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Da wird mir etwas vorenthalten … Sexualität ist immer noch ein Tabu

Die Sexualtherapeutin Sandra Gathmann sagte in einem Gespräch mit der „Wiener Zeitung“, sie habe schon früh „den Eindruck (… bekommen …), dass alles, was mit Sexualität zu tun hat, ...(ihr) ... ein Stück weit vorenthalten wurde.

Die Frage ist natürlich: Welcher Frau oder welchem Mann wurde nicht bedeutet, dass alles, was mit dem Sex zu tun hat, „eigentlich“ kein Gesprächsthema ist?

Frau Gathmann erwähnt, das alles, was man „früher“ (sie ist selbst noch recht jung) an Informationen über die Sexualität bekommen konnte, „Warnhinweise und Verklärungen“ waren.

Informationen ja - Gespräche nein?

Wahrscheinlich werden Sie jetzt sagen: „Ja aber heute ist das Internet doch voll von Sex, Erotik und Pornografie, und es gibt Dutzende von Frauen- und Mädchenforen, auf denen „man“ sich informieren kann.

Das mag so sein – aber dennoch gilt es nach wie vor als sehr bedenklich, wenn sich junge Frauen und Männer sehr intensiv mit der Sexualität beschäftigen. Noch bedenklicher erscheint es manchen Zeitgenossen, wenn sie Körper, Geist und Psyche auch sexuell erproben oder gar herausfordern wollen.

Niemals über Sexualität sprechen?

Warum darf das alles nicht sein? Warum schämen wir uns dessen? Ich kenne die Gesichter der Frauen, die ich persönlich gebeten habe, einmal über spezifisch weibliche Lüste zu schreiben … einfach so … flott aus dem Bauch in den PC, anonym, selbstverständlich. Die Empörung stand ihnen im Gesicht geschrieben – und sie löste sich teilweise nicht einmal mehr.

Im Interview mit Frau Gathmann ist eine sehr interessante Abwandlung von Paul Watzlawicks Kernaussage enthalten: „Man kann nicht NICHT kommunizieren“. Hier das Zitat:

Man kann nicht nicht über Sexualität kommunizieren, aber man kann nicht über Sexualität sprechen.


Heißt: Wir kommunizieren ständig (nonverbal) untereinander über unsere Attraktivität, unsere Erotik, unsere Sexualität … aber wir schaffen es nicht, darüber zu sprechen – ja nicht einmal, darüber zu schreiben.

Und während dies alles so ist, versuchen Frauen und Männer, strengere Regeln dafür aufzustellen, was in der Kommunikation zwischen den Geschlechtern überhaupt (noch) gestattet sein soll. Was für eine geistige Perversion!

Sind manche Wissenschaftler zu blöd, um Kommunikation zu verstehen?

Ich will Sie auf einen kleinen Nebeneffekt aufmerksam machen: Wenn wir weiterhin „nicht NICHT“ kommunizieren können, was nachhaltig bewiesen wurde, dann werden wir weiterhin über Sexualität kommunizieren, aber uns noch weniger darüber austauschen, um nicht als „sexistisch“ abgestraft zu werden. Und vielleicht sollte ich noch einen provokativen Satz anfügen:

Wer zu ungebildet ist, die Regeln der Kommunikation zu kennen, sollte sich nicht selbst ermächtigen, Sprachregelungen in die Welt zu setzen.

Der Satz geht an Feministinnen, Genderforscherinnen und alle anderen, die uns „Neusprech“ (aka „soziale Korrektheit“) verordnet haben.

Frauen und Sex – ein ewiges Rätsel?

Mal ist es leicht, mal schwer zu sehen - Frauen und Lust
Wir wissen nicht, was Frauen beim Sex „wirklich“ wollen – niemand weiß es. Aber jede Frau weiß, wann sie es will – und zwar "jetzt, hier und sofort". Das ist der eigentliche Grund, warum wir nicht schreiben sollten, dass „Frauen“ so oder so sind – Männer übrigens auch nicht.

Drei grobe Gruppen - etwas hölzern geschnitzt

Dennoch sprechen manche Autoren und sogar renommierte Forscher von Kategorien, und sehr stark vereinfacht fallen sie in eine dieser drei Gruppen:

1. Frauen, die lustvolle Empfindungen haben und danach streben, dass sie erfüllt werden.
2. Frauen, die wenig Lust am Sex haben aber Sex dennoch gelegentlich zulassen.
3. Frauen, die aus emotionalen oder körperlichen Gründen keine Freude am Sex haben.

Soweit die Theorie. Wenn wir diese ein wenig auf das erkennbare Verhalten erweitern, können wir auch solche Kategorien bilden:

- Verführerinnen wollen von sich aus Sex und legen es darauf an, ihn zu bekommen – auch gegen anfängliche Widerstände oder Zögerlichkeiten ihrer Lover.
- Krypto-Verführerinnen geben vor, nicht aktiv zu verführen, legen es aber darauf an, angesprochen zu werden und geben dem Mann das Gefühl, selbst der Verführer zu sein.
- Zurückhaltende Frauen stellen plötzlich fest, dass bei ihnen etwas „im Bauch kribbelt“ und versuchen dann auf Umwegen („Spielchen“), Sex zu bekommen.
- Unsichere Frauen haben widersprüchliche Gefühle, zeigen diese aber nicht. Es kann durchaus sein, dass sie Lust haben, den Moment aber vorüberziehen lassen.
- Weitgehend Neutrale, nicht an bestimmte Emotionen gebundene Frauen lassen Sex zu, weil es in bestimmten Situationen für sie „so üblich ist“.
- Uninteressierte Frauen zeigen meist deutlich, dass sie an Sex nicht oder bestenfalls nur sehr schwach interessiert sind.
- Frauen mit schmerzlichen Vorerfahrungen zeigen ein undeutliches Verhalten, das Männern Rätsel aufgibt.
- Frauen ohne sexuelle Lust oder solche, die organische Probleme haben, schämen sich oft, darüber zu reden oder sie verhalten sich unerklärlich.

Was sagt die Forschung?

Die Erforschung der weiblichen Sexualität ist keinesfalls so weit fortgeschritten, wie oft behauptet wird. Zwar wird beforscht, wie Frauen sexuelle Lüste wiedergewinnen können (insbesondere, weil die Pharmabranche nach Mitteln zur Luststeigerung bei Frauen sucht). Aber es ist nicht klar, warum Frauen aus Überzeugung und Lust von vornherein sexpositiv eingestellt sind, andere aber nicht.

Wer mehr darüber weiß, kann es uns sagen. Eine relativ neue Studie untersucht, ob das Lebensgefühl (von Paaren) bei häufigem Sex steigt oder nicht.

Achtung, liebe Autorin: (ja, du, wer sonst?) Schreibst du? Willst du wissen, wie du diese Tatsachen und Meinungen literarisch umsetzen kannst? Dann lies hier weiter ... über den erotischen Charakter im Roman.

Bedeutet Sex eigentlich wirklich so viel?

Klischee: So wollen Männer erregt werden - doch was wollen Frauen?
Manchem bedeutet Sinnlichkeit viel, mancher fühlt sich eher von erotischer Spannung angezogen. Und schließlich, irgendwann, taucht die Frage auf: „Wie viel bedeutet dir eigentlich Sex? Was tust du dafür, ihn zu bekommen? Und wenn du ihn regelmäßig genießen kannst, warum willst du immer noch eine Steigerung?“

Ja, bedeutet uns Sex wirklich sie viel? Oder wird Sex heute enorm überbewertet, wie viele meinen?

„Sex ist Genuss“ – wann kamen die Ideen auf?

Die meisten Autoren behaupten etwas voreilig, Sex als Genuss sei bis vor einigen Jahrzehnten ohnehin ein „reines Männerding“ gewesen. Daher sei der Genuss auch eng mit dem Kommerz verbunden gewesen, und die Männer hätten Sex eher konsumiert als genossen – nein, sie seine eben keine Gourmets gewesen, sondern Vielfraße. Daran ist alles richtig, was an Binsenweisheiten wahr ist, und alles falsch, wenn wir in den Ritzen der Geschichte graben: Frauen könnten sich damals gesellschaftlich nicht „leisten“, Lüste zu entwickeln und dies öffentlich zu zeigen.

Lust und Lustgenuss für Frauen - etwas ziemlich Neues

Sehen wir uns die letzten 100 Jahre mal im Schnellgang an, so gab es zahlreiche Ereignisse, die Änderungen brachten. Die „bewegte Jugend“ begann, die Lust lockerer zu sehen, und ohnehin hatten die Damen ihre knöchellangen Kleider samt Korsetts im Kaiserreich zurückgelassen. Dann kam die erste, zweite oder gar dritte Welle der Frauenemanzipation, die nach und nach auch dazu führte, Frauen ein eigenes Sexualleben zu „gestatten“. Dann kamen die „Sexwellen“, zuerst in der Literatur, dann in der Realität. Und schließlich stiegen mit wachsendem Wohlstand auch die Möglichkeiten, sich exklusiven sexuellen Vergnügungen hinzugeben.

Die 1950er - Vögeln für das Proletariat - Sexgenuss für die Reichen

Man kann es so sagen: Ausgehend von den 1950er Jahren in Deutschland war Sex eine Sache des Proletariats einerseits und der „Neureichen“ anderseits, die für exquisite sexuelle Vergnügungen (und das Schweigen darüber) viel Geld ausgaben. Piekfein gekleidete Jünglinge besuchten lüsternde Damen und wohlhabend Ehepaare, und Damen, die „an jedem Hotelportier vorbeikamen“, etwas patzig „Edelhuren“ genannt, beherrschten die Szene der bezahlten Lust für eine Nacht. Der einfache Arbeiter führte derweil den Spruch „des kleinen Mannes Sonnenschein – vögeln und besoffen sein“, auf den Lippen.

Schweigen und verbergen in bürgerlichen Mietwohnungen

Für die „Normalos“ in ihren frisch bezogenen Mietwohnungen mit Bad war dergleichen undenkbar, ja, empörend. Sex gehörte in die Ehe, aber da entdeckte bald jede und jeder: „So richtig doll ist das nun auch wieder nicht.“ Man begann, über Liebesstellungen und Orgasmushäufigkeit zu diskutieren … nur bitte nicht, wenn andere zuhörten. Ein Wort wie „Masturbation“ gab es im offiziellen Sprachgebrauch nicht – und die Tatsache selbst ließ sich nicht verleugnen, was allen äußert peinlich war.

Heute - alles ist möglich, aber nicht jeder will immer alles

Heute denken Singles wie auch Paare anders: Sie fragen sich häufiger, wie man sich selbst oder einander Lust verschaffen kann, oder wie sich die ursprüngliche Liebesglut wieder anfachen lässt.

Nur wenige Paare oder Einzelpersonen denken ständig an Sex - oder tragen ihr eigenes Sexleben sogar an die Öffentlichkeit. Zumeist (und für viele überraschenderweise) sind es Frauen, die sich mit der Veröffentlichung hervortun.

Licht- und Schattenseiten öffentlicher Sex-Bekenntnisse

Dies hat Licht- und Schattenseiten. Die eher hellen Seiten: Andere erkennen, dass es möglich ist, ein exponiertes Sexualleben zu haben, das von der Norm abweicht. Sie fühlen sich also nicht allein mit ihren Sehnsüchten, Träumen, Wünschen und heimlichen „Perversionen“. Inzwischen liegen zum Thema „geheime Sehnsüchte“ ja auch schon Forschungen vor, was die Sache auch leichter macht.

Die Schattenseiten: Was am Anfang und anonym eine Offenbarung sein kann, wird nach und nach (zum Beispiel bei persönlichen Krisen oder Krankheiten) zum Bumerang. Und natürlich auch dann, wenn der Name „enthüllt“ und die Person damit bloßgestellt wird.

Fragen wir uns, was der Sex bedeutet, dann sollten wir so antworten: Alles zu wissen, schadet nie, etwas zu erproben, kann schaden oder nützen, es gehört zu den normalen Lebensrisiken. Aber etwas (oder jemandem) mit Haut und Haar zu verfallen, ohne auf das eigene Wohlergehen zu achten, ist zumindest bedenklich.

Autorinnen und Autoren werden oft bezichtigt, das zu leben, was sie schreiben

Ein Nachsatz für Autorinnen und Autoren: Wenn ihr unter eigenem Namen schreibt, glaubt mindestens ein Drittel euerer Leserschaft, ihr schreibt „aus eigener Erfahrung.“ Das muss man erst einmal aushalten können.

Die brennende, geheime Psyche des Mannes

Seine Wünsche ... sehr geheim
Dieser Artikel enthält ausschließlich Gedanken, die uns eine Bloggerin verraten hat. Sie hat ein Faible dafür, vor allem intelligente und selbstbewusste Männer in die Abgründe ihrer erotischen Fantasien zu locken. Wir haben die Aussagen stark umgearbeitet, sodass die Verfasserin nicht mehr dahinter erkennbar ist.

Wünsche - hinter Barrikaden verborgen

Die meisten Männer bauen so hohe Barrikaden um ihre geheimen sexuellen Wünsche herum, dass du einen Abrissbagger brauchen würdest, um sie zu durchbrechen. Na ja, das geht gar nicht. Denn wenn du einen Mann auf die Weise gebrochen hast, ist seine Psyche im Eimer. Mag ja sein, dass dich so etwas nicht interessiert, aber wer bringt’s schon übers Herz? Und wozu soll es gut sein?

Was sucht der Mann, der nach außen hart und nach innen devot ist?

Viel besser ist, ihn sanft dahin zu führen, wo er seine geplagte erotische Seele endlich freilassen kann. Und dann kannst du die Barrikaden abtragen, Stein um Stein. Irgendwann wirst du seine weichen Stellen im streng männlich organisierten System finden. Vermisst er eine liebevolle Mutter? Oder sucht er die Strenge einer Gouvernante, die dem „ungezogenen Knaben“ gehörig den Hintern verbläut?“ Oder möchte er am liebsten nackt und hilflos zu deinen Füßen schmachten? Und wie ist es mit seiner femininen Seite? Fürchtet er sie so sehr, dass er einen Schutzraum benötigt, um sie zu entdecken?

Mit welchem Mann kannst du die Abgründe feststellen?

Am besten eignet sich ein Mann, der selbstbewusst und verwundbar ist. Das wird dich vielleicht verwirren, wenn du’s zum ersten Mal hörst. Aber nur ein selbstbewusster Mann, dem du zu seinen Schwächen hinführst, ist wirklich ein Gewinn. Eine schwachen, unsicheren Mann zu der Tränke führen, die er sowieso leersaufen will? Wie langweilig.

Vom Rollenspiel zum Verinnerlichen der Rolle

Alles beginnt mit einem Rollenspiel … immer. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Dieser Mann soll nicht die Rollen eines Mannes spielen, der devote Züge hat. Er soll über das Spiel hinaus seine wirklichen Lustbedürfnisse durchleben, und dabei soll er tatsächlich in der Rolle aufgehen und alles durchleben, was dort mit ihm geschieht.
Manchmal wirst du dich wundern, was Männer alles heimlich erträumen – es ist fast unvorstellbar und du musst wirtlich erst einmal lernen, damit umzugehen. Es ist eine Herausforderung, in die Abgründe der männlichen Sexualität zu sehen, und noch eine größere, aktiv daran beteiligt zu sein.

Wenn sie sich dir ganz und gar offenbaren, mit ihrer wunden Psyche und ihrem empfänglichen Körper, dann erfährst du mehr als jede Psychotherapeutin von dem, was Männer bewegt.

Vielleicht hast du sogar Lust, es bei deinem Freund zu versuchen. Aber … das musst du auch aushalten können.

Bild: Historische Illustration, Teilansicht.

Das Thema „Geheime sexuelle Lüste des Mannes" eignet sich ganz vorzüglich für Kurzgeschichten. Wenn du eine in der Schublade hast, dann schicke sie uns. Wir überprüfen sie und sagen dir, was wir davon halten.

Mach etwas aus der sinnlichen Unterwerfung ...

Wenn SIE doppelt so alt ist wie ER

Frauen ohne Alter locken Männer jeden Alters an
Das Altern liegt in den Genen. Während die meisten unter uns „ganz gewöhnlich“ altern, was sich besonders an der Haut zeigt, altern andere deutlich langsamer. So deutlich, dass eine Frau von gegen 70 durchaus für 50 durchgehen kann, und sich eine entsprechende Sechzigjährige durchaus für 40 ausgeben kann.

Lust auf jüngere Lover - na und?

Die Lust mancher Frauen an jüngeren Liebhabern mag viele Gründe haben – aber der Hauptgrund ist sicherlich, dass jüngere Männer knackigere, begeisterungsfähige Lover sind. Und dies ganz besonders, wenn sie von gleichaltrigen Frauen gemieden werden, weil sie beispielsweise als nicht „zukunftssicher“ angesehen werden. Was letztlich heißt: Sie sind froh, mit einer sinnlichen, lustvollen und zugänglichen Frau ins Bett zu gehen, die nicht lange „herummacht“, sondern ihrem Lover alles schenkt, was ihm Freude bereitet. Solange jedenfalls, wie er sich als potentes, nimmer müdes und zuverlässiges Kerlchen erweist.

Hürden auf beiden Seiten - die Lust kann sie überwinden

Solch eine Beziehung muss in der Regel mehrere Hürden überwinden:

1. Nicht alle Männer sind begeistert davon, eine über 50-jährige Frau körperlich zu berühren, geschweige denn, sie zu vögeln.
2. Solange die Frauen nicht beweisen können, dass sie mit über 50 einer unter 30-Jährigen bei Weiten überlegen sind, lügen diese sie ihr Alter herunter – bisweilen drastisch. 10, 15 oder gar 20 Jahre sind keine Seltenheit.
3. Viele Frauen erfahren erst im Kontakt mit jüngeren Männern, wie erregend der Sex mit ihnen sein kann. Zuvor bestehen oft emotionale und soziale Hürden.
4. Der Erfahrungsschatz einer 50-jährigen Frau entspricht nicht dem eines 30-jährigen Mannes – in keiner Hinsicht. Die Bandbereite der Themen und Vorlieben ist also eingeschränkt – außer beim Sex.
5. Der Appetit, wenn er nicht schon vorher geweckt wurde, kommt beim „Essen“. Sowohl die Frau wie auch der deutlich jüngere Mann erlebt etwas, das jeder entbehrt hat – und das macht bekanntlich besonders „geil“.


Das Volk? Ach, das Volk … wer nicht so liebt, wie das die Masse nun einmal tut, wirkt suspekt auf Herrn und Frau Mustermann. Mutterkomplex, die Jagd nach der verlorenen Jugend, Sexgier oder gar Abhängigkeit wird unterstellt, und die Verwandten beobachten argwöhnisch das, was die „ältere Dame“ sich da noch zumutet. Das ist nicht ungewöhnlich, denn weibliche Nachbarn oder Verwandte beargwöhnen jede Frau, die ihre Lover nach sinnlichen Fähigkeiten aussucht statt nach Zuverlässigkeit.

Wenn bei den Leuten die Puppe auf den Teppich kotzt

Neurotische Beziehungsstörung? Ach, du liebes Bisschen. Passt doch auf dem Teppich auf, wenn ihr eure Puppen kotzen lasst. Und fragt euch mal, was euch selbst entgeht … oder was ihr gerne von all dem hättet, was die lustvolle 60-jährige Nachbarin da genießen darf.

Ich habe wahrhaftig schon Menschen diskutieren sehen, denen sich die Haare sträubten, wenn eine 60-jährige Frau überhaupt noch Sex sucht, und wenn der Lover dann gut mal dreißig Jahre jünger ist, reden sie bereits von „Gerontophilie“ des jüngeren Partners. Andererseits reagieren viele kopfschüttelnd oder angeekelt, wenn sie erfahren, dass die ältere Partnerin ganz bewusst junge Männer anlockt. Man nennt sie deshalb auch Cougar (der weibliche Puma, der jagt).

Bei all diesen Beziehungen wird kein Schaden angerichtet – weder beim jüngeren Mann noch bei der älteren Frau. Wahrscheinlich wird er sie nicht heiraten – warum sollte er auch?

Vor allem Frauen, die mit 50 oder 60 noch sehr jugendlich aussehen, und junge Männer, die sich an der Erfahrung und dem unkomplizierten Verhalten der älteren Frau berauschen können, führen Beziehungen, die nur von Lust und Laune geprägt sind.

Ich habe einmal erlebt, dass sich ein gleichaltriger Mann, der gerade verwitwet war, für eine dieser Frauen interessierte. Sie war völlig entsetzt, von einem „derartig alten Mann“ einen Antrag zu bekommen. Das mag ein Einzelfall sein, aber er spricht dafür, dass manche Frauen über 60 der Lust den Vorzug geben.

Wie Pegging von einer Strafe zu einer Herausforderung wurde

Zitat aus "Weiberherrschaft", Anonym, Ende 19. Jahrhundert
Selbst in den der pornografischen Literatur schwanken die Autoren (und erst recht die Autorinnen), ob eine am Mann vollzogene, instrumentelle Penetration als Strafe oder als Vergnügen zu werten ist. Der Mann auf der Straße steht dem Thema meist gleichgültig gegenüber, oder er ist voreingenommen, und möglicherweise gar empört.

Pegging - absolut inakzeptabel oder doch lustvoll?

Die Vorlauten wollen wissen, dass „so etwas“ nur schwule Männer tun, die „starken Kerle“ behaupten, es sei etwas für Schwächlinge, Weicheier oder gar „Sissys“. Und einige erröten leicht, weil sie entsprechende Erfahrungen haben. Den meisten von ihnen ist es peinlich, darüber zu reden – „passiv anal“, gleich wie die Praxis erfahren wurde, ist und bleibt ein Tabuthema.

Frauen führen "das Zepter" beim Pegging

Kaum jemand kann sich vorstellen, dass Frauen dergleichen gerne und vehement vollziehen. Doch der Mann, der Pegging erleidet oder genießt, geht selbstverständlich davon aus, dass es ihm eine Frau „besorgt“.

Doch genau so ist es – in allen Variationen der analen Stimulation und der besonderen Situation des „Pegging“, sind es Frauen, die das Zepter führen – oder besser gesagt: einen Dildo oder Vibrator, oftmals eine besondere Version, deren Spitze etwas gekrümmt ist. Je mehr Vibration zum Einsatz kommt oder je mehr der Dildo an die männliche Anatomie angepasst wurde, umsomehr dürfen wir auf „Lust“ tippen. Die monströsen, schlecht geführten oder trocken eingeführten Exemplare deuten hingegen auf Strafe, Folter oder sinnlose Herausforderungen des Körpers und der Psyche hin.

Literatur: von der Strafe zum Genuss

Dass es sich im Ursprung um eine Strafe, eine Revanche oder eine Demütigung handelte, steht außer Zweifel. Die Begriffe, die dabei verwendet werden, können wir hier großenteils nicht wiederholen, aber „Bitch“, also „Schlampe“ ist einer von den Harmlostesten für den penetrieren Mann.

Einem anonymen Autor des 19. Jahrhunderts folgend, wird die Strafe als eine Art „Revanche“ dafür angesehen, eine Dame vaginal penetriert zu haben. „Der Pfropfen schmerzte nicht gerade, aber er war fürchterlich unbequem“ heißt es – doch die Schmach, ihn überhaupt von Damen verabreicht zu bekommen, wiegt wesentlich schwerer. Vor allem wenn, wie in dem zitierten Buch, auch noch eine Zuschauerin dazu eingeladen wird. Indessen scheint sich der junge Mann später zu besinnen: Das „Röhrchen, das ihm eingeführt wurde, „brannte, aber es war nicht unangenehm.“

Wesentlich unangenehmer war da die nicht-instrumentelle Penetration einer „Lady Digwell“ in „The Petticoat Dominant“. Sie nahm einfach ihre Finger, was sie zuvor bereits als „unehrenhaft“ für den Mann angekündigt hatte, und ihr Opfer (Zitat)

Stöhnte und weinte, während sie mich gewaltsam niederdrückte und am Ende – oh Schrecken aller Schrecken – ihren Finger tief in mich hineinpresste.


Durchbruch der Lust erst im 21. Jahrhundert

Während des 20. Jahrhunderts gab es einen kurzen Boom ähnlicher Geschichten um Flagellation und anale Strafen, aber erst im 21. Jahrhundert kamen einige Dutzend E-Books sowie noch mehr Artikel auf, in denen die anale Penetration als Lust aufgewertet wurde. Und zwar sowohl bei knackigen Hetero-Kerlen wie auch bei lustvoll weiblich gestylten „Sissys“. Dabei geht es immer wieder um den Zwiespalt zwischen Erniedrigung und Lustgewinn, der auch bleibt, wenn Pegging nicht als „reine Herausforderung“ verstanden wird.

Kaum Gefühlsschilderungen, aber viele starke Gefühle

Die Wonnen der analen Penetration wurden allerdings kaum beschrieben. Und es ist wirklich eine Tatsache, dass viele Männer emotionale und physische Probleme damit haben, sich anal verwöhnen zu lassen. Wobei wir hier definitiv nur von der Penetration mit einem Gegenstand sprechen, und auch nur dann, wenn dieser von einer Frau geführt wird. Solltest du meinen, dass dies schon alles ist – nein, ist es nicht, denn es gibt da noch da noch andere Ängste, Schmerzen sowie Lüste und Wonnen, von denen wir besser nicht schreiben.

Was Männer über Pegging sagen und schreiben

Hübsch fanden wir die Meinung eines etwas älteren Mannes, man müsse darauf achten, dass die „Eintrittsöffnung“ nicht einfach „ein Loch“ sei, sondern dass dahinter ein menschliches Wesen voller Angst und Lust stecke. Bei der Penetration, das wissen dann eher erfahrene Männer, käme es sehr auf den Winkel an, in dem der Dildo eingeführt wird. Letzteres ist unzweifelhaft richtig, denn nur beim sinnlichen Kontakt mit der Prostata wird der volle Effekt der Lust erreicht. Schließlich steht unter den „Top Tipps“ stets noch, dass du gar nicht „zu viel“ Gleitmittel nehmen kannst.

Häufig wird gesagt, dass der Mann unbedingt entspannt sein muss – alles andere sei ein Krampf, und seltener wird darüber informiert, dass die meisten Dildos für Anfänger (natürlich auch Anfängerinnen) zu dick sind.

Zum Vergleich: Ein Damen-Zeigefinger misst ungefähr 15 mm im Durchmesser, und die kleinsten Dildos haben etwa 20 mm Durchmesser. Das reicht völlig aus, um den gewünschten Effekt der Lust zu erzielen.

Pegging - immer noch eine Herausforderung

Eine Herausforderung – das wissen wir aus glaubwürdigen Schilderungen – ist Pegging für einen „gestandenen“ Hetero-Mann immer noch. Doch die Abenteuerlust und das erstaunliche Gefühl, das sich beim Mann (und nur bei ihm) dabei einstellt, treibt eben doch viele Männer an, sich dem enormen Lustgefühl hinzugeben, das sich nur schwer beschreiben lässt.

(wird fortgesetzt, wenn ihr wollt) mehr Informationen (auf Englisch) über alle Arten von Analstimulation. Deutsch recht gut bei Netdoktor.

Hinweis: Wenn ihr über mehr Informationen aus der Literatur zwischen 1900 und 1999 verfügt, die nicht auf den Nachahmern und Plagiaten von "Gynecocracy" ("Weiberherrschaft") beruhen, dann schreibt mir bitte:

Pegging – der Begriff

Der Begriff „Peg“ hat im Englischen viele Bedeutungen. Außer der Wäscheklammer bezeichnet das Wort auch alle Arten von Pfählen, Stangen, Zapfen und Pflöcke. „Off-the-peg“ ist zum Beispiel Konfektionsware, also Kleidung von der Stange.

Pegging – ein neues Wort für eine alte Sexualpraktik

„Pegging“ folgt dem Begriff und bezeichnet zunächst ein Wort für „Pfählen“ oder „Pflocken“. Im weiteren ist es dann ein Begriff für eine bestimmte Art von instrumentellem Sexualverkehr. Er geht auf den amerikanischen Journalisten Dan Savage (2001) zurück.

Eine ungewöhnliche Methode, Männer sexuell zu reizen

Schon 1909 in Deutschland erschienen
Das Wort wurde ursprünglich dafür benutzt, um den mit einem Instrument vollzogenen Analverkehr zwischen einer aktiven Frau und einem passiven Mann zu beschreiben. Bereits der Marquis de Sade soll 1795 dergleichen beschrieben haben. Am populärsten innerhalb der erotischen Literatur dürfte hingegen die Beschreibung in der 1893 veröffentlichten Trilogie „Gynecocracy“ (Gynäkokratie) sein. Dort vollziehen unterschiedliche Frauen (teils als Mann vermummt) den instrumentellen Analverkehr mit einem jungen Mann, der seinerseits in Frauenkleider gesteckt wurde.

Als der Begriff „Pegging“ erschaffen wurde, gingen andere Begriffe für dasselbe Phänomen unter, wie beispielsweise „Strap-on-Sex“, „BoB“ (englisch) oder „Rollentausch“, „den Spieß umdrehen“ oder „Revanche“. Gelegentlich wird auch die englische Umschreibung verwendet „Was gut für die Gans ist, ist auch gut für den Ganter.“

Kaum sinnliche Beschreibungen, aber viel Pornografie

Was er für die Sexualität oder überhaupt für den Mann bedeutet, der Pegging erleidet, erduldet oder genießt, sollte getrennt behandelt werden. Allerdings scheitert dergleichen oft daran, dass Männer, die Pegging erlebt haben, ungerne darüber schreiben, gleich, ob sie die Praktik genossen oder verfluchten. Was die Frauen betrifft, die sich aktiv damit beschäftigen, so scheint es so zu sein, dass die größere Anzahl dabei wenig fühlt, und schon gar keine körperliche Erregung. In der einschlägigen Pornografie kommen gar keine Gefühlsregungen vor, dort wir nur optisch veranschaulicht, was möglich ist.

Wer etwas anderes liest, sollte die Quellen genau überprüfen, dann oftmals stehen Hersteller von „Toys“ dahinter, die angeblich sowohl den aktiven wie den passiven Teilnehmer sexuell reizen sollen.

Lest auch den Folgeartikel, in dem beschrieben wird, wie sich das "Strafpotenzial" in ein "Lustpotenzial" wandelte.

Kann denn Liebe Sünde sein?

Wollust als Haltlosigkeit?
Wir sollten mal über die Sünde sprechen. Denn viele Menschen glauben, dass sie sich „versündigen“, wenn sie lieben. Falls wir das präzisieren müssen: wenn sie so lieben, wie es die christliche Kirche nicht vorsieht. Denn „die Liebe an sich“ ist ja schon von Grund auf sakral – sie kann also keine Sünde sein.

Steigen wir ein bisschen tiefer ein: Wie kommen die Kirchen eigentlich auf die Idee, dass es Sünden gibt?

Das erklärt uns ein Autor von Wikipedia so:

Die Sünde besteht nach christlichem Verständnis in einer Abkehr von Gottes Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder im Sich-Verführen-Lassen.


Fassen wir’s mal zusammen: Wir müssen „Gottes Wille“ kennen, dürfen seinen Worten nicht misstrauen und uns nicht „dem Bösen“ zuwenden, das uns verführen will.

Halt! Leben wir eigentlich im historischen mosaischen Umfeld? Oder im Mittelalter?

Nicht frei, nicht gleich, dafür sündig und unmündig

Nein – natürlich nicht. Nach christlicher (insbesondere katholischer) Auffassung sind wir weder frei und gleich geboren noch zu Gottes Ebenbild, sondern leben von Geburt an unter dem Makel der Erbsünde. Ob das nun wirklich so in den Büchern Mose steht? Da könnt ihr ja mal einen Theologen fragen. Er wird euch wahrscheinlich sagen, dass die Erbsünde eine Konstruktion ist.

Und die Liebe? Sie existiert eben auch als Lust, und als Lust steht sie der Wollust nahe, und eben jene Wollust ist nicht nur eine Sünde wie viel andere, sondern eine Todsünde – und davon gibt’s nur sieben.

Die anderen sind Hochmut, Geiz, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit.

Wollust - die Mutter weiterer Sünden?

Was ist sie nun, die Wollust? Sie führt, so habe ich mir sagen lassen, zu weiteren Sünden, weil sie vom Genuss, dem begehren und dem unkeuschen Verhalten angetrieben wird. Pikanterweise wurde der Vorwurf der Wollust in Hexen- und Ketzerprozessen erhoben, und er richtet sich ebenso gegen einen großen Teil der „unkeuschen“ Literatur.

Im Volksmund sind „Sünden“ eher kleinere Abweichungen von ungeschrieben Gesetzen. Und weil wir „allemal Sünder“ sind, dürfen wir sie zumeist weglächeln.

Findet eure Antworten selbst; Sünder

Und was die Lust betrifft, die Sinnlichkeit, die Verführung und was sonst noch als Sünde zählt?

Findet eure Antwort darauf, wenn ihr katholisch seid, Mitmenschen. Und für den Rest gilt her, was Zarah Leander mit rauchiger Altstimme vortrug:

Liebe kann nicht Sünde sein,
doch wenn sie es wär'
dann wär's mir egal -
lieber will ich sündigen mal,
als ohne Liebe sein!


Wem das zu profan ist, dem füge ich noch ein Zitat aus „Schwester Monika“ hinzu (um nicht gleich de Sade zu zitieren, der hier wahrscheinlich als Ketzer herausfallen würde):


Beide, die Schönheit der Seele und die des Leibes, sind ja ohnehin dem Verderben und der Auflösung unterworfen, warum sie nicht genießen, warum sich ihrer nicht teilhaftig machen? Nicht zu lieben, nicht zu genießen, sind die größten Verbrechen gegen die Gottheit und die Natur.


Ja, die Gesetze … vor allem die mosaischen. Man wird unter den „Zehn Geboten“ keines finden, das die Lust an sich verdammt. Nur das Neiden, das Begehren des „Eigentums“ des anderen, das wird verdammt.

Zitat Leander: Nach der Aufnahme. Zitat "Monika" nach dem Original von 1815 aus einer Ausgabe von 1910. Als Autor gilt nach ausführlichen Textanalysen und anderen Indizien der Jurist und Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann.Bild oben (Auszug) Pieter Brueghel

Das Verlangen nach dem süßen Schmerz …

Geschönt oder real? Der süße Schmerz ...
Die Suchmaschinen bieten euch heute alles. "Das Verlangen nach dem süßen Schmerz" wird ersetzt durch „Das Verlangen nach Süßem.“ Da kann jedes Lieschen Müller ihr Scherflein beitragen, nicht wahr?

Das Hirn tickt, versucht Varianten zu finden. Das Verlangen, Schmerzen zu empfinden? Die Lust, Schmerzreize zu empfangen? Die lustvolle Sehnsucht nach dem süßen Schmerz? Oder der „Süße Schmerz“ schlechthin?

In der Romantik finden wie ihn, den süßen Schmerz – meist ist er ein in tiefer Seele empfundener Liebesschmerz, dann und wann auch der Schmerz des Verlustes schlechthin, und schließlich die Lust am Leid der Existenz.

Von Heine sind die Zeilen überliefert:

Ich fühle den süßen Schmerz der Existenz, ich fühle alle Freuden und Qualen der Welt, ich leide für das Heil des ganzen Menschengeschlechts, ich büße dessen Sünden, aber ich genieße sie auch.


Was Heine quält, will Kant wohl gelten lassen:

In Romanen, in denen man sich einer Art von Schmerz gern überlässt und es ist in der menschlichen Natur ein Grund dazu ... an seinem eigenen Schmerz ein Wohlgefallen zu finden.


In diesem Fall ist es die Lust, den Schmerz stark einwirken zu lassen, wohl, um in später endlich zu überwinden. Eher mit der leiblichen Lust hatte es wohl Hoffmann, der sich wie so oft auf die Musik bezog:

Der süße Schmerz der brünstigen Liebessehnsucht, war darin in einfacher Melodie, mit einer Wahrheit, mit einer Stärke ausgedrückt, die jedes fühlende Gemüt unwiderstehlich ergreifen musste.


Soweit der süße, bisweilen bittersüße psychische Schmerz, den Denker und Dichter beobachteten oder selbst an sich erkannten.

Der süße Schmerz - von der Psyche aufs Gesäß

Wie kommt die bittere Süße nun von der Psyche auf das Gesäß? Finden wir die Antwort etwa bei Hoffmann? Dort wird die junge Heldin, Malchen genannt, mit der bitteren Süße konfrontiert, die in Gestalt eines Komponisten auftritt. Sie soll mit entblößtem Gesäß die „Noten a posteriori“ (1) kennenlernen, wobei noch ergänzt wird: „Vielleicht erfindet sie daraus noch eine Philosophie der Musik.“

"Das Verlangen nach dem süßen Schmerz …" vollständig lesen

Im Harem von dem Pascha

Pracht und Langweile - aus der Sicht eines Orientalisten
Die Türkenoper entstand schon im 18. Jahrhundert – und schon bald geriet dabei der türkische Harem im Mittelpunkt. Und siehe: da werden Europäerinnen ins Serail verschleppt, und der Name „Serail“ wie auch die Orientromantik werden schon bald zu einem Symbol des 18. Jahrhunderts. Und dies auch (aber nicht ausschließlich) durch Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Singspiel „Entführung aus dem Serail“ nicht nur den Namen überlieferte, sondern auch die verklärte Romantik der Herrscher und der Frauen, die sie von Seeräuber aufkauften.

Orientmaler schwelgen - Paläste und schöne Frauenkörper

Von dieser schwelgerischen Romantik zeugen auch die vielen Bilder der Orientmaler, die in der Regel wunderschöne Frauen in leichten Gewändern zeigen, die nichts zu tun haben als Wasserpfeife zu rauchen und schön zu sein, falls der Herrscher sie rufen sollte. Dies alles ist mehr oder weniger erlogen.

Vorbereitung auf Lust und Strafe

Die Literatur geht einen ganz anderen Weg: Der erotische Roman an der Schwelle des 20. Jahrhunderts spiegelt die unglaublichen Varianten der Begierde und des Verlangens wieder. Diese Schriften zeigen die Vorbereitung auf die Wollust, aber auch auf die Folter, die jene erwartete, die sich nicht klaglos fügen. Manche der Schriften der damaligen Zeit haben kaum ein anderes Thema: Die westliche Frau gibt sich nicht willenlos hin, sondern widersetzt sich dem sexuellen Drängen der Herrscher, die ihre vermeintlichen Eigentumsrechte mit süffisanter Gewalt durchsetzen.

Sklavinnen für den Orient - der Weg in die Unfreiheit und Willkür

Der Orient mit Strafen
Wenn wir in das etwas dümmliche Werk „Die Lustobjekte einer Sklavenhändlerin“ schauen, finden wir einen Khan, der sich die Sklavinnen schon „vorbereiten“ lässt, bevor er selber „Hand anlegt“. Die anonyme Schreiberin Lizzy (Beauty and the Birch) berichtet ebenfalls von zahlreichen entwürdigenden Vorbereitungen der versklavten Damen auf die Aufgaben, die sie im Serail zu erfüllen haben. Sie selbst hofft auf einen Besuch, der ihr in der Tat ermöglicht wird. In einem berühmt-berüchtigten Briefroman schreibt sie:

Um die Wahrheit zu sagen, war ich fasziniert von der Vorstellung, dass mein Verlangen, die wunderschönen Sklavinnen in ihrem seidigen und parfümierten Gefängnis zu sehen, so groß ist wie deines …


Das Leben in Lust und Unfreiheit

Die erste Haremsdame findet sie schon bald. Sie trägt ein eng anliegendes Unterhemd, dazu eine im Schritt offene Unterhose, die ihren Körper fest von der Hüfte bis zu den Knien umschließt. Eine Begleiterin erklärt der Autorin, dass die Sklavinnen mit einer amourösen Literatur ausgestattet würden, und es noch andere Maßnahmen gäbe, um sie daran zu erinnern, dass sie Lustobjekte seien - eine wirkliche Aufgabe hätten sie nicht. Indessen – nur wenige (von den Favoritinnen abgesehen) hätten die Chance, vom Herrscher beglückt zu werden. Unwillige Damen wurden unter Einsatz von empfindlichen Körperstrafen gezwungen – das war ohnehin einer der Hauptinhalte der amourösen Literatur über den Orient.

Das alle entspricht der Vorstellung der Zeit: Der orientalische Herrscher lässt sich Sklavinnen schenken oder kauft sie Seeräubern ab. Und hat er sie mal, dann haben sie den lieben langen Tag keine anderen Aufgaben als sich der Lust hinzugeben – sogar der eigenen, falls der Herrscher dies gestattet. Und er in irgendeiner Form unwillig ist, fällt der Folter anheim.

Die Orientwelle im Schlager - Leila, Mustafa und Co.

Die Vorstellungen lebte in Gemälden, angeblich authentischen Fotografien, aber auch in Haremskarikaturen und dergleichen noch lange fort. Sogar der Schlager erlebte seine „Orientzeit“, sei es mit der „Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“, dem Türkensohn Ali, der die „Sklavin Nascha im Harem eines Pascha“ gerne geliebt hätte (denn das war seine Mascha). Und sicher – da war der Schlager Mustafa - einer der Topp-Hits der 1960er Jahre, und letztlich auch noch die gute Leila, von der sich ein Schmerz liebender Mann erhoffte, er würde sie „küssen und quälen“.Sogar der SPIEGEL glaubte damals, darin eine Tendenz zu erkennen.

Freilich war es schon zu Anfang des 20, Jahrhundert vorbei mit der Pracht der Paläste, der Harems und dem angeblich süßen und faulen Leben der Damen, insbesondere der Odalisken. Im Jahr 1909, nach dem Sieg der Jungtürken, war alles vorbei – und kam nie wieder.

Das wirkliche Leben der Haremsdamen
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Das Leben der Haremsdamen war weder erbärmlich noch war es glorios, hatte aber den Vorteil, dass die Haremsdamen eine ausgezeichnete Ausbildung genossen, die vielen Frauen jener Jahre verwehrt war - auch im Westen. Wer mehr wissen will, dem kann ich nur das Buch von Carla Coco empfehlen, das möglicherweise antiquarisch auf Deutsch, gewiss aber noch in Englisch zu haben ist. Würde ich hier darüber schreiben, os müsste ich ebenfalls auf diese Quelle zurückgreifen.

Und nochmals die Fantasie - bis heute

Zerrbilder des Harems auch heute
Der Harem lebt weiterhin in den Köpfen der Männer, und zwar genau im falschen Bild: Lauter junge, willfährige Frauen beschlafen zu können, ohne die geringste Verantwortung für sie zu übernehmen. Das ging nicht einmal im Osmanischen Reich.

In der Literatur finden wir auch heute noch alle möglichen und unmöglichen Machwerke, die historisch bedeutungslos sind aber offenkundig von der Liebe handeln – und manchmal auch von der Strafe. Bei Amazon fand ich auf Anhieb 91 Treffer – überwiegend für neuere E-Books. Was letztlich beweist: Der Harem fasziniert auch heute noch – vor allem Autorinnen.

Auch interessant: das Wissen um 1890 - nicht mal so schlecht. Auch im Renk Magazin.
Bild oben: Jan Baptist Huysmans, 1875
Bild unten: Männermagazin um 1960, Titelbild

Sexuelle Unterwerfung: die Theorie, die Wirklichkeit und eine Andere

In den 1930ern - so gerne devot ...
Was passiert, wenn eine feministische Theoretikerin plötzlich mit der Wirklichkeit am Nebentisch konfrontiert wird? Dann ist die Wirklichkeit nicht wirklich wirklich, sondern sie muss falsch sein.

Und schon fasst Katja Lewina zusammen:

Halten wir fest: Jemanden „einfach mal …”, das halten die beiden für männlich, Zurückhaltung im Gegenzug für weiblich.


Vielleicht – vielleicht auch nicht. Denn es mag ja sein, dass sich die beiden „Frauen am Nebentisch“ einfach mal nach einem Mann gesehnt haben, der „nicht lange fackelt, bis das Sofa wackelt“ und sich dies wirklich und wahrhaftig von Herzen wünschten. Und dann frage ich mich mal: warum denn nicht?

Weil es aus feministischer Sicht falsch ist, etwas zu fühlen, zu wünschen oder gar zu erwarten, was nicht in das theoretische Konzept passt.

Dieses Konzept wird ohne Grundlagen und ohne Beweise nachgeliefert: (Zitat)

Wie sehr kann so ein Hang zur Submission individuelle Veranlagung sein, wenn er doch eindeutig geschlechtsspezifisch ist?


Fragt sich: warum eigentlich „individuelle Veranlagung“? Warum nicht: „Eine individuelle Laune“, ein „persönlicher lustvoller Wunsch“? Müssen Menschen „Veranlagt“ sein, also ererbte, anerzogene oder gar evolutionsbedingte Anlagen haben, um sinnliche Unterwerfung, sinnliche Lust, sinnliche Herausforderungen oder überhaupt Sinnlichkeit von einem anderen Menschen anzufordern?

Eindeutig geschlechtsspezifisch - Behauptung mit schlechter Beweislage

Die Rolle des Mannes - so gesehen
Und: Fragt sich, was „eindeutig geschlechtsspezifisch“ ist. Der Beweis kann keinesfalls erbracht werden, wenn man einmal davon absieht, dass sich weibliche Säugetiere bei der Begattung tunlichst ruhig verhalten. Das allerdings hat einen Sinn, damit alles schnell und sicher über die Bühne geht –sonst kommt der Säbelzahntiger und frisst möglicherweise beide. Doch wir Menschen sind nicht wie alle Säugetiere, nicht wahr?

Alle dürfen sich wünschen, was sie wollen

Menschen hingegen spielen mit ihrer Sexualität – und das dürfen sie auch. Und dann kommt eben heraus: „Ach, ich würde mal gerne devot sein.“ Und um mal mit Zahlen zu arbeiten, die ziemlich ernüchternd sind: Männer sind wesentlich devoter als Frauen glauben – und das hat möglicherweise gar nichts mit Feminismus, Emanzipation oder sonst was zu tun. Aber viel mit der Lust an der Unterwerfung. Und die Unterschiede? Da muss man die Zahlen kennen, dann gleiten einem die Angriffe gegen Männer und die Appelle an Frauen nicht mehr so leicht aus den Fingern:

Die Zahlen sprechen gegen die großen Unterschiede

Rund 65 Prozent der Frauen träumen davon, dominiert zu werden. Ach, also doch? Lesen Sie weiter, dann finden Sie, dass dies auch für 53 Prozent der Männer zutrifft. Und was noch überraschender ist: 47 Prozent der Frauen wünschen sich, sexuell zu dominieren. Sicher überwiegend die Männer hier noch, weil 60 Prozent so votierten. Eine geringe Differenz, wie ich finde. Nun gut, „Secret“ will nur 38 Prozent dominante Wünsche bei Frauen festgestellt haben. Schon diese Zahl wäre mehr als überzeugend für das Verlangen nach Dominanz, auch wenn die Vergleichszahl für die Männer fehlt.

Bastelstunde mit "Sozialisation" - hat das Sinn?

Und, soweit es die Männer betrifft, ist der Wunsch nach sexueller Unterwerfung sicherlich nicht auf „feminine Sozialisation“ zurückzuführen. Und wieder: Vielleicht hat es gar nichts mit Sozialisation zu tun, sondern mit Lust.

Fragt sich auch noch: Welche Freude bereitet es eigentlich Autorinnen, ständig Keile zwischen „die Frauen“ und „die Männer“ zu treiben? Ist es sinnvoll oder nicht? Was bringt es jeder der Autorinnen, die es tun, persönlich? Und, was wirklich schlimm ist: Warum maßt sich eine Frau eigentlich an, das Verhalten und Empfinden anderer Frauen nach den eigenen Maßstäben zu beurteilen?

Zitate: Jetzt. Unsere Zahlen haben wir aus: Universität von Quebec, Kanada, von 2014. "Université du Québec à Montréal" von Joyal & Cossette & Lappier". Mir liegt das komplette Endergebnis vor. Bild oben: Anonymer Illustrator, nur Unterteil des Bildes. Das Bild unten wird einem gewissen "JIm Blake" zugeschrieben, dessen wirklichen Namen niemand kennt. Buchillustration gegen 1930.

Naht auftrennen: Droge Verliebtheit, Sex und Liebe

Zuerst die wichtigste Frage und zwei kontroverse Antworten:

Gehören Romantik, Sinnlichkeit, zärtliche Lust, Verliebtheit, Liebe und Sex zusammen?

Ja, wenn du ein „Plot“ im Hirn hast, ohne das du nicht leben oder lieben kannst. Nein, wenn du offen gegenüber dem Leben und der Lust bist und in der Lage, dich sowohl hinzugeben als auch den Verstand zu behalten.

Ursächlich gehört Liebe gar nicht dazu

Erst Liebe, dann Sex? Da liegt ein kleiner Fehler vor, dem so viele verfallen, dass man von einer Epidemie sprechen könnte. Tatsächlich ist es ganz anders: Der Körper produziert dien nötigen Drogen, um dir das Gehirn zu vernebeln und bringt dich dazu, Geschlechtsverkehr zu haben, während du im „Liebesrausch“ bist und alles raushaust (oder aufnimmst) was die Natur dafür vorgesehen hat.

Verliebtheit plus Sex: die Wahnsinns-Mixtur – und dann Liebe

Beim Menschen hält die Wahnsinns-Mixtur eine Weile vor: Frauen und Männer bilden dann manchmal Paare und gieren nacheinander, sooft es geht. Wenn du Glück hast, kommt dann auch die Liebe um die Ecke oder du rufst sie herbei. Daraus entstehen dann auch die langjährigen Beziehungen und Familien.

Sex und Liebe gehören nicht untrennbar zusammen
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Die Natur hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, jede Art von Sinnlichkeit, Lust und Begierde auszuleben, ohne dass wir einander lieben. Manche Männer und Frauen behaupten sogar, leidenschaftlicher zu sein, wenn sie die Person nicht lieben, sondern sie nur Begehren. Heftige sexuelle Reaktionen kann jeder solo erzeugen oder sich von einem Partner erzeugen lassen. Das ist wesentlich harmloser und ungefährlicher als die Illusion des Dreierpacks von Verliebtheit, Pseudoromantik und Liebe, der sich schnell als Illusion erweist und nach maximal drei Monaten aufgebraucht ist. Verliebtheit und Sex hingegen können die Emotionen auf ein zeitweiliges Hoch bringen – und das immer wieder, ob mit demselben Partner oder wechselnden Partnern. Du entscheidest allein, was gut für dich ist. Natürlich hoffen ziemlich viele Menschen, dies „all inclusive“ zu bekommen. Aber da gibt es ein Hindernis: Es ist mühevoll und zeitraubend, ein solches Szenario auszugestalten. Und viele (inzwischen auch viele Frauen) scheuen den Aufwand und die Einschränkungen.

Nichts ist natürlich außer Zeugung

Die Vorstellungen davon, was „natürlicher Sex“ ist, sind meist völlig absurd. Natürlich ist ein lebendiger Penis in einer natürlichen Vagina, und der Vorgang dient ausschließlich dazu, dass sein Sperma an ihre Eierstöcke gelangt. In Wahrheit ist Sex ein ganzer Cocktail sinnlicher, lustvoller und bisweilen auch befremdlicher Genüsse, die wir als „Sex“ bezeichnen. Die Lust kennt nahezu keine Einschränkungen: Viele Körperteile und „erogene Zonen“ sind reizbar, sie es durch lustvolles Berühren oder heftigere Aktionen, und Mund und Zunge lösen weitaus heftigere Reize aus, als sie beim „PiV“-Verkehr üblicherweise auftreten. Insofern sind „Lust schenken“ und „Lust genießen“ die wichtigsten Komponenten für „schönen Sex“

Und wo bleibt die Moral?

Die Natur kennt gar keine Moral, die Gesellschaft hat recht wenige ethische Vorstellungen über Sexualität – und das Christentum (entgegen mancher Aussage) auch nicht. Unser Moral ist daher das, was in uns ist: Offenheit, Freiheit, Lust auf Lust, aber auch Hürden und Grenzen.

Wer gewinnt, wer verliert bei der Partnersuche?

Akademiker - möglichst schicke mit hohem Einkommen
Der folgende Artikel beruht auf Beobachtungen, die sich zahlenmäßig nicht verifizieren lassen. Er behandelt jeweils drei Gruppen von Frauen und Männern, die besonders begehrt sind und versucht, dabei auch die Kehrseite der Medaille aufzuzeigen: Wer verliert eigentlich bei der Partnersuche?

Zuerst die Männer – die Gewinner

Gewinner nach Berufen: männliche Akademiker in besonders angesehnen Berufen mit gutem Einkommen, aber auch Geschäftsleute und Manager ohne akademische Ausbildung.

Gesucht von: allen Frauen jeglicher Bildung, die auf ihre Attraktivität vertrauen. Das Ziel ist meist eine länger währende Affäre, eine dauerhafte Beziehung oder eine Ehe. Das Ziel: Frauen, die auf diese Weise suchen, versprechen sich Geld, Macht und Ansehen durch die Beziehung.

Gewinner nach Männlichkeit: Männer mit Berufen, die Abenteuergeist, Kondition, Mut und Männlichkeit versprechen sowie Männer, die als Erscheinung oder vom Körperbau her betont „männlich“ wirken.

Gesucht von: Frauen, die an Männlichkeit, Potenz, Sex und einem aufregenden Leben interessiert sind, aber weniger an Kultur, geistigen Auseinandersetzungen und dergleichen. Das Ziel: „Starker Kerl an meiner Seite“.

Gewinner nach Alter: Männer über 50, die finanziell und körperlich halbwegs attraktiv sind.
Gesucht von: Frauen über 40, besonders solchen mit Heiratswunsch. Ziel: „Mit diesem Mann Spaß haben und alt werden können.“

Verlierer (Männer, pauschal)

Männer, die verlieren: Männer unter 30 sowie solche mit schlechter Ausbildung, negativ empfundener Vergangenheit, wankelmütigem Charakter, geringem Einkommen, schlechten Zukunftsaussichten und schwacher männlicher Ausstrahlung.

Verlieren Arbeiter und Handwerker?

Angeblich haben „Arbeiter und Handwerker“ keine Chancen bei Frauen mehr. Die Behauptung wird insbesondere auf Foren verbreitet.

Wie sieht’s tatsächlich aus?

Das stimmt so nicht, denn nach wie vor suchen Frauen vor allem verlässliche Männer – sie wollen „Zukunft einkaufen“. Allerdings hat die „Akademisierung“ der Frauen dazu geführt, dass sich viel von ihnen „zu schade“ sind, einen Handwerker, Verkäufer oder Arbeiter zu heiraten. Diese Situation muss sich erst einmal „auspendeln“, denn solange allzu viele Frauen im „Flaschenhals“ der Akademikersuche stecken, fallen ihre Chancen auf Ehe und Familie immer mehr. Langfristig wird sich das Problem also lösen. Ansätze dafür gibt es bereits heute.

Das Äußere, das Feminine - es begeistert immer noch
Nun die Frauen, die Gewinner

Gewinnerinnen nach Alter: Frauen zwischen 25 und 30, die äußerlich attraktiv und selbstbewusst sind, sind und eine solide Ausbildung haben.

Gesucht von: Männern jeden Alters und jeder Ausbildungsstufe – kurz: fast allen. Ziel: Sich mit Jugend und Schönheit zu schmücken oder mit einer jugendlichen Frau eine Zukunft zu planen.

Gewinnerinnen nach Berufen: Frauen in Kreativberufen unabhängig von der Ausbildung

Gesucht von: allen Männer, die keine langweilige Frau suchen, sondern sich Impulse für das gemeinsame Leben von der Frau erhoffen, insbesondere gebildete Männer und Manager sowie Akademiker. Ziel: Das Leben soll interessanter und abwechslungsreicher mit ihr sein.

Gewinnerinnen nach Weiblichkeit: Frauen in femininen Berufen, die Erotik, Liebe, Zärtlichkeit und Verständnis ausstrahlen – unabhängig von der Ausbildung.

Gesucht von: Akademikern, Managern, Selbstständigen – sie suchen eine sinnlich, gesunde, möglichst perfekte Frau, die sie als „feminin“ wahrnehmen. Allerdings auch von Männern, die die erotischen Fähigkeiten möglichst auskosten wollen und sich nicht binden wollen. Ziel: „Mit der Frau Genuss und Sinnlichkeit teilen.“

Verliererinnen (pauschal)

Frauen, die verlieren: Frauen ab 40 sowie Frauen mit hohen Ansprüchen, schwacher weiblicher Ausstrahlung, Überheblichkeit, schwachem Selbstbewusstsein, negativ empfundener Vergangenheit, wankelmütigem Charakter, ohne selbst erarbeitetes Einkommen, schlechter Zukunftsaussichten und fehlender erotischer Ausstrahlung.

Verlieren Akademikerinnen?

Akademikerinnen gelten nach einigen Modellen der Partnersuche als Loser, und es heißt, dass dagegen „kein Kraut gewachsen“ ist.

Wie sieht’s tatsächlich aus?

Geht man nach den männlichen Präferenzen, gehört eine akademische Ausbildung nicht zu den Top-Anforderungen an eine Frau, sie wird aber auch nicht ausdrücklich als „schädlich“ angesehen. Das Problem liegt ganz woanders: Auf „männliche Akademiker mit gutem Job“ fliegen alle Frauen, die mindestens einen Realschulabschluss haben und auch sonst glauben, „recht attraktiv“ zu sein. Das heißt: Es gibt einen Stau vor der Tür männlicher Akademiker.

BDSM ist nicht ganz das, was SIE denken

S/M - die sinnliche Art, lustvoll zu leiden
Viele – zu viele, wie ich meine – reden über BDSM – geradezu so, als stünde der Begriff so fest wie ein Kriegerdenkmal. Doch die Frage ist, ob man „organisierten Insidern“ die Definition überlassen sollte, was richtig, falsch, gut oder schädlich ist. Und letztlich muss man auch fragen, ob „BDSM“ wirklich ein stimmiger Begriff ist oder ein Sammelsurium von Meinungen, Ideologien, Praktiken und Lebensweisen. Ich will es für heute kurz machen, nicht alles hinterfragen, sondern vor allem differenzieren. Dann bekomme ich folgendes Bild:

Was ist BDSM wirklich?

Eine Bewegung, die besondere sexuelle Lüste aus der Schmuddelecke herausbrachte

Erstens eine Bewegung, die aus dem Untergrund an die Öffentlichkeit gegangen ist, um die besonderen Lustvarianten, die sie ausüben, deutlicher zu machen und sie dem „Geheimen“ zu entreißen. Diese Bewegung ist das Urgestein der Aufklärung über das, was sie selbst als „BDSM“ definiert haben.

Ein Netzwerk, das eine Subkultur darstellt

Zweitens ist sie eine Gruppierung von Menschen, die örtliche und überregionale Vereinigungen bilden, Bücher und Zeitschriften herausgeben und eine Art Subkultur bilden, die auch außerhalb wahrgenommen wird, zum Beispiel in der Mode. Ein Teil dieser Personen geht an die Öffentlichkeit und findet das, was sie tun, auch wirklich „chic“.

Eine neue Untergrund-Kultur?

Drittens ist es weiterhin eine Subkultur, die teils neu entstanden ist und auch neue Praktiken und Verfahrensweisen propagiert, wie „noncon“ und „Tunnelspiele“. Sie sind die umstrittenste Gruppe.

Ein Erwerbszweig im Bereich sexueller Dienstleistungen

Viertens ist es ein Erwerbszweig für sogenannte „Dominas“, die teils an der Subkultur hängen, teils aber auch ausschließlich aus finanziellen Erwägungen handeln. Ihre Kunden sind Kunden, und sie sind Dienstleister und kaum mehr.

Die besondere Lust einzelner Personen oder Paare

Fünftens ist es als „Sadomaso“ eine Lust von Paaren und Einzelpersonen, die sich in frivolen Rollenspielen engagieren, ohne zur Szene zu gehören oder sich damit verbunden zu fühlen.

Kritik an BDSM unerwünscht?

Interessant ist, dass Kritiker an BDSM stets damit rechnen müssen, von „der Szene“ angegriffen zu werden, auch wenn einige von ihnen religionsähnliche Ideologien oder gefährliche, menschenfeindliche Thesen vertreten.

Ideologen gegen Ideologen - ein dümmlicher Kampf

Bedauerlich dabei ist allerdings auch, dass die Kritiker(innen) oftmals selbst aus ideologischer (feministischer/religiöser/konservativer) Überzeugung gegen das Ausleben von als „BDSM“ bezeichneten Lüsten sind. Man wünscht sich dann mehr Offenheit, Liberalismus oder Toleranz gegenüber jenen, die wissen, was sie tun und dazu stehen.

Sehen wir einmal in ein sehr altes, recht humorvoll und pragmatisch geschriebenes Buch über S/M, dann lesen wir im Grunde nichts als Versöhnliches:

Sadomasochismus handelt vom Fabulieren über Sexualität, vom Abmischen von Fakten und und Fantasien, Dramen und Komödien, Traditionen und Innovationen. Das Verschlingen und Komplizieren von Gefühlen ist keine empfehlenswerte Praxis, wenn wir unseren Alltag ansehen. Aber gerade solche Praktiken geben uns die Möglichkeit, uns selbst zu entdecken und unsere Sexualität weiterzuentwickeln.


Es könnte Menschen geben, die schon immer einen Hang dazu hatten, sich neuen und herausfordernden Lüsten hinzugeben. Andererseits mag es solche geben, die erst durch andere „auf den Geschmack gekommen“ sind. Und es mag sein, dass in jeder Lust ein bisschen Sadismus und Masochismus wohnt. Das alles ist so normal, dass man gar nicht darüber erden müsste. Aber offenbar besteht ein Bedürfnis danach – und deshalb steht dieser Artikel hier.

Zitat von Miller/Devon, Fairfield 1995.

Informationen zu Masochismus, Sadismus und BDSM

Die ZEIT hat entdeckt, dass immer mehr Menschen dazu neigen. Die etwas härteren Gangarten der Lust zu erproben. Das Vokabular, das sie verwenden, klingt allerdings so, als hätten sie viele Bücher gelesen.

Bondage und Disziplin, Dominanz und Unterwerfung, Sadismus und Masochismus – oder einfach kurz BDSM. Wir sprechen über Sex mit Fessel und Peitsche, über Rollenfantasien mit Doktorspielen und Petplay.


Es klingt – in meinem Ohr – etwas klischeehaft, doch sagt die ZEIT, sie wolle eher gängige Klischees abbauen, wie sie beispielsweise in den bekannten Machwerken von E. L. James (Erika Leonard) und den daraus entstandenen Filmen verwendet werden. (Trilogie „50 Shades of Grey“, Roman „Grey“).

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Hoffen wir mal, dass es die erhoffte Erleuchtung bringt. Dafür soll die Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner sorgen.

Ich war etwas belustigt über den Hinweis, „die Wortursprünge von Sadismus und Masochismus“ habe der Psychiater Richard von Krafft-Ebing erläutert. Krafft-Ebing hat den Begriff „Masochismus“ in absolut böswilliger und abfälliger Weise aus Namen des Autors Leopold Ritter von Sacher-Masoch abgeleitet (also erfunden) und sich dabei auf sein Werk „Venus im Pelz“ bezogen.

Na schön, immerhin enthält der Beitrag einen Verweis auf die berühmte Studie zu sexuellen Abweichungen von Joyal & Cossette & Lapierre aus dem Jahr 2014. In ihr wird dargestellt, wie häufig sexuelle Fantasien sind, und wie sich solche Fantasien bei Frauen und Männern unterscheiden. Diese Studie lieht mir vor, und ich zitiere häufig daraus.

Wir hatten noch eine unveröffentlichte Betrachtung, die zum Thema BDSM passt - und hier ist sie.