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Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?

Nicht mehr zeitgemäß?
Was ist los mit „schicker Unterwäsche“, frivoler Lingerie oder „Les Dessous Chics“? Erweist sich die Kampagne #MeToo, als Totengräber der etwas frivolen Unterwäsche?

Derzeit gibt es zwei Varianten zum Thema: die erste heißt, dass die angeblichen Schwierigkeiten bei der Marke „Victoria’s Secret“ schon „irgendwie“ mit der feministischen Kampagne „#MeToo“ zusammenhängen, und mit vielen anderen bekannten Zeiterscheinungen.
(Zitat):

Steht sich das Unternehmen mit seiner «Sex Sells»-Vermarktung, die auf makellose, leichtbekleidete Frauenkörper setzt, in Zeiten reger Body-Shaming-Debatten und der MeToo-Bewegung selbst im Weg?


Sexy Wäsche ist gefragt - zu moderaten Preisen allemal

Keine Dessous mehr?
Die andere Sichtweise wäre allerdings: Im Grunde ist die „typische“ sexy Wäsche durchaus noch gefragt … nur hätten sich die Kundinnen inzwischen für andere Marken entschieden. Tatsächlich gibt es erhebliche Preisunterschiede bei durchaus ähnlichen Qualitäten. Und weil sich zumindest die Qualität und das Aussehen viele der Marken im Internet vergleichen lässt, verkaufen Versandhäuser inzwischen sogar „Hausmarken“, die ebenso chic sind wie die Dessous der großen Marken.

Sportklamotten im Büro?

Schlabbermode kann sexy sein - aber bedingt
Und der „Zeitgeist“ außerhalb der „MeToo-Bwegung“? Stimmt es, dass nun ausschließlich belanglos aussehende, aber bequemere Varianten der Unterwäsche getragen werden?

Ich sag’s euch mal so, wie’s ist: Sportlich ist prima – gar keine Frage. Aber in einem etwas modifizierten Fitness-Outfit ins Büro oder auf die Straße zu gehen, macht dich auf keinen Fall äußerlich interessant. Und innerlich? Willst du als stupide durch die Welt hüpfende Joggerin gelten oder hättest du vielleicht noch mehr zu bieten? (Geist oder Charme zum Beispiel?) Seht euch ruhig mal die Bilder der Freak-Shows an, wenn ihr bei Google „Athleisure“ eingebt.

Tolle Dessous - auch Hausmarken sehen gut aus

Und abgesehen davon - diese „gewissen Dessous“ hat bisher auch kaum jemand „ins Büro“ getragen, sondern in der Freizeit, am Abend, zum Date oder – na ja, einfach, um einen Kerl zu verführen. Und ja, ja … es gibt sie, die schicken und preiswerten Dessous-Marken – und zahllose markenlose Produkte auch.

Der Zeitgeist ist gar keiner - sondern er wird manipuliert

Und noch etwas: Zeitgeist kommt und geht. Der Schlabberkram, die Latzhose, die Jogging-Mode – hatten wir alles schon Mal. Und dann kamen die schicken Dessous eben doch wieder.

Ach so, die Antwort auf die Frage „Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?“ Nein, natürlich nicht. Und „Body Shaming“? An der Diskussion sind offenkundig vor allem die Hersteller von Sportklamotten interessiert. Denn (Zitat):

Begonnen hat die aktuelle Body-Shaming-Debatte mit einem Tweet von Sally Bergesen, Gründerin des Sportswear-Labels „Oiselle“.


Was wiederum die Frage nährt, was eigentlich auf „Twitter“ Feminismus ist, was Selbstherrlichkeit und was weiblicher Kommerz ist.

Und zuletzt (ja, ganz zuletzt) noch mal eine Frage aus der NZZ (Zitat):

Kann ein Schönheitsdiktat wirklich mit einem neuen Schönheitsdiktat überwunden werden?


Nein – kein Schönheitsdiktat und kein Gesinnungsdiktat. Und die Doktorinnen und Diktatoren? Schickt sie zum Teufel – oder meinetwegen zur Teufelin.

Kataloge wälzte ich unter Mithilfe von Isidora und "Figleaves", einem britischen Dessous-Versandhaus. Alle Bilder: © 2018 by Liebesverlag.de

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