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Süchtig nach Liebe?

Liebessucht und Romantik
Schlimmer als die Gier nach Sex ist ist die Sucht danach, Liebe zu empfangen. Schau mal, wenn du jung bist und von allen geliebt wirst, dann hältst du für selbstverständlich, dass du Liebe empfängst. Bis dir jemand sagt: „Du musst dir die Liebe erst verdienen.“ Der Moment, in dem es dir jemand sagt oder du es einfach spürst, dass die Liebe nicht mehr auf dich fällt wie Manna vom Himmel, kann ein Wendepunkt sein.

Wenn du erwachsen wirst, und du Liebe mit Lust und verbindest, wirst du zusätzlich erkennen, dass es diesen merkwürdigen Zustand des Verliebtseins gibt. Und wenn du nicht so naiv bist wie die meisten Menschen, dann weißt du: Da arbeitet eine Manufaktur wahnsinnig gefährlicher Drogen in dir, um die Verliebtheit zu erzeugen. Sie lähmen dich, sie hindern dich an der Arbeit und sie machen dich leichtsinnig.

Die Liebeslust ist eine erneuerbare Energie – aber sie wirkt nicht nachhaltig. Das hat die Natur tatsächlich so gewollt. Es wäre nicht gut, wenn die Droge deine Existenz gefährden würde.

Du kannst dich dafür lieben, geliebt werden zu wollen – das lässt sich einrichten, wenngleich nicht komfortabel. Und du kannst dich dafür hassen, weil du so schrecklich viel von dir selbst verschenken musst, wenn du es tust. Dann denkst du vielleicht: „Ich schenke anderen so viele Liebe, aber ich bekomme so wenig dafür zurück.“

Falsche Romantik und Gefühls-Handel

Manche sagen dann: „Oh, ich habe so viele negative Erfahrungen gemacht“, im deutschen Sprachraum wohl auch: „Ich habe ständig in Gefühle investiert und nichts damit erreicht“. Einige erinnern sich, wie sehr sie sich aus Liebeslust erniedrigt haben, wie sie Warnzeichen übersahen und etwas romantisierter haben, was in Wahrheit schrecklich war.

Der Weg hinaus ist schwer, denn die Drogenproduktion kann jederzeit in Gang gesetzt werden – da reich oftmals ein Blick, ein Wort oder eine Berührung. Und die Gefühle sind ja nun wahrhaftig nicht ausschließlich negativ.

Wie es scheint, sind es die geheimen Erwartungen, die mit der lustvollen Begierde verbunden sind. Eine sinnliche Nacht, ein erotisches Wochenende, sechs lustvolle Wochen? Wem das genug ist, der mag es tun und genießen. Wer aber im Grund etwas anderes will, nämlich eine verlässliche Beziehung, der wird enttäuscht werden.

So – also, was kann man tun?

„Liebe“ bezeichnet drei unterschiedliche Gefühle: Die Liebe, die durch Suchtstoffe erzeugt wird, heißt Verliebtheit. Die Liebe, die im Hirn gedanklich zusammengepusselt wird, heißt Romantik. Die Liebe, die schließlich aus der Gemeinsamkeit erwächst, heißt dann wirklich Liebe und bezeichnet die Lust, gemeinsam in Sinnlichkeit durchs Leben zu gehen.


Mach dir klar, dass du unter Drogen stehst

Wichtig ist, zu wissen, dass Verliebtheit tatsächlich auf den Einsatz körpereigener Drogen beruht. Ich denke, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung werden dies verneinen, obgleich es Standardwissen ist.

Mach dich frei von Romantik

Romantik gibt es nicht in Reinform. Unser Gehirn erzeugt sie aus Fragmenten, oft erst viel später, wenn die Ereignisse nur och in der Erinnerung existieren.

Genieße das, was du tust

Genieße das, was du tust, in dem Moment, in dem du es tust. Denke dann nicht an die Vergangenheit und nicht an die Zukunft.

Liebe dich selbst

Liebe dich selbst in Körper, Geist und Psyche. Scheu dich nicht, dazu zu stehen.

Hör auf, mit Liebe zu handeln

Wenn du kannst, schenke anderen Liebe, aber erwarte nicht, dass du jedes Mal etwas „zurückbekommst“. Das ist Handel oder emotionale Prostitution. Sollte es dir nicht gelingen, auf soclhe psychischen, geheimen „Deals“ zu verzichten, dann hör mit dem Spiel auf.

Der Weg hinaus …

Der Weg aus der Abhängigkeit (egal von welchem Suchtstoff) ist immer durch die Tür … diesen Schritt musst du schon tun. Und gerade bei der Verliebtheit und der Romantisierung kannst du ganz viel selbst tun, um dich vom Druck zu befreien.

Titelbild: Titel eines Groschenhefts ohne eindeutigen Autor, möglicherweise 1952, vielleicht auch viel früher.

Wie kann man die Sinne schärfen und die Lust erhöhen?

Einfaches Arrangement: Schal und Warenhaus-Handschellen
Der Mensch verfügt über mindestens fünf Sinneseindrücke, die für unseren Alltag unerlässlich sind. Sobald wir die Wichtigsten davon willentlich stilllegen lassen, schärfen sich die übrigen. Um einen starken Lustgewinn zu erreichen, wird im Allgemeinen geraten, alle Sinne auf Berührungen zu reduzieren. Die Kombination aus Unsicherheit, Furcht und Genuss bietet ein Spielfeld für alle Menschen, die mehr Lust oder erregendere Lust empfinden möchten. In den weitaus meisten Fällen werden „Hören“ und „Sehen“ blockiert, um die Empfindlichkeit der Haut heraufzusetzen.

Augen und Ohren und Bewegungshemmungen

Augen – sobald die Augen verbunden werden, versuchen wir, das Gehör zu schärfen – und zugleich werden die Berührungsreize stärker empfunden. Klar, dass diese Methode ausgesprochen beliebt ist – sogar bei Paaren, die ausgesprochenen Blümchensex praktizieren.

Ohren – ein Mensch, der nichts hört und nichts sieht, ist am sensibelsten für alle Berührungsreize. Nur die Ohren zu verstopfen ist dann angebracht, wenn jemand nicht hören soll, was auf ihn zukommt oder wer sich außerhalb seines Sehfelds im Raum befindet.

Nase – das Riechen ist bei den meisten Menschen nicht sonderlich ausgeprägt. Deshalb lohnt sich kaum, den Geruchssinn zu blockieren.

Zu alldem kommt noch das Grundbedürfnis, jemandem ausweichen zu können, sich also einer möglichen Berührung zu entziehen. Im Spiel mit der Lust soll genau das oft verhindert werden. Dazu werden sanfte bis harte Fesselung benutzt – je nach dem Sinn und Ziel des erotischen Spiels.

Von super sanft bis extrem hart

Wenn wir da alles zu einem Paket schnüren und allerlei Möglichkeiten finden, den Partner lustvoll zu berühren, sei es mit der nackten oder behandschuhten Hand, dann haben wir die Grundlagen. Nun können wir ihn auch mit anderen Körperteilen (Lippen, Brüsten, Füßen) berühren, ihn mit Stoffen (Seide, Federn oder auch Sisal) überstreichen oder Gegenstände auf seine Haut einwirken lassen, zum Beispiel einen Teppichklopfer. Das alles ist anhängig davon, wer mit wem was spielen möchte, und die Grundzüge dieser Spiele müssen unbedingt vorher vereinbart werden.

Ihr könnt unschwer erkennen, dass hier unglaublich sanfte Spiele (Augenbinden, Federn, Seidenstoffe, Schals als Bewegungshemmer) verwirklicht werden können wie auch Spiele härterer Gangart (Masken, Eis und Wachs, Flogger und Handschellen).

Sicherheit zuerst

Jedes der Spiele muss sofort und ohne Widerspruch unterbrochen werden können – dafür gibt es Sicherheitswörter. Und im Moment der Gefahr sollten sich eventuelle verwendete Fesselungen sofort lösen lassen –ungefähr so schnell, wie man einen Hund von der Leine lassen kann.

Wird jetzt der Mann in den Mittelpunkt gestellt?

Erstaunlicherweise haben derzeit zahllose Journalisten den Mann entdeckt. Genau gesagt: seine Sexualität.

Im Prinzip ist das richtig. Denn nahezu alles, was Männer über ihre Sexualität hören (und oft nicht hören wollen), stammt von Frauen. Vom generellen sexuellen Verhalten über die Zärtlichkeit und Sinnlichkeit bis hin zur sinnvollen Penisgröße und der Potenz – alle Aussagen kommen von Frauen. Teils von weiblichen Individuen mit viel Erfahrung. Das mag der Mann gelten lassen, zumal diese Frauen sinnvolle Vorschläge zur generellen Modifikation und Luststeigerung unterbreiten können. Wenn aber „die Gruppe der Frauen“ sich über das männliche Geschlecht hermacht, um es einseitig zu definieren, dann ist die Grenze erreicht, an der sich Männer mutig wehren müssen.

Es gibt keine simple Sexualität beim Mann

Die männliche Sexualität ist nicht „offenkundig“ und sie ist keinesfalls „simpel“. Die meisten Frauen haben darüber absolut einseitige Vorstellung – und erstaunlicherweise auch viele Männer.

Wäre es da nicht an der Zeit, etwas über männliche Sexualität zu schreiben? So einfach aus dem Gefühl heraus? Ohne „akademische“ Hintergründe?

Über den Penis hinaus denken ...

Manchmal denke ich, dass Frauen nicht wissen, was eine Prostata ist, wo sie sich befindet, was im Mann vorgeht, wenn sie sich explosionsartig entlädt. Und oftmals erfahre ich, dass es Männer auch nicht so genau wissen.

Es wäre also wirklich und wahrhaftig an der Zeit, darüber zu reden, dass Männer sinnlich, sensibel und vielschichtig sind. Und dass sie sich vielleicht etwas anderes vorstellen könnten als das, was sie so oft tun: Eine Frau zu vögeln, weil gerade eine verfügbar ist.

Meinungen? Dann mal her damit.

Darf sich ein Alpha-Mann einer Frau unterwerfen?

Omegasiert - oder weiterhin Alpha mit Kleid und Perücke?
Loslassen und sich einlassen sind die wichtigsten Dinge, die ein Mann tun kann, um die Lust neu zu entdecken. Deine Männlichkeit wird nicht bedroht, wenn du farbige Hosen oder Hemden trägst. Und du wirst feststellen: mit der geeigneten Partnerin nicht einmal dadurch, dass du feminine Dessous trägst oder die Geschlechterrolle wechselst. Wenn du ein innerlich gefestigter, selbstbewusster Mann bist, droht dir kein Absturz.

Aber – du wirst jede Menge neue Erfahrungen machen. An Körper, Geist und Seele. Und vielleicht wirst du manche neue Form unendlicher Geilheit kennenlernen.

Wenn wir das Ganze mal von der Psycho-Seite aus sehen: Der Omega-Mann wirkt albern, wenn er die Rolle „annimmt“, die er sowieso schon hat, nur femininer. Und er ist ziemlich uninteressant für Frauen, die gerne dominieren. Denk mal so: Warum sollte es interessant sein, einen Mann zu dominieren, der sowieso alles mitmacht und vorausschauend unterwürfig ist? Es hat keinen Sinn. Die starke, erotisch dominante Frau will einen Mann, der sinnlich und lustvoll ist, kraftvoll und selbstbewusst. Sie darf ihre Macht spüren, und er seine Ohnmacht, sich ihren Wünschen und Lüsten zu widersetzen.

Beschäftigen wir uns zu wenig mit dem Menschen im Mann?

Die meisten Männer vergleichen sich mit anderen Männern. Es geht nicht immer darum, wer den dicksten und längsten Penis hat oder ein entsprechendes Konto. Aber eben auch. Nur wenige Männer sehen sich als Individuum, dem der Rest des Rudels scheißegal ist.

Wir Männer beschäftigen ums in den letzten Jahren leider auch damit, wie Frauen uns sehen. Wir tun sehr viele Dinge ihnen zuliebe, und mit jedem Windstoß, den der Feminismus in die Welt bläst, fragen wir uns: „Oh, entsprechen wir noch (schon) diesem Bild?“

Was wir tun sollten? Weder Maskulinisten noch Feministen. Es reich wirklich, ein Mensch zu sein. Das ist fast alles, Leute … bis auf … bis auf die Tatsache, dass die Feministinnen die besser Presse haben. Die Journaille reagiert wie ein aufgescheuchter Haufen von Hühnern, wenn Feministinnen wieder mal etwas in die Welt tragen müssen.

Ich las gerade:

Der Feminismus ist die einzige Ideologie, die einen Plan für das Leben der Männer hat.


Nun, nicht die Einzige. Aber der Feminismus will Frauen einerseits und Männern andererseits psychologisch umerziehen. Das gelingt ihm (gleich in welcher Welle) nicht – und dann versucht man es eben mit den Männern, mit denen es ebenso wenig gelingt. Und wenn beides nicht geht, dann grollt die Feministin.

So kann es nicht weitergehen. Wir sollten uns mit Menschen beschäftigen – übrigens auch sexuell. Im tiefsten inneren Fühlen gibt es keine Ideologien, sondern da spricht die Natur mächtige Worte. Wir können sie beschreiben, diese Worte der Natur. Aber wer hat schon den Mut, zur „Feder“ zu greifen?

Sex - die Frage nach dem „P“ im „V“

Das "P" im "V"
Meine Leserinnen werden mittlerweile wissen, was „PiV“ bedeutet. Ja, es ist die Frage, ob und wie du „penetrativen Sex“ siehst, praktizierst und genießt. Ich hoff wirklich nicht, dass jemand sagt: „Aber nur das ist doch wirklicher, echter Sex.“

Die nächste Frage ist dann immer (und sie ist nun wirklich schrecklich): „Und wie soll er sein?“

Es ist wirklich besser, wenn niemand fragt und du nie antworten musst, oder?

Na schön. Ich versuche mal, Sinn in die Frage zu bringen, und ich beziehe mich mal auf eine sehr erfahrene Frau, die dies sagte:

Nicht alle meine Sexualpartner hatten Penisse, und trotz der Abwesenheit eines Penis kann ich immer noch wirklich erfüllende und ausgefallene sexuelle Erlebnisse haben. Und sollte ein Penis verfügbar sein, ist seine Anwesenheit nicht so relevant wie die Frage, ob er ein erfahrener und leidenschaftlicher Liebhaber ist.


Sollte ich mich nun erstmal an die Männer wenden, die Stolz auf ihre Stückchen sind oder eben auch besorgt um sie?

Ich könnet ja nun sagen: Jungs, ihr habt zwei Hände mit je 10 Fingern, hübsche Lippen und eine Zunge, das dürfte fürs Erste reichen, oder? Oh, da trete ich ins Fettnäpfchen. Denn erstens glauben die Männer, unter solchen Bedingungen dürften sie das Erlebnis der „warmen Umschlingung“ der Vagina nicht genießen, und zweites kämen sie dann ja gar nicht zum „Entleeren“.

Aber da ist noch was.

Bedauerlicherweise bestehen ja viele Frauen auf die P-Sache, auch wenn sie es eigentlich gar nicht so richtig mögen. Nur – all diese Alternativen – die ängstigen sie ganz fürchterlich. Also, konkret: Immer wenn das „P“ nicht im „V“ landet, dann ist es kein „echter Sex“. Oder er ist „schmutzig“.

Wow! Wer hätte das gedacht. Alles ist möglich, und vieles von dem, was möglich ist, ist sogar viel intensiver als das, was Mister „P“ und Miss „V“ vorher gekannt haben. Aber sie versuchen es erst gar nicht.

Oh, oh … was mag der Grund sein, dass sich Männer ständig fragen, wie sie größere Kaliber bekommen, und Frauen sich „eigentlich“ gar nicht so sehr dafür interessieren. Und warum glauben fast alle Frauen, dass Männer unbedingt „PiV“ wollen? Oder: Warum geben sie ausgerechnet das so bereitwillig, wenn sie doch im Grunde nicht viel davon haben?

„Besser, du fragst so etwas nie“, hat mir mal ein Mann gesagt, „du kriegst nie eine ehrliche Antwort.“ Aber warum sollten wir nicht fragen? Können wir nicht zugeben, dass da ein Problem besteht? Oder ist es gar keines? Was meint ihr dazu?

Was wird nun eigentlich aus Tumbr?

Fatima Xberg hat TUMBLR den Rücken gekehrt – meiner Meinung nach der richtige Schritt. Das Portal spielt sich neuerdings als Sittenwächter auf – und das ist schon von Grund auf eine Ungeheuerlichkeit. Dann was am Ende der Zensur anheimfällt, kann niemand wirklich sagen – Dummheit macht weder vor Menschen- noch vor Maschinen-Entscheidungen halt.

Fatima schreibt:

Da ich nicht beständig mit „intelligenten“ Menschen oder „menschlichen“ Maschinen über den Wert meiner Arbeit streiten möchte, habe ich mich entschlossen, mein Tumblr-Konto zu verlassen und zu kündigen.


Wenn dies alle Menschen tun, die sich als Erwachsene fühlen und zugleich Verantwortung tragen, was bleibt dann noch für „Tumblr“? Kitsch und Promis? Kaninchen und Blümchen?

Ich gebe zu: Nicht alles, was auf Tumblr zu sehen ist, gefällt mir. Aber ich muss wirklich nicht ansehen, was mir nicht gefällt. Und selbst wenn die Darstellungen sehr, sehr anzüglich sind, so sind es doch immer Dokumente der Zeit.

Ich habe mich übrigens in etwas dunkleren und nicht so liberalen Zeiten schon einmal mit einem Portal herumgestritten, das solche Dinge tat, ich nenne den Namen hier nicht. Aber es ist inzwischen zur Bedeutungslosigkeit verkommen.

Der Hintergrund: Wenn man nicht weiß, wer der Zensor ist und nach welchen Kriterien tatsächlich zensiert wird, dann traut sich am Ende niemand mehr, irgendetwas zu veröffentlichen, was über Tralala und Larifari hinausgeht.

Tumblr gibt den Saubermann

Die Blog-Gemeinschaft hinter Tumblr hat angekündigt, mit Wirkung vom 17. Dezember 2018 keine „Pornografie“ mehr auf ihren Webseiten zuzulassen. Was darunter genau zu verstehen ist, wurde noch nicht völlig klar. Nur eins ist sicher: da wird ein Zensor installiert, und er bestimmt in Zukunft, was Menschen sehen oder lesen dürfen und was nicht.

Die offizielle Begründung lautet, man habe die Verantwortung, die Auswirkung der Inhalte auf verschieden Altersgruppen, Bevölkerungsstrukturen, Kulturen und Denkweisen zu berücksichtigen. Dabei, so heißt es weiter, sei man zu dem Schluss gekommen, dass man „ohne diesen Inhalt die Möglichkeit habe, einen Ort zu schaffen, an dem sich mehr Menschen wohlfühlen.“

Die Begründung habe ich in ähnlicher Weise schon vielfach gelesen. In Wahrheit knickte man immer wieder vor den Moralaposteln ein oder fürchtet sich davor, von politischen oder religiösen Gruppen angegriffen zu werden.

Die Theorie hinter einem erotischen Spanking

Die erotische Traumwelt weicht etwas von der Realität ab, aber ...
Das Schlagen auf das bekleidete oder entblöße Gesäß – im englischen „Spanking“ oder auf Deutsch verniedlichend „Popovoll“ genannt, ist für viele ein Horror und für wenige eine Lust.

Bevor ihr weiterlest: Bei der Diskussion um „Spanking“ in den USA ist die unsinnige „Erziehung“ von Kindern und Jugendlichen gemeint. Hier geht es grundsätzlich nur um Erwachsene, die wissen, was sie tun und die sich frei und gleich auf Spiele unter Erwachsenen einlassen.

Der Erwachsene und die "andere" körperliche Nähe - reine Lust und keine Strafe

Über die Gründe für die Lust am „Popovoll“ (Hinternvoll) kann man philosophieren und psychologisieren. Eher weniger wissenschaftliche orientierte Menschen wollen wissen, dass es sich dabei um ein besonders intensives Gefühl körperlicher Nähe handelt, das von andern sinnlichen Hautkontakten abweicht. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, ob es sich dabei wirklich um einen Akt der „Bestrafung“ handelt oder um ein Vergnügen, das im Grunde gar nichts damit zu tun hat. Und nicht zuletzt wird die Frage aufgeworfen: Wer spürt die Lust daran (oder auch den Schmerz, wie wir noch sehen werden) stärker: derjenige, der schlägt oder derjenige, der geschlagen wird?

Was wir wissen, ist lediglich dies: Für denjenigen, der aus erotischen Gründen geschlagen werden will, beginnt damit eine sinnliche Lust, die Körper, Geist und Psyche erregt. Derjenige aber, der schlägt, erlebt überwiegend einen geistig-psychischen Rausch, der dennoch kontrolliert abgewickelt werden muss – und das kann eine verdammt harte Aufgabe sein, wie wir hörten.

Kürzlich las sich in einem Blog , stark gekürzt (1):

Ich mag die Schläge auf den Po um ihrer selbst willen. Für mich bedeutet es niemals „eine Bestrafung“. Vielmehr eine sinnliche Handlung, in der „Haut auf Haut“ trifft. Nur Handschläge. Meistens bin ich diejenige, die Schläge verabreicht. Und manchmal waren meine Handflächen hinterher geschwollen und gefühllos. Ich nutze das sensorische Feedback meiner Hand (oder meiner Hände) um zu beurteilen, wie weit mein Partner schon ist und wie weit ich noch gehen kann.


Die akademische Betrachtung versagt oftmals

Wahrscheinlich würden Philosphen, Psychiater und Psychologen zu anderen Schlüssen kommen, doch warum sollten wir ihre Meinungen höher bewerten als die Erfahrungen, die Erwachsene im realen Leben damit gemacht haben?

Erstaunlich ist, wie wenig all die klugen, akademisch gebildeten Menschen noch zu sagen haben, wenn man sie über die Motive befragt. In einem älteren Werk können wir nachlesen, für den Masochisten sei „die Unterwerfung unter das Weib“ das wesentliche Element, die Schläge seien nur ein Nebeneffekt. Es sei denn, er sei ein „geschwächter Wüstling“, der versucht, „durch mechanische Reizung der Gesäßnerven reflektorische Erektionen auszulösen.“ (2)

Immer wieder: Woher kommt die Lust, sinnliche Schläge auszuteilen?

Noch komplexer freilich ist die Frage, warum sich manche Spieler daran ergötzen, einen anderen Spieler zu schlagen. Wenn man einmal von bezahlten Domianae absieht, und den seltenen Fall weglässt, dass Frauen sich Mini-Imperien mithilfe von „Sklavenhaltung“ aufbauen, dann bleibt eigentlich nur der Spieltrieb. Das ließe sich so ausdrücken: „Auf welche Weise kann ich einen Menschen so lange herausfordern, bis er vollständig erschöpft und glücklich aufgibt?“ Diese Haltung ist sicher nicht auf die Erotik beschränkt, sondern das „Erschöpfen bis zum Anschlag“ findet auch bei sportlichen Trainings statt.

Die Rückkoppelung führt dazu, ein sinnliches System aufzubauen

Ein Aspekt in der Aussage der Frau, vorn der mein Zitat stammt, ist besonders interessant: das sensorische Feedback, das sicher nicht nur aus der Kombination Hand-Gesäß (Rückkoppelung über die fühlbare Reaktion der Haut und der Gefäßmuskulatur) resultiert. Vielmehr findet bei allen Flagellationsspielen eine ständige Rückkoppelung statt, die über das Sehen und das Hören wieder an das Hirn und über das Hirn an die schlagende Hand zurückfließt.

Zwei lustvolle Personen in der Black Box

Stellt man sich nun vor, dass beide Personen eine Einheit bilden, in der sich Lust, Schmerz, Sinnlichkeit und Erotik gegenseitig beeinflussen, so ergibt sich daraus ein Schaltkreis (3), in dem alles nahezu perfekt geregelt wird. Die inneren Vorgänge sind uns unbekannt, wir wissen aber, was dabei herauskommt. Man nennt das eine "Black Box". Keiner der Beteiligten muss sich fragen, was „richtig“ und was „falsch“ daran ist, sondern lediglich, ob am Ende das von beiden gewünschte Resultat herauskommt.

Dies mag auch die Frage beantworten, wie die Motive der aktiven Person zu bewerten sind: gar nicht. Sie ist Teil eines Prozesses, an dem das System von „Aktion erzeugt Reaktion“ versagt.

(1) Zitat einer Erotik-Bloggerin.
(2) Krafft-Ebing (1912) , später wurde moderater darüber gedacht.
(3) Ich danke Gebhard für die Erklärung der Rückkoppelung (Feedback).
(4) Buch-Illustration (Auszug), ca. 1930.

Lust und Wissen – der Körper, die Funktionen, das Fühlen

Modell einer Klitoris
Fragt einen Mann, was eine Vagina ist – nun gut, dann wird er vielleicht noch wissen, dass dies eine Art Schlauch ist, in der sein Penis ab und an seinen Platz findet. Frag ihn dann, was eine Frau „in der Vagina“ empfindet, und du wirst einen Haufen Halbwissen oder Nichtwissen aus ihm heraussprudeln hören.

Nichtwissen überwiegt in der Sexualität

Nun fragt gerne mal eine Frau, was eine Prostata ist, wie sie funktioniert und was ein Mann in ihr (oder durch sie) fühlt. Viel Glück! Und wenn es euch Spaß macht, dann fragt mal alles aus dem Kuriositätenkabinett der Meinungen über Organe und Lüste für Frauen und Männer ab.

Na ja – wir sprechen ja nicht drüber. Und was uns die Schule vermittelt, ist viel zu theoretisch, oft (aus Rücksichtnahme auf Schüler und Lehrer) nicht ganz korrekt und zudem thematisch stark eingegrenzt.

Oh ja, wir könnten jetzt sagen: kompliziertes Thema. Aber ist es damit abgehakt? Auf keinen Fall.

Frauen entdecken erst jetzt, wie sie ihr Lüste beflügeln können

Dazu zitieren wir hier mal Kate Moyle. Sie ist eine bekannte Psychotherapeutin und Sexologin, und der "Guardian" (1) griff ihre Worte auf:

Die sexuelle Revolution mag ja vor mehr als 50 Jahren begonnen haben, (und dennoch haben wir) gerade erst damit begonnen, etwas zu verstehen, nämlich dass Sex nicht aus dem Funktionieren von Organen besteht, wenn wir Freude daran haben wollen. Frauen müssen lernen, wie sie ihre Empfindungen genießen können und wie sie ihr erotisches Verlangen erkunden können – zum Beispiel durch Hörbücher oder indem sie erotische Literatur lesen.


Die die Autorin sagt das, was heute als wichtigster Satz für Frauen (und Männer) über die Erforschung der eigenen Sexualität gelten mag:

Es geht aber nicht nur darum, realistischere Bilder zu haben (, sondern) … darum, den Unterschied zwischen realistisch und unrealistisch zu verstehen, weil darin die Kluft besteht.


Das Wissen über die wahre Lust kommt aus der Literatur

Die Möglichkeit, sexuelle Lüste aus den Beispielen der erotischen Literatur zu generieren, ist nicht ganz neu. Werner Field hat dem ein ganzes Buch gewidmet, indem er beweist, dass „Die Geschichte des sinnlichen Schreibens“ (2) darauf beruht, Frauen zu zeigen, wie sie ihre wahre Sinnlichkeit entdecken und ihre sexuelle Gefühlswelt intensiver genießen können. Etwa parallel dazu erschien Daniel Bergners (3) „Die versteckte Lust der Frauen“, die radikal mit dem Mythos aufräumt, Frauen hätten keine eigenen, drängenden sexuellen Lüste.

Inzwischen geht es in der öffentlichen Diskussion weitgehend darum, überhaupt eine Sprachebene für sexuelle Lüste zu finden.

Ein Penis ist kein Penis, ist kein Penis ...

Ein Penis ist nicht einfach ein Penis – er wird erst zu einem Instrument der Lust, wenn durch die Nervenbahnen Impulse vom Gehirn empfangen werden oder an das Gehirn gesendet. Und das gelingt durchaus unterschiedlich, je nachdem, ob und in welcher Weise er wo und wie stimuliert wird. (Und, ob er beschnitten wurde oder nicht).

Ödland Vagina: Wie ist das eigentlich, wenn ...

Noch komplizierter ist es bei der Vagina: Eigentlich müssten wir „Vulva“ sagen, denn in ihr befindet sich das Repertoire der Lust. Unter anderem (aber nicht ausschließlich) die berühmte Klitoris. Als man vor einigen Jahren Modell der Klitoris zeigte, waren viele Frauen überrascht, wie groß dieses Organ wirklich ist. Und bis vor einiger Zeit haben sogar Expertinnen behauptet, die Klitoris sende direkte Impulse an ein (wo auch immer befindliches) Orgasmuszentrum. Da haben sie ihre Rechnung ohne das Gehirn gemacht, das erst einmal sortiert, was denn nun an „Impulsen“ wo kommt, um die richtigen körpereigenen Mixturen zusammenzubrauen.

Die erotische Literatur bringt Wissen und Fühlen zusammen

Haben wir eine Sprachebene gefunden, so haben wir noch keine Gefühlsebene. Und nun kommt der Clou: Solange es darum geht, Lüste als Gefühle in Textform zu vermitteln, führ nach wie vor kein Weg an der erotischen Literatur vorbei. Denn du kannst in „einem Porno“, selbst in einem „frauenfreundlichen“ zwar sehen, wie eine andere Frau zuckt, während sei ihren Orgasmus hat oder „fakt“. Aber du erfährst niemals, wie es ihr dabei geht und was sie dabei gerade denkt oder auch nicht.

(1) in die Übersetzung wurden einige Füllwörter eingefügt, um den Text flüssiger lesen zu können).
(2) Field (Berlin 2014)
(3) Bergner, (New York, 2013)

Das Geschlecht, die Rolle, der Wandel und das Spiel damit

Von Bruder zu Bruder - oder von Bruder zu Luder?
Wir sagen aus voller Überzeugung und mit dem Willen, dies auch durchzusetzen: Frauen und Männer sind gleich. Wir wissen aber, dass diese Aussage recht theoretisch ist. Selbst, wenn wir wünschen, dass die Praxis auch so sein möge.

Gleich sein, anders sein, das "Selbst" sein

Wir müssen dann zugeben, dass es trotz aller körperlicher Ähnlichkeiten auch Differenzen gibt – das ist mindestens noch für alle offensichtlich. Schwieriger wird es schon beim Denken und Fühlen. Zwar sind unsere Gehirne nicht so unterschiedlich aufgebaut, wie es manche Autoren behaupten, aber ihre chemische Steuerung funktioniert nicht deckungsgleich. Übrigens wird diese Tatsache oft verschwiegen.

Überhaupt führt der Umstand, uns in „Frauen“ und Männer“ einzuordnen, zu allem Unsinn, den man sich erdenken kann: Wir gehören immer „auch“ zu anderen Gruppen und wir sind Individuen, keine Klone eines gemeinsamen Vorbilds.

Erotische Rollen, um mehr über uns zu erfahren

In der Erotik haben wir dankenswerterweise die Möglichkeit, Rollen anzunehmen. Manche Frauen und Männer wagen dabei sogar intime Einblicke in die Geschlechtlichkeit der anderen. Meistens ändert sich dadurch wenig – aber es erlaubt uns Menschen, einen winzig kleinen Spalt aufzutun in die wundersame Welt, Dinge „neu“ oder gar „umgekehrt“ zu sehen.

Die befremdlichen Welten der willkürlichen weiblichen Dominanz

Viele Autorinnen (vor allem im Internet) gehen dabei zu weit: Es ist unsinnig, eine neue Welt weiblicher Dominanz aufzubauen, in der Männer nur noch für die „Hofhaltung“ gedacht sind. Mir kommen diese Auswüchse weiblicher Arroganz immer so vor, als würden diese Frauen den Katzenhalterinnen ähneln, die schon elf Katzen in einem Wohnzimmer beherbergen und nun noch eine Zwölfte aufnehmen, um ihre Herrschaft über ein Imperium zu sichern. Oder eben den dritten oder vierten „männlichen Sklaven“, der noch in die Sammlung passt.

Schön, das passt in eine Welt, in der alleine für den Zutritt eine Art Gehirnwäsche nötig ist – reden wir also nicht davon und blieben wir also beim Sein und der Möglichkeit, das zu spielen, was wir nicht sind. Es heißt „Rollenspiel“ und ist Teil unseres Alltags wie auch unserer Fantasie.

Was passiert eigentlich bei Rollenspielen ohne Erotik?

Ich weiß nicht, ob man dich einmal mit einer Rolle konfrontiert hat, die du nicht übernehmen wolltest, und ich gebe dir zwei (unerotische) Beispiele:

In einem psychologischen Spiel wird derjenige gekürt, der die besten Argumente hat, mit diesem kleinen Haken: Du musst gegen deine eigene Überzeugung argumentieren, um zu gewinnen.

Wenn du diese Person bist, wirst du merken, wie schnell du in die Rolle schlüpfst und vehement gegen das argumentieren, was du sonst so vehement vertrittst. Noch infamer ist die Aufforderung zum „Ampelverhalten“: Bei Grün argumentierst du für etwas, bei Gelb wägst du ab, und bei Rot redest du dagegen.

Erotische Spiele können sehr alltäglich sein

Zurück zur Erotik: Das Spiel mit dem Flirt dürfte fast allen Menschen geläufig sein. Hier speilen A und B damit, intim zu werden, ohne es wirklich in die Tat umzusetzen – oder es vielleicht doch zu tun. Ähnliche Spiele hat Eric Berne beschrieben, und eines, das heute noch sehr populär ist, heißt: „Verführ mich, aber wehe, du versuchst es.“ Ähnlich wie beim Ampelspiel lockt die Damen mit „Grün“, schaltet aber auf „Rot“, sobald sich der Lover ihr intim zu nähern versucht. Der zieht sich darauf zurück, eine Weile steht die Ampel auf „Gelb“, wechselt dann aber plötzlich wieder auf „Grün“. Das kann eine Weile so gehen, bis die Ampel auf „Grün“ stehen bleibt. Daran hat sich vor allem deshalb nichts geändert, weil die Frau dabei spielt: „Wenn du dich nicht genügend bemühst, kannst du in den Wind schießen.“ Gut, das mag nicht sehr nach Emanzipation klingen – aber es ist ein Rollenspiel, und dabei kümmern sich die Menschen nicht um soziale Korrektheit.

Und wie war das nun mit den Geschlechterrollen?

Das ultimative Spiel besteht darin, die Geschlechteridentität anzuzweifeln oder spielerisch die Rolle des anderen Geschlechts anzunehmen. Je nach Auffassung und Ausführung kann man dies als lustvolles Vergnügen (etwa bei einer Travestieschau) oder als sexuelle Grenzüberschreitung auslegen. Womit wir wieder bei dem wären, was Frauen und Männer wirklich oder angeblich trennt oder auch eint.

Dieses Thema ist nicht nur interessant, wenn ihr euch für frivole Rollenspiele interessiert. Es ist die eigentliche Grundlage, um dem „anderen Geschlecht“ unter die Haut zu kriechen und über erotische Begegnungen zu schreiben, seien sie heterosexuell, homosexuell oder alles dazwischen. Bist du Autorin oder Autor? Dann wäre es vielleicht dein Thema.

Bild oben: Historische Illustration.

Dominanz und die Domina - was steckt dahinter?

Kein Zweifel - die Haltung wirkt dominant
Dominanz und die Domina - was steckt dahinter? Wenn euch Illusionen interessieren, lest woanders nach. Hier beschäftigen wir uns in erster Linie damit, was "Dominanz" wirklich bedeutet.

Das Wort „Dominanz“ wird gegenwärtig eher abfällig als anerkennend benutzt. Wie unterbelichtet die Lexika dabei vorgehen, kann man in Wikipedia nachlesen (1):

In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn ein Individuum das Verhalten eines oder mehrerer anderer Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte.


Anderorts wird sogar behauptet, Dominanz sei

das Durchsetzungsvermögen gegenüber Schwächeren.


Zuvor hatte man neutralere Formulierungen gefunden: Dominanz, so lesen wir in einem älteren Psychologielexikon (2), können durchaus mehrdimensional (3) sein, und sie können „charismatisch“ oder „bürokratisch“ bestimmt sein. Ältere Lexika kennen das Wort gar nicht. (4) Die übliche Übersetzung ins Deutsche lautet „Vorherrschaft „Überlegenheit“ oder – abgemildert – die „führenden Rolle“.

Dominanz als Negativverhalten

Im Grunde können wir sagen: Dominanz wird von neueren Lexikon-Autoren nahezu immer negativ belegt – es ist zu vermuten, dass dies aus ideologischen Gründen geschieht, denn in unserem täglichen Leben begegnen wir durchaus der natürlichen Dominanz.

Lexika: Oftmals Bullshit mit großer Verbreitung

Wir müssen also die Lexika korrigieren, bevor wir fortfahren. Dominanz ist ein Verhalten, das vielen Lebewesen, besonders aber den Säugetieren, eigen ist. Der Mensch hat dieselben Anlagen behalten, wenngleich die Auswirkungen der Dominanz durch soziale und kulturelle Einflüsse vermindert werden.

Natürliche Dominanz

Das ändert jedoch nichts an der Veranlagung, Dominanz auszustrahlen und die Kräfte, die davon ausgehen, auch zu nutzen. Nach allgemeiner Auffassung über menschliche Eigenschaften gibt es einige, die vererbt sind und die durch die Erziehung und den sozialen Umgang miteinander verstärkt oder abgemildert werden können. Dabei zeigt sich bei der natürlichen Dominanz: Sie wirkt sehr natürlich und strahlt nahezu wie von selbst auf andere aus - und verstärkt sich immer dann, wenn andere sich der Dominanz fügen. Die dominant wirkende Person kann wenig „dafür“ und so gut wie gar nichts dagegen tun, dass sie so wirkt, und weder die/der Dominante noch die anderen nehmen daran Schaden.

Dominanz erlernen oder „dominantes Verhalten annehmen?“

Das Internet ist – wie immer – voll von Klugscheißern. Sie behaupten, man könne Dominanz lernen und sie lehren dies teilweise selbst. Streng genommen ist das, was sie lehren, eine Verhaltensänderung. „Natürliche Dominanz“ ist aber kein Verhalten, sondern eine Eigenschaft, was letztlich heißt, sie lehren ihre Schüler, so zu handeln wie jemand, der seine natürliche Dominanz einsetzt.

Nehmen wir einen Schauspieler im Theater: Er kann drei Stunden eine dominante Person spielen, ohne sie zu sein. Zuvor und hernach ist er wieder er selbst, und er weiß, dass die Figur, die er dargestellt hat, nicht er selbst ist.

Frauen sind nicht weniger dominant als Männer

Ein leider immer noch weitverbreiteter Irrtum sagt aus, Männer seien von Natur aus dominant, Frauen aber unterwürfig. Dies ist ein kultureller Irrtum, der aus einem jahrtausendelang eingeübten und immer wieder weitergegebenen Rollenverhalten erwächst. Die Wahrheit ist: Frauen üben auf andere Art Macht aus als Männer, und manche Frauen gelten dabei als „dominant“. Das heißt nun wieder, dass die dominanten Frauen andere Frauen und eben auch Männer finden, die sich ihnen gerne unterwerfen, sich von ihnen führen und verführen lassen oder ihre „Fans“ werden.

Willkürliche Dominanz als Rolle

Worin sich willkürlich ausgeübte Dominanz zeigt? Die meisten Menschen werden mit kunstvoll inszenierter Dominanz bestenfalls einmal bei einer Verkehrskontrolle konfrontiert. Wir gehen davon aus, dass die Menschen, die dahinterstehen, nicht wirklich in dem unmissverständlichen Ton sprechen, den sie uns gegenüber an den Tag legen und nicht immer die etwas gekünstelte Haltung dabei einnehmen.

Die Rolle der gewerbsmäßigen „Domina“

Das machtvolle Auftreten, die unmissverständliche Sprache und die Konsequenz des Handelns werden also von von uns als „Dominanz“ empfunden. Und nun kommen wir in die Nähe der „Domiae“, auch Dominas, Dominatricen. Peitschenladys und recht abfällig „Stiefelhuren“ genannt.

Die meisten von ihnen machen einen Job, der zwar nicht wie jeder andere ist, aber auch keinen speziellen „Lifestyle“ voraussetzt. Sie gewinnen ihre Dominanz aus ähnlichen Verhaltenselementen, die auch eine Polizistin erlernt. Durch ihre körperliche Erscheinung, ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre Kleidung, gelegentlich auch durch die Umgebung des „Dungeons“, in dem sie arbeiten.

Es gibt so viele Varianten zum Thema „Domina sein“, wie es Wünsche an diese Frauen gibt. Ihr Beruf ist mindestens leidlich einträglich, und er wird immer häufiger von „Seiteneinsteigerinnen“ in Teilzeit ausgeübt, die nicht aus dem Rotlichtmilieu stammen. Die „Konkurrenz“, so hört man häufig, sei dadurch größer geworden, und die Preise für die „Behandlung“ würden fallen.

Wie überall in den Bereichen erotischer Dienstleistungen wird in der Branche mit Illusionen und Übertreibungen gearbeitet. Man fühlt sich an Zirkusankündigungen oder die „Parade“ vor Jahrmarktsschaubuden erinnert. It’s only a Paper Moon …“

Quellen: (1) Wikipedia. Die Aussage, dass jemand "herrschen oder kontrollieren möchte" ist die reine Ideologie.
(2) "Psychologie" Frankfurt 1957.
(3) bedeutet, das Dominanz nicht unbedingt nur von A auf B, C und D wirkt, sondern, dass beispielsweise C auf anderen Gebieten auch Dominant auf A, B oder D wirken kann.
(4) Meyers und Brockhaus bis ca. 1870.
Weitere Quellen: gelesen wurden Bücher von Frauen, die die als "Domina" tätig waren sowie weitgehend authentische Berichte über die Hintergründe. Außerdem wurden gut 300 Fotos analysiert.
Bild: Anonyme Buchillustration

Die Lust auf den Duft und das Wachs der Kerzen

Sinnliche Spuren in der Erinnerung - oder ein Dessert?
Kerzen rufen innere Sehnsüchte hervor: Du liegst mit deinem Lover auf dem Bärenfell, und im Kamin prasseln die Holzscheite und wärmen euch auf natürliche Weise. Ein paar Duftkerzen dazu, und schon erfüllt sich die Luft mit der Sinnlichkeit des Orients. Auf dem kleinen Tischchen neben dem Kamin brennen noch drei Kerzen besonderer Art mit „niedrigem Schmelzpunkt“ in verschiedenen Farben.

Und du? Du wartest darauf, dass er eine der Kerzen ergreift, und die vorsichtig ein paar Tropfen auf den Bauch fallen lässt. Ein kleiner Schauer, viel zu klein … du reckst ihm deine Brüste entgegen – die volle Lust, den vollen, süßen Schmerz, den ganzen Genuss …

Nicht nur Frauen, auch manche Männer träumen davon, dass einige Tropfen des warmen, flüssigen Wachses auf ihren Körper fallen. Zuerst hier und dort, und dann an Stellen, an denen der Kontakt der empfindlichen Haut mit dem Wachs den Körper erzittern lässt.

Jeder empfindet es ein wenig anders, und mancher mag es vielleicht gar nicht. Und doch … es gibt so viel Varianten in diesem Spiel, dass mache Frauen und Männer ganz versessen darauf sind, es immer wieder zu genießen.

Können Frauen die männliche Rolle lustvoll spielen?

Mit Humor wechseln sich die Rollen leichter ...
Können Frauen die männliche Rolle lustvoll spielen? Oder können Männer sinnlich und lustvoll mit der weiblichen Rolle umgehen? Dieser Artikel handelt davon, ob Frauen und Männer so rollenflexibel sein sollte, auch in der Sexualität die zugeschriebene Rolle des anderen Geschlechts annehmen zu können – zumindest im Verhalten.

Die sozialen Geschlechterrollen, also die Rollen, die wir persönlich erlernt und weiterentwickelt haben, werden oftmals als „natürlich“ bezeichnet, und daraus wird abgeleitet, dass sie zu den „ewigen“ Werten gehört.

Die Natur hat allerdings eigene Gesetze, die nicht mit den Geschlechterrollen der Gesellschaft übereinstimmen müssen. Ja, im Grunde genommen haben die Gesetze der Natur mit den Gesetzen der Gesellschaft gar nicht zu tun.

Mehrdeutigkeit beim modernen Menschen

Unser Hauptproblem heute ist die Redundanz, also die Mehrdeutigkeit. Das Geschlechterverhalten war im 19. Jahrhundert stark reguliert, und dieser Zustand wirkte bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein. Aus diesem Grund haben wir (eher kulturell als sozial) zwei Prinzipien: die traditionellen Frauen- und Männerrollen in Geist und Emotionen, aber nicht mehr unbedingt in Persönlichkeit und Verhalten. Und eine neue Rolle in Verhalten und Bewusstsein, die wir teils mit der althergebrachten Rolle paaren und teils für unvereinbar halten.

Die Kontroverse aus wissenschaftlicher Sicht

In einem wissenschaftlichen Beitrag wird diese Kontroverse so beschrieben (aus der Sicht des Mannes):

Da Männer im Glauben erzogen werden, Frauen seien sozial und sexuell passiv, verwirrt es sie unter Umständen erheblich, auf eine Frau zu treffen, die aktiv ist und zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr die Initiative ergreift. Angesichts so „unfemininen" Verhaltens kann ein Mann dann versucht sein, die Weiblichkeit einer Frau anzuzweifeln. Wenn diese Zweifel angesichts offensichtlicher Beweise nicht aufrechterhalten werden können, beginnt er möglicherweise, an seiner Männlichkeit zu zweifeln.


Der tägliche Geschlechterwahn bei der Partnersuche

Diesen Widerspruch, ja, dieses Paradoxon, erleben Frauen und Männer jeden Tag: Gefordert wird der sanfte, sinnliche Macho, den es nicht gibt, während der typische „Macho“ oder der typische „Softie“ gemieden wird. Bei den Frauen wird, die selbstbewusste, sinnlich begabte, sanfte Familienfrau bevorzugt, die es in der Kombination auch selten gibt.

Viele Autoren haben sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie wir aus diesem Schlamassel jemals herauskommen wollen – zumal, wenn interessierte Kreise den Konflikt noch verschärfen.

Die Rolle der Geschlechter im Alltag ist heute kaum noch veränderbar: Frauen und Männer leben autonom, gleichberechtigt und selbstverantwortlich. Die Rolle, die wir in unserer natürlichen Begierde, also der Partnerwahl, bei der Suche nach Lust und Sex spielen, ist hingegen deutlich an die alten Gesetzte gekoppelt.

Auf diese Weise ist die Frau, die unabhängig und selbstbewusst Männer kennenlernt, mit ihnen schläft oder auch nicht und auch sonst tut, was sie will, den Männern „irgendwie verdächtig“. Und der Mann, der sich finden lassen will, der verführt werden will und der letztlich die Abhängigkeit durchaus als genussvoll empfindet, ist in gleicher Weise den Frauen verdächtig.

Könnten Autorinnen "erotische Wege hinaus" weisen?

Soweit die gesellschaftlichen und sozialen Fragen. Der Wandel, der daraus entsteht, ist noch nicht einmal genügend von den angeblich „seriösen“ Autorinnen behandelt worden. Und wenn wir auf eine sinnliche, erotische oder sexuelle Ebene kommen?

Was, wenn Frauen nicht nur das Eheleben und die Rollenverteilung bestimmen wollen, sondern auch die sexuellen Rituale und Rollenspiele? Dann wären Frauen in der Rolle des Yang, also in der aggressiven, fordernden und dominanten Rolle. Sie würde alles tun, um den Mann zu zwingen, sie in der von ihr gewünschten Weise zu behandeln. Und das würde auch bedeuten: Sie sexuell so zu befriedigen, wie sie es wünscht – und falls nicht, sich einen anderen Partner zu suchen. Zugleich würde der Mann in die Rolle des Yin fallen, was bedeuten würde, passiv und unterwürfig zu handeln und das an Befriedigung zu akzeptieren, was ihm die Frau anbietet.

Das Thema ist in der erotischen Literatur nicht neu. Die emotionale Geschlechterumkehr, die Geschlechterverwirrung und dergleichen sind schon beschreiben worden – aber stets als erotische Märchen.

Doch warum greifen wir nicht einfach die „neue Realität“ auf? Und warum schreiben unsere Autorinnen nicht über ein Thema, das wirklich sehr populär ist: täglich neu (auch mit sich selbst) auszumachen, wer wann und wie welche Rolle spielt.

Wie wäre es, das Thema sinnvoll anzugehen?

Die Wissenschaft behauptet ja mehr oder weniger, wir würden uns über unser Geschlecht definieren, und hätten wir die Identifikation gefunden und verfestigt, so seien keine Modifikationen mehr möglich. Mag ja sein, aber das heißt nicht, dass es uns dadurch verboten ist, andere Verhaltensweisen auszuprobieren.

All dies wird tatsächlich schon dann und wann praktiziert – aber darüber geschrieben wird selten. Und wenn, dann sicher nicht in lustvollen, anregenden Abhandlungen.

Ja – und was meint ihr zum Thema? Ich hoffe, ihr seid nicht sprachlos.

Bild: Extrakt des Titels eines Groschenhefts

Erotik, Christentum und Hexenkult

Erotik, Christentum und Hexenkult - ein sehr kurzer Abriss über die Lust, in Geheimbünden erotische Erfüllung zu finden.
Sinnliche Hexen
Im Grunde kann man kaum von „dem“ Hexenkult sprechen. Die Ursprünge der „Hexerei“ liegen einerseits in der Heilkunst der kräuterkundigen Frauen, andererseits in Geheimzirkeln, die der sogenannten „alten“ Religion anhingen. Was sie genau ist oder war, kann heute nicht mehr ohne weiters rekonstruiert werden – jedenfalls handelte es sich nicht um die germanische Götterwelt, sondern sie hatte ihre Wurzeln in längst verschwundenen Religionen, deren Herkunft im Vorderen Orient vermutet wird. Soweit es sich um einen Kult handelt, in dem auch Rituale vollzogen werden, kann auch bei den heutigen Hexenvereinigungen noch von „religionsähnlichen“ Gemeinschaften gesprochen werden.

Freies Denken und freie Liebe

Die Erotik im Hexenkult ist eine rituelle Abwandlung des allgemeinen Wunsches nach „freier Liebe“, der im Christentum wie auch in der „alten Religion“ vorhanden war. Freilich konnte sich dieser Wunsch im Christentum niemals durchsetzen, weder vor der Reformation noch danach. Das heißt aber nun keinesfalls, dass es keine Abweichler gab, die sich unter christlichen Symbolen zusammenfanden, um die freie Liebe zu praktizieren.

Ein Beispiel wäre die Buttlarschen Rotte, gegründet von Margaretha von Buttlar, die von 1670 bis 1721 lebte. Dabei ist gleich, was die juristische Bewertung (1) des Tuns ihrer Mitglieder ergab: Sehr wahrscheinlich ist, dass diese Gruppe die christliche Gottheit nach der Genesis umwertete: Demnach schuf Gott den Menschen als Mann und Frau nach seinem Vorbild. (Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.)

Obgleich diese Auffassung absolut legal und unzweifelhaft bei Mose(2) verbürgt ist (1.Mose 1:27) wird nach wie vor als Blasphemie angesehen, diese Bibelstelle ernst zu nehmen. Der androgyne Charakter der Gottheit durfte nicht diskutiert werden, weil es ganze Dynastien infrage gestellt hätte und die damaligen, fest gefügten Geschlechterbeziehungen ad absurdum geführt hätte.

Die Querdenker wurden vermutlich zu "innerlichen" Heiden

Dies wiederum hat vermutlich gereicht, um nahezu alle erotischen Querdenker in die Arme der „alten Götter“ oder „Naturgottheiten“ zu treiben. Betrachtet man die verschiedenen Kulte alter und neuer Art, so wird deutlich, dass sie entweder einen überwiegend spirituellen, esoterischen Charakter haben oder sich in irgendeiner Form mit der lustvollen Vereinigung der Körper oder dem Genuss der Sexualität beschäftigen. Daraus wieder kann man entnehmen, dass es sich entweder um eine geistig-seelische Bereicherung oder aber um eine sinnlich-körperliche Erfüllung handeln kann, die von den Gruppen vollzogen wird. Da gilt nicht nur für moderne „Hexenkulte“, sondern auch für alle auf Esoterik oder Psychologie beruhenden Gruppen, die nach einer Erweiterung des Bewusstseins streben und dabei entweder das Psychische oder das Körperliche betonen.

Die magisch-erotischen Rituale leben in der Literatur weiter

Trotz all dieser Differenzierungen kann man feststellen, dass viele der literarischen Werke, die Erotik und Esoterik vereinigen, ausschließlich auf weiblicher Sinnlichkeit und weiblichen, religionsähnlichen Ritualen beruhen und oftmals die Gleichgeschlechtlichkeit als wesentlichen Inhalt pflegen.

(1) Lest dazu die juristische Wertung, wenn ihr interessiert seid.
(2) Bibeltext

Bild: Die Drei Hexen - Daniel Gardner (1750-1805).