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Das herrlich schöne Pfui-Teufel-Gefühl

Die Vorstellung, an etwas zu lutschen ...
Möchte ich sein Hündchen sein? Und würde ich dann Hundefutter zu mir nehmen? Und wenn ich seine Sklavin wäre, würde ich dann darum betteln, dass er mich heftig peitschen würde?

Autorinnen haben – wie Autoren auch – immer diese herrlich schönen Pfui-Teufel-Situationen vor Augen. Du erinnerst dich vielleicht noch (doch, bestimmt, tust du das) an den Peitschenhieb in den Schritt, den Miss Anastasia Steele ebenso unvermittelt wie unglaubwürdig bekommt. Ich bin ganz sicher, dass viele der Autorinnen, deren Lippen des Mundes (Labium Oris) niemals einen Penis umfassten, ihre Heldinnen lutschen ließen, was das Zeug hält. Die Huren sagen dazu „Französisch komplett mit Aufnahme“ – pfui Teufel, wie das schmecken muss! Doch auch wenn’s die Autorin nicht schluckt – ihre Figur tut es mit Inbrunst, und die Leserin gerät mal in Verzückung, und mal kriecht der Ekel ihre Kehle hoch. Und das Interessante daran: Sie liest weiter, weil sie mit der Romanfigur lüstet und leidet.

Eine bekannte Bloggerin schrieb gerade:

Je weiter das was ich gerade lerne, von meinem eigenen Erlebnishorizont entfernt ist, umso spannender finde ich es, den Enthusiasmus des anderen nachvollziehen zu wollen.


Der eigene Erlebnishorizont ist – wenn man sich nicht gerade selbst zum Versuchskaninchen der sinnlichen Verheißungen gemacht hat – immer begrenzt, nicht wahr? Und diese zwiespältigen Gefühle gegenüber dem Exotischen lassen nie nach … was geht also vor in einem Mann oder einer Frau, die sich dem Ekel oder Schmerz hingibt, statt ihn zu verweigern?

Das Exotische, das Bittere, das, was Überwindung kostet … es gehört zu den herrlichen Situationen, in denen du über deinen eigenen Schatten springst. Du erlaubst dir plötzlich, das Unerhörte zu denken, und deine Figur wird es ausführen. Und vielleicht wird sie dir schildern, wie es sich für sie anfühlte … wer weiß.

Und ... nein, ich bin nicht die Dame auf dem Foto ... und ich habe keine Ahnung, wer es einmal war. Muss aus den 30er oder 40er Jahren stammen.

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