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BDSM ist nicht ganz das, was SIE denken

S/M - die sinnliche Art, lustvoll zu leiden
Viele – zu viele, wie ich meine – reden über BDSM – geradezu so, als stünde der Begriff so fest wie ein Kriegerdenkmal. Doch die Frage ist, ob man „organisierten Insidern“ die Definition überlassen sollte, was richtig, falsch, gut oder schädlich ist. Und letztlich muss man auch fragen, ob „BDSM“ wirklich ein stimmiger Begriff ist oder ein Sammelsurium von Meinungen, Ideologien, Praktiken und Lebensweisen. Ich will es für heute kurz machen, nicht alles hinterfragen, sondern vor allem differenzieren. Dann bekomme ich folgendes Bild:

Was ist BDSM wirklich?

Eine Bewegung, die besondere sexuelle Lüste aus der Schmuddelecke herausbrachte

Erstens eine Bewegung, die aus dem Untergrund an die Öffentlichkeit gegangen ist, um die besonderen Lustvarianten, die sie ausüben, deutlicher zu machen und sie dem „Geheimen“ zu entreißen. Diese Bewegung ist das Urgestein der Aufklärung über das, was sie selbst als „BDSM“ definiert haben.

Ein Netzwerk, das eine Subkultur darstellt

Zweitens ist sie eine Gruppierung von Menschen, die örtliche und überregionale Vereinigungen bilden, Bücher und Zeitschriften herausgeben und eine Art Subkultur bilden, die auch außerhalb wahrgenommen wird, zum Beispiel in der Mode. Ein Teil dieser Personen geht an die Öffentlichkeit und findet das, was sie tun, auch wirklich „chic“.

Eine neue Untergrund-Kultur?

Drittens ist es weiterhin eine Subkultur, die teils neu entstanden ist und auch neue Praktiken und Verfahrensweisen propagiert, wie „noncon“ und „Tunnelspiele“. Sie sind die umstrittenste Gruppe.

Ein Erwerbszweig im Bereich sexueller Dienstleistungen

Viertens ist es ein Erwerbszweig für sogenannte „Dominas“, die teils an der Subkultur hängen, teils aber auch ausschließlich aus finanziellen Erwägungen handeln. Ihre Kunden sind Kunden, und sie sind Dienstleister und kaum mehr.

Die besondere Lust einzelner Personen oder Paare

Fünftens ist es als „Sadomaso“ eine Lust von Paaren und Einzelpersonen, die sich in frivolen Rollenspielen engagieren, ohne zur Szene zu gehören oder sich damit verbunden zu fühlen.

Kritik an BDSM unerwünscht?

Interessant ist, dass Kritiker an BDSM stets damit rechnen müssen, von „der Szene“ angegriffen zu werden, auch wenn einige von ihnen religionsähnliche Ideologien oder gefährliche, menschenfeindliche Thesen vertreten.

Ideologen gegen Ideologen - ein dümmlicher Kampf

Bedauerlich dabei ist allerdings auch, dass die Kritiker(innen) oftmals selbst aus ideologischer (feministischer/religiöser/konservativer) Überzeugung gegen das Ausleben von als „BDSM“ bezeichneten Lüsten sind. Man wünscht sich dann mehr Offenheit, Liberalismus oder Toleranz gegenüber jenen, die wissen, was sie tun und dazu stehen.

Sehen wir einmal in ein sehr altes, recht humorvoll und pragmatisch geschriebenes Buch über S/M, dann lesen wir im Grunde nichts als Versöhnliches:

Sadomasochismus handelt vom Fabulieren über Sexualität, vom Abmischen von Fakten und und Fantasien, Dramen und Komödien, Traditionen und Innovationen. Das Verschlingen und Komplizieren von Gefühlen ist keine empfehlenswerte Praxis, wenn wir unseren Alltag ansehen. Aber gerade solche Praktiken geben uns die Möglichkeit, uns selbst zu entdecken und unsere Sexualität weiterzuentwickeln.


Es könnte Menschen geben, die schon immer einen Hang dazu hatten, sich neuen und herausfordernden Lüsten hinzugeben. Andererseits mag es solche geben, die erst durch andere „auf den Geschmack gekommen“ sind. Und es mag sein, dass in jeder Lust ein bisschen Sadismus und Masochismus wohnt. Das alles ist so normal, dass man gar nicht darüber erden müsste. Aber offenbar besteht ein Bedürfnis danach – und deshalb steht dieser Artikel hier.

Zitat von Miller/Devon, Fairfield 1995.

Informationen zu Masochismus, Sadismus und BDSM

Die ZEIT hat entdeckt, dass immer mehr Menschen dazu neigen. Die etwas härteren Gangarten der Lust zu erproben. Das Vokabular, das sie verwenden, klingt allerdings so, als hätten sie viele Bücher gelesen.

Bondage und Disziplin, Dominanz und Unterwerfung, Sadismus und Masochismus – oder einfach kurz BDSM. Wir sprechen über Sex mit Fessel und Peitsche, über Rollenfantasien mit Doktorspielen und Petplay.


Es klingt – in meinem Ohr – etwas klischeehaft, doch sagt die ZEIT, sie wolle eher gängige Klischees abbauen, wie sie beispielsweise in den bekannten Machwerken von E. L. James (Erika Leonard) und den daraus entstandenen Filmen verwendet werden. (Trilogie „50 Shades of Grey“, Roman „Grey“).

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Hoffen wir mal, dass es die erhoffte Erleuchtung bringt. Dafür soll die Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner sorgen.

Ich war etwas belustigt über den Hinweis, „die Wortursprünge von Sadismus und Masochismus“ habe der Psychiater Richard von Krafft-Ebing erläutert. Krafft-Ebing hat den Begriff „Masochismus“ in absolut böswilliger und abfälliger Weise aus Namen des Autors Leopold Ritter von Sacher-Masoch abgeleitet (also erfunden) und sich dabei auf sein Werk „Venus im Pelz“ bezogen.

Na schön, immerhin enthält der Beitrag einen Verweis auf die berühmte Studie zu sexuellen Abweichungen von Joyal & Cossette & Lapierre aus dem Jahr 2014. In ihr wird dargestellt, wie häufig sexuelle Fantasien sind, und wie sich solche Fantasien bei Frauen und Männern unterscheiden. Diese Studie lieht mir vor, und ich zitiere häufig daraus.

Wir hatten noch eine unveröffentlichte Betrachtung, die zum Thema BDSM passt - und hier ist sie.

Pst … der eher nicht so harte Penis

Warum muss „er“ eigentlich stahlhart sein? Wir ließen uns von einer Frau erklären, warum die Lust auch ohne einen Penis hervorgerufen werden kann, der „steht wie ein Reiterstandbild“.

1. Oh, sieh mal – so richtig „stehen“ will er nicht … also mag er mich nicht?
Das ist die traurigste Sache der Welt – der Mann will, kann aber nicht so recht, und du sagst ihm, dass er dich wahrscheinlich nicht liebt, wenn er nicht so recht kann. Dann mach es ihm doch anders schön … und hinterher sagst du, wie er es dir auf „schön“ machen soll.

2. Wenn du die Dinge in die Hand nimmst …
Ein nicht völlig steifer Penis bedeutet für dich eine wunderbare Möglichkeit, deine Kenntnisse in „Handarbeit“ zu erproben (oder in Anatomie?). Jedenfalls fühlt der Mann alles, was er sonst auch fühlen würde – Lust und Schmerz. „Hübsches Spielzeug“, sagte unsere Gewährsfrau. Na ja.

3. Und er kann sogar ejakulieren …
Hast du gelesen, dass nur ein harter Penis in der Lage ist, das Ejakulat in die Welt hinauszuschießen? Es ist psychisch wie physisch völliger Unsinn. Der Penis ist überhaupt nicht daran beteiligt, die Spermaflüssigkeit zu erzeugen und hinauszuschießen – er ist sozusagen nur das „Rohr zum Ausgang“.

Handarbeit am weichen Objekt
4. Die Herausforderung: nachgiebig, biegsam und geschmeidig …
So mancher Mann wird erst richtig „geil“, wenn ihn die Frau stimuliert – mit der Hand oder wenn du magst mit den Lippen. Du kannst auch Toys benutzen, wenn die das andere zu „schmutzig“ ist. Fang behutsam an und erfreu dich daran, wenn er „wächst“ und du es deutlich spürst.

5. Manchmal lernst du ihn besser kennen wenn er weich ist
Abgesehen von der Antrotomie (also Eichel, Vorhaut und so) kommst du seinem Körper näher, wenn du dich länger mit ihm beschäftigst. Es ist ein bisschen so wie bei dir selbst: Wenn du entspannt bist und dir Zeit nimmst, kommst du viel intensiver, als wenn du dir eine „kleine Erfrischung zwischendurch“ gönnst.

Und wenn alles versagt? Da gibt es noch chemische oder mechanische Helfer und die Möglichkeit, dass er sich „irgendwie fürchtet“.

Wie du dabei Lust empfindest? Mach mit ihm aus, was du willst: Toys, Fingern, Cunnilingus oder was dir sonst Freude bereitet. Ob vorher oder hinterher, musst du selbst entscheiden.

Sexuelle Einordnungen – wie funktioniert das?

Nicht jedes Gefühl ist von Dauer ... es sei denn, es wäre so
Wusstet ihr, dass die sexuelle Identität durchaus von der sexuellen Anziehung oder dem sexuellen Verhalten abweichen kann?

Das Kinsey-Institut nennt zwar (neue) Zahlen, ist aber weit davon entfernt, das Phänomen damit wirklich zu erklären.

Wir können es auch nicht. Aber wir können mal ein bisschen Ordnung in die Begriffe bringen.

Die sexuelle Identität

Identität bezeichnet den Zustand, den ein Mensch für sich selbst definiert. Die sexuelle Identität bezeichnet als seine Sexualität, wie er sie selber sieht. In erster Linie gehört dazu, wie sich ein Mensch als Frau oder Mann fühlt, erst in zweiter Linie geht es um das Erscheinungsbild, die sexuelle Attraktivität und die Ausrichtung auf das bevorzugte Geschlecht. Beispiel: „Ich bin gerne Frau / gerne Mann“, „ich weiß, wie ich auf Frauen/Männer wirke“).

Die sexuelle Orientierung

Orientierung (Ausrichtung) ist ein Ziel, dem ein Mensch folgt. Sie sexuelle Orientierung ist daher der Weg, den jemand einschlägt - oder einfacher: wen er sexuell begehrt und wie sich dies nach außen zeigt. Dabei geht es darum, welche Geschlecht der Mensch bevorzugt, wenn es um den Geschlechtsakt oder um erotische Beziehungen schlechthin geht. Beispiel: Ich bin heterosexuell oder bisexuell oder homosexuell, lesbisch und was jemand sonst noch sein mag.

Das sexuelle Verhalten

Das Verhalten ist die Art und Weise, wie der Mensch mit etwas umgeht. Dazu zählen alle äußerlich sichtbaren Aktivitäten und Reaktionen. Das sexuelle Verhalten ist also das, was der Mensch mit seiner Sexualität tatsächlich anstellt. Natürlich hat es auch etwas mit der „Orientierung“ zu tun, aber nicht ausschließlich. Ich nenne hier keine Beispiele, weil das Verhalten (anders als das Sein) zu vielfältig ist.

Sexuelle Attraktivität (aktiv und passiv)

Attraktivität (Anziehung) kann von jedem Menschen ausgehen – sie ist unabhängig vom Geschlecht oder der Orientierung. Und jeder Mensch kann auf andere attraktiv wirken – das heißt aber in jedem Fall: Die Attraktivität (auch die körperliche) ist nicht ausschließlich ans Geschlecht gebunden. Beispiele: Eine Frau kann eine Frau erotisch attraktiv finden, ein Mann kann einen Mann erotisch attraktiv finden, ohne dabei an sexuelle Aktivitäten zu denken. Und natürlich gilt dies auch für Frauen zu Männern und Männer zu Frauen.

Die sexuellen Praktiken

Praktiken sind die Verfahrensweisen, die ein Mensch benutzt oder unterlässt. Im sexuellen Verhalten sind Personen nicht ausschließlich an die Ausrichtung gekoppelt, sondern eher daran, wie befriedigend sie „also solche“ sind. (Beispiele wären Masturbation, Cunnilingus, Analverkehr).

Die sexuelle Präferenz

Präferenzen sind Vorlieben. Einer Vorliebe zu folgen heiß immer, die Wahl aus mehreren Möglichkeiten zu habe, aber eine deutlich zu bevorzugen. Ein Mensch mit einer sexuellen Präferenz kann also jedermann begehren, zieht aber vor, sich auf ein Geschlecht zu beschränken. Beispiel: Sie liebt Frauen und Männer, hat sich aber für einen Mann entschieden, weil sie sich sonst emotional „verzetteln“ würde.

Die fließende sexuelle Orientierung

Wenn ein Mensch nicht immer der gleichen Richtung folgt, sondern sie wechselt, spricht man von wechselnden oder auch fließenden Orientierungen. Dazu kann auch gehören, die Einstufung in eine sexuelle Orientierung ganz abzulehnen. Beispiel: Eine Schauspielerin weigert sich, sich öffentlich in die eine oder andere Richtung einordnen zu lassen. Sie steht dazu, mal eine Frau zu lieben, dann einen Mann und dann wieder ausschließlich sich selbst.

Hinweis: Je nach der eigenen Ausrichtung oder auch nur dem Forschungsbereich, aus dem Autoren stammen, gibt es abweichende Meinungen zu den Formulierungen. Lass dich davon nicht beirren. Nur du entscheidest, wie du dich definierst. Oder falls du Autorin bist: Nur deine Figur hat das Recht, sich zu definieren.

Die Vorgänger des Online-Datings - und was davon heute noch existiert

Zeitungsanzeige um die 1900ter Jahrhundertwende
Es gab viele Vorgänger des Online-Datings. Die ersten waren „Ehesuche per Korrespondenz“, bei denen zunächst Briefbekanntschaften vermittelt wurden, die sich dann zu Beziehungen entwickeln sollten. Diese Methode entwickelte sich noch zu den Zeiten, als die Sterblichkeit am Kindbettfieber hoch war – also in der Zeit zwischen 1823 und 1848. Damals standen sehr viele Männer anschließend plötzlich mit Kindern, aber ohne Frauen da, und in der damaligen Zeit galt dies als unerträglich. Aus einer anderen Sichtweise hatten die „bürgerlichen Stände“ ihre liebe Not, die weniger schönen Töchter an Männer „loszuwerden“. Auch sie griffen dann oft zu dem „heute nicht mehr ungewöhnlichen Mittel der Ehesuche per Korrespondenz“ oder per „Annonce“.

Ehesuche per Korrespondenz und per Zeitungsanzeige

Neben der „Ehesuche per Korrespondenz“ gab es die Ehemakler und die einst verfemten, später durchaus beliebten Zeitungsannoncen, deren Blütezeit im 20. Jahrhundert begann – und sie hielt bis Ende der 1990er Jahre an und ist immer noch nicht ganz vorbei. Nun muss man wissen, dass diese Zeitungsanzeigen hakelig waren, weil sie nahezu immer unter „Chiffre“ veröffentlicht wurde und man nicht erkennen konnte, ob die Personen real waren. (Dies ist im Übrigen bis heute so).

Der Rechenknecht als Kuppler - Partnersuche digital

Doch im Herbst 1965 kamen dann zwei amerikanische Studenten, Jeffrey C. Tarr und Vaughan Morrill III die Idee, das bisherige umständliche und wenig erfolgreiche „mixing“ (1) durch ein Dating-System zu ersetzen: Operation Match. Zu diesem Zeitpunkt wurden Jeffrey C. Tarr, David L. Crump and Vaughan Morrill als Gründer genannt.

Viele Fragen zu Vorlieben - mit Computern ausgewertet

Es bestand aus 75 Fragen, die partnersuchende Studenten über sich selbst beantworten mussten, und 75 Fragen zu den Wunschpartnern. Das ausgefüllte Papier musste sodann auf Lochkarten übertragen werden – anschließend wurde es mit einer IBM 1401 (1959 vorgestellt, 2) ausgewertet. Nach etwa drei Wochen – so wird berichtet - konnten die Teilnehmer dann die sechs „passendsten“ Matches in Empfang nehmen – auf Papier ausgedruckt mit Namen und Kontaktdaten.

Die Fragen waren – und das lässt aufhorchen – keinesfalls wissenschaftlich sondern rangierten von grundlegend bis leicht anrüchig, so, wie sich die Initiatoren selbst sich ihre Vorlieben beim anderen Geschlecht vorstellten. Die Sache war ausgesprochen erfolgreich, obgleich sie nahezu ausschließlich auf dem Campus bekannt gemacht wurde.

Der Erfolg des "digitalen Matchings" blieb aus

Ein wirklicher Erfolg wurde es dennoch nicht – denn nachdem die erste Euphorie verfolgen war, interessierte diese Art des „Matchmakings“ immer weniger Studenten und auch ihre Gründen verloren das Interesse an ihrem „Baby“. Man verkaufte es kurzerhand, wie einer der Gründer sagte, „zu einem sehr geringen Preis.“

Warum das Verfahren letztlich nicht erfolgreich wurde? Man kann darüber nur spekulieren. Einer der möglichen Gründe besteht darin, sich zu wenig Studentinnen meldeten – der Frauenanteil an vergleichbaren Aktionen in Deutschland war sehr gering. Und: Da jedem Mann und jeder Frau „sechs passende Matches“ versprochen wurden, trat mit Sicherheit der Kardinalfehler solcher Systeme zutage: Manche „Profile“ wurden inflationär ausgesandt, um auf die versprochenen sechs Matches zu kommen. Das bedeutete letztlich, dass die Frauen (und manche Männer) die diese Kontaktdaten bekamen, mit zahllosen Anrufen belästigt wurden. Datenschutz war ein völlig unbekanntes Wort.

Spekulation und Realität - wie war es in Deutschland?

Der vorausgegangene Absatz ist insofern Spekulation, als ich die Verhältnisse auf einem Campus in den USA der 1960er Jahre nicht beurteilen kann. Ich habe ihn aus den Ereignissen der 1980er Jahre in Deutschland abgleitet, als es ebenfalls eine Agentur gab, die behauptete, über ein derartiges System zu verfügen. Die Mängel waren aber so erheblich, dass sie nach wenigen Versuchen wieder aufgab – besonders der fehlende Datenschutz und die Quasi-Veröffentlichung von Telefonnummern im großen Stil erbosten die Frauen damals ungeheuerlich.

Der Computer als zuverlässiger Partnervermittler?

Die Beteiligung eines Computers am Auswahlprozess ist im Übrigen vielfach als „Werbemittel“ benutzt worden – und das ist bis heute nicht anders, nur dass man heute von „Algorithmen“ spricht. Der Einsatz des Computers ist heute eine wirtschaftliche Notwendigkeit, und keinesfalls eine Geheimwaffe, um “bessere Matches“ zu erzeugen. Im Grunde ist die Sache ganz einfach: Man gibt vor, wissenschaftlich zu arbeiten und tut am Ende nichts anderes, als einige Kriterien zu vergleichen und ein paar Empfehlungen auszudrucken. Wie hoch die Hürden für die „Übereinstimmung“ gesetzt werden, weiß im Grunde nur der Programmierer, und ob es tatsächlich Übereinstimmungen sind, weiß niemand, den die tatsächlich verwendeten Parameter werden als „Firmengeheimnisse“ eingestuft und entziehen sich der Nachprüfung.


(1) Mixing – Bekanntschaften über die Vermittlung von DJs schließen.
(2) nach anderen Quellen auf einer IBM7090 (1962 vorgestellt)


Die meisten Fakten stammen aus dem Artikel aus "The Crimson", aber auch aus anderen Quellen, die frei zugänglich sind.
um Thema "Geschichte der Partnersuche" gibt es auch einen Artikel in der Liebe Pur von mir.

Blogs über sexuelle Befindlichkeit bewähren sich nicht

Das Private sollte privat bleiben
Die Frau, von der ich gerade las, ist nicht die Einzige oder Erste der Erotik-Bloggerinnen, die ihr Blog „ruhen lassen“ oder ganz aufgeben. Und sie wird nicht die Letzte sein. Persönliche Blogs enthalten, auch wenn sie anonym geführt werden viel zu viel „Befindlichkeiten“. Dazu gehören auch Irrungen und Verwirrungen, die so persönlich sind, dass es eigentlich peinlich wäre, so etwas zu veröffentlichen.

Natürlich können Blogs „Logbücher über das eigene Leben“ sein – aber wesentlich interessanter sind literarisch aufbereitete Blogs, die über Gedanken und Gefühle berichten, die andere Personen teilen können – die aber nicht notwendigerweise „gestern“ durchlebt wurden.

Ich kann mich recht gut erinnern, dass ich zu Anfang angegriffen wurde, weil ich nicht über mein persönliches Leben berichtet habe, sondern nur Gedanken und Nachrichten verbreitet habe. Erst kürzlich hatte ich eine kurze Auseinandersetzung mit der Inhaberin eines Lifestylemagazins. Sie suchte wahrhaftig einen Autor, der „all das selbst erlebt hat“ worüber er schreibt. Ich sag euch mal dies: Kein Schriftsteller oder auch nur Journalist gibt das ungefiltert weiter, was er „wirklich“ erlebt und „wirklich“ fühlt. Und ich gehe einen Schritt weiter: Diejenigen, die es tun, fühle nicht wirklich, sondern filtern gewisse Gefühle aus, die sie gerne in den Vordergrund rücke möchten. Wesentlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie die Geschichten einfach erfinden.

Und nur so ganz nebenbei, für die kleinen Schlaumeier(innen): „Ganz echte“ Geschichten beinhalten auch immer andere, uns nahestehende Personen, die wir auf keinen Fall in die Öffentlichkeit zerren wollen. Wer’s trotzdem tut, genießt nicht gerade meine Hochachtung – und zum Hassen sind mir diese Leute zu unbedeutend.

Zu Beginn meines Blogs ging es darum, meine (erotische) Reise mit anderen zu teilen. Dann entwickelte sich also eher dazu, dass ich etwas über mich selbst lernte, eine Sprache dafür zu finden und gehört zu werden. … Wenn ich heute zurückschaue, bin ich nicht glücklich damit. (1)


Ich behaupte, dass niemand glücklich wird, wenn er öffentlich (und unbearbeitet) sein Innerstes nach außen kehrt. Und mal ganz einfach gefragt: Warum sollte er damit positive Anerkennung gewinnen?

(1) Das Zitat wurde ohne LInk veröffentlicht, da dort auch Inhalte zu finden sind, mit denen ich euch nicht konfrontieren möchte.

Die Kreativität des Ärgerns

Was können Frauen tun, die erotisch schreiben wollen und zugleich frauenbewegt sind? Solche, die #MeToo nicht nur für eine Bewegung halten, sondern darin eine Herausforderung sehen?

Zum Beispiel, sich zu ärgern, und zwar richtig zu ärgern. Gut, aber das nützt nicht viel. Denn wenn der Ärger nicht hinauskann, dann staut er sich. Und etwas wirklich Tolles ist, den Ärger zu beschreiben. Auch die Lust? Na klar, auch die Lust. Kreativ zu sein heißt vor allem, die eher nebulösen Gefühle in Worte zu setzen.

Eine Autorin drückt das für den gesamten Bereich der Literatur so aus:

Für mich war das Schreiben ein Mechanismus, um mächtige negative Gefühle in ein ungeheuer befriedigende und kreative Arbeit zu verwandeln.


Also: Ärgert euch ruhig über die Männer, andere Frauen oder die Umstände, unter denen viele Frauen leben. Aber gebt dem Ärger ein Gesicht – nicht einfach einen Hashtag. Und so viel kann ich sagen: Ärger und Sex gibt eine ganz besondere Mischung, die auch eure Leserinnen begeistern könnte.

Zitat aus Ideas

Isi und Obu

Wir haben uns schon lange Gedanken darüber gemacht, dass wir im Grunde genommen nicht „männlich“ oder „weiblich“ schreiben wollen. Und also werden wird die Themen, die Frau und Mann zu gleichen teilen oder jedenfalls gemeinsam betreffen, unter den Namen unserer wichtigsten Themenbeschaffer veröffentlichen. Und das sind nun mal Isi und Obu.

Wenn du hier auch schreiben willst: herzlich willkommen. Jedenfalls, solange es keine Werbung, keine verdeckte PR, nichts Radikales oder Verbotenes ist und solange es Frauen oder Männer nicht verachtet.

Über die Nippel zum Orgasmus?

Nippel heißen eigentlich Brustwarzen, aber der Name ist nicht schön. Und darum sagen wir lieber: Nippel oder Nippelchen, etwa so: „schau mal, wie ihre Nippel hervorstehen, ich möchte bloß wissen, an was sie jetzt denkt.“

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist: Aber es gibt wirklich Frauen (und Männer sowieso) , für die sind die Nippel „wie nutzlose Kippschalter, die es in fast jeder Wohnung gibt. Du kannst daran herumknipsen, so oft du willst, und nichts regt sich.

Nippel: Quelle der Nahrung, Anzeiger für Erregung, sensible erogene Zonen

Die Lust daran - Überbleibsel aus der Jugend der Primaten?
Und das bleibt vielleicht eine ganze Zeit so, bis du sie für dich entdeckst. Denn der Mediziner weiß, dass du in den Brustwarzen und den Warzenhöfen sehr sensible Nerven besitzt, die besonders stark auf äußere Reize reagieren. Sie gelten sogar als ausgesprochen erogene Zonen des weiblichen Körpers. Und zu allem Überfluss zeigen sie auch noch den Zustand der Erregung äußerlich angezeigt wird. Diese Art der Erektion wird durch hormongesteuerte Nervenzellen verursacht, die beim Stillen von Säuglingen aktiviert werden, aber auch bei anderen Berührungen der Brustwarzen mit den Fingern, dem Mund oder der Zunge. Viele Frauen sagen, sie könnten die Erektion auch durch „geile Gedanken“ hervorrufen, während Aktfotografen auch Kälte (Eiswürfel) einsetzen, um die Brustwarzen in den erigierten Zustand zu versetzen.

Wie kann es nun sein, dass Frauen über die Brustwarzen so enorm stimuliert werden können? Und ist dies bei Männern auch möglich?

"Über die Nippel zum Orgasmus?" vollständig lesen

Was heißt eigentlich „finanzielle Interessen“?

Der Anblick mag kostenlos sein ... doch kfi oder ofi für die nähere Betrachtung ist selten
Immer wieder kannst du lesen, dass sich Frauen für Kurzzeit-Beziehungen anbieten, die „keine finanziellen Interessen“ haben. Das kürzt sich dann kfi ab. Nur wenige Damen machen vor vornherein klar, dass sie „finanzielle Interessen“ haben – dann handelt es sich meist um semi-professionelle Huren oder „Escort-Girls“.

Manchmal taucht in Suchanzeigen, aber auch in Angeboten, der Name „ofi“ auf – „ohne finanzielle Interessen“, was das gleiche (aber möglicherweise grammatikalisch korrekter) ist, als „kfi“ zu schreiben. Neuerdings sind es oft Männer, die Frauen, Paare oder andere Männer "ohne finanzielle Interessen" suchen.

Sex und noch viel mehr zum Nulltarif - durch "ofi" oder "kfi"?

„Suche Sex ofi“ ist inzwischen ein Knüller in Suchmaschinen, der auffällig oft in der Schweiz verwendet wird, „Sie sucht ihn“ mit „kfi“ findet man häufig in Deutschland.

Wer ist auf der Suche nach Schmerz und Wonne "ofi"?

In den Beispielen, die wir aktuell durchsahen, wurden überwiegend Frauen oder Paare gesucht – von Männern, die auf diese Weise „kostenlos auf ihre Kosten“ kommen wollen. Auch ältere, schwule Männer suchen immer noch in Anzeigenspalten nach jungen, rasierten Kerlen, die „kfi“ haben.

Anzeigen von Frauen sind hingegen seltener geworden, aber dafür oft skurriler.

Beispielanzeige (textlich entschärft)

Eine wilde Stute in Strapsen, rasiert, für alles offen, auch ov gegenseitig, sucht erfahrenen Mann für Treffen. Sag mir, worauf du stehst – kannst ruhig normal bestückt sein, darauf kommt’s nicht an. Ich habe keine finanziellen Interessen (kfi).


Anzeigen, in denen „kfi“ odre „ofi“ gesucht wird, werden in der Regel von sex- oder schmerzsüchtigen Menschen aufgegeben - gelegentlich auch von Fetischisten. Ihnen gemeinsam ist, dass sie auf keinen Fall für die Gegenleistungen bezahlen wollen. Da macht die Sache aber nicht „edler“, sondern eher fragwürdiger, weil die meisten dieser „Leistungen“ nicht „kostenlos“ am Markt der Lüste zu haben sind.

Wer bietet sich oder seine Dienste ohne finanzielle Interessen an?

Ähnlich verhält es sich mit den Angeboten, in denen erotische, sexuelle, schmerzbetonte oder fetischistische Dienstleistungen aller Art ohne finanzielle Interessen, also „kfi“ oder „ofi“, geboten werden.

Jeder, der annimmt, es gäbe sexuelle Dienstleistungen ohne jegliches finanzielle Interesse, sollte sich vergegenwärtigen, dass die meisten dieser Dienste viel Selbstüberwindung und/oder Routine benötigen. Schon deshalb verlangen Dienstleister(innen) Geld oder Geldeswert. Zudem sollte sich jeder fragen: Wenn die Dame (oder der Herr) keine finanziellen Interessen hat, welches Interesse hat sie/er dann an der Begegnung? Oft stehen niedrige Motive, kriminelle Energien und dergleichen dahinter. Und gelegentlich heißt „kfi“ auch nur: „Ich beanspruche keine Vorauszahlungen, aber ich weiß schon, wie ich dich vor Ort ausnehmen kann.“ Bei solchen Anzeigen ist also stets die größte Vorsicht geboten.

(1) Geld (Bargeld) wird oft als „Tribut“ bezeichnet, bei Gelegenheitsprostituierten auch als „Taschengeld“.)

Siehe auch: Lexikon der Lust.

Seit wann können wir so frei über Sexualität reden?

Wer es wissen will, sollte sich flugs den Film bei Arte ansehen. Der erste Teil ist besonders lehrreich, wenn du dich dafür interessierst, warum die sexuelle Befreiung so holprig anfing. Man sah nicht gerne, wenn über Sexualität gesprochen wurde. Schon gar nicht über weibliche Sexualität – und erst recht nicht über Abweichungen.

Die Grenze: Wann machst du dich zur Ware?

Das Äußere, der Charme - alles lässt sich vermarkten - aber willst du das?
Machst du dich durch Online-Dating zur Ware? Ich meine: auf keinen Fall - aber die Frauen zwischen 1918 und 1968 taten es sicherlich mehr, als sie zugaben.

Wenn ich gelegentlich vom Partnermarkt rede, dann höre ich sofort eine mächtige Gegenstimme, die mir sagen will: „Ich bin doch keine Ware!“

Das zeigt einerseits, wie wenig die angeblich so gebildeten Menschen unserer Zeit von Ökonomie verstehen – und anderseits den Widerwillen von Menschen, als „Verfügbar“ angesehen zu werden – auch, wenn sie es im Prinzip sind.

Warum der Markt unausweichlich ist

Um es kurz zu machen, alles in drei Punkten

1. Jeder Partnersuchende ist Marktteilnehmer, ob er das für sich akzeptiert oder nicht.
2. Der Markt regelt sich nach Angebot und Nachfrage.
3. Niemand ist eine Ware, nur weil er sich am Markt befindet.

Frauen leiden besonders darunter, wenn man ihnen sagt, dass sie sich „am Markt“ befänden, „sich den Marktbedingungen beugen müssen“ oder gar „ihren Marktwert einschätzen“ sollten.

Das alles ist unglaublich wichtig – aber es hat gar nichts damit zu tun, eine Ware zu sein.

Wie Frauen früher Körper und Charme vermarkteten

Interessant wird das Thema, wenn man sich in die Ursprünge des sogenannten „Datings“ einklinkt. Dabei versuchten die jungen Frauen in der Zeit zwischen dem Ende des Ersten und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs sich möglichst appetitlich herauszuputzen, um ein Date mit einem möglichst attraktiven Mann zu bekommen. Alles lief zu Marktbedingungen ab, und dieses Verhalten hatte tatsächlich Warencharakter, weil diese Frauen untereinander konkurrierten. Und weil dies alles in den USA stattfand, musste es nicht unbedingt Entsprechungen in Deutschland geben.

Die Historikerin Beth Bailey (1) schrieb über jene Zeit:

Du hast konkurriert, um bekannt zu werden, und bekannt zu sein, erlaubte dir, weiterhin zu konkurrieren. Konkurrenz war der Schlüsselbegriff in der Formel.


Schon damals trennte man die populären „Girls“ in gute und schlechte. Die „Guten“ erreichten ihren Aufstieg durch ihr „nettes Wesen“, ihre Art, Liebe ohne nennenswert sinnliche Gunstbezeugungen zu zelebrieren oder einfach durch ihre äußerliche Schönheit. Die „Schlechten“ versuchten, einen Vorteil aus ihren Dates zu ziehen, indem sie in begrenztem Maße sexuelle Gunst gegen Einladungen und Geschenke tauschten. Kurz: Jede dieser Frauen vermarktete sich, hielt dabei aber eine gewisse Distanz zu dem Eindruck, sich jemandem „an den Hals zu werfen“. (2)

Ein ähnlicher Markt bestand in Deutschland bis in die 1960er Jahre hinein, und er beruhte auf der Idee, freitags oder samstags „tanzen zu gehen“. Das beutete kaum mehr, als sich körperlich so zu präsentieren, dass die Männer aufmerksam wurden. Es war teilweise der reine „Fleischmarkt“, weil sich die Damen stets „attraktiv“ positionieren mussten - und es erwies sich zumeist ebenfalls als ein würdeloses Konkurrieren.

Die Vermarktung von "Körper und Charme" lässt nach

Obgleich es ähnliche Tendenzen bis heute gibt, hat die Methode der „Vermarktung von Körper und Charme“ doch stark nachgelassen. Die Hauptursache dafür liegt in einer Kombination von Emanzipation und wirtschaftlichem Erfolg. Denn die US-Frau wie die deutsche Frau von damals brauchte einen Mann, um etwas zu gelten, und um eine gesicherte soziale und finanzielle Zukunft zu haben.

Das alles ist Schnee von gestern. Und weil das so ist, muss niemand mehr befürchten, als Ware auf den Partnermarkt zu gehen, sondern sie oder er benötigt nur noch Einsicht in die eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Wer sie hat, kann sich frei und selbstsicher im Partnermarkt bewegen wie der Fisch im Wasser.

(1) Baltimore, 1988, zitiert nach Hanne Blank in "Straight"
(2) Die Entwicklung konnte erst nach dem Ersten Weltkrieg einsetzen. Dazu schreibe ich noch einen weiteren Artikel für euch mit aktuellen Zeitbezügen.

Pornografie, Sucht und Religion

Die Reste-Rampe - Pornografie für die Massen
Wir wissen nicht genau, wie Abhängigkeiten entstehen, im Volksmund auch oft „Suchtverhalten“ genannt. Dennoch gibt es in den meisten Fällen der eher harmlosen Süchte selbst ernannte „Heiler“, die stets auftreten, wenn ein neues Phänomen beobachtet wird. Oftmals werden sie von religiösen Vorstellungen getrieben, und recht häufig zielen sie auf die „Heilung“ von Menschen, die sich sexuell „abweichend“ verhalten. Ein Teil von ihnen hat die „Porno-Sucht“ zum Thema gemacht.

Doch gibt es sie, die Abhängigkeit von Pornografie? Wissenschaftler bezweifeln es, ja, sie lehnen es ab, den Begriff überhaupt als „wissenschaftlich“ einzuschätzen.

Zitat:

Bemerkenswert ist, dass es in der Untersuchung und in den zahlreichen Kommentaren dazu niemanden gibt, der das Suchtmodell beim Pornografiekonsum verteidigt hätte.


Was ist die Folge? Aus der Sicht der Wissenschaftler könnte es diese Schlussfolgerung sein (interpretiert):

Statt zu versuchen, den Konsum von Pornografie in irgendeiner Weise einzuschätzen oder die Denkmodelle und Verhaltensweisen beim Sehen oder Lesen von Pornografie zu verändern, sollten wir versuchen, die Betroffenen mit ihren moralischen und religiösen Vorstellungen auszusöhnen. Dann können sie die moralischen und religiösen Konflikte lösen und die daraus entstehenden Leiden vermindern.

Und was sagt uns die zum Bild der Gesellschaftsordnung?

Wenn uns etwas stört, sollten wir das Problem zunächst in uns suchen. Also nicht: „Warum ist diese Sache so schrecklich?“ Sondern „warum empfinden wir sie als so schrecklich?“

Seht mal: Es gibt Mitmenschen, denen ihre „Handysucht“ gut 25 Euro im Monat wert ist. Jüngst als ich, dass sogar die „Fußballsucht“ (alle Spiele in den bekanntesten Ligen in voller Länge) über 300 Euro im Jahr kostet. Doch all dies gilt nicht als Sucht … und alleine deshalb: Macht ein Ende damit, immer neue Süchte zu erfinden.

Und wer religiös ist, dem müsste doch längst aufgefallen sein, dass Reinheit auch die Sicherheit ist, auf dem rechten Weg zu sein. Und dazu könnte ich ja mal Titus 1:15 zitieren:

Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist ihr Sinn sowohl als ihr Gewissen.


Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Quellen: Zitat und Interpretation des psychologischen Teils: nach Psychology Today
Studie: über Springer.
Sowie die Bibel nach Luther.
.

Herausforderungen im Leben, in der Lust und im Schmerz

Herausforderung - was wird geschehen?
Im Bereich der Sexualität trifft nahezu jeder Mensch einmal oder auch mehrfach in seinem Leben auf besondere Herausforderungen. Nach der üblichen Definition sind „Herausforderungen“ besondere Aufgaben, die wir uns selbst stellen oder die eine andere Person an uns stellt.

Nehmen wir die Herausforderung an, so gehen wir ein Risiko ein, das zu mehr Lust oder aber auch zu Verdruss oder Schmerz führen kann.

Erste sexuelle Handlungen sind immer Herausforderungen

Es gibt kaum etwas auf dem weiten Feld der Sexualität, das keine Herausforderung darstellt. „Das“ erste Mal, oder die „ersten Male“, in denen wir Abweichungen praktizieren, die Abenteuer, die wir eingehen – all das sind Herausforderungen. In vielen Fällen müssen wir Vorbehalte oder massive Ängste überwinden, um den Mut zu fassen, eine Herausforderung einzugehen, und sicher nicht nur in der Sexualität.

Wer sich herausfordern lässt, will in der Regel siegen, will dem Herausforderer zeigen, dass er den Mut und die Kraft hat, über sich hinauswachsen.

Die Grenze überschreiten – die besondere Herausforderung

Besonders intensive Herausforderungen bieten sich, wenn wir Grenzen überschreiten, vor deren Übertritt man uns gewarnt hat. Wir wissen dann, dass wir uns auf unsicherem Territorium befinden, und müssen wohl oder übel darauf vertrauen, sicher geleitet zu werden. Falls wir diese Abenteuer bestehen, gehen wir gestärkt heraus, fall nicht, treten häufig Konsequenzen auf, die wir nicht mögen. Vielleicht verlieren wir unser Ansehen bei den oder dem Anderen, oder wir beginnen, an uns zu zweifeln.

Dies alles gilt für uns hier, im wirklichen Leben, in dem Bereich also, den wir gerne als „unsere Realität“ bezeichnen.

Doch wie verhält es sich in der Fiktion? In unseren Tagträumen? In den Romanen, die von Herausforderungen handeln? Und was ist dort zum Beispiel eine „sexuelle Herausforderung“?

Die Herausforderung und das Gemenge, das uns hindert

Im Grunde sind alle „sexuellen Herausforderungen“ in Wahrheit Gemenge aus der Überwindung geistiger, emotionaler und körperlicher Grenzen – vermutlich gar in dieser Reihenfolge. Zuerst muss das „Undenkbare“ wahrhaftig „denkbar“ werden, dann müssen die Schranken unserer Befürchtungen und Ängste überwunden werden, und schließlich muss zugelassen werden, dass der Körper herausgefordert wird.

Der Körper, die Fiktion und die Realität

Auch dies gehört in weiten Teilen noch zur Realität, geht aber in die Fiktion über, sobald der Körper betroffen ist. Autorinnen und Autoren neigen dazu, ihren Figuren wesentlich mehr zuzumuten als sich selbst. Sowohl die Lust als auch der Schmerz können im erotischen Roman auf die Spitze getrieben werden, ohne dass der Körper unter der Last der Herausforderungen zusammenbricht. Und daher kommt es auch, dass sogar Geschichten über erotische Unterwerfungen, Strafen, Versklavungen oder gar Folterszenen von den Leserinnen und Lesern noch weitgehend goutiert werden.

In der Realität geht kaum jemand „bis zum Äußersten“, weil eben dieses „Äußerste“ unabsehbare Folgen haben kann – sogar im Sport. Indessen ist im Bereich vergleichbarere Storys „das Äußerste“ gar nicht fassbar. Und so mag es kommen, dass sich Leserinnen und Leser mit den Heldinnen und Helden, die „das denkbare Äußerste jenseits des erlebbaren Äußersten“ wagen, in besonderem Maße identifizieren.

Einige Sätze über die Kunst, Gefühle zu beschreiben

Verlegen sein - wie wird das enden, auf das sie sich einließ?
Den Schülern sagen wir, sie sollen Adjektive verwenden, wenn sie Gefühle beschreiben. Das funktioniert, solange wir an der Oberfläche bleiben wollen oder müssen. Dann wirkt Hanna verlegen, wenn sie mit Gerd allein ist. Und Gerd muss seine hitzigen Gefühlswallungen unter Kontrolle halten, um Hanna nicht misstrauisch werden zu lassen, denn mit jeder abrupten Näherung könnte er ihre empfindliche Psyche verletzen.

Auf diese Weise könnt ihr seitenlang schreiben, ohne etwas zu sagen. Hanna und Gerd wirken wie Püppchen, die auf einem Sofa sitzen und einander belauern.

Wie ihr vorgehen könnt, um Gefühle zu beschreiben

Erheblich besser wäre, „verlegen sein“ auszumalen. Etwa, indem du beschreibst, wie starr sie dort sitzt, wie sie ihren Körper abschottet, wie nervös sie mit den Händen am Rocksaum zupft, wie sie seinen Blick meidet und doch nicht unhöflich wirken will. Wie ein leichtes Zerren im Unterleib sie daran erinnert, was die Natur von ihr erwartet, und wie das kleine Mäuschen im Ohr sie daran hindert. Wie sie versucht, ihre Gefühle zu verbergen und sich doch durch sanfte Hautrötungen verrät.

Du kannst auch ihre Gedanke hinzufügen, die sie jetzt durchziehen: Will ich eigentlich jetzt hier sein? Wie reagiere ich, wenn er mich um etwas bittet? Werde ich es dann tun oder nicht?

Ich wollte euch heute wirklich nur einige kurze Sätze über Gefühle schreiben. Aber natürlich kann ich euch mehr verraten. Viel mehr.