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Feminisierung – was du wissen musst, bevor du’s tust

Frau oder Mann? Jedes weiche Männergesicht lässt sich feminin schminken ...
Nachdem unsere Medien ständig nach Tipps zur Feminisierung von Männern abgesucht wird, haben wir hier einmal zusammengetragen, was es bedeutet, einen Mann sinnlich zu feminisieren. Wir sagen auch, wie es funktioniert und warum es ihr und ihm gut tun kann – oder eben auch nicht. Und wir werden uns später auch noch an Autorinnen wenden, die darüber Romane und Kurzgeschichten schreiben wollen.

Feminisierung heißt eigentlich nichts mehr als „Verweiblichung”. Der Begriff wird in der Biologie wie auch in der Soziologie verwendet. Dort spricht man von „Feminierung“, wenn ganze Berufsgruppen, in denen vormals beide Geschlechter tätig waren oder die von Männern dominiert wurde, nunmehr fast ausschließlich Frauen arbeiten.

Die Idee: weibliche Züge an Männern betonen

In bestimmten erotischen Szenerien wie auch in der erotischen Literatur bedeutet Feminisierung, die weiblichen Züge von geeigneten Männern in Geist, Psyche, Verhalten, Kleidung und letztendlich auch im Körperlichen hervorzuheben.

Gegen 1900 gehörte in jedem Fall ein Korsett dazu
Die Frage, warum Männer sich gerne wie Frauen fühlen wollen, sich wie Frauen kleiden wollen und letztendlich auch wie Frauen behandelt werden wollen, kann nicht exakt beantwortet werden. Teils ist es einfach die Lust, in die Welt des anderen Geschlechts hineinzuriechen, ohne wirklich ihr Bestandteil sein. Dabei schwanken Männer zwischen Neugierde, Abenteuerlust, Faszination und Neigung. Manche Männer wollen einfach wissen, wie „man“ sich in femininen Dessous, Kleidern und Röcken fühlt, anderen geht es um die Faszination, sich feminin schminken zu lassen. Und immer mehr Männer sind mit Sicherheit auch daran interessiert, sexuell ähnlich wie eine Frau behandelt zu werden.

Feminisierung ist also eine Möglichkeit, sich für kurze Zeit in einer geschützten Umgebung als Frau zu fühlen und als Frau behandelt zu werden. In vielen Fällen folgt nach der „Wandlung“ zur Frau eine Art Rollenspiel, in dem sich der feminisierte Mann der Frau unterwirft. Ein großer Teil dieser Rollenspiele hat Züge von erotischem Masochismus.

Wie weit gehen die Männer?

Normalerweise sind Ausflüge in die Welt der Weiblichkeit für Männer absolut erregend, zugleich schämen sie sich aber auch ihrer Neigung. Deswegen suchen viele Männer den geschützten Bereich einer SM-Beziehung oder eines Domina-Studios, dessen Betreiberinnen auf so etwas in der Regel vorbereitet sind. Wie weit die Männer dabei gehen, ist höchst unterschiedlich. Manche Männer lassen sich im Anschluss an die Wandlung demütigen, schlagen oder anal penetrieren. Andere genießen einfach, geschminkt zu sein, zarte Wäsche am Körper zu spüren oder Röcke zu tragen.

Rollenspiele und Zwangsfeminisierung

Rollenspiele sind, wie der Name sagt, Spiele damit, die Rolle eines anderen anzunehmen, der man selbst nicht ist. Im Grunde fühlt der Mann sich wie ein Schauspieler, der ja auch nicht ist, was er zu sein vorgibt. Hinzu kommt dann aber noch die prickelnde Erotik, das süße Geheimnis, das sinnlich-verbotene an der Handlung. Ganz anders verhält es sich mit der forcierten Feminisierung, auch Zwangsfeminisierung genannt.

Süße Fiktion, brutale Realität

Umstritten ist, ob Zwangsfeminisierung real ist oder eher eine urbane Legende. Das Wort steht für eine Art „Umerziehungsprogramm“, das einer Gehirnwäsche nicht unähnlich ist. Dahinter steht eine Beziehung, in der plötzlich die Aussage fällt: „Wenn du weiter Sex mit mir haben willst, dann lasse dich verweiblichen“. Diese „harte Methode“ ist allerdings oft nur ein Fantasieprodukt der erotischen Literatur. Dennoch gibt es einige in sich abgeschlossene Cliquen, die diese Art von Feminisierung ernsthaft betreiben. Da „reale“ Feminisierung schwerwiegende soziale Folgen haben kann, wird allgemein davon abgeraten, diesen Weg in die Abhängigkeit zu gehen.

Doch auch im Rollenspiel gibt es Situationen, in denen sich der Mann „ganz in die Rolle“ einfühlt und es genießt, in diesem Moment eine Frau sein zu dürfen. Man nennt solche einen Mann abfällig auch eine „Sissy“, was in etwa „Schwesterchen“ bedeutet.

Obgleich es weitaus mehr Männer gibt, die sich gerne einmal verweiblichen lassen würden, als Frauen, die dies forcieren, lohnt sich doch ein Blick auf das, was Frauen beachten sollten, die einen Sissymann im Rollenspiel beherrschen wollen.

Den Mann mit femininer Lust anfüttern

Du beginnst mit dem Anfüttern: Weibliche Strümpfe und Höschen sowie einen Rock zu tragen, sind gute Startoptionen. Er darf natürlich auch Strapse unter den Nadelstreifen tragen, wenn er sich traut, aber das ist schon sehr gewagt für den Anfang. Du wirst bald merken: Das Gefühl, weiche, feminine Kleidung unter einem weiten Rück zu tragen, wird den Mann beflügeln.

Äußerliche Feminisierung

Posieren für die Kamera in Dessous
Nach und nach muss der Mann lernen, den Körper zu enthaaren und sich zu schminken – auch die Lippen. Versuche, ihm Schmuck (auch Ohrringe und Halsketten) nahebringen und lehre ihn, wie man die Finger- und Fußnägel lackiert. Der Kauf weiblicher Kleidung kann zum Problem werden – löse es beizeiten. Gib ihm einen Frauennamen, sobald die Feminisierung beginnt. Sorge im eigenen Interesse dafür, dass er sich vollständig zurückverwandelt, bevor er ins Büro geht. Die Enthaarung wird niemandem auffallen.

Vorübergehende Verhaltensmodifikation

Die meisten Verhaltensmodifikationen, die nötig sind, können leicht erlernt werden und benötigen keine „Gehirnwäsche“. Verhaltensmodifikationen können situativ erlernt und angewendet werden. Lehre deinen Mann beispielsweise, wie eine Frau zu gehen und dabei High Heels zu tragen. Er wird den Gang dann nur anwenden, wenn er tatsächlich High Heels trägt. Zeige ihm, wie man bescheidener und zurückhaltender auftritt. Lehre ihm, mit sanfter und einschmeichelnder Stimme zu sprechen.

Innere Feminisierung, Charakterwandel

Die innere Feminisierung ist ein komplizierter Prozess, der mit den Methoden moderner Gehirnwäsche, Zwangsmaßnahmen und Sexentzug durchgeführt wird. Das ist nichts für für "Amateursissies" und Rattengift für berufstätige Männer, die für dich noch viel Geld ins Haus bringen sollen. Du kannst aber dafür sorgen, dass dein Mann sich während des Rollenspiels unterwürfig und bereitwillig zeigt.

Vollendung des feminisierten Mannes

Wenn du mit deiner Sissy das Haus verlassen willst oder sie gar auf Partys „vorführen“ willst, braucht sie äußerlich noch noch eine perfekte Perücke, absolut professionelles Make-up und künstliche Brüste. Denke auch an betont femininen Schmuck, High Heels und ähnliche Attribute. Ein minimales Sprachtraining (Alt-Stimme), weichere Bewegungen sowie Maßnahmen, den Gang zu modifizieren, sind unerlässlich. Wichtig ist auch, einen eventuell hervorstehenden Adamsapfel und natürlich seinen Penis geschickt zu verbergen.

Lüste - die finale Feminisierung

Über Sex und Liebe reden wir ein anderes Mal. Dein Sissyspieler muss zumindest wissen, wie eine Frau einen Mann befriedigen kann, ohne sich zu entblößen. Und weil eine „richtige Sissy“ auch mal „hart rangenommen“ werden will, empfiehlt sich, sie (und dich) beizeiten mit dem „Pegging“ vertraut zu machen. Es ist also bisweilen unerlässlich, sie/ihm auch sexuell "als Frau zu behandeln".

Vorteile für den feminisierten Mann

Alles ist total aufregend und wahnsinnig anregend für den feminisierten Mann – wenn er es mag. Manche Männer können gar nicht genug davon kriegen, ein „süßes Mädchen“ oder eine „sexy Frau“ spielen zu dürfen. Wenn er keinen Gefallen daran findet, sich als Frau zu fühlen dun gegebenenfalls zu unterwerfen, ist es uninteressant für beide.

Vorteile für die Frau

Dein Mann gehört in Zukunft in beiden Rollen dir – mal als Spielzeug, mal als Ehemann. Du musst mit deinen unterschiedlichen Rollen zurechtkommen, so wie der Mann mit seinen beiden Rollen zurechtkommen muss.

Warnung vor falschen Vorbildern

Berichte im Internet über Feminisierungen sollten nicht zu ernst genommen werden. Viele sind reine Produkte einer lustvollen Fantasie, andere sind real, aber sozial unverträglich. Denke dran, dass du nur eine neue erotische Seite deines Mannes und eine neue Rolle als Frau kennenlernen willst – viele andere Dinge sollen aber zumeist bleiben, wie sie sind. Gefährde also nie eine Ehe oder Freundschaft durch eine „forcierte Feminisierung“.

Ein Wort an Autorinnen, die sich für das Thema interessieren

Falls du diesen Artikel liest, weil du einen Roman über Feminisierung schreiben willst, lies demnächst hier weiter. Wir haben dich im Blick, und du solltest uns im Blick haben. Ein Roman soll ja nicht die Realität abbilden, sondern die Fantasie beflügeln. Und in der Fantasie lassen sich viele Männer gerne von deinen Worten feminisieren – und Frauen sind ganz begierig darauf, solche Romane zu lesen.

Teile diese Artikels wurden bereits in der Liebeszeitung vom 14. Januar 2010 veröffentlicht. Das © 2018 am Text liegt allein bei liebesverlag.de, ein Copyright an den Bildern konnte nicht ermittelt werden.

Du weißt es nicht – wir erklären dir’s!

Wissen ist Macht ... und mach Lust
Komplexe Begriffe aus Sinnlichkeit, Erotik, Lust oder Leidenschaft sind oft nicht leicht zu verstehen. Und häufig steht hinter einem Wort mehr, als es eigentlich hergibt: Liebe, Verliebtheit, Sinnlichkeit, Lust und Sex sind einige dieser Wörter. Und nicht nur das: Die Vorgänge, die Verlangen, Begierde und Wollust auslösen, sind weitgehend überlagert von Halbwissen und Klischees.

Wir machen Schluss damit. In weniger als 300 Wörtern erklären wir hier nahezu jeden noch so komplexen Begriff. Was wir dabei schreiben können, kann mindestens dazu führen, sich selbst Gedanken zu machen, oder anderwärts mehr Informationen abzufordern.

Unsere Serie heißt: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt. Sie bekommt eine eigene Kategorie mit dem Namen: „sinnliches und intimes erklärt.“

Lustfetzen weden "sinnliche Schnipsel"

Um den erotisch schreibenden Autorinnen (und Autoren) weiterhin Anregungen für ihre eigene Arbeit zu geben, werden wir auch hier die Kategorie "Lustfetzen" wieder einführen - als "sinnliche Schnipsel"

„Lustsfetzen“ war eine Kategorie von „sinnlich schreiben“. Es handelt sich dabei um „Textschnipsel“, aber keine vollständigen Texte, die Autorinnen dabei anregen sollen, sich die dazugehörigen Geschichten weiter auszuspinnen. Sie haben alle eine „mittlere“ Textqualität, um sie an nahezu jeden beliebigen Schreibstil anzupassen. Um die Texte ethisch vertretbar zu halten, wurde auf eine betont erotisierende oder gar pornografische Sprache verzichtet. Wir bitten um euer Verständnis.


Sich entjungfern lassen – tolle Sache oder kaum der Rede wert?

Vor dem Ehemann kommt der Lover ...
Die Berichte über den „schrecklichen“ nahezu ungewollten oder höchst peinlichen Verlust der Jungfernschaft sind zwar inzwischen etwas verblasst, doch geistern sie immer wieder durch die Foren.

Doch es gibt auch andere Schilderungen, wie beispielsweise diese:

Ich dachte immer, dass dieser Moment der Wichtigste meines Lebens sein würde - der Moment, indem ich mich zum ersten Mal einem Mann hingeben würde. Einen Moment, an den ich mich lebenslang erinnern würde.


Doch wie war die Realität?

In der Regel die Erinnerung an die Umstände, nicht so sehr an den Vorgang. Und es lief nicht ganz so wie gedacht.

Und wie war es dann?

Ich kann nicht sagen, dass es das außergewöhnlichste Tag meines Lebens war. Doch war ohne Zweifel ein besonderer Tag in meinem Sexualleben. Und ich kann wirklich nicht verstehen, warum darum so viel Aufhebens gemacht wird.


Wenn es nicht so toll war, war es nützlich?

Ja, das war es. Denn wie so viele Frauen, hatte auch die Autorin daraufhin keine Furcht mehr – immer eine gute Voraussetzung.

Sie schreibt:

(Später traf ich meinen Ehemann). Ich war immer noch ziemlich naiv, aber eben doch ein bisschen erfahren, und als wir zum ersten Mal Sex hatten, war es um sooo vieles besser.


Mich erinnert diese Schilderung an die eine Novelle „Nixchen“ – und an so viele Erlebnisberichte anderer Frauen, die sich „jemanden gesucht haben, mit dem es möglich war“, um später nicht „ganz ohne Wissen“ dazustehen, wenn sie sich wirklich verlieben – oder heiraten.

Zitate: Aus diesem Blog.
Bild: Titelbild von "Nixchen" (Teilansicht).

Männer und Frauen als dauerhafte Jungfrauen

"Männer und Frauen als dauerhafte Jungfrauen" ist der vierte Teil unserer Serie über Jungfrauen.

Wenn ihr nicht selber eine Person in der Familie habt, die sich als „Jungfrau“ bezeichnet und darunter leidet, dann habt ihr das Thema wahrscheinlich aus der Presse. Dort wird es allerdings um der Sensation willen veröffentlicht, und nicht, weil ein allgemeines Informationsbedürfnis besteht.

Die künstliche Mauer zwischen Jungfrauen und Nicht-Jungfrauen

Im Grunde bauen wir als Gesellschaft eine künstliche Mauer zwischen „Jungfrauen“ und „Nicht-mehr-Jungfrauen“ auf. Diese Mauer bemerken vor allem die „Ungeküssten“, also die Menschen, die von sich behaupten, noch nie einen (wie auch immer gearteten) Geschlechtsverkehr genossen zu haben. Sie fühlen sich spätestens mit jedem Tag, der auf ihren 18. Geburtstag folgt, benachteiligt. Und welche psychologischen Begründungen auch dafür herhalten mögen – es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Frau oder ein Mann niemals in eine Situation kam, in der Sex zum Greifen nahe war.

"Keusch" zu bleiben ist eher unwahrscheinlich

Das erste Mal - nicht zufrieden?
Das Gelübde der Keuschheit oder die unfreiwillige Keuschheit waren in alten Zeiten immer Themen – zumeist, weil die Frau nicht seriös „an den Mann“ gebracht werden konnte oder weil der Mann so mittellos war, dass er keine Frau heiraten konnte. Doch damals – bis vor etwa 50Jahren, war „Sexualität erleben“ noch in erheblichem Maße mit einem Eheversprechen verbunden, sodass ledige Menschen oft „in die Röhre“ gucken mussten. Heute wird Sex zwischen den Alleinstehenden ausgehandelt – mal seriös, vor und in festen Beziehungen, mal leichten Herzens, wie in ONS und Affären. Niemals „Sex gehabt“ zu haben wird damit eher unwahrscheinlich.

Der "ungeküsste" Mann - männliche Jungfrauen

Und doch gibt es sie, die „Ungeküssten“, und sie fühlen sich von der Gesellschaft abgehängt. Gegenwärtig sind die einschlägigen Gazetten ausgesprochen neugierig auf die Männer, die mit 22, 30 oder gar 40 „noch Jungfrauen“ sind. Man weiß nicht viel über sie, aber so viel scheint sie zu einen: Sex mit einer Frau muss genau nach ihren Wunschvorstellungen stattfinden, sonst geraten sie aus der Fassung. Wann immer ich die Seiten lesen, auf denen Argumente über männliche „Jungfrauen“ ausgetauscht werden, stelle ich fest: Schuld an allem sind immer die bösen Umstände, und wenn es nicht die bösen Umstände sind, sind es die bösen Frauen. Und damit nicht genug: Schon sind männliche Goldgräber unterwegs, zumeist die alten PUAs in neuer Verkleidung, die versuchen, Geld aus dem Dilemma zu machen, in dem „männliche Jungfrauen“ angeblich stecken.

Wie männliche Jungfrauen denken

Die typische Idee eines „Ungeküssten“ sei hier einmal kurz aufgezeichnet (die Quelle wird nicht genannt):

Eine männliche Jungfrau bleibt Jungfrau, auch wenn sie masturbiert, und weil der sexuelle Kontakt mit einer Hure immer mit Kondom erfolgt, bleibt der Mann danach auch noch Jungfrau. Überhaupt ist jeder Kontakt mit Kondom kein echter Kontakt, selbst wenn der Mann einen Orgasmus hat und die Frau keine Hure ist. Denn das ist ja nur einen Orgasmus mit anschließender Ejakulation. Und wenn du ein Kondom überziehen musst, ist es eben kein echter Geschlechtsverkehr.

Warum einfache Ratschläge keinen Sinn haben

Die „Ungeküssten“, vor allem die „männlichen Jungfrauen“ werden in der Presse gerne hervorgehoben, weil sie für gute Auflagen sorgen. Tatsächlich ist es aber sinnlos, solche Gruppen zu sehr an die Öffentlichkeit zu zerren, weil ihr Problemlage zumeist gemischt ist. Das heißt, die unfreiwillige Abstinenz ist nicht ihr einziges Problem, und sie müssten vor Ort das Gespräch mit einem psychologischen Berater suchen, um herauszufinden, wie Lösungsansätze aussehen könnten. Am häufigsten findet man ja die Aussage: „Wenn es nicht ganz genau so ist, wie ich es mir erträume, dann ist es besser, dass gar nichts passiert.“ Das klingt recht ähnlich wie das Argument all der anderen, die niemals aus ihren Problemen herauskommen, nämlich:

Meine Situation ist zwar erbärmlich, aber ich kenne sie. Eine Änderung mag ja besser sein, aber dann gerate ich in eine unbekannte Situation, die mir Angst bereitet.


In solchen Fällen rät man allgemeinen dazu, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Damit beenden wir unseren Vierteiler über die Jungfrauen. Ob männlich oder weiblich, ob „Totaljungfrauen“ oder „Teiljungfrauen“. Man mag allen wünschen, dass sie irgendwann, irgendwie und irgendwo ein gemeinsames Glück finden und sich besser fühlen, als dies heute der Fall ist.

Die drei anderen Teile:

1. Start - Einführung in den Begriff Jungfräulichkeit.
2. Keine Jungfrau mehr? Wie viele Penisse sind zu viele?
3. Welche Art Jungfrau bist du?

Welche Art Jungfrau bist du?

Eine Jungfrau hat kein sexuelles Verlangen ... oder doch?
Die Frage ist für die einen lustig, für die anderen empörend. Wieso welche Art? Entweder du bist es oder du bist es nicht, oder? Und wen geht das eigentlich etwas an, nur mal so nebenbei gefragt?

Nun – gemach. Was eine Jungfrau im herkömmlichen Sinne ist, wissen die meisten – kein PiV. Gilt für Frauen und für Männer. PiV ist inzwischen das Schlüsselwort für „ganz normalen Sex“, bei dem der Penis in die Vagina eindringt.

Im Grunde ist es abwegig, das Thema „der Jungfrau“ auf diesen einen Begriff zu reduzieren. Demnach wäre eine Frau ausschließlich dann eine Jungfrau, wenn sie niemals penetrativen Vaginalsex hatte – Fingern, Oralverkehr oder Analverkehr würden nicht zählen. Ebenso wäre ein Mann dann eine Jungfrau, wenn er seinen Penis niemals in eine Vagina versenkt hätte – und aktiver Analverkehr (egal ob mit Frauen oder Männern) würde ebenso wenig zählen wie passiver Analverkehr. Von Handverkehr ganz zu schweigen. Was letztlich heißt: Die gesamte Begrifflichkeit der Jungfrau ist eine Farce, und jedes „erste Mal“ in einer neuen Konstellation kann erneut den „Verlust der Jungfernschaft“ bedeuten.

An dieser Stelle will ich einen Begriff einführen, den selbst die Literatur nicht kennt: die mentale Jungfrau.

Eine Frau "erwecken" - durch Geschlechtsverkehr?

Ist „Jungfrau“ sein überhaupt ein Phänomen, das wir auf den Körper reduzieren können? Kann jemand psychisch (seelisch, mental) Jungfrau sein, körperlich aber nicht? Und kann jemand mental bereits „sexuell“ sein, physisch aber noch eine Jungfrau? Wer darüber auch nur ein Fitzelchen bei Google sucht, wird enttäuscht. Sehen wir zunächst die Theorie an:

Alte Ideen überleben bis heute

Nach Auffassung vieler Sexforscher des 19. Und 20. Jahrhunderts wird die Frau durch den ersten Geschlechtsverkehr sexuell „erweckt“, das heißt, in ihr wird die Lust freigemacht, die bisher blockiert war. Erstaunlicherweise wurde diese These niemals aufgegeben, obgleich sehr viel ledige Frauen mit dem Finger oder Sextoys masturbieren. Sind diese Frauen Jungfrauen? Bleiben sie „unerweckt“, nur weil es keinen Penis gab, der in ihrer Vagina eindrang? Eine zweite, oft gehörte Theorie besteht darin, dass der psychische Geschlechtsakt (PiV) ein Ereignis ist, das eine ungeheuer prägende Kraft hat.

Die im Bereich von Online-Dating-Unternehmen tätige Psychologin Lisa Fischbach will wissen:

Die erste Liebe hinterlässt in unserer Gefühlswelt einen nachhaltigen Eindruck. Das Besondere an der ersten Liebe ist ihre Einmaligkeit. Eine zweite Chance für die erste Liebe gibt es nicht. Den ersten Kuss, den ersten Sex … – das erleben wir nur ein einziges Mal.


Ich lasse den Satz so stehen, wie er gesagt wurde - der Mainstream ist weiterhin dieser etwas romantisch angehauchten Meinung.

Nicht-Jungfrauen können jungfräulich wirken und umgekehrt

Heißt dies aber auch, dass der „erste Sex“ das gesamte Leben prägt? Wir wissen es nicht. Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist dies: Ein Teil der Frauen hinterlässt äußerlich und mental den Eindruck, „jungfräulich“ zu sein, mag dies nun zutreffen oder nicht. Und ein anderer Teil erweckt den Eindruck, keine Jungfrau zu sein – und auch dies kann zutreffen oder auch nicht.

Mit einem Unterschied: Eine Jungfrau zu spielen und es nicht zu sein, ist einfach und kann sehr überzeugend verwirklich werden. Hingegen ist es kompliziert, eine erfahrene Frau (oder einen erfahrenen Mann) zu spielen, weil diese Person ständig mit der Angst lebt, im Moment der Wahrheit zu versagen.

Die Jungfrauen – was tun sie nicht, was andere tun?

Im Prinzip kann eine Jungfrau jede Art von Sex außer vaginalen, penetrativen Geschlechtsverkehr mit einem Mann gehabt haben. (Das gilt analog auch für männliche Jungfrauen). Die Worte „Totaljungfrau“ oder „Volljungfrau“ werden nur äußerst selten benutzt. Sie würden eine Jungfrau bezeichnen, die nie und in keiner Weise sexuelle Lüste gegeben oder bekommen hat. Frauen, die niemals „bis zum Letzten“ gingen, aber Männer dennoch sexuell mit allen Mitteln reizten, hießen früher einmal „Halbjungfrauen“.

Die mentale Jungfrau

Mentale Jungfrauen (auch dieser Begriff ist selten) hatten zwar Geschlechtsverkehr unterschiedlicher Art, glauben aber, dass sie innerlich „Unschuldig“ geblieben sind. Sie begegnen Männer psychisch wie physisch in einer Art, die sie als „Unschuldig“ erscheinen lässt.

Eine „eiserne“ Jungfrau, als eine, die sich nahezu allen Berührungen verweigert, ist heute ebenfalls selten geworden. Geliebten sind Frauen und Männer, die sich vor dem „ersten Mal“ (sei es PiV oder irgendetwas anderes) fürchten und sich in dem Moment, in dem der Standard-Sex möglich wäre, zurückziehen.

Obgleich dies alles im Grunde dafür spricht, die Mauer zwischen „Jungfrauen“ und „Nicht-Jungfrauen“ in den Köpfen abzubauen, besteht sie weiterhin – und führt zu allerei Problemen.

Das vorläufige Fazit (es folgt ein vierter Teil) sieht so aus:

Erstes Fazit: Jungfernschaft ist eine Kopfsache

Jungfräulichkeit (1) ist ein Begriff der Vergangenheit, der nichts über die Lust oder Bereitschaft zum Sex aussagt – und nur noch wenig über den „physischen“ Zustand einer Frau. Im Wesentlichen ist „Jungfernschaft“ eine Kopfsache. Niemand, der häufig masturbiert hat, wird sich ernsthaft als „Jungfrau“ bezeichnen dürfen, weder Frau noch Mann. Und die angebliche mentale „Ausstrahlung“ einer Jungfrau kann antrainiert oder abtrainiert werden. Die Schranke aber bleibt vor allem bei jenen bestehen, die daran glauben, dass es eine Schranke gibt – oder bei denjenigen, die Angst davor haben, die Gleise zu überschreiten, auch wenn die Schranke offen ist.

(1) Interessant (in englischer Sprache) "Wer ist Jungfrau und wer nicht?, auch (noch kritischer) bei der IWHC
Bild: Aus dem Titelbild eines Buches der späten 1920er Jahre.


Lesen Sie im vierten Teil, was es mit den „Ungeküssten“ auf sich hat – den späten Jungfrauen.

Wie viel Penisse im Leben sind zu viele?

Sind acht bis zwölf Lover genug? Oer hörst du besser auf, zu zählen ...?
Der zweite Teil unserer Serie „die Jungfrauenfrage“ beschäftigt sich mit dem Thema, ob es eine Abstufung von der „Jungfrau“ zur „Schlampe“ gibt, die sich an der Anzahl der „Einflüge“ unterschiedlicher Penisse festmacht.

Die Frage „wie viele Männer hattest du schon?“ Ist infam, weil sie den Wert oder Unwert einer Frau nach der Anzahl unterschiedlicher Penisse bewertet, die sie schon in ihrer Vagina beherbergte. Die Annahme: „Je mehr sie schon rumgevögelt hat, umso versauter ist sie“ ist weit verbreitet. Der Nachsatz fehlt meistens: „Und je lieber hätte ich gerne mal etwas mit ihr.“ Das ist sie eben, die „typische Männerdenke“ – und mal übersetzt: „Eine Schlampe ist eine Frau, die mit allen Männern schläft, außer mit mir.“ Dieses „redundante Denken“ gibt es übrigens auch bei Frauen: Zwar werden Machos allgemein verachtet, aber sie werden im Bett eben doch „gerne genommen“.

Reden wir also über die Anzahl vereinnahmter Penisse.

Forenrauschen: Wie viele Männer sind zu viele?

Nachdem sich sämtliche Kommunistinnen der Online- und Offline-Frauenzeitschriften ausgeschnattert hatten, kamen sie so ungefähr zu der Überzeugung, dass eine erwachsene Frau heutzutage zwischen 8 und 12 Penisse vereinnahmt hat. Nehmen wir mal an, dass dahinter immer Beziehungen standen, dann sind über den gesamten Lebenszyklus nicht sehr viele – nicht einmal ein Mann pro Jahr. Bei Frauen, die in der Jugend oder in mittleren Jahren intensive Dating-Phasen genossen haben, sind es in der Regel deutlich mehr, denn Sex nach Dates ist heutzutage nicht mehr ungewöhnlich. Manche Frauen lehnen zwar grundsätzlich ab, beim ersten Treffen mit einem Mann zu „schlafen“, bei anderen aber gehört es zur Routine. Darüber spricht „frau“ sehr selten – und weil das Thema weitgehend tabu ist, gelangt es auch nicht in die Presse. Wer gut darin ist, so etwas „hochzurechnen“, wird bald feststellen: In den typischen Lustphasen der Single-Frau kann sie durchaus auf 12 Männer pro Jahr kommen. Wenn sie über mehrere Jahre sucht und dabei das eine oder andere Erlebnis „mitnimmt“ kann sie durchaus auf gegen 50 Lover kommen.

Was will eigentlich der Mann? Fast-Jungfrau oder erfahrene Geliebte?

Aus der Sicht der Männer gab (und gibt) es fünf Auffassungen, die seit Jahrzehnten verbreitet sind:

1. Wenn sie noch nie jemanden hatte, wird sie mit dem zufrieden sein, was ich kann und wie ich bin. Ich will nicht, dass sie Vergleiche hat.
2. Einmal zählt nicht, aber ich will nicht, dass sie schon mehrere Männer vor mir hatte.
3. Wenn Sie erst einen oder zwei Männer hatte, dann hat sie sie auch kaum Erfahrung. Das ist ganz schlecht, weil sie mir dann auch keinen echten Liebesgenuss bieten kann. Aber sie sollte nicht zu viele Männer gehabt haben. So etwas verdirbt den Charakter.
4. Je mehr gute Lehrmeister sie hatte, umso besser. Und je erfahrener sie ist, umso ungehemmter ist sie auch und bietet viele Genüsse, die ander Frauen nicht zu bieten haben.
5. Mir ist egal, wie viele Männer sie schon hatte, solange sie gesund geblieben ist und weiß, wie sie mir Lust bereiten kann.

Wie viel ist „zu viel“?

Also wie war das mit den „vielen Partnern?“

Generell ist die Frage, wie viele Partner eine Frau hatte, ziemlicher Unsinn. Sie kann einige Dutzend Partner gehabt haben, aber dabei immer das Gleiche erlebt haben. Oder sie kann einen einzigen Partner gehabt haben, und bei ihm alle Varianten einer lustvollen sexuellen Beziehung „durchgenommen“ haben. Qualität geht immer vor Quantität, und die Intensität kommt vor der Anzahl.

Das Zitat, das ich dazu fand, spricht Bände – und ich halte es für gültig:

Ob der geliebte Mensch mit 7 oder 100 Leuten vögeln musste, um der zu werden, der er ist - es war nötig!


Die Wahrheit darf bei der sexuellen Vergangenheit frisiert werden

Wir können also sagen: Wenn du eine große Anzahl von Partnern mit unterschiedlichen Wünschen und Vorstellungen kanntest, und mit ihnen viele sexuelle Variante genossen hast, dann bis du auch für den nächsten Mann sexuell höchst interessant. Der beste Tipp: Verschweig die Anzahl und erzähle nie, wo du was gelernt hast. Versuche es mit dieser frisierten Wahrheit: Du hattest höchstens fünf Partner vor dem „Neuen“ und bis ein sexuelles Naturtalent.

In der nächsten Folge beschäftigen wir uns mit der Frage, welche „Jungfernschaften“ noch im Spiel sind, bevor wir dann auf die männlichen Jungfrauen eingehen.

Weitere Informationen: Gizmodo, Forum bei Netdoktor.

Erster Teil: Bei Sinnlichleben.

Vögeln beim ersten Date ist keine Garantie – aber auch kein Schaden

Zeitig zu vögeln ist besser für die Beziehung ...
Einige Damen wollen wissen: „Willst du was gelten, mach dich selten“. Und daraus folgt unter anderem: Biete dich ja nicht für Sex an. Heißt klartextlich: Auch wenn du geil beim Date wirst, lass es bleiben. Warte. Mach ihn so heiß, dass er brennt wie Zunder, aber lösch das Feuer nicht.

Sex schenken - immer eine Fifty-fifty-Chance

Ei ei … und wenn du’s dann tust, Prinzessin? Meinst du wirklich, du bis so gut, dass er dann das Aufgebot bestellt? Die Sache mit dem Sex ist bestenfalls eine Fifty-fifty-Chance, die eigentlich eine 1:3-Chance ist. Du kannst ihn binden, weil du’s tust, du kannst ihn vergraulen, wenn du’s tust und die dritte Möglichkeit: Ob du’s tust oder nicht, spielt keine Rolle.

Besser gleich vögeln als später enttäuscht werden

Wichtig ist etwas anderes: Wenn du gleich mit deinem Date vögelst, und er findet das Spitze, dann versucht er, die Beziehung aufrechtzuerhalten. Na, und wenn du dann auch noch etwas dazutust, damit er nicht nur deine Vorzüge beim Vögeln sieht, sondern auch sonst noch beeindruckt von dir ist, dann kann’s eine lange, schöne Beziehung werden. Umgekehrt: Wenn du ihn an etwas anderes bindest, und versuchst, den Sex möglichst lange hinauszuzögern, dann wird die 1:3-Regel zur Gefahr für dich. Es kann ihn noch mehr an dich binden, er kann sich danach verabschieden, oder es war völlig wurscht, ob du’s getan hast oder nicht. Manchmal glauben Frauen, sie können mit mit ihrem Körper ein Riesenfeuer entzünden – und dann bleibt es doch beim Strohfeuer. Was konkret heißt: Viele hoffnungsfrohe Paare gehen auseinander, wenn sie nach ein paar Wochen zu vögeln versuchen und dabei voneinander enttäuscht werden.

Das Ganze kann durch eine Forschung belegt werden. Sie sagt noch viel mehr aus über die Umstände, unter denen „Langzeitbeziehungen“ entstehen – und leider auch, dass niemand voraussagen kann, ob aus einer taufrischen Beziehung eine Affäre wird oder vielleicht eine Ehe.

Allerdings ist die Studie sehr kompliziert aufgebaut, sodass viel Lese- und Denkarbeit nötig ist, um ihre Resultate zu verstehen. Deshalb gibt's hier die populärwissenschaftlcihe Fassung.

Die Jungfrauenfrage – hast du niemals, einmal, viele Male?

Jungfrau bleiben? Oh, er liebt mich ein wenig … zu sehr
Kaum jemand in unserem Kulturkreis stellt die Frage heute noch. Oder sollte man sagen „die Fragen“? „Bist du noch Jungfrau?“ „Wie viele Männer (Frauen) hattest du schon?“ Oder, besonders infam: „Welche Art Jungfrau bist du noch?

Du bist Jungfrau, wenn … ja wenn eigentlich?

Kreisen wir mal um den Begriff wie eine Biene um die Blüte. Für unsere Vorfahren und für die Menschen zu Moses Zeiten war eine Jungfrau eine Tochter, die wohlbehütet aufwuchs und niemals Geschlechtsverkehr hatte – erkennbare am „intakten“ Jungfernhäutchen. Im 20. Jahrhundert setzte sich durch, von einer Jungfrau zu sprechen, wenn sie noch keinen penetrativen Geschlechtsverkehr hatte. Das bedeutete: Sie konnte durchaus schon sexuelle Genüsse (Masturbation, Fingern durch andere, anal, oral) gehabt haben, aber eben noch kein „PiV“, wie es im englischen Sprachraum jetzt unter jungen Leuten heißt.

Wie viele Männer sind „zu viele“ Männer?

Nachdem dies nun für Frauen geklärt ist (auf Jungs kommen wir später) ist die Frage: Wie lautet(e) denn nun das Urteil, wenn eine Frau ihre „Jungfernschaft“ verlor? Und wie wird sie beurteilt, wenn sie mehr als 2, 4, 8, 16 oder 32 „echte“ unterschiedliche Lover hatte?

Töchter als Handelsgut und der Preis, sie loszuwerden

Anzeigen dieser Art waren üblich, wenn die Tochter "überfällig" war
Nichts in der Beurteilung von Frauen hat sich in den letzten Jahrtausenden, ja sogar noch Jahrhunderten und Jahrzehnten so gewandelt wie die Beurteilung „des Verlusts der Jungfernschaft“. Dazu muss man wissen, dass die Töchter zu Moses Zeiten noch eine Art „Handelsgut“ waren. Und das sich nur die Jungfrau versilbern ließ, wurde sogar in die Religionsvorschriften aufgenommen, dass sie Jungfrau zu sein habe – und was geschehen würde, wenn sie als solche deklariert wurde, dies aber einer Prüfung nicht standhielt. (Das könnt ihr in Mose 5.22 alles nachlesen, falls euch so etwas Spaß macht). Aus nicht-religiöser Sicht kann man sagen, dass es sich dabei nur teilweise um Religion und Moral, andernteils aber auch um die Sicherung der wirtschaftlichen Belange des Vaters handelte.

Der Deal – der Vater gibt Geld, der Bräutigam lacht

In der Blütezeit des Bürgertums wurde die Jungfräulichkeit ähnlich hochgehalten. Diesmal aus dem entgegengesetzten Grund: Der Vater war gehalten, seine für ihn wirtschaftlich uninteressante Tochter „an den Mann zu bringen“ und musste dafür einen nicht unerheblichen Geldbetrag aussetzen. Wieder waren es wirtschaftliche Gründe, die ihn dazu zwangen, denn dem zukünftigen Ehemann sollte nicht zugemutet werden, für den Unterhalt zu sorgen. Das klappte allerdings nur, wenn die Braut Jungfrau war – oder wenigstens glaubhaft vorgeben konnte, dies zu sein.

Das Bürgertum macht aus dem Deal eine Moralfrage

Die Forderung, als „Jungfrau in die Ehe“ zu gehen, wurde in der Bevölkerung aber weiter „im Kopf“ geführt, nachdem das Bürgertum in den Grundfesten zerstört war und die „Mitgift“ in Geld durch die Inflation fragwürdig geworden war. Die damaligen CDU-Regierungen und der „harte Kern“ des Bürgertums beharrten auf die alten Regeln, und das „Mädchen aus gutem Hause“ hatte Jungfrau zu bleiben, bis sie heiratete (oder sich wenigstens verlobte).

Demaskierung des Jungfrauen-Mythos

Besser nicht zu "jungfräulich" bleiben - Leidenschaft schadet nicht
Als die Zeitschrift „TWEN“ 1962 die Frage stellte, ob Töchter als „Jungfrau in die Ehe“ gehen sollten und dies in Zweifel stelle, war die Empörung noch enorm – doch schon zehn Jahre später wurde das Thema kaum noch diskutiert. Das lag vor allem daran, dass die Töchter der bürgerlichen Eliten ihren Eltern nach 1970 sowohl kulturell wie auch wirtschaftlich entflohen. Wo es keinen Druck mehr gab, die „Jungfräulichkeit“ zu behalten, da ergab sich auch keine Moral. Auch Versuche, der konservativen „Jungfrauenbewegung“ (Purity) in den USA schlugen - bei aller stattlichen geförderten Publicity – komplett fehl. Slogans waren damals „True Love Waits“ auf deutsch „Wahre Liebe wartet“.

Wie die Presse das Thema „Jungfrauen“ wieder aufwärmt

In den letzten Jahrzehnten ist die Frage der „Jungfräulichkeit“ in der Presse künstlich aufbauscht worden, weil es angeblich immer mehr Frauen gibt, die mit 25 „noch Jungfrau“ sind. Das Thema stellt sich heute jedoch anders dar als vor 50 Jahren, denn heute haben „Jungfrauen“ vielleicht keinen Penis in der Vagina erlebt, aber sehr wahrscheinlich einen Finger oder einen Vibrator an der Klitoris. Wozu man sagen könnte: Irgendwie ist „Jungfrau“ auch nicht mehr das, was es mal war.

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Im zweiten Teil lest ihr, wie viele Männer eine Frau gehabt haben sollte, bevor sie „ihren Mann“ trifft, und warum die Zahlenspiele eigentlich blödsinnig sind. Im dritten Teil sehen wird die Sache mal aus der Sicht der „Jungs“. Ist doch komisch, dass sie eigentlich immer wissen, wie „es geht“ und trotzdem behaupten, sie wären nie im Bordell gewesen. Wir gehen auch der Frage nach, ob es wirklich so viele 25-jährige Jungmänner oder „physische“ Jungfrauen unter Männern gibt, wie gelegentlich behauptet wird.

Bild: Oben La Vie Parisienne, 1914.
Unten: Comic nach einer Filmsequenz

Dating kann sehr sexy sein

Eine Verabredung kann zu allem führen, egal, was du vorhattest
Ein ziemlich hoher Prozentsatz der deutschen Single-Frauen sagt, dass „Dating“ nervig oder frustig ist. Doch wie immer die Wortwahl ausfallen mag: Frauen macht die Partnersuche wenig Freude, und schon gar nicht beim populären Online-Dating.

Wie kann frau sich an Verabredungen erfreuen?

Unser Experte hält die Sache für eine Psycho-Blockade: Er glaubt, dass diese Frauen sich etwas in den Kopf gesetzt haben, was sie unbedingt erreichen wollen. Schaffen sie das nicht (was allgemein die Mehrzahl der Fälle betrifft), so sind sie sauer. Passiert dies nun häufig (was wieder sehr wahrscheinlich ist), dann frisst sich der Frust in die Psyche. Am Ende stehen Frust, die Wut und oftmals der Verlust des Vertrauens in sich selbst.

Der erste Ausweg: Macht ein Ereignis daraus!

Der erste und beste Ausweg ist ein Wechsel der Perspektive: Ein Date ist in Wahrheit kein Date, sondern eine Möglichkeit, etwas Interessantes mit jemandem zu erleben oder auch von ihm zu erfahren. Also Neugierde statt Erwartungen, um es auf einen einfachen Nenner zu bringen.

Tatsächlich siehst du deine Verabredung gelassener, wenn du dir klar machst: Ich werde an einem wunderschönen Ort etwas sehr Leckeres schlürfen und mich dabei ausgezeichnet unterhalten. Das ist erreichbar – vor allem, wenn du die Unterhaltung selbst anführst und dich nicht „volllabern“ lässt. Sollte es „der Richtige“ sein, dann schlag selbst eine neue Verabredung vor.

Die erotische Lösung: nimm Dates als sinnliche Highlights

Die zweite Lösung ist noch einfacher, erfordert aber eine andere Haltung. Mach dir klar, dass eine Verabredung ein erotisches Highlight ist, egal, ob es um „Sex“ geht oder nicht. Das Beste wäre, wenn du dich wirklich sinnlich (oder sexy) fühlst und du dich entsprechend kleidest. Mach dich frei von dem Gedanken, was „er dann über dich denkt“. Solange du die Regel befolgst, mehr als vier Fünftel deines Körpers mit Textilien zu bedecken, denkt dein Partner nichts sensationell Erotisches. Aber du hast die Freude, bewundert zu werden. Und wenn’s der Richtige ist: Dann nimm ihn mit und halt ihn fest.

Die Universallösung: Sei auf alles vorbereitet udn nimm, was du willst

Die dritte Lösung ist zwar bei vielen Frauen unbeliebt, aber die Sicherste, um nicht enttäuscht zu werden: Erwarte nichts, aber sei für vieles offen und auf alles vorbereitet. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass sich dein Leben nicht wirklich in „Partnersuche“ einerseits, „Lust“ andererseits und „Abenteuer als Option“ zum Dritten teilt, sondern dass alles passieren kann, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Klar, dass darin ein gewisses Risiko liegt – aber wenn du gewohnt bist, mit Risiken umzugehen, dann ist dies der sicherste Weg, dich nicht zu langweilen und viele interessante Erlebnisse zu haben.

Wie du erreichst, dass nichts schief geht

Egal, wer du bist, was du bist und wie du leben und lieben willst – das sind die „Big Five“ für ein erfolgreiches Dating mit sinnlichem Vergnügen:

1. Für den nächsten Morgen solltest du dir nichts vornehmen.
2. Überleg dir genau, was du dir zumuten kannst und was nicht.
3. Lust und Sinnlichkeit sind immer Optionen – sie gehören zum Date dazu. Versuch gar nicht erst, deine Lüste zu ignorieren.
4. Kondome gehören immer in deine Handtasche, egal, was du vorhast.
5. Champagner im Kühlschrank, eine halbwegs aufgeräumte Wohnung und ein sauberes Schlafzimmer sollten immer bereitstehen.

Und was wirst du demnächst tun? Sag es uns … wir haben offene Ohren.

Bild oben: Zwei Illustrationen von Paul-Émile Bécat zusammengeführt

Frauen wie dich kenne ich …

Zeigen, wer du wirklich bist ...
Hey, Miss … du meinst, wir Männer neigen dazu, euch „gar nicht richtig“ kennenzulernen? Da fass ich mir doch an die Stirn und frag mich „was denn von euch?“ Euren Geist? Eure Schnuten? Eure „Machart“?

Wenn ihr wollt, dass wir euch „richtig“ kennenlernen, dann zeigt uns doch mal, was richtig und wichtig und wertvoll an euch ist.

Ich bin mir sicher, das kaufen wir, wenn es uns gefällt. Und dann treffen wir euch auch wieder … und vielleicht wird dann etwas mehr draus.

Klar sagen wir manchmal, dass ihr „attraktiv seid“ oder dass ihr „sehr schön seid“ oder „einen guten Geschmack habt“. Also hey? Wollt ihr das Gegenteil hören? Dass ihr euch nicht einmal anziehen könnt? Dass eure Bildung abgeguckt und eure Gefühlswelt aufgeschminkt ist?

Keine Lust am Streit mit einer Frau

Die meisten von uns bleiben sehr, sehr höflich, solange wir euch in die Augen sehen, und wenn ihr dann endlich fortgegangen seid, sagen wir manchmal: „Schade, vielleicht hätte ich ihr sagen sollen, dass …“. Und dann erinnern wir uns an „Frauen wie dich“, die genau in diesem Moment angefangen haben, sich herumzustreiten.

Seht ihr: Und so etwas können wir echt nicht brauchen.

Als Reaktion auf Stern-Neon.
Foto vermutlich aus einem französischen Studio des 19. Jahrhunderts

Sind alle Revuetänzerinnen blöd?

Orientalische Erotik in den 1920er Jahren

Der Orient lässt grüßen - Sex zu Großvaters Zeiten

Das Magazin - 1926
Die Themen, mit denen sich die Herren 1926 beschäftigten, sind den heutigen Themen nicht unähnlich. Die Frage, ob alle schönen Revuetänzerinnen blöd sind (und was daraus folgt), interessierte offensichtlich die Leser des Monatsmagazins „Sex“ – ebenso wie das Thema „Bist du der Liebhaber deiner Frau?“

Vielleicht hatten die Herren damals ja schon gewisse Zweifel daran, ob sie die einzigen (oder wichtigsten) Liebhaber ihrer Ehefrauen waren.

Die besonders schöne Grafik haben wir Ihnen herausgeschnitten.