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Zuhören – und über alles reden?

Warum suchen Damen eigentlich einen „Mann für gewisse Stunden“ auf?

Welche Antwort hattest du erwartet? Natürlich geht es auch um das, was du jetzt denkst. Aber nicht nur. Denn viele Frauen suchen einfach jemanden, der ihnen zuhört. Das ist übrigens bei Männern ganz ähnlich, die sich leisten können, ein Escort-Girl auch mal für das Zuhören zu bezahlen.

Ein „Mann für gewisse Stunden“ erzählt, dass ihm die Damen „all ihre Geheimnisse“ anvertrauen, und dies aus einem einzigen Grund: weil er ihnen zuhört. „Ich werde bezahlt, um aufmerksam zu sein – und das mache ich auch“, sagte der Mann in einem Interview. Auf diese Weise kämen seine Kundinnen auch immer wieder.

Ob Frau oder Mann – das wirklich Intime, das Ungesagte, landet oftmals in den Ohren der Menschen, die im Grunde als etwas anderes angesehen werden. Doch wen wundert es, wenn niemand wirklich zuhören mag? Und wenn sexuelle Fragen von vornherein von der Tagesordnung gestrichen werden?

Ich erinnere mich, dass viele Berater(innen) für die Partnersuche ein Mantra vor sich hertragen: Rede nie über Politik oder Sex. Doch was im Grunde verständlich ist, nämlich nicht „ins Fettnäpfchen“ treten zu wollen, wird auf Dauer zur Gefahr: Man kann Themen nicht ständig ausblenden, nur, weil der Partner befremdet sein könnte.

Zitat: Erotic Scribes.

Alle Plots, die es in der Literatur gibt

In der letzten Folge meiner kleinen Serie habe ich darüber geschrieben, wie einfach ein erotischer Plot ist. Das wiederholen wir noch mal mit anderen Worten:

Phase eins: Deine Figur lebt in ruhigen Bahnen und kennt nur das, was alle Frauen ihres Alters oder ihrer Herkunft üblicherweise wissen oder kennen.

Phase zwei: Dann folgt ein Ereignis, das alles verändert. Meist handelt es sich um eine Begegnung. Sie erzeugt eine völlig neue, erregende, aber auch verwirrende Welt der Lust.

Phase drei: Schließlich geht sie diesen Weg weiter, oder verlässt ihn, um einen anderen Weg zu finden oder sie geht zurück zum Ausgangspunkt, um ihr Leben neu zu ordnen.

Um viel Spannung zu erzeugen und deine Geschichte dramatischer auszugestalten, musst du den Bereich der Veränderungen ausbauen. Üblicherweise durch ein „auf und ab“ der Gemütszustände oder äußeren Umstände, in die deine Figur gerät.

Es gibt mehrere Standard-Plots, die oft beschrieben werden. Nicht alle handeln davon, wie aus einer schlechten Ausgangslage ein „Aufstieg“ ins Glück erreicht wird, der nicht mehr gefährdet ist. Tatsächlich spricht man davon, dass es nur fünf, bestenfalls sieben Plots gibt. Jeder Schreib- oder Lebenslehrer hat da so seine eigenen Ideen, was abgetrennt und was integriert werden muss.

Hier führe ich mal (nahezu) alle auf, zunächst ohne ihre Eignung auf erotische Romane zu überprüfen:

1. Die Figur steckt in der Misere und kämpft darum, wieder herauszukommen. (Fallen – Aufsteigen).
2. Aufzusteigen, wieder abzufallen und erneut aufzusteigen. (Cinderella, Liebesromane, moderne erotische Märchen)
3. Abzusteigen, wieder hinaufzusteigen und erneut abzufallen.
4. Aufzusteigen und am Ende zu versagen.
5. Das Monster (in sich selbst oder in einer anderen Person) zu besiegen. (Kampf um das Glück, Kampf mit den eigenen Dämonen, zum Beispiel Süchten, Perversionen)
6. Ohne Not eine Suche nach dem Glück zu beginnen. (Abenteuer, auch erotische Abenteuer aus reiner Lust beginnen)
7. Eine Reise beginnen und geläutert oder erfahren zurückkommen. (Besonders für Romane und Erzählungen, die eine Persönlichkeitsentwicklung beschreiben).
8. Wiedergeboren (im Sinne von geläutert) zu werden. (Im Grunde das bisherige Verhalten oder das Selbstverständnis völlig austauschen)
9. An einem Ränkespiel beteiligt zu sein, das sich zum Glück hin auflöst. Das Böse oder Unverständliche wandelt sich zum Guten. (Komödie)
10. In einem Strudel von Ereignissen geraten, der für deine Figur den Abstieg bedeutet. Das Verständliche wandelt sich zum Bösen ohne Ausweg. (Tragödie).


Das sagt noch nicht viel darüber, welche dieser Plots in anspruchsvollen erotischen Romanen verwendbar sind. Und deswegen schreibe ich das nächste Mal darüber, welche Plots sich möglicherweise für deine Geschichte eignen.

Was willst du einmal werden?

So wichtig das Thema der Berufswahl auch sein mag. Es gibt andere Antworten als beispielsweise „Rechtsanwältin“ oder „Programmierer“. Nämlich diese:

Ich möchte einmal glücklich werden.


Ich weiß nicht, ob es junge Menschen sagen, deren Kindheit nicht glücklich war. Aber es ist ein wundervolles Ziel, glücklich zu werden.

Kann denn Liebe Sünde sein?

Wollust als Haltlosigkeit?
Wir sollten mal über die Sünde sprechen. Denn viele Menschen glauben, dass sie sich „versündigen“, wenn sie lieben. Falls wir das präzisieren müssen: wenn sie so lieben, wie es die christliche Kirche nicht vorsieht. Denn „die Liebe an sich“ ist ja schon von Grund auf sakral – sie kann also keine Sünde sein.

Steigen wir ein bisschen tiefer ein: Wie kommen die Kirchen eigentlich auf die Idee, dass es Sünden gibt?

Das erklärt uns ein Autor von Wikipedia so:

Die Sünde besteht nach christlichem Verständnis in einer Abkehr von Gottes Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder im Sich-Verführen-Lassen.


Fassen wir’s mal zusammen: Wir müssen „Gottes Wille“ kennen, dürfen seinen Worten nicht misstrauen und uns nicht „dem Bösen“ zuwenden, das uns verführen will.

Halt! Leben wir eigentlich im historischen mosaischen Umfeld? Oder im Mittelalter?

Nicht frei, nicht gleich, dafür sündig und unmündig

Nein – natürlich nicht. Nach christlicher (insbesondere katholischer) Auffassung sind wir weder frei und gleich geboren noch zu Gottes Ebenbild, sondern leben von Geburt an unter dem Makel der Erbsünde. Ob das nun wirklich so in den Büchern Mose steht? Da könnt ihr ja mal einen Theologen fragen. Er wird euch wahrscheinlich sagen, dass die Erbsünde eine Konstruktion ist.

Und die Liebe? Sie existiert eben auch als Lust, und als Lust steht sie der Wollust nahe, und eben jene Wollust ist nicht nur eine Sünde wie viel andere, sondern eine Todsünde – und davon gibt’s nur sieben.

Die anderen sind Hochmut, Geiz, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit.

Wollust - die Mutter weiterer Sünden?

Was ist sie nun, die Wollust? Sie führt, so habe ich mir sagen lassen, zu weiteren Sünden, weil sie vom Genuss, dem begehren und dem unkeuschen Verhalten angetrieben wird. Pikanterweise wurde der Vorwurf der Wollust in Hexen- und Ketzerprozessen erhoben, und er richtet sich ebenso gegen einen großen Teil der „unkeuschen“ Literatur.

Im Volksmund sind „Sünden“ eher kleinere Abweichungen von ungeschrieben Gesetzen. Und weil wir „allemal Sünder“ sind, dürfen wir sie zumeist weglächeln.

Findet eure Antworten selbst; Sünder

Und was die Lust betrifft, die Sinnlichkeit, die Verführung und was sonst noch als Sünde zählt?

Findet eure Antwort darauf, wenn ihr katholisch seid, Mitmenschen. Und für den Rest gilt her, was Zarah Leander mit rauchiger Altstimme vortrug:

Liebe kann nicht Sünde sein,
doch wenn sie es wär'
dann wär's mir egal -
lieber will ich sündigen mal,
als ohne Liebe sein!


Wem das zu profan ist, dem füge ich noch ein Zitat aus „Schwester Monika“ hinzu (um nicht gleich de Sade zu zitieren, der hier wahrscheinlich als Ketzer herausfallen würde):


Beide, die Schönheit der Seele und die des Leibes, sind ja ohnehin dem Verderben und der Auflösung unterworfen, warum sie nicht genießen, warum sich ihrer nicht teilhaftig machen? Nicht zu lieben, nicht zu genießen, sind die größten Verbrechen gegen die Gottheit und die Natur.


Ja, die Gesetze … vor allem die mosaischen. Man wird unter den „Zehn Geboten“ keines finden, das die Lust an sich verdammt. Nur das Neiden, das Begehren des „Eigentums“ des anderen, das wird verdammt.

Zitat Leander: Nach der Aufnahme. Zitat "Monika" nach dem Original von 1815 aus einer Ausgabe von 1910. Als Autor gilt nach ausführlichen Textanalysen und anderen Indizien der Jurist und Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann.Bild oben (Auszug) Pieter Brueghel

Die reine Liebe …

Liebe sollte gerne und freizügig geschenkt werden - und Lust sowieso
Denkt ihr manchmal, wir schreiben zu viel über … nun, die kleinen Chilischoten der Lust? Ich denke es von Zeit zu Zeit. Und ich habe deshalb manchmal Lust, einmal über die reine Liebe zu schreiben – und darüber, warum sie nicht „wirklich rein“ zu haben ist.

Die reine Liebe ist die bedingungslose Hingabe an den anderen … sie ist abenteuerlich, bisweilen mit Gefahren verbunden und oft schmerzlich, wenn sie verglüht wie eine Motte im Licht. Sie kann Sex beinhalten, muss dies aber keinesfalls. Rein ist die Liebe dann, wenn du deine Liebe gerne, reichlich und bedingungslos gibst.

Liebe mit Gewinnabsicht ist keine "reine Liebe"

Und so wird klar, was die reine Liebe nicht ist: Vom anderen etwas zu gewinnen, den anderen zu besitzen, seine Lüste mit ihm auszuleben. Wenn wir Partner suchen, suchen wir in der Regel alles – nur nicht di reine Liebe. Wir können sie gar nicht „suchen“, weil sie „netto und pur“ gar nicht existiert. Nur Frauenzeitschriften und andere populistische Blätter veröffentlichen regelmäßig Kolumnen und Artikel darüber, wann es die „wirkliche“, „wahre“ oder „reine“ Liebe ist.

Das Spiel: Lust schenken aus dem Verlangen, es einfach zu tun ...

Frauen sind im Zwiespalt: Männer sehen gerne, wenn sie sich total hingeben, und dies umso mehr, je selbstbewusster sie sind. Wer will schon eine Frau, die nur deshalb eine Rolle einnimmt, um sich einen Vorteil zu verschaffen? Nein, Männer hätten Frauen gerne als erotisch gelehrte Wesen, die aus lauter Lust alles geben, zu dem sie fähig sind.

Das ist keine Liebe, sondern eine Erwartung in beide Richtungen. Sie ist ein Spiel, und sie ist frei von Forderungen oder gar Anforderungen. Man könnte auch sagen, dies sie die reine Lust – durchaus mit wechselnden Rollen. Und im Grunde - ja, wirklich - sollte niemand jammern, er habe sich „aus Liebe verausgabt“. Wer immer es sagen mochte – sie oder er tat es aus einem Bedürfnis – entweder dem, die perfekte Rolle der/des Geliebten zu spielen, oder aus purer Gier am Sex.

Wer behauptet, aus Liebe zu handeln, sollte zwei Mal nachdenken: das erste Mal über die eigenen Bedürfnisse, das zweite Mal über die Rolle, die er einnimmt.

Wer die Lust als "EInsatz" sieht, hat selbst schuld, wenn's schief geht

Konkreter: Wenn eine Frau einen Mann oral befriedigt, und dies nicht aus Hingabe tut, dann sollte sie es besser bleiben lassen. Tut sie es doch, so zeigt sie, dass sie etwas daraus gewinnen will, und wenn das schief geht, dann kommen ihr die Tränen. Sie hat etwas eingesetzt, was sie „eigentlich“ nicht wollte, und damit nichts erreicht. Was sagen wir dazu? Normalerweise sagen wir: Das ist eben das Lebensrisiko. Doch Frauen bedauern wir bisweilen: „Ach, die Arme …“

Sucht und Kalkül in der Liebe

Wieso eigentlich „die Arme …?“ Verlieben ist eine naturgegebene Funktion, die einem biologischen Trieb entspringt. Aber alles, was daraus folgt, liegt einzig und allein im Verantwortungsbereich der Betroffenen. Ein Spieler mag sich darauf herausreden, er sei einer Sucht verfallen, die er nicht mehr beherrschen konnte, und ein verliebter Mensch mag es auch so sehen. Aber das bedeutet, sich vom Erwachsensein zu verabschieden.

Nahezu jeder Mensch – oh ja, ich auch - hat Mitleid mit jenen, die liebeskrank sind oder verlassen wurden. Und ich denke, die wirklich Liebeskranken, also jene, die süchtig nach Liebe sind und damit nicht umgehen können, bedürfen der Behandlung.

Aber der „ganz normale Mensch“ hat keinen Grund, zu lamentieren, wenn seine Lebensplanung nicht bis aufs I-Tüpfelchen klappt.

Überlassen wir es den Frauenzeitschriften, ihren Kolumnen und Märchentanten, darüber zu spekulieren, wann es die reine, wahre oder echte Liebe ist.

Wer in "Liebe" investiert, braucht Taler auf dem Emotionskonto

Und noch ein Tipp: Es ist dumm, mehr Sozial- Gunst- und Liebestaler zu investieren, als gerade in der Emotionsbörse vorhanden sind. Wer also sagt, er habe „so viele Gefühle investiert“, der sollte sich überlegen, ob er das nächste Mal nicht vorsichtiger spekuliert. Oder am besten gar nicht, sondern gibt, was übrig ist.

Im Harem von dem Pascha

Pracht und Langweile - aus der Sicht eines Orientalisten
Die Türkenoper entstand schon im 18. Jahrhundert – und schon bald geriet dabei der türkische Harem im Mittelpunkt. Und siehe: da werden Europäerinnen ins Serail verschleppt, und der Name „Serail“ wie auch die Orientromantik werden schon bald zu einem Symbol des 18. Jahrhunderts. Und dies auch (aber nicht ausschließlich) durch Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Singspiel „Entführung aus dem Serail“ nicht nur den Namen überlieferte, sondern auch die verklärte Romantik der Herrscher und der Frauen, die sie von Seeräuber aufkauften.

Orientmaler schwelgen - Paläste und schöne Frauenkörper

Von dieser schwelgerischen Romantik zeugen auch die vielen Bilder der Orientmaler, die in der Regel wunderschöne Frauen in leichten Gewändern zeigen, die nichts zu tun haben als Wasserpfeife zu rauchen und schön zu sein, falls der Herrscher sie rufen sollte. Dies alles ist mehr oder weniger erlogen.

Vorbereitung auf Lust und Strafe

Die Literatur geht einen ganz anderen Weg: Der erotische Roman an der Schwelle des 20. Jahrhunderts spiegelt die unglaublichen Varianten der Begierde und des Verlangens wieder. Diese Schriften zeigen die Vorbereitung auf die Wollust, aber auch auf die Folter, die jene erwartete, die sich nicht klaglos fügen. Manche der Schriften der damaligen Zeit haben kaum ein anderes Thema: Die westliche Frau gibt sich nicht willenlos hin, sondern widersetzt sich dem sexuellen Drängen der Herrscher, die ihre vermeintlichen Eigentumsrechte mit süffisanter Gewalt durchsetzen.

Sklavinnen für den Orient - der Weg in die Unfreiheit und Willkür

Der Orient mit Strafen
Wenn wir in das etwas dümmliche Werk „Die Lustobjekte einer Sklavenhändlerin“ schauen, finden wir einen Khan, der sich die Sklavinnen schon „vorbereiten“ lässt, bevor er selber „Hand anlegt“. Die anonyme Schreiberin Lizzy (Beauty and the Birch) berichtet ebenfalls von zahlreichen entwürdigenden Vorbereitungen der versklavten Damen auf die Aufgaben, die sie im Serail zu erfüllen haben. Sie selbst hofft auf einen Besuch, der ihr in der Tat ermöglicht wird. In einem berühmt-berüchtigten Briefroman schreibt sie:

Um die Wahrheit zu sagen, war ich fasziniert von der Vorstellung, dass mein Verlangen, die wunderschönen Sklavinnen in ihrem seidigen und parfümierten Gefängnis zu sehen, so groß ist wie deines …


Das Leben in Lust und Unfreiheit

Die erste Haremsdame findet sie schon bald. Sie trägt ein eng anliegendes Unterhemd, dazu eine im Schritt offene Unterhose, die ihren Körper fest von der Hüfte bis zu den Knien umschließt. Eine Begleiterin erklärt der Autorin, dass die Sklavinnen mit einer amourösen Literatur ausgestattet würden, und es noch andere Maßnahmen gäbe, um sie daran zu erinnern, dass sie Lustobjekte seien - eine wirkliche Aufgabe hätten sie nicht. Indessen – nur wenige (von den Favoritinnen abgesehen) hätten die Chance, vom Herrscher beglückt zu werden. Unwillige Damen wurden unter Einsatz von empfindlichen Körperstrafen gezwungen – das war ohnehin einer der Hauptinhalte der amourösen Literatur über den Orient.

Das alle entspricht der Vorstellung der Zeit: Der orientalische Herrscher lässt sich Sklavinnen schenken oder kauft sie Seeräubern ab. Und hat er sie mal, dann haben sie den lieben langen Tag keine anderen Aufgaben als sich der Lust hinzugeben – sogar der eigenen, falls der Herrscher dies gestattet. Und er in irgendeiner Form unwillig ist, fällt der Folter anheim.

Die Orientwelle im Schlager - Leila, Mustafa und Co.

Die Vorstellungen lebte in Gemälden, angeblich authentischen Fotografien, aber auch in Haremskarikaturen und dergleichen noch lange fort. Sogar der Schlager erlebte seine „Orientzeit“, sei es mit der „Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“, dem Türkensohn Ali, der die „Sklavin Nascha im Harem eines Pascha“ gerne geliebt hätte (denn das war seine Mascha). Und sicher – da war der Schlager Mustafa - einer der Topp-Hits der 1960er Jahre, und letztlich auch noch die gute Leila, von der sich ein Schmerz liebender Mann erhoffte, er würde sie „küssen und quälen“.Sogar der SPIEGEL glaubte damals, darin eine Tendenz zu erkennen.

Freilich war es schon zu Anfang des 20, Jahrhundert vorbei mit der Pracht der Paläste, der Harems und dem angeblich süßen und faulen Leben der Damen, insbesondere der Odalisken. Im Jahr 1909, nach dem Sieg der Jungtürken, war alles vorbei – und kam nie wieder.

Das wirkliche Leben der Haremsdamen
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Das Leben der Haremsdamen war weder erbärmlich noch war es glorios, hatte aber den Vorteil, dass die Haremsdamen eine ausgezeichnete Ausbildung genossen, die vielen Frauen jener Jahre verwehrt war - auch im Westen. Wer mehr wissen will, dem kann ich nur das Buch von Carla Coco empfehlen, das möglicherweise antiquarisch auf Deutsch, gewiss aber noch in Englisch zu haben ist. Würde ich hier darüber schreiben, os müsste ich ebenfalls auf diese Quelle zurückgreifen.

Und nochmals die Fantasie - bis heute

Zerrbilder des Harems auch heute
Der Harem lebt weiterhin in den Köpfen der Männer, und zwar genau im falschen Bild: Lauter junge, willfährige Frauen beschlafen zu können, ohne die geringste Verantwortung für sie zu übernehmen. Das ging nicht einmal im Osmanischen Reich.

In der Literatur finden wir auch heute noch alle möglichen und unmöglichen Machwerke, die historisch bedeutungslos sind aber offenkundig von der Liebe handeln – und manchmal auch von der Strafe. Bei Amazon fand ich auf Anhieb 91 Treffer – überwiegend für neuere E-Books. Was letztlich beweist: Der Harem fasziniert auch heute noch – vor allem Autorinnen.

Auch interessant: das Wissen um 1890 - nicht mal so schlecht. Auch im Renk Magazin.
Bild oben: Jan Baptist Huysmans, 1875
Bild unten: Männermagazin um 1960, Titelbild

Sexuelle Unterwerfung: die Theorie, die Wirklichkeit und eine Andere

In den 1930ern - so gerne devot ...
Was passiert, wenn eine feministische Theoretikerin plötzlich mit der Wirklichkeit am Nebentisch konfrontiert wird? Dann ist die Wirklichkeit nicht wirklich wirklich, sondern sie muss falsch sein.

Und schon fasst Katja Lewina zusammen:

Halten wir fest: Jemanden „einfach mal …”, das halten die beiden für männlich, Zurückhaltung im Gegenzug für weiblich.


Vielleicht – vielleicht auch nicht. Denn es mag ja sein, dass sich die beiden „Frauen am Nebentisch“ einfach mal nach einem Mann gesehnt haben, der „nicht lange fackelt, bis das Sofa wackelt“ und sich dies wirklich und wahrhaftig von Herzen wünschten. Und dann frage ich mich mal: warum denn nicht?

Weil es aus feministischer Sicht falsch ist, etwas zu fühlen, zu wünschen oder gar zu erwarten, was nicht in das theoretische Konzept passt.

Dieses Konzept wird ohne Grundlagen und ohne Beweise nachgeliefert: (Zitat)

Wie sehr kann so ein Hang zur Submission individuelle Veranlagung sein, wenn er doch eindeutig geschlechtsspezifisch ist?


Fragt sich: warum eigentlich „individuelle Veranlagung“? Warum nicht: „Eine individuelle Laune“, ein „persönlicher lustvoller Wunsch“? Müssen Menschen „Veranlagt“ sein, also ererbte, anerzogene oder gar evolutionsbedingte Anlagen haben, um sinnliche Unterwerfung, sinnliche Lust, sinnliche Herausforderungen oder überhaupt Sinnlichkeit von einem anderen Menschen anzufordern?

Eindeutig geschlechtsspezifisch - Behauptung mit schlechter Beweislage

Die Rolle des Mannes - so gesehen
Und: Fragt sich, was „eindeutig geschlechtsspezifisch“ ist. Der Beweis kann keinesfalls erbracht werden, wenn man einmal davon absieht, dass sich weibliche Säugetiere bei der Begattung tunlichst ruhig verhalten. Das allerdings hat einen Sinn, damit alles schnell und sicher über die Bühne geht –sonst kommt der Säbelzahntiger und frisst möglicherweise beide. Doch wir Menschen sind nicht wie alle Säugetiere, nicht wahr?

Alle dürfen sich wünschen, was sie wollen

Menschen hingegen spielen mit ihrer Sexualität – und das dürfen sie auch. Und dann kommt eben heraus: „Ach, ich würde mal gerne devot sein.“ Und um mal mit Zahlen zu arbeiten, die ziemlich ernüchternd sind: Männer sind wesentlich devoter als Frauen glauben – und das hat möglicherweise gar nichts mit Feminismus, Emanzipation oder sonst was zu tun. Aber viel mit der Lust an der Unterwerfung. Und die Unterschiede? Da muss man die Zahlen kennen, dann gleiten einem die Angriffe gegen Männer und die Appelle an Frauen nicht mehr so leicht aus den Fingern:

Die Zahlen sprechen gegen die großen Unterschiede

Rund 65 Prozent der Frauen träumen davon, dominiert zu werden. Ach, also doch? Lesen Sie weiter, dann finden Sie, dass dies auch für 53 Prozent der Männer zutrifft. Und was noch überraschender ist: 47 Prozent der Frauen wünschen sich, sexuell zu dominieren. Sicher überwiegend die Männer hier noch, weil 60 Prozent so votierten. Eine geringe Differenz, wie ich finde. Nun gut, „Secret“ will nur 38 Prozent dominante Wünsche bei Frauen festgestellt haben. Schon diese Zahl wäre mehr als überzeugend für das Verlangen nach Dominanz, auch wenn die Vergleichszahl für die Männer fehlt.

Bastelstunde mit "Sozialisation" - hat das Sinn?

Und, soweit es die Männer betrifft, ist der Wunsch nach sexueller Unterwerfung sicherlich nicht auf „feminine Sozialisation“ zurückzuführen. Und wieder: Vielleicht hat es gar nichts mit Sozialisation zu tun, sondern mit Lust.

Fragt sich auch noch: Welche Freude bereitet es eigentlich Autorinnen, ständig Keile zwischen „die Frauen“ und „die Männer“ zu treiben? Ist es sinnvoll oder nicht? Was bringt es jeder der Autorinnen, die es tun, persönlich? Und, was wirklich schlimm ist: Warum maßt sich eine Frau eigentlich an, das Verhalten und Empfinden anderer Frauen nach den eigenen Maßstäben zu beurteilen?

Zitate: Jetzt. Unsere Zahlen haben wir aus: Universität von Quebec, Kanada, von 2014. "Université du Québec à Montréal" von Joyal & Cossette & Lappier". Mir liegt das komplette Endergebnis vor. Bild oben: Anonymer Illustrator, nur Unterteil des Bildes. Das Bild unten wird einem gewissen "JIm Blake" zugeschrieben, dessen wirklichen Namen niemand kennt. Buchillustration gegen 1930.

Die Parallelwelten und die Traumwelten

Das reichte früher schon: eine Frau, leicht bekleidet - und eine Gefahr
Bevor ihr euch mit den Parallelwelten, Überwelten und Unterwelten beschäftigt – nehmt bitte ein Märchenbuch zur Hand. Es zeigt euch sehr viele Möglichkeiten, wie ein Mensch aus einer Welt in eine andere übergeht und wie sich dabei seine Persönlichkeit verändert. Wer sich dazu bereits zu alt fühlt, dem sei „Alice hinter den Spiegeln“ empfohlen – die Reise der (nicht mehr so kleinen) Alice ins Spiegelland.

Die Reise ist überhaupt eines der Lieblingsthemen der Autoren fantastischer Literatur. Erinnern wir und an Jules Verne, dessen Bücher oftmals Reisen beschrieben, die nicht auf dem Erdboden oder auf See stattfanden, sondern durchaus im Bereich der reinen Fiktion.

Zeitreisen sind sehr populär, weil alles möglich erscheint

Besonders interessant sind Zeitreisen – sie können bekanntlich in die Zukunft führen oder in die Vergangenheit. Ein beliebtes Thema ist dabei, ob die Gegenwart aus der Vergangenheit heraus verändert werden kann. Interessant ist, dass es sich dabei gar nicht um Paralleluniversen handelt, sondern nur um ein Universum, das – beispielsweise – zugleich in Gegenwart und Zukunft existiert.

Parallelwelten sind hingegen Welten, die unabhängig voneinander exzitieren, aber einander durchaus beeinflussen können. Dieses Thema ist vor allem durch die Computertechnologie und deren Simulationen populär geworden.

Kommen wir noch zu den Welten, die durch zurückgelassene Kulturen, eigenständige Entwicklungen und Mutationen ursprünglicher Lebewesen und den Fortbestand alter Göttergeschlechter entstanden sein sollen. In ihnen finden wir die Hexen und Vampire, Monster und Zombies, Teufel und Golems, Wechselbälger, Werwölfe und Dämonen sowie alle Arten von Urviechern.

Sind Parallelwelten erotisch?

Sind Parallelwelten nun eigentlich erotisch? Oh ja - wenn es möglich wird, dass sich die Bewohner der einen und der anderen Welt begegnen – und ineinander verlieben. Wie die eine Person dabei in die Welt der anderen Person gelangt, ist immer hochspektakulär. Wir wissen aber aus der Mythologie, dass dies früher nicht für so ungewöhnlich gehalten wurde, als sich Götter angeblich mit Menschen paarten und Menschen mit Dämonen.

Hochspektakulär ist dergleichen bei Zeitreisen – die Reisende in die Vergangenheit könnte von einem Mann jener Zeit geschwängert werden – und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was noch alles „korrigiert“ oder verhindert werden könnte.

Oftmals – vor allem bei den früher sehr populären Beißszenen der Vampire und Vampirinnen, wurden erotische Gedanken wach, die wir uns heute kaum noch erklären können – damals waren die Vampire und andere monströse Gestalten sozusagen die Lustmolche der Literatur.

Viel mehr findet ihr (in eglsicher Sprache) auf einer speziellen Wikipedia-Seite. Bild: Pulp-Mgazin von 1941.

Die ganz andere Welt

Dieser Artikel ist – in weiten Teilen – spekulativ. Er versucht zu erklären, wie die Mythologie „andere Welten“ entstehen ließ, und deutet an, warum sie erotisch sein könnten. Und falls Sie im Zweifel über meine Person sind: Nein, ich glaube nicht an Mythen. Für mich muss alles offenkundig, erfahrbar, messbar und möglichst logisch sein. Doch die „Anderwelt“ ist auch stets ein Mittel, um offenkundige Erotik hinter Mysterien zu verstecken.

Gibt es eine „Anderwelt“, eine Parallelwelt, ein Universum „nebenan“, eine Welt, die uns absolut nahe ist und die uns beeinflusst, ob wir wollen oder nicht?

Die Mythologien kennen eine andere Welt als die, die wir sehen

In den sogenannten Mythologien gibt es sie. Die Mythologie beschreibt alles, was die Welt unserer Vorfahren bewegte, und sie entstammt der eigenen Kultur wie auch fremden Kulturen. Dabei dürfen wir uns gerne erinnern, dass auch unsere sichtbare Kultur eine Durchmischung von germanischen, arabischen, griechischen, römischen, christlichen und jüdischen Elementen ist.

Was ist nun der Unterschied zwischen der sichtbaren oder messbaren Welt zu der „anderen Welt“?

Nun, die andere Welt ist vielfältiger: Als Parallelwelt kann sie Götter und Halbgötter, Untote, Dämonen, Fabelwesen und Monster, auch Kobolde, Erdgeister, Feen enthalten. Es gibt mehrere Theorien, wie sie entstand: Die schlüssigste der Theorien (wenn man dabei überhaupt von „schlüssig“ sprechen kann, ist die folgende:

Die ursprüngliche Schöpfung musste wegen der Fehler, die sich eingeschlichen hatten, zerstört und neu aufgebaut werden. Dabei gab es aber einige Existenzen, die sich der Zerstörung widersetzten und ein Eigenleben führten.


Die andere Theorie wäre, dass es Kämpfe innerhalb der Götter darum gab, welchen Weg die Menschheit gehen sollte – oder dass die „alten Götter“ und die „neuen Götter“ unterschiedliche Richtungen vorgaben. Diejenigen, die bei diesen Kämpfen verloren, hinterließen aber Spuren, die immer wieder hervortraten.

Die Überbleibsel zerstörter oder untergegangener Kulturen

Wie dem auch sei: Die Wesen, die die „andere Welt“ bevölkern, können als Überbleibsel untergegangener Kulturen bezeichnet werden. Sie zeigen sich nicht in der Realität, weil sie dort nicht „hingehören“. Sie sind aber, wenn man den Esoterikern glauben will, durchaus vorhanden ... in Parallelwelten.

Die andere Welt lockt ...

Nun funktioniert das Ganze nicht, solange es nicht „Mittlerer“ gibt, also Propheten und „Wegebereiter“, die behaupten, einen Zugang zu diesen Welten zu haben. Gelegentlich senden die Wesen der Anderwelten auch Botschaften an die reale Welt: Sie ziehen dann Menschen in ihren Bann und gelegentlich auch ins Verderben. Typisch dafür ist die (uns relativ nahe) Vorstellung der Kelten, bei denen die „Anderwelt“ tatsächlich auf unseren Planeten existiert, und zwar im Inneren der Erde oder am Grunde des Meers. Besonders beliebt ist nach wie vor das Thema, sie in Erdhöhlen zu vermuten, die wir besuchen können, falls sie uns dies gestatten oder wir bestimmte Merkmale haben, die uns dafür empfehlen.

Verführerinnen und Verführer aus der "Anderwelt"

Lilith als Schönheit mit Schlange
Wie ist es nun mit der Erotik der „Anderwelt“? Sie ist ohne jeden Zweifel äußert verlockend. Am Meeresgrund finden wie die Sirenen oder Meerjungfrauen, die Seeleute in ihr Reich locken. Odysseus musste sich nicht nur gegen sie, sondern auch noch noch gegen den lustvollen Zauber der Circe wählen, die auf einer fernen Insel lebte. In der Anderwelt der Christen wohnen alle Arten von Engeln und Teufeln, wobei die Teufel die erotischen Fantasien von Generationen beflügelt haben, teils als unermüdliche Beschäler beim Hexentanz, teils als Buhlteufel, die sich unter Männer oder über Frauen legten, um „Unzucht“ mit ihnen zu betreiben. Die Erotik der „Untoten“ kennen wir aus Dracula-Filmen. Die Figur der verführerischen und äußerst gefährlichen Dämonin ist weniger bekannt, weil sie eher im Hintergrund wirkt. Lilith gilt als Überbleibsel der Schöpfung, als Verstoßene, über die der Christengott keine Macht hat. Sie gilt auch als die „Dämonenkönigin“, die das geheime Weltreich der Frauen beherrscht, die sich mit Heilkunst, Magie oder Schadzauber beschäftigen.

Die Trennung des männlichen und weiblichen Prinzips

Wenn wir dies weiterspinnen würden, kämen wir zu einem weiteren Teil der Mythologie: die Trennung in ein übergeordnetes Reich der Frauen und eines der Männer, das ebenfalls in vielen Köpfen haust. Entstand sie durch das Spalten von Bäumen, durch den Sündenfall oder aus der Asche eines Vogels, der im Universum verbrannte? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Moderne Ideen zur Parallelwelt

Ich hätte beinahe vergessen – es gibt sehr moderne literarische Konzepte, die auf der Quantentheorie basieren (Robert Allan Wilson) oder auf der Computertechnologie, die angeblich in der Lage ist, künstliche Wesen, ja ganze künstliche Welten zu erschaffen, indem man sie nur programmiert. Und es gibt Dr. Who, der die Grenzen zwischen den Welten aller Zeiten überwinden kann. Und in allen könnte es erotische Begegnungen geben, die desaströs enden, weil sich die Welten nicht verbinden lassen und teils versöhnlich, weil sich am Ende doch noch ein Ausweg ergibt.

Bild: Lilith Von John Collier

Zehn fremde Welten zum Eintauchen – erotisch oder auch nicht

Auch sie kommt nicht aus deiner Welt
Wenn du versuchst, etwas zu schreiben, was sich nicht in deiner Welt abspielt - ja, dann brauchst du Vorstellungskraft oder Recherche. Die Recherche ist höchst kompliziert – vor allem, wenn du glaubwürdig schreiben willst und du nicht dauernd damit beschäftigt bist, „Bücher zu lesen, um Bücher schreiben zu können.“ Wir haben uns mal gefragt: Welche Welten gibt es denn, die dir fremd sein könnten?

Und dies sind die 10 häufigsten Antworten – sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

1. Fremd ist jede Welt, in die du keinen Einblick hast: Sekten, Rotlichtmilieu, Psycho- und Esoterikgruppen, Geheimdienste und alle Arten von von Spinner-Gemeinschaften, zum Beispiel den Verschwörungstheoretikern.
2. Fremd kann dir auch die Welt der „normalen Menschen“ sein, wenn du ihre Sprache nicht sprichst und nicht denkst, wie sie denken. Wie verhalten sich beispielsweise Adlige heute? Wie unterscheiden sich Kleinstädter von Großstädtern? Wie denken Unternehmer?
3. In besonderer Weise werden heute Frauen- und Männerwelten getrennt. Wenn du von der „Innenseite“ einer solchen Welt schreibst, solltest du sie gut kennen.
4. In besonderer Weise gehören „sexuelle Abweichungen“ zu den Themen, auf die du automatisch triffst, wenn du das Thema „Erotik“ angehst. Du wirst auf Welten treffen, die dich befremden oder gar anekeln. Finde einen Weg, damit umzugehen.
5. Das Ausland, vor allem das Denken im Ausland, insbesondere in Afrika und Asien ist dir fremd, wenn du es nicht genau kennst oder studiert hast. Das kann aber auf auf Bayern oder Finnland zutreffen.
6. Alle Welten, die zurückliegen, und sei es auch nur 25 oder 50 Jahre. Wenn du hundert Jahre zurückgehst, dann fällt gerade das Bürgertum in sich zusammen, gehst du 150 Jahre zurück, steht es in seiner Blüte.
7. Jede Welt, die in der Zukunft liegen könnte, ist allen naturgemäß fremd. Du bist der Schöpfer solcher Welten und musst nur unterhalten – eine Wahrheit gibt es nicht.
8. Alle Gebilde, die aus der Vergangenheit abgleitet, aber später verherrlicht oder mystifiziert wurden (besonders das Mittelalter, das Rittertum).
9. Wirkliche historische Welten - seien sie biblisch, römisch, germanisch, griechisch, mittelalterlich oder sonst schwer nachvollziehbar.
10. Die eigene, zwiespältige Welt habe ich an die letzte Stelle gebracht, weil du sie eigentlich kennen solltest. Zu dieser Welt gehören Menschen, die ein Doppelleben führen, sich also auf mehreren Ebenen des Lebens bewegen. Eine dieser Welten ist dir normalerweise näher, eine befremdlicher. Nutze das Potenzial.

Nicht erwähnt haben wie Märchen und andere Fantasiewelten, in denen die Erotik entweder verkleinert (Märchen) oder monströs überhöht wird (Dracula und andere Monster).

In unserer Serie: „Die ganz andere Welt“ wollen wir euch ein bisschen Mut machen, diese Welten zu erforschen, aber auch, sie zu meiden, wenn ihr euch nicht wirklich hineindenken, hineinträumen oder hineineinfantasieren könnt.

Was kannst du vom “Picknick am Valentinstag” lernen?

Es gibt kaum eine Novelle, von der sich so viel lernen lässt wie vom „Picknick am Valentinstag“ (Picknick at Hanging Rock). Ob ihr sie nun kennt oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle. Aber die meisten Kritiker(innen) haben nicht erkannt, dass hier eine latent erotische Geschichte erzählt wird. Doch in England wusste man sofort: Diese Story erfüllt mindestens drei Vorstellungen:

1. Die Entwicklung der Fantasien gebildeter junger Mädchen im viktorianischen Zeitalter aufzuzeigen.
2. Mehrere verschachtelte, sinnlich und teils erotische Verbindungen der Frauen untereinander.
3. Der Mythos der Wiedergeburt und des Übergangs in eine andere Welt.


Es ist absolut erstaunlich, wie wenige Menschen die erotischen Aspekte des Films sahen, obgleich sie offenkundig waren.

Vincent Canby schrieb 1979 für die New York Times über den Film (1):

Schon die Eingangsszene spielt die die sexuelle Unschuld der Mädchen mit solcher Kraft in den Vordergrund, dass wir uns sofort darüber klar werden, welche sexuellen Sehnsüchte überall lauern. Die Internatsschülerinnen hegen sie für andere Internatsschülerinnen, die Mädchen für die Lehrerinnen, und die Lehrerin für eine(n) Unbekannte(n) … (die Mädchen) tauschen dabei „Valentins“ aus, die ewige Liebe versprechen.



Ob deutscher oder englischer Stil: alles sittsam bedeckt
Fragen wir uns, wie eine Schülerin der damaligen Zeit ihre Zukunft sah, so finden wir, dass auch die Schönsten, Sinnlichsten und Gebildetsten unter ihnen nicht viel mehr erwartete, als einen besseren Herrn zu heiraten. Das hieß, sein Haus zu führen, sich mit ihm zu zeigen, ihn bei Laune zu halten und mit ihm zu vögeln, um Nachkommen zu zeugen. Mehr war nicht vorgesehen, es sei denn, die Damen ergriffen den Lehrberuf, der nicht zu sonderlichem Ruhm führte.

Und also handelt die Geschichte von einer Flucht aus der Realität in die Fantasie, repräsentiert durch eine Wiedergeburt in einer anderen Welt, von der sich die jungen Frauen mehr erhofften.

Und sie handelt durchaus parallel von den Gelüsten der Schülerinnen aufeinander wie auch der Lehrerinnen auf die Schülerinnen und umgekehrt. Und dies alles so verklärt, dass die Zeitgenossen der Handlung (1900) und das Lesepublikum beim Erscheinen des Buches (1967) nicht vom Stühlchen fielen.

Es gibt noch mehr, was man daraus entnehmen kann:

1. Wie du eine reale Umgebung und den Anschein einer wahren Geschichte zu einem Mysterium verbinden kannst.
2. Wie du lesbische Lüste verhüllen kannst, gleich, wo sie auftreten und wie sie sich äußern.
3. Dass du eine Geschichte nicht unbedingt abschließen oder auflösen musst - du kannst die Auflösung deiner Leserin überlassen.

Was die Geschichte wirklich aussagt, ist dies: Es gibt einen Eintritt in eine andere Welt, die zunächst durch den Mut zum Ungewöhnlichen überwunden werden muss. Es ist ein Weg, den (auch heute) nicht sehr viele Menschen gehen. Und immer wieder: ja, in dieser Welt kannst du dein sexuelles Verlangen stillen, wie es dir gefällt.

(1) Aus dem Beiblatt zur CD (englische Version)

Du solltest dich schämen – und tust du es auch?

Schämen? Eigentlich nicht nötig ...
Schämen? Oh ja, das kennen wir doch? Vor allem Mädchen haben oft gehört:


Schämst du dich nicht?
Du solltest dich schämen!
So ein schamloses Verhalten ziemt sich nicht!
In die Ecke und schäm dich!


Die Autorin Andrea Köhler sagte in einem Essay für den SWR 2013: (1)

(Es gab …) Schiefe Blicke, so lange, bis die Beschämung nicht mehr nur possierlich gemimt wurde, sondern schon ganz innen die elementarsten Empfindungen abschreckte. „Weibliches Erröten“ sogar in der Freude, weil man sich dieser Freude gehörigst schämen musste.


Hat man den Mädchen nun beigebracht, mit gesenktem Blick und leicht erröten Gesicht Scham auszudrücken, um dann durch die „Possierlichkeit“ in jedem Fall die Absolution zu erhalten?

Die Tat der Schande und die Sühne des Schämens

Manche Wissenschaftler behaupten, Scham sei eine Reaktion, um das Mitleid anderer hervorzurufen, wenn man eine „Tat der Schande“ begangen hat. Man möchte der Strafe entgehen, insbesondere die Ächtung vermeiden, vielleicht durch die Körperhaltung auch Abbitte tun: Sie mal, ich stehe dir nicht selbstbewusst gegenüber, sondern bitte schamvoll um Gnade?

Die Frage im Hintergrund ist nicht zu überhören: Wofür sollten wir uns denn nun schämen, wenn nicht vor etwas, was man uns vorher verboten hat und das wir deshalb „im Geheimem“ taten?

Die reine Willkür - sich schämen für was?

Denn wir haben zumeist nichts Falsches, nichts Unrechte und nichts wirklich Verbotenes getan. Wir sind lediglich der Lust, dem Verlangen oder der Neigung gefolgt, statt uns an gewisse Direktiven zu halten, die sinnlos oder sinnvoll sein mögen – aber die wir für uns eben nicht akzeptierten.

Dazu kann man allerlei Unsinn lesen, zum Beispiel:

Tue nichts im Verborgenen, dessen Du Dich schämen müsstest, wenn es ein Fremder sähe.


(Knigge)

Das Paradoxe an Knigges Aussage: Wir sollen zwar in erster Linie vor uns selbst vor uns selbst bestehen, aber dabei zugleich glauben, wie würden von Menschen beobachtet, die unser Tun beurteilen.

Ähnlich eine andere Aussage, die ich hier interpretiere und die angeblich aus der „Psychologie“ kommt. Demnach ist Scham auf der einen Seite die Peinlichkeit oder Schmach, etwas getan zu haben, das „peinlich“ ist, andererseits aber auch ein Bewahrer der Tugend, weil man bestrebt ist, etwas zu tun, das nicht peinlich ist.

Schämen? Warum denn nur?

Alle diese Autoren kreisen wie die Katzen um den heißen Brei herum, und der heißt: Warum um Himmels willen, sollten wir uns für etwas schämen, was unserem Willen entsprach, was unsere Psyche streichelte, unserem Körper gut tat und uns rundum erfüllte? Nur, weil es den Übrigen, der kleinen Maus im Ohr oder einer der uns verbliebenen anderen Stimmen nicht gefiel?

Diese Grundlagen werden ausführlich beispielsweise von Dunja Voos erklärt, die sich ihrerseits auf Ana-Maria Rizzuto beruft und dabei zahllose Meinungen zitiert.

Betrachten wir nun das, was wir angeblich tun sollen: Uns schämen.

Sollten wir und jetzt wirklich schämen?

In Wahrheit kann ich mich nur schämen, wenn ich gegen meine eigenen Grundsätze und Direktiven verstoße – das passiert Schriftstellern übrigens häufiger als anderen Menschen, weil wir uns in Menschen hineinversetzen müssen, die sich schämen und ihren Gedanken folgen. Aber wir sollten gar nicht erst anfangen, uns für Gedanken zu schämen. Sie sind frei wie die Vögel, aber sie brauchen Nahrung, die oft nur am Boden zu finden ist.

Unsere Figuren schämen sich ohne jeden Zweifel – das wollen unsere Leser, besonders, wenn wir von ihren frivolen, geheimen Begierden schreiben. Und dann tut es uns gut, uns zu erinnern, wie das so war: Zu erröten, zu schwitzen, Plüschaugen zu machen oder den Kopf zu senken, um der Verachtung zu entgehen.

Strafe: Schamvoll schämen für die Schamhaftigkeit?

schamvoll abwenden
Oder der Strafe. Sie ist eine Schamverletzung besonderer Art, und wir wissen aus zahllosen Schilderungen, wie schamvoll es war, bestraft zu werden, wobei dabei noch ein besonderer Wert auf Schamverletzungen (Entblößen des Gesäßes, schamverletzende Stellungen, Eckenstehen) gelegt wurde.

Kommen wir noch einmal zurück zum Anfang: Da wurden die Mädchen (und sogar noch jungen Frauen zwischen bis zur Volljährigkeit) ermahnt, sich zu schämen und dazu noch auf „Schamhaftigkeit“ dressiert. Dies sollte, falls ich die vielen Autoren richtig verstanden habe, dazu führen, die Scham auslösenden Situationen zu vermeiden, was allerdings nicht gewährleistet war. Und dann wurde die Scham erneut verletzt, indem man die Schamhaftigkeit mit der Rute, dem Rohstock oder noch intimer mit der rohen Hand in sie hineinzuprügeln versuchte?

Manchmal wünschen Leser(innnen) Schamverletzungen

Ach, lassen wir es. Manchen jungen Frauen und Männern gefiel es, auf diese Art gedemütigt zu werden – oder sich erfreuen sich daran, wenn andere auf solche Art beschämt werden. Und manche unserer Leserinnen und Leser wollen dies jetzt in unseren Figuren erleben, obgleich sie nicht das zweifelhafte Vergnügen hatte, sich gewissermaßen „öffentlich“ und mit luftig freigelegtem Hintern schämen zu müssen.

Wir hatten schon über "Scham" an anderer Stelle geschrieben. In diesem Artikel beziehen wir uns nicht ausdrücklich auf die sexuellen Aspekte, sondern eher auf die Hintergründe.

(1) Ich bin der Überzeugung, dass die Sätze im Original von Peter Handke stammen, und zwar in "Wunschloses Unglück: Erzählung"

Naht auftrennen: Droge Verliebtheit, Sex und Liebe

Zuerst die wichtigste Frage und zwei kontroverse Antworten:

Gehören Romantik, Sinnlichkeit, zärtliche Lust, Verliebtheit, Liebe und Sex zusammen?

Ja, wenn du ein „Plot“ im Hirn hast, ohne das du nicht leben oder lieben kannst. Nein, wenn du offen gegenüber dem Leben und der Lust bist und in der Lage, dich sowohl hinzugeben als auch den Verstand zu behalten.

Ursächlich gehört Liebe gar nicht dazu

Erst Liebe, dann Sex? Da liegt ein kleiner Fehler vor, dem so viele verfallen, dass man von einer Epidemie sprechen könnte. Tatsächlich ist es ganz anders: Der Körper produziert dien nötigen Drogen, um dir das Gehirn zu vernebeln und bringt dich dazu, Geschlechtsverkehr zu haben, während du im „Liebesrausch“ bist und alles raushaust (oder aufnimmst) was die Natur dafür vorgesehen hat.

Verliebtheit plus Sex: die Wahnsinns-Mixtur – und dann Liebe

Beim Menschen hält die Wahnsinns-Mixtur eine Weile vor: Frauen und Männer bilden dann manchmal Paare und gieren nacheinander, sooft es geht. Wenn du Glück hast, kommt dann auch die Liebe um die Ecke oder du rufst sie herbei. Daraus entstehen dann auch die langjährigen Beziehungen und Familien.

Sex und Liebe gehören nicht untrennbar zusammen
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Die Natur hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, jede Art von Sinnlichkeit, Lust und Begierde auszuleben, ohne dass wir einander lieben. Manche Männer und Frauen behaupten sogar, leidenschaftlicher zu sein, wenn sie die Person nicht lieben, sondern sie nur Begehren. Heftige sexuelle Reaktionen kann jeder solo erzeugen oder sich von einem Partner erzeugen lassen. Das ist wesentlich harmloser und ungefährlicher als die Illusion des Dreierpacks von Verliebtheit, Pseudoromantik und Liebe, der sich schnell als Illusion erweist und nach maximal drei Monaten aufgebraucht ist. Verliebtheit und Sex hingegen können die Emotionen auf ein zeitweiliges Hoch bringen – und das immer wieder, ob mit demselben Partner oder wechselnden Partnern. Du entscheidest allein, was gut für dich ist. Natürlich hoffen ziemlich viele Menschen, dies „all inclusive“ zu bekommen. Aber da gibt es ein Hindernis: Es ist mühevoll und zeitraubend, ein solches Szenario auszugestalten. Und viele (inzwischen auch viele Frauen) scheuen den Aufwand und die Einschränkungen.

Nichts ist natürlich außer Zeugung

Die Vorstellungen davon, was „natürlicher Sex“ ist, sind meist völlig absurd. Natürlich ist ein lebendiger Penis in einer natürlichen Vagina, und der Vorgang dient ausschließlich dazu, dass sein Sperma an ihre Eierstöcke gelangt. In Wahrheit ist Sex ein ganzer Cocktail sinnlicher, lustvoller und bisweilen auch befremdlicher Genüsse, die wir als „Sex“ bezeichnen. Die Lust kennt nahezu keine Einschränkungen: Viele Körperteile und „erogene Zonen“ sind reizbar, sie es durch lustvolles Berühren oder heftigere Aktionen, und Mund und Zunge lösen weitaus heftigere Reize aus, als sie beim „PiV“-Verkehr üblicherweise auftreten. Insofern sind „Lust schenken“ und „Lust genießen“ die wichtigsten Komponenten für „schönen Sex“

Und wo bleibt die Moral?

Die Natur kennt gar keine Moral, die Gesellschaft hat recht wenige ethische Vorstellungen über Sexualität – und das Christentum (entgegen mancher Aussage) auch nicht. Unser Moral ist daher das, was in uns ist: Offenheit, Freiheit, Lust auf Lust, aber auch Hürden und Grenzen.

Dating – aus der Sicht der Massen

Dating – aus der Sicht der Massen - oder: warum männliche Loser und weibliche Akademiker leer ausgehen
Stürmen der Bastion "Akademiker": Die Absichten sind klar - die Mittel unterschiedlich
Man braucht keine „Studie“ mit den üblichen fragwürdigen Materialien und Vorgehensweisen, um festzustellen, warum die Partnersuche ihre Tücken hat – im realen Leben oder auch online.

Wühlen im Durchschnitt - bewährt, aber unbeliebt

Zum Beispiel eignet sich ein einfacher logischer Kniff:

Die meisten Menschen sind das, was sie sind: Durchschnitt. Die Ränder „erheblich unter Durchschnitt“ und „erheblich über Durchschnitt“ bilden gemeinsam nur ein paar Prozent vom ganzen Kuchen, denn der „Durchschnitt“ ist stets die zahlenmäßig stärkste Gruppe. Und weil das so ist, behaupten wir gerne, uns vom „Durchschnitt“ erheblich abzusetzen. Nach oben, selbstverständlich.

Der erste Schritt auf dem Holzweg

Wenn wir das glauben, sind wir schon auf dem Holzweg. Wir sind ja nicht wesentlich besser als der Durchschnitt. Und nun hoffen viele von uns, namentlich bei der Partnersuche, einen Menschen zu finden, der uns noch bei Weitem übertrifft. Wer hat also mehr körperliche Attraktivität, wer ist klüger, wer reicher und wer mächtiger? Das heißt in Wahrheit: Die große Masse der geschätzten 60 Prozent bewegt sich auf den schmalen „oberen“ Rand zu, an die wir etwas weniger als 20 Prozent vermuten.

Das heißt: Auf den Treppenstufen der gut Aussehenden, elitär Gebildeten, oder mit Macht und Geld ausgestatteten winseln stets Dutzende um die Gunst, überhaupt erst mal Aufmerksamkeit zu erregen.

Hinten anstellen und chancenlos sein

Die "Top Dogs" sind nicht einfach zu domestizieren
Und manche sind definitiv so blöd, sich da hinten anzustellen und zu hoffen, dass vorne jemand aufgibt.

Die Masse der Frauen, von der hübschen Postzustellerin bis zur ansehnlichen Frau Doktor, befindet sich irgendwo in dieser Schlange. Wer in dem Haus wohnt, zu dem die Treppe gehört, hat also die Wahl: Gefährtin, Geschäftspartnerin, Ehefrau, Objekt sinnlicher Begierden – es ist alles dabei, auch in Kombinationen.

Heißt: Der Durchschnitt der Männer guckt erst mal in die Röhre, und der Bodensatz findet nicht einmal eine Frau für die kleinen, feuchten Vergnügungen.

Und heißt auch: Ein sehr kleiner Prozentsatz der Frauen auf der Treppe hat eine Chance auf eine lustvolle Nacht, eine kleine Affäre, eine Beziehung unterschiedlicher Art oder gar eine Ehe. In dieser Reihenfolge absteigend.

Das bedeutet: Dies Frauen fallen zurück in den Markt des Durchschnitts, sie fühlen sich aber nicht als Durchschnitt. Und das heißt wiederum: Frust, Torschlusspanik, Extremismus.

Oder Einsicht – aber die ist selten.

Die nackte, brutale Wahrheit für Akademikerinnen

Falls Sie sich fragten, warum es „Akademikerinnen“ so schwer haben, einen Partner zu finden, dann sollten sie dies wissen:

- Nur die wirklich herausragenden Akademikerinnen (akademische Eliten) gehören NICHT zum Durchschnitt.
- Wenn Sie nun unter „Herausragenden männlichen Akademikern“ suchen, werden sie finden, dass Kandidatinnen aller Couleur bereits dort sitzen und ebenfalls warten.
- Das ändert sich auch nicht wesentlich, wenn Sie in der „zweiten Reihe“ akademisch gebildeter Männer suchen – Sie finden auch hier Konkurrentinnen aller Art.
- Männliche Akademiker haben unterschiedliche Gründe, eine Partnerin zusuchen: Nicht jeder geht in die Oper oder will über Hegel diskutieren. Pragmatismus, Problemlösungskompetenz und Erdung sind ebenso begehrte Eigenschaften wie künstlerische Neigungen oder erotische Fähigkeiten.
- Die eben genannten Gebiete decken sehr viel Frauen ab, und diese Frauen müssen keinen akademischen Grad haben.

Ich weiß, dass Ihnen dies alles nicht gefallen wird, aber die Wahrheit ist oft hart und unverdaulich. Und das trotzige „Ich will aber …“ bringt Ihnen ohnehin keine Sympathien ein.

Bilder: (1) unbekannter Künstler, Ende 19. JH, Teilansicht. (2) Gebäudeschmuck, Foto des Autors.

Wer gewinnt, wer verliert bei der Partnersuche?

Akademiker - möglichst schicke mit hohem Einkommen
Der folgende Artikel beruht auf Beobachtungen, die sich zahlenmäßig nicht verifizieren lassen. Er behandelt jeweils drei Gruppen von Frauen und Männern, die besonders begehrt sind und versucht, dabei auch die Kehrseite der Medaille aufzuzeigen: Wer verliert eigentlich bei der Partnersuche?

Zuerst die Männer – die Gewinner

Gewinner nach Berufen: männliche Akademiker in besonders angesehnen Berufen mit gutem Einkommen, aber auch Geschäftsleute und Manager ohne akademische Ausbildung.

Gesucht von: allen Frauen jeglicher Bildung, die auf ihre Attraktivität vertrauen. Das Ziel ist meist eine länger währende Affäre, eine dauerhafte Beziehung oder eine Ehe. Das Ziel: Frauen, die auf diese Weise suchen, versprechen sich Geld, Macht und Ansehen durch die Beziehung.

Gewinner nach Männlichkeit: Männer mit Berufen, die Abenteuergeist, Kondition, Mut und Männlichkeit versprechen sowie Männer, die als Erscheinung oder vom Körperbau her betont „männlich“ wirken.

Gesucht von: Frauen, die an Männlichkeit, Potenz, Sex und einem aufregenden Leben interessiert sind, aber weniger an Kultur, geistigen Auseinandersetzungen und dergleichen. Das Ziel: „Starker Kerl an meiner Seite“.

Gewinner nach Alter: Männer über 50, die finanziell und körperlich halbwegs attraktiv sind.
Gesucht von: Frauen über 40, besonders solchen mit Heiratswunsch. Ziel: „Mit diesem Mann Spaß haben und alt werden können.“

Verlierer (Männer, pauschal)

Männer, die verlieren: Männer unter 30 sowie solche mit schlechter Ausbildung, negativ empfundener Vergangenheit, wankelmütigem Charakter, geringem Einkommen, schlechten Zukunftsaussichten und schwacher männlicher Ausstrahlung.

Verlieren Arbeiter und Handwerker?

Angeblich haben „Arbeiter und Handwerker“ keine Chancen bei Frauen mehr. Die Behauptung wird insbesondere auf Foren verbreitet.

Wie sieht’s tatsächlich aus?

Das stimmt so nicht, denn nach wie vor suchen Frauen vor allem verlässliche Männer – sie wollen „Zukunft einkaufen“. Allerdings hat die „Akademisierung“ der Frauen dazu geführt, dass sich viel von ihnen „zu schade“ sind, einen Handwerker, Verkäufer oder Arbeiter zu heiraten. Diese Situation muss sich erst einmal „auspendeln“, denn solange allzu viele Frauen im „Flaschenhals“ der Akademikersuche stecken, fallen ihre Chancen auf Ehe und Familie immer mehr. Langfristig wird sich das Problem also lösen. Ansätze dafür gibt es bereits heute.

Das Äußere, das Feminine - es begeistert immer noch
Nun die Frauen, die Gewinner

Gewinnerinnen nach Alter: Frauen zwischen 25 und 30, die äußerlich attraktiv und selbstbewusst sind, sind und eine solide Ausbildung haben.

Gesucht von: Männern jeden Alters und jeder Ausbildungsstufe – kurz: fast allen. Ziel: Sich mit Jugend und Schönheit zu schmücken oder mit einer jugendlichen Frau eine Zukunft zu planen.

Gewinnerinnen nach Berufen: Frauen in Kreativberufen unabhängig von der Ausbildung

Gesucht von: allen Männer, die keine langweilige Frau suchen, sondern sich Impulse für das gemeinsame Leben von der Frau erhoffen, insbesondere gebildete Männer und Manager sowie Akademiker. Ziel: Das Leben soll interessanter und abwechslungsreicher mit ihr sein.

Gewinnerinnen nach Weiblichkeit: Frauen in femininen Berufen, die Erotik, Liebe, Zärtlichkeit und Verständnis ausstrahlen – unabhängig von der Ausbildung.

Gesucht von: Akademikern, Managern, Selbstständigen – sie suchen eine sinnlich, gesunde, möglichst perfekte Frau, die sie als „feminin“ wahrnehmen. Allerdings auch von Männern, die die erotischen Fähigkeiten möglichst auskosten wollen und sich nicht binden wollen. Ziel: „Mit der Frau Genuss und Sinnlichkeit teilen.“

Verliererinnen (pauschal)

Frauen, die verlieren: Frauen ab 40 sowie Frauen mit hohen Ansprüchen, schwacher weiblicher Ausstrahlung, Überheblichkeit, schwachem Selbstbewusstsein, negativ empfundener Vergangenheit, wankelmütigem Charakter, ohne selbst erarbeitetes Einkommen, schlechter Zukunftsaussichten und fehlender erotischer Ausstrahlung.

Verlieren Akademikerinnen?

Akademikerinnen gelten nach einigen Modellen der Partnersuche als Loser, und es heißt, dass dagegen „kein Kraut gewachsen“ ist.

Wie sieht’s tatsächlich aus?

Geht man nach den männlichen Präferenzen, gehört eine akademische Ausbildung nicht zu den Top-Anforderungen an eine Frau, sie wird aber auch nicht ausdrücklich als „schädlich“ angesehen. Das Problem liegt ganz woanders: Auf „männliche Akademiker mit gutem Job“ fliegen alle Frauen, die mindestens einen Realschulabschluss haben und auch sonst glauben, „recht attraktiv“ zu sein. Das heißt: Es gibt einen Stau vor der Tür männlicher Akademiker.