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Emotionaler Masochismus - und DU

"Masochistin" kannst du auch im Geiste sein
Wenn du eine Autorin bist, und keinerlei Ahnung davon hast, was „realer Masochismus“ ist, und du auch nicht weißt oder ermessen kannst, wie sich eine Masochistin fühlt, ja, was dann?

Du musst nichts über "realen Masochismus" wissen - gar nichts

Ganz einfach: Wenn du wüsstest, was „realer Masochismus“ im Sinne der Psychiatrie ist, würdest du wahrscheinlich nichts Erotisches darüber schreiben wollen.

Wir fanden dazu eine sehr interessante Stellungnahme, die etwas gröblich übersetzt so lautet:

Es ist ein wenig verzwickt, weil ich das Gefühl der Entwürdigung oder der Beschämung nicht per se (1) genieße. Aber im richtigen Kontext und der richtigen Umgebung, verbunden mit der Sicherheit, die mir die Person gibt, die ich liebe, erregen mich die die Gefühle, die dabei entstehen.


Der Konflikt - wenn es keinen gäbe, wozu dann eine Story?

Wir können dies durchaus verallgemeinern: Bei den meisten Menschen entsteht vor einem Rollenspiel ein Konflikt zwischen dem, wonach sie lüsten und dem, was sie „eigentlich“ darüber denken: dass es nämlich ganz schön „unanständig“ ist. Und dann kommt eben dazu: „Wie kann ich nur zugleich unterwürfig und sexuell erregt sein? Darf ich das?“

Klar ist das ein Konflikt - doch was wäre ein Plot ohne Konflikt?

Ihr seht: Der Zweifel darf auch in eurer Figur vorhanden sein, weil er nicht nur in euch, sondern auch in den realen Menschen vorhanden ist, die sich erotisch unterwerfen. Der Schlüssel ist eigentlich nur: „Mach jetzt während des Spiels, das mit mir, was du willst.“

Ich höre oft, dass so etwas nach dem „ seltsamen Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ klingen würde, und dass man doch bitte kein „anderes Selbst“ in sich hervorrufen solle, weil dies äußert gefährlich sein.

Wer sagt denn so etwas? In unserem Inneren wohnen viele Bedürfnisse, die teils von unseren animalischen Vorfahren stammen, teils von den Eltern und sonstigen Vorfahren, und teils aus der Erziehung, die wir genossen oder erlitten haben. In jedem Fall aber (und das ist ziemlich sicher) wurden während unserer Jugend allerlei Impulse unterdrückt und „zurechtgebogen“ , die wir seither in uns tragen, aber nicht verwirklichen mögen. Es ist also nichts als menschlich, Zwiespälte zu haben, zu denen auch gehört: „Darf ich eigentlich noch etwas spielen, und wenn ich es spiele, bin ich dann ein anderer?“

Ruf dir den emotionalen Masochismus wach

Was du als Autorin tun kannst, ist den „emotionalen Masochismus“ wachzurufen, damit deine Figur zu infizieren und sie dann laufen zu lassen. Wird sie träumen, zaghafte Versuche starten, sich ernsthaft in ein Unterwerfungs-Spiel einlassen oder gar in Gefahr geraten, sich in eine gefährliche Abhängigkeit zu begeben?

Es ist so einfach, sich den erotischen Masochismus zu erdenken. Und falls du dich davor fürchtest, dann sorg doch einfach dafür, dass sich deine Figur auch fürchtet – und vielleicht ihre Furcht überwindet. Denn für sie ist es einfacher als für dich.

(1) Nicht als Selbstverständnis, nicht als solches. Auf das Zitat kann nicht verlinkt werden, weil die Webseite als "Adult" gekennzeichnet wurde.

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