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Wenn die Kerle endlich zu wimmern beginnen …

Devoter Mann - ohne Tränen
Wisst ihr, Männer glauben, sie wären umso interessanter, je mehr Schmerz sie ertragen könnten. Natürlich können sie mit dieser Haltung Frauen imponieren, die sie im Büro oder in einer Bar treffen. „Alles schier Muskelfleisch und Samenstränge“ hat mal jemand zu mir gesagt und das "Muskelfleisch" auch gleich mal gezeigt - die Samenstränge glücklicherweise nicht.

Doch gilt dies auch, wenn sich Männer einer Domina unterwerfen, um die Wonne der Schmerzlust zu genießen? Oder nur den Schmerz, um ihre Seelen vom Schmutz zu befreien?

Wir lasen gerade, was eine professionelle Domina dazu meint. Der Beitrag wurde gekürzt, überarbeitet und textlich abgemildert.

Es langweilt mich, wenn ein Kerl stoisch und ruhig bleibt. Und es nervt, denn wenn du dein Bestes tust, um ihn zu einer Reaktion zu bringen und nichts passiert – ja, was denkst du denn, wie frustig das ist?

Jede Frau will Reaktionen auf das, was sie für einen Mann tut. Und wenn du einen Mann „behandelst“, dann willst du, dass etwas passiert. Du willst, dass er die Selbstkontrolle aufgibt, sich windet, bettelt, wimmert und stöhnt.

Es ist, als ob du sein wahres Ich freilegst. Wenn der Mann weint, dich anfleht, seine Stimmlage verändert … oh ja, dann hat er bekommen, was er eigentlich wollte. Und du kannst sagen: „Ich war wirklich gut.“


Und du, was hast du zu sagen?

Hast du schon mal erlebt, dass dich ein Kerl anbettelt, etwas für ihn zu tun oder zu unterlassen? Hat schon mal ein Mann vor dir gekniet? Hat er dich angefleht? Sag es einfach … egal, ob er ein Weichei war oder ein harter Kerl, dessen Panzer du geknackt hast.

Wir schützen unsere Quellen - wir nennen weder die Urheberin des Textauszugs noch dieinen Namen, wenn du uns schreibst.

Schenk uns etwas …

Schenk uns doch bitte etwas … deine Gedanken, zum Beispiel, die Aufsätze, Artikel und unfertigen Novellen, die schon seit Jahrzehnten in in den Schubladen ruhen. Vielleicht hast du uralte Manuskripte oder Typoskripte auf deinem Dachboden gefunden? Weißt du jemanden, der eine Erbschaft angetreten hat und sich der Dokumente schämt, die er dort gefunden hat?

Aber am liebsten haben wir deine Gedanken.

Schenk sie uns, wenn du magst.

Wir schenken dir dafür Aufmerksamkeit.

E-Mail:
Was denkst du? Was fühlst du? Was schreibst du?

Intime Bekenntnisse – wie entwickelte sich die sexuelle Persönlichkeit?

Viel geküsst, viel erlernt ...
Wir wird ein Mensch zu dem, was er im besten Erwachsenenalter ist? Solche Fragen stellen sich Autoren, die gerne Entwicklungsromane schreiben. Dabei wird das Ross des Pegasus hoch in den Himmel getrieben, und ich zitiere mal Wikipedia:


Der Ausdruck Entwicklungsroman bezeichnet einen Romantypus, in dem die geistig-seelische Entwicklung einer Hauptfigur in ihrer Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Umwelt dargestellt wird.


Die schöngeistige Literatur kennt keine sexuelle Persönlichkeit

Die geistig-seelische Entwicklung – ach, wie das klingt. Da hat die Protagonistin jahrzehntelang an ihrer geistigen und seelischen Reife gezimmert, hat ihre Erlebnisse und Erfahrungen „reflektierend“ verarbeitet und dabei an Erfahrung, Wissen und können gewonnen. Und was ist sie dann? Welchen Vorteil hat sie daraus gezogen? Ist sie der Mensch geworden, den sie sich einmal als Modell zurechtgelegt hatte?

Merkwürdigerweise fragt kaum jemand: „Und wie kam es, dass sie so zugänglich, sinnlich, verführerisch oder einfach so zuvorkommend, charmant und liebevoll wurde?“

Sinnlichkeit als persönliches Ziel

Ja, woher wohl? Weil deine Figur eben nicht nur an ihrer geistig-seelischen Vervollkommnung arbeitete, sondern auch ihre sinnlichen, erotischen und sexuellen Fähigkeiten ausbaute oder gar zur Blüte brachte. Weil sie lernte und lehrte, was es bedeutet, sinnlich und verführerisch zu sein. Und weil sie in all dem einen Vorteil sah, den sie in ihr Leben integrierte und den sie nun nutzt, um ein ausgefülltes Erwachsenenleben zu führen.

Eine Autodidaktin in Sachen Lust – hat das Sinn?

Wenn eine junge Frau sich „in der Liebe“ bilden will, muss sie viele, recht unterschiedliche und ausgesprochen begabte Männer (und möglicherweise einige Frauen) genossen haben, mit deren Hilfe sie ihre Künste erlernte. Jede dieser Personen lehrte sie etwas anderes, und sie fand Vergnügen daran, immer perfekter zu werden. Schließlich brauchte sie weitere Männer und Frauen, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich perfekt „in der Liebe“ ist.

Diese Frau muss einen Sinn darin sehen, erotisch perfekt zu werden, ohne ein Escort-Girl zu sein. So, wie andere Menschen einen Sinn darin sehen, das Meiste über Computer, die Beatles, die Psychologie oder das Kaiserreich zu wissen, ohne dies beruflich zu verwenden.

Der Roman – wie funktioniert ein „erotischer Entwicklungsroman“?

Es gibt zwei unterschiedliche Wege, um einen erotischen Entwicklungsroman aufzubauen, doch haben beide die gleiche Voraussetzung: Je mehr Liebhaber und Geliebte ihre Heldin hat, umso farbenfroher wird die Geschichte.

Zwei Wege zum Ziel

Ich will nun zu den Wegen kommen, die dahin führen:

1. Beim ersten Weg gehen Sie vor wie der Kriminalroman-Autor: Ihre Heldin tut etwas höchst Ungewöhnliches, das der vorherrschenden Moral und der Altersgruppe und der sozialen Umgebung völlig widerspricht. Oder sie lüftet im Alter von über 50 Jahren, saturiert und selbstbewusst, ein erotisches Geheimnis. Dann verfolgen Sie die Geschichte zurück bis zur Pubertät.

2. Im zweiten Weg tun Sie genau das Gegenteil: Ihre Heldin ist gegen 25 Jahre, hatte bisher das, was man „Mainstream-Sex“ nennt, und wird nun plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die sie zugleich fasziniert und abstößt. Ihre Heldin handelt nun entfesselt: Es ist nicht sicher, wie sich ihre Sexualität entwickeln wird. Wie auf dem Jahrmarkt bekommt sie schreierische Angebote von Frauen und Männern, Paaren und Gruppen, die alle sagen, sie möge ihnen doch folgen. Wohin sich Ihre Heldin schließlich entwickelt, weiß sie selbst noch nicht – und Sie, die Autorin, wissen es jetzt auch noch nicht.

Ihre Heldin kann wählen – und sie tut es auch

Das mag in Ihren Ohren sehr befremdlich klingen. Es ist aber eine Methode, die ausgesprochen farbige Manuskripte produziert. Vergessen Sie dabei nicht, dass es nicht um reine Schilderungen von „Verhaltensweisen“ geht, sondern darum, die erotische Persönlichkeit vorzuzeigen. Die Dynamik entsteht daraus, dass Sie Ihrer Heldin Wahlmöglichkeiten einräumen. Sie kann Verführen oder verführt werden, Herrschen oder Dienen, sich mit einem Einzelmenschen oder mit einer Gruppe vergnügen, mit der reinen Kraft der Emotionen Macht gewinnen oder sich körperlich hinzugeben, um Einfluss zu erwerben. Und jedes Mal hat sie erneut die Wahl … bis sie schließlich in vollem Bewusstsein ihrer Möglichkeiten den Weg wählt, den sie im Laufe der Erzählung als „ihren Weg“ gefunden hat.

Die Autorin - was kann sie tun, um ihre Heldin "laufen zu lassen"?

Für Sie als Autorin ist es günstig, wirklich davon überzeugt zu sein, dass sexuelle Entwicklungen den geistigen und psychischen Entwicklungen ebenbürtig sind. Sie können sich dabei ausführlich darüber auslassen, wie sich dies in eine Karriere oder die Akzeptanz im sozialen Umfeld einfügt oder auch nicht.

Beim Aufbau der sexuellen Erfahrungen lassen Sie sich von ihrer Figur führen, nicht von ihren eigenen Erfahrungen, die wahrscheinlich zu dürftig sind – das ist nicht ungewöhnlich für die Autorinnen von erotischen Romanen. Da gilt: Ihre Figur muss leidenschaftlich danach streben, Erfahrungen zu sammeln, und sie muss frei sein, dies auch zu tun. Das heißt, Sie müssen ihre Figur loslassen und nicht am Gängelband eigener Erfahrungen führen.

Bild: Nach einer historischen Romanillustration Der Artikel wurde dem Bestand des Blogs "sinnlichschreiben" entnommen und völlig umgeschrieben. Im Ursprung erschien der Artikel am 14.05.2015. Er wurde 17.133 Mal gelesen.

Einige Sätze über die Kunst, Gefühle zu beschreiben

Verlegen sein - wie wird das enden, auf das sie sich einließ?
Den Schülern sagen wir, sie sollen Adjektive verwenden, wenn sie Gefühle beschreiben. Das funktioniert, solange wir an der Oberfläche bleiben wollen oder müssen. Dann wirkt Hanna verlegen, wenn sie mit Gerd allein ist. Und Gerd muss seine hitzigen Gefühlswallungen unter Kontrolle halten, um Hanna nicht misstrauisch werden zu lassen, denn mit jeder abrupten Näherung könnte er ihre empfindliche Psyche verletzen.

Auf diese Weise könnt ihr seitenlang schreiben, ohne etwas zu sagen. Hanna und Gerd wirken wie Püppchen, die auf einem Sofa sitzen und einander belauern.

Wie ihr vorgehen könnt, um Gefühle zu beschreiben

Erheblich besser wäre, „verlegen sein“ auszumalen. Etwa, indem du beschreibst, wie starr sie dort sitzt, wie sie ihren Körper abschottet, wie nervös sie mit den Händen am Rocksaum zupft, wie sie seinen Blick meidet und doch nicht unhöflich wirken will. Wie ein leichtes Zerren im Unterleib sie daran erinnert, was die Natur von ihr erwartet, und wie das kleine Mäuschen im Ohr sie daran hindert. Wie sie versucht, ihre Gefühle zu verbergen und sich doch durch sanfte Hautrötungen verrät.

Du kannst auch ihre Gedanke hinzufügen, die sie jetzt durchziehen: Will ich eigentlich jetzt hier sein? Wie reagiere ich, wenn er mich um etwas bittet? Werde ich es dann tun oder nicht?

Ich wollte euch heute wirklich nur einige kurze Sätze über Gefühle schreiben. Aber natürlich kann ich euch mehr verraten. Viel mehr.

Sinnlich schreiben heißt, die Sinne zu aktivieren

Der Sinn Nummer eins - sehen und beschreiben, was du siehst
Sinnlich schreiben bedeutet, die Sinne zu beschreiben, und zwar so, dass sich die Leserin absolut mit der Heldin identifizieren kann: im Sehen, Hören, Riechen, Ertasten oder Schmecken.

Die fünf Sinne – alle sind verwendbar – nicht nur erotisch

Das Sehen

Zuerst kommt das Sehen, aber der Hintergrund des Sehens ist das Entdecken. Jemand, der sieht, versucht, sich ein Bild von der Welt zu machen. Und wer einen Menschen sieht, den er erotisch attraktiv oder begehrenswert findet, der umkreist den Körper des anderen mit sinnlichen Blicken. Einen Körper mit begehrlichen Augen zu sehen ist sehr gut beschreibbar – und vor allem sehr detailliert.

Das Hören

Wenn wir einen Menschen gesehen haben, und wir ihm näher kommen, dann hören wie seien Stimme. Sanft, guttural, rau, zart … wie ist die Stimme des Menschen, dem wir begegnen? Du kannst dem Klang der Stimme auch einen außergewöhnlichen Namen geben. Es ist auch relativ leicht, die Wirkung einer Stimme zu beschreiben und du kannst deine Texte ein wenig auflockern, indem du schreibst, wie jemand etwas sagt.

Das Riechen

Beim Riechen scheiden sich die Eindrücke. Wer jemanden „gar nicht riechen“ kann, der mag ihn nicht, aber wie ein Mensch riecht, wird selten beschrieben. Der unangenehmen Mann mag „säuerlich riechen“, der angenehme nach dem „Schweiß des redlich arbeitenden Mannes“. Frauen mögen unangenehm nach einem billigen Eau de Toilette riechen oder sie werden wegen ihrer frischen, frühlinghaft duftenden Haut“ gelobt. Auch Wohnungen haben ihren ureigenen Duft.

Das Ertasten

Wird etwas „Fremdes“ zum ersten Mal betastet, sie es ein Gegenstand oder ein Mensch, dann machen wir neue Erfahrungen. Erstaunlicherweise können die meisten Menschen sehr genau schildern, was sie ertastet haben: die Oberfläche, den Zustand, die Temperatur und auch das, was die Berührung in ihnen auslöst.

Das Schmecken

Das Schmecken (im Schwäbischen übrigens dem Riechen gleichgesetzt) steht an letzter Stelle der Sinne, weil wir als Erwachsene nicht (wie die Kinder) alle mit der Zunge erforschen wollen. Im Alltag beschränkt sich unser Schmecken fast ausschließlich auf Speisen und Getränke – nur das Küssen bildet eine Ausnahme. Die erotischen Aspekte des Schmeckens sind zwar auch außerhalb der Sexualität bekannt (etwas das Essen von Beeren, das als erotisch gilt), aber eigentlich gehört das „Schmecken und Belecken der Haut“ eher in den Bereich der Sexualität.

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Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?

Nicht mehr zeitgemäß?
Was ist los mit „schicker Unterwäsche“, frivoler Lingerie oder „Les Dessous Chics“? Erweist sich die Kampagne #MeToo, als Totengräber der etwas frivolen Unterwäsche?

Derzeit gibt es zwei Varianten zum Thema: die erste heißt, dass die angeblichen Schwierigkeiten bei der Marke „Victoria’s Secret“ schon „irgendwie“ mit der feministischen Kampagne „#MeToo“ zusammenhängen, und mit vielen anderen bekannten Zeiterscheinungen.
(Zitat):

Steht sich das Unternehmen mit seiner «Sex Sells»-Vermarktung, die auf makellose, leichtbekleidete Frauenkörper setzt, in Zeiten reger Body-Shaming-Debatten und der MeToo-Bewegung selbst im Weg?


Sexy Wäsche ist gefragt - zu moderaten Preisen allemal

Keine Dessous mehr?
Die andere Sichtweise wäre allerdings: Im Grunde ist die „typische“ sexy Wäsche durchaus noch gefragt … nur hätten sich die Kundinnen inzwischen für andere Marken entschieden. Tatsächlich gibt es erhebliche Preisunterschiede bei durchaus ähnlichen Qualitäten. Und weil sich zumindest die Qualität und das Aussehen viele der Marken im Internet vergleichen lässt, verkaufen Versandhäuser inzwischen sogar „Hausmarken“, die ebenso chic sind wie die Dessous der großen Marken.

Sportklamotten im Büro?

Schlabbermode kann sexy sein - aber bedingt
Und der „Zeitgeist“ außerhalb der „MeToo-Bwegung“? Stimmt es, dass nun ausschließlich belanglos aussehende, aber bequemere Varianten der Unterwäsche getragen werden?

Ich sag’s euch mal so, wie’s ist: Sportlich ist prima – gar keine Frage. Aber in einem etwas modifizierten Fitness-Outfit ins Büro oder auf die Straße zu gehen, macht dich auf keinen Fall äußerlich interessant. Und innerlich? Willst du als stupide durch die Welt hüpfende Joggerin gelten oder hättest du vielleicht noch mehr zu bieten? (Geist oder Charme zum Beispiel?) Seht euch ruhig mal die Bilder der Freak-Shows an, wenn ihr bei Google „Athleisure“ eingebt.

Tolle Dessous - auch Hausmarken sehen gut aus

Und abgesehen davon - diese „gewissen Dessous“ hat bisher auch kaum jemand „ins Büro“ getragen, sondern in der Freizeit, am Abend, zum Date oder – na ja, einfach, um einen Kerl zu verführen. Und ja, ja … es gibt sie, die schicken und preiswerten Dessous-Marken – und zahllose markenlose Produkte auch.

Der Zeitgeist ist gar keiner - sondern er wird manipuliert

Und noch etwas: Zeitgeist kommt und geht. Der Schlabberkram, die Latzhose, die Jogging-Mode – hatten wir alles schon Mal. Und dann kamen die schicken Dessous eben doch wieder.

Ach so, die Antwort auf die Frage „Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?“ Nein, natürlich nicht. Und „Body Shaming“? An der Diskussion sind offenkundig vor allem die Hersteller von Sportklamotten interessiert. Denn (Zitat):

Begonnen hat die aktuelle Body-Shaming-Debatte mit einem Tweet von Sally Bergesen, Gründerin des Sportswear-Labels „Oiselle“.


Was wiederum die Frage nährt, was eigentlich auf „Twitter“ Feminismus ist, was Selbstherrlichkeit und was weiblicher Kommerz ist.

Und zuletzt (ja, ganz zuletzt) noch mal eine Frage aus der NZZ (Zitat):

Kann ein Schönheitsdiktat wirklich mit einem neuen Schönheitsdiktat überwunden werden?


Nein – kein Schönheitsdiktat und kein Gesinnungsdiktat. Und die Doktorinnen und Diktatoren? Schickt sie zum Teufel – oder meinetwegen zur Teufelin.

Kataloge wälzte ich unter Mithilfe von Isidora und "Figleaves", einem britischen Dessous-Versandhaus. Alle Bilder: © 2018 by Liebesverlag.de

Sehpferd bloggt seit fast 15 Jahre

sehpferd vor etwa 15 Jahren
Am 18. September 2003 erschien der erste Artikel auf „Sehpferd“ – damals noch bei einem Fremd-Provider.

Der Text könnte von 2018 stammen, so, als hätte ich ihn gestern auf „Sinn und Sinnlichkeit“ geschrieben:

Sinnliche, sinnige und sinnvolle Nachrichten und Informationen aus dem Dschungel der Lust, der Liebe und der Leidenschaft - das werden Sie auf diesen Seiten bald lesen können. Jetzt dürfen Sie sich schon mal freuen und ganz sicher sein, dass hier einiges aus dem Rahmen fallen wird – nur nicht die Sprache: denn „sehpferd“ sagt zwar, was es denkt, aber alles wird vor verlassen der Hirn-Finger-Schranke sorgfältig überprüft und sprachlich so umgesetzt, dass es noch in die „gute Stube“ passt.


Diese Idee setze ich seit 15 Jahren um. Manchmal ein bisschen weiser, manchmal ein bisschen frecher. Und das allzeit wiehernde Sehpferd, das den Finger in die Wunden der Zeit legt, das habe ich jetzt separiert.

Emotionaler Masochismus - und DU

"Masochistin" kannst du auch im Geiste sein
Wenn du eine Autorin bist, und keinerlei Ahnung davon hast, was „realer Masochismus“ ist, und du auch nicht weißt oder ermessen kannst, wie sich eine Masochistin fühlt, ja, was dann?

Du musst nichts über "realen Masochismus" wissen - gar nichts

Ganz einfach: Wenn du wüsstest, was „realer Masochismus“ im Sinne der Psychiatrie ist, würdest du wahrscheinlich nichts Erotisches darüber schreiben wollen.

Wir fanden dazu eine sehr interessante Stellungnahme, die etwas gröblich übersetzt so lautet:

Es ist ein wenig verzwickt, weil ich das Gefühl der Entwürdigung oder der Beschämung nicht per se (1) genieße. Aber im richtigen Kontext und der richtigen Umgebung, verbunden mit der Sicherheit, die mir die Person gibt, die ich liebe, erregen mich die die Gefühle, die dabei entstehen.


Der Konflikt - wenn es keinen gäbe, wozu dann eine Story?

Wir können dies durchaus verallgemeinern: Bei den meisten Menschen entsteht vor einem Rollenspiel ein Konflikt zwischen dem, wonach sie lüsten und dem, was sie „eigentlich“ darüber denken: dass es nämlich ganz schön „unanständig“ ist. Und dann kommt eben dazu: „Wie kann ich nur zugleich unterwürfig und sexuell erregt sein? Darf ich das?“

Klar ist das ein Konflikt - doch was wäre ein Plot ohne Konflikt?

Ihr seht: Der Zweifel darf auch in eurer Figur vorhanden sein, weil er nicht nur in euch, sondern auch in den realen Menschen vorhanden ist, die sich erotisch unterwerfen. Der Schlüssel ist eigentlich nur: „Mach jetzt während des Spiels, das mit mir, was du willst.“

Ich höre oft, dass so etwas nach dem „ seltsamen Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ klingen würde, und dass man doch bitte kein „anderes Selbst“ in sich hervorrufen solle, weil dies äußert gefährlich sein.

Wer sagt denn so etwas? In unserem Inneren wohnen viele Bedürfnisse, die teils von unseren animalischen Vorfahren stammen, teils von den Eltern und sonstigen Vorfahren, und teils aus der Erziehung, die wir genossen oder erlitten haben. In jedem Fall aber (und das ist ziemlich sicher) wurden während unserer Jugend allerlei Impulse unterdrückt und „zurechtgebogen“ , die wir seither in uns tragen, aber nicht verwirklichen mögen. Es ist also nichts als menschlich, Zwiespälte zu haben, zu denen auch gehört: „Darf ich eigentlich noch etwas spielen, und wenn ich es spiele, bin ich dann ein anderer?“

Ruf dir den emotionalen Masochismus wach

Was du als Autorin tun kannst, ist den „emotionalen Masochismus“ wachzurufen, damit deine Figur zu infizieren und sie dann laufen zu lassen. Wird sie träumen, zaghafte Versuche starten, sich ernsthaft in ein Unterwerfungs-Spiel einlassen oder gar in Gefahr geraten, sich in eine gefährliche Abhängigkeit zu begeben?

Es ist so einfach, sich den erotischen Masochismus zu erdenken. Und falls du dich davor fürchtest, dann sorg doch einfach dafür, dass sich deine Figur auch fürchtet – und vielleicht ihre Furcht überwindet. Denn für sie ist es einfacher als für dich.

(1) Nicht als Selbstverständnis, nicht als solches. Auf das Zitat kann nicht verlinkt werden, weil die Webseite als "Adult" gekennzeichnet wurde.

Von Perlen, Säuen und diesem Blog

Schweineschnauzen . hier findet ihr nichts ...
Wenn ich die Statistiken meiner Webseiten durchsehe, dann sind die Anfragen nach informativem Material eher schwach, während ich recht oft feststelle, dass in meinen Medien Schweinchen herumwühlen. Das war übrigens der Hautgrund, die Liebeszeitung“ in die Tiefkühltruhe zu legen. Sie kann jederzeit wieder zum Leben erweckte werden – wer also Interesse daran hat, mag sich melden.

Nun werden viele sagen: „ja, wer mit dem Schmuddelkram in Kontakt kommt, der muss auch die Säue ertragen.“

Nein, das muss ich nicht. Denn ich verbreite keinen „Schmuddelkram“ – schon gar nicht auf diesem neuen Blog „Sinn und Sinnlichkeit“, denn hier steht der Sinn weit vor der Sinnlichkeit und beides weit vor dem schnöden Sexualakt.

Versachlichen und auf den Boden zurückholen

Mein Anliegen ist einfach: Ich möchte durch eine möglichst objektive Beschreibung solche Themen versachlichen, die in der Gesellschaft immer noch als „degoutant“ gelten, also locker übersetzt als „unappetitlich“, heftiger übersetzt auch als „ekelerregend“. Auf der anderen Seite versuche ich, Themen wieder „auf den Boden zu holen“, die im World Wide Web zu viele Hüpfer machen. Und schließlich meine ich aus tiefstem Herzen, dass die erotische Literatur oft sinnvollere Impulse für Alltagsmenschen geben kann als die Literatur der „großen und edlen“ Gefühle.

Warum "Sinnlich Schreiben" keinen Sinn mehr hat

Und warum schließe ich dann „Sinnlich Schreiben“? Weil ich die Nase voll davon habe, meine Perlen auszustreuen, damit irgendwelche Säue darauf herumtrampeln. Dazu muss ich wohl sagen, warum ich überhaupt damit begann. Um angehenden Autorinnen eine blühende Vielfalt an Themen und deren Variationen zu präsentieren, über diese (teilweise) aus dem Stand schreiben können. Die Webseite sollte vor allem dazu dienen, von gängigen Klischees wegzukommen. Dies wurde nicht goutiert, und selbst ich kann mir nicht leisten, Webseiten zu erhalten, die mir keinen geistigen, emotionalen oder finanziellen Gewinn bringen.

Ich meine: „Sinnliches Schreiben“ ist eine Gabe, die viele Menschen (gerade Frauen) in sich spüren, die sie aber wegen Schlampenverdachts oder aus anderen Gründen der „Sittsamkeit“ nicht verwirklichen.

Ein klein wenig davon habe ich auf diese Seite „hinübergerettet“, aber ich habe auch viel auf der bisherigen Seite „Sinnlichschreiben“ hinterlassen. Falls ihr dort noch einige Perlen finden könnt – bitte schön. Es wäre dann freilich nett, zu erwähnen, wo ihr die Ideen gemaust habt.

Und die gängigen Klischees? Wenn ihr wollt, dann schreibe ich auch weiter darüber, wie ihr sie vermeiden könnt. Versprochen.

Null Risiko bei der Partnersuche?

So groß ist das Risiko nun wieder nicht ...
Zuerst einmal hätte ich da ein Zitat, das ich all dem hier vorausschicken will:

Online wie offline ist Partnersuche nicht nur eine Hoffnung, sondern immer auch ein Risiko, dass man enttäuscht, verlassen, oder nicht fündig wird. Dieses Risiko kann das Online-Dating nicht senken.


Ich mag euch, die ihr dies lest, noch sagen: Partnersuche ist gar keine Hoffnung, sondern ein Prozess, und sie ist zwar ein Risiko, aber deshalb noch keine Gefahr. Risiken beinhalten immer die Möglichkeit des Scheiterns wie des Gewinns. Und insofern ist die Partnersuche ganz selbstverständlich ein Risiko – was sonst?

Menschen bezahlen sehr, sehr hohe Preise dafür, möglichst risikolos an den Partnermarkt zu gehen. Partnervermittler konventioneller Art wollen ein paar Tausend Euro, Online-Vermittler kratzen (2018) bereits an der 1.000-Euro-Grenze.

Aus der Sicht des Konsumenten (des Partnersuchenden) scheint in den Versprechen all dieser Unternehmen der Faktor „Sicherheit“ eine große Rolle zu spielen. Mancher sagt sich gar: „Tausche zwei 500-Euro-Scheine gegen die absolute Sicherheit.“

Womit ich beim Thema wäre: Die zwei (manchmal reicht auch einer) „Lila Scheine“ haben mit Sicherheit gar nichts mit "Sicherheit" zu tun, denn die Suche nach einem Fremden als dauerhaftem Partner (männlich wie weiblich) ist aus vielen Gründen niemals „absolut sicher“. Weder in der Durchführung noch im Ergebnis.

Warum du Risiken eingehen musst

Das liegt nicht an den Unternehmerinnen und Unternehmern. Es liegt allein (und ausschließlich) an der oder dem Suchenden.
Seht mal: Mit Geld könnt ihr keine Sicherheit kaufen, sondern bestenfalls die Illusion, euer Risiko zu mindern. Und da wäre ich schon beim Punkt:

Je höher das Risiko, desto höher die Chancen auf einen großen Gewinn. In gleichem Maße wächst die Gefahr – aber die kann man abfedern.

Je geringer das Risiko, umso schwächer sind die Chancen auf einen erheblichen Gewinn – und auch die Verluste sind nicht mehr so tragisch.

Bei einem Nullrisiko sind die Chancen auf einen Gewinn gleich null oder ausschließlich zufällig.

Bei einem Negativrisiko (übergroße Vorsicht) steigt die Gefahr, betrogen zu werden – Gewinne sind gar nicht zu erwarten.


Und nun kommt der ultimative Satz: Du kannst dir keine Risikofreiheit kaufen, denn das Risiko bestimmst du selbst. Nur du. Und ich rate dir: Lies die letzten vier markierten Sätze noch einmal. Sie eignen sich für alle Lebenslagen, in denen du etwas erreichen möchtest.

Zitat aus: Südkurier (2017)
Bild extrahiert aus einem Pulp-Cover von 1952

Frauenrechtlerinnen

Eine "Flapper" von 1923
In unseren Schulen lernen wir, dass sogenannte Suffragetten die Rechte der Frauen durchsetzten. Auf den Bildern von damals sehen sie ebenso entschlossen wie hochgeschlossen aus. Und ja, sie erkämpften das Wahlrecht für Frauen – einer der ersten Schritte zur Emanzipation. Das alles steht fest, und es soll hier nicht bestritten werden.

Dabei wird allerdings vergessen, dass parallel dazu eine ganz andere Gruppe von Frauen um die Freiheitsrechte kämpfte – die sogenannten „Flapper“. Sie wollten nicht nur politische Freiheiten, sondern auch einen eigenen, persönlichen und freiheitlichen Lebensstil verwirklichen.

Die Zeit hat sie vergessen. Der Grund ist einfach: Sie galten nicht als Vertreter der zwar als aufsässig verschrienen, gleichwohl aber auf Etikette und Wohlanstand bedachten „anständigen“ Frauen. Sie wollten ihren eigenen, individuellen Weg gehen - und eine Frau, die das wollte (und vielleicht noch will?), wird schnell als „unanständig“ oder gar als „Schlampe“ verschrien.

Man sagt, sie seien junge Frauen gewesen, die sehr kurze Röcke trugen, auf den allgegenwärtigen Hut verzichteten, und sich einen Dreck um das „gute Benehmen“ kümmerten. Sie hörten Jazz und tanzten dazu, tranken Alkohol und rauchten – und schiefen mit den Männern, die sie selbst für geeignet hielten.

Dieses Frauenbild stimmt in etwa mit dem überein, was in „Phryne Fisher Mysteries“ verarbeitet habe (Miss Fishers mysteriöse Mordfälle).

Aus einer historischen Quelle entnehme ich, dass man eine „stolze Frau sein muss – und zwar wirklich stolz“, um eine Flapper zu sein.

Wiederholt sich die Geschichte? Heute hören wir von der Kanzel der Elfenbeintürme, wie Frauen sein sollen, und was wir da hören, klingt geradezu so, als wolle man Frauen bevormunden. Da mischt sich Wohlanständigkeit mit Fanatismus, der wahrhaftig seltsame Blüten treibt.

Und auf der anderen Seite finden wir Frauen, die nichts wollen, als ihr “eigenes Ding“ zu machen und sich weder um den Mainstream noch um die Elfenbeintürme kümmern würden.

Das, was wir als „Geschichte der Emanzipation“ in die Ohren geblasen bekommen, war und ist der Kampf der alten Eliten gegen neue Eliten. Die jungen Frauen von damals hingegen, die etwas für die persönliche Freiheit im Alltag getan haben, kommen in den Geschichtsbüchern nicht einmal vor. Erstaunlicherweise sind die Quellen aber nicht untergegangen, denn wie alle Trend jener Zeit wurden sie von Modemagazinen weitgehend unterstützt.

Oder wissen Sie’s anders?

(Bild aus der Sammlung der Historikerin Dara Howley, Daily Express vom 2. Mai 1923)

Dreier aus der Sicht einer Frau

Wir schreiben nicht nur, wir lesen auch. Wenn wir glauben, dass eine Meinung wirklich interessant ist, dann berichten wir darüber. Und hier geht’s um Dreier. Die ursprüngliche Autorin mahnt dabei zur Umsicht.

1. Such dir jemanden, der es wirklich will

Eigentlich klar, oder? Und doch wichtig: Erst mal muss es jemand wollen. Angeblich gehen die meisten Dreier von Frauen aus, meint die fremde Autorin. Wir dachten eigentlich, Dreier würden von Paaren oder Männern ausgehen – aber – wer weiß?

2. Sei sicher, auf derselben Wellenlänge zu sein

Ein Dreier ist … für jeden etwas anderes. Die fremde Autorin eist darauf hin, dass vorher klar sein muss, in welcher Bandbreite ihr spielen wollt und welche Grenzen ihr persönlich habt. Der Hinweis ist wirklich wichtig: Nicht sagen: „OK, ich weiß doch, was da passiert.“ Nö. Weißt du nicht. Manchmal werden Handlungen erwartet, die nicht in dein ethisches Konzept passen.

3. Versuche mal, ohne Erwartungen heranzugehen

Wenn du etwas erwartest, und es trifft nicht ein, bist du enttäuscht. Also versuch mal, alle Erwartungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Autorin, die wir gelesen haben, warnt vor allem davor, sich irgendetwas von Pornos abzugucken: In der Realität läuft nichts „wie geschmiert“.

4. Es kann schiefgehen

Egal, was du vorher besprochen hast: Es kann Unmut und Tränen geben. Eigene und Fremde. Die Autorin des verlinkten Artikels spricht das Hauptproblem an: Eifersucht bei Paaren, die auch plötzlich aufkommen kann. Sei also sicher, dass wenigstens du zu 100 Prozent einverstandene bist. Aber wenn du den Eindruck hast, dass deine Gefühle verletzt werden, dann brich den Dreier ab, bevor es heikel wird.

5. Die anderen verdienen Respekt und Erfüllung

Oft wird vergessen, dass der Dritte (oder auch die beiden anderen) nicht deine Sex-Sklaven sind, sondern dass sie Respekt verdienen. Und sie wollen selbstverständlich auch Lust an dem Spiel zu dritt haben und nicht nur den anderen Lust verschaffen. Du kannst nicht davon ausgehen, dass sie sich ihren Teil schon „holen“ würden, meint sinngemäß die Autorin des verlinkten Artikels.

Drei Personen sind drei Individuen

alles über dreier
Zum Schluss noch ein Wort an alle, die dies lesen: Jede Aktion zu dritt, ob es nun um Sex geht oder um eine gemeinsame Reise, erfordert gemeinsame Ziele, aber auch die Möglichkeit, kurz innezuhalten und sich auf sich selbst zu besinnen. Wenn der Gruppendruck unerträglich wird und zu Fehlentscheidungen führt, kann dies bitter werden. Die reine Freude nur ein, wenn jeder der Teilnehmer von der Lust angetrieben wird, etwas Besonderes zu erleben.

Gelesen in und teilweise adaptiert aus "Adultpress"

Auch in dieser Serie: Fakten über Triolen

Liebe, Sex und Realität für Autorinnen

Die Realität der Lust ist anders als alle Klischees
Wer über die Liebe schreiben will, wird sich zuerst darüber klar werden müssen, wie er es mit den Realitäten hält.

Nehmen wir an, es soll eine romantische Liebesgeschichte werden. Dann musst du die Klischees bedienen, die zu einer romantischen Liebesgeschichte gehören. Die Plots sind schnell ausgelutscht, der Hergang ist jeder Leserin längst bekannt und die beliebten Gefühlsklischees sind es auch – nur nicht in deiner Version.

Erotische Liebesgeschichten - Realität oder Klischee?

Falls es eine erotische Liebesgeschichte werden soll, fehlt dir zumeist der entscheidende Baustein: Die Klischees über „die Sinnlichkeit“, „die Erotik“ oder „den Sex“ sind nicht so populär. Und während du bei deiner Liebesgeschichte seitenlang die Muster und Formulierungen von anderen abkupfern kannst, weil es sowieso kaum Varianten der falschen Gefühlswelt gibt, ist dies bei einer erotischen Geschichte deutlich schwerer. Egal, ob du eine erotische Märchenwelt aufbauen willst oder die Realität

Wenn du dich zwischen „der Aneinanderreihung von Klischee“ und „realitätsnahem Schreiben“ entscheiden musst, dann ist am erfolgreichsten, die wenigen Erotik- und Sexklischees mit denen der romantischen Liebegeschichte zu vermischen. Besipiel: „Romantik + Entjungferung + Schläge auf den Po = Fifty Shades of Grey“. Diese Formel wurde bekanntlich zum Erfolg bei gelangweilten Mittelstands-Hausfrauen, die endlich mal etwas „wirklich Geiles“ lesen wollten. Das Buch schaffte den „Bad Sex Award“ allerdings nicht, weil es nicht zur „großen Literatur“ gehört.

Leider wird oft Pornografie als Vorbild verwendet

Sagen wir’s mal so: Die Mehrheit aller Sex-Romane orientiert sich an Pornografie, auch wenn dies nicht immer beabsichtigt wurde. Das heißt: Der Sex muss nicht glaubwürdig sein, und alle Begleiterscheinungen dürfen getrost ignoriert werden. Mal mit anderen Worten: Die weibliche Hauptfigur riecht und schmeckt frisch, hat eine weiche Haut ohne Makel, ist naturfeucht und strahlt beim Orgasmus über das ganze Gesicht. Die Frisur, das Make-up und sogar die Muschi sieht zuvor und hernach aus wie geleckt (Pardon, ich bemerke gerade, wie unpassend der Ausdruck ist) und entsprechend kommt auch alles zu Papier.

Die Realität: fürchte dich nicht, etwas zu erproben

Und die Realität? Sie ist völlig anders. Alles, was geschildert wird, müsste eigentlich überprüft werden: wie dieser und jener Körperteil aussieht, wenn es sich erst auf den Sex vorbereitet, ob es überhaupt möglich ist, in dieser Lage den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, egal, wie du ihn nennst. Na schön, das wäre das Äußere. Wenn du realistisch schreiben willst: Steh auf und leg dich (oder setz dich oder knie dich) in die Lage, in der deine Figur sich gerade befindet. Mach dir klar, was als Nächstes in deinem Buch passieren wird und stell dir vor, dies würde jetzt und hier wirklich geschehen. Du wirst bald merken, was „stimmt“ und was nicht. Ich gehe hier nicht in Details, weil ich nicht möchte, dass es dir peinlich wird. Ich sage nur: Es hilft, sich genaue Vorstellungen zu machen. Nicht nur „formal“ – auch psychisch.

"Aua" schreien ist kein Gefühl an sich

Also wären wir bei der Psyche, beim „Inneren“. Gefühle lassen sich kaum dadurch schildern, dass deine Heldin „Aua“ schreit, wenn sie „Aua“ fühlt. Aber wir müssen nicht einmal in den Abgrund der Flagellationsszenen abtauchen. Wesentlich unglaubwürdiger ist oft der Umgang mit dem „Normalen“, und das zeigt sich an weiblichen Orgasmen. Ohne ins Detail gehen zu wollen: Das ist keine Gefühlswelt, in der das Gesicht rosig und weich bleibt, die Frisur hält und bestenfalls mal der Mund etwas offen steht. Im Gegenteil: die Gesichter sind nicht erwartungsfroh, sondern wirken, als ob sie mit schmerzvoller Lust die letzten Hürden vor der finalen Lust überwinden wollten. Sex ist etwas Animalisches, Feuchtes und Aufrüttelndes, und bei den ersten versuchen auch etwas sehr Verwirrendes.

Und nun wissen sie auch, warum Frauen in pornografischen Filmen immer so lustvoll und süß zum Orgasmus kommen: Sie faken ihn routiniert.

Ist Sex ein Menschenrecht?

Ich war überrascht, als ich von einem Mediziner zum ersten Mal den Satz hörte: „Sehen Sie, Sex ist ein Menschenrecht.“ Der Satz kam mir in Erinnerung, als ich kürzlich einen Bericht über Frauen las, die an Krebs erkrankt waren. Mit dem „waren“ ist es ja immer so: Du kannst am Ende geheilt sein, als geheilt gelten oder eigentlich noch krank sein. Und völlig unabhängig davon kannst du dies sagen: Wenn die Datenströme zwischen Lustorganen und Gehirn nicht mehr einwandfrei funktionieren, dann ist alles ein bisschen aus der Bahn geraten: Die Sexualorgane und das Hirn gehen sozusagen getrennte Wege.

Da klingt gut, was manche Ärzte fordern (Zitat):

Wer im Intimbereich schwer erkrankt, macht sich Sorgen um sein sexuelles Empfinden. Diese Sorgen müssen ernster genommen werden, sagen Therapeuten und Berater: Sie fordern ein offenes Gespräch über das Anrecht auf sexuelles Wohlbefinden.


Das ist alles recht hübsch: Hier sitzt der Gynäkologe, Onkologe oder Urologe, und dort der Mensch, der gerade operiert wurde. Und dann sprechen beide über sexuelles Wohlbefinden. Das ist sicher besser als nichts, denn die Patienten sind unsicher darüber, wie sie nun möglichst glücklich weiterleben können.

Schön, gut und richtig, und doch hat die Sache zwei Haken.

Ein Haken: niemand weiß, was du wirklich (noch) fühlst

Der Erste liegt darin, dass der Arzt sich nicht wirklich in die Lage eines Menschen hineinversetzen kann, dessen sexuelle Verdrahtung gekappt wurde. Das ist oftmals der Fall, und in der Tat machen sich viele Menschen darüber Gedanken. Zitat:

Wie riskant sind Operationen im Beckenboden etwa, einem Bereich, wo unzählige verletzliche Muskelfasern und Nervenbahnen verlaufen, die mit den Sexualorganen zusammenhängen oder für das Lustempfinden wichtig sind. Sie beschäftigt der Gedanke, ob ihr Körpergefühl wieder dasselbe sein wird wie vor der Therapie.

Die Sache ist so: Sexualität benötigt das Gehirn als Schaltstelle, selbst, wenn manche Menschen glauben, „vögeln sei hirnlos“. Das führt zu schrecklichen Verfälschungen, etwa solche wie „Orgasmen werden allein durch die Klitoris ausgelöst.“ Tatsächlich sitzt der „Steuermann“ immer am Schaltpult im Gehirn – und mithilfe der körpereigenen Botenstoffe steuert er den Hergang. Dazu braucht er einen Datenweg hin und einen zurück, was man sich etwa so vorstellen muss: Von Klitoris oder Penis kommen Reize, auf die reagiert werden soll. Das Gehirn stellt nun die Drogen zur Verfügung, die einen Penis steif werden lassen und eine Vagina schlüpfrig, und diese Informationen werden wieder zum Gehirn zurückgemeldet.

Ist nun der Datenkanal verstopft oder gerissen, dann werden die Impulse nicht weitergeleitet. Heißt konkret: Die Stimulation von Klitoris oder Penis führt zu keinem konkreten Ergebnis, und das Gehirn kann daran nichts mehr ändern.

Der zweite Haken: Sex muss geschenkt werden - du kannst ihn nicht erstreiten

Nehmen wir an, das alles sei nicht ganz so dramatisch. Dann bleibt immer noch die Tatsache, dass sich Sex nicht vor Gericht erstreiten lässt. Wir alle sind darauf angewiesen, Sex geschenkt zu bekommen – nur dann erfüllen wir die Standards der Gesellschaft. Nun aber werden komplizierte Prozesse nötig, etwa besondere Stimulationen, Pumpen oder Implantate, die allesamt den gleichen Haken haben: Sie wirken nicht spontan, und sie geben nicht wirklich die zuvor bekannten Lustgefühle. Zwar können Frauen und Männer auch damit noch Orgasmen haben, aber sie sind schwerer zu erreichen und von schlechterer Qualität. Vor allem der Mann kann die Ejakulation und den Orgasmus nicht, wie gewohnt, in unmittelbarer Folge bekommen – denn die Ejakulation wurde durch eine Totaloperation der Prostata in jedem Fall unmöglich.

Die Frage, ob Sex bei stark geschädigten, unverheirateten Frauen und Männern auch als Dienstleitung erbracht werden könnte, ist hochgradig umstritten. Einerseits ist es in manchen Fällen möglich und auch erwünscht, doch andererseits gilt der Prostitutionsvorbehalt auch dann, wenn er nicht ausgesprochen wird. Heißt konkret: „Sexarbeit ist dreckige Arbeit, und niemand sollte sie machen.“

Sex als Dienstleistung?

Dieses Thema wurde kürzlich stark strapaziert. Wenn Sex als Dienstleistung erbracht wird, ist das nicht gerade ein romantisches Manifest und vielleicht nicht einmal „politisch korrekt“. Doch ist die Vorstellung, Sex sei immer mit Liebe und zweckfreier Hingabe verbunden, kann ebenso als Illusion bezeichnet werden.

Das Menschenrecht steht auf tönernen Füßen

Und das Menschenrecht? Wie kann Sex als „Menschenrecht“ bezeichnet werden, wenn man darum betteln muss?

Irgendwie stimmt etwas nicht mit der Aussage „Sex ist ein Menschenrecht.“ Rechte sind einklagbar. Sex ist es nicht. Und was die Lust für Singles nach der Krebsdiagnose betrifft: Viele Frauen und Männer würden ablehnen, sich einen Partner mit einem Karzinom anzulachen. Und das macht die Sache nicht eben leichter und verhindert noch stärker, dass Sex wirklich zum Menschenrecht wird.