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Einen Penis sehen – der Erste, den ich jemals sah …

Manche denken, er ähnele einer Banane ...
Nein, es geht nicht alleine darum, zum ersten Mal einen Penis zu sehen. Irgendwo siehst du ihn halt zum ersten Mal, und im Internet musst du nicht lange suchen. Das wirklich Interessante ist, ihn aus der Nähe zu sehen. Sagen wir mal, während er wächst und sich aufrichtet, in die Luft starrt und nach einer Hand oder einem Mund giert, der sich seiner erbarmt.

Die Forscherinnen unter euch haben möglicherweise schon einmal einen Mann eingeladen, der sich nicht darüber klar war, dass er der „Wissenschaft dienen“ sollte. Und die Mutigen werden sich den gesamten Prozess von der Erregung über die weißliche Fontäne bis hin zur Erschlaffung schon einmal angesehen haben. Willige Opfer soll es ja in Hülle und Fülle geben.

Selbst, wenn ihr schon Fotos, Videos oder medizinische Darstellungen gesehen habt, werdet ihr feststellen (oder bereits wissen), dass der Eindruck aus der Nähe und im „richtigen Leben“ ganz anders ist. Der echte Penis ist weitaus empfindlicher, sieht oftmals ganz anders aus und er ist nicht „von Natur steif“. Die beste Auffassung besteht darin, den Penis als ein Stück der Natur zu betrachten – und die Natur macht nichts falsch. Allerdings fanden wir unter allen Aussagen nur eine, die in etwa lautete: „Ich war darauf vorbereitet, was ich sehen würde, und es hat mich deshalb nicht überrascht.“

Eine Analyse von Aussagen über „den ersten Penis, den ich sah“ ergab deutlich drei Gruppen von Frauen:

Drei Gruppen von Frauen zeichnen sich deutlich ab

Die Frauen der ersten Gruppe können wir „Beobachter“ nennen. Sie konnten beschreiben, was sie sahen und ob es ihren Vorstellungen und Erwartungen entsprach.

Die Frauen der zweiten Gruppe dachten pragmatisch – sie überlegten, wie sie mit dem umgehen könnten, was sie sahen, unabhängig davon, ob es ihren Erwartungen entsprach oder nicht. Sie dachten also pragmatisch.

Eine dritte Gruppe reagierte ausschließlich emotional. Die Frauen dieser Gruppe beschrieben in der Regel nicht, was sie sahen, sondern ausschließlich, wie sie sich fühlten – zumeist angeekelt, gelegentlich aber auch starr und manchmal auch belustigt.

Typische Aussagen für die erste Gruppe waren Aussagen über den Unterschied zwischen dem schlaffen und dem erigierten Penis, Beobachtungen an der Eichel und der Vorhaut oder der Beschaffenheit der Hoden.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich überwiegend mit dem erigierten Penis und seinen Verwendungsmöglichkeiten. Eine der Aussagen war „Bewegt sich der Penis jetzt unkontrolliert oder kann ich das irgendwie steuern?“ Andere fragte sich, ob sie die Lippen oder die Hände einsetzen sollten oder ob ein „derartig großes Ding“ tatsächlich „in sie hineinpassen“ würde.

Die dritte Gruppe war sichtlich befremdet und wusste nichts mit dem „hässlichen Wurm“ anzufangen, im Englischen auch das „einäugige Monster“ genannt. Sie sprachen von Angst oder Ekel vor dem Penis und auch über das Aussehen von Penis, Hoden und Schamhaar, dass sie als unästhetisch empfanden.

Frauen und Männer – so denken wir – sollten sich nie voreinander fürchten, sondern einander entdecken und der Natur einen möglichst freien Lauf lassen.

Was meint ihr?

(Analyse aufgrund von etwa 60 im Internet dokumentierten udn bewerteten Aussagen, also nicht repräsentativ)

Sexuelle Unterwerfung: die Theorie, die Wirklichkeit und eine Andere

In den 1930ern - so gerne devot ...
Was passiert, wenn eine feministische Theoretikerin plötzlich mit der Wirklichkeit am Nebentisch konfrontiert wird? Dann ist die Wirklichkeit nicht wirklich wirklich, sondern sie muss falsch sein.

Und schon fasst Katja Lewina zusammen:

Halten wir fest: Jemanden „einfach mal …”, das halten die beiden für männlich, Zurückhaltung im Gegenzug für weiblich.


Vielleicht – vielleicht auch nicht. Denn es mag ja sein, dass sich die beiden „Frauen am Nebentisch“ einfach mal nach einem Mann gesehnt haben, der „nicht lange fackelt, bis das Sofa wackelt“ und sich dies wirklich und wahrhaftig von Herzen wünschten. Und dann frage ich mich mal: warum denn nicht?

Weil es aus feministischer Sicht falsch ist, etwas zu fühlen, zu wünschen oder gar zu erwarten, was nicht in das theoretische Konzept passt.

Dieses Konzept wird ohne Grundlagen und ohne Beweise nachgeliefert: (Zitat)

Wie sehr kann so ein Hang zur Submission individuelle Veranlagung sein, wenn er doch eindeutig geschlechtsspezifisch ist?


Fragt sich: warum eigentlich „individuelle Veranlagung“? Warum nicht: „Eine individuelle Laune“, ein „persönlicher lustvoller Wunsch“? Müssen Menschen „Veranlagt“ sein, also ererbte, anerzogene oder gar evolutionsbedingte Anlagen haben, um sinnliche Unterwerfung, sinnliche Lust, sinnliche Herausforderungen oder überhaupt Sinnlichkeit von einem anderen Menschen anzufordern?

Eindeutig geschlechtsspezifisch - Behauptung mit schlechter Beweislage

Die Rolle des Mannes - so gesehen
Und: Fragt sich, was „eindeutig geschlechtsspezifisch“ ist. Der Beweis kann keinesfalls erbracht werden, wenn man einmal davon absieht, dass sich weibliche Säugetiere bei der Begattung tunlichst ruhig verhalten. Das allerdings hat einen Sinn, damit alles schnell und sicher über die Bühne geht –sonst kommt der Säbelzahntiger und frisst möglicherweise beide. Doch wir Menschen sind nicht wie alle Säugetiere, nicht wahr?

Alle dürfen sich wünschen, was sie wollen

Menschen hingegen spielen mit ihrer Sexualität – und das dürfen sie auch. Und dann kommt eben heraus: „Ach, ich würde mal gerne devot sein.“ Und um mal mit Zahlen zu arbeiten, die ziemlich ernüchternd sind: Männer sind wesentlich devoter als Frauen glauben – und das hat möglicherweise gar nichts mit Feminismus, Emanzipation oder sonst was zu tun. Aber viel mit der Lust an der Unterwerfung. Und die Unterschiede? Da muss man die Zahlen kennen, dann gleiten einem die Angriffe gegen Männer und die Appelle an Frauen nicht mehr so leicht aus den Fingern:

Die Zahlen sprechen gegen die großen Unterschiede

Rund 65 Prozent der Frauen träumen davon, dominiert zu werden. Ach, also doch? Lesen Sie weiter, dann finden Sie, dass dies auch für 53 Prozent der Männer zutrifft. Und was noch überraschender ist: 47 Prozent der Frauen wünschen sich, sexuell zu dominieren. Sicher überwiegend die Männer hier noch, weil 60 Prozent so votierten. Eine geringe Differenz, wie ich finde. Nun gut, „Secret“ will nur 38 Prozent dominante Wünsche bei Frauen festgestellt haben. Schon diese Zahl wäre mehr als überzeugend für das Verlangen nach Dominanz, auch wenn die Vergleichszahl für die Männer fehlt.

Bastelstunde mit "Sozialisation" - hat das Sinn?

Und, soweit es die Männer betrifft, ist der Wunsch nach sexueller Unterwerfung sicherlich nicht auf „feminine Sozialisation“ zurückzuführen. Und wieder: Vielleicht hat es gar nichts mit Sozialisation zu tun, sondern mit Lust.

Fragt sich auch noch: Welche Freude bereitet es eigentlich Autorinnen, ständig Keile zwischen „die Frauen“ und „die Männer“ zu treiben? Ist es sinnvoll oder nicht? Was bringt es jeder der Autorinnen, die es tun, persönlich? Und, was wirklich schlimm ist: Warum maßt sich eine Frau eigentlich an, das Verhalten und Empfinden anderer Frauen nach den eigenen Maßstäben zu beurteilen?

Zitate: Jetzt. Unsere Zahlen haben wir aus: Universität von Quebec, Kanada, von 2014. "Université du Québec à Montréal" von Joyal & Cossette & Lappier". Mir liegt das komplette Endergebnis vor. Bild oben: Anonymer Illustrator, nur Unterteil des Bildes. Das Bild unten wird einem gewissen "JIm Blake" zugeschrieben, dessen wirklichen Namen niemand kennt. Buchillustration gegen 1930.

Seins ist beeindruckend – und wie ist deins?

Zeigen oder nicht zeigen?
Ich will euch eine Geschichte erzählen, die ich jüngst gehört habe: In einem wissenschaftlichen Vortrag vor einem gemischten Publikum wurde gefragt, wer der Anwesenden ein „beindruckendes Geschlechtsteil“ hätte – beweisen musste frau/man dies nicht, es war nur eine Frage. Berichtet wurde, dass nahezu alle Männer den Arm hoben, aber nur zwei Frauen.

Eine beeindruckende Vagina?

Finden die anderen Frauen ihre Vagina nicht schön, nicht beeindruckend, nicht „präsentationsfähig“, wenn sich die Gelegenheit ergibt? Oh, ich denke, die meisten Frauen legen viel wert darauf, ihre Süße auch hübsch zu präsentieren – Übertreibungen durchaus eingeschlossen. Denn wer sie zu sehen bekommt, ist voraussichtlichen Connaisseur – anderen Männern wird eine Frau kaum präsentieren, wie schön sie gerade dort ist. Ich weiß, dass einige Frauen jedes Mal, wenn sich ihr Lover ankündigt, auch einen Termin mit ihrer Kosmetikerin vereinbaren – und nicht wegen der Augenbrauen.

Mancher Mann hat niemals eine Vagina gesehen ...

Und ich glaube auch zu wissen, dass es eine große Anzahl von Männern gibt, die sich noch niemals für das Aussehen der Vulva und im weiteren Sinne auch der Vagina interessiert haben – sie sahen darin immer nur so eine Art „Einflugschneise“.

Mann - du musst dich weder schämen noch stolz sein

Nicht ganz zuletzt will ich auch noch sagen: Der Mann hat … nun, er hat nichts, wofür er sich schämen muss, aber auch nichts, worauf er stolz sein kann. Die Länge und den Umfang hat ihm die Natur geschenkt oder verweigert, durch den Gebrauch wird die Funktion stabiler und kontrollierbarer (use it or lose it). Und im Endeffekt ist jeder Penis in der Lage, sich an dem Prozess zu beteiligen, den man üblicherweise „Geschlechtsverkehr“ nennt. Klar ist der Penis öfter zu sehen udn wahr ist auch, dass er mehr Aufmerksamkeit erregt – er liegt ja irgendwie außerhalb des Körpers, und deswegen … egal, ob du scharf drauf bist oder nicht – du wirst ihn sehen, nicht wahr?

Schau mich nicht so an – ich weiß genau, wann du ihm besonders nahe kommst, und du weißt es auch …

Ob mehr Pflege nötig ist? Manchmal denke ich: Ja, wäre nicht schlecht. Vorhaut zurückziehen (falls vorhanden) und den scharfen Strahl einer Dusche heranlassen – das sollte zur Pflege reichen. Hat mir der alte Doktor G. erzählt, denn genau so sagt er es immer den Jungs. Und wenn „er“ sich dann noch, sauber und aufmerksam, aus hübschen Unterhosen herausschält – dann wird er auch gerne genommen.

Du solltest dich schämen – und tust du es auch?

Schämen? Eigentlich nicht nötig ...
Schämen? Oh ja, das kennen wir doch? Vor allem Mädchen haben oft gehört:


Schämst du dich nicht?
Du solltest dich schämen!
So ein schamloses Verhalten ziemt sich nicht!
In die Ecke und schäm dich!


Die Autorin Andrea Köhler sagte in einem Essay für den SWR 2013: (1)

(Es gab …) Schiefe Blicke, so lange, bis die Beschämung nicht mehr nur possierlich gemimt wurde, sondern schon ganz innen die elementarsten Empfindungen abschreckte. „Weibliches Erröten“ sogar in der Freude, weil man sich dieser Freude gehörigst schämen musste.


Hat man den Mädchen nun beigebracht, mit gesenktem Blick und leicht erröten Gesicht Scham auszudrücken, um dann durch die „Possierlichkeit“ in jedem Fall die Absolution zu erhalten?

Die Tat der Schande und die Sühne des Schämens

Manche Wissenschaftler behaupten, Scham sei eine Reaktion, um das Mitleid anderer hervorzurufen, wenn man eine „Tat der Schande“ begangen hat. Man möchte der Strafe entgehen, insbesondere die Ächtung vermeiden, vielleicht durch die Körperhaltung auch Abbitte tun: Sie mal, ich stehe dir nicht selbstbewusst gegenüber, sondern bitte schamvoll um Gnade?

Die Frage im Hintergrund ist nicht zu überhören: Wofür sollten wir uns denn nun schämen, wenn nicht vor etwas, was man uns vorher verboten hat und das wir deshalb „im Geheimem“ taten?

Die reine Willkür - sich schämen für was?

Denn wir haben zumeist nichts Falsches, nichts Unrechte und nichts wirklich Verbotenes getan. Wir sind lediglich der Lust, dem Verlangen oder der Neigung gefolgt, statt uns an gewisse Direktiven zu halten, die sinnlos oder sinnvoll sein mögen – aber die wir für uns eben nicht akzeptierten.

Dazu kann man allerlei Unsinn lesen, zum Beispiel:

Tue nichts im Verborgenen, dessen Du Dich schämen müsstest, wenn es ein Fremder sähe.


(Knigge)

Das Paradoxe an Knigges Aussage: Wir sollen zwar in erster Linie vor uns selbst vor uns selbst bestehen, aber dabei zugleich glauben, wie würden von Menschen beobachtet, die unser Tun beurteilen.

Ähnlich eine andere Aussage, die ich hier interpretiere und die angeblich aus der „Psychologie“ kommt. Demnach ist Scham auf der einen Seite die Peinlichkeit oder Schmach, etwas getan zu haben, das „peinlich“ ist, andererseits aber auch ein Bewahrer der Tugend, weil man bestrebt ist, etwas zu tun, das nicht peinlich ist.

Schämen? Warum denn nur?

Alle diese Autoren kreisen wie die Katzen um den heißen Brei herum, und der heißt: Warum um Himmels willen, sollten wir uns für etwas schämen, was unserem Willen entsprach, was unsere Psyche streichelte, unserem Körper gut tat und uns rundum erfüllte? Nur, weil es den Übrigen, der kleinen Maus im Ohr oder einer der uns verbliebenen anderen Stimmen nicht gefiel?

Diese Grundlagen werden ausführlich beispielsweise von Dunja Voos erklärt, die sich ihrerseits auf Ana-Maria Rizzuto beruft und dabei zahllose Meinungen zitiert.

Betrachten wir nun das, was wir angeblich tun sollen: Uns schämen.

Sollten wir und jetzt wirklich schämen?

In Wahrheit kann ich mich nur schämen, wenn ich gegen meine eigenen Grundsätze und Direktiven verstoße – das passiert Schriftstellern übrigens häufiger als anderen Menschen, weil wir uns in Menschen hineinversetzen müssen, die sich schämen und ihren Gedanken folgen. Aber wir sollten gar nicht erst anfangen, uns für Gedanken zu schämen. Sie sind frei wie die Vögel, aber sie brauchen Nahrung, die oft nur am Boden zu finden ist.

Unsere Figuren schämen sich ohne jeden Zweifel – das wollen unsere Leser, besonders, wenn wir von ihren frivolen, geheimen Begierden schreiben. Und dann tut es uns gut, uns zu erinnern, wie das so war: Zu erröten, zu schwitzen, Plüschaugen zu machen oder den Kopf zu senken, um der Verachtung zu entgehen.

Strafe: Schamvoll schämen für die Schamhaftigkeit?

schamvoll abwenden
Oder der Strafe. Sie ist eine Schamverletzung besonderer Art, und wir wissen aus zahllosen Schilderungen, wie schamvoll es war, bestraft zu werden, wobei dabei noch ein besonderer Wert auf Schamverletzungen (Entblößen des Gesäßes, schamverletzende Stellungen, Eckenstehen) gelegt wurde.

Kommen wir noch einmal zurück zum Anfang: Da wurden die Mädchen (und sogar noch jungen Frauen zwischen bis zur Volljährigkeit) ermahnt, sich zu schämen und dazu noch auf „Schamhaftigkeit“ dressiert. Dies sollte, falls ich die vielen Autoren richtig verstanden habe, dazu führen, die Scham auslösenden Situationen zu vermeiden, was allerdings nicht gewährleistet war. Und dann wurde die Scham erneut verletzt, indem man die Schamhaftigkeit mit der Rute, dem Rohstock oder noch intimer mit der rohen Hand in sie hineinzuprügeln versuchte?

Manchmal wünschen Leser(innnen) Schamverletzungen

Ach, lassen wir es. Manchen jungen Frauen und Männern gefiel es, auf diese Art gedemütigt zu werden – oder sich erfreuen sich daran, wenn andere auf solche Art beschämt werden. Und manche unserer Leserinnen und Leser wollen dies jetzt in unseren Figuren erleben, obgleich sie nicht das zweifelhafte Vergnügen hatte, sich gewissermaßen „öffentlich“ und mit luftig freigelegtem Hintern schämen zu müssen.

Wir hatten schon über "Scham" an anderer Stelle geschrieben. In diesem Artikel beziehen wir uns nicht ausdrücklich auf die sexuellen Aspekte, sondern eher auf die Hintergründe.

(1) Ich bin der Überzeugung, dass die Sätze im Original von Peter Handke stammen, und zwar in "Wunschloses Unglück: Erzählung"

Solltest du über Ingwer im Po schreiben?

Ingwer ist auch eine Gewürz - und doch würzt sie auch Erotik-Geschichten
Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Ganz so abwegig ist es nicht, doch zuvor wollen wir erst mal gucken, worum es eigentlich geht. Dies ist der erste Teil von vier Teilen – E. L. James und die Folgen

Figging - E. L. James, Mr. Grey und die Folgen

Über kaum eine Textstelle von E. L. James hat sich das Lesevolk der wohlanständigen, aber dennoch der lustvollen Perversion zugewandten Leserinnen so erregt, wie diese eine Passage. Dort stellt sich Mister Grey vor, wie Miss Anastasia, „mit Handschellen an eine Bank“ gefesselt, eine geschälte Ingwerwurzel „in Hintern“ festhält, sodass sie die Backen ihres Popos „nicht zusammendrücken kann“ wenn sie sich nun in der einen oder anderen Weise züchtigen lässt.

Man nennt es Figging

Oft sagt man in diesem Zusammenhang „Figging“ und verweist dabei auf die Praxis betrügerischer Pferdehändler, ihre Tiere mit einem Ingwer-Stück im Pferde-Po Jugend, Elan und Grazie zurückzugeben.

Wie wirkt der Ingwer auf der Schleimhaut?

Nun, um es mal alles zu relativieren: die Ingwerwurzel ist sehr bekannt als Nahrungsmittel wie auch als Heilmittel, und wer die Wirkung erproben will, kann es durchaus an einem weniger intimen Ort versuchen. Da schlage ich doch mal die Zunge vor. Der Hauptwirkstoff des Ingwers, das Gingerol, ist für den scharfen Geschmack verantwortlich, der uns das „Wasser im Mund“ zusammenlaufen lässt und gegebenenfalls auch dafür sorgt, dass uns „die Nase läuft“. Wer eine frische, geschälte Ingwerknolle anbeißt, wird bald herausfinden, dass es nicht angebracht ist, sie länger im Mund zu behalten oder zu zerkauen: Die Wirkung gilt als unerträglich. Es ist dann gut, ein Glas Wasser in der Nähe zu haben, weil Ingwer auf den Schleimhäuten noch lange nachwirkt. Auf diese Weise kann auch ein unbefangener Mensch beurteilen, wie so ein Ingwerstückchen wohl anderwärts wirken mag.

Ach? Frau traut sich nicht mehr, Ingwer zu kaufen?

Wie kommt die Wurzel nun in den scheinbaren üblen Ruf, ein perverses Mittel von Fetischisten, Sadisten, Dominae und Flagellaten zu sein? Und sollte sich die notgeile Hausfrau, die zwar die anderen Textstellen von E. L. James goutiert, sich nun schämen, wenn sie im Supermarkt eine ganze „Hand“ mit vielen langen „Fingern“ Ingwer kauft?

Zunächst einmal: Das Unwissen der biederen Hausfrau ist verständlich. Ein Zitat fällt mir auf:

Ich fürchte mich jetzt, eine Ingwerwurzel im Supermarkt zu kaufen - da könnten die anderen Kunden doch etwas vermuten, oder?
.

Beim Kauf einer Ingwerwurzel? Oh, oh, welch ein Konflikt bahnt sich da an ...

Wieso schon mal was in den Po kommt

Gemach, gemach, euch kann geholfen werden, Hausfrauen dieser Erde. Denn die Sache ist so:

Nichts im Po zu haben, ist allgemein üblich, nicht wahr? Die meisten werden sich wohl nicht mehr daran erinnern (hoffe ich): An Seifenzäpfchen, medizinische Zäpfchen oder Fieberthermometer, die brutal zwischen die Pobacken gepresst wurden. Solltet ihr jemals einen medizinisch notwendigen Einlauf, eine bei vollem Bewusstsein durchgeführte Endoskopie oder dergleichen erlebt haben, so habt ihr wahrscheinlich gedacht: „Na ja, muss sein, oder? Aber ein tolles Gefühl? Nein, Danke ...“ Und der berühmte Finger im Po? Den erleben erstens hauptsächlich Männer (ja, beim Urologen, wo sonst?) und zweitens mögen auch manche Frauen gelegentlich eine gewisse Stimulation der Rosette, scheuen aber das Eindringen.

Figging - müssen wir uns jetzt auf sumpfiges Terrain begeben?

Aber damit ist noch nicht alles erklärt, was Figging betrifft. Wenn wir uns damit beschäftigen, müssen wir uns in der Tat auf ein sumpfigeres Terrain begeben – und noch mal genau gucken, worum es denn nun wirklich geht. Nämlich um den Ingwer, um Macht und Erniedrigung. Und warum das kleine Stück Ingwerwurzel zugleich lustvoll, schmerzbehaftet und verrucht sein kann.

Soweit der anständige Teil des Unanständigen, nicht wahr? Wir kommen nun zum nächsten Teil ...

(Wird fortgesetzt)
Wir raten nicht zur Ausführung, wie informieren nur

Sich selbst zu erotisieren heißt, sich der Realität anzupassen

Wann immer du von Frauen hörst, die sich als „bewegt“ bezeichnen, liest du Sätze in der Art: „Wir müssen unsere eigene Sprache finden“ oder „warum sind wir eigentlich so sprachlos, wenn Männer …“ Und immer wieder hören Männer: „Wir wollen nicht, dass ihr (Männer) uns objektifiziert (1) oder erotisiert. (2)“

Gut – und nun drehen wir den Spieß einmal um: wenn es tatsächlich so sein sollte, dass Frauen täglich als weibliche Körper gesehen werden, die erotisierend wirken: Warum sollte sich frau nicht einfach darauf einstellen, dass es so ist? Wäre das nicht wesentlich einfacher? Und wer würde dabei verlieren?

Es gäbe dann sicherlich nicht weniger Blicke, Bemerkungen und Frechheiten. Aber es gäbe eine neue Variante: „Ich weiß, wie ich wirke, und ich stehe dazu. Aber ich bin nicht nur Körper, ich bin auch Geist, Gefühl und soziales Wesen.“

Dazu las ich diese Sätze einer Theatermacherin.

Sich selbst erotisieren, das hat etwas ganz empowerndes (3), weil wir eigentlich täglich als weibliche Körper erotisiert werden. Und in dem Moment, wo wir es selbst tun, ist es einfach ein ermächtigender Akt.


Heißt konkret: Jede Frau, die sich ihrer Erotik bewusst ist, kann mehr Selbstbewusstsein und Macht gewinnen, weil sie weiß, wie sie wirkt (oder wirken könnte). Und sie weiß auch, was sie mit ihrer Erotik tun oder unterlassen kann. Das ist keine schlechte Idee, wie ich finde.

(1) Objektifizierung – einen Menschen als Objekt anzusehen und dadurch zu entmenschlichen.
(2) Erotisiert – (ausschließlich) unter erotischen Gesichtspunkten betrachtet.
(3) Wer mit dem Neudeutsch nicht so vertraut ist: etwas unglaublich Stärkendes, etwas Machtvolles

Die Kreativität des Ärgerns

Was können Frauen tun, die erotisch schreiben wollen und zugleich frauenbewegt sind? Solche, die #MeToo nicht nur für eine Bewegung halten, sondern darin eine Herausforderung sehen?

Zum Beispiel, sich zu ärgern, und zwar richtig zu ärgern. Gut, aber das nützt nicht viel. Denn wenn der Ärger nicht hinauskann, dann staut er sich. Und etwas wirklich Tolles ist, den Ärger zu beschreiben. Auch die Lust? Na klar, auch die Lust. Kreativ zu sein heißt vor allem, die eher nebulösen Gefühle in Worte zu setzen.

Eine Autorin drückt das für den gesamten Bereich der Literatur so aus:

Für mich war das Schreiben ein Mechanismus, um mächtige negative Gefühle in ein ungeheuer befriedigende und kreative Arbeit zu verwandeln.


Also: Ärgert euch ruhig über die Männer, andere Frauen oder die Umstände, unter denen viele Frauen leben. Aber gebt dem Ärger ein Gesicht – nicht einfach einen Hashtag. Und so viel kann ich sagen: Ärger und Sex gibt eine ganz besondere Mischung, die auch eure Leserinnen begeistern könnte.

Zitat aus Ideas

Für Autorinnen: Verführer allenthalben – und ihr Ruf ist mies

Dieser Artikel wendet sich an Autorinnen, die in Liebesromanen, erotischen Romanen oder auch Kriminalromanen sowie Novellen und Kurzgeschichten eine ungewöhnliche Verführung beschreiben wollen.

Das „Gewöhnliche“ – absolut fad

Die Frau ist jung, ein bisschen naiv und unsicher über ihre Gefühle, und vielleicht gar noch Jungfrau. Der Mann hingegen erfahren, ein klein wenig durchtrieben, zielsicher und erfolgsgewohnt, und er hat schon vielen Frauen die kleinen Freuden jener Gefühle beschert, die in den Lenden erspürt werden.

Das kommt euch irgendwie bekannt vor? Mir auch. Mal wird die naive süße Maid dann Prinzessin, neuerdings auch wohl Lustsklavin, und manchmal frisst sie der Wolf.

Der Ruf der Verführer, Prinzen, Jäger und ein paar andere Märchengestalten mal ausgenommen, ist dabei durchgehen mies. Wobei wir schon mal mitten drin sind: „Der“ Verführer, heißt: männlich, skrupellos. Arbeitet mit allen Tricks und ist – wie könnte es anders sein – leicht pervers.

Ach Gottchen, Agathe, die Puppe kotzt auf den Teppich. Und die Flecken gehen nicht mehr raus. Oder mit anderen Worten: Das Klischee der männlichen Spermaschleuder mit miesem Charakter wird am Leben erhalten, so gut es geht.

Alternativen für Autorinnen

Wäre es nicht an der Zeit, einmal etwas tiefer zu gehen, etwas weiter zu denken und etwas mehr Varianten in die Thematik zu bringen?

Eine der Möglichkeiten, die du als Autorin hast: Deine Figur sei weiblich, Jungfrau, etwas unbeholfen, unsicher aber auch neugierig. Dann musst du sie nur losschicken, um sie in Grenzsituationen zu bringen, in denen es möglich ist, lustvolle, sinnliche oder gar „harte“ sexuelle Erfahrungen zu machen. Basissituation: Sie bietet sich ein wenig an, aber zögert noch aus Angst vor der eigenen Courage.

Die zweite Variante ist so realistisch, dass mich wundert, warum sie nicht häufiger verwendet wird. Diesmal ist diene Figur erfahren, sinnlich, lustvoll und darauf aus, Abenteuer zu erleben. Du schickst sie nun an Orte, an denen es sehr wahrscheinlich ist, Männerbekanntschaft zu machen, und du gibst ihr die Direktive, in jedem Fall die verführbare Unschuld zu spielen. Kurz: Kehr die Rollen um: Die Verführte ist in Wahrheit die Verführerin, aber das weiß der Verführer nicht – der ist zunächst einmal stolz auf seinen Erfolg. Basissituation: Sie gibt vor, naiv und zurückhaltend zu sein und lässt ihn im Glauben, er verführe sie.

Na schön, das wäre der Anfang, nun könnte es noch etwas bunter werden.

Frauen verführen …

… Männer zu vielen Handlungen. Nicht nur im Bereich der konventionellen Sexualität, sondern auch auf Randgebieten, und auch weit über die Sexualität hinaus. Sie können dabei Freude, Schmerz, Leid und sogar Verderben auslösen. All dies ist noch nicht oft beschreiben worden.

Und? Hast Du Lust, es einmal zu versuchen?

Frauen Verführen …

… Frauen. Aus sexueller Lust, aus Machtgelüsten, um sie zu beeinflussen oder gar, um sie in der einen oder anderen Art zu beherrschen. Deine Verführerin muss nicht unbedingt „lesbisch“ sein, um dies zu tun. Sexuelle Lüste sind nicht zwangsläufig an die Grundausrichtung gebunden.

Frauen verführen …

… manchmal Männer dazu, sich gleichgeschlechtlich zu betätigen. Das passiert gelegentlich in sogenannten „Dreiern“. Ein Thema, das man kaum Anfängerinnen empfehlen würde, aber immerhin eine weitere Variante.

Und nun nochmal: Hast Du Lust, es einmal zu versuchen? Also wenn nicht jetzt ... wann dann?

Eine Konversation – aufgeschnappt

Neulich war ich Zeuge dieses Dialogs:

„Was findet du attraktiv an mir?“
„Deinen Mund – und dass du immer genau weißt, was du willst und dafür sorgst, dass du es auch bekommst.“
„Mein Mund? Meist du das, was er tut der das, was er sagt?“
„Was er macht, wie er aussieht und was du sagst – er ist in jeder Hinsicht ein guter Mund.“


Was wollen wir eigentlich mehr? Ein sinnlicher Mund, der wundervoll aussieht, der einlädt und der so wundervolle süße Worte sagt … und nichts spricht dagegen, dass aus ihm auch weise Worte kommen. Wirklich gar nichts.

Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?

Nicht mehr zeitgemäß?
Was ist los mit „schicker Unterwäsche“, frivoler Lingerie oder „Les Dessous Chics“? Erweist sich die Kampagne #MeToo, als Totengräber der etwas frivolen Unterwäsche?

Derzeit gibt es zwei Varianten zum Thema: die erste heißt, dass die angeblichen Schwierigkeiten bei der Marke „Victoria’s Secret“ schon „irgendwie“ mit der feministischen Kampagne „#MeToo“ zusammenhängen, und mit vielen anderen bekannten Zeiterscheinungen.
(Zitat):

Steht sich das Unternehmen mit seiner «Sex Sells»-Vermarktung, die auf makellose, leichtbekleidete Frauenkörper setzt, in Zeiten reger Body-Shaming-Debatten und der MeToo-Bewegung selbst im Weg?


Sexy Wäsche ist gefragt - zu moderaten Preisen allemal

Keine Dessous mehr?
Die andere Sichtweise wäre allerdings: Im Grunde ist die „typische“ sexy Wäsche durchaus noch gefragt … nur hätten sich die Kundinnen inzwischen für andere Marken entschieden. Tatsächlich gibt es erhebliche Preisunterschiede bei durchaus ähnlichen Qualitäten. Und weil sich zumindest die Qualität und das Aussehen viele der Marken im Internet vergleichen lässt, verkaufen Versandhäuser inzwischen sogar „Hausmarken“, die ebenso chic sind wie die Dessous der großen Marken.

Sportklamotten im Büro?

Schlabbermode kann sexy sein - aber bedingt
Und der „Zeitgeist“ außerhalb der „MeToo-Bwegung“? Stimmt es, dass nun ausschließlich belanglos aussehende, aber bequemere Varianten der Unterwäsche getragen werden?

Ich sag’s euch mal so, wie’s ist: Sportlich ist prima – gar keine Frage. Aber in einem etwas modifizierten Fitness-Outfit ins Büro oder auf die Straße zu gehen, macht dich auf keinen Fall äußerlich interessant. Und innerlich? Willst du als stupide durch die Welt hüpfende Joggerin gelten oder hättest du vielleicht noch mehr zu bieten? (Geist oder Charme zum Beispiel?) Seht euch ruhig mal die Bilder der Freak-Shows an, wenn ihr bei Google „Athleisure“ eingebt.

Tolle Dessous - auch Hausmarken sehen gut aus

Und abgesehen davon - diese „gewissen Dessous“ hat bisher auch kaum jemand „ins Büro“ getragen, sondern in der Freizeit, am Abend, zum Date oder – na ja, einfach, um einen Kerl zu verführen. Und ja, ja … es gibt sie, die schicken und preiswerten Dessous-Marken – und zahllose markenlose Produkte auch.

Der Zeitgeist ist gar keiner - sondern er wird manipuliert

Und noch etwas: Zeitgeist kommt und geht. Der Schlabberkram, die Latzhose, die Jogging-Mode – hatten wir alles schon Mal. Und dann kamen die schicken Dessous eben doch wieder.

Ach so, die Antwort auf die Frage „Vernichtet #MeToo die Dessous-Branche?“ Nein, natürlich nicht. Und „Body Shaming“? An der Diskussion sind offenkundig vor allem die Hersteller von Sportklamotten interessiert. Denn (Zitat):

Begonnen hat die aktuelle Body-Shaming-Debatte mit einem Tweet von Sally Bergesen, Gründerin des Sportswear-Labels „Oiselle“.


Was wiederum die Frage nährt, was eigentlich auf „Twitter“ Feminismus ist, was Selbstherrlichkeit und was weiblicher Kommerz ist.

Und zuletzt (ja, ganz zuletzt) noch mal eine Frage aus der NZZ (Zitat):

Kann ein Schönheitsdiktat wirklich mit einem neuen Schönheitsdiktat überwunden werden?


Nein – kein Schönheitsdiktat und kein Gesinnungsdiktat. Und die Doktorinnen und Diktatoren? Schickt sie zum Teufel – oder meinetwegen zur Teufelin.

Kataloge wälzte ich unter Mithilfe von Isidora und "Figleaves", einem britischen Dessous-Versandhaus. Alle Bilder: © 2018 by Liebesverlag.de

Frauenrechtlerinnen

Eine "Flapper" von 1923
In unseren Schulen lernen wir, dass sogenannte Suffragetten die Rechte der Frauen durchsetzten. Auf den Bildern von damals sehen sie ebenso entschlossen wie hochgeschlossen aus. Und ja, sie erkämpften das Wahlrecht für Frauen – einer der ersten Schritte zur Emanzipation. Das alles steht fest, und es soll hier nicht bestritten werden.

Dabei wird allerdings vergessen, dass parallel dazu eine ganz andere Gruppe von Frauen um die Freiheitsrechte kämpfte – die sogenannten „Flapper“. Sie wollten nicht nur politische Freiheiten, sondern auch einen eigenen, persönlichen und freiheitlichen Lebensstil verwirklichen.

Die Zeit hat sie vergessen. Der Grund ist einfach: Sie galten nicht als Vertreter der zwar als aufsässig verschrienen, gleichwohl aber auf Etikette und Wohlanstand bedachten „anständigen“ Frauen. Sie wollten ihren eigenen, individuellen Weg gehen - und eine Frau, die das wollte (und vielleicht noch will?), wird schnell als „unanständig“ oder gar als „Schlampe“ verschrien.

Man sagt, sie seien junge Frauen gewesen, die sehr kurze Röcke trugen, auf den allgegenwärtigen Hut verzichteten, und sich einen Dreck um das „gute Benehmen“ kümmerten. Sie hörten Jazz und tanzten dazu, tranken Alkohol und rauchten – und schiefen mit den Männern, die sie selbst für geeignet hielten.

Dieses Frauenbild stimmt in etwa mit dem überein, was in „Phryne Fisher Mysteries“ verarbeitet habe (Miss Fishers mysteriöse Mordfälle).

Aus einer historischen Quelle entnehme ich, dass man eine „stolze Frau sein muss – und zwar wirklich stolz“, um eine Flapper zu sein.

Wiederholt sich die Geschichte? Heute hören wir von der Kanzel der Elfenbeintürme, wie Frauen sein sollen, und was wir da hören, klingt geradezu so, als wolle man Frauen bevormunden. Da mischt sich Wohlanständigkeit mit Fanatismus, der wahrhaftig seltsame Blüten treibt.

Und auf der anderen Seite finden wir Frauen, die nichts wollen, als ihr “eigenes Ding“ zu machen und sich weder um den Mainstream noch um die Elfenbeintürme kümmern würden.

Das, was wir als „Geschichte der Emanzipation“ in die Ohren geblasen bekommen, war und ist der Kampf der alten Eliten gegen neue Eliten. Die jungen Frauen von damals hingegen, die etwas für die persönliche Freiheit im Alltag getan haben, kommen in den Geschichtsbüchern nicht einmal vor. Erstaunlicherweise sind die Quellen aber nicht untergegangen, denn wie alle Trend jener Zeit wurden sie von Modemagazinen weitgehend unterstützt.

Oder wissen Sie’s anders?

(Bild aus der Sammlung der Historikerin Dara Howley, Daily Express vom 2. Mai 1923)

Dreier aus der Sicht einer Frau

Wir schreiben nicht nur, wir lesen auch. Wenn wir glauben, dass eine Meinung wirklich interessant ist, dann berichten wir darüber. Und hier geht’s um Dreier. Die ursprüngliche Autorin mahnt dabei zur Umsicht.

1. Such dir jemanden, der es wirklich will

Eigentlich klar, oder? Und doch wichtig: Erst mal muss es jemand wollen. Angeblich gehen die meisten Dreier von Frauen aus, meint die fremde Autorin. Wir dachten eigentlich, Dreier würden von Paaren oder Männern ausgehen – aber – wer weiß?

2. Sei sicher, auf derselben Wellenlänge zu sein

Ein Dreier ist … für jeden etwas anderes. Die fremde Autorin eist darauf hin, dass vorher klar sein muss, in welcher Bandbreite ihr spielen wollt und welche Grenzen ihr persönlich habt. Der Hinweis ist wirklich wichtig: Nicht sagen: „OK, ich weiß doch, was da passiert.“ Nö. Weißt du nicht. Manchmal werden Handlungen erwartet, die nicht in dein ethisches Konzept passen.

3. Versuche mal, ohne Erwartungen heranzugehen

Wenn du etwas erwartest, und es trifft nicht ein, bist du enttäuscht. Also versuch mal, alle Erwartungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Autorin, die wir gelesen haben, warnt vor allem davor, sich irgendetwas von Pornos abzugucken: In der Realität läuft nichts „wie geschmiert“.

4. Es kann schiefgehen

Egal, was du vorher besprochen hast: Es kann Unmut und Tränen geben. Eigene und Fremde. Die Autorin des verlinkten Artikels spricht das Hauptproblem an: Eifersucht bei Paaren, die auch plötzlich aufkommen kann. Sei also sicher, dass wenigstens du zu 100 Prozent einverstandene bist. Aber wenn du den Eindruck hast, dass deine Gefühle verletzt werden, dann brich den Dreier ab, bevor es heikel wird.

5. Die anderen verdienen Respekt und Erfüllung

Oft wird vergessen, dass der Dritte (oder auch die beiden anderen) nicht deine Sex-Sklaven sind, sondern dass sie Respekt verdienen. Und sie wollen selbstverständlich auch Lust an dem Spiel zu dritt haben und nicht nur den anderen Lust verschaffen. Du kannst nicht davon ausgehen, dass sie sich ihren Teil schon „holen“ würden, meint sinngemäß die Autorin des verlinkten Artikels.

Drei Personen sind drei Individuen

alles über dreier
Zum Schluss noch ein Wort an alle, die dies lesen: Jede Aktion zu dritt, ob es nun um Sex geht oder um eine gemeinsame Reise, erfordert gemeinsame Ziele, aber auch die Möglichkeit, kurz innezuhalten und sich auf sich selbst zu besinnen. Wenn der Gruppendruck unerträglich wird und zu Fehlentscheidungen führt, kann dies bitter werden. Die reine Freude nur ein, wenn jeder der Teilnehmer von der Lust angetrieben wird, etwas Besonderes zu erleben.

Gelesen in und teilweise adaptiert aus "Adultpress"

Auch in dieser Serie: Fakten über Triolen

Welche erotischen Mega-Themen faszinieren dich?

Verräterische Träume - erotische Megathemen
Unsere erotischen Megathemen wurden bisher nach „Verfügbarkeit des Materials“ und den Aufrufen in anderen Medien ausgewählt. Doch was sind eigentliche „erotische Megathemen?“ Wir meinen: Es sind diejenigen, von denen ihr träumt. Oder solche, die euch überfallen, wenn ihr Wachträumen habt oder sinnliche Bücher lest. Und natürlich alle Gedanken, denen ihr folgt, während ihr euch sanft streichelt oder heftig masturbiert.

Und falls ihr nichts dergleichen tut: Worüber empört ihr euch bei anderen? Denn auch solche Themen gehören zu euren Lieblings-Fantasien. Verratet ihr uns etwas darüber?

Hier erst einmal die erotischen Fantasien der Frauen (in Gruppen) nach einer kanadischen Studie. In Klammern der höchste Wert innerhalb der Gruppe erotischer Träume:

Abenteuer: 61 Prozent (82 % „ungewöhnlicher Ort“)
Hand-und Mundverkehr: 43 Prozent. (71 % „Fellatio geben“)
SM-Lüste: 42 Prozent (65 % „Sexuell dominiert werden“)
Gruppen: 32 Prozent (57 % Orgie bzw. Kleingruppe)
Bi-Sexualität: 37 Prozent. (S. Anmerkung)

(Höchstes Einzelthema ohne Gruppierung: ungewöhnlicher Ort, 82 %)

Hinweise: Das Thema Romantik ist das Spitzenthema bei Frauen wie bei Männern und wurde nicht bewertet. Bi-Sexualität ist ein Einzelwert, Hand- und Mundverkehr beinhaltet verschiedene Praktiken. Teilweise sind Praktiken mehrdeutig, weshalb die gemittelten Ergebnisse nicht immer strengen Kriterien standhalten.

Zahlen: kanadische Studie - - Universität von Quebec, Kanada, von 2014. "Université du Québec à Montréal."


Mehr Zahlen und Hintergründe jederzeit bei "Sinn und Sinnlichkeit"

Männer begeistern: Geizen, Reizen, Spreizen oder Peitschen?

Männer begeistern: mit den Reizen geizen, zum Reizen spreizen? Oder vielleicht gar peitschen? Die Antwort müsst ihr selber finden. Aber Möglichkeiten sehen wir schon ...

Romantik ade … irgendwann ist die Zeit des Küssens und Kosens vorbei. Und miteinander zu schmusen, ein paar Zungenküsse auszutauschen und dabei rollig zu werden wie einst im Mai? Ach, alles nutzt sich ab.

Geizen mit Reizen

Da sagt die Freundin: „Ach, verweiger dich einfach, dann wird er schon um dich werben.“ Ja, wenn er’s nur täte. Mit den Reizen zu geizen bringt wirklich nichts, auch wenn dann und wann ein Raunen durchs Internet geht: „Musst ihn mal eine Weile keusch halten, dann wirst du dein blaues Wunder erleben.“

Reizen mit Reizwäsche?

die wirkung des negligés
Ob der Gang zum Miederwarengeschäft etwas bringt? Sündhaft teuer süße Fummel, spitzenbesetzt, chic, frivol und teuer? Vielleicht ein Negligé oder Baby Doll? „Strapse“, flüstert eine andere Freundin, „die wirken immer, wegen der Kontraste an den Schenkeln, weißt du … und zieh auf keinen Fall einen Slip drunter an …“

Doch, was ist, wenn frau sich in Retro-Dessous oder Hurenklamotten nicht wohlfühlt? Was, wenn es dir einfach peinlich ist, dich mit 50 anziehen wie ein Sugar-Baby? Oder wenn alles an dir aussieht, als sei’s nicht für dich gemacht?

Reizen und es gar nicht reizend finden?

ob es freude bereitet?
„Wie steht’s bei dir eigentlich mit oral, machst du’s ihm?“ Wieder so eine Frage, die du nicht wirklich beantworten willst, oder? Tapfer ausprobieren mit Augen zu und hinterher ausspucken? Was, wenn es dich ekelt, ich meine richtig ekelt, egal ob er vorher Ananassaft getrunken hat oder nicht?“

Reizen mit Spreizen

„Nichts ist geiler, als wenn du es dir selbst machst und er zuschaut“, aha, der nächste kühne Rat. „Spreiz die Beine und zeig’s ihm.“ Aber was ist, wenn du dich schämst, nie „Toys“ verwendet hast und du sowieso nicht wirklich willst, dass dich dein Liebster „so“ sieht?

In der Rolle der Domina oder Sklavin reizen?
reizen durch peitschen?
„Und … schon mal mit Rollenspielen versucht?“ Das ist der letzte Schrei, und angeblich machen es inzwischen alle. Na ja, fast alle und wohl eher irgendwie als konsequent.

Bist du schon auf die Idee gekommen, eine Episode aus den „50 Shades of Grey“ auszuprobieren? Ich rate dir gut: Mach es andersrum. Werde zur sinnlichen Tante mit Röckchen und Stöckchen, der dem bösen Buben von Mann mal den Hintern versohlt. Es gibt noch mehr Rollenspiele, und dein Männlein wird nicht gleich auf alle eingehen. Aber ich in ziemlich sicher: Von irgendetwas in der Art wird er geil. Er? Oder vielleicht du? Was hast du so gefühlt, als du die „50 Shades“ gelesen hast?

Nun gut. Wenn du Rollenspiele für Affentheater hältst, Fesselungen für Freiheitsberaubung oder Peitschenhiebe für Körperverletzung, dann ist das nicht dein Ding.

Vanilleschoten oder doch lieber Chilischoten?

Aber irgendwie willst du doch, dass deine Lust von Vanilleschoten zu Chilischoten übergeht, oder?

Wir haben überall nachgefragt und angeklopft - und teils verblüffend positive, teils aber auch ausgesprochen abschreckende Antworten bekommen. Eines aber scheint sicher zu sein: „Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.“ Manchmal kommt einem der alte Liedertext ins Gedächtnis zurück … „Beim ersten Mal da tut’s noch weh … doch nach und nach, so peu a peu, gewöhnt man sich daran.“

Nur Gewöhnung? Das wäre traurig, weil dann die lustvolle Begeisterung fehlt, die sinnliche Ekstase, das abtauchen in die Lust. Denn so viel fanden wir heraus: Der Appetit kommt beim Essen. Und wer einmal seinen Finger in Tabasco oder Mousse au Chocolat getaucht hat, der kann auch süchtig danach werden, es immer wieder zu tun.

Und du ...?

Ja, was würdest du gerne tun? Und was auf gar keinen Fall? Verrate uns deine Wünsche, Träume, Geheimnisse und süße Perversionen, die sich in dien Hirn eingenistet haben. Wir sind gespannt darauf. Und wenn du’s nicht magst – vielleicht kennst du ja jemanden, der mal drüber schreiben möchte.

Hinweis: Der Artikel aus der Ex-Liebeszeitung vom 4. September 2012 wurde von Isidora umgeschrieben, der Zeit angepasst und erweitert.Die Liebeszeitung verzeichnete 125.329 Zugriffe.

Bilder:
Paar: Beranger.
Mund: Fotomontage.
Peitschenlady: Zeichnung eine ungarischen Künstlers, gegen 1935.