting“. Manche Paare wählen auch heute noch bewusst diesen Weg, sich auf den eigentlichen Geschlechtsakt vorzubereiten, weil er als erregend und sehr sinnlich gilt. Die Masturbation des Partners (ohne Gegenseitigkeit) ist zudem ein vielfach geäußerter geheimer Wunsch, der sich in erotischen Träumen niederschlägt.

Der Sex

Der Sex - der dritte Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Sex – dieses kleine Wort ohne eine weitere Buchstabenfolge gibt es im Deutschen noch nicht lange. Alles, was wir heute mit dem Wort „sexuell“ bezeichnen, bedeutet „das Geschlechtliche betreffend“ und auch das Wort „Sex“ sagt kaum mehr aus als „das Geschlechtliche“. Eine sexuelle Beziehung zeichnet sich dadurch aus, dass in ihr das Geschlechtliche hervorgehoben wird, also nicht die Freundschaft und nichts das, was man unter „Liebe“ zusammenfassen könnte.

In einem Lexikon heißt es, Sex sei die praktische Ausübung der Sexualität. Das bedeutet: Jede Handlung, die sich in irgendeiner Form auf die Sexualität zurückführen lässt, ist auch „Sex“.

Was wieder viele überraschen wird. Denn dann ist Sex am Ende auch Strippen, Zurschaustellen, Masturbieren, Fellatio, Cunnilingus, Fingern und vieles ander mehr.

Und damit wären wir bei einem Dilemma: Sex „haben“ ist alles, was die eigene Sexualität hergibt und dazu noch das, was ein anderer Mensch zulässt. Aber kein Wort, das irgendetwas zuverlässig beschreibt.

Die Verliebtheit

Die Verliebtheit - der zweite Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Verliebtheit ist eine Maske für das sexuelle Verlangen. Der Begriff entstand, als die körperliche Begierde romantisiert wurde. Um es kurz zu machen: „Verbliebt sein“ konnte auch eine reine Jungfrau aus bürgerlichem Stand - eine wilde Begierde für einen Mann entwickeln dufte sie nicht.

Bis heute hat sich der Begriff erhalten – einerseits in Schilderung der „romantischen Liebe“ in all ihren Spielarten – andererseits aber auch als Zustand der Verwirrung.

Die zweite Definition haben Ärzte und Psychologen schon früh herausgefunden, ohne einen Beweis dafür zu finden. Erst viel später konnte man nachweisen, dass es körpereigene Drogen (Neurotransmitter) sind, die diese Zustände bewirken. Sie dienen dazu, die aufkommende Lust möglichst schnell in einen Geschlechtsakt zu verwandeln. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass ein menschliches Gehirn in der Lage ist, im Zustand der Verliebtheit auch Fantasien zu entwickeln, die jeder realen Grundlage entbehren.

Rufen wir uns noch einen Moment in die Erinnerung zurück, dass es Drogen sind, die diese Verliebtheits- und Verwirrtheitszustände auslösen. Das Wort „körpereigene“ ist dabei zwar zutreffend, aber dennoch eine Verniedlichung, denn diese Drogen wirken ähnlich wie Opiate.

Diese Drogen wirken individuell unterschiedlich: Sie können als Bereicherung empfunden werden – und ihre Auswirkungen sind in abgemilderter Form in nahezu jedem Liebesroman zu finden. Sie können aber auch Schaden anrichten und spontanen, ungeschützten Geschlechtsverkehr bewirken, von massiver Selbsttäuschung einmal ganz abgesehen. Dann reden wir von Abhängigkeiten, Neurosen oder sogar Suizid.

Heute sehen wir die „Verliebtheit“ deshalb kritischer als die Menschen vor etwa 150 Jahren, die den Begriff erfanden. Wir wissen mehr darüber, und wir können die Romantik von der Realität trennen, wenn wir uns eine gesunde Psyche bewahrt haben. Und wir streben immer nach einem Ideal nach, das die Zeiten überdauert hat: Wir wünschen uns, dass sich die Verliebtheit nach einiger Zeit in Liebe verwandelt.

Feminisierung – was du wissen musst, bevor du’s tust

Frau oder Mann? Jedes weiche Männergesicht lässt sich feminin schminken ...
Nachdem unsere Medien ständig nach Tipps zur Feminisierung von Männern abgesucht wird, haben wir hier einmal zusammengetragen, was es bedeutet, einen Mann sinnlich zu feminisieren. Wir sagen auch, wie es funktioniert und warum es ihr und ihm gut tun kann – oder eben auch nicht. Und wir werden uns später auch noch an Autorinnen wenden, die darüber Romane und Kurzgeschichten schreiben wollen.

Feminisierung heißt eigentlich nichts mehr als „Verweiblichung”. Der Begriff wird in der Biologie wie auch in der Soziologie verwendet. Dort spricht man von „Feminierung“, wenn ganze Berufsgruppen, in denen vormals beide Geschlechter tätig waren oder die von Männern dominiert wurde, nunmehr fast ausschließlich Frauen arbeiten.

Die Idee: weibliche Züge an Männern betonen

In bestimmten erotischen Szenerien wie auch in der erotischen Literatur bedeutet Feminisierung, die weiblichen Züge von geeigneten Männern in Geist, Psyche, Verhalten, Kleidung und letztendlich auch im Körperlichen hervorzuheben.

Gegen 1900 gehörte in jedem Fall ein Korsett dazu
Die Frage, warum Männer sich gerne wie Frauen fühlen wollen, sich wie Frauen kleiden wollen und letztendlich auch wie Frauen behandelt werden wollen, kann nicht exakt beantwortet werden. Teils ist es einfach die Lust, in die Welt des anderen Geschlechts hineinzuriechen, ohne wirklich ihr Bestandteil sein. Dabei schwanken Männer zwischen Neugierde, Abenteuerlust, Faszination und Neigung. Manche Männer wollen einfach wissen, wie „man“ sich in femininen Dessous, Kleidern und Röcken fühlt, anderen geht es um die Faszination, sich feminin schminken zu lassen. Und immer mehr Männer sind mit Sicherheit auch daran interessiert, sexuell ähnlich wie eine Frau behandelt zu werden.

Feminisierung ist also eine Möglichkeit, sich für kurze Zeit in einer geschützten Umgebung als Frau zu fühlen und als Frau behandelt zu werden. In vielen Fällen folgt nach der „Wandlung“ zur Frau eine Art Rollenspiel, in dem sich der feminisierte Mann der Frau unterwirft. Ein großer Teil dieser Rollenspiele hat Züge von erotischem Masochismus.

Wie weit gehen die Männer?

Normalerweise sind Ausflüge in die Welt der Weiblichkeit für Männer absolut erregend, zugleich schämen sie sich aber auch ihrer Neigung. Deswegen suchen viele Männer den geschützten Bereich einer SM-Beziehung oder eines Domina-Studios, dessen Betreiberinnen auf so etwas in der Regel vorbereitet sind. Wie weit die Männer dabei gehen, ist höchst unterschiedlich. Manche Männer lassen sich im Anschluss an die Wandlung demütigen, schlagen oder anal penetrieren. Andere genießen einfach, geschminkt zu sein, zarte Wäsche am Körper zu spüren oder Röcke zu tragen.

Rollenspiele und Zwangsfeminisierung

Rollenspiele sind, wie der Name sagt, Spiele damit, die Rolle eines anderen anzunehmen, der man selbst nicht ist. Im Grunde fühlt der Mann sich wie ein Schauspieler, der ja auch nicht ist, was er zu sein vorgibt. Hinzu kommt dann aber noch die prickelnde Erotik, das süße Geheimnis, das sinnlich-verbotene an der Handlung. Ganz anders verhält es sich mit der forcierten Feminisierung, auch Zwangsfeminisierung genannt.

Süße Fiktion, brutale Realität

Umstritten ist, ob Zwangsfeminisierung real ist oder eher eine urbane Legende. Das Wort steht für eine Art „Umerziehungsprogramm“, das einer Gehirnwäsche nicht unähnlich ist. Dahinter steht eine Beziehung, in der plötzlich die Aussage fällt: „Wenn du weiter Sex mit mir haben willst, dann lasse dich verweiblichen“. Diese „harte Methode“ ist allerdings oft nur ein Fantasieprodukt der erotischen Literatur. Dennoch gibt es einige in sich abgeschlossene Cliquen, die diese Art von Feminisierung ernsthaft betreiben. Da „reale“ Feminisierung schwerwiegende soziale Folgen haben kann, wird allgemein davon abgeraten, diesen Weg in die Abhängigkeit zu gehen.

Doch auch im Rollenspiel gibt es Situationen, in denen sich der Mann „ganz in die Rolle“ einfühlt und es genießt, in diesem Moment eine Frau sein zu dürfen. Man nennt solche einen Mann abfällig auch eine „Sissy“, was in etwa „Schwesterchen“ bedeutet.

Obgleich es weitaus mehr Männer gibt, die sich gerne einmal verweiblichen lassen würden, als Frauen, die dies forcieren, lohnt sich doch ein Blick auf das, was Frauen beachten sollten, die einen Sissymann im Rollenspiel beherrschen wollen.

Den Mann mit femininer Lust anfüttern

Du beginnst mit dem Anfüttern: Weibliche Strümpfe und Höschen sowie einen Rock zu tragen, sind gute Startoptionen. Er darf natürlich auch Strapse unter den Nadelstreifen tragen, wenn er sich traut, aber das ist schon sehr gewagt für den Anfang. Du wirst bald merken: Das Gefühl, weiche, feminine Kleidung unter einem weiten Rück zu tragen, wird den Mann beflügeln.

Äußerliche Feminisierung

Posieren für die Kamera in Dessous
Nach und nach muss der Mann lernen, den Körper zu enthaaren und sich zu schminken – auch die Lippen. Versuche, ihm Schmuck (auch Ohrringe und Halsketten) nahebringen und lehre ihn, wie man die Finger- und Fußnägel lackiert. Der Kauf weiblicher Kleidung kann zum Problem werden – löse es beizeiten. Gib ihm einen Frauennamen, sobald die Feminisierung beginnt. Sorge im eigenen Interesse dafür, dass er sich vollständig zurückverwandelt, bevor er ins Büro geht. Die Enthaarung wird niemandem auffallen.

Vorübergehende Verhaltensmodifikation

Die meisten Verhaltensmodifikationen, die nötig sind, können leicht erlernt werden und benötigen keine „Gehirnwäsche“. Verhaltensmodifikationen können situativ erlernt und angewendet werden. Lehre deinen Mann beispielsweise, wie eine Frau zu gehen und dabei High Heels zu tragen. Er wird den Gang dann nur anwenden, wenn er tatsächlich High Heels trägt. Zeige ihm, wie man bescheidener und zurückhaltender auftritt. Lehre ihm, mit sanfter und einschmeichelnder Stimme zu sprechen.

Innere Feminisierung, Charakterwandel

Die innere Feminisierung ist ein komplizierter Prozess, der mit den Methoden moderner Gehirnwäsche, Zwangsmaßnahmen und Sexentzug durchgeführt wird. Das ist nichts für für "Amateursissies" und Rattengift für berufstätige Männer, die für dich noch viel Geld ins Haus bringen sollen. Du kannst aber dafür sorgen, dass dein Mann sich während des Rollenspiels unterwürfig und bereitwillig zeigt.

Vollendung des feminisierten Mannes

Wenn du mit deiner Sissy das Haus verlassen willst oder sie gar auf Partys „vorführen“ willst, braucht sie äußerlich noch noch eine perfekte Perücke, absolut professionelles Make-up und künstliche Brüste. Denke auch an betont femininen Schmuck, High Heels und ähnliche Attribute. Ein minimales Sprachtraining (Alt-Stimme), weichere Bewegungen sowie Maßnahmen, den Gang zu modifizieren, sind unerlässlich. Wichtig ist auch, einen eventuell hervorstehenden Adamsapfel und natürlich seinen Penis geschickt zu verbergen.

Lüste - die finale Feminisierung

Über Sex und Liebe reden wir ein anderes Mal. Dein Sissyspieler muss zumindest wissen, wie eine Frau einen Mann befriedigen kann, ohne sich zu entblößen. Und weil eine „richtige Sissy“ auch mal „hart rangenommen“ werden will, empfiehlt sich, sie (und dich) beizeiten mit dem „Pegging“ vertraut zu machen. Es ist also bisweilen unerlässlich, sie/ihm auch sexuell "als Frau zu behandeln".

Vorteile für den feminisierten Mann

Alles ist total aufregend und wahnsinnig anregend für den feminisierten Mann – wenn er es mag. Manche Männer können gar nicht genug davon kriegen, ein „süßes Mädchen“ oder eine „sexy Frau“ spielen zu dürfen. Wenn er keinen Gefallen daran findet, sich als Frau zu fühlen dun gegebenenfalls zu unterwerfen, ist es uninteressant für beide.

Vorteile für die Frau

Dein Mann gehört in Zukunft in beiden Rollen dir – mal als Spielzeug, mal als Ehemann. Du musst mit deinen unterschiedlichen Rollen zurechtkommen, so wie der Mann mit seinen beiden Rollen zurechtkommen muss.

Warnung vor falschen Vorbildern

Berichte im Internet über Feminisierungen sollten nicht zu ernst genommen werden. Viele sind reine Produkte einer lustvollen Fantasie, andere sind real, aber sozial unverträglich. Denke dran, dass du nur eine neue erotische Seite deines Mannes und eine neue Rolle als Frau kennenlernen willst – viele andere Dinge sollen aber zumeist bleiben, wie sie sind. Gefährde also nie eine Ehe oder Freundschaft durch eine „forcierte Feminisierung“.

Ein Wort an Autorinnen, die sich für das Thema interessieren

Falls du diesen Artikel liest, weil du einen Roman über Feminisierung schreiben willst, lies demnächst hier weiter. Wir haben dich im Blick, und du solltest uns im Blick haben. Ein Roman soll ja nicht die Realität abbilden, sondern die Fantasie beflügeln. Und in der Fantasie lassen sich viele Männer gerne von deinen Worten feminisieren – und Frauen sind ganz begierig darauf, solche Romane zu lesen.

Teile diese Artikels wurden bereits in der Liebeszeitung vom 14. Januar 2010 veröffentlicht. Das © 2018 am Text liegt allein bei liebesverlag.de, ein Copyright an den Bildern konnte nicht ermittelt werden.

Schweden - Sex muss freiwillig sein

"Sex muss freiwillig sein" – wer würde das bestreiten? Doch wenn jemand einen solchen Satz besonders betont, und dies gar noch vor einem Parlament, wie jetzt in Schweden, werden Zweifel laut: Ja, war den Sex in Schweden bisher nicht freiwillig?

Verträge zwischen Personen können nahezu überall auf der Welt mündlich, schriftlich oder in anderer Weise geschlossen werden. Man spricht unter Juristen auch von zwei „übereinstimmenden Willenserklärungen“. Und nun erkennen wir, was gemeint ist: „Nein“ ist „nein“, wie anderwärts auch, aber „dulden“ soll nicht mehr als „Ja“ gewertet werden können.

Wer sagt schon: Bist du einverstanden, jetzt mit mir zu vögeln?

Dem kann eigentlich auch jeder zustimmen – die Frage ist nur: Wie sagt jemand „Ja“? Und darüber streite man nun heftig. Und das hat sicher seinen Grund, denn bisher fragte kaum jemand: „Du, Ebba, willst du jetzt mir mir schlafen? Und wenn ja, sag mir bitte, wie du es gerne hättest, damit ich nichts falsch mache?“ Und das wird auch in Zukunft kaum jemand fragen. Also werden sich Ebba und Eric wohl auch in Zukunft „nonverbal“ verständigen müssen.

Der „positive nonverbale Beweis“? Nun ja, er ist wahrscheinlich nicht zu erbringen.

Gewachsen auf dem Acker des Feminismus - für heterosexuelle Frauen?

Und das Gesetz? Es ist auf dem Acker des Feminismus gewachsen und von der MeToo-Debatte gedüngt worden. Zwar gilt es offiziell für beide Geschlechter und deren Möglichkeiten, aber es ist klar ein Pro-Feminismus-Gesetz, das überwiegend die Beziehungen zwischen weiblichen und männlichen sogenannten „Heterosexuellen“ regulieren soll.

Das Gesetz hat einen Sinn - aber einen anderen

Der Sinn freilich liegt tiefer: Der Alkoholkonsum, möglicherweise auch der Konsum anderer Drogen, spielt eine immer größere Rolle unter Jugendlichen und leichtfertigen Erwachsenen. Sie waren offenbar vielfach „nicht im Vollbesitz ihres Bewusstseins“, als sie sich ohne „Nein“ und ohne nennenswerte andere Abwehrregung sexuell „benutzen“ ließen. Sie in dieser Weise zu überrumpeln, ist gemein, hinterhältig und in jeder Weise zu verachten.

Die Frage bleibt dennoch: Wie werden die Menschen in Schweden einander signalisieren, dass sie jetzt und hier miteinander vögeln wollen?

Dialoge im erotischen Roman – andere Regeln für die Lust

Dialoge nötig? Zum Beispiel "gefällt dir, was du siehst?"
Dialoge im erotischen Roman – andere Regeln für die Lust - mit Dialogbeispeilen aus drei Jahrhunderten.

Wie man erotische Dialoge schreibt? Ja gibt es denn überhaupt etwas zu sagen beim Geschlechtsverkehr? Offenbar denken viele Autorinnen und Autoren so. Und während Google 12.000 deutschsprachige Einträge zum Thema „Dialoge schreiben“ aufweist, bekommst du beim Thema „erotische Dialoge schreiben“ (mit Anführungszeichen) gar keine Ergebnisse.

Guten Rat gibt es dennoch allüberall. Doch wer die entsprechenden Webseiten öffnet, wird bald herausfinden: Der größte Teil besteht aus Werbung für Bücher oder für Kurse an Schreibschulen.

Dialoge sind nicht einfach „wörtliche Rede“

Beschäftigen wir uns also einen Moment mit „erotischen Dialogen“. Ich unterstelle, dass ihr wisst, was ein Dialog ist – denn es ist nicht, wie uns die Schule lehrt, „wörtliche Rede“. In Wahrheit ist der Dialog ein Zwiegespräch, das den Lesern etwas über die Art von Beziehung mitteilen soll, die unsere Figuren miteinander verbindet oder trennt.

Viel mehr als nur „Stilmittel“

Die Ratschläge, die Autorinnen und Autoren von Schreibschulen bekommen, sind gut gemeint, aber dennoch fragwürdig. Denn Dialoge sind mehr als Stilmittel. Der Dialog soll den Lesern vor allem zeigen, wie zwei Menschen zueinander stehen, und dann, was sich aus dem Dialog heraus verändert. Wenn die Figuren aneinander vorbeireden, einander belügen, sich voreinander verstecken oder einander ausweichen, muss dies erkennbar werden.

Die Dialoge der Lust – knallhart oder verschleiert?

In der Liebe, ob wir sie als romantisch oder hochgradig erotisch beschreiben, spielt der Dialog eine besondere Rolle: Er ist fast immer unvollkommen, und das, was gesagt wird, ist selten das, was gemeint ist. Das ist der Hauptgrund für lange, oft zögerlich angesetzte Dialoge. (1)

„Willst du einen Drink? Oder etwas essen?“
„Oh, du hast gute Manieren. Aber danke, ich will keinen Drink.“
„Und auch nichts sonst?“
„Doch. Zeig mal, was du hast ...“
„Das meinst du … nicht wirklich, oder?“
„Mhh .. du hast Angst vor mir, oder?“
„Nein, keine Angst. Du verwirrst mich.“
„Wie süß du das sagst … aber ich mag nicht lange herumreden. Mach einfach mit mir, was du willst.“


Dieser Dialog mag manchen zu heftig erschienen, kommt aber heutzutage sehr gut an. Die Frau, die fordert, der Mann, der zögert … das gefällt emanzipierten, frechen Frauen, die gar nicht daran denken, zu warten, bis sie jemand ins Bett lockt. Besonders bei der Schilderung von „Dates“ gibt es am Ende in erotischen Romanen wie in der Realität oftmals die Frage: Gibt es nun noch Sex oder nicht? (2)

„Ich hab noch nicht Danke gesagt.“
„Ist nicht nötig. War nett mit dir.“
„Ich will mich aber noch bedanken, ich meine, und du erwartest das doch, oder?“
„Ich .. bin überrascht …“
„Was ist dir lieber, mit der Hand oder mit dem Mund?“
„Ich dachte an etwas Romantischeres … hast du kein Bett oder so?“
„Geht nicht … aber ich mach dir’s wirklich schön.“


Dialoge ähnlicher Art finden wir – mehr oder weniger zögerlich, je nach der verwendeten Sprache – in vielen erotischen Romanen alter und neuer Zeit. Manchmal gehen die Autorinnen und Autorinnen sehr direkt vor, dann wieder nehmen sie sogar Rücksicht auf die Leserinnen und Leser, die sich selbst erst mit der Situation befreunden müssen: So, wie es bei Sacher-Masoch steht (nur der Dialog wird wiedergegeben) (3):

„… Mir sind Schmerzen, die du mir bereitest, ein Genuss. Peitsche mich nur, wenn es dir ein Vergnügen macht“
„Aber es macht mir kein Vergnügen.“
„Peitsche mich … Peitsche mich ohne Erbarmen.“
(Nach einem kurzen Zwischentext)
„Hast du jetzt genug?“
„Nein.“
„Im Ernst, nein?“
„Peitsche mich, ich bitte dich, es ist mir ein Genuss.“


Diese Sequenz und ein paar folgende Sätze geben dem Leser Aufschluss über die Befindlichkeit des Helden, Severin und seiner Peinigerin Wanda, der berühmten „Venus im Pelz“. Und im Grunde sind diese wenigen Sätze der Schlüssel zum Verständnis des Romans.

Ich würde euch gerne mehr schreiben, auch etwas Ausführlichere über das „Langschleichen“ an der wahren Absicht, das für Verführungen typisch ist. Über Redundanzen, also mehrdeutige Dialoge, über Zweifel an der Botschaft oder darüber, wie man Dialoge in der Erotik psychologisch interessanter gestalten kann. Dazu gehören auch spontane oder gar kalkulierte Wendungen des Glücks, die sich selbstverständlich auch in Dialoge fassen lassen.

Aber – ich weiß wirklich nicht, ob‘s euch interessiert. Sagt mir, was ihr denkt, und ich schreibe euch dann vielleicht mehr.

(1) Ein etwas „entschärfter“ und deshalb nicht wörtlich wiedergegebener Dialog aus den 2010er Jahren.“
(2) Von Isidora nach einer mündlichen Schilderung eines Dates aus den 1980er Jahren
(3) Von Leopold Ritter von Sacher-Masoch (1870).
Hinweis: Allgemeines über Dialoge, nicht zu schulmäßig bei der „literarischen Hebamme“.

Erotik für Frauen wird oftmals zu einem Lebenselixier

Erotik für Frauen wird umso schöner, je weniger sie mit dem berühmten „Schmuddelimage“ behaftet ist. Das meint Annabelle-Autorin Rachel Kramer Bussel, die selbst eine bekannte Persönlichkeit innerhalb der weiblichen Erotik-Literatur ist.

Sie schreibt:

Wenn dieses Genre nicht in den letzten Ecken versteckt und als schmuddelig abgewertet wird, sendet dies ein lebens- und sexbejahendes Signal für Frauen. Wir sind sexuelle Wesen mit Lüsten und Sehnsüchten, die nicht nur eindimensional sind.


Aber nicht nur das. Dazu kommen Lesebeispiele von vielen Autorinnen, die sich weiblich empfundener Wollust verschrieben haben.

Besondere interessant war für mich dabei die Afroamerikanerin Tasha L. Harrison, die ich zuvor nicht kannte. Sie besinnt sich in ihrer Schreibe oftmals darauf, dass auch Dialoge ein erregendes und vielfältiges Stilmittel für erotische Romane sind. Leider (seufz!) gibt's sie noch nicht in deutscher Sprache.

Erotisch schreiben und bildhafte Pornografie – wo ist der Unterschied?

Optisch ist alles ausgesprochen klar - aber es zu beschreiben, fällt dennoch schwer
Wer als Autorin oder Autor jemals einen pornografischen Film in eine erotische Geschichte umschreiben wollte, weiß nur zu gut, wovon ich hier rede: Die Mittel der optischen Umsetzung sind nicht mit den Mitteln der Sprache zu vergleichen.

Worin liegt der Unterschied? Und wie drücken wir sprachlich „Erotik“ aus?

Der pornografische Film geht sofort "ins Blut"

Im Grunde ist dies offenkundig: Wer eine sexuelle Szene in einem Film sieht, kann sich der Wirkung kaum entziehen. Die spärliche Rahmenhandlung ist schnell vergessen, und die pornografischen Szenen wirken direkt auf das Gehirn, das sie nicht „übersetzen“ muss. Von dort werden dann direkt die sexuellen Funktionen angesprochen, und Hoden, Penis, Schamlippen, Vagina und Klitoris werden erregt. Mit dem Bild werden also Gefühle transportiert, die eindeutig und plakativ wirken mögen, aber ihr Ziel dennoch erreichen. Die Handlung ist also das Gefühl und das Gefühl ist die Handlung. Reden wir noch über Dialoge? Wenn im pornografischen Film etwas ausgespart wird, dann sind es Dialoge. Denn der Pornofilmer weiß: Richtige Menschen reden vor dem Sex, beim Sex und nach dem Sex viel Unsinn, den sie sonst nicht in den Mund nehmen. Also entschließt man sich, die Darsteller(innen) überwiegend stöhnen zu lassen.

Nun also soll ein Roman oder eine Novelle geschrieben werden. Das einzige Material, das wir haben, sind Worte.

Kein Konzept für gefühlsbetonte Aufsätze?

Wie haben wir es noch in der Schule gelernt? Wir müssen irgendwie einen Leitfaden für den Handlungsablauf zustande bringen, im modernen Jargon auch „Plot“ genannt. Der nützt uns allerdings wenig, denn unsere Worte sollen ja etwas beim Leser auslösen: frivoles Denken, sinnliche Verzückung und vor allem die innere Teilhabe am Geschlechtsakt.

Wie macht man das?

Mit dem traditionellen Aufsatzwissen ist hier nicht viel gewonnen. Bekanntlich beschreibt ein Aufsatz Handlungsabläufe, aber keine Gefühle. Es gibt Tausende erotischer Geschichten, die wie Aufsätze aufgebaut sind, und sie sind alle stinklangweilig. An dieser Stelle wird es Zeit für den Satz „Show, don’t tell.“ Auf Deutsch: „Zeige es uns, beschreibe es nicht.“ Vornehmer kann man es so ausdrücken: „Benutze eine bildhafte Sprache“.

Die bildhafte Sprache

Womit wir bei einem Begriff sind, mit dem viele junge Autoren gar nichts anfangen können. Doch man kann es mit einem Satz recht verständlich sagen: „Schreibe nicht, was es ist, sondern wie es ist.

Am Beispiel:

Als „Was“:

Sie spreizte die Beine. Dann bemerkte sie, wie die Frau gegenüber auf ihre Schenkel sah.


Als „Wie“:

Sie wusste, dieser Blick forderte mehr … nur ein wenig mehr … Sie spreizte die Beine und bemerkte, wie dunkle Augen sich in ihre Schenkel vertieften und sie aus ihren Gedanken herausrissen.


Noch einmal ein Beispiel zur Vertiefung

Das ist nur ein kleines Beispiel. Die Theorie stammt übrigens aus einer verbalen Technik, um Menschen zu begeistern. Lassen sie mich an einem Standard-Besipiel noch einmal erläutern.

Als „Was“

Als er sie ansah, spürte sie ein Flattern in ihrem Unterleib. Sie unterdrückte das Gefühl, auf das sie nicht vorbereitet war. Doch einen Moment später bereute sie ihre Entscheidung.


Als „Wie“

Er sah sie intensiv an. Seine Blicke durchdrangen die Pupillen, pflanzten sich unter der Haut fort, fanden ihren Weg über den Rücken, den Po, die Brüste und den Bauch, bis sie bei den Schamlippen ankamen. Die Blicke lösten sich hier auf, wandelten sich in sanfte Flügelschläge und veranlassten sie, die Beine ein wenig zu öffnen. Nein, sie war nicht darauf vorbereitet, dass es jetzt geschehen würde. Für den Moment konnte sie ihre Gefühle beherrschen, doch warum sollte sie unterdrücken, was die Natur ohnehin von ihr fordern würde - früher oder später?


Soweit also zum Thema „Show don’t tell.“ Was ihr noch tun könnt, ist Gefühle ausführlich zu beschreiben, und zwar sowohl körperlich wie auch psychisch. Doch genau das fällt vielen von euch schwer … denn Gefühle sind in der Erotik unglaublich schwer in Worte zu fassen. Wenn wir uns hier einem wiedertreffen, könnt ihr lesen, wie es trotzdem klappt. Und auch über Dialoge werden wir noch reden müssen … denn wenn wenn vor dem Sex, beim Sex oder nach dem Sex geredet wird, dann sicher nicht in der Sprache deutscher Dichter und Philosophen.

Warum darf erotische Literatur nicht neurotisch sein?

Erotische Fantasien kommen oft maskiert daher
Die erotische Literatur meidet den Anschein, ihre Figuren, allen voran ihre Heldinnen, seien neurotisch. Vergleicht man dies mit einem anderen Genre, dem Kriminalroman, so findet man heute Heldinnen und Helden, die hochgradig neurotisch sind: Kommissare wie Kommissarinnen, Detektive wie Detektivinnen. Ihre Neurosen gehen in ihre Arbeit ein, helfen ihnen und behindern sie, machen sie traurig und depressiv, erzeugen Zornesausbrüche und Tränen.

Wir fragen hier nicht, ob dies der Realität entspricht. Aber es ist ein versöhnlicher Ansatz, wenn der Kommissar oder die Kommissarin sich an ihre unklaren und peinlichen Momente des Lebens erinnert. An ihre „unbewältigte Vergangenheit“, wie man oberflächlich sagt, so, als könne man die Vergangenheit von der Persönlichkeit entkoppeln. Autoren von Kriminalromanen spielen mit den Neurosen: Ist der Kommissar jetzt noch „bei Trost“ oder ist er schon „Meschugge“? Oder, wie im Kriminalroman-Jargon oft zu lesen ist: „Halten Sie ihn/sie noch für dienstfähig?“

Die Leselust an den Neurosen

Was wäre, wenn die Figur in einem Roman von einem erotischen Wahn getrieben durch sein/ihr Leben navigierte? Was wäre, wenn sie mit Lust und Begeisterung ihre Abweichungen und Untiefen auslebte? Oder wenn sie im Alltag plötzlich und unvermittelt Wachträume und Fantasien aus der Erinnerung heraus produzieren würde? Nun könnte man behaupten, es gäbe wahrlich schon genug - meist fragwürdige – erotische Literatur über sexuelle Abweichungen. Aber das ist gar nicht gemeint. So wie beim Kommissar oder der Kommissarin, sollte etwas anderes im Mittelpunkt stehen: der Fall, der Beruf, das soziale Leben, das Dasein schlechthin.

Machen wir uns nichts vor … die Furcht, dass tief in der Psyche Kräfte wirken, die uns auf sinnliche Abwege führen könnten, steckt in vielen Menschen. Und die Wirkung der süßen und schmerzlichen kleinen Neurosen, die dann und wann hervortreten, ist den meisten Menschen durchaus bewusst.

Wir müssen sie nicht verdrängen – schon gar nicht, wenn wir Literatur schreiben, die von Erotik behaucht ist.
Bild: Illustration von 1904 von Henri Caruchet, Teilansicht.