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Die Sache mit dem schmutzigen Sex

Ich sag mal, was ich denke: Sex ist sowieso nicht sauber. Irgendwas landet im Slip oder auf dem Teppich, irgendwas spritzt auf die gute Lackoberfläche, und manchmal wird das Laken so feucht, dass du dich anschließend nicht mehr drauflegen magst.

Aber richtiger schmutziger Sex ist ja gar nicht „schmutzig“, sondern einfach – geil. So geil, dass du ihn dir oft wünscht. Aber du kriegst ihn nicht – nicht von deinem Partner, nicht von deinem Date.

Stöhnen, Brüllen von Lust, süße kleine Bisse, sinnliche Schläge und all diese anderen Lüste, die du in deinen Tagträumen durchlebst, aber niemals mit einem Typen.

Verdammt – ja. In der Beziehung sagst du dir: „Nein, wir sollten es nicht tun, es könnte etwas Wertvolles in unserer Beziehung zerstören.“ Wenn du Single bist, besänftigst du dich: „Nein, so etwas sollte man nie mit Fremden tun – viel zu gefährlich.“

Die Grenzen – du erreichst sie nie, weil du dich nicht fragst: „Warum eigentlich nicht?“, und du sagst dir: „Besser … ich wage gar nicht, daran zu denken.“ Dir kommt in den Sinn, dass es nicht nur eklig oder verstörend sein könnte, sondern auch äußerst schlecht für deinen Ruf.

Wenn du Single bist und eine Frau: Erinnerst und ich noch, wie alles roch? Hinterher? Nach Sekt, Muschiduft, Sperma und warmem Schweiß?

Oh, ich schreibe dies alles, um dir zu sagen, was die Figur denken und fühlen könnte, über die du schreibst. Und im Gegensatz zu dir wird sie alles durchleben, was so schrecklich schmutzig ist – egal, ob sie Single ist oder einen Partner hat.

Ziemlich revolutionär: Sexualität und Erotik im 21. Jahrhundert

Sex gibt es immer - aber die Bedingungen ändern sich
Unser Team hat eine neue Idee für Autorinnen und Autoren: die sinnlichen, erotischen und sexuellen Themen des 21. Jahrhunderts.

Nun könntet ihr fragen: „Ja, gibt es denn etwas Neues in der Liebe?“ Oder ihr könntet vielleicht behaupten „Sex ist doch immer dasselbe“, oder vielleicht auch; „Erotik ist doch so etwas von ausgelutscht“.

Das mag alles stimmen – aber die Gesellschaft hat sich entwickelt. Frauen treten wesentlich offensiver auf, während Männer mehr und mehr nachdenklich werden, was mit ihnen und ihrer Rolle geschehen könnte.

Sexuelle Experimentierlust, neue Phänomene und ratlose Psychologen

Parallel dazu wird die Lust am sexuellen Experimentieren immer größer. Das Manifest der Heterosexualität wackelt sein Langem, aber auch die „Konkurrenz“, die LGBT-Kreise, können sich nicht mehr sicher sein, dass sie die „Allein selig Machende“ Idee für alle sexuellen Identitäten haben. Es gibt immer mehr Menschen, namentlich intellektuelle Frauen, die sich zur fließenden Sexualität bekennen. Zudem ist bemerkenswert, dass die Psychologie, die sonst immer gleich den Arm hebt, wenn es um die Erläuterung des menschlichen Verhaltens geht, dazu schweigt. Nach deren Auffassung hat der Mensch ja ein ICH, aber niemals ein „ANDERE“, obgleich das „Alter Ego“ schon die Griechen kannten. Darüber wäre noch zu sprechen, denn kein Kybernetiker würde unterschreiben, dass die körpereigene CPU nur eine Persönlichkeit managen kann. Das Thema kann hier nicht erschöpfend behandelt werden - lasst mich dies an anderem Orte tun.

Auch das Kommunikationszeitalter ist noch längst nicht in der Literatur angekommen. Sich digital zu verlieben oder Illusionen über eine Liebe im Internet zu machen, sind Fakten – in der Literatur finden wir sie kaum.

Ja – und was machen wir daraus? Wir nennen Themen, mit denen sich die Literatur endlich auseinandersetzen sollte – die sinnliche Literatur, die erotische Literatur und die Literatur schlechthin. Der erste Teil beschäftigt sich mit Lust und Digitalisierung in der erotischen Literatur.

Ich bin gespannt auf die Reaktionen, wie immer sie ausfallen mögen.