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Zwölf brauchbare Lust-Vorsätze für 2019

Schamvoll? Es gibt keinen Grund, sich seiner Lust zu schämen
Vorsätze sind im Grunde sinnlos. Aber wenn du diese 12 Vorschläge ausführst, oder sagen wir mal, wenigste acht davon (bitte kopieren und ankreuzen), dann hast du mehr Freude am Leben, mehr Lust – und vielleicht gar mehr Sex.

1. Frag dich häufiger, was du wirklich willst.
2. Verlerne nicht, was dir Lust bereitet.
3. Probiere neue Lüste aus.
4. Versuch, dich niemals dessen zu schämen, was du tust.
5. Praktiziere sicheren Sex.
6. Versuche, anders zu denken als die Masse.
7. Beschwere dich nicht über die Menschen – es gibt keine anderen.
8. Mach Menschen Komplimente. Nicht nur den „Schönen“.
9. Liebe dich selbst (in jeder Hinsicht).
10. Kauf die ein hochwertiges Toy für einsame Stunden.
11. Stell die Qualität deiner Lust vor die Frequenz.
12. Trainiere deine Beckenbodenmuskulatur.

Viel Erfolg damit! Tu es einfach!

Keuschheit, Schüchternheit und Züchtigungen

Im Harem - Jean Babtist Huysmans, Teilansicht
Keusch zu sein heißt weder erotisch zu provozieren, noch sich provozieren zu lassen. Doch das ist schwierig, denn die Kleidung der „Keuschheit“ provoziert oftmals fast ebenso stark wie die frivole Wäsche auf nackter Haut.

Frauen in Uniform

Als „keusche“ Kleidung gilt neben Formalkleidung vor allem die Uniform. Sekretärinnen, Flugbegleiterinnen, ja selbst Polizistinnen und Soldatinnen gelten als unbeschreiblich sinnlich. Für den „geneigten“ Mann sind sie sogar umso erotischer, je mehr sie ihre Befehlsstimme ertönen lassen. Übrigen reicht als Kleidung bei manchen Männern durchaus die Kombination von Kittel und Strapsen oder von Trench und Strapsen.

Orientalinnen und Stripperinnen

Ungebrochen schient auch der Trend zu Orientalinnen zu sein – in manchen Fantasien ist der „Sklavenmarkt im Orient“ nach wie vor ein beliebter Schauplatz der Sinnlichkeit. Durchaus auch von Frauen, die aktiv auf Sklaven bieten möchten oder sich passiv zur Schau stellen und hoffen, dass ein hübscher junger Orientale auf sie bietet.

Nun ist die „Orient-Show“ mit der hageren Schaubudenfrau, die in eine Tüllgardine gehüllt auf der Bühne friert, inzwischen nicht einmal mehr als Jahrmarktsattraktion populär. Aber offenbar leben Reste solcher Fantasien den Männern, die noch immer Bilder aus dem „Serail“ in sich tragen, in denen lustbetonte Obelisken und Sklavinnen dem Herrscher Pläsier schenken.

Ich las gerade bei Fatima:

(
Die Beteiligten waren sich immer bewusst, dass es um das Ausleben von Fantasien gehen sollte und dass eine verschleierte Haremsdame ebenso weit von der Realität entfernt ist wie ein Fetischgirl im Nonnen-Outfit. Aber vielleicht hatten meine Bekanntschaften in ihrer Jugend einfach zu lange vor dem Fernseher gehockt und »Bezaubernde Jeannie« geschaut.

Für die Nachgeborenen: Jeannie war der sinnliche weibliche Geist mit züchtigem, aber dennoch sinnlichem orientalischen Outfit aus der Flasche. Sie kam meist bauchfrei mit Pluderhosen und hübschen, vollen Brüsten aus der Flasche, die zwar bikiniartig verdeckt waren, aber dennoch wirksam präsentiert wurden. Es gibt Fans, die Bilder aus der Fernsehserie gesammelt haben.

Nun, es gibt sie noch, die nostalgische Bühnenschau. Einerseits in der sogenannten Burlesque, dann aber auch als Repertoire eher „gehobener“ Strip-Darbietungen. Die Stripperinnen tragen nach wie vor Nonnenkostüme und Rüschenkleider, aber auch orientalisch anmutende Verhüllungen, bevor sie ihre schönen Körper lasziv präsentieren.

Die Kombination von „züchtig“, „keusch“ und „naiv“ in Verbindung mit dem Bonmot „sucht nach einer starken Hand, die ihr den Weg weist“ ist zwar völlig altmodisch, wird aber auch in modernen Romanen noch gerne als Leitthema verwendet. Dabei wird das „naive graue Mäuschen“ mehr und mehr durch eine intellektuell selbstbewusste und durchaus emanzipierte, erotisch aber unerfahrene Frau ersetzt.

Lest mehr auf „Sinnlich Schreiben“, wenn ihr Autorinnen seid.

Kann es die Schönste am Besten?

glamourös schön sein ist nicht immer das schönste für den partner
Männer glauben oftmals, die schönste, ebenmäßigste (ja, wir wissen, das Wort gibt’s eigentlich nicht) und von äußerer Sinnlichkeit umhüllte Frau könnte den Kerlen auch die höchsten erotischen, sexuellen oder einfach sinnlich-schmervollsten Vergnügungen bereiten.

Falsche Vorstellungen aus der Pornografie

Diese Vorstellung nährt sich (mehr oder weniger) aus der Pornografie, hat aber keinerlei Verankerung ind der Realität. Äußere Schönheit und Ebenmäßigkeit ist ein Geschenk der Gene, und oftmals auch (manche Frauen werden wissen, wovon wir reden) ein Fluch. Die erotischen, sinnlichen und sexuellen Praktiken hingegen haben nichts mit der Schönheit, sondern mit der Begeisterung für alles Sexuelle zu tun, vermischt mit möglichst reicher Erfahrung.

Nicht Schönheit zählt, sondern sinnliche Begeisterung

Frauen hören dies nicht gerne. Eine Frau, die von ihrer Sexualität begeistert ist und ebenso gerne Lüste schenkt, wie empfängt, wird oft mit dem Wort „Schlampe“ bedacht. Und weil dies so ist, halten sich viele Frauen zurück, bis sie eine Möglichkeit sehen, die Beute „Mann“ damit so zu fesseln, dass er etwas oder auch viel länger bleibt als eine Nacht.

Schönheit ist absolut zweitrangig, wenn du Lust oder Beziehungen suchst

Männer, die unbedingt eine wunderschöne Frau an Tisch, Bett sehen und erfühlen wollen oder die sich gar wünschen, von einer Spitzenschönheit in Leder oder Dessous gepeitscht zu werden, haben extrem schlechte Karten. Zunächst einmal haben die Schönen oft nicht viel Lust, sich anzustrengen, wenn es um die Erfüllung männlicher Wünsche geht. Haben diese Schönheiten Langzeiterwartungen, so werden sie mehr auf das soziale und monetäre Kapital achten, das der Mann mitbringt – und letztlich auch auf seine äußerliche Attraktivität. Haben sie Erwerbssinn und sind sie auf Abwegen, so werden sie versuchen, ihre Schönheit auf die eine oder andere Art in Geld oder Geldeswert umzuwandeln. Und weil sie dabei „anständig“ bleiben wollen, in möglichst viel innerhalb kürzester Zeit, um nicht in schlechten Ruf zu geraten. Das heißt für den Mann, der immer, überall und für alles, was ihm Lust bereitet, privat eine „schöne Frau“ sucht. Er wird unterküsst, untervögelt und mit schwanenweißem Gesäß leben müssen.

Die Lust am Körper des anderen ist wichtiger als seine Schönheit

Die Kunst, sinnlich Erotik oder erfüllten Sex zu schenken, liegt darin, wie Frauen (und Männer) Körper, Geist und Psyche dahin wenden, die größtmögliche Lust zu erzielen. Das ist (mindestens bei Frauen) unabhängig von Alter, Aussehen oder Gewicht, und was das Alter betrifft, so ist Reife sicherlich kein Schaden. Und die wahren Fähigkeiten entwickelt eine Frau selten „aus dem Stand“, sondern eher innerhalb einer erotischen Beziehung, in der sie auf das Feedback des Körpers des (oder auch der) anderen achtet. Falls ihr jetzt sagt: Aber Escort-Girls oder Pro-Dommes tun es doch auch ad hoc, dann bedenkt bitte, dass diese Frauen Routinen nutzen. Der Unterschied: Sie beruhen nicht auf der Freude am Erlernten, nicht auf der eigenen Lust oder der Freude am Schenken, sondern auf dem Gedanken, dass die Erfüllung des Partners Geld in die Kasse spült.

Es ist keine Schande, eine ganz normale Person zu sein und sinnliche Lust zu verspüren oder jemanden damit zu beschenken. Du kannst über 50 sein, über 90 Kilo wiegen oder schlaffe Brüste haben – das spielt keine Rolle, wenn du weißt, was du kannst und wem du es gegebenenfalls schenken möchtest.

VIVID - Grand Show - unbedingt besuchen

VIVID - Grand Show - derzeit im Friedrichstadt Palast Berlin

Ich habe sie gesehen, die VIVID Grand Show. Sie ist mehr als eine Show, mehr als Zirkus und Varieté – sie ist wahrhaftig eine Liebeserklärung an das Leben.

Die Frage nach dem Sinn wird gleich zu Anfang gestellt, und die Frage nach dem, was das Leben bietet.

Das Leben bietet mehr - aber du musst es auch zulassen

Die Antwort: Es bietet mehr – viel mehr als du dir erträumst, aber du musst auch bereit sein, ein Risiko einzugehen, dich einzulassen. Bereit sein, dem Geist der Massen zu entfliehen, die mittlerweile wie die Roboter funktionieren. Du könntest (und vielleicht sollest du?) dich im Dschungel der Lebens- und Liebesvarianten umsehen, dich erproben und dann erst deinen Weg wählen …

Nicht jeder wird dies unterschreiben … aber tatsächlich steht unsere Jugend morgens mit dem Mobiltelefon auf, lässt sich den ganzen Tag über „irgendwie“ manipulieren und schläft abends damit ein. So werden sie zu den Robotern, zu den Uninteressierten, Gleichgeschalteten. Zu denen, die der Schwarmdummheit folgen, statt sich herauszuheben aus der Masse.

Und ja – abgesehen von alledem – es war eine wundervolle Revue, gekonnt, artistisch überragend, mit Lust und Humor.

Mehr begeisterte Presseberichte hier.

Wird jetzt der Mann in den Mittelpunkt gestellt?

Erstaunlicherweise haben derzeit zahllose Journalisten den Mann entdeckt. Genau gesagt: seine Sexualität.

Im Prinzip ist das richtig. Denn nahezu alles, was Männer über ihre Sexualität hören (und oft nicht hören wollen), stammt von Frauen. Vom generellen sexuellen Verhalten über die Zärtlichkeit und Sinnlichkeit bis hin zur sinnvollen Penisgröße und der Potenz – alle Aussagen kommen von Frauen. Teils von weiblichen Individuen mit viel Erfahrung. Das mag der Mann gelten lassen, zumal diese Frauen sinnvolle Vorschläge zur generellen Modifikation und Luststeigerung unterbreiten können. Wenn aber „die Gruppe der Frauen“ sich über das männliche Geschlecht hermacht, um es einseitig zu definieren, dann ist die Grenze erreicht, an der sich Männer mutig wehren müssen.

Es gibt keine simple Sexualität beim Mann

Die männliche Sexualität ist nicht „offenkundig“ und sie ist keinesfalls „simpel“. Die meisten Frauen haben darüber absolut einseitige Vorstellung – und erstaunlicherweise auch viele Männer.

Wäre es da nicht an der Zeit, etwas über männliche Sexualität zu schreiben? So einfach aus dem Gefühl heraus? Ohne „akademische“ Hintergründe?

Über den Penis hinaus denken ...

Manchmal denke ich, dass Frauen nicht wissen, was eine Prostata ist, wo sie sich befindet, was im Mann vorgeht, wenn sie sich explosionsartig entlädt. Und oftmals erfahre ich, dass es Männer auch nicht so genau wissen.

Es wäre also wirklich und wahrhaftig an der Zeit, darüber zu reden, dass Männer sinnlich, sensibel und vielschichtig sind. Und dass sie sich vielleicht etwas anderes vorstellen könnten als das, was sie so oft tun: Eine Frau zu vögeln, weil gerade eine verfügbar ist.

Meinungen? Dann mal her damit.

Selbstbewusstsein

Worte, die ich dir empfehlen kann – und falls du auf Partnersuche bist, lies bitte auch noch den Rest.

Nach einer langen Zeit der Suche nach meiner verlorene Seele lernte ich, dass nur ich verantwortlich bin für mein Selbstbewusstsein. Ich – und sonst niemand. Das bedeutet reales Erwachsensein.


Selbstbewusst sein und einen ONS haben

Stiller Abschied
Kann sich jemand, der selbstbewusst ist, während der Lust völlig hingeben? Frag nicht. Eigentlich kannst du es nur dann, wenn du wirklich selbstbewusst bist. Du kannst dann wirklich sagen: „Danach wirst du wieder dieselbe sein.“ Vielleicht wirst du dich sogar anziehen, und nachts um drei Uhr still und heimlich gehen. Du schuldest dem Mann nichts mehr, mit dem du geschlafen hast.

Selbstbewusst sein und eine Beziehung suchen

Und wenn es mehr sein soll? Zeig ihm, wer du bist. Erweiter vorsichtig seine Grenzen, so wie es dir gefällt, und versuche, deine eignen Grenzen auch auszuweiten. Grenzen zu ziehen ist so gut für das Selbstbewusstsein wie sie zu erweitern.

Selbstbewusstsein zu behalten ist ein Prozess, kein Zustand.

Was meinst du?

Bild von Becat (Illustration, historisch) Blogzitat Anonym.

Was willst du einmal werden?

So wichtig das Thema der Berufswahl auch sein mag. Es gibt andere Antworten als beispielsweise „Rechtsanwältin“ oder „Programmierer“. Nämlich diese:

Ich möchte einmal glücklich werden.


Ich weiß nicht, ob es junge Menschen sagen, deren Kindheit nicht glücklich war. Aber es ist ein wundervolles Ziel, glücklich zu werden.

Die reine Liebe …

Liebe sollte gerne und freizügig geschenkt werden - und Lust sowieso
Denkt ihr manchmal, wir schreiben zu viel über … nun, die kleinen Chilischoten der Lust? Ich denke es von Zeit zu Zeit. Und ich habe deshalb manchmal Lust, einmal über die reine Liebe zu schreiben – und darüber, warum sie nicht „wirklich rein“ zu haben ist.

Die reine Liebe ist die bedingungslose Hingabe an den anderen … sie ist abenteuerlich, bisweilen mit Gefahren verbunden und oft schmerzlich, wenn sie verglüht wie eine Motte im Licht. Sie kann Sex beinhalten, muss dies aber keinesfalls. Rein ist die Liebe dann, wenn du deine Liebe gerne, reichlich und bedingungslos gibst.

Liebe mit Gewinnabsicht ist keine "reine Liebe"

Und so wird klar, was die reine Liebe nicht ist: Vom anderen etwas zu gewinnen, den anderen zu besitzen, seine Lüste mit ihm auszuleben. Wenn wir Partner suchen, suchen wir in der Regel alles – nur nicht di reine Liebe. Wir können sie gar nicht „suchen“, weil sie „netto und pur“ gar nicht existiert. Nur Frauenzeitschriften und andere populistische Blätter veröffentlichen regelmäßig Kolumnen und Artikel darüber, wann es die „wirkliche“, „wahre“ oder „reine“ Liebe ist.

Das Spiel: Lust schenken aus dem Verlangen, es einfach zu tun ...

Frauen sind im Zwiespalt: Männer sehen gerne, wenn sie sich total hingeben, und dies umso mehr, je selbstbewusster sie sind. Wer will schon eine Frau, die nur deshalb eine Rolle einnimmt, um sich einen Vorteil zu verschaffen? Nein, Männer hätten Frauen gerne als erotisch gelehrte Wesen, die aus lauter Lust alles geben, zu dem sie fähig sind.

Das ist keine Liebe, sondern eine Erwartung in beide Richtungen. Sie ist ein Spiel, und sie ist frei von Forderungen oder gar Anforderungen. Man könnte auch sagen, dies sie die reine Lust – durchaus mit wechselnden Rollen. Und im Grunde - ja, wirklich - sollte niemand jammern, er habe sich „aus Liebe verausgabt“. Wer immer es sagen mochte – sie oder er tat es aus einem Bedürfnis – entweder dem, die perfekte Rolle der/des Geliebten zu spielen, oder aus purer Gier am Sex.

Wer behauptet, aus Liebe zu handeln, sollte zwei Mal nachdenken: das erste Mal über die eigenen Bedürfnisse, das zweite Mal über die Rolle, die er einnimmt.

Wer die Lust als "EInsatz" sieht, hat selbst schuld, wenn's schief geht

Konkreter: Wenn eine Frau einen Mann oral befriedigt, und dies nicht aus Hingabe tut, dann sollte sie es besser bleiben lassen. Tut sie es doch, so zeigt sie, dass sie etwas daraus gewinnen will, und wenn das schief geht, dann kommen ihr die Tränen. Sie hat etwas eingesetzt, was sie „eigentlich“ nicht wollte, und damit nichts erreicht. Was sagen wir dazu? Normalerweise sagen wir: Das ist eben das Lebensrisiko. Doch Frauen bedauern wir bisweilen: „Ach, die Arme …“

Sucht und Kalkül in der Liebe

Wieso eigentlich „die Arme …?“ Verlieben ist eine naturgegebene Funktion, die einem biologischen Trieb entspringt. Aber alles, was daraus folgt, liegt einzig und allein im Verantwortungsbereich der Betroffenen. Ein Spieler mag sich darauf herausreden, er sei einer Sucht verfallen, die er nicht mehr beherrschen konnte, und ein verliebter Mensch mag es auch so sehen. Aber das bedeutet, sich vom Erwachsensein zu verabschieden.

Nahezu jeder Mensch – oh ja, ich auch - hat Mitleid mit jenen, die liebeskrank sind oder verlassen wurden. Und ich denke, die wirklich Liebeskranken, also jene, die süchtig nach Liebe sind und damit nicht umgehen können, bedürfen der Behandlung.

Aber der „ganz normale Mensch“ hat keinen Grund, zu lamentieren, wenn seine Lebensplanung nicht bis aufs I-Tüpfelchen klappt.

Überlassen wir es den Frauenzeitschriften, ihren Kolumnen und Märchentanten, darüber zu spekulieren, wann es die reine, wahre oder echte Liebe ist.

Wer in "Liebe" investiert, braucht Taler auf dem Emotionskonto

Und noch ein Tipp: Es ist dumm, mehr Sozial- Gunst- und Liebestaler zu investieren, als gerade in der Emotionsbörse vorhanden sind. Wer also sagt, er habe „so viele Gefühle investiert“, der sollte sich überlegen, ob er das nächste Mal nicht vorsichtiger spekuliert. Oder am besten gar nicht, sondern gibt, was übrig ist.

Wie normal ist eigentlich normal?

Sex in der Öffentlichkeit? Mehr als die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer träumen davon ...
Wer über Themen schreibt, die andere nicht einmal in den Mund nehmen würden, wie etwa Fellatio, der wird auch gelegentlich gefragt, was denn eigentlich „noch normal“ ist.

Na schön, ich könnte nun schreiben, was sich ein Drittel der Bevölkerung vorstellen könnte, das wäre sicherlich noch „normal“. Was zwei Drittel für denkbar halten, das wäre dann erst recht „normal“.

Doch was ist eigentlich wirklich „Normal“? Eigentlich ist mal wieder alles einfach: was den „gesellschaftlichen Normen“ entspricht, das ist „normal“. Das Problem dabei: Die „gesellschaftlichen Normen“ über Sexualität sind eine Konstruktion aus Meinungen und Urteilen, die vorgetragen und teilweise dokumentiert werden. Es gibt kaum einen Bezug zu Daten und Fakten, ja nicht einmal zur Natur, die in uns allen weiterhin wohnt, auch wenn wir noch so „zivilisiert“ daherstolzieren.

Drei Normen - und keine passt so recht

Die Psychologie unterscheidet manchmal zwischen drei Normen: der statistischen, der idealen und der funktionalen Norm. Doch alle drei Variationen wollen nicht so recht zur Sichtweise der Menschen im Alltag passen, deren „Normen“ fast immer von Facetten durchsetzt sind. Nehmen wir an, die verheiratete Frau Mustermann hätte während der gesamten Ehe zwei Affären gehabt, so mag sie der statistischen Norm entsprechen, der idealen aber keinesfalls, und funktionale mag sie sehr glücklich dabei gewesen sein. Ihr könntet nun durchaus die Anzahl der Affären zwischen null und zwei Dutzend variieren, und immer wird diese Frau wenigstens einer der drei Normen entsprechen.

Sind wir selbst "normal"?

Was für uns selbst normal ist, ist eine Frage, wie wir uns selbst sehen. Wissen wir es, so unterstellen wir oftmals, es müsse bei anderen genau so sein. Sehen wir dann, dass es nicht so ist, können wir an unserer eigenen Sexualität zweifeln oder an der Sexualität anderer. Wir können uns unter gleichgesinnten zusammenrotten und die jeweils anderen bekämpfen oder sie tun lassen, was sie mögen, damit wir tun können, was wir mögen.

Die Verifizierung der Normalität ist Unsinn

Der Wunsch, die eigene Normalität festzustellen und „offiziell“ verifizieren zu lassen, ist in weiten Kreisen der Bevölkerung verbreitet. Neuerdings wird erwartet, dass wir uns als „Heterosexuell“ definieren, auch dann, wenn wir den Begriff ablehnen.

Wenn wir Lust- oder Liebesbeziehungen suchen, bleibt uns kaum etwas anderes übrig, als uns zu öffnen. Der sogenannte „Hetero“ sucht eine heterosexuelle Beziehung, der/die Homosexuelle eine homosexuelle Beziehung und der/die „Andere“ vielleicht eine ganz andere Beziehung. Die Liste könnte erweitert werden: Der männliche sexuelle Masochist wünscht sich eine Beziehung zur sadistisch handelnden Frau, der Körperfetischist eine Frau, deren Körperteile er liebkosen darf. Und damit es nicht beim Mann als Begierdenträger bleibt, könnte ich hier Frauen erwähnen, die sich wünschen, in wundersamen Situationen zu versinken.

Wissenschaftler wissen nicht, was "normal" ist

Falls ihr wirklich die Wissenschaft fragen solltet, was „normal“ ist – die Wissenschaft ist ein schlechter Ratgeber. Sie hat kaum Kriterien und nutzt deshalb zahllose Mutmaßungen – beginnend bei dem forensischen Psychiater Richard Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, der sich Krafft-Ebing (1) nannte. Er wollte erkannt haben, dass „gesund, wohlerzogene Weiber“ bestenfalls ein schwaches sexuelles Begehren hatten, woraus er den Schluss zog, dass betont sinnliche Frauen „unnormal“ seien.

Statistischen und andere Normen folgen?

Der Liebhaber der Statistik wird auch die dunkelsten Lüste noch im unteren Drittel der erotischen Träume finden, und er wird zufrieden sein, sich wenigstens dort wiederzufinden. Oder er wird feststellen, den zwei Dritteln der Menschen anzugehören, die zwar „unerhörte Lüste“ haben, die aber dennoch zum „Mainstream“ gehören.

Wer der idealen Norm folgt, hat die schlechtesten Karten: Er wird dauernd mit seinem Gewissen hadern, weil er eben nicht „ist, wie Jesus Christ, wie’s allgemein noch üblich ist“ (2). Menschen, die diesem Ideal folgen, scheitern oftmals oder sie verbergen sich hinter einem Doppelleben.

Und wer der funktionalen Norm folgt? Er kann glücklich werden, solange es „dem bösen Nachbarn“ nicht missfällt, muss aber damit rechnen, mit dieser Auffassung isoliert zu werden. Entsprechende Aussagen aus dem Berufsleben wären: „Ich arbeite am liebsten nachts“ oder „Sonntags zu arbeiten, macht mich Freude.“ Und im Bereich des sexuellen sind es all die Menschen, die sich sagen, dass sie tun und unterlassen können, was sie wollen, solange es niemandem schadet.

Was ist nun die Norm? Was die Normalität?

Blaise Pascal, der berühmte Physiker des 17. Jahrhunderts, soll einmal gesagt haben:

Die Menschen sind so notwendig verrückt, dass Nicht-Verrückt-Sein nur hieße, verrückt sein nach einer andern Art von Verrücktheit.

Hüten wir uns also vor jenen, die „Normalität“ predigen. Es könnte sein, dass sie einer besonderen Art von Irrsinn verfallen sind.


(1) In "Psychopathia Sexualis"
(2) Meiner Meinung nach Zitat von Hans-Dieter-Hüsch

Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?

Nicht mehr zeitgemäß?
Was ist los mit „schicker Unterwäsche“, frivoler Lingerie oder „Les Dessous Chics“? Erweist sich die Kampagne #MeToo, als Totengräber der etwas frivolen Unterwäsche?

Derzeit gibt es zwei Varianten zum Thema: die erste heißt, dass die angeblichen Schwierigkeiten bei der Marke „Victoria’s Secret“ schon „irgendwie“ mit der feministischen Kampagne „#MeToo“ zusammenhängen, und mit vielen anderen bekannten Zeiterscheinungen.
(Zitat):

Steht sich das Unternehmen mit seiner «Sex Sells»-Vermarktung, die auf makellose, leichtbekleidete Frauenkörper setzt, in Zeiten reger Body-Shaming-Debatten und der MeToo-Bewegung selbst im Weg?


Sexy Wäsche ist gefragt - zu moderaten Preisen allemal

Keine Dessous mehr?
Die andere Sichtweise wäre allerdings: Im Grunde ist die „typische“ sexy Wäsche durchaus noch gefragt … nur hätten sich die Kundinnen inzwischen für andere Marken entschieden. Tatsächlich gibt es erhebliche Preisunterschiede bei durchaus ähnlichen Qualitäten. Und weil sich zumindest die Qualität und das Aussehen viele der Marken im Internet vergleichen lässt, verkaufen Versandhäuser inzwischen sogar „Hausmarken“, die ebenso chic sind wie die Dessous der großen Marken.

Sportklamotten im Büro?

Schlabbermode kann sexy sein - aber bedingt
Und der „Zeitgeist“ außerhalb der „MeToo-Bwegung“? Stimmt es, dass nun ausschließlich belanglos aussehende, aber bequemere Varianten der Unterwäsche getragen werden?

Ich sag’s euch mal so, wie’s ist: Sportlich ist prima – gar keine Frage. Aber in einem etwas modifizierten Fitness-Outfit ins Büro oder auf die Straße zu gehen, macht dich auf keinen Fall äußerlich interessant. Und innerlich? Willst du als stupide durch die Welt hüpfende Joggerin gelten oder hättest du vielleicht noch mehr zu bieten? (Geist oder Charme zum Beispiel?) Seht euch ruhig mal die Bilder der Freak-Shows an, wenn ihr bei Google „Athleisure“ eingebt.

Tolle Dessous - auch Hausmarken sehen gut aus

Und abgesehen davon - diese „gewissen Dessous“ hat bisher auch kaum jemand „ins Büro“ getragen, sondern in der Freizeit, am Abend, zum Date oder – na ja, einfach, um einen Kerl zu verführen. Und ja, ja … es gibt sie, die schicken und preiswerten Dessous-Marken – und zahllose markenlose Produkte auch.

Der Zeitgeist ist gar keiner - sondern er wird manipuliert

Und noch etwas: Zeitgeist kommt und geht. Der Schlabberkram, die Latzhose, die Jogging-Mode – hatten wir alles schon Mal. Und dann kamen die schicken Dessous eben doch wieder.

Ach so, die Antwort auf die Frage „Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?“ Nein, natürlich nicht. Und „Body Shaming“? An der Diskussion sind offenkundig vor allem die Hersteller von Sportklamotten interessiert. Denn (Zitat):

Begonnen hat die aktuelle Body-Shaming-Debatte mit einem Tweet von Sally Bergesen, Gründerin des Sportswear-Labels „Oiselle“.


Was wiederum die Frage nährt, was eigentlich auf „Twitter“ Feminismus ist, was Selbstherrlichkeit und was weiblicher Kommerz ist.

Und zuletzt (ja, ganz zuletzt) noch mal eine Frage aus der NZZ (Zitat):

Kann ein Schönheitsdiktat wirklich mit einem neuen Schönheitsdiktat überwunden werden?


Nein – kein Schönheitsdiktat und kein Gesinnungsdiktat. Und die Doktorinnen und Diktatoren? Schickt sie zum Teufel – oder meinetwegen zur Teufelin.

Kataloge wälzte ich unter Mithilfe von Isidora und "Figleaves", einem britischen Dessous-Versandhaus. Alle Bilder: © 2018 by Liebesverlag.de

Verführung – was ist das eigentlich?

Erfolgreiche Verführungen - wer fühlt sich wirklich wohl dabei?
Zwischen dem Leben, das ein Mensch kennt und dem Leben, das dieser Mensch möglicherweise noch kennenlernen könnte, liegt eine Hürde. Manchmal ist es nötig, sie zu überwinden, dann aber auch überflüssig. Will jemand die Hürde beiseite räumen, so ist dies ein Risiko mit Chancen und Gefahren.

Wem das zu theoretisch und langatmig als Einführung war, der sollte sich vergegenwärtigen, dass über kaum ein anderes Verhalten soviel Lügen, Irrtümer und Falschinformationen existieren wie über die Verführung.

Im Volksmund heißt sie auch Verlockung oder Verleitung, bei Lateinern Seduktion, und bei den Christen Versuchung.

Hürden abzubauen ist ein Teil des Lebens - mit Hilfe oder ohne

Die Hürde zwischen dem jetzigen Leben und einer Veränderung in der Zukunft kann auf vielfältige Art abgebaut werden, auch durchaus seriös und keinesfalls immer mit erotischen Bezügen. Verhaltenstherapeuten und psychologische Berater tun es auf Anforderung, um dem Betroffenen ein besseres, angstarmes oder reichhaltiges Leben zu ermöglichen.

Verführer bauen Hürden aus Eigennutz ab

Verführer hingegen tun etwas anderes: Sie versuchen aus purem Eigennutz, einen Menschen auf die andere Seite der Hürde zu ziehen. Zum Beispiel, um sich einen besonderen erotischen Genuss zu gönnen und sich wegen des Erfolgs dabei großartig zu fühlen.

Nachdem dies gesagt ist, lohnt es sich, einen Blick auf den Gegenpart zu werfen, nämlich die Verführte oder den Verführten.

Verführt ...

Eine verführbare Person ist üblicherweise eine Person, die die Hürde spürt, die ihn von den möglichen Risiken trennt, und die dennoch gelegentlich davon träumt, diese Hürde zu überwinden – aber nicht geplant und nicht aus eigener Kraft. Es gab Träume, Wünsche und vielleicht auch Hoffnungen, aber keine Aktionen, um dies zu realisieren. Bei ausgesprochen heftigen Gelüsten mögen sich sogar Ekel und Widerwillen mit dem lustvollen Traum gepaart haben.

Was muss nun geschehen, damit es zu einer Verführung kommt?

Nun, das ist einfach. Man benötigt eine Person, die Freude daran hat, die Rolle des Verführers (der Verführerin) zu übernehmen und jemanden, der seine Selbstkontrolle vorübergehend aufgibt, um nicht wirklich verantwortlich für das zu sein, was geschehn wird. Zumeist existierte bereits zuvor eine latente Bereitschaft, den lange gehegten Traum zu verwirklichen. Zudem wird eine Situation benötigt, die schon von Grund auf erotisch ist: eine romantische Sommernacht, eine Party, auf der einzelne Paare bereits ineinander verwicklet sind oder auch nur eine späte Stunde, in der man sich einsam fühlt.

Erwachsen, bewusst und möglichst ohne Alkohol

Wir erwähnen an dieser Stelle ausdrücklich, dass es sich bei den Verführten um Erwachsene handelt, die im Vollbesitz ihrer körperlichen, geistigen und emotionalen Kräfte sind. Also Menschen, die üblicherweise wissen, was sie tun und die nicht zu angeschickert sind.

Verführmethoden - ganz traditionell

Verführer oder Verführerin haben verschiedene Möglichkeiten, um die Hürden abzubauen. Häufig wird die Salamitaktik verwendet, in der man schichtweise versucht, die Hemmungen abzutragen, um dabei Lüste freizulegen und Ängste abzubauen. Die Königinnen und Könige der Silberzungen nutzen einschmeichelnde Worte, und die wahren Künstlerinnen und Künstler heben ihre Partnerinnen oder Partner sanft über den Zaun, sodass sie sie sich gar nicht bewusst sind, gerade die eigene Hürde zu überwinden. Bei all diesen Methoden wird die Neugierde der Person ausgenutzt, die verführt werden soll – und manchmal eben auch darauf gewartet hat, eine genüssliche Verführung zu erleben.

Nach der Verführung fühlen sich Verführerinnen und Verführer zumeist ausgesprochen wohl, weil sie ihr Ziel erreicht (oder übertroffen) haben.

Die Gefühle der Verführten - nach der Verführung

Der oder die Verführte allerdings muss nun überlegen, welche Konsequenzen aus den Erfahrungen gezogen werden können: nie wieder, gerne wieder? Und falls jemand die Wiederholung wünscht: beim nächsten Mal vielleicht etwas selbstbewusster oder genussvoller?

Merkwürdigerweise hört man von den Verführten oft: „Mir ist überhaupt nicht klar, warum ich so etwas tun konnte.“ Wer so etwas sagt, wird noch einmal über sich selbst nachdenken müssen, um beim nächsten Mal die besseren Entscheidungen zu fällen. Hingegen ist recht verständlich, dass sich viele Menschen nach einer passiven Verführung ein wenig schämen, weil sie ihre Selbstkontrolle vorübergehend aufgegeben haben.

Fazit

Fassen wir noch mal zusammen:

1. Verführungen entstehen, wenn ein Mensch aus Eigennutz die Hürde eines anderen abbaut.
2. Verführt werden heißt, bestimmte Hürden nicht aktiv oder geplant zu überwinden, sondern einem anderen die Verantwortung dafür zu überlassen.
3. Die Verführung wird begünstigt, wenn eine erotische Grundsituation oder Umgebung stimulierend wirkt.
4. Werden mit der Verführung seitens der/des Verführten erotische Träume erfüllt, so kann dies zu einer Lebensbereicherung führen.
5. Nach der Verführung lohnt es sich zumeist, über das Erlebte nachzudenken, aber nicht, es zu verdammen.



Anderer Meinung? Selbst mal verführt worden? Und ist es ein Vorteil oder ein Nachteil gewesen? Sag uns, was DU denkst. Oder lies nach bei lilli.

Bild: Buch-llustration, 1895

Die Liebe

Die Liebe - der erste Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Liebe hat viele Namen. Allein dieser Umstand macht es so schwer, sie zu erklären. Sicher ist, dass wir Zuneigung benötigen, um lieben zu können. Daraus kann im Laufe eines längeren Zeitraums dann Verbundenheit entstehen. Wie sich diese Liebe „innerlich anfühlt“ weiß nur derjenige, der liebt – eine weitere Schwierigkeit bei der Erklärung, die ich hier versuche.

Da wäre schon fast alles, und die Definition beinhaltet etwas, das viele erschreckt: Liebe braucht ein Gegenüber, aber dieses Gegenüber muss keine Person sein. Es kann ein Objekt sein, etwa ein Kuscheltier, oder eine Vorstellung, beispielsweise Gott. Wer sein Kuscheltier heiß und innig liebt und diese Liebe gegenüber anderen verteidigt, liebt ebenso wie jemand, der seine Eltern liebt. Liebe ist ein interner Prozess.

Trifft die Liebe auf Innigkeit und Intimität, so kommt die Komponente der Sinneslust dazu. Sie kann in einer Freundesbeziehung ebenso gefunden werden wir in der Liebe eines Paares, das auch sexuell miteinander verbunden ist. Was beide dann als Liebe bezeichnen, ist ein Gesamtpaket unterschiedlicher und zu Anfang noch höchst wandelbarer Komponenten. Was nichts anderes bedeutet als: Die Liebe zu einem Menschen kann ebenso nach und nach verlöschen, wie sie sich andererseits auch festigen kann.

Weil die Liebe als Begriff so umfassend udn schillernd ist, werden wir ihre einzelnen Komponenten später noch genauer erklären.

Sex ist mehr als Penetration

Klassischer Sex - PiV (verborgen) in der "üblichen" Stellung
Irgendwie hat es sich so eingebürgert in die Sprache: “Sex haben“ ist ein Synonym für „Penetration“. Schon zuvor war es der Begriff „miteinander schlafen“, der nichts anderes bedeutete, als einen Penis in die Vagina zu versenken- und offiziell nannte man es auch „Beiwohnung“.

PiV ist zwar Sex, aber Sex ist mehr als PiV

Sex als Penetration (PiV) an sich ist kaum ein sinnlicher Genuss, und wenn, dann ist es ein Kurzer. Wer ihn verlängern will, sei es Frau oder Mann, muss an einen sinnlichen Partner geraten oder sich selber sinnlich berühren, um den vollen Genuss zu erleben. Das ist eigentlich ein alter Hut. Frauen wissen mehr darüber als Männer, weil sie es leichter haben, mit vielen, aufeinanderfolgenden, lustvollen Orgasmen zu experimentieren.

Der sinnliche Genuss ist auch dann Sex, wenn die Vagina unbeteiligt bleibt

Doch was bringt eigentlich den sinnlichen Genuss? Beteiligt sind die Haut, die Nerven darunter und das Gehirn. Haut ist alles, was außen ist, gleich, ob sie als Schutzschicht außen liegt oder erst lustvoll freigelegt werden muss. Die Nerven liegen dahinter, und sie zu stimulieren, ist mal auf einfache Art möglich, und mal bedarf es einiger Anstrengungen. Wer auch nur zwei Partner(innen) in seinem Leben hatte, der wird wissen: Mancher wälzt sich in Wollust, wenn bestimmte Körperteile berührt werden, während ein anderer es ablehnt, dort jemals angefasst zu werden – verliebt oder nicht. Und bei einem dritten Teil funktioniert es gar nicht.

Was die Nerven wirklich tun - und warum das Lust auslösen kann

Wie kommt’s, dass mancher lüstet, mancher patzt?

Genau weiß es niemand, aber es liegt im Prinzip daran, dass die Nerven ja nicht einfach herumlungern, auf Berührung hoffen und dann begeistert sind, das endlich was passiert. Denn was mit den Signalen geschieht, die Nerven aussenden, entscheidet das Gehirn: Annehmen und sinnliche Gefühle erzeugen, Annehmen und als Gefahr ansehen oder erst mal gar nichts tun. Psychologen nehmen an, dass daran ein Lernprozess beteiligt ist, der allerdings im Detail nur schwer zu durchschauen ist. Klarer ist allerdings, dass unser Hirn überhaupt nur dann Aktionen plant, wenn dadurch etwas (aus der Sicht der Natur) Sinnvolles bewirkt werden kann. Hingabe, Genuss, Abwehr, Flucht oder Minderung des Schmerzes sind solche Maßnahmen.

Wenn alles „ganz normal“ abläuft, sind gewollte Berührungen durch den Partner (die Partnerin) immer willkommen. Doch was gehört dazu, was nicht?

Sinnlicher als PiV-Sex - lustvolle Berührungen
Sinnliche Berührungen können "Sex" sein

Zunächst einmal gehören zur erotischen Sinneslust alle Berührungen des Körpers. „Haut auf Haut“ ist der Standard, der bei jeder Berührung Impulse ans Hirn senden kann:

1. Berührungen mit dem ganzen Körper, ohne Penetration.
2. Küssen.
3. Reiben der Haut aneinander (Wangen)
4. Umarmungen.
5. Äußerliche Berührungen mit den Händen.
6. Gezielte Massagen.
7. Berührungen mit den Füßen.
8. Leichte Handschläge.
9. Berührung der Brüste (bei Männern).

Wenn etwas in etwas eindringt

Werden die Genitalien (auch äußerlich) berührt oder dringt ein Körperteil in den Intimbereich (auch den Mund) ein, so kann man von sinnlichen Berührungen mit sexuellen Aspekten sprechen oder auch gleich von sexuellen Kontakten.

1. Zungenküsse.
2. Intimküsse bei Frau und Mann.
3. Berührung der Brüste (Bei Frauen).
4. Intimmassagen aller Art.
5. Oralverkehr jeder Art.
6. Handverkehr (der Frau am Mann)
7. Fingern (in der Vagina)
8. Analverkehr.
9. Standard Penetration (PiV)

Solche Berührungen lösen normalerweise heftige körperlich-seelische Reaktionen aus, die sich in enormen Lustgewinn oder massiver Ablehnung dokumentieren lassen. Die Ablehnung kann auch dann erfolgen, wenn beide einander lieben und nur das Beste füreinander wollen.

Lustvolle und sinnliche Verhaltensweisen

Ob auch Präsentationen als „Sex“ bezeichnet werden können, ist umstritten. Präsentationen sind lustvolle, provokative Darstellungen des eigenen Körpers in Dessous oder aufreizenden Kleidern oder sexuelle Berührungen an sich selbst, die den Partner aufreizen sollen.

Heute verzichten wir darauf, SM-Aktvitäten, Fetische, Pornografie, Masturbation oder gewagte Rollenspiele mit einzubeziehen. Es soll ja schließlich nur um sexuelle Berührungen unter Paaren gehen.

Fazit: Sex ist lustvolle Intimität

Was ist Sex denn nun? Mit dem Partner bedeutet es vor allem, intim miteinander zu sein, gleich, welche Motive er hat oder welche du hast. Und es ist definitiv nicht nötig, immer den Penis im Kopf zu haben – und auch nicht anderwärts, wo’s intimer wird.

Bilder: Oben: Aus Kalenderblättern (?) des 18. Jahrhunderts. Mitte: Teil von "Preludes" von P. Becat.

Orgasmen sind die Sahnehäubchen auf der Lust der Frau

Verführt er - oder verführt sie? Für ihre Lust ist es unerheblich. Was aber ist wichtig?
Ein Mann, der einer Frau wirklich tolle Orgasmen schenken kann, wird nie darüber reden, sondern es einfach tun. Es wäre auch unsinnig, Ratschläge zu verallgemeinern, denn alle Frauen reagieren unterschiedlich. Es ist gut, ihnen zuzuhören, wenn sie dir sagen, was sie mögen, und wenn sie es nicht sagen, dann versuche, aus ihren Reaktionen zu lernen.

Tipps für herausragenden Sex - für Männer, die ihn Frauen schenken wollen

Wenn du nicht nur guten Sex schenken willst, sondern auch wundervollen Sex empfangen möchtest, tu dies: Sei offen und ehrlich, und versuch, nichts als DU selbst zu sein. Da geht es nicht um dein Selbst, das etwas will, sondern dien Selbst, das unabhängig, offen und frei ist. Verwechsle Selbstbewusstsein nicht mit Arroganz. Selbstbewusste Männer sind offen, lernfähig und hilfsbereit. Sie haben viele Interessen und nicht nur das eine, mit möglichst vielen Frauen zu schlafen. Du wirst sehen: Wenn du so bist, bist du auch attraktiv für Frauen.

Wie Frauen tollen Sex bekommen - für dich, wenn du Männer genussvoll verführen willst

Für Frauen gilt das fast genauso. Rede mit Männern über deine Aktivitäten, wie du dein Leben ausgestaltest. Verführ ihn ganz selbstverständlich, wenn du glaubst, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Oder gib dich in einer Weise hin, dass er glaubt, dich zu verführen. Zeige ihm aber immer, was du wirklich gerne hast – er kann es nicht wissen. Ein Mann, der dir Freude bereiten will, wirdl auch deine Muschi liebkosen. Versuch das in jedem Fall - es kann dir helfen. Und gewöhn deine Lover daran, dass sie’s tun. Und denk dran: Ein Lover ist kein Ehemann. Versuch nicht, ihn einzufangen – er beflattert sowieso andere, auch wenn du ihn heiratest.

Belohn den Mann erst am Ende

Solange dein Lover dich fingert oder Cunnilingus an dir vollzieht, hast du die Chance, mehrfach zu „kommen“ – er hat allerdings kaum eine Möglichkeit dazu. Verleg dann alles auf den Zeitpunkt, wo du wirklich genug hast. Dann lass ihn tun, was er will und mach ihm, was er gerne von dir will. Wenn du ihn nicht belohnst, wird er nicht wiederkommen.

Etwas Neues gefällig?

Wenn du (Mann oder Frau) wirklich sinnlich bist und Lust auf Sex hast, probier etwas aus, was nicht alltäglich ist. Cunnilingus sollte längst alltäglich sein, wenn nicht, dann teste mal aus, ob du es magst – und ob sie es mag. Viele Frauen mögen es, gefingert zu werden, und manche warten sehnsüchtig daraus, ihren Vibrator als „Dritten im Bunde“ mit ins Bett nehmen zu dürfen. Du musst also nicht gleich mit „Sado-Maso-Spielchen anfangen, wenn du etwas Besonderes schenken oder bekommen willst.


Hinweis: Original von einem anonymen Autor. Re-Writing und Ergänzungen von Isidora. Bild: Nach einer Buchillustration (historisch)

Männer und Frauen als dauerhafte Jungfrauen

"Männer und Frauen als dauerhafte Jungfrauen" ist der vierte Teil unserer Serie über Jungfrauen.

Wenn ihr nicht selber eine Person in der Familie habt, die sich als „Jungfrau“ bezeichnet und darunter leidet, dann habt ihr das Thema wahrscheinlich aus der Presse. Dort wird es allerdings um der Sensation willen veröffentlicht, und nicht, weil ein allgemeines Informationsbedürfnis besteht.

Die künstliche Mauer zwischen Jungfrauen und Nicht-Jungfrauen

Im Grunde bauen wir als Gesellschaft eine künstliche Mauer zwischen „Jungfrauen“ und „Nicht-mehr-Jungfrauen“ auf. Diese Mauer bemerken vor allem die „Ungeküssten“, also die Menschen, die von sich behaupten, noch nie einen (wie auch immer gearteten) Geschlechtsverkehr genossen zu haben. Sie fühlen sich spätestens mit jedem Tag, der auf ihren 18. Geburtstag folgt, benachteiligt. Und welche psychologischen Begründungen auch dafür herhalten mögen – es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Frau oder ein Mann niemals in eine Situation kam, in der Sex zum Greifen nahe war.

"Keusch" zu bleiben ist eher unwahrscheinlich

Das erste Mal - nicht zufrieden?
Das Gelübde der Keuschheit oder die unfreiwillige Keuschheit waren in alten Zeiten immer Themen – zumeist, weil die Frau nicht seriös „an den Mann“ gebracht werden konnte oder weil der Mann so mittellos war, dass er keine Frau heiraten konnte. Doch damals – bis vor etwa 50Jahren, war „Sexualität erleben“ noch in erheblichem Maße mit einem Eheversprechen verbunden, sodass ledige Menschen oft „in die Röhre“ gucken mussten. Heute wird Sex zwischen den Alleinstehenden ausgehandelt – mal seriös, vor und in festen Beziehungen, mal leichten Herzens, wie in ONS und Affären. Niemals „Sex gehabt“ zu haben wird damit eher unwahrscheinlich.

Der "ungeküsste" Mann - männliche Jungfrauen

Und doch gibt es sie, die „Ungeküssten“, und sie fühlen sich von der Gesellschaft abgehängt. Gegenwärtig sind die einschlägigen Gazetten ausgesprochen neugierig auf die Männer, die mit 22, 30 oder gar 40 „noch Jungfrauen“ sind. Man weiß nicht viel über sie, aber so viel scheint sie zu einen: Sex mit einer Frau muss genau nach ihren Wunschvorstellungen stattfinden, sonst geraten sie aus der Fassung. Wann immer ich die Seiten lesen, auf denen Argumente über männliche „Jungfrauen“ ausgetauscht werden, stelle ich fest: Schuld an allem sind immer die bösen Umstände, und wenn es nicht die bösen Umstände sind, sind es die bösen Frauen. Und damit nicht genug: Schon sind männliche Goldgräber unterwegs, zumeist die alten PUAs in neuer Verkleidung, die versuchen, Geld aus dem Dilemma zu machen, in dem „männliche Jungfrauen“ angeblich stecken.

Wie männliche Jungfrauen denken

Die typische Idee eines „Ungeküssten“ sei hier einmal kurz aufgezeichnet (die Quelle wird nicht genannt):

Eine männliche Jungfrau bleibt Jungfrau, auch wenn sie masturbiert, und weil der sexuelle Kontakt mit einer Hure immer mit Kondom erfolgt, bleibt der Mann danach auch noch Jungfrau. Überhaupt ist jeder Kontakt mit Kondom kein echter Kontakt, selbst wenn der Mann einen Orgasmus hat und die Frau keine Hure ist. Denn das ist ja nur einen Orgasmus mit anschließender Ejakulation. Und wenn du ein Kondom überziehen musst, ist es eben kein echter Geschlechtsverkehr.

Warum einfache Ratschläge keinen Sinn haben

Die „Ungeküssten“, vor allem die „männlichen Jungfrauen“ werden in der Presse gerne hervorgehoben, weil sie für gute Auflagen sorgen. Tatsächlich ist es aber sinnlos, solche Gruppen zu sehr an die Öffentlichkeit zu zerren, weil ihr Problemlage zumeist gemischt ist. Das heißt, die unfreiwillige Abstinenz ist nicht ihr einziges Problem, und sie müssten vor Ort das Gespräch mit einem psychologischen Berater suchen, um herauszufinden, wie Lösungsansätze aussehen könnten. Am häufigsten findet man ja die Aussage: „Wenn es nicht ganz genau so ist, wie ich es mir erträume, dann ist es besser, dass gar nichts passiert.“ Das klingt recht ähnlich wie das Argument all der anderen, die niemals aus ihren Problemen herauskommen, nämlich:

Meine Situation ist zwar erbärmlich, aber ich kenne sie. Eine Änderung mag ja besser sein, aber dann gerate ich in eine unbekannte Situation, die mir Angst bereitet.


In solchen Fällen rät man allgemeinen dazu, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Damit beenden wir unseren Vierteiler über die Jungfrauen. Ob männlich oder weiblich, ob „Totaljungfrauen“ oder „Teiljungfrauen“. Man mag allen wünschen, dass sie irgendwann, irgendwie und irgendwo ein gemeinsames Glück finden und sich besser fühlen, als dies heute der Fall ist.

Die drei anderen Teile:

1. Start - Einführung in den Begriff Jungfräulichkeit.
2. Keine Jungfrau mehr? Wie viele Penisse sind zu viele?
3. Welche Art Jungfrau bist du?