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Der Sex

Der Sex - der dritte Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Sex – dieses kleine Wort ohne eine weitere Buchstabenfolge gibt es im Deutschen noch nicht lange. Alles, was wir heute mit dem Wort „sexuell“ bezeichnen, bedeutet „das Geschlechtliche betreffend“ und auch das Wort „Sex“ sagt kaum mehr aus als „das Geschlechtliche“. Eine sexuelle Beziehung zeichnet sich dadurch aus, dass in ihr das Geschlechtliche hervorgehoben wird, also nicht die Freundschaft und nichts das, was man unter „Liebe“ zusammenfassen könnte.

In einem Lexikon heißt es, Sex sei die praktische Ausübung der Sexualität. Das bedeutet: Jede Handlung, die sich in irgendeiner Form auf die Sexualität zurückführen lässt, ist auch „Sex“.

Was wieder viele überraschen wird. Denn dann ist Sex am Ende auch Strippen, Zurschaustellen, Masturbieren, Fellatio, Cunnilingus, Fingern und vieles ander mehr.

Und damit wären wir bei einem Dilemma: Sex „haben“ ist alles, was die eigene Sexualität hergibt und dazu noch das, was ein anderer Mensch zulässt. Aber kein Wort, das irgendetwas zuverlässig beschreibt.

Die Verliebtheit

Die Verliebtheit - der zweite Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Verliebtheit ist eine Maske für das sexuelle Verlangen. Der Begriff entstand, als die körperliche Begierde romantisiert wurde. Um es kurz zu machen: „Verbliebt sein“ konnte auch eine reine Jungfrau aus bürgerlichem Stand - eine wilde Begierde für einen Mann entwickeln dufte sie nicht.

Bis heute hat sich der Begriff erhalten – einerseits in Schilderung der „romantischen Liebe“ in all ihren Spielarten – andererseits aber auch als Zustand der Verwirrung.

Die zweite Definition haben Ärzte und Psychologen schon früh herausgefunden, ohne einen Beweis dafür zu finden. Erst viel später konnte man nachweisen, dass es körpereigene Drogen (Neurotransmitter) sind, die diese Zustände bewirken. Sie dienen dazu, die aufkommende Lust möglichst schnell in einen Geschlechtsakt zu verwandeln. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass ein menschliches Gehirn in der Lage ist, im Zustand der Verliebtheit auch Fantasien zu entwickeln, die jeder realen Grundlage entbehren.

Rufen wir uns noch einen Moment in die Erinnerung zurück, dass es Drogen sind, die diese Verliebtheits- und Verwirrtheitszustände auslösen. Das Wort „körpereigene“ ist dabei zwar zutreffend, aber dennoch eine Verniedlichung, denn diese Drogen wirken ähnlich wie Opiate.

Diese Drogen wirken individuell unterschiedlich: Sie können als Bereicherung empfunden werden – und ihre Auswirkungen sind in abgemilderter Form in nahezu jedem Liebesroman zu finden. Sie können aber auch Schaden anrichten und spontanen, ungeschützten Geschlechtsverkehr bewirken, von massiver Selbsttäuschung einmal ganz abgesehen. Dann reden wir von Abhängigkeiten, Neurosen oder sogar Suizid.

Heute sehen wir die „Verliebtheit“ deshalb kritischer als die Menschen vor etwa 150 Jahren, die den Begriff erfanden. Wir wissen mehr darüber, und wir können die Romantik von der Realität trennen, wenn wir uns eine gesunde Psyche bewahrt haben. Und wir streben immer nach einem Ideal nach, das die Zeiten überdauert hat: Wir wünschen uns, dass sich die Verliebtheit nach einiger Zeit in Liebe verwandelt.

Schweden - Sex muss freiwillig sein

"Sex muss freiwillig sein" – wer würde das bestreiten? Doch wenn jemand einen solchen Satz besonders betont, und dies gar noch vor einem Parlament, wie jetzt in Schweden, werden Zweifel laut: Ja, war den Sex in Schweden bisher nicht freiwillig?

Verträge zwischen Personen können nahezu überall auf der Welt mündlich, schriftlich oder in anderer Weise geschlossen werden. Man spricht unter Juristen auch von zwei „übereinstimmenden Willenserklärungen“. Und nun erkennen wir, was gemeint ist: „Nein“ ist „nein“, wie anderwärts auch, aber „dulden“ soll nicht mehr als „Ja“ gewertet werden können.

Wer sagt schon: Bist du einverstanden, jetzt mit mir zu vögeln?

Dem kann eigentlich auch jeder zustimmen – die Frage ist nur: Wie sagt jemand „Ja“? Und darüber streite man nun heftig. Und das hat sicher seinen Grund, denn bisher fragte kaum jemand: „Du, Ebba, willst du jetzt mir mir schlafen? Und wenn ja, sag mir bitte, wie du es gerne hättest, damit ich nichts falsch mache?“ Und das wird auch in Zukunft kaum jemand fragen. Also werden sich Ebba und Eric wohl auch in Zukunft „nonverbal“ verständigen müssen.

Der „positive nonverbale Beweis“? Nun ja, er ist wahrscheinlich nicht zu erbringen.

Gewachsen auf dem Acker des Feminismus - für heterosexuelle Frauen?

Und das Gesetz? Es ist auf dem Acker des Feminismus gewachsen und von der MeToo-Debatte gedüngt worden. Zwar gilt es offiziell für beide Geschlechter und deren Möglichkeiten, aber es ist klar ein Pro-Feminismus-Gesetz, das überwiegend die Beziehungen zwischen weiblichen und männlichen sogenannten „Heterosexuellen“ regulieren soll.

Das Gesetz hat einen Sinn - aber einen anderen

Der Sinn freilich liegt tiefer: Der Alkoholkonsum, möglicherweise auch der Konsum anderer Drogen, spielt eine immer größere Rolle unter Jugendlichen und leichtfertigen Erwachsenen. Sie waren offenbar vielfach „nicht im Vollbesitz ihres Bewusstseins“, als sie sich ohne „Nein“ und ohne nennenswerte andere Abwehrregung sexuell „benutzen“ ließen. Sie in dieser Weise zu überrumpeln, ist gemein, hinterhältig und in jeder Weise zu verachten.

Die Frage bleibt dennoch: Wie werden die Menschen in Schweden einander signalisieren, dass sie jetzt und hier miteinander vögeln wollen?

Die Liebe

Die Liebe - der erste Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Liebe hat viele Namen. Allein dieser Umstand macht es so schwer, sie zu erklären. Sicher ist, dass wir Zuneigung benötigen, um lieben zu können. Daraus kann im Laufe eines längeren Zeitraums dann Verbundenheit entstehen. Wie sich diese Liebe „innerlich anfühlt“ weiß nur derjenige, der liebt – eine weitere Schwierigkeit bei der Erklärung, die ich hier versuche.

Da wäre schon fast alles, und die Definition beinhaltet etwas, das viele erschreckt: Liebe braucht ein Gegenüber, aber dieses Gegenüber muss keine Person sein. Es kann ein Objekt sein, etwa ein Kuscheltier, oder eine Vorstellung, beispielsweise Gott. Wer sein Kuscheltier heiß und innig liebt und diese Liebe gegenüber anderen verteidigt, liebt ebenso wie jemand, der seine Eltern liebt. Liebe ist ein interner Prozess.

Trifft die Liebe auf Innigkeit und Intimität, so kommt die Komponente der Sinneslust dazu. Sie kann in einer Freundesbeziehung ebenso gefunden werden wir in der Liebe eines Paares, das auch sexuell miteinander verbunden ist. Was beide dann als Liebe bezeichnen, ist ein Gesamtpaket unterschiedlicher und zu Anfang noch höchst wandelbarer Komponenten. Was nichts anderes bedeutet als: Die Liebe zu einem Menschen kann ebenso nach und nach verlöschen, wie sie sich andererseits auch festigen kann.

Weil die Liebe als Begriff so umfassend udn schillernd ist, werden wir ihre einzelnen Komponenten später noch genauer erklären.

Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.

Die Frau, die den Verlust der Jungfräulichkeit öffentlich machte

In einem der vorausgegangenen Artikel wurde das "Nixchen" erwähnt. Die Novelle in Briefromanform hatte zu Anfang des 20. Jahrhundert allerdings für Aufregung gesorgt und insbesondere das Bürgertum empört.

Nixchen, Briefroman
Der Autorenname täuscht: „Hans von Kahlenberg“ - gab es niemals. Den der Autor der Novelle „Nixchen“ war eine Frau - Helene Keßler, die mit Mädchennamen Helene von Monbart hieß und ihren Roman „Nixchen“ 1899 der „Psychologie der höheren Töchter“ widmete.

Sie gehört ohne jeden Zweifel selbst zu dieser Gruppe, war lange Jahre Lehrerin und heiratete erst 38-jährig. Das Buch „Nixchen“ erlebte eine für die damalige Zeit sensationelle Auflage (mein Exemplar ist aus dem 12 – 14. Tausend und trägt das Erscheinungsdatum von 1904). Später wurde das Werk noch mehrfach aufgelegt und erreichte mindestens eine Auflage von ca. 80.000 Exemplaren. Meyers Konversationslexikon von 1908 merkt dazu an:

Ein Erfolg, der jedoch weniger dem unverkennbaren Darstellungstalent der Verfasserin als ihrer skrupellosen Erotik zuzuschreiben ist.


Der Lexikonbeitrag aus Meyers konservativer Lexikonschmiede, die sich sehr bewusst ans Bildungsbürgertum wandte, spricht bereits Bände: Dem Bürgertum passte die ganze Chose nicht.

Die Lust, nicht als Jungfrau in die Ehe zu gehen

Im Prinzip geht es in ihrem Werk „Nixchen“ um die Lust daran, die Jungfräulichkeit zu verlieren, und zwar nicht an den Mann, den die höhere Tochter schließlich heiratet, sondern an einen Mann, der mit Frauen umzugehen weiß. Dabei schildert die Autorin in lebhafter Art und Weise, wie eine junge Frau jener Zeit fühlt, denkt und handelt. Wäre da nicht die Befürchtung, der „Lendemain“, also der auf die Entjungferung folgende Tag, könnet ein böses Erwachen bewirken.

Die Schilderung wirkt deshalb so sinnlich, weil sich die Autorin hinter dem Mann verstreckt, der schließlich die Heldin, das „Nixchen“ entjungfern darf – so muss sie kein Blatt vor den Mund nehmen.

Ich kannte mal ein sehr nettes … Mädchen. Sie hatte auch Angst vor dem Lendemain. Sie wartete auf den Lendemain.

Und dann war’s wirklich Morgen und der allerschönste Sonnenschein und Vogeljubilieren – und sie lachte, lachte übers ganze Gesicht: „Ich bin so froh, Schatz! Ich glaub‘, ich könnte fliegen.


Im Folgenden sinniert sie darüber, welche Wahl natürlicher, gleichwohl aber auch moralsicher sei: an einem schönen Maientag der Natur ihren Lauf zu lassen oder körperlich „rein“ zu sein, aber dafür erotische Fantasien übelster Art nachzuhängen, nämlich „unnatürlichen Ungeheuerlichkeiten“.

Warum das Bürgertum vor Wut schäumte

Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Ungeheuerlichkeit dies im Meinungsbild des späten 19. Jahrhunderts bedeutete. Es war ein Schlag gegen die Prinzipien des Bürgertums und des Adels und eine absolute „Unverschämtheit“ für eine Frau, solche „zersetzenden“ Dinge zu äußern. Man denke: Ein Mann „von Stand“ wird eine Frau heiraten, die sein Freund ohne sein Wissen zuvor entjungfert hatte!

Wer ein bisschen historisches Wissenschafts- und Literaturverständnis hat, wird ohne Zweifel feststellen, dass noch kurz zuvor von „wissenschaftlicher“ Seite behauptet wurde, das sexuelle Verlangen der Frau sei „ein Geringes“ wenn sie „wohlerzogen“ sei.

Und schon deshalb muss man den Mut dieser Frau loben: Sie hat sich literarisch dem herrschenden Trend widersetzt – und damit Erfolg gehabt.

Hinweis: Man kann das Nixchen noch antiquarisch erwerben - es ist allerdings recht schwer zu lesen.

Zwei Irrtümer über die sexuelle Sinnlichkeit

Es gibt zwei namhafte Irrtümer über die Sinnlichkeit in der Sexualität. Sie betrifft den Bereich des „Sehens“ einerseits und den Bereich des „Betastens“ anderseits.

Die Irrtümer gehen auf Zeichnung oder Schilderungen zurück, die sich so darstellen:

Sehen

Der Eindruck, Männer seien Voyeure, und ihr Penis würde durch das Betrachten von nackter Haut, Dessous oder erotischen Szenen angehoben, ist falsch. Frauen sind in gleichem (wenn nicht höherem) Maße Voyeure, und auch sie werden körperlich von erotischen Szenen angeregt. Aber bei allen – Frauen wie Männern – müssen die optischen Eindrücke erst einmal in Körperreaktionen umgesetzt werden. Und das kann nur das Gehirn, das alle Eindrücke zunächst filtert, aber auch anreichert. Ist alles in Butter, dann sendet das Gehirn Botenstoffe, die den Geschlechtsakt vorbereiten und damit erst ermöglichen.

Klartext: Sehen allein erzeugt keine Erektion.

Betasten

Der zweite Irrtum kommt zwar aus der Frauenbewegung, gilt aber analog auch für Männer: Die intensive Berührung der Klitorisspitze (oder beim Mann bestimmter Bereiche des Penis) würde automatisch zum Orgasmus führen. Das sind spontane Empfindungen, die mit der Realität nichts zu tun haben und sich auch nicht bewahrheiten lassen. Vielmehr erzeugt die Berührung im Gehirn eine Aktion, die sich nach und nach (mal schneller und mal langsamer) aufbaut und die mit der Produktion von Botenstoffen verbundene ist, die dann die begehrten Ejakulationen und/oder Orgasmen auslösen. Es gibt also keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Betasten und dem Orgasmus. Frauen und Männer, die ihre Gefühle beobachten oder niederschreiben können, wissen zumeist, dass dabei ein Feuerwerk von Gedanken und Gefühlen abgebrannt wird, das so heftig und intensiv ist, dass sie über die Inhalte normalerweise nicht reden.

Klartext: Betasten allein erzeugt keine Orgasmen.

Wie kommt eigentlich „Sinnlichkeit“ zustande?

Am Anfang der Sinnlichkeit stehen die Sinne. Betrachtet man sie klassisch, dann sind es fünf. Mal ganz kurt´z für die, die in der Schule nicht so gut aufgepasst haben:

1. Das Sehen. Es ist für den Menschen unglaublich wichtig und vermittelt uns den größten Teil aller sinnlichen Eindrücke. Man sagt auch, dass wir Menschen „bildhaft denken“ – und fühlen.
2. Das Hören. Auch durch das Hören bekommen wir allerlei Sinneseindrücke. Das Sinnlichste, was wir hören können, ist eine Stimme, die uns erregt – gleich, ob sie singt oder flüstert. Musik ist vielschichtig, wirkt aber in der Regel ausgesprochen sinnlich.
3. Das Riechen. Schön, wenn wir einander riechen können. Natürliche und künstliche Duftstoffe, auch die im Schweiß, in der Scheidenflüssigkeit und im Ejakulat, werden als sinnlich bezeichnet. Die Sinnlichkeit kann durch bestimmet Duftstoffe, zum Beispiel in Parfüms, verstärkt werden. Bei der Zubereitung und beim Genuss von Speisen spielt der Duft eine entscheidende Rolle.
4. Das Schmecken. Beim Schmecken denken wir an Speisen, doch auch der Körper „schmeckt“ beim Küssen und Züngeln. Der sinnliche Genuss kommt meist über die Zunge und über die Nase.
5. Das Tasten (und betastet werden). Die Haut ist ein riesenhaftes Organ, das über und über mit Nerven besetzt ist. Sie ist also in jeder Hinsicht sinnlich und verantwortlich für den größten Teil gelebter Sinnlichkeit.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch mehrere Sinne gibt, die auf den genannten Sinnen basieren oder die durch andere Organe aufgenommen werden können. Meist werden hier die Rezeptoren für Wärme und Kälte, Schmerz und Berührung, Gleichgewicht und Körperbewusstsein genannt. Diese Zuordnungen sind allerdings eher akademisch als nützliche Ergänzungen.

Warum die Erklärung der Sinne richtig ist – und warum sie falsch ist

Die Erklärung der Sinne ist eine Mischung aus einfach verstandener Biologie und Psychologie. Sie dient dazu, jedem Schüler verständlich zu machen, wie die Sinnesorgane wirken. In Wahrheit aber ist das eigentliche Sinnesorgan das Gehirn, das die ankommenden Informationen sammelt, bewertet und weiterleitet.

Bespiele und Fazit

Nehmen wir ein gutes Essen. Es ist hübsch angerichtet, weil „das Auge mitisst.“ Es duftet gut, was unserem Appetit anregt. Bevor wir es noch schmecken, hinterlässt es ein Gefühl auf der Zunge, das auch dem Tasten zugeordnet werden könnte. Dadurch einsteht bei einem guten Essen ein sinnlicher Gesamteindruck.

Beim Musikhören werden keinesfalls nur die Ohren beansprucht – auch der wechselnde Druck auf der Haut spielt eine Rolle, insbesondere bei Musikstücken, die tiefe Bässe enthalten. Bei sogenannter Livemusik kommt der optische Eindruck hinzu, der für Konzertbesucher oft eine große Rolle spielt.

Besonders interessant ist die Kombination freilich in der Liebe. Besonders bei der Vorbereitung zum Geschlechtsakt spielen Augen, Ohren, Nase, Mund und Betastungen aller Art eine Rolle. Zwar kann die sexuelle Bereitschaft auch ohne dies Zusammenspiel erreicht werden, doch dann leidet die Sinnlichkeit.

Am Ende wissen wir nicht mehr, welche Sinne uns unsere Sinnlichkeit verschafft haben, weil das Gehirn die Bausteine des Sinnespuzzles längst zu einem Ganzen zusammengesetzt hat.

Und alle Frauen sind ein bisschen Bi …

Geneigt oder verführt?
Die BUNTE kommt mit Sensationen: Hey, Girls, ihr sie alle ein bisschen bi … na ja, da hat an ein bisschen Data-Mining betrieben, denn die Studie, auf die man sich bezieht, ist von 2015.

Und nun weiß also die Welt der BUNTE-Leserinnen: Frauen sind nicht hetero. Und was, um Himmels willen, sind sie dann?

Das wird so erklärt Zitat BUNTE:

Frauen sind entweder bisexuell, das heißt sie sich von Frauen und Männern angezogen fühlen, oder sie sind homosexuell, also lesbisch und stehen auf Frauen. Nach dieser Studie sind Frauen anscheinend niemals heterosexuell.


Überrascht? Das Rätsel ist leicht zu lösen. Es geht darum, von welchen Bildern oder Handlungen Frauen erregt werden. Und siehe: mehr oder weniger von allem, was sexuell ist. Das wären also die Fakten.

Mit wem Frau sexuell aktiv werden kann

Eine andere Frage wäre nun: Mit wem lässt sich die Frau ein?

Mit sich selbst? Das dürfte heute fast klar sein – warum nicht?
Mit einer anderen Frau? Wenn sich die Gelegenheit ergibt oder sie eine tolle Verführerin findet – na klar.
Mit einem Mann? Aber sicher doch. Es ist aufregend und immer wieder anders.
Mit einer Gruppe? Gelegentlich schon … nicht für alle, aber es gibt Liebhaberinnen von Gruppen.

Und wer ist nun wirklich "bi"?

Und nun die letzte Frage: Ist sie bisexuell, weil sie gelegentlich auch Frauen liebt.

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Da ist die Antwort: ein völliger Unsinn. Homoerotische Lüste bedeuten nicht, dass jemand homosexuell (lesbisch) ist. Und gelegentlich Lust darauf zu haben, auf der anderen Seite des Zauns zu grasen, gehört zum Bereich spielerischer Abenteuer. Eigentlich müsste man es mal deutlich sagen: Gelüste sind Gelüste, und Einordnungen sind Einordnungen. Was konkret heißt: Frauen sind nicht schon deswegen „bi“, weil sie sich hin und wieder mit Frauen einlassen. Das beworbene Buch gibt euch übrigens zuverlässige Informationen - leider nur in englischer Sprache.

Bild: Aus einem Groschenheft (Pulp) - vermutlich das Titelblatt.

Was treibt Frauen dazu, nur Lust und Wonne anzustreben?

Gibt es Frauen, die nur nach sexueller Erfüllung streben, wenn sie Männer treffen? Und was treibt Frauen dazu, nur Lust und Wonne im Kopf zu haben, wenn sie Dates eingehen?

Männer, die das sogenannte Online-Dating betreiben, können ein Lied davon singen: Immer mehr Frauen streben ausschließlich nach Sex oder nach sehr kurzen, hochemotionalen Affären. Diese Tatsache wird öffentlich erfolgreich verschleiert: Nach den Gesetzen gewisser psychologischer Flachhirne wollen Männer meist schnell und bedingungslos Sex, während Frauen sich mindestens zuvor verlieben wollen.

Nach den Motiven zu fragen, ist zwar für die meisten Männer müßig, aber angesichts der gängigen Vorurteile und Tabus für Journalisten sogar außerordentlich mutig. Der folgende Artikel fasst einige der Verhaltensweisen zusammen und versucht wenigstens zu erklären, warum viele Frauen keine Beziehungen eingehen wollen.


Lust ist ein Gefühl für sich - es hat nichts mit Liebe zu tun

Dating-Ziel der Frau: Lust und Wonne?

Das Ziel, beim Date (Online-Date oder Gelegenheits-Date) nichts als Lust und Wonne erreichen zu wollen, steht Frauen nicht auf der Stirn geschrieben. Der Grund dafür ist bekannt: Sie wollen unter gar keinen Umständen unter „Schlampenverdacht“ geraten. Und weil dies nun mal so ist, annoncieren sie mehrheitlich nicht in einschlägigen Anzeigenblättern oder bei Sex-Dating-Unternehmern, sondern erstellen Profile, wo andere es auch tun: bei ganz normalen Singlebörsen. Im Grunde genommen kann der Mann heute kaum noch unterscheiden, ob die suchenden Frauen eine lebenslange Beziehung oder eher eine hübsche Affäre wünschen. Sie selbst wissen es allerdings genau: Je seriöser die Anzeige oder das Profil und je verdeckter die eingestreuten Hinweise auf Lüste sind, umso eher findet sich ein „gewöhnlicher“ Mann. Einer, der verführbar, lustvoll, liebevoll und am Ende tolerant genug ist, die Wünsche der Frau zu akzeptieren und seine eigenen zurückzustellen.

Das Thema „exklusive Lust“ ist nicht ganz neu für Frauen

Übrigens ist das alles nicht so neu, wie es zu sein scheint. In den Jahren zwischen 1970 und 1990 annoncierten zahlreiche Frauen, namentlich Akademikerinnen, entweder unter „Heiraten“ oder in den deutschlandweit seriösesten Bekanntschafts-Rubriken, wenn sie einen Lover suchten. In den etwas luftigeren Anzeigenspalten, etwa in den Wochenzeitschriften, wurde man deutlich: dort heiß es „für alles Schöne“ oder „für alles, was zu zweit mehr Freude bereitet“. Gemeint war mit beidem „für Erlebnisse in Lust und Wonne“.

Einer der Gründe war, vorerst keine feste Beziehung zu wollen, aber mit einer Affäre auf keinem Fall vor Ort „erwischt“ zu werden. Dies war typisch für ledige Akademikerinnen und örtliche Respektspersonen in Kleinstädten. Das ist bis heute so. Ein anderer Grund, nicht „erwischt“ werden zu wollen, ist sicherlich, dass man bereits in einer festen Beziehung lebt und lediglich Lust auf einen Seitensprung“ hat. Nachdem diese beiden Gründe genannt wurden, müssen einige andere auf den Tisch, über die sehr selten gesprochen wird.

Ein bunter Strauß von Gründen für Nur-Sex-Beziehungen

Manche der Frauen, die kurzzeitige Beziehungen ohne jede Verbindlichkeit wollen, leiden psychisch oder emotional, und teils sind sie von Süchten betroffen. Sie wissen, dass sie sich selbst (und dem Mann) keine Beziehung zumuten können, wollen aber auf die Lust nicht verzichten. Neben diesen Erkrankungen, die medizinische Namen führen, sind es Persönlichkeitseigenschaften ohne Namen, die eine Beziehung erschweren. „Sex ja – Beziehungen“ nein ist dann die Lösung, die Distanz schafft. Körperliche Leiden, namentlich unheilbare, sind gelegentlich der Grund, wenigstens die Wonnen der Lust noch einmal ausführlich zu genießen. Manche Frau schwankt – nicht nur in jungen Jahren – zwischen Frauen und Männern und manche andere zwischen „seriösen“ Sex-Beziehungen dun farbenfrohen Abweichungen von der „Normalität“. Auch soziale und sogar religiöse Gründe können eine Rolle spielen: Die Mutter will ihrer Tochter nicht zumuten, dass ein neuer Mann in ihr Leben tritt, aber auf Lüste nicht verzichten. Die frisch geschiedene Katholikin kann sich in ihrer Umgebung nicht mit einem Atheisten sehen lassen, aber sie kann durchaus einige lustvolle Nächte an einem fernen Urlaubsort verbringen.

Keine Zeit für Beziehungen – für Sex schon

Die neuste Variante ist die, „keine Zeit für Beziehungen“ zu haben, was eigentlich bedeutet: „Beziehungen sind mir viel zu anstrengend“. Wenn „sie“ weiß, dass sie nur am Donnerstag ab und an einmal den Abend frei hat, dann kann sie entweder einen Escort-Mann anheuern oder sich einen Mann aus dem Internet suchen, dem sie irgendein Märchen erzählt, warum ihr leider keine Beziehung möglich ist. Auf diese Weise werden auch zahlreiche Wochenenden in Lust und Wonne verplant.

Lust ist Lust ... und alterslos ...
Das Alter spielt merkwürdigerweise kaum eine Rolle. Es gibt Frauen jeden Alters, die aus einem der genannten (und manchen anderen) Gründen „a la carte“ leben und jeweils den Mann genießen, der ihnen als nächster über den Weg läuft.

Die Wissenschaft ist blind für das Thema „Frau und Lust“

Wissenschaftlich ist dies Phänomen kaum erforscht – es scheitert an dem Dogma, dass Frauen keinen Sex ohne Liebe erfahren können und wollen. Es gibt kaum einen größeren Unsinn als diese Aussage. Denn das Erlebnis sexueller Lust ist eine ganz gewöhnliche Empfindung, die rein gedanklich, optisch oder taktil beginnen kann und die dann vom Gehirn ausgehend in körperliche Wonnen übergeleitet und schließlich von Orgasmen belohnt wird.

Huch, was ist eigentlich erotisch … und wie geht das?

Zu sehen ist die Vorbereitung auf den Ausgang - die erotische Botschaft entsteht erst im Gehirn
Ihr wollt also wissen, was erotisch ist? Oh, das Wort ist eigentlich ganz einfach zu definieren:

„Erotisch“ bezeichnet alles, was die geschlechtliche Liebe anklingen lässt, besonders derartige Bücher, Bilder und andere Darstellungen.


Zu theoretisch? Wir erklären es

Wichtig war das Wort „anklingen“. Das heißt für ein Bild:

Ein Bild ist erotisch, wenn du darin mehr siehst, als darauf abgebildet ist.


Und wie ist das bei einem Buch?

Ein Buch ist erotisch, wenn dir mehr Sinnliches durch den Kopf geht, als du den Sätzen entnehmen kannst.


Warum sagt man überhaupt „erotisch“?

Den Begriff gibt’s seit dem 18. Jahrhundert, und er kommt – wie könnte es anders ein – aus dem Französischen in die deutsche Sprache. Im Deutschen benutzte man das Wort „Wonne“, meist in Verbindung mit „Liebe“, wie damals üblich – dann waren es die „Wonnen der Liebe“ oder die „Liebeswonnen“ die in einem Buch geschildert wurden.

Definitionen in Lexika (19. Jahrhundert)

Lexika formulieren es etwas anders, vor allem solche aus alten Zeiten – dazu zwei Beispiele:

Meyers

Erotisch (v. griech. Eros), was sich auf die Liebe bezieht, davon handelt. Daher erotische Poesie, Liebespoesie, besonders das lyrische Liebeslied, (für) obscöne Poesie … namentlich sind Crébillon (1) und de Sade (2) unter den hierher gehörigen Autoren zu nennen.


Brockhaus

Erotisch (grch., von Eros, s. d.), Bezeichnung für alles, was auf Geschlechtsliebe Bezug hat. Erotische Poesie ist demnach alle Liebespoesie, vornehmlich das lyrische Liebeslied.


Interessant ist dabei, dass Meyers auch die damalige „obscöne Poesie“ (eigentlich sind Romane gemeint) einbezieht. Demnach gab es auch damals Schnittstellen zwischen „obszön“ (heute eher „pornografisch“) und „erotisch“.

Und wie schreibt ein Autor „erotisch“?

Schreiben bedient das Gehirn, das den Stoff weiterverarbeitet, der in Worten und Sätzen steht. Das gilt sowohl für das Denken wie für das Fühlen. Die Leserin (der Leser) soll sich mit einer Figur und ihren Gefühlen identifizieren, und weil wir ja von erotischer Literatur reden, soll dabei auch die Lust angeheizt werden. Der Autor (die Autorin) arbeitet auf die Erfüllung hin, beschreibt sie aber nicht in Handlungsabläufen, sondern in sinnlichen Eindrücken. Sobald es zu einer „finalen“ Handlung kommt, also zu Varianten des Geschlechtsakts, ist die Erotik verflogen. Sie muss dann neu aufgebaut werden.

Wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, schreibt uns einfach. Wir versuchen, schnell zu antworten.
Falls ihr selbst erotisch schreibt, lasst es uns wissen.

(1) Zum Beispiel hier (zeno)
(2) Gemeint ist wahrhaftig der berüchtigte Marquis de Sade, der Namensgeber des "Sadismus".
Bild: Titel eines bekannten Romans, der zuerst als "Groschenheft" veröffentlicht wurde.

Sag uns, was du schreibst …

Jeder will wissen, was danach passiert ... schreibst du darüber?
Sag es uns. Zeig es uns. Lass uns lesen, was du schreibst. Egal, ob du über die Liebe schreibst, über die Lust oder über die Sünde. Natürlich kannst du uns auch Kurzgeschichten schicken.

Du suchst erst noch nach einem Thema?

Dann lies bei uns, welche Themen besonders gefragt sind. Lass dir von uns Vorschläge für den Handlungsablauf (Plot) machen, wenn du nicht weißt, wie du anfangen oder weitermachen sollst.

Nehmen wir mal an, du hast schon ein wenig geschrieben

Dann sende uns ein paar Seiten – wir sagen dir, wie wir deinen Text beurteilen und was sich noch verändern ließe. Es ist kostenlos. Verbindlich kostenlos.

Falls dein Buch schon als E-Buch vorliegt

Wir haben Freude daran, es zu lesen – mach es für uns zugänglich. Wir veröffentlichen eine Rezension, falls es uns gefällt, und falls nicht, sagen wir dir, was uns nicht gefallen hat.

Falls dein Buch schon "auf Papier" verlegt wurde

Oh, wir lieben Bücher, die noch auf Papier verfügbar sind. Und wir lesen sie wirklich. Schicke uns bitte ein Rezensionsexemplar oder lass es uns schicken. Wie schon beim E-Book beschrieben, veröffentlichen wir eine Rezension, falls es uns gefällt, und falls nicht, sagen wir dir, was uns nicht gefallen hat.

Falls ihr Verleger seid

Eigentlich komisch, dass in unserer Redaktion so wenige Rezensionsexemplare landen. Denn wir lieben gut geschiebene, sinnliche Bücher über die Lust, die Liebe und die Sünde.

Was wir sonst tun

Wir saugen Worte auf, wechseln Worte, schreiben etwas um, wenn du magst – und wir sind auch sonst unheimlich nett zu Verleger(innen), Autorinnen und Autoren.

Versuchst du es?

Versuch es mal mit unserem sinnlichen Sachverstand. Du kannst dabei nichts falsch machen, sondern nur gewinnen. Und wenn du wirklich noch einmal fragst, warum wir das tun – wir lieben Worte so sehr, dass sie uns am Herzen liegen.

Euer Kontakt:

Ohne Schlampenverdacht erotisch schreiben?

Wenn Frau über Sex schreibt … ist sie eine Schlampe. Warum eigentlich? Und was ist ein Mann, der über Sex schreibt?

Erotik schreiben ...
Die Zeiten, in denen viele attraktive, gesunde und überaus kluge Frauen über Sex schreiben, sollte eigentlichen gerade erst angebrochen sein. Denn sie (und nur sie) bilden ein Gegengewicht gegen die Bevormundung der Wissenschaftler einerseits und der Verblödung durch Frauenzeitschriften anderseits.

Viele „offizielle“ Frauen verachten und bewundern die Autorinnen, die sich nicht scheuen, das Blatt vom Mund zu nehmen und von Masturbation, Penissen und anderen Ereignissen zu schreiben, die ihr Leben kreuzen.

Die Wahrheit muss verachtet werden – oder?

Aber offiziell – muss man sie als Frau offenbar verachten. „Das tut man nicht, und wenn man es tut, dann redet man nicht darüber.“ Als ich vor einiger Zeit mal eine junge Frau fragte, ob sie bereit sei, für mein damalige Magazin „LiebePur“ zu schreiben, war sie zunächst ganz angetan. Doch als sie hörte, dass ich dort recht freizügig mit dem Thema Sex umging (damals noch etwas mehr als heute), zog sie ihr Angebot sofort zurück.

Neue Verblödungen und Fakes durch Alternativmagazine

Und ich merke hier mal an: Das ist erst der Anfang. Wer „über die Lust“ schreibt, schriebt noch lange nicht „von seiner eigenen Lust“. Genau das wollen aber all diese neuen Alternativmagazine. Sehr schnell kommt ihren Redakteurinnen das Unwort „authentisch“ über die Lippen. Das heißt letztlich: Frau soll über jede Masturbation, jeden aufgenommenen Penis und noch viel mehr schreiben, und zwar „auf Positiv“. Eigentlich müssten die Herausgeberinnen wissen, dass sie damit Fakes und krankhafte psychische Exhibitionisten anziehen – und vielleicht sogar eine Kombination von beiden.

Von der Schwierigkeit, allzeit authentisch zu sein

Gerade dies macht es ehrlichen Menschen (nicht ausschließlich Frauen) noch schwerer, den feuchten Wahrheiten die Ehre zu geben. Denn „echt authentisch“, also aus dem eigenen Erleben zu schreiben, ist unglaublich schwierig. Es kostet Selbstüberwindung, erfordert sprachliche Verrenkungen und – nun ja, was schreibt eigentlich jemand über „seinen“ Sex, wenn wirklich gerade Flaute herrscht?

Wie auch immer - ob frau unter dem eigenen Namen schreibt oder unter einem Pseudonym, ob sie etwas dazudichtet oder nicht, ob sie zu viel Zuckerguss dazu tut oder eine übergroße Menge Spermaflüssigkeit – sie wird immer beargwöhnt werden. Von Frauen sowieso und von Männern auch, wenngleich in anderer Weise.

Sind Autorinnen Schlampen, weil sie über Sex schreiben?

Dazu darf ich mal eine Dame zitieren, die – wie ich glaube – authentisch schreibt, und dazu in einer namhaften Wochenzeitung.

Ich wundere mich trotzdem. …Darüber, dass mich die einen als verabscheuungswürdig und die anderen als sexuell verfügbar betrachten. Für beide Seiten bin ich eine Schlampe – nur mit unterschiedlicher Konnotation.

Frauen sind Schlampen, Männer Pornografen

So, und nun frage ich mich: Was sagen „die Leute“ eigentlich über Männer, die über Erotik schreiben, teils anband von Fakten, teils anhand pointierter Meinungen?

Sie sagen dasselbe. Nur, dass diese Männer nicht als „Schlampen“, sondern schlicht und einfach als Pornografen gelten. Übrigens auch dann, wenn sie nur darüber schreiben, was (fast) jede(r) tut. Und ganz schlimm werden sie beäugt, wenn sie dazu Tacheles reden – nicht nur über Frauen, sondern auch über sich selbst.

Männer riskieren, ihre Reputation zu verlieren

Na schön, manche Männer machen sich nichts draus, aber andere werden eben verunglimpft. Das ist nicht schön, und es ist ähnlich wie bei Frauen: Man hat beste Chancen, sein Renommee als Schriftsteller oder Fachautor zu verlieren. Man fasst einfach keine Themen an, bei denen man etwas anfasst, was so pfuiteuflisch ist wie ein Penis.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Übernahme des Magazins "mehrhaut.de", das mit seinen neuen Beiträgen aus 2018 hierher umzieht.

Schreibst du selbst? Dann sollten wir einander kennenlernen. Wir könnten etwas von dir veröffentlichen, oder etwas über dich, deine Blogs, deine Kurzgeschichten und E-Bücher schreiben.

Unser Botschaft zur Sinnlichkeit …

Dem Reinen sollte alles rein sein. Es gibt sie, die Sinnlichkeit, und man kann sich ihn sie hineinfallen lassen. Daneben gibt es all die kleinen Sünden, die Vergehen gegen die sorgsam gehütete Sittlichkeit und die Grenzfälle, in denen wir uns nicht recht klar werden: ist’s nun noch der reine Genuss oder wandeln wir bereits am Abgrund?

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut .. was für ein Unsinn, Herr Goethe. Haben Sie selbst so gelebt? Wollten Sie in ihren Träumen gerne wie Gott werden? Und warum ist die Natur „unfühlend“? Sind wir nicht Teil der Natur, wie die Natur Teil von uns ist? Dürfen wir nicht fühlen und genießen, wie es uns die Natur des Menschseins gebietet?

Wenn es ein Motto für dieses Magazin gäbe, dann wäre es dies:

Genieße dein Leben. Durchstreife die sinnlichen Seiten des Lebens. Es ist gar nicht so einfach, dabei zu sündigen. Und wenn du einmal wirklich sündigst, dann tu es mit Inbrunst und Hingabe, nicht mit Skrupel und Furcht.

Ich habe diese Weisheit von einem Kardiologen in mittleren Jahren. Es ist nun schon fast 12 Jahre her, das ich ihn traf.

Wenn ihr jemandem folgen wollt, dann folgt dem fröhlichen Fachmann, nicht dem griesgrämigen Verhinderer. Manche von euch hat niemals wirklich genossen, weil er (oder sie) die angeblichen Konsequenzen daraus fürchtete. Und wenn ihr euch schon Gedanken machen wollt, dann folgt (diesmal) bitte all jenen fröhlichen Psychologen, die uns fragen: „wenn du deiner Lust nachgibst, was könnte dann schlimmstenfalls passieren?“

Zumeist nicht viel Schlechtes. Und möglicherweise etwas unglaublich Sinnliches.

Wovon lebt eine lesbische Liebesgeschichte?

Wovon lebt eine lesbische Liebesgeschichte? Sie beginnt jedenfalls recht oft mit Furcht und Begierde in einer seltsamen Mischung. Und hier fidet ihr auch einen Dialog, der dazu passt.

Bi-Erotik zwischen süßlicher Verführung, Zögerlichkeit und Konsequenz
„Lesbisch“, dies sei vorweggenommen, ist eigentlich keine korrekte Bezeigung für die Liebe, die Lust oder die Leidenschaft, die zwei Frauen miteinander verbindet.

Zunächst einmal handelt es sich dabei um eine Beziehung, die erotische oder sexuelle Wünsche beinhaltet. Keine der beiden Partnerinnen, die in deiner Geschichte zusammenkommen, müssen „wirklich lesbisch“ sein. Die Bandbreite schwankt zwischen Neugierde, Wollust, Abenteuer, Sinnlichkeit und Verführungskunst. Meistens – auch das ist wie „im richtigen Leben“ - gibt es eine Verführerin und eine Verführte, wobei sowohl die eine wie die andere ohne Vorsatz handeln kann.

Wie so oft, müssen drei Komponenten zusammenwirken:

Die latente Lust auf „frau“.
Ein gewisses Gefälle in lesbischer Erfahrung und Leidenschaft.
Eine Situation, in der es möglich ist, eventuelle Hemmungen abzulegen.

In älteren britischen Romanen ist es das Internat, in dem allerlei seltsame Beziehungen mit erotischer Aura entstehen. Je erotischer beziehungsweise pornografischer die Werke sind, umso mehr wie „Klartext“ gesprochen. Nehmen wir das „Picknick am Valentinstag“, so umweht uns der Hauch der Erotik unter den jungen Frauen, aber auch die Zuneigung der Erzieherinnen zu ihnen. Diese angedeuteten Liebesbeziehungen oder das nicht ausgelebte Lustverlangen wird in vielen Internats-Romanen weitaus mehr strapaziert, in England typischerweise in Verbindung mit spielerischen oder realen Körperstrafen.

Das Zögern spielt im lesbischen Roman eine große Rolle

Soweit „Zärtlichkiten“ betroffen sind, spielt das Zögern eine große Rolle. Die Heldin hat durchaus männliche Verehrer, zögert aber, sich ihnen hinzugeben. Auch der Verführerin weicht sie aus, solange es ihr möglich ist. Am Ende wird die Bi-neugierige oftmals in eine Honigfalle gelockt. Dabei sind die erfahrenen Verführerinnen oftmals nicht eben zimperlich.

Ein Plot und der entscheidende Dialog dazu

Die Szenerie könnte so sein: Ihre Figur nächtigt mehrere Male bei ihrer guten Freundin, und tatsächlich kommt es zum Austausch sanfter Zärtlichkeiten. Die Leidenschaft wird aber überdeckt von der Furcht, die Freundin hernach zu verlieren. Ein Versuch, darüber zu sprechen, scheitert ebenfalls aus Scham, aber auch aus Furcht davor, das Tor zur lesbischen Liebe auszustoßen.

Einige Tage später sitzt sie mit einer anderen Frau zusammen – sehr gesellschaftskonform. Doch die andere ist faszinierend, selbstbewusst und eine erfahrene Verführerin. Man trinkt, die Bedenken gegen die Person der anderen werden fortgespült, bis dieser Dialog beginnt (1):


„Magst du eigentlich Frauen?“
„Wie meinst du das?“
„Du weißt, wie ich es meine.“
„Ich bin nicht bi oder so – auf keinen Fall.“
„Das heißt, ich gefalle dir nicht?“
„Doch, doch, aber ich will nicht …“
„Nicht zwischen meine Schenkel - meinst du das?“
„Ich habe nie daran gedacht, so etwas …“
„Du lügst schlecht, Schätzchen.“
„Nein ich … ich will es einfach nicht.“
„.. wahrhaben …“
„Was meinst du damit?“
„Du willst nicht wahrhaben, dass du nach Lust riechst und deine Augen begierig über meinen Körper wandern, nicht wahr?“


Verlassen wir nun diese heftige Szene. Dort, wo wir sie gelesen haben, ist sie noch viel heftiger, absolut schamlos und mit intimen Schilderungen des Körpers der Verführerin wie auch der Verführten gespickt.

Die meisten Bi-Geschichten leben von unendlichem, aber unterdrücktem Verlangen und der Furcht, es auch tatsächlich an den Tag zu legen. Insofern kann die Heldin durchaus mehrere Stufen durchlaufen, von zärtlichen Näherungen, zufälligen Berührungen und zögerlichem Verhalten bis hin zur leidenschaftlichen Hingabe, in der nur noch die Sinneslust zählt.

In wessen Armen die Heldin am Ende landen wird – das legst nur du fest, die Autorin. Meist ist es nicht die Verführerin, sondern eine andere Frau – und dann und wann sicher auch - ein Mann.

(1) Der Dialog wurde von Isidora nach einem Beispiel der Literatur "verflacht". Der Original-Artikel erschien in "Sinnlich Schreiben vom Mai 2018, kurz bevor das Blog aufgegebnn wurde.