Skip to content
Werbung

Hintergrund-Wissen – das Geheimnis des erotischen Straf-Rituals

Lustvolle Gaffer sehen dem Ritual einer Züchtigung zu
Warum lassen sich Menschen schlagen? Warum wünschen sie sich, dass der Rohrstock, die Peitsche oder der Teppichklopfer zischend auf ihr nacktes Gesäß niedergeht? Erwartet bitte keine psychologischen Erklärungen oder andere wissenschaftliche Beweise. Ich gehe mit euch ins Theater des Lebens – zunächst in die Vergangenheit.

Ohne Psychologie – das Theater der rituellen Strafen

Ich will das Problem heute einmal nicht „psychologisch“ angehen, wie es so viele andere tun, sondern von der „Aufführung des Ereignisses“ angehen. Dazu muss man wissen, dass in den „alten Zeiten“, in denen körperliche Züchtigungen noch sehr populär waren, theatralische Rituale um die eigentliche Züchtigung herum aufgebaut wurden.

Das erniedrigende, aber erregende Theater der Züchtigungen

Nahezu die gesamte Literatur, besonders aber die britische, legt den allergrößten Wert darauf, das komplette Schauspiel wie eine Theateraufführung zu beschreiben. Sie beginnt damit, dass der Delinquent eine Art Bühne betritt, sich dann schamhaft vor Publikum zu entblößen hat, bevor er in eine erniedrigende und oft noch schamvollere Position gebracht wird. Sodann werden die Schläge vollzogen, jeder einzeln auf das nackte Gesäß, mal auf die rechte, dann wieder auf die linke Popbacke. Mal sind es vier Augen, die das Schauspiel begierig verfolgen, mal sind es ein Dutzend Augen und mal sind es aller Augen, die in einer Aula begierig und lüstern auf die Bühne schauen.

Das Ende der öffentlichen, schamvollen Züchtigungen

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Rituale mit immer mehr Argwohn betrachtet. Es war nicht die „gerechte Strafe“, die in zweifelgezogen wurde, sondern das Ritual, das „drum herum“ stattfand. Zur 1900ter Jahrhundertwende sollten junge Frauen wie auch junge Männer vor allem zu „gesunden jungen Menschen“ erzogen werden, die durch die Strafen nicht zu perversen Gedanken verführt werden sollten. Schon zuvor hatte man sich darauf geeinigt, junge Frauen auf keinen Fall mit nacktem Gesäß vor Publikum zu züchtigen.

Das bedeutet nicht, dass die Strafen an sich wegfielen – nun aber geschehen die körperlichen Züchtigungen mehr und mehr in der Abgeschiedenheit verschlossener Räume.

Nachdem das „Theatralische“ oder die „Inszenierung“ wegfiel, wurde das Lust steigernde Sinnestheater auf „Privatbühnen“ verbannt, und zudem geriert es in die Literatur, wo es jeder nachempfinden konnte, der lesen gelernt hatte. Das galt für die aktiven Liebhaber solcher Rituale wie auch für die Passiven. Wie bekannt, standen dem englischen Gentleman, der rituell gezüchtigt werden wollte, damals auch ausreichen Bordelle zur Verfügung, die eigens zu diesem Zweck mit entsprechend kräftigen Damen und den notwendigen Geräten und Dekorationen ausgestattet waren.

Die Gegenwart – Realität und Literatur

Es mag Momente der Schmerzlust geben, in denen sich deren Liebhaber allein dem Schreien, dem Weinen, dem Sabbern und dem Schmerz als solchem hingeben möchten. Doch berichten nahezu alle Quellen der Gegenwart, dass rituelle Handlungen, Beschämungen und raffinierte Rollenspiele nach wie vor das Salz der Lust ist, dass den Wunden des Körpers und der Seele die rechte Würze gibt.

Fantasievolle Kreativität ist der Schlüssel zur Inszenierung von Körperstrafen aller Art, gleich, ob sie real oder in Worten und Sätzen vollzogen werden.

Und nun – schreibt etwas. Dieses Blog hat euch die Informationen geliefert, die ihr benötigt.

Bild: Nach einer Zeichnung, die Helga Bode (Pseudonym, richtiger Name unbekannt) zugeschrieben wurde.Über sie (wenn sie eine Frau war, was ebenfalls unsicher ist) gibt es es keine zuverlässige Informationen, jedoch sollen die Zeichnungen aus der Zeit der Weimarer Republik stammen.

Sind DREIER eigentlich erstrebenswert?

Dreier - so ein "Männerding" - oder doch nicht?
Ist dieser Artikel relevant? Ja, für 85 Prozent der Männer und mindestens 30 Prozent der Frauen – denn so viel sind es, die entweder vom Sex mit zwei Frauen oder vom Sex mit zwei Männern träumen. (1) Wie viele Frauen/Männer tatsächlich Triolen irgendeiner Art erlebt haben, ist hingegen wenig erforscht und möglicherweise auch nicht wirklich relevant. Denn es sind vor allem die Träumer, die auf den Klippen stehen und sich fragen, ob sie den Sprung ins Meer der Triolen, des Partnertausches oder der Orgien wagen sollten. Zwischen den drei Aussagen: „Warum eigentlich nicht?“, „Was habe ich davon?“ und „Ich fürchte mich davor“ liegen Welten. Diese Betrachtung versucht, die Sache mit dem Dreier möglichst neutral zu sehen.

Lohnt sich das Risiko des Dreiers?

Alles, was wir tun, bemessen wir nach dem Risiko, das damit verbunden ist. Wagen wir es, haben wir möglicherweise einen Gewinn, sei er nun hoch oder niedrig. Wir können aber auch einen Verlust erleiden, und auch er kann so klein sein, dass wir ihn verschmerzen. Oder aber ebenso auch so groß, dass wir später bereuen, das Risiko eingegangen zu sein.

Das gilt für alle Risiken des Lebens - nicht nur auf sexuellem Gebiet und schon gar nicht nur für DREIER.

Ein Männerding oder eher die Lust, Grenzen zu überwinden?

In einem Artikel lasen wir jüngst sinngemäß: „Ach, Dreier – dass ist so ein Männerding.“ Heißt auf gut deutsch: Da fühlen sich die Kerle als Paschas oder sie werden „von oben bis unten bedient.“ Und das alles mit einem einzigen Penis … nun ja. So ein Männerding eben.

Frauen, so lasen und hörten wir, seien nun eigentlich gar nicht an Dreier interessiert, weil sie sich das Vergnügen mit einer Frau auch ohne männliche Unterstützung gönnen könnten. Aha, da hat jemand die Sache zu Ende gedacht … wahrscheinlich, weil ein Penis eben mal erschlafft.

Zwei Männer - sind Frauen daran interessiert?

War da nicht noch so etwas mit einer Frau mit zwei Männern? MMF, wie man so sagt? Soll ja eher bei Frauen ankommen, weil … ja, warum denn eigentlich? Weil … da könnten die Männer ja einen „Spießbraten“ zelebrieren? Klingt nicht gerade appetitlich. Oder wie war das mit einem Sandwich? Oder ist die Planung dafür ganz anders? Immer schön einer nach dem anderen? Oder willst du gar sehen, wie die Männer …?

Beim Dreier - wie viel BI ist nötig?

Nun wird behauptet: Männer mögen Bi-Frauen, aber Frauen mögen keine Bi-Männer. Auch die Begründung folgt auf dem Fuß: Bi-Männer gelten als verdeckte Homosexuelle, während von Bi-Frauen angenommen wird, sie hätten einfach mal Freude an Frauen und mal an Männern.

Ob dem der Irrtum zugrunde liegt, gleichgeschlechtliche Aktivitäten seien eine Veranlagung und nicht nur eine Möglichkeit, um neue Lüste kennenzulernen? Mit anderen Worten: Ist „Bi“ eine Frage der lustvollen Situation oder eine Frage der sexuellen Orientierung?

Wie viel "BI" ist also nötig? Eigentlich ist "Bisexualität" gar nicht nötig für Dreier. Es reicht völlig, nicht homophob zu sein, also keine Berührungsängste mit dem eigenen Geschlecht zu haben, denn Berührungen kommen nun einmal - gewollt oder ungewollt - bei Dreiern vor.

Was haben eigentlich die Kerle vom MMF-Dreier?

Und wenn die Männer nun beide absolut und vollständig „hetero“ sind und nichts anderes von dem Dreier wollen, als Lust an der Frau und mit der Frau zu gewinnen? Wäre da nicht die Frage: Was haben die Kerle davon?

Eine Frau fragt sich beispielsweise (2):

Die Idee, dass zwei Männer miteinander rummachen, erregt mich einfach nicht. Ich würde vorziehen, wenn ich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit genießen könnte. Aber woher sollte ich zwei Männer nehmen, für des in Ordnung ist, nackt zu sein und die davon geil werden, eine Frau miteinander zu teilen?


Die Frage ist schwer zu beantworten, wenn die Intention von einer Frau ausgeht, wie wir anderwärts erfuhren. Wenn zwei Männer eine Frau für einen „Dreier“ suchen, denken sie an die Lust, die ihnen die Frau bereiten soll - nicht an die Lust, die eine Frau aus der Situation gewinnen könnte. Denn MMF sollte nicht heißen: „Mal sehen, was zwei Kerle mit einer Frau machen können.“ Vielmehr wäre die Frage: „Was kann eine Frau mit zwei Kerlen machen?“ Die Antwort ist meist: „in der heißen Phase einer nach dem anderen, nicht beide zugleich.

Ein anderer Satz, den wir oft hörten: „Auf keinen Fall versuchen, Pornos nachzuspielen.“ Das sollte ernst genommen werden, denn in Pornos spielt keine Rolle, wie sich die Beteiligten fühlen. Im richtigen Leben aber schon, und zwar vorher, währenddessen und danach. Demnach wird Paaren in traditionellen Beziehungen, also solchen die sich nicht in „offenen“ Beziehungen oder innerhalb der Swinger- oder SM-Szene bewegen, dringend abgeraten, das Experiment einzugehen. Wer nicht in einer Beziehung lebt, sollte sich vor allem fragen, wie vertrauensvoll die Partner sind – und vor allem, was „währenddessen“ geschehen soll. Das gilt für MMF und FFM.

Gefiel euch dieser Artikel? War er informativ? Konntet ihr mit dem Inhat etwas anfangen? Dann sagt es uns.
(1) Bei den Frauen wurden nur diejenigen berücksichtigt, die ausdrücklich zwei Männer als Partner angaben, nicht drei Personen. Quelle auf Anfrage.
Das Zitat (2) entnahmen wir VICE (ca).

Ziemlich revolutionär: Sexualität und Erotik im 21. Jahrhundert

Sex gibt es immer - aber die Bedingungen ändern sich
Unser Team hat eine neue Idee für Autorinnen und Autoren: die sinnlichen, erotischen und sexuellen Themen des 21. Jahrhunderts.

Nun könntet ihr fragen: „Ja, gibt es denn etwas Neues in der Liebe?“ Oder ihr könntet vielleicht behaupten „Sex ist doch immer dasselbe“, oder vielleicht auch; „Erotik ist doch so etwas von ausgelutscht“.

Das mag alles stimmen – aber die Gesellschaft hat sich entwickelt. Frauen treten wesentlich offensiver auf, während Männer mehr und mehr nachdenklich werden, was mit ihnen und ihrer Rolle geschehen könnte.

Sexuelle Experimentierlust, neue Phänomene und ratlose Psychologen

Parallel dazu wird die Lust am sexuellen Experimentieren immer größer. Das Manifest der Heterosexualität wackelt sein Langem, aber auch die „Konkurrenz“, die LGBT-Kreise, können sich nicht mehr sicher sein, dass sie die „Allein selig Machende“ Idee für alle sexuellen Identitäten haben. Es gibt immer mehr Menschen, namentlich intellektuelle Frauen, die sich zur fließenden Sexualität bekennen. Zudem ist bemerkenswert, dass die Psychologie, die sonst immer gleich den Arm hebt, wenn es um die Erläuterung des menschlichen Verhaltens geht, dazu schweigt. Nach deren Auffassung hat der Mensch ja ein ICH, aber niemals ein „ANDERE“, obgleich das „Alter Ego“ schon die Griechen kannten. Darüber wäre noch zu sprechen, denn kein Kybernetiker würde unterschreiben, dass die körpereigene CPU nur eine Persönlichkeit managen kann. Das Thema kann hier nicht erschöpfend behandelt werden - lasst mich dies an anderem Orte tun.

Auch das Kommunikationszeitalter ist noch längst nicht in der Literatur angekommen. Sich digital zu verlieben oder Illusionen über eine Liebe im Internet zu machen, sind Fakten – in der Literatur finden wir sie kaum.

Ja – und was machen wir daraus? Wir nennen Themen, mit denen sich die Literatur endlich auseinandersetzen sollte – die sinnliche Literatur, die erotische Literatur und die Literatur schlechthin. Der erste Teil beschäftigt sich mit Lust und Digitalisierung in der erotischen Literatur.

Ich bin gespannt auf die Reaktionen, wie immer sie ausfallen mögen.

Komm ins Bett, du riechst so gut …

Jetzt wäre es Zeit für die Riechprobe ...
Forscher sind immer wieder für Überraschungen gut. Ich erinnere mich noch recht gut, dass vor ein paar Jahren behauptet wurde, Menschen, die einander gut riechen könnten, hätten unterschiedliche Immunsysteme. Das wäre sogar plausibel, denn wenn sich solche Menschen paaren, dann würden die Nachkommen möglicherweise noch bessere Immunsysteme haben, und die Evolution …

Immer, wenn ich das Wort „Evolution“ im Zusammenhang mit Klugscheißern aus der Psychologie höre, wird mir mulmig. Irgendwie, so denke ich, waren die nicht die ganze Zeit dabei, als die Evolution stattfand. Ich erinnere mich auch noch recht genau an „Studien“, die beweisen sollten, dass sich heutige Menschen „paaren wir die Neandertaler“. Auch wegen der Evolution. „Festgestellt“ hatte man dies allerdings bei Speed-Dating-Veranstaltungen. Und weil es so hübsch einfach ist, hat man sich gedacht: „na, wenn die stärksten Kerle heute noch die schönsten Weiber abschleppen wollen, dann war das immer so.“

Ja, und nun gibt’s eine Studie, die sagt: Nö, das mit den passendne oder unpassenden Immunsystemen hat nun mal gar keinen Einfluss auf die männliche Geilheit. Ins Bett soll vielmehr die Frau, die super riecht, und zwar wegen der „reproduktiven Hormone“ aka Östrogen. Zitat:

Reproduktive Hormone sind Hinweise für die Fruchtbarkeit der Frau. Und je höher deren Spiegel ist, desto attraktiver wirkt die Frau auf Männer.


Na also – nur mit dem kleinen Hinweis, dass du deine Nase schon ziemlich na ahn die Achselhöhlen halten musst, um das festzustellen – und das, obgleich die meisten Frauen dort keine Haare mehr haben. Ob der sogenannte „Muschiduft“, den es ja angeblich auch schon als Beimischung zu Parfüms geben soll, die gleiche Wirkung hat?

Oh, die Männer kommen eigentlich gar nicht so nah an eine Frau ran, die gegenüber am Schreibtisch sitzt oder in einer Bar auf dem Hocker gegenüber. Die Probanden der Forscher hatten es da besser – sie durften sich schweißgetränkte Wattebäuschchen mit Duftstoffen aus den Achselhöhlen vor die Nase halten.

Und also haben wir nun den Beweis:

Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteronwerten sind olfaktorisch am anziehendsten für Männer.

Olfaktorisch – da haben wir mal wieder so ein Wort der Gescheidles, nicht wahr? Heißt auf Deutsch: „Durch den Geruch“.

Ei, ei, wie toll. Beantwortet aber nicht die Frage, wie echte Männer an echten Frauen auf die Entfernung solche Duftstoffe wahrnehmen und in welcher Konzentration sie überhaupt in der Luft (und nicht in Wattebäuschchen) vorkommen. Und all dies abhängig von dem Raum, in dem sie sich bewegen.

Uff … also, ich behaupte mal: Wenn es stimmt, dass „Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteronwerten“ wirklich „dufter“ sind als solche mit kümmerlichen Östrogenwerten, dann strahlen sie dies auch über ihr Verhalten und ihre Erscheinung aus. Sprich: Sie kommunizieren via Gestik, Mimik und Aussehen anders. Wissen das die Forscher? Klar, und sie schreiben es auch:

Östrogen zum Beispiel wirke auch positiv auf die visuelle weibliche Anziehungskraft, wie Studien zeigten: Hohe Östrogenspiegel machen Gesicht und Körper der Frau attraktiv für Männer.


Ei potz … wer hätte das gedacht.

Und nun …? Ja, nun sind wir so schlau wie vorher – Frauen, die einen fruchtbaren Eindruck machen, sind attraktiver für Männer als solche, die’s nicht tun.

Die Zitate stammen aus einer Pressemitteilung der Uni Bern. Wer sich mit der Wissenschaftssprache auskennt, darf auch gerne die Original-Studie lesen.

Hinweis: Der Ursprung des Bildes ist bedauerlicherweise unbekannt.

Warum kann Sexualität fließend sein und warum nicht?

Wahrscheinlich kennt ihr Begriffe wie die „sexuelle Ausrichtung“. Das ist der Weg, den jemand nach der Pubertät einschlägt und dann weiter verfolgt. Dabei zeigen sich drei Grundtendenzen:

1. Jemand ist eindeutig heterosexuell oder eindeutig homosexuell.
2. Jemand bevorzugt heterosexuell Beziehungen, ist aber anderen nicht grundsätzlich abgeneigt.
3. Jemand schwankt zwischen Homosexualität und Heterosexualität.

Völlig unabhängig von Begriffen wie „Sexueller Orientierung“, „sexueller Veranlagung“ oder“, „sexueller Präferenz“, „sexueller Neigung“ und „sexueller Identität“ kann jede Person auch Freude an sexuellen Handlungen haben die er selbst verursacht oder die ein beliebig geschlechtlicher Mensch an ihm vollbringt. In den ersten Fällen ist es eine Lebenseinstellung, in den zuletzt genanten ein lustvolles Spiel, das nur sehr bedingt etwas mit der „Orientierung“ zu tun hat.


Hat sich jemand festgelegt und kann er sich nichts anderes vorstellen, als „Entweder-oder“ zu sein, ist das in Ordnung. Ist er im Konflikt um seine „wahre Orientierung“, kann er dies in Einzelgesprächen, Selbsthilfegruppen und Therapien herausfinden. Solche Menschen und Institutionen haben Erfahrung damit, das Hirn zu lüften und Klärungen herbeizuführen.

Diejenigen, die im Grunde heterosexuell orientiert sind, daran ihr Glück gefunden haben und dennoch gerne mal in Nachbars Garten grasen, benötigen sehr viel Selbstbewusstsein und eine geschlechtsneutrale Genussfähigkeit. Das Selbstbewusstsein hilft, sich gegen Angriffe von außen zu verteidigen und innerlich stabil zu bleiben. Die geschlechtsunabhängige Genussfähigkeit ist meist gewachsen.

Eines der eher harmlosen Beispiele: Die Hand, die den Penis berührt, kann die eigene sein, die einer liebevollen Frau oder die eines erfahrenen Mannes. Für Frauen gilt dies analog für die Klitoris. Besonders geschlechtsneutral werden zumeist die Tagträume und Fantasien empfunden, in denn wirklich nicht klar ist, wer wen berührt, weil alle Berührungen nur in der eigenen Vorstellung stattfinden.

Die Beispiele mögen zeigen, warum es keine „fließende sexuelle Orientierung“, wohl aber eine fließende sexuelle Genussfähigkeit geben kann.

Klar – diese Thesen sind nicht genügend gesichert. Aber alles spricht dafür, dass es neben der eher geschlechtszentrierten Orientierung auch eine solche auf den höchsten erzielbaren Genuss gibt.

Menschen mit besonderen erotischen Interessen - und Du

Wenn du „ganz normal“ bist, und fest davon überzeugt, dass deine sexuelle Tendenz, Einstellung, Ausrichtung und Praxis richtig ist, dann ist alles OK mit dir.

Es ist dann allerdings nicht OK, Menschen mit anderen Tendenzen, Einstellungen, Ausrichtungen und Praktiken anzugreifen.

Diese Menschen können dir nichts Erotisches schenken, was du gebrauchen könntest – und sie wollen keine Geschenke von dir, weil du ihnen nichts geben kannst.

Sieh mal, was nichts für dich ist, ist nun mal nichts für dich. Überlass es anderen, die Freude daran haben.

Oh – ich weiß nur zu gut, dass du nicht akzeptieren kannst, dass andere anders sind, anders lieben und andere Gefühle genießen wollen. Aber nimm bitte hin, dass andere Menschen ganz anders sind als du. Und sie sind nicht dazu da, um dich zu ergänzen oder dich zu spiegeln.

Und wirklich, du musst nicht darüber nachdenken, was du an deren Stelle tun würdest, oder wie du sie von ihrem „Makel“ befreien kannst. Sie wissen, was gut für sie ist.

Petting … die Lust der 1950er Jahre

Nur anfassen ... allerdings meist bei jüngeren Pärchen
Eltern und Erzieher waren ganz entsetzt, als sie hörten, dass deutsche „Backfische“ und schneidige Jünglinge auf den gerade in Mode gekommenen Partys „Petting“ praktizierten.

Sicher, sicher – das war eine Methode, bei der es nicht „zum Letzten“ kam, wie man damals sagte, aber man befürchtete, dass die jungen Frauen dabei „erweckt“ würden. Das hieß wiederum, dass sie möglicherweise durch die Berührungen der „primären und sekundären Geschlechtsmerkmale“ Lust bekommen könnten. Man stellte sich allgemein vor, dass eine Frau, die einmal „erweckt“ war, dann vielleicht einen Freund nach dem anderen haben würde … eine ganz schreckliche Vorstellung für die damalige Zeit. Und ob es auch dabei bliebe? Bei diesem Gedanken Gedanken wurden die Gesichter dann noch fahler.

Tendenziell zogen sich die Pärchen dabei in jenen Jahren nicht einmal aus. Ihre Hände wanderten dabei zunächst neugierig über die Kleidung, streichelten mal hier und mal dort und „verirrten“ sich gelegentlich eben auch mal unter der Kleidung. Oft war es die reine Neugierde, wie der Partner oder die Partnerin wohl reagieren würde. Und manchmal waren sie schockiert, was passierte, wenn sie allzu intensiv über das strichen, was sich im Schritt befand. Denn gelegentlich war der Druck so groß, dass etwas Klebriges in die Unterhosen entwich oder gar auf Bluse oder Rock tropfte. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, was dann "zuhause" los war ... ach, wenn Mutter das entdeckte ... nicht auszudenken!

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Doch als die Pornografie eine erste Blüte erreichte, wurde auch das „Petting“ wiederentdeckt, wie dieses Bild aus den 1970er Jahren zeigt. Ganz offensichtlich ist das Pärchen schon ein paar Jährchen über das Alter hinaus, in dem man „Petting“, auf Deutsch auch abfällig „Fummeln“ genannt, intensiv betrieb.

Süchtig nach Liebe?

Liebessucht und Romantik
Schlimmer als die Gier nach Sex ist ist die Sucht danach, Liebe zu empfangen. Schau mal, wenn du jung bist und von allen geliebt wirst, dann hältst du für selbstverständlich, dass du Liebe empfängst. Bis dir jemand sagt: „Du musst dir die Liebe erst verdienen.“ Der Moment, in dem es dir jemand sagt oder du es einfach spürst, dass die Liebe nicht mehr auf dich fällt wie Manna vom Himmel, kann ein Wendepunkt sein.

Wenn du erwachsen wirst, und du Liebe mit Lust und verbindest, wirst du zusätzlich erkennen, dass es diesen merkwürdigen Zustand des Verliebtseins gibt. Und wenn du nicht so naiv bist wie die meisten Menschen, dann weißt du: Da arbeitet eine Manufaktur wahnsinnig gefährlicher Drogen in dir, um die Verliebtheit zu erzeugen. Sie lähmen dich, sie hindern dich an der Arbeit und sie machen dich leichtsinnig.

Die Liebeslust ist eine erneuerbare Energie – aber sie wirkt nicht nachhaltig. Das hat die Natur tatsächlich so gewollt. Es wäre nicht gut, wenn die Droge deine Existenz gefährden würde.

Du kannst dich dafür lieben, geliebt werden zu wollen – das lässt sich einrichten, wenngleich nicht komfortabel. Und du kannst dich dafür hassen, weil du so schrecklich viel von dir selbst verschenken musst, wenn du es tust. Dann denkst du vielleicht: „Ich schenke anderen so viele Liebe, aber ich bekomme so wenig dafür zurück.“

Falsche Romantik und Gefühls-Handel

Manche sagen dann: „Oh, ich habe so viele negative Erfahrungen gemacht“, im deutschen Sprachraum wohl auch: „Ich habe ständig in Gefühle investiert und nichts damit erreicht“. Einige erinnern sich, wie sehr sie sich aus Liebeslust erniedrigt haben, wie sie Warnzeichen übersahen und etwas romantisierter haben, was in Wahrheit schrecklich war.

Der Weg hinaus ist schwer, denn die Drogenproduktion kann jederzeit in Gang gesetzt werden – da reich oftmals ein Blick, ein Wort oder eine Berührung. Und die Gefühle sind ja nun wahrhaftig nicht ausschließlich negativ.

Wie es scheint, sind es die geheimen Erwartungen, die mit der lustvollen Begierde verbunden sind. Eine sinnliche Nacht, ein erotisches Wochenende, sechs lustvolle Wochen? Wem das genug ist, der mag es tun und genießen. Wer aber im Grund etwas anderes will, nämlich eine verlässliche Beziehung, der wird enttäuscht werden.

So – also, was kann man tun?

„Liebe“ bezeichnet drei unterschiedliche Gefühle: Die Liebe, die durch Suchtstoffe erzeugt wird, heißt Verliebtheit. Die Liebe, die im Hirn gedanklich zusammengepusselt wird, heißt Romantik. Die Liebe, die schließlich aus der Gemeinsamkeit erwächst, heißt dann wirklich Liebe und bezeichnet die Lust, gemeinsam in Sinnlichkeit durchs Leben zu gehen.


Mach dir klar, dass du unter Drogen stehst

Wichtig ist, zu wissen, dass Verliebtheit tatsächlich auf den Einsatz körpereigener Drogen beruht. Ich denke, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung werden dies verneinen, obgleich es Standardwissen ist.

Mach dich frei von Romantik

Romantik gibt es nicht in Reinform. Unser Gehirn erzeugt sie aus Fragmenten, oft erst viel später, wenn die Ereignisse nur och in der Erinnerung existieren.

Genieße das, was du tust

Genieße das, was du tust, in dem Moment, in dem du es tust. Denke dann nicht an die Vergangenheit und nicht an die Zukunft.

Liebe dich selbst

Liebe dich selbst in Körper, Geist und Psyche. Scheu dich nicht, dazu zu stehen.

Hör auf, mit Liebe zu handeln

Wenn du kannst, schenke anderen Liebe, aber erwarte nicht, dass du jedes Mal etwas „zurückbekommst“. Das ist Handel oder emotionale Prostitution. Sollte es dir nicht gelingen, auf soclhe psychischen, geheimen „Deals“ zu verzichten, dann hör mit dem Spiel auf.

Der Weg hinaus …

Der Weg aus der Abhängigkeit (egal von welchem Suchtstoff) ist immer durch die Tür … diesen Schritt musst du schon tun. Und gerade bei der Verliebtheit und der Romantisierung kannst du ganz viel selbst tun, um dich vom Druck zu befreien.

Titelbild: Titel eines Groschenhefts ohne eindeutigen Autor, möglicherweise 1952, vielleicht auch viel früher.

Warum wir keine Schweinereien veröffentlichen

Nein, hier gibt's keine Schweinereien
Niemand kann uns (oder euch) genau sagen, was ein Zensor an Ende als „Schweinerei“ ansieht. Manchmal reicht die Erwähnung eines Wortes, sei es das „F“-Wort“ oder etwa Ähnliches, und mal geht alles durch: Vögeln ebenso wie Möse.

Wie ich grinsend erfahren habe, zensiert „TUMBLR“ jetzt mit Vorliebe weibliche Brustwarzen – ich weiß noch nicht, ob sie es nur dann tun, wenn sie „voll frontal“ vor die Linse gehalten werden oder ob sie aus gewissen Winkeln dennoch veröffentlicht werden dürfen. Ja, ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie zensiert werden, wenn sie mit Lippenstift auf den nackten weiblichen Rücken aufgemalt werden.

Was ich damit sagen will: Niemand weiß, wer als Nächstes welchen Schritt tun wird, um wieder einmal Zensur auszuüben. Jemand nahm schon übel, dass wir „CBT“ manchmal übersetzt und „ausgeschrieben“ haben, und zeitweilig duften keine Wörter verwendet werden, die auf „… fetischismus“ endeten, vor allem dann nicht, wenn diese im Zusammenhang mit weiblichen Füßen, Schuhen oder Stiefeln standen.

Wir veröffentlichen keine Schweinereien - jedenfalls nicht, was wir darunter verstehen. Das heißt euch: keine rohen, ungehobelten "F...gechichten", keine Verherrlichungen von sexuellen Abweichungen und dergleichen. Was es gibt, das gibt es, aber wir sind keine Ideologen, die das "Anders Sein" als einzig erstrebenswert hinstellen.

Doch was menschlich ist, sollte eigentlich veröffentlicht werden können … oder mal so gesagt: Des einen Eule ist des anderen Nachtigall. Übrigens darf Literatur wesentlich direkter sein … aber da müsst ihr erst mal in den erlesenen Kreis derer vordingen, die sich „Autoren“ nennen dürfen. Und selbst dann ist nicht sicher, ob sich irgendwo Menschen zusammenrotten, die das, was du schreibst, als Schweinereien diffamieren.

Beschäftigen wir uns zu wenig mit dem Menschen im Mann?

Die meisten Männer vergleichen sich mit anderen Männern. Es geht nicht immer darum, wer den dicksten und längsten Penis hat oder ein entsprechendes Konto. Aber eben auch. Nur wenige Männer sehen sich als Individuum, dem der Rest des Rudels scheißegal ist.

Wir Männer beschäftigen ums in den letzten Jahren leider auch damit, wie Frauen uns sehen. Wir tun sehr viele Dinge ihnen zuliebe, und mit jedem Windstoß, den der Feminismus in die Welt bläst, fragen wir uns: „Oh, entsprechen wir noch (schon) diesem Bild?“

Was wir tun sollten? Weder Maskulinisten noch Feministen. Es reich wirklich, ein Mensch zu sein. Das ist fast alles, Leute … bis auf … bis auf die Tatsache, dass die Feministinnen die besser Presse haben. Die Journaille reagiert wie ein aufgescheuchter Haufen von Hühnern, wenn Feministinnen wieder mal etwas in die Welt tragen müssen.

Ich las gerade:

Der Feminismus ist die einzige Ideologie, die einen Plan für das Leben der Männer hat.


Nun, nicht die Einzige. Aber der Feminismus will Frauen einerseits und Männern andererseits psychologisch umerziehen. Das gelingt ihm (gleich in welcher Welle) nicht – und dann versucht man es eben mit den Männern, mit denen es ebenso wenig gelingt. Und wenn beides nicht geht, dann grollt die Feministin.

So kann es nicht weitergehen. Wir sollten uns mit Menschen beschäftigen – übrigens auch sexuell. Im tiefsten inneren Fühlen gibt es keine Ideologien, sondern da spricht die Natur mächtige Worte. Wir können sie beschreiben, diese Worte der Natur. Aber wer hat schon den Mut, zur „Feder“ zu greifen?

Lust und Wissen – der Körper, die Funktionen, das Fühlen

Modell einer Klitoris
Fragt einen Mann, was eine Vagina ist – nun gut, dann wird er vielleicht noch wissen, dass dies eine Art Schlauch ist, in der sein Penis ab und an seinen Platz findet. Frag ihn dann, was eine Frau „in der Vagina“ empfindet, und du wirst einen Haufen Halbwissen oder Nichtwissen aus ihm heraussprudeln hören.

Nichtwissen überwiegt in der Sexualität

Nun fragt gerne mal eine Frau, was eine Prostata ist, wie sie funktioniert und was ein Mann in ihr (oder durch sie) fühlt. Viel Glück! Und wenn es euch Spaß macht, dann fragt mal alles aus dem Kuriositätenkabinett der Meinungen über Organe und Lüste für Frauen und Männer ab.

Na ja – wir sprechen ja nicht drüber. Und was uns die Schule vermittelt, ist viel zu theoretisch, oft (aus Rücksichtnahme auf Schüler und Lehrer) nicht ganz korrekt und zudem thematisch stark eingegrenzt.

Oh ja, wir könnten jetzt sagen: kompliziertes Thema. Aber ist es damit abgehakt? Auf keinen Fall.

Frauen entdecken erst jetzt, wie sie ihr Lüste beflügeln können

Dazu zitieren wir hier mal Kate Moyle. Sie ist eine bekannte Psychotherapeutin und Sexologin, und der "Guardian" (1) griff ihre Worte auf:

Die sexuelle Revolution mag ja vor mehr als 50 Jahren begonnen haben, (und dennoch haben wir) gerade erst damit begonnen, etwas zu verstehen, nämlich dass Sex nicht aus dem Funktionieren von Organen besteht, wenn wir Freude daran haben wollen. Frauen müssen lernen, wie sie ihre Empfindungen genießen können und wie sie ihr erotisches Verlangen erkunden können – zum Beispiel durch Hörbücher oder indem sie erotische Literatur lesen.


Die die Autorin sagt das, was heute als wichtigster Satz für Frauen (und Männer) über die Erforschung der eigenen Sexualität gelten mag:

Es geht aber nicht nur darum, realistischere Bilder zu haben (, sondern) … darum, den Unterschied zwischen realistisch und unrealistisch zu verstehen, weil darin die Kluft besteht.


Das Wissen über die wahre Lust kommt aus der Literatur

Die Möglichkeit, sexuelle Lüste aus den Beispielen der erotischen Literatur zu generieren, ist nicht ganz neu. Werner Field hat dem ein ganzes Buch gewidmet, indem er beweist, dass „Die Geschichte des sinnlichen Schreibens“ (2) darauf beruht, Frauen zu zeigen, wie sie ihre wahre Sinnlichkeit entdecken und ihre sexuelle Gefühlswelt intensiver genießen können. Etwa parallel dazu erschien Daniel Bergners (3) „Die versteckte Lust der Frauen“, die radikal mit dem Mythos aufräumt, Frauen hätten keine eigenen, drängenden sexuellen Lüste.

Inzwischen geht es in der öffentlichen Diskussion weitgehend darum, überhaupt eine Sprachebene für sexuelle Lüste zu finden.

Ein Penis ist kein Penis, ist kein Penis ...

Ein Penis ist nicht einfach ein Penis – er wird erst zu einem Instrument der Lust, wenn durch die Nervenbahnen Impulse vom Gehirn empfangen werden oder an das Gehirn gesendet. Und das gelingt durchaus unterschiedlich, je nachdem, ob und in welcher Weise er wo und wie stimuliert wird. (Und, ob er beschnitten wurde oder nicht).

Ödland Vagina: Wie ist das eigentlich, wenn ...

Noch komplizierter ist es bei der Vagina: Eigentlich müssten wir „Vulva“ sagen, denn in ihr befindet sich das Repertoire der Lust. Unter anderem (aber nicht ausschließlich) die berühmte Klitoris. Als man vor einigen Jahren Modell der Klitoris zeigte, waren viele Frauen überrascht, wie groß dieses Organ wirklich ist. Und bis vor einiger Zeit haben sogar Expertinnen behauptet, die Klitoris sende direkte Impulse an ein (wo auch immer befindliches) Orgasmuszentrum. Da haben sie ihre Rechnung ohne das Gehirn gemacht, das erst einmal sortiert, was denn nun an „Impulsen“ wo kommt, um die richtigen körpereigenen Mixturen zusammenzubrauen.

Die erotische Literatur bringt Wissen und Fühlen zusammen

Haben wir eine Sprachebene gefunden, so haben wir noch keine Gefühlsebene. Und nun kommt der Clou: Solange es darum geht, Lüste als Gefühle in Textform zu vermitteln, führ nach wie vor kein Weg an der erotischen Literatur vorbei. Denn du kannst in „einem Porno“, selbst in einem „frauenfreundlichen“ zwar sehen, wie eine andere Frau zuckt, während sei ihren Orgasmus hat oder „fakt“. Aber du erfährst niemals, wie es ihr dabei geht und was sie dabei gerade denkt oder auch nicht.

(1) in die Übersetzung wurden einige Füllwörter eingefügt, um den Text flüssiger lesen zu können).
(2) Field (Berlin 2014)
(3) Bergner, (New York, 2013)

Können Frauen die männliche Rolle lustvoll spielen?

Mit Humor wechseln sich die Rollen leichter ...
Können Frauen die männliche Rolle lustvoll spielen? Oder können Männer sinnlich und lustvoll mit der weiblichen Rolle umgehen? Dieser Artikel handelt davon, ob Frauen und Männer so rollenflexibel sein sollte, auch in der Sexualität die zugeschriebene Rolle des anderen Geschlechts annehmen zu können – zumindest im Verhalten.

Die sozialen Geschlechterrollen, also die Rollen, die wir persönlich erlernt und weiterentwickelt haben, werden oftmals als „natürlich“ bezeichnet, und daraus wird abgeleitet, dass sie zu den „ewigen“ Werten gehört.

Die Natur hat allerdings eigene Gesetze, die nicht mit den Geschlechterrollen der Gesellschaft übereinstimmen müssen. Ja, im Grunde genommen haben die Gesetze der Natur mit den Gesetzen der Gesellschaft gar nicht zu tun.

Mehrdeutigkeit beim modernen Menschen

Unser Hauptproblem heute ist die Redundanz, also die Mehrdeutigkeit. Das Geschlechterverhalten war im 19. Jahrhundert stark reguliert, und dieser Zustand wirkte bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein. Aus diesem Grund haben wir (eher kulturell als sozial) zwei Prinzipien: die traditionellen Frauen- und Männerrollen in Geist und Emotionen, aber nicht mehr unbedingt in Persönlichkeit und Verhalten. Und eine neue Rolle in Verhalten und Bewusstsein, die wir teils mit der althergebrachten Rolle paaren und teils für unvereinbar halten.

Die Kontroverse aus wissenschaftlicher Sicht

In einem wissenschaftlichen Beitrag wird diese Kontroverse so beschrieben (aus der Sicht des Mannes):

Da Männer im Glauben erzogen werden, Frauen seien sozial und sexuell passiv, verwirrt es sie unter Umständen erheblich, auf eine Frau zu treffen, die aktiv ist und zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr die Initiative ergreift. Angesichts so „unfemininen" Verhaltens kann ein Mann dann versucht sein, die Weiblichkeit einer Frau anzuzweifeln. Wenn diese Zweifel angesichts offensichtlicher Beweise nicht aufrechterhalten werden können, beginnt er möglicherweise, an seiner Männlichkeit zu zweifeln.


Der tägliche Geschlechterwahn bei der Partnersuche

Diesen Widerspruch, ja, dieses Paradoxon, erleben Frauen und Männer jeden Tag: Gefordert wird der sanfte, sinnliche Macho, den es nicht gibt, während der typische „Macho“ oder der typische „Softie“ gemieden wird. Bei den Frauen wird, die selbstbewusste, sinnlich begabte, sanfte Familienfrau bevorzugt, die es in der Kombination auch selten gibt.

Viele Autoren haben sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie wir aus diesem Schlamassel jemals herauskommen wollen – zumal, wenn interessierte Kreise den Konflikt noch verschärfen.

Die Rolle der Geschlechter im Alltag ist heute kaum noch veränderbar: Frauen und Männer leben autonom, gleichberechtigt und selbstverantwortlich. Die Rolle, die wir in unserer natürlichen Begierde, also der Partnerwahl, bei der Suche nach Lust und Sex spielen, ist hingegen deutlich an die alten Gesetzte gekoppelt.

Auf diese Weise ist die Frau, die unabhängig und selbstbewusst Männer kennenlernt, mit ihnen schläft oder auch nicht und auch sonst tut, was sie will, den Männern „irgendwie verdächtig“. Und der Mann, der sich finden lassen will, der verführt werden will und der letztlich die Abhängigkeit durchaus als genussvoll empfindet, ist in gleicher Weise den Frauen verdächtig.

Könnten Autorinnen "erotische Wege hinaus" weisen?

Soweit die gesellschaftlichen und sozialen Fragen. Der Wandel, der daraus entsteht, ist noch nicht einmal genügend von den angeblich „seriösen“ Autorinnen behandelt worden. Und wenn wir auf eine sinnliche, erotische oder sexuelle Ebene kommen?

Was, wenn Frauen nicht nur das Eheleben und die Rollenverteilung bestimmen wollen, sondern auch die sexuellen Rituale und Rollenspiele? Dann wären Frauen in der Rolle des Yang, also in der aggressiven, fordernden und dominanten Rolle. Sie würde alles tun, um den Mann zu zwingen, sie in der von ihr gewünschten Weise zu behandeln. Und das würde auch bedeuten: Sie sexuell so zu befriedigen, wie sie es wünscht – und falls nicht, sich einen anderen Partner zu suchen. Zugleich würde der Mann in die Rolle des Yin fallen, was bedeuten würde, passiv und unterwürfig zu handeln und das an Befriedigung zu akzeptieren, was ihm die Frau anbietet.

Das Thema ist in der erotischen Literatur nicht neu. Die emotionale Geschlechterumkehr, die Geschlechterverwirrung und dergleichen sind schon beschreiben worden – aber stets als erotische Märchen.

Doch warum greifen wir nicht einfach die „neue Realität“ auf? Und warum schreiben unsere Autorinnen nicht über ein Thema, das wirklich sehr populär ist: täglich neu (auch mit sich selbst) auszumachen, wer wann und wie welche Rolle spielt.

Wie wäre es, das Thema sinnvoll anzugehen?

Die Wissenschaft behauptet ja mehr oder weniger, wir würden uns über unser Geschlecht definieren, und hätten wir die Identifikation gefunden und verfestigt, so seien keine Modifikationen mehr möglich. Mag ja sein, aber das heißt nicht, dass es uns dadurch verboten ist, andere Verhaltensweisen auszuprobieren.

All dies wird tatsächlich schon dann und wann praktiziert – aber darüber geschrieben wird selten. Und wenn, dann sicher nicht in lustvollen, anregenden Abhandlungen.

Ja – und was meint ihr zum Thema? Ich hoffe, ihr seid nicht sprachlos.

Bild: Extrakt des Titels eines Groschenhefts

Da wird mir etwas vorenthalten … Sexualität ist immer noch ein Tabu

Sich schämen, sexuell zu sein?
Die Sexualtherapeutin Sandra Gathmann sagte in einem Gespräch mit der „Wiener Zeitung“, sie habe schon früh „den Eindruck (… bekommen …), dass alles, was mit Sexualität zu tun hat, ...(ihr) ... ein Stück weit vorenthalten wurde.

Die Frage ist natürlich: Welcher Frau oder welchem Mann wurde nicht bedeutet, dass alles, was mit dem Sex zu tun hat, „eigentlich“ kein Gesprächsthema ist?

Frau Gathmann erwähnt, das alles, was man „früher“ (sie ist selbst noch recht jung) an Informationen über die Sexualität bekommen konnte, „Warnhinweise und Verklärungen“ waren.

Informationen ja - Gespräche nein?

Wahrscheinlich werden Sie jetzt sagen: „Ja aber heute ist das Internet doch voll von Sex, Erotik und Pornografie, und es gibt Dutzende von Frauen- und Mädchenforen, auf denen „man“ sich informieren kann.

Das mag so sein – aber dennoch gilt es nach wie vor als sehr bedenklich, wenn sich junge Frauen und Männer sehr intensiv mit der Sexualität beschäftigen. Noch bedenklicher erscheint es manchen Zeitgenossen, wenn sie Körper, Geist und Psyche auch sexuell erproben oder gar herausfordern wollen.

Niemals über Sexualität sprechen?

Warum darf das alles nicht sein? Warum schämen wir uns dessen? Ich kenne die Gesichter der Frauen, die ich persönlich gebeten habe, einmal über spezifisch weibliche Lüste zu schreiben … einfach so … flott aus dem Bauch in den PC, anonym, selbstverständlich. Die Empörung stand ihnen im Gesicht geschrieben – und sie löste sich teilweise nicht einmal mehr.

Im Interview mit Frau Gathmann ist eine sehr interessante Abwandlung von Paul Watzlawicks Kernaussage enthalten: „Man kann nicht NICHT kommunizieren“. Hier das Zitat:

Man kann nicht nicht über Sexualität kommunizieren, aber man kann nicht über Sexualität sprechen.


Heißt: Wir kommunizieren ständig (nonverbal) untereinander über unsere Attraktivität, unsere Erotik, unsere Sexualität … aber wir schaffen es nicht, darüber zu sprechen – ja nicht einmal, darüber zu schreiben.

Und während dies alles so ist, versuchen Frauen und Männer, strengere Regeln dafür aufzustellen, was in der Kommunikation zwischen den Geschlechtern überhaupt (noch) gestattet sein soll. Was für eine geistige Perversion!

Sind manche Wissenschaftler zu blöd, um Kommunikation zu verstehen?

Ich will Sie auf einen kleinen Nebeneffekt aufmerksam machen: Wenn wir weiterhin „nicht NICHT“ kommunizieren können, was nachhaltig bewiesen wurde, dann werden wir weiterhin über Sexualität kommunizieren, aber uns noch weniger darüber austauschen, um nicht als „sexistisch“ abgestraft zu werden. Und vielleicht sollte ich noch einen provokativen Satz anfügen:

Wer zu ungebildet ist, die Regeln der Kommunikation zu kennen, sollte sich nicht selbst ermächtigen, Sprachregelungen in die Welt zu setzen.

Der Satz geht an Feministinnen, Genderforscherinnen und alle anderen, die uns „Neusprech“ (aka „soziale Korrektheit“) verordnet haben.

Bild: Signatur von Lèbegue oder ähnlich, Illustration, historisch

Empfinden Frauen Analsex als „angenehm“?

Und immer wieder lockt der Po ...
Frauen denken sehr unterschiedlich über Analsex. Die große Mehrheit will ihn „nicht wirklich“, und eine großer Teil der Frauen, die ihn erlebt haben, konnten ihn nicht genießen. Zumeist, so hörten und lasen wir, waren die Männer zu ungestüm (oder auch brutal). Der Hauptgrund scheint aber zu sein, dass nicht genügend „Schmierstoff“ (Gleitmittel) verwendet wurde.

Doch eine Minderheit der Frauen kann dem „Analverkehr passiv“ tatsächlich etwas abgewinnen. Der Traum davon bewegt sogar ein Drittel von ihnen – doch scheinen nur wenige Frauen „anale Praxis“ zu haben.

Erste Hürde: Eindringen lassen und "Aufnehmen"

Wie bei allen sexuellen Vergnügungen ist das „Eindringen“ und „Aufnehmen“ die erste Hürde. Beim Analverkehr gilt diese Stufe körperlich wie mental als besonders Angstauslösend. Der Schließmuskel soll ja normalerweise „dicht“ halten, und wenn der Arzt den After untersucht, sagt er oft man solle sich so verhalten „wie zum Stuhlgang“, also zunächst mild entspannen. Und nun kommt eben der Moment, in dem sich entscheidet, ob alles „hopp oder topp“. Stößt du nun einen tiefen, entspannten Seufzer aus und genießt das neue, wundersame Gefühl oder ist es wie eine Reihe von Nadelstichen, die Panik in dir auslösen?

Wenn es der Seufzer ist, dann kannst du wahrscheinlich auch Lust daran finden. Manche Frauen sagen, dass schon allein ein Finger Lust auslöst – aber ein Penis ist zumeist deutlich umfangreicher als ein Finger.

Heute hörte ich diese Meinung (1):

Wenn „er“ vollständig drin ist, kann es himmlisch sein. Analsex ist viel intensiver als Vaginalsex … und ich bin dort auch viel enger, denn ich kann meine Beckenbodenmuskulatur so viel trainieren, wie ich will: Ich werde nicht „enger“. Warum also nicht? Es ist gut für mich – und natürlich erst recht für meinen Partner.


Auch Frauenzeitschriften beschäftigen sich mit dem Thema. Etwas flapsig stand in der Brigitte (wohl auch in „Neon“,2):

Im Kopf erst mal bäh, womöglich schmerzhaft, in jedem Fall nur was für Pornodarstellerinnen. Und in der Praxis dann eigentlich ziemlich aufregend, bei guter Vorbereitung absolut schmerzfrei und besonders innig.


Andere Frauenzeitschriften sammeln Meinungen über Analsex, und immer wieder lasen wir „es kann ein tolles Gefühl sein, aber …“

… aber du brauchst eine Weile, , bis du es genießen kannst.
… aber es fühlt sich ganz anders an als vaginal.
… aber ich immer noch den Eindruck, es ist irgendwie schmutzig,


Tipps nützen nicht viel, aber Gleitmittel und eine "Vorbehandlung" hilft

An Tipps mangelt es wirklich nicht. Jede Frauenzeitschrift hat sie. Die Art, in der sie vermittelt werden, deutet von vornherein darauf hin, dass diese Tipps eher zum Lesen für neugierige Frauen sind, als für die Praxis der Luststeigerung gedacht sind. Denn im Grunde gilt, was immer und überall beim Genuss eine Rolle spielt: Wann, wie und mit wem hast du’s zum ersten Mal richtig genossen? Warst du wenigstens darauf vorbereitet, was du tatest? Und ein wirklich guter Tipp kommt meistens nur „am Rande“ vor. „Feuchte“ Solo-Übungen mit dünnen Analdildos und viel, viel Gleitgel sind die beste Garantie dafür, dass du weißt, was auf dich zukommt und du nicht restlos überrascht bist, was mit dir passiert, falls du es tust.

Die populären Quellen für Frauen:

(Die Zitatenquelle (1) kann nicht veröffentlicht werden), Meinungen bei "Miss at" Tipps bei Fem.com, Wörtliches Zitat (2) von Brigitte, weitere Tipps z.B. in der "Freundin" und bei Wunderweib ... sowie in fast allen anderen Frauenpublikationen. Medizinisch auch bei Netdoktor.

Den Po deines Freundes zum ersten Mal rot glühen lassen

Das erste Mal mit lustvollen Schlägen verwöhnen
Du möchtest deinen Ehemann, Verloben oder Freund mal in die lustvolle Welt der erotischen Schläge einführen?

Dann brauchst du nur zu beginnen. Meist geht es im Bett los – so als kleines Lust-Experiment - doch davon später. Aller Anfang ist einfach, doch du musst eines wissen: Lustvolle Schläge sind keine Strafe, sondern eine Lust, die unmittelbar in weitere Lüste führt. Richtige, ernste Schläge (körperliche Züchtigungen) sind etwas ganz anderes: Sie sind im spielerischen Ernst des Rollenspiels angesiedelt, und sie haben durchaus „erste“ Auswirkungen – dennoch können sie den Mann auch „geil machen“. Das heißt dann „Schmerzlust“ – und es bedeutet, dass sich der Mann erst einmal „schlecht benehmen“ muss, um in den Genuss der Schläge zu kommen. Menschen, die sich diesem paradoxen Zwiespalt hingeben, wissen in der Regel, was sie tun - aber so richtig erklärbar ist es eben doch nicht.

Die Gefühle beim ersten Mal sind unberechenbar

Wenn du es zum ersten Mal versuchst, kannst du alles an deinem Liebsten erleben: Angst, Verwirrung, Lust oder Hingabe. Und eure Beziehung kann sich dadurch verändern, je nachdem, wie seine (und natürlich auch deine) Gefühle sich beim Schlagen und geschlagen werden entwickeln.

Zehn gute Rat-Schläge für sanfte Schläge

1. Nimm am Anfang nur die Hand als Instrument. Sie wird hinterher wahrscheinlich schmerzen, wenn du das Schlagen nicht gewohnt bist. Aber du brauchst ein Gefühl dafür, was es bedeutet, jemanden zu schlagen.
2. Wenn du keine Rollenspiele und keine Strafen erreichen willst, sondern nur reine erotische Lust, schlag ihm gleich auf den nackten Po, dort, wo er fleischig ist.
3. Beobachte seine Reaktionen bei den ersten Schlägen. Er muss sie deutlich spüren, aber er darf nicht entsetzt sein von der Intensität.
4. Streich ihm nach einer Weile über den Po, dort, wo du ihn schon etwas gerötet hast. Warte eine Weile und beginne dann erneut mit der Hand zu schlagen.
5. Meistens beginnen solche Spiele im Bett, das heißt, er liegt. Überleg dir später, ob er sich nicht besser über einen Gegenstand (Sofalehne, Hocker) legen sollte. Dann muss er den Po nach oben richten. Das ist eine deutlich stärkere Herausforderung.
6. Das Intimste, was du mit ihm tun kannst, ist ihn „übers Knie zu legen“. Dann hat er Körperkontakt „von beiden Seiten“.
7. Wenn er dich bittet, härter mit der Hand zuzuschlagen, dann tu’s ruhig. Dein Mann will dann herausgefordert werden.
8. Ist der Po so hübsch vorbehandelt, kannst du auch versuchen, ihn mit etwas anderem zu schlagen, denn wahrscheinlich wird deine Hand stärker schmerzen als sein Po. Nimm aber keine Gegenstände, deren Wirkung du niemals zuvor erprobt hast. Rohrstöcke oder käufliche Peitschen sind für Anfänger unberechenbar. Und bleib dabei, die „fleischigen Stellen“ zu schlagen.
9. Denk weiterhin daran, dass alles nur der Luststeigerung dienen soll, nicht als Strafe. Beobachte deshalb, ob er sexuell erregt wird. Das sollte eigentlich der Fall sein. Die Erregung kann auch erst nach einer Weile eintreten – jeder Mann reagiert ein wenig anders.
10. Manchmal will der Mann mehr, als du dir vorstellen kannst. Manche Männer empfinden erst Lust, wenn sie ausgesprochen heftig geschlagen werden, und du musst dir darüber klar werden, dass mancher Mann seine Lust eher in den Schlägen selbst sucht.

Enorm wichtig ist, über alles zu sprechen, was hier gesagt wurde. Das Schlagen mit der Hand kann natürlich auch zur „kleinen Luststeigerung“ vor dem Geschlechtsakt genutzt werden – doch geht es hier eher darum, daraus eine kleine Zeremonie aufzubauen, die schon einige Minuten dauert. Und deshalb: Alles hübsch vorbereiten und hinterher darüber reden, was wirklich toll daran war.

Hinweis: Wir benutzen Erfahrungen Betroffener genutzt und sie betont liebevoll zusammengestellt, sodass sich (hoffentlich) alle Liebenden hier wiederfinden können.