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Menschen mit besonderen erotischen Interessen - und Du

Wenn du „ganz normal“ bist, und fest davon überzeugt, dass deine sexuelle Tendenz, Einstellung, Ausrichtung und Praxis richtig ist, dann ist alles OK mit dir.

Es ist dann allerdings nicht OK, Menschen mit anderen Tendenzen, Einstellungen, Ausrichtungen und Praktiken anzugreifen.

Diese Menschen können dir nichts Erotisches schenken, was du gebrauchen könntest – und sie wollen keine Geschenke von dir, weil du ihnen nichts geben kannst.

Sieh mal, was nichts für dich ist, ist nun mal nichts für dich. Überlass es anderen, die Freude daran haben.

Oh – ich weiß nur zu gut, dass du nicht akzeptieren kannst, dass andere anders sind, anders lieben und andere Gefühle genießen wollen. Aber nimm bitte hin, dass andere Menschen ganz anders sind als du. Und sie sind nicht dazu da, um dich zu ergänzen oder dich zu spiegeln.

Und wirklich, du musst nicht darüber nachdenken, was du an deren Stelle tun würdest, oder wie du sie von ihrem „Makel“ befreien kannst. Sie wissen, was gut für sie ist.

Der romantische Mann – ein devoter Mann?

Am Ziel seiner Wünsche oder Opfer seiner Neigung?
Dieser Artikel handelt von der unbewussten oder offenkundigen Macht, die manche Frauen auf Männer ausüben und diskutiert kontrovers, ob es dir (und ihm) wirklich guttut.

Stell dir einen Mann vor, der durch und durch romantisch und zuvorkommend ist. Er versucht, dir jeden Wunsch von den Augen abzulesen und legt noch ein Sahnehäubchen darüber. Er stellt seine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund, um deine zu erfüllen.

Gefällt dir das? Wolltest du schon einmal Prinzessin zu sein, ja vielleicht gar die Königin auf dem Thron der Liebe? Oder hast du es schon einmal erlebt?

Ein bisschen dominant sein nützt dir zunächst

Wenn du ein wenig dominant veranlagt bist, und dazu noch gewohnt, dass Männer dir gerne ihre Unterstützung anbieten, dann wirst du die Situation kennen. Es muss es sich dabei gar nicht um eine Liebesbeziehung handeln, es reicht, wenn der Mann dir als Kollege, Dienstleister oder Lieferant begegnet. Wenn er offensichtlich von dir begeistert ist, wird er dir von sich aus anbieten, Arbeiten für dich zu übernehmen, Probleme für dich lösen oder einige Dienste kostenlos zu verrichten, die er eigentlich berechnen müsste. Du tauscht dabei deinen Charme gegen etwas, was du gerne hättest, was dich beruflich voranbringt oder was dir Kosten erspart.

Wenn aus einem Gefallen die Gewohnheit wird, etwas zu fordern

Nimm an, dass es nicht dabei bleibt. Die nächste Arbeit, die er für dich ausführen könnte, das nächste Problem, das er für dich lösen könnte, die nächste Leistung, die er kostengünstig erbringen könnte? Je nachdem, wer du bist und wo es geschieht, lädst du ihn zu einem Kaffee in der Kantine ein oder zu einem Glas Wein in der Bodega. Oh, er wird stolz sein, von dir eingeladen zu werden, mit dir einige Zeit verbringen zu dürfen. Dann erklärst du ihm, was dich bedrückt – und er wird alles zum Besten lösen.

Was dir beruflich leichtfällt, geht vielleicht auch privat.

Einmal als Königin auf den Thron gehoben werden?

Gefällt dir so etwas? Wolltest du schon einmal Prinzessin zu sein, ja vielleicht gar die Königin auf dem Thron der Liebe? Magst du es, über alle Maßen bewundert oder gar vergöttert zu werden? Es gibt sie, die romantischen, etwas devoten Männer. Sie versuchen, deine Wünsche zu erraten, machen gerne Geschenke, manchmal auch solche, die völlig überzogen sind, und sie erwarten dafür nichts als dein gewinnendes Lächeln oder einen flüchtigen Kuss. Eine professionelle Domina hat jüngst behauptet, romantische Männer seien ideale Kandidaten, um sie völlig abhängig von ihrer Gunst zu machen. Solche Männer benötigten nur leichte sinnliche Anzeichen, um sich zu fügen und schließlich zu unterwerfen.

Gefällt dir die Machtfülle? Wolltest du schon einmal Prinzessin zu sein, ja vielleicht gar die Königin auf dem Thron der Liebe? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, es selbst auszuprobieren oder befremdet dich schon der Gedanke daran?

Der romantische Sklave und du

Manche der romantischen, etwas verwirrten und leicht devoten Männer bieten sich als „Lückenbüßer“ an. Sie ahnen, das sie nie wirklich in deinem Bett landen werden, aber sie nutzen die Chance, mit dir zusammen sein zu dürfen. Und weil sie dich immer wieder sehen wollen, werden sie dafür auch einen Preis bezahlen: Aufgaben für sich übernehmen, Restaurantrechnungen zu bezahlen und vieles mehr. Und sie werden andere soziale Kontakte vernachlässigen, weil sie denken, dass du die einzige emotionale Beziehung in ihrem Leben sein sollst.

Rückzugverhandlungen und Hass

Das ist der Grund, warum diese Männer nach und nach von dir abhängig werden. Nehmen wir an, du bist keine Lifestyle-Domina oder eine begnadete Männerdompteuse, dann wird dir ein solcher Lover früher oder später lästig. Dann ist es gut, wenn der Mann einsieht, dass er einen Spleen hat und du jetzt andere Wege gehen willst – und das ist die Voraussetzung, dass du selber wieder herauskommst aus der Nummer.

Ansonsten ist es sehr schwer, einen romantisch verliebten, devoten Mann wieder loszuwerden. Wahrscheinlich hat sich seine „fixe Idee“, dich zu „lieben“, schon so verfestigt, dass er nicht mehr von dir loskommt, und danach werden solche Männer wirklich lästig, weil sie gar nicht begreifen, wie beschissen ihr Zustand schon ist. Und dann hast du die Arschkarte und musst dich vor ihm schützen. Ich kann das niemandem wünschen.

Was, wenn der Mann ungewöhnlich romantisch ist?

Der romantische Mann - nützt er dir oder schadet er dir?

Nicht jeder Mann mit einer betont romantischen Neigung ist devot, und nicht jeder, der devot ist, ist auch gefährdet, einer Frau zu verfallen. Und du wirst vielleicht zunächst mal gar nichts dagegen haben, wenn er dich ein bisschen hofiert. Ja, vielleicht genießt du sogar, wie viel er für dich tut – es kitzelt dein Selbstbewusstsein.

Devot sein - aber nicht selbstlos: Wenn die Illusion platzt

Doch vergiss nicht: Wer extrem romantisch und ein wenig devot ist, muss nicht zwangsläufig auch selbstlos sein. Selbst jene, die gerne schenken und deinen Charme als Belohnung nehmen, erträumen sich mehr. Und wenn du dann nicht mehr gibst, ändert sich ihr Verhalten. Und du? Du hättest nie gedacht, dass der Preis eines Tages so hoch werden könnte. Und du bist nicht bereit, ihn zu zahlen. War nicht alles nur ein Spiel? Dein Charme gegen seine Leistungen? Ja, das war mal so. Und von einem Tag auf den anderen ist es anders.

Wenn diese Blase platzt, drohen schlimme Konsequenzen. Das Ansehen, das du dir beruflich erworben hast, fällt möglicherweise wie ein Kartenhaus zusammen. Der Geschäftspartner, dem du manchen Preis durch ein Lächeln abgerungen hast, verlangt plötzlich andere Konditionen. Und sollte sich gar einer der Männer geschädigt oder „ausgenommen“ fühlen, dann könnte deren Seele kochen und dich mit Hass überschütten.

Ich weiß, wie verführerisch es ist, verehrt und umworben zu werden, aber jemanden in die Abhängigkeit zu treiben ist eine ander eSache. Und deshalb: lass es bleiben. Es zahlt sich nicht aus.

Eine Sex-Arbeiterin über Sex-Arbeit

Eine Sex-Arbeiterin über Sex-Arbeit - wir wissen nicht, wie sehr sie Arbeit beschönigt, aber es ist sicher eine interessante Auffassung.

Was die Preise betrifft, die Sexarbeiter verlangen, sehe ich darin keine Herabwürdigung für Frauen, noch sehe ich darin einen Indikator für ihren Wert.

Stattdessen spiegelt der Preis nach meiner Auffassung die Servicequalität wider. Wie bei jedem anderen Job ist auch dein Einkommen ein Indikator dafür, wie erfahren du bist, welche Fähigkeiten du besitzt, und wie gut deine Leistungen sind.

Wenn manche Menschen verächtlich darüber sprechen, ich würde einen „Preis für meinen Körper“ oder mich selbst oder meinen Wert aufrufen, dann erkläre ich ihnen, dass dies nicht mit meinem Wert zu tun hat. Sondern mit der Zeit und der Qualität meiner Dienste, die ich innerhalb meiner Zusammenkunft mit Menschen verbringe.


(Selbstdarstellung einer Prostituierten in einem BLOG, Quelle unterdrückt. Umfokazi heißt "Fremder" und wir benutzen ihn für anyonyme Fremdbeiträge.

Bi, echt?

Tendenz "BI" für den Dreier?
Seit einigen Monaten recherchiere ich über Dreier – ja Triolen, also Gelegenheitssex in Gruppen mit drei Partnern. Einmal, um herauszufinden, wo sich Wunsch und Wirklichkeit trennen, und dann, um festzustellen, welche Strömungen besonders attraktiv für Voyeure (Voyeurinnen) und Leser(innen) sind, die von solchen Geschichten richtig geil werden sollen. Und schließlich wäre da noch die Frage, ob du solche Geschichten auch in die „seriöse“ Literatur einbetten kannst. Das kann ich heute leider nicht behandeln, aber ich kann sagen – alles, was es gibt, kann auch seriös beschrieben werden.

Ein Satz ist mir besonders aufgefallen (1):

Wenn eine Triole aus drei heterosexuellen Personen besteht, kann sie ganz nett sein. Wenn einer der Partner „bi“ ist, wird sie interessant. Und wenn mindestens zwei der Partner „bi“ sind, wird sie richtig abenteuerlich.


Stimmt das? Reden wir einmal über „Bi“.

Bi und Frauen

Reden wir also über „Bi“, und erst einmal über Frauen. Forscher haben definitiv festgestellt, dass Frauen eher „sexuell“ als heterosexuell sind, egal, wie sie das selbst sehen. Diejenigen, die damit umgehen können, bevorzugen zwar fallweise Frauen oder Männer, würden sich selbst aber nicht als „bisexuell“ bezeichnen. Die etwas verstörten Frauen, die sich „nicht entscheiden“ können, ob sie nun Frauen oder Männer lieben, neigen am ehesten dazu, sich als „bisexuell“ zu bezeichnen, und sie verhalten sich, bei Frauen wie auch bei Männern, meist höchst problematisch. Besonders Frauen, die von Grund auf sexuell aktiv und dabei auch herausfordernd sind, gehören sexuelle Kontakte zu Frauen zu den Genüssen, die sie sich einfach gönnen wollen.

Du kannst vielfach lesen, dass der Zungenkuss ein Auslöser ist: Manche Frauen geben einander leichthin Zungenküsse, und sie werden davon nicht sonderlich erregt. Andere hingegen verweigern Zungenküsse, weil sie fürchten, davon sexuell erregt oder als „lesbisch“ zu gelten. Du kannst aus fast allen Aussagen über „Frauen und Dreier“ entnehmen: Furcht und Neugierde halten sich die Waage. Vor allem haben „überzeugte“ Hetero-Frauen Angst davor, nicht zu wissen, wie sie eine Frau lustvoll befriedigen können – sie fürchten also, als „unerfahren“ zu gelten oder beim Sex mit Frauen zu versagen.

Bi und Männer

Bei Männern ist die Lage ein wenig anders. Männer geben einander wenig Chancen, körperliche Zärtlichkeiten zuzulassen. Sie fürchten meist, etwas von ihrer Männlichkeit zu verlieren, als „schwul“ zu gelten oder etwas in der Art. Selbst unter Swingern oder anderen tendenziell sexuellen Gruppen haben Hetero-Männer vorbehalte, sich auf andere Männer einzulassen. Jeder Versuch einer lustvollen Berührung durch einen Mann wird zurückgewiesen, und selbst jede ungewöhnliche Berührung oder sexuelle Handlung von Frauen wird zurückgewiesen, wenn sie nicht in den „üblichen Rahmen“ passt. Die neue Lust am „Pegging“ hat daran offenbar wenig geändert. Ein kleiner Trick hilft im erotischen Roman (und möglicherweise auch dann und wann in der Realität): Bei einem sogenannten FMM-Dreier verführt die Frau beide Männer und bereitet sie darauf vor, auch aneinander gefallen zu finden.

Was sagt uns das alles über "Bi"?

Das Wort „Bi“ oder „Bisexuell“ steht überwiegend für Menschen, die in ihrer sexuellen Präferenz schwanken, aber nicht für solche, die darin eine Möglichkeit sehen, ihre erotischen Fähigkeiten zu vervollkommnen oder zu mehr Genuss zu gelangen. Swinger, Darsteller(innen) und Menschen in erotischen Dienstleistungsberufen sind dabei eher geneigt, sich der Lust hinzugeben als zu fragen, wer sie gibt und wer sie empfängt.

Da viele Dreier, die in der Öffentlichkeit beschrieben werden, sogenannte MFF-Dreier sind, fühlen sich Frauen eher genötigt, dafür zu sorgen, dass „alle Beteiligten daran Spaß haben“. Was im Klartext heißt, sich auch um die „zweite Frau“ zu bemühen, wenn sie darin schon etwas Erfahrung haben.

Also: keine Angst davor, dass „Triolen“ auch gleichgeschlechtliche Komponenten enthalten. In der Realität gibt es darüber zumeist Absprachen, während es in erotischen Romanen meist Impulse sind, die eine gleichgeschlechtliche Aktivität einleiten.

(1) Ich erinnere mich nicht mehr, wo dieses Zitat (in französischer Sprache) stand.
Bild: Groschenroman (Titel) ohne Datum

Petting … die Lust der 1950er Jahre

Nur anfassen ... allerdings meist bei jüngeren Pärchen
Eltern und Erzieher waren ganz entsetzt, als sie hörten, dass deutsche „Backfische“ und schneidige Jünglinge auf den gerade in Mode gekommenen Partys „Petting“ praktizierten.

Sicher, sicher – das war eine Methode, bei der es nicht „zum Letzten“ kam, wie man damals sagte, aber man befürchtete, dass die jungen Frauen dabei „erweckt“ würden. Das hieß wiederum, dass sie möglicherweise durch die Berührungen der „primären und sekundären Geschlechtsmerkmale“ Lust bekommen könnten. Man stellte sich allgemein vor, dass eine Frau, die einmal „erweckt“ war, dann vielleicht einen Freund nach dem anderen haben würde … eine ganz schreckliche Vorstellung für die damalige Zeit. Und ob es auch dabei bliebe? Bei diesem Gedanken Gedanken wurden die Gesichter dann noch fahler.

Tendenziell zogen sich die Pärchen dabei in jenen Jahren nicht einmal aus. Ihre Hände wanderten dabei zunächst neugierig über die Kleidung, streichelten mal hier und mal dort und „verirrten“ sich gelegentlich eben auch mal unter der Kleidung. Oft war es die reine Neugierde, wie der Partner oder die Partnerin wohl reagieren würde. Und manchmal waren sie schockiert, was passierte, wenn sie allzu intensiv über das strichen, was sich im Schritt befand. Denn gelegentlich war der Druck so groß, dass etwas Klebriges in die Unterhosen entwich oder gar auf Bluse oder Rock tropfte. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, was dann "zuhause" los war ... ach, wenn Mutter das entdeckte ... nicht auszudenken!

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Doch als die Pornografie eine erste Blüte erreichte, wurde auch das „Petting“ wiederentdeckt, wie dieses Bild aus den 1970er Jahren zeigt. Ganz offensichtlich ist das Pärchen schon ein paar Jährchen über das Alter hinaus, in dem man „Petting“, auf Deutsch auch abfällig „Fummeln“ genannt, intensiv betrieb.

Süchtig nach Liebe?

Liebessucht und Romantik
Schlimmer als die Gier nach Sex ist ist die Sucht danach, Liebe zu empfangen. Schau mal, wenn du jung bist und von allen geliebt wirst, dann hältst du für selbstverständlich, dass du Liebe empfängst. Bis dir jemand sagt: „Du musst dir die Liebe erst verdienen.“ Der Moment, in dem es dir jemand sagt oder du es einfach spürst, dass die Liebe nicht mehr auf dich fällt wie Manna vom Himmel, kann ein Wendepunkt sein.

Wenn du erwachsen wirst, und du Liebe mit Lust und verbindest, wirst du zusätzlich erkennen, dass es diesen merkwürdigen Zustand des Verliebtseins gibt. Und wenn du nicht so naiv bist wie die meisten Menschen, dann weißt du: Da arbeitet eine Manufaktur wahnsinnig gefährlicher Drogen in dir, um die Verliebtheit zu erzeugen. Sie lähmen dich, sie hindern dich an der Arbeit und sie machen dich leichtsinnig.

Die Liebeslust ist eine erneuerbare Energie – aber sie wirkt nicht nachhaltig. Das hat die Natur tatsächlich so gewollt. Es wäre nicht gut, wenn die Droge deine Existenz gefährden würde.

Du kannst dich dafür lieben, geliebt werden zu wollen – das lässt sich einrichten, wenngleich nicht komfortabel. Und du kannst dich dafür hassen, weil du so schrecklich viel von dir selbst verschenken musst, wenn du es tust. Dann denkst du vielleicht: „Ich schenke anderen so viele Liebe, aber ich bekomme so wenig dafür zurück.“

Falsche Romantik und Gefühls-Handel

Manche sagen dann: „Oh, ich habe so viele negative Erfahrungen gemacht“, im deutschen Sprachraum wohl auch: „Ich habe ständig in Gefühle investiert und nichts damit erreicht“. Einige erinnern sich, wie sehr sie sich aus Liebeslust erniedrigt haben, wie sie Warnzeichen übersahen und etwas romantisierter haben, was in Wahrheit schrecklich war.

Der Weg hinaus ist schwer, denn die Drogenproduktion kann jederzeit in Gang gesetzt werden – da reich oftmals ein Blick, ein Wort oder eine Berührung. Und die Gefühle sind ja nun wahrhaftig nicht ausschließlich negativ.

Wie es scheint, sind es die geheimen Erwartungen, die mit der lustvollen Begierde verbunden sind. Eine sinnliche Nacht, ein erotisches Wochenende, sechs lustvolle Wochen? Wem das genug ist, der mag es tun und genießen. Wer aber im Grund etwas anderes will, nämlich eine verlässliche Beziehung, der wird enttäuscht werden.

So – also, was kann man tun?

„Liebe“ bezeichnet drei unterschiedliche Gefühle: Die Liebe, die durch Suchtstoffe erzeugt wird, heißt Verliebtheit. Die Liebe, die im Hirn gedanklich zusammengepusselt wird, heißt Romantik. Die Liebe, die schließlich aus der Gemeinsamkeit erwächst, heißt dann wirklich Liebe und bezeichnet die Lust, gemeinsam in Sinnlichkeit durchs Leben zu gehen.


Mach dir klar, dass du unter Drogen stehst

Wichtig ist, zu wissen, dass Verliebtheit tatsächlich auf den Einsatz körpereigener Drogen beruht. Ich denke, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung werden dies verneinen, obgleich es Standardwissen ist.

Mach dich frei von Romantik

Romantik gibt es nicht in Reinform. Unser Gehirn erzeugt sie aus Fragmenten, oft erst viel später, wenn die Ereignisse nur och in der Erinnerung existieren.

Genieße das, was du tust

Genieße das, was du tust, in dem Moment, in dem du es tust. Denke dann nicht an die Vergangenheit und nicht an die Zukunft.

Liebe dich selbst

Liebe dich selbst in Körper, Geist und Psyche. Scheu dich nicht, dazu zu stehen.

Hör auf, mit Liebe zu handeln

Wenn du kannst, schenke anderen Liebe, aber erwarte nicht, dass du jedes Mal etwas „zurückbekommst“. Das ist Handel oder emotionale Prostitution. Sollte es dir nicht gelingen, auf soclhe psychischen, geheimen „Deals“ zu verzichten, dann hör mit dem Spiel auf.

Der Weg hinaus …

Der Weg aus der Abhängigkeit (egal von welchem Suchtstoff) ist immer durch die Tür … diesen Schritt musst du schon tun. Und gerade bei der Verliebtheit und der Romantisierung kannst du ganz viel selbst tun, um dich vom Druck zu befreien.

Titelbild: Titel eines Groschenhefts ohne eindeutigen Autor, möglicherweise 1952, vielleicht auch viel früher.

Wie kann man die Sinne schärfen und die Lust erhöhen?

Einfaches Arrangement: Schal und Warenhaus-Handschellen
Der Mensch verfügt über mindestens fünf Sinneseindrücke, die für unseren Alltag unerlässlich sind. Sobald wir die Wichtigsten davon willentlich stilllegen lassen, schärfen sich die übrigen. Um einen starken Lustgewinn zu erreichen, wird im Allgemeinen geraten, alle Sinne auf Berührungen zu reduzieren. Die Kombination aus Unsicherheit, Furcht und Genuss bietet ein Spielfeld für alle Menschen, die mehr Lust oder erregendere Lust empfinden möchten. In den weitaus meisten Fällen werden „Hören“ und „Sehen“ blockiert, um die Empfindlichkeit der Haut heraufzusetzen.

Augen und Ohren und Bewegungshemmungen

Augen – sobald die Augen verbunden werden, versuchen wir, das Gehör zu schärfen – und zugleich werden die Berührungsreize stärker empfunden. Klar, dass diese Methode ausgesprochen beliebt ist – sogar bei Paaren, die ausgesprochenen Blümchensex praktizieren.

Ohren – ein Mensch, der nichts hört und nichts sieht, ist am sensibelsten für alle Berührungsreize. Nur die Ohren zu verstopfen ist dann angebracht, wenn jemand nicht hören soll, was auf ihn zukommt oder wer sich außerhalb seines Sehfelds im Raum befindet.

Nase – das Riechen ist bei den meisten Menschen nicht sonderlich ausgeprägt. Deshalb lohnt sich kaum, den Geruchssinn zu blockieren.

Zu alldem kommt noch das Grundbedürfnis, jemandem ausweichen zu können, sich also einer möglichen Berührung zu entziehen. Im Spiel mit der Lust soll genau das oft verhindert werden. Dazu werden sanfte bis harte Fesselung benutzt – je nach dem Sinn und Ziel des erotischen Spiels.

Von super sanft bis extrem hart

Wenn wir da alles zu einem Paket schnüren und allerlei Möglichkeiten finden, den Partner lustvoll zu berühren, sei es mit der nackten oder behandschuhten Hand, dann haben wir die Grundlagen. Nun können wir ihn auch mit anderen Körperteilen (Lippen, Brüsten, Füßen) berühren, ihn mit Stoffen (Seide, Federn oder auch Sisal) überstreichen oder Gegenstände auf seine Haut einwirken lassen, zum Beispiel einen Teppichklopfer. Das alles ist anhängig davon, wer mit wem was spielen möchte, und die Grundzüge dieser Spiele müssen unbedingt vorher vereinbart werden.

Ihr könnt unschwer erkennen, dass hier unglaublich sanfte Spiele (Augenbinden, Federn, Seidenstoffe, Schals als Bewegungshemmer) verwirklicht werden können wie auch Spiele härterer Gangart (Masken, Eis und Wachs, Flogger und Handschellen).

Sicherheit zuerst

Jedes der Spiele muss sofort und ohne Widerspruch unterbrochen werden können – dafür gibt es Sicherheitswörter. Und im Moment der Gefahr sollten sich eventuelle verwendete Fesselungen sofort lösen lassen –ungefähr so schnell, wie man einen Hund von der Leine lassen kann.

Wird jetzt der Mann in den Mittelpunkt gestellt?

Erstaunlicherweise haben derzeit zahllose Journalisten den Mann entdeckt. Genau gesagt: seine Sexualität.

Im Prinzip ist das richtig. Denn nahezu alles, was Männer über ihre Sexualität hören (und oft nicht hören wollen), stammt von Frauen. Vom generellen sexuellen Verhalten über die Zärtlichkeit und Sinnlichkeit bis hin zur sinnvollen Penisgröße und der Potenz – alle Aussagen kommen von Frauen. Teils von weiblichen Individuen mit viel Erfahrung. Das mag der Mann gelten lassen, zumal diese Frauen sinnvolle Vorschläge zur generellen Modifikation und Luststeigerung unterbreiten können. Wenn aber „die Gruppe der Frauen“ sich über das männliche Geschlecht hermacht, um es einseitig zu definieren, dann ist die Grenze erreicht, an der sich Männer mutig wehren müssen.

Es gibt keine simple Sexualität beim Mann

Die männliche Sexualität ist nicht „offenkundig“ und sie ist keinesfalls „simpel“. Die meisten Frauen haben darüber absolut einseitige Vorstellung – und erstaunlicherweise auch viele Männer.

Wäre es da nicht an der Zeit, etwas über männliche Sexualität zu schreiben? So einfach aus dem Gefühl heraus? Ohne „akademische“ Hintergründe?

Über den Penis hinaus denken ...

Manchmal denke ich, dass Frauen nicht wissen, was eine Prostata ist, wo sie sich befindet, was im Mann vorgeht, wenn sie sich explosionsartig entlädt. Und oftmals erfahre ich, dass es Männer auch nicht so genau wissen.

Es wäre also wirklich und wahrhaftig an der Zeit, darüber zu reden, dass Männer sinnlich, sensibel und vielschichtig sind. Und dass sie sich vielleicht etwas anderes vorstellen könnten als das, was sie so oft tun: Eine Frau zu vögeln, weil gerade eine verfügbar ist.

Meinungen? Dann mal her damit.

Darf sich ein Alpha-Mann einer Frau unterwerfen?

Omegasiert - oder weiterhin Alpha mit Kleid und Perücke?
Loslassen und sich einlassen sind die wichtigsten Dinge, die ein Mann tun kann, um die Lust neu zu entdecken. Deine Männlichkeit wird nicht bedroht, wenn du farbige Hosen oder Hemden trägst. Und du wirst feststellen: mit der geeigneten Partnerin nicht einmal dadurch, dass du feminine Dessous trägst oder die Geschlechterrolle wechselst. Wenn du ein innerlich gefestigter, selbstbewusster Mann bist, droht dir kein Absturz.

Aber – du wirst jede Menge neue Erfahrungen machen. An Körper, Geist und Seele. Und vielleicht wirst du manche neue Form unendlicher Geilheit kennenlernen.

Wenn wir das Ganze mal von der Psycho-Seite aus sehen: Der Omega-Mann wirkt albern, wenn er die Rolle „annimmt“, die er sowieso schon hat, nur femininer. Und er ist ziemlich uninteressant für Frauen, die gerne dominieren. Denk mal so: Warum sollte es interessant sein, einen Mann zu dominieren, der sowieso alles mitmacht und vorausschauend unterwürfig ist? Es hat keinen Sinn. Die starke, erotisch dominante Frau will einen Mann, der sinnlich und lustvoll ist, kraftvoll und selbstbewusst. Sie darf ihre Macht spüren, und er seine Ohnmacht, sich ihren Wünschen und Lüsten zu widersetzen.

Beschäftigen wir uns zu wenig mit dem Menschen im Mann?

Die meisten Männer vergleichen sich mit anderen Männern. Es geht nicht immer darum, wer den dicksten und längsten Penis hat oder ein entsprechendes Konto. Aber eben auch. Nur wenige Männer sehen sich als Individuum, dem der Rest des Rudels scheißegal ist.

Wir Männer beschäftigen ums in den letzten Jahren leider auch damit, wie Frauen uns sehen. Wir tun sehr viele Dinge ihnen zuliebe, und mit jedem Windstoß, den der Feminismus in die Welt bläst, fragen wir uns: „Oh, entsprechen wir noch (schon) diesem Bild?“

Was wir tun sollten? Weder Maskulinisten noch Feministen. Es reich wirklich, ein Mensch zu sein. Das ist fast alles, Leute … bis auf … bis auf die Tatsache, dass die Feministinnen die besser Presse haben. Die Journaille reagiert wie ein aufgescheuchter Haufen von Hühnern, wenn Feministinnen wieder mal etwas in die Welt tragen müssen.

Ich las gerade:

Der Feminismus ist die einzige Ideologie, die einen Plan für das Leben der Männer hat.


Nun, nicht die Einzige. Aber der Feminismus will Frauen einerseits und Männern andererseits psychologisch umerziehen. Das gelingt ihm (gleich in welcher Welle) nicht – und dann versucht man es eben mit den Männern, mit denen es ebenso wenig gelingt. Und wenn beides nicht geht, dann grollt die Feministin.

So kann es nicht weitergehen. Wir sollten uns mit Menschen beschäftigen – übrigens auch sexuell. Im tiefsten inneren Fühlen gibt es keine Ideologien, sondern da spricht die Natur mächtige Worte. Wir können sie beschreiben, diese Worte der Natur. Aber wer hat schon den Mut, zur „Feder“ zu greifen?

Sex - die Frage nach dem „P“ im „V“

Das "P" im "V"
Meine Leserinnen werden mittlerweile wissen, was „PiV“ bedeutet. Ja, es ist die Frage, ob und wie du „penetrativen Sex“ siehst, praktizierst und genießt. Ich hoff wirklich nicht, dass jemand sagt: „Aber nur das ist doch wirklicher, echter Sex.“

Die nächste Frage ist dann immer (und sie ist nun wirklich schrecklich): „Und wie soll er sein?“

Es ist wirklich besser, wenn niemand fragt und du nie antworten musst, oder?

Na schön. Ich versuche mal, Sinn in die Frage zu bringen, und ich beziehe mich mal auf eine sehr erfahrene Frau, die dies sagte:

Nicht alle meine Sexualpartner hatten Penisse, und trotz der Abwesenheit eines Penis kann ich immer noch wirklich erfüllende und ausgefallene sexuelle Erlebnisse haben. Und sollte ein Penis verfügbar sein, ist seine Anwesenheit nicht so relevant wie die Frage, ob er ein erfahrener und leidenschaftlicher Liebhaber ist.


Sollte ich mich nun erstmal an die Männer wenden, die Stolz auf ihre Stückchen sind oder eben auch besorgt um sie?

Ich könnet ja nun sagen: Jungs, ihr habt zwei Hände mit je 10 Fingern, hübsche Lippen und eine Zunge, das dürfte fürs Erste reichen, oder? Oh, da trete ich ins Fettnäpfchen. Denn erstens glauben die Männer, unter solchen Bedingungen dürften sie das Erlebnis der „warmen Umschlingung“ der Vagina nicht genießen, und zweites kämen sie dann ja gar nicht zum „Entleeren“.

Aber da ist noch was.

Bedauerlicherweise bestehen ja viele Frauen auf die P-Sache, auch wenn sie es eigentlich gar nicht so richtig mögen. Nur – all diese Alternativen – die ängstigen sie ganz fürchterlich. Also, konkret: Immer wenn das „P“ nicht im „V“ landet, dann ist es kein „echter Sex“. Oder er ist „schmutzig“.

Wow! Wer hätte das gedacht. Alles ist möglich, und vieles von dem, was möglich ist, ist sogar viel intensiver als das, was Mister „P“ und Miss „V“ vorher gekannt haben. Aber sie versuchen es erst gar nicht.

Oh, oh … was mag der Grund sein, dass sich Männer ständig fragen, wie sie größere Kaliber bekommen, und Frauen sich „eigentlich“ gar nicht so sehr dafür interessieren. Und warum glauben fast alle Frauen, dass Männer unbedingt „PiV“ wollen? Oder: Warum geben sie ausgerechnet das so bereitwillig, wenn sie doch im Grunde nicht viel davon haben?

„Besser, du fragst so etwas nie“, hat mir mal ein Mann gesagt, „du kriegst nie eine ehrliche Antwort.“ Aber warum sollten wir nicht fragen? Können wir nicht zugeben, dass da ein Problem besteht? Oder ist es gar keines? Was meint ihr dazu?

Was wird nun eigentlich aus Tumbr?

Fatima Xberg hat TUMBLR den Rücken gekehrt – meiner Meinung nach der richtige Schritt. Das Portal spielt sich neuerdings als Sittenwächter auf – und das ist schon von Grund auf eine Ungeheuerlichkeit. Dann was am Ende der Zensur anheimfällt, kann niemand wirklich sagen – Dummheit macht weder vor Menschen- noch vor Maschinen-Entscheidungen halt.

Fatima schreibt:

Da ich nicht beständig mit „intelligenten“ Menschen oder „menschlichen“ Maschinen über den Wert meiner Arbeit streiten möchte, habe ich mich entschlossen, mein Tumblr-Konto zu verlassen und zu kündigen.


Wenn dies alle Menschen tun, die sich als Erwachsene fühlen und zugleich Verantwortung tragen, was bleibt dann noch für „Tumblr“? Kitsch und Promis? Kaninchen und Blümchen?

Ich gebe zu: Nicht alles, was auf Tumblr zu sehen ist, gefällt mir. Aber ich muss wirklich nicht ansehen, was mir nicht gefällt. Und selbst wenn die Darstellungen sehr, sehr anzüglich sind, so sind es doch immer Dokumente der Zeit.

Ich habe mich übrigens in etwas dunkleren und nicht so liberalen Zeiten schon einmal mit einem Portal herumgestritten, das solche Dinge tat, ich nenne den Namen hier nicht. Aber es ist inzwischen zur Bedeutungslosigkeit verkommen.

Der Hintergrund: Wenn man nicht weiß, wer der Zensor ist und nach welchen Kriterien tatsächlich zensiert wird, dann traut sich am Ende niemand mehr, irgendetwas zu veröffentlichen, was über Tralala und Larifari hinausgeht.

Tumblr gibt den Saubermann

Die Blog-Gemeinschaft hinter Tumblr hat angekündigt, mit Wirkung vom 17. Dezember 2018 keine „Pornografie“ mehr auf ihren Webseiten zuzulassen. Was darunter genau zu verstehen ist, wurde noch nicht völlig klar. Nur eins ist sicher: da wird ein Zensor installiert, und er bestimmt in Zukunft, was Menschen sehen oder lesen dürfen und was nicht.

Die offizielle Begründung lautet, man habe die Verantwortung, die Auswirkung der Inhalte auf verschieden Altersgruppen, Bevölkerungsstrukturen, Kulturen und Denkweisen zu berücksichtigen. Dabei, so heißt es weiter, sei man zu dem Schluss gekommen, dass man „ohne diesen Inhalt die Möglichkeit habe, einen Ort zu schaffen, an dem sich mehr Menschen wohlfühlen.“

Die Begründung habe ich in ähnlicher Weise schon vielfach gelesen. In Wahrheit knickte man immer wieder vor den Moralaposteln ein oder fürchtet sich davor, von politischen oder religiösen Gruppen angegriffen zu werden.

Die Theorie hinter einem erotischen Spanking

Die erotische Traumwelt weicht etwas von der Realität ab, aber ...
Das Schlagen auf das bekleidete oder entblöße Gesäß – im englischen „Spanking“ oder auf Deutsch verniedlichend „Popovoll“ genannt, ist für viele ein Horror und für wenige eine Lust.

Bevor ihr weiterlest: Bei der Diskussion um „Spanking“ in den USA ist die unsinnige „Erziehung“ von Kindern und Jugendlichen gemeint. Hier geht es grundsätzlich nur um Erwachsene, die wissen, was sie tun und die sich frei und gleich auf Spiele unter Erwachsenen einlassen.

Der Erwachsene und die "andere" körperliche Nähe - reine Lust und keine Strafe

Über die Gründe für die Lust am „Popovoll“ (Hinternvoll) kann man philosophieren und psychologisieren. Eher weniger wissenschaftliche orientierte Menschen wollen wissen, dass es sich dabei um ein besonders intensives Gefühl körperlicher Nähe handelt, das von andern sinnlichen Hautkontakten abweicht. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, ob es sich dabei wirklich um einen Akt der „Bestrafung“ handelt oder um ein Vergnügen, das im Grunde gar nichts damit zu tun hat. Und nicht zuletzt wird die Frage aufgeworfen: Wer spürt die Lust daran (oder auch den Schmerz, wie wir noch sehen werden) stärker: derjenige, der schlägt oder derjenige, der geschlagen wird?

Was wir wissen, ist lediglich dies: Für denjenigen, der aus erotischen Gründen geschlagen werden will, beginnt damit eine sinnliche Lust, die Körper, Geist und Psyche erregt. Derjenige aber, der schlägt, erlebt überwiegend einen geistig-psychischen Rausch, der dennoch kontrolliert abgewickelt werden muss – und das kann eine verdammt harte Aufgabe sein, wie wir hörten.

Kürzlich las sich in einem Blog , stark gekürzt (1):

Ich mag die Schläge auf den Po um ihrer selbst willen. Für mich bedeutet es niemals „eine Bestrafung“. Vielmehr eine sinnliche Handlung, in der „Haut auf Haut“ trifft. Nur Handschläge. Meistens bin ich diejenige, die Schläge verabreicht. Und manchmal waren meine Handflächen hinterher geschwollen und gefühllos. Ich nutze das sensorische Feedback meiner Hand (oder meiner Hände) um zu beurteilen, wie weit mein Partner schon ist und wie weit ich noch gehen kann.


Die akademische Betrachtung versagt oftmals

Wahrscheinlich würden Philosphen, Psychiater und Psychologen zu anderen Schlüssen kommen, doch warum sollten wir ihre Meinungen höher bewerten als die Erfahrungen, die Erwachsene im realen Leben damit gemacht haben?

Erstaunlich ist, wie wenig all die klugen, akademisch gebildeten Menschen noch zu sagen haben, wenn man sie über die Motive befragt. In einem älteren Werk können wir nachlesen, für den Masochisten sei „die Unterwerfung unter das Weib“ das wesentliche Element, die Schläge seien nur ein Nebeneffekt. Es sei denn, er sei ein „geschwächter Wüstling“, der versucht, „durch mechanische Reizung der Gesäßnerven reflektorische Erektionen auszulösen.“ (2)

Immer wieder: Woher kommt die Lust, sinnliche Schläge auszuteilen?

Noch komplexer freilich ist die Frage, warum sich manche Spieler daran ergötzen, einen anderen Spieler zu schlagen. Wenn man einmal von bezahlten Domianae absieht, und den seltenen Fall weglässt, dass Frauen sich Mini-Imperien mithilfe von „Sklavenhaltung“ aufbauen, dann bleibt eigentlich nur der Spieltrieb. Das ließe sich so ausdrücken: „Auf welche Weise kann ich einen Menschen so lange herausfordern, bis er vollständig erschöpft und glücklich aufgibt?“ Diese Haltung ist sicher nicht auf die Erotik beschränkt, sondern das „Erschöpfen bis zum Anschlag“ findet auch bei sportlichen Trainings statt.

Die Rückkoppelung führt dazu, ein sinnliches System aufzubauen

Ein Aspekt in der Aussage der Frau, vorn der mein Zitat stammt, ist besonders interessant: das sensorische Feedback, das sicher nicht nur aus der Kombination Hand-Gesäß (Rückkoppelung über die fühlbare Reaktion der Haut und der Gefäßmuskulatur) resultiert. Vielmehr findet bei allen Flagellationsspielen eine ständige Rückkoppelung statt, die über das Sehen und das Hören wieder an das Hirn und über das Hirn an die schlagende Hand zurückfließt.

Zwei lustvolle Personen in der Black Box

Stellt man sich nun vor, dass beide Personen eine Einheit bilden, in der sich Lust, Schmerz, Sinnlichkeit und Erotik gegenseitig beeinflussen, so ergibt sich daraus ein Schaltkreis (3), in dem alles nahezu perfekt geregelt wird. Die inneren Vorgänge sind uns unbekannt, wir wissen aber, was dabei herauskommt. Man nennt das eine "Black Box". Keiner der Beteiligten muss sich fragen, was „richtig“ und was „falsch“ daran ist, sondern lediglich, ob am Ende das von beiden gewünschte Resultat herauskommt.

Dies mag auch die Frage beantworten, wie die Motive der aktiven Person zu bewerten sind: gar nicht. Sie ist Teil eines Prozesses, an dem das System von „Aktion erzeugt Reaktion“ versagt.

(1) Zitat einer Erotik-Bloggerin.
(2) Krafft-Ebing (1912) , später wurde moderater darüber gedacht.
(3) Ich danke Gebhard für die Erklärung der Rückkoppelung (Feedback).
(4) Buch-Illustration (Auszug), ca. 1930.

Lust und Wissen – der Körper, die Funktionen, das Fühlen

Modell einer Klitoris
Fragt einen Mann, was eine Vagina ist – nun gut, dann wird er vielleicht noch wissen, dass dies eine Art Schlauch ist, in der sein Penis ab und an seinen Platz findet. Frag ihn dann, was eine Frau „in der Vagina“ empfindet, und du wirst einen Haufen Halbwissen oder Nichtwissen aus ihm heraussprudeln hören.

Nichtwissen überwiegt in der Sexualität

Nun fragt gerne mal eine Frau, was eine Prostata ist, wie sie funktioniert und was ein Mann in ihr (oder durch sie) fühlt. Viel Glück! Und wenn es euch Spaß macht, dann fragt mal alles aus dem Kuriositätenkabinett der Meinungen über Organe und Lüste für Frauen und Männer ab.

Na ja – wir sprechen ja nicht drüber. Und was uns die Schule vermittelt, ist viel zu theoretisch, oft (aus Rücksichtnahme auf Schüler und Lehrer) nicht ganz korrekt und zudem thematisch stark eingegrenzt.

Oh ja, wir könnten jetzt sagen: kompliziertes Thema. Aber ist es damit abgehakt? Auf keinen Fall.

Frauen entdecken erst jetzt, wie sie ihr Lüste beflügeln können

Dazu zitieren wir hier mal Kate Moyle. Sie ist eine bekannte Psychotherapeutin und Sexologin, und der "Guardian" (1) griff ihre Worte auf:

Die sexuelle Revolution mag ja vor mehr als 50 Jahren begonnen haben, (und dennoch haben wir) gerade erst damit begonnen, etwas zu verstehen, nämlich dass Sex nicht aus dem Funktionieren von Organen besteht, wenn wir Freude daran haben wollen. Frauen müssen lernen, wie sie ihre Empfindungen genießen können und wie sie ihr erotisches Verlangen erkunden können – zum Beispiel durch Hörbücher oder indem sie erotische Literatur lesen.


Die die Autorin sagt das, was heute als wichtigster Satz für Frauen (und Männer) über die Erforschung der eigenen Sexualität gelten mag:

Es geht aber nicht nur darum, realistischere Bilder zu haben (, sondern) … darum, den Unterschied zwischen realistisch und unrealistisch zu verstehen, weil darin die Kluft besteht.


Das Wissen über die wahre Lust kommt aus der Literatur

Die Möglichkeit, sexuelle Lüste aus den Beispielen der erotischen Literatur zu generieren, ist nicht ganz neu. Werner Field hat dem ein ganzes Buch gewidmet, indem er beweist, dass „Die Geschichte des sinnlichen Schreibens“ (2) darauf beruht, Frauen zu zeigen, wie sie ihre wahre Sinnlichkeit entdecken und ihre sexuelle Gefühlswelt intensiver genießen können. Etwa parallel dazu erschien Daniel Bergners (3) „Die versteckte Lust der Frauen“, die radikal mit dem Mythos aufräumt, Frauen hätten keine eigenen, drängenden sexuellen Lüste.

Inzwischen geht es in der öffentlichen Diskussion weitgehend darum, überhaupt eine Sprachebene für sexuelle Lüste zu finden.

Ein Penis ist kein Penis, ist kein Penis ...

Ein Penis ist nicht einfach ein Penis – er wird erst zu einem Instrument der Lust, wenn durch die Nervenbahnen Impulse vom Gehirn empfangen werden oder an das Gehirn gesendet. Und das gelingt durchaus unterschiedlich, je nachdem, ob und in welcher Weise er wo und wie stimuliert wird. (Und, ob er beschnitten wurde oder nicht).

Ödland Vagina: Wie ist das eigentlich, wenn ...

Noch komplizierter ist es bei der Vagina: Eigentlich müssten wir „Vulva“ sagen, denn in ihr befindet sich das Repertoire der Lust. Unter anderem (aber nicht ausschließlich) die berühmte Klitoris. Als man vor einigen Jahren Modell der Klitoris zeigte, waren viele Frauen überrascht, wie groß dieses Organ wirklich ist. Und bis vor einiger Zeit haben sogar Expertinnen behauptet, die Klitoris sende direkte Impulse an ein (wo auch immer befindliches) Orgasmuszentrum. Da haben sie ihre Rechnung ohne das Gehirn gemacht, das erst einmal sortiert, was denn nun an „Impulsen“ wo kommt, um die richtigen körpereigenen Mixturen zusammenzubrauen.

Die erotische Literatur bringt Wissen und Fühlen zusammen

Haben wir eine Sprachebene gefunden, so haben wir noch keine Gefühlsebene. Und nun kommt der Clou: Solange es darum geht, Lüste als Gefühle in Textform zu vermitteln, führ nach wie vor kein Weg an der erotischen Literatur vorbei. Denn du kannst in „einem Porno“, selbst in einem „frauenfreundlichen“ zwar sehen, wie eine andere Frau zuckt, während sei ihren Orgasmus hat oder „fakt“. Aber du erfährst niemals, wie es ihr dabei geht und was sie dabei gerade denkt oder auch nicht.

(1) in die Übersetzung wurden einige Füllwörter eingefügt, um den Text flüssiger lesen zu können).
(2) Field (Berlin 2014)
(3) Bergner, (New York, 2013)