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Solltest du über Ingwer im Po schreiben? Teil 3: Schreiben über Figging?

Dieser Artikel hat vier Teile - dies ist Teil drei.

Und nun gehen wir mal zum Schreiben über – das war doch das Ziel, nicht wahr?

Die interessanten 20 Minuten, davor und danach

Alsbald wird die Prozedur beginnen
Beim Schreiben kommt es sehr darauf an, sich in die Situation mindestens einer der beteiligten Personen hineinzuversetzen. Deine Figur kann also die strafende oder die duldende Person sein, und das Geschlecht spielt keine so große Rolle. Denk dabei daran, dass zum Figging eine umfassende Vorbereitung nötig ist, und dass der Prozess, einmal eingeleitet, so gut, wie nicht mehr zu stoppen ist. Das Brennen, und damit auch das Hitzegefühl und der Schmerz, beginnen nach wenigen Minuten, und halten etwa 20 Minuten an. Während dieser Zeit kann bereits eine weitere „Behandlung“ mit Instrumenten stattfinden – oder sie kann im Anschluss daran erfolgen. Es ist auch denkbar, danach zu anderen analen Lüsten überzugehen.

Aus welcher Sicht willst du schreiben? Eine Kontroverse besonderer Art

Ich empfehle Anfängerinnen, bei der strafenden Person anzusetzen, weil es einfacher ist. Sie kann die duldende Person beobachten, sie trägt die Verantwortung, dass nichts schiefgeht und ist in gleicher Weise für den „korrekten Sadismus“ zuständig.

Der einfache Weg: Aus der Sicht der Strafenden schreiben

Für die Strafende als als Hauptfigur und Erzählerin spricht: Nur die strafende Person hat den Überblick und kann alles beobachten. Der/die Duldende oder „Schmerzgeile“ kann es nicht – er/sie ist mit dem eigenen Schmerz, der eignen Lust, mit dem Abtauchen und Wiederauftauchen aus unterschiedlichen Stimmungen, drogenähnlichen Rauschzuständen und dergleichen beschäftigt. Wie soll diese Person da noch „berichten“? Gegen die Strafende als Hauptfigur spricht freilich, dass sie sich kaum „von etwas zu etwas“ entwickeln kann – das ist übrigens der Knackpunkt bei vielen Domina-Geschichten.

Der dornige Weg: Aus der Sicht der Duldenden schreiben

Doch was würde für den Duldenden sprechen? Er bündelt, wie schon angedeutet, etliche Facetten widersprüchlicher Gefühle, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Doch es ist eine große Herausforderung, einmal zu versuchen, diese „unfrisierten Gedanken“, so zerfetzt und widersprüchlich sie auch sein mögen, zu Papier zu bringen. Wenn wir vom „Plot“ sprechen“, wirst du sehen, dass es meist der Duldende ist, der sich auf die Reise in die Hölle seines „inneren, verbogenen Selbst“ begibt. Wähle also Erzähler oder Erzählerin sorgfältig – ihre oder seien Gedanken sollen deinen Lesern ja „unter die Haut“ gehen. Übrigens kann auch eine ausgesprochen oberflächliche, unglaubwürdige Sub-Figur als Ich-Erzählerin den wirtschaftlichen Erfolg bringen. Erfolg und Glaubwürdigkeit gehören nicht immer zusammen.

Worauf es sonst noch ankommt

Es kommt nun auch noch ein bisschen darauf an, wo du ansetzen willst: ganz am Anfang, also an einem Punkt, an dem die ungeschälte Ingwerwurzel noch im Supermarkt liegt? Zu der Zeit, als sie geschält wird? In dem Moment, in dem sie eingeführt wird? Oder erst dann, wenn sie schon im Anus versenkt wurde? Willst du ein komplettes Rollenspiel beschreiben, in dem das „Figging“ nur ein Teil der lustvollen und/oder schmerzvollen Prozedur ist? Soll es eine selbstständige Kurzgeschichte werden oder willst du die Prozedur in einen Roman einbinden?

Egal, was du vorhast, du brauchst eine Umgebung, in der alles stattfindet, und deine Geschichte muss ein wenig mehr beinhalten, als nur diese eine Sache. „Figging“ ist nicht das Thema. Das Thema heißt eigentlich: Jemand unterwirft sich freiwillig einer anderen Person, um Höllenqualen zu erleiden, die er mit Lust verbindet.

Das sollten wir noch mal ein wenig beäugen, nicht wahr? Und deshalb setzen wir diesen Artikel noch einmal fort - mit "Figging allein ist zu wenig",

Blogs über sexuelle Befindlichkeit bewähren sich nicht

Das Private sollte privat bleiben
Die Frau, von der ich gerade las, ist nicht die Einzige oder Erste der Erotik-Bloggerinnen, die ihr Blog „ruhen lassen“ oder ganz aufgeben. Und sie wird nicht die Letzte sein. Persönliche Blogs enthalten, auch wenn sie anonym geführt werden viel zu viel „Befindlichkeiten“. Dazu gehören auch Irrungen und Verwirrungen, die so persönlich sind, dass es eigentlich peinlich wäre, so etwas zu veröffentlichen.

Natürlich können Blogs „Logbücher über das eigene Leben“ sein – aber wesentlich interessanter sind literarisch aufbereitete Blogs, die über Gedanken und Gefühle berichten, die andere Personen teilen können – die aber nicht notwendigerweise „gestern“ durchlebt wurden.

Ich kann mich recht gut erinnern, dass ich zu Anfang angegriffen wurde, weil ich nicht über mein persönliches Leben berichtet habe, sondern nur Gedanken und Nachrichten verbreitet habe. Erst kürzlich hatte ich eine kurze Auseinandersetzung mit der Inhaberin eines Lifestylemagazins. Sie suchte wahrhaftig einen Autor, der „all das selbst erlebt hat“ worüber er schreibt. Ich sag euch mal dies: Kein Schriftsteller oder auch nur Journalist gibt das ungefiltert weiter, was er „wirklich“ erlebt und „wirklich“ fühlt. Und ich gehe einen Schritt weiter: Diejenigen, die es tun, fühle nicht wirklich, sondern filtern gewisse Gefühle aus, die sie gerne in den Vordergrund rücke möchten. Wesentlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie die Geschichten einfach erfinden.

Und nur so ganz nebenbei, für die kleinen Schlaumeier(innen): „Ganz echte“ Geschichten beinhalten auch immer andere, uns nahestehende Personen, die wir auf keinen Fall in die Öffentlichkeit zerren wollen. Wer’s trotzdem tut, genießt nicht gerade meine Hochachtung – und zum Hassen sind mir diese Leute zu unbedeutend.

Zu Beginn meines Blogs ging es darum, meine (erotische) Reise mit anderen zu teilen. Dann entwickelte sich also eher dazu, dass ich etwas über mich selbst lernte, eine Sprache dafür zu finden und gehört zu werden. … Wenn ich heute zurückschaue, bin ich nicht glücklich damit. (1)


Ich behaupte, dass niemand glücklich wird, wenn er öffentlich (und unbearbeitet) sein Innerstes nach außen kehrt. Und mal ganz einfach gefragt: Warum sollte er damit positive Anerkennung gewinnen?

(1) Das Zitat wurde ohne LInk veröffentlicht, da dort auch Inhalte zu finden sind, mit denen ich euch nicht konfrontieren möchte.

Isi und Obu

Wir haben uns schon lange Gedanken darüber gemacht, dass wir im Grunde genommen nicht „männlich“ oder „weiblich“ schreiben wollen. Und also werden wird die Themen, die Frau und Mann zu gleichen teilen oder jedenfalls gemeinsam betreffen, unter den Namen unserer wichtigsten Themenbeschaffer veröffentlichen. Und das sind nun mal Isi und Obu.

Wenn du hier auch schreiben willst: herzlich willkommen. Jedenfalls, solange es keine Werbung, keine verdeckte PR, nichts Radikales oder Verbotenes ist und solange es Frauen oder Männer nicht verachtet.

Intime Bekenntnisse – wie entwickelte sich die sexuelle Persönlichkeit?

Viel geküsst, viel erlernt ...
Wir wird ein Mensch zu dem, was er im besten Erwachsenenalter ist? Solche Fragen stellen sich Autoren, die gerne Entwicklungsromane schreiben. Dabei wird das Ross des Pegasus hoch in den Himmel getrieben, und ich zitiere mal Wikipedia:


Der Ausdruck Entwicklungsroman bezeichnet einen Romantypus, in dem die geistig-seelische Entwicklung einer Hauptfigur in ihrer Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Umwelt dargestellt wird.


Die schöngeistige Literatur kennt keine sexuelle Persönlichkeit

Die geistig-seelische Entwicklung – ach, wie das klingt. Da hat die Protagonistin jahrzehntelang an ihrer geistigen und seelischen Reife gezimmert, hat ihre Erlebnisse und Erfahrungen „reflektierend“ verarbeitet und dabei an Erfahrung, Wissen und können gewonnen. Und was ist sie dann? Welchen Vorteil hat sie daraus gezogen? Ist sie der Mensch geworden, den sie sich einmal als Modell zurechtgelegt hatte?

Merkwürdigerweise fragt kaum jemand: „Und wie kam es, dass sie so zugänglich, sinnlich, verführerisch oder einfach so zuvorkommend, charmant und liebevoll wurde?“

Sinnlichkeit als persönliches Ziel

Ja, woher wohl? Weil deine Figur eben nicht nur an ihrer geistig-seelischen Vervollkommnung arbeitete, sondern auch ihre sinnlichen, erotischen und sexuellen Fähigkeiten ausbaute oder gar zur Blüte brachte. Weil sie lernte und lehrte, was es bedeutet, sinnlich und verführerisch zu sein. Und weil sie in all dem einen Vorteil sah, den sie in ihr Leben integrierte und den sie nun nutzt, um ein ausgefülltes Erwachsenenleben zu führen.

Eine Autodidaktin in Sachen Lust – hat das Sinn?

Wenn eine junge Frau sich „in der Liebe“ bilden will, muss sie viele, recht unterschiedliche und ausgesprochen begabte Männer (und möglicherweise einige Frauen) genossen haben, mit deren Hilfe sie ihre Künste erlernte. Jede dieser Personen lehrte sie etwas anderes, und sie fand Vergnügen daran, immer perfekter zu werden. Schließlich brauchte sie weitere Männer und Frauen, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich perfekt „in der Liebe“ ist.

Diese Frau muss einen Sinn darin sehen, erotisch perfekt zu werden, ohne ein Escort-Girl zu sein. So, wie andere Menschen einen Sinn darin sehen, das Meiste über Computer, die Beatles, die Psychologie oder das Kaiserreich zu wissen, ohne dies beruflich zu verwenden.

Der Roman – wie funktioniert ein „erotischer Entwicklungsroman“?

Es gibt zwei unterschiedliche Wege, um einen erotischen Entwicklungsroman aufzubauen, doch haben beide die gleiche Voraussetzung: Je mehr Liebhaber und Geliebte ihre Heldin hat, umso farbenfroher wird die Geschichte.

Zwei Wege zum Ziel

Ich will nun zu den Wegen kommen, die dahin führen:

1. Beim ersten Weg gehen Sie vor wie der Kriminalroman-Autor: Ihre Heldin tut etwas höchst Ungewöhnliches, das der vorherrschenden Moral und der Altersgruppe und der sozialen Umgebung völlig widerspricht. Oder sie lüftet im Alter von über 50 Jahren, saturiert und selbstbewusst, ein erotisches Geheimnis. Dann verfolgen Sie die Geschichte zurück bis zur Pubertät.

2. Im zweiten Weg tun Sie genau das Gegenteil: Ihre Heldin ist gegen 25 Jahre, hatte bisher das, was man „Mainstream-Sex“ nennt, und wird nun plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die sie zugleich fasziniert und abstößt. Ihre Heldin handelt nun entfesselt: Es ist nicht sicher, wie sich ihre Sexualität entwickeln wird. Wie auf dem Jahrmarkt bekommt sie schreierische Angebote von Frauen und Männern, Paaren und Gruppen, die alle sagen, sie möge ihnen doch folgen. Wohin sich Ihre Heldin schließlich entwickelt, weiß sie selbst noch nicht – und Sie, die Autorin, wissen es jetzt auch noch nicht.

Ihre Heldin kann wählen – und sie tut es auch

Das mag in Ihren Ohren sehr befremdlich klingen. Es ist aber eine Methode, die ausgesprochen farbige Manuskripte produziert. Vergessen Sie dabei nicht, dass es nicht um reine Schilderungen von „Verhaltensweisen“ geht, sondern darum, die erotische Persönlichkeit vorzuzeigen. Die Dynamik entsteht daraus, dass Sie Ihrer Heldin Wahlmöglichkeiten einräumen. Sie kann Verführen oder verführt werden, Herrschen oder Dienen, sich mit einem Einzelmenschen oder mit einer Gruppe vergnügen, mit der reinen Kraft der Emotionen Macht gewinnen oder sich körperlich hinzugeben, um Einfluss zu erwerben. Und jedes Mal hat sie erneut die Wahl … bis sie schließlich in vollem Bewusstsein ihrer Möglichkeiten den Weg wählt, den sie im Laufe der Erzählung als „ihren Weg“ gefunden hat.

Die Autorin - was kann sie tun, um ihre Heldin "laufen zu lassen"?

Für Sie als Autorin ist es günstig, wirklich davon überzeugt zu sein, dass sexuelle Entwicklungen den geistigen und psychischen Entwicklungen ebenbürtig sind. Sie können sich dabei ausführlich darüber auslassen, wie sich dies in eine Karriere oder die Akzeptanz im sozialen Umfeld einfügt oder auch nicht.

Beim Aufbau der sexuellen Erfahrungen lassen Sie sich von ihrer Figur führen, nicht von ihren eigenen Erfahrungen, die wahrscheinlich zu dürftig sind – das ist nicht ungewöhnlich für die Autorinnen von erotischen Romanen. Da gilt: Ihre Figur muss leidenschaftlich danach streben, Erfahrungen zu sammeln, und sie muss frei sein, dies auch zu tun. Das heißt, Sie müssen ihre Figur loslassen und nicht am Gängelband eigener Erfahrungen führen.

Bild: Nach einer historischen Romanillustration Der Artikel wurde dem Bestand des Blogs "sinnlichschreiben" entnommen und völlig umgeschrieben. Im Ursprung erschien der Artikel am 14.05.2015. Er wurde 17.133 Mal gelesen.

Warum solltest du Masturbieren zum Thema machen?

Der erste Sex ist meist kein Sex zu zweit ...
Im privaten Bereich ist es ein Tabu: Masturbation. Warum sollte es dann in der Literatur zum Thema werden? Eigentlich könnte ich dir eine einfache Antwort geben: weil es so gut wie alle tun. Die Solistin oder der Solist kann sich ganz auf seine Gefühle und Fantasien konzentrieren. Und sie dürfen – wirklich – sehr, sehr „schmutzig“ sein.

Das erlaubt dir, etliche Fantasien in die Masturbationsszene zu integrieren. Das heißt, du beschreibst die Masturbation einerseits und die Fantasien und Assoziationen, die deine Figur dabei hat, andererseits. Frauen und Männer masturbieren recht unterschiedlich, und es ist deswegen für einen Mann nicht einfach, genau zu beschreiben, was eine Frau dabei tut und wie sie empfindet. Umgekehrt ist es allerdings ähnlich. Vielleicht rühren all die oberflächlich geschriebenen Masturbationsszenen daher, dass die Autorin oder der Autor einfach nicht wusste, wie’s beim anderen Geschlecht am besten abgeht … und dabei haben wir noch nicht einmal über Gefühle geredet.

Falls ihr „erotische Entwicklungsgeschichten“ schreiben wollt, also Romane, die sich mit der sexuellen Entwicklung eines Menschen beschäftigen: Vor dem ersten Sex kommt die erste Masturbation, die ja auch eine Art von Sex ist.

Der Voyeur und die Voyeurin - stille, staunende Teilhabe

Eine ganz andere Position ist diejenige der Voyeurin oder des Voyeurs. In diesem Fall beobachtet oder initiiert deine Romanfigur die Masturbation des Partners oder der Partnerin, manchmal auch einer dritten Person. Dabei kann die Icherzählerin beispielsweise sehr genau beschreiben, was der Mann tut, wie sich sein Körper dabei verhält (nicht nur ein Penis) und wie sich all dies ansieht und auswirkt.

Jemand anderen Masturbieren

Eine dritte Variante ist eine Art von Masturbation, die nichts mehr mit Selbstbefriedigung zu tun hat. Hier masturbiert die Hand eines (einer) anderen die Frau oder den Mann – und du kannst die Geschichte aus der Sicht des aktiven oder des passiven Partners beschreiben.

Die Funktion der Masturbation in erotischen Schriften

Wie viel Potenzial solche Szenen haben, beweist die Tatsache, dass sie in vielen ausgesprochen erotischen Romanen verwendet werden. Sie dienen – wie ein Vorspiel – dazu, die Leserin auf lustvoll-schockierende Szenen einzustimmen. Wenn jemand masturbiert, dann muss noch etwas danach kommen und auf dieses „Etwas“ wartet die Leserin fasziniert, egal, was es auch sein mag.

Ob die Figur, die Hand an sich legt, eine Frau oder ein Mann ist, jung oder alt, erfahren oder nahezu jungfräulich – immer wird sie deine Leser damit provozieren, dass sie etwas tut, was „eigentlich“ nicht sein sollte. Sie erhofft sich etwas, sie befürchtet etwas, sie sündigt „wieder den Leib“ oder zerfließt in Wonne und Geilheit, Sinnlichkeit und Abscheu. Und sehr, sehr oft, durchlebt sie während des Masturbierens oder beim Zuschauen das eine wie das andere.

Was macht Frauen beim Thema Masturbation an?

Sehr viele Frauen sind enorm daran interessiert, wie sich andere Frauen selbst Orgasmen verschaffen, um ihre eigenen Orgasmen zu optimieren. Der Beweis dafür kann dadurch erbracht werden, dass wir uns die Verkaufszahlen sogenannter „Toys“ ansehen und die Vehemenz, mit der sie in Blogs detailliert und anwendungs- und gefühlsgetreu beschrieben werden. Zudem ist der Finger zumeist der erste Liebhaber junger Frauen – und einmal entdeckt, begleitet er sie manchmal das ganze Leben lang, gleich, ob Single oder nicht. In vielen Umfragen über sexuelle Fantasien wird bereits vorausgesetzt, dass die Befragten während des Masturbierens fantasieren.

Offizielle Ansichten im krassen Widerspruch zur Lust

In „offiziellen“ Betrachtungen wird in der Regel behauptet, dass es Frauen beschämend finden, zu masturbieren. In ähnlicher Weise hören wir immer wieder, wie ekelhaft es manche Frauen empfinden, Männern beim Masturbieren zuzusehen, während Männer gerne zugeben, dass es sie erregt, wenn Frauen masturbieren. Den Partner zu masturbieren hat hingegen in der weiblichen Fantasie einen hohen Stellenwert.

Den Partner zu masturbieren (Handjob) – 68 Prozent.
Einen Fremden zu masturbieren (Handjob) – 28 Prozent.

Vom Partner masturbiert zu werden (Fingern) 71 Prozent
Von einem Fremden masturbiert werden (Fingern)- 33 Prozent.


Ist etwas dran am Ekelfaktor?

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel in der Betrachtung der männlichen Masturbation ergeben. Bisher wurden masturbierende Männer von Frauen in jeder Hinsicht verachtet. Hervorgehoben wurde das „Schmutzige“ an der Masturbation, auch das „Unnatürliche“ oder die „Ersatzhandlung“ für „richtigen Sex“. Und noch immer geraten Frauen in Verzweiflung, wenn der Ehemann heimlich masturbiert. Und tatsächlich „schämen“ sich viele Männer, wenn sie masturbieren, zum Beispiel, weil es „unmännlich“ ist. Und doch mögen manche Frauen das Schauspiel, das ihnen Männer bei der Masturbation oder beim Handverkehr bieten. In jedem Fall gilt Masturbation bei schönen, gepflegten Männern heute durchaus als „erregend“.

Fazit für Autorinnen udn Autoren

Mit der Masturbation beginnt das sexuelle Gefühlsleben vieler Frauen und Männer, und die Lüste, die dabei frei werden, sind durchaus mit jenen vergleichbar, die beim ersten Zungenkuss oder beim ersten Sex hervorgerufen werden. Darüber hinaus ist die Masturbation ein erotisches Thema ganz besonderer Art, wenn man die Faktoren „sich schämen“, „erwischt werden“ oder „bestraft werden“ mit einbezieht.

Alle erotischen Lüste beschreiben, ohne sie erlebt zu haben?

Die Frage, was du wirklich selbst erlebt haben musst, um erotisch schreiben zu können, wird oft gestellt. Ein Teil deiner Leserinnen und Leser wird einfach annehmen, du wärest fantasiebegabt. Ein anderer Teil (dazu muss deine Leserschaft etwas kritischer sein) wird die Versatzstücke erkennen, aus denen du deine erotische Geschichte zusammengepuzzelt hast. Und schließlich werden einige denken: „Hey, wenn die so schreibt, dann muss sie es doch wenigstens erlebt haben!“

Warum du nicht alles erlebt haben musst, über das du schreibst

Knochenhart und einfach gesagt: Nein, wir Autorinnen und Autoren haben es nicht „wirklich“ erlebt. Wir haben uns aus einem Bild ein Bild herausgelöst, und das zeigen wir nun unserer Leserinnen und Lesern. Wir haben gelernt, aus eigenen Gefühlen fremde Gefühle abzuleiten oder fremde Gefühle so aufzunehmen, als seien es die eigenen. Wer es nicht kann, sollte lieber niemals versuchen, Schriftsteller(in) zu werden.

Gefühle können echt sein, auch wenn die Handlung unecht ist

Ich zitiere dir heute einmal etwas, das ich selbst erst kürzlich gehört und sofort notiert habe:


Beim Schreiben ist es oftmals so: Ich habe etwas Schönes erlebt, etwas Trauriges, ich nehme dieses Gefühl und schreibe dann eine Szene, in der etwas ganz anderes passiert. Das heißt: Schwarz auf weiß, auf dem Papier, ist mir das nie passiert, aber das Gefühl hinter der Szene, das ist echt.


Benedict Wells, Bestseller-Autor, gegenüber dem ZDF, 28.02.2016


Wie kann ein Gefühl „echt“ sein, das niemals in dieser Weise in unserem Körper existiert hat? Indem wir ein Gefühl vom anderen ableiten. Dazu gehören auch erotische Erfahrungen, die wir selbst niemals so erlebt haben.

Beispiele: Lutschen und Anallüste

Du hast schon einmal an etwas gelutscht und dabei „am Lutschen“ Vergnügen gehabt? Was es ein Lolli, eine Zuckerstange oder ein Eis am Stil? Nimm dieses Bild, und du wirst „Freude am Lutschen“ und „Penis“ in Einklang bringen können. Wenn du an einen Penis in einer vielleicht nicht ganz sauberen Feinripp-Unterhose denkst, kannst du dieses Gefühl nicht hervorrufen.

Was eine „anale Penetration“ ausmacht, musst du nicht unbedingt „am eigenen Leib mit einem Mann“ erprobt haben. Ein Zäpfchen, ein altertümliches Fieberthermometer, Einlauf, ein Finger, ein Dildo … all diese Instrumente rufen zunächst ähnliche Gefühle hervor. Sollte dich jemals ein Arzt anal untersucht haben, verwende die Stellung, in der du untersucht wurdest.

Und der Schmerz?

Als ausgesprochen schwierig erweist sich die Unkenntnis über den Schmerz: Ein weihnachtliches Spiel mit Wachskerzen reicht völlig aus, um zu beschreiben, wie heißes Wachs auf die nackte Haut tropft, und du kannst dir ausmalen, wie es dann auf Geschlechtsteilen wirkt. Die Autorin der „Shades of Grey“ wurde vor allem kritisiert, weil sie keine Ahnung hatte, wie intensiv ein Schlag auf die unbekleidete und haarlose Vulva wirkt. Es hätte dabei völlig gereicht, wenn sie ihre intensivsten Erfahrungen mit Schlägen oder Verletzungen verwendet hätte, um sich ein Bild der Schmerzen zu entwerfen. Es wäre mit Sicherheit anders ausgefallen als die triviale Schilderung im Roman. Und dann und wann darf jede Autorin getrost zum Selbstversuch greifen, der oftmals Erhellendes zutage fördert.

Das Ungewöhnliche – erinnern an das Gewöhnliche

Es gibt andere Empfindungen, die nicht ohne Weiteres abgeleitet werden können, zum Beispiel schwere erotische Qualen, die vor allem deshalb ausgehalten werden, um dem Partner die absolute und unverbrüchliche Liebe zu beweisen. Wer einmal aus medizinischen Gründen Messungen an der Leitfähigkeit der Nerven ertragen hat, wird danach wahrscheinlich eine Szene beschreiben können, in der eine erotische Elektrofolter (Reizstrom) zur Anwendung kommt.

Leichtsinn, Zuneigung und „Lust Pur“

Es müssen nicht gleich solche „perversen“ Szenen sein: Wer sich einmal ein wenig leichtsinnig (vielleicht beschwipst) in einen intensiven Flirt verstrickt hat, wird diese Szene auch auf zahllose Verführungen, ONS und ähnliche Situationen anwenden können. Das Gefühl, einen Menschen des gleichen Geschlechts in irgendeiner Weise attraktiv zu finden, kann bereits der Grundstein dafür sein, eine bisexuelle Verführung zu beschreiben. Eine Autorin, die den Cunnilingus selbst als angenehm empfindet, wird ohne Weiteres beschreiben können, wie ihn eine Frau an einer Frau vornimmt.

Und die Extreme?

Eine andere Frage, die eng damit in Zusammenhang steht: Kann ein Mann beschreiben, wie eine Frau sexuell reagiert? Oder kann eine Frau sich in den Körper eines Mannes hineinversetzen? Oder: Können Heteros „schwule“ Literatur schreiben, eventuell sogar noch vom anderen Geschlecht?

Natürlich geht das: Zungenkuss ist Zungenkuss, Fellatio bleibt Fellatio, und Cunnilingus bleibt Cunnilingus. Anal (passiv) ist leicht nachvollziehbar, und im SM-Bereich geht sowieso nahezu alles, was sich mit dem entsprechenden Repertoire an vergleichbaren Schmerzen und Erniedrigungen Gefühlen nachvollziehen lässt.

Ich denke, ich habe eure Fragen beantwortet. Wenn nicht: Fragt einfach nach.

Erstveröffentlichung: Dritter März 2016 in "Sinnlichschreiben" - unter dem Titel "Sanft oder hart: Du fühlst etwas, also schreib es - aber anders" mit geringfügigen Änderungen.