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Über das Spiel mit der Lust und die Lust an der Lust

Seide ist immer eine Alternative ...
Geht es dir auch so? Wenn du an wirklich sinnliche, ja vielleicht frivole Dessous denkst, dann denkst du auch daran: „Oh je, hoffentlich muss ich die nicht zu lange tragen …“

Meistens tragen wir die frivolen Teilchen ja, um unsere Lover so richtig scharf zu machen, nicht wahr? Dreiteilig, mindestens der BH mit Spitze und Strickerei, dazu Strapse und (erröte ruhig, du tust es ja doch) mit einem „schrittoffenen“ Höschen.

Sexy Klamotten in der Bahnhofstoilette wechseln?

Mir schrieb einmal eine Frau, sie würde in ganz gewöhnlichen Klamotten zu ihrem Lover fahren, und sich erst auf der Bahnhofstoilette umziehen. Und meine Kosmetikerin hat mir erzählt, wie sie eine schöne junge Frau noch am späten Abend anmeldete, um sich ihre Schamhaare entfernen zu lassen … ja, er kenne sie nur so, und er wolle sie nur so sehen.

Dem Lover eine Show bieten?

Alles nur Show, um dem Lover zu gefallen? Manchmal ja, manchmal nein. Es gibt eben diese Momente, in denen du dich verkleiden willst. Die Assistentin vom Vertriebsleiter oder meinetwegen die Wurstverkäuferin and er Supermarkttheke zu sein ist dir nicht genug. Wolltet du nie ein Vamp sein, eine Femme fatale oder wie so etwas sonst heißt? Hast du nie probiert, einen Mann zu verführen, der als „Unverführbar“ galt? Und hast du dazu nicht wirklich „alles“ gegeben?

Gelesen habe ich dies … es geht wohl um Dates:

Sollte man einen Menschen erst näher kennenlernen und zumindest ein bisschen an sich binden, bevor man ihm die Gammellook-Version seiner Selbst zeigt? Oder sollte man frühzeitig klarstellen, was Sache ist und jegliche ungeschminkte Wahrheit zeigen?


Na ja, also die Lust ist ja auch ein bisschen ein Spiel, und das nicht nur, wenn du Dates hast. Und wer würde nicht gerne ein bisschen „Verführerin“ spielen? Und geht's wirklich immer darum, sich zu „binden“?

Kommen wir mal zurück zu den Klamotten und dem Spiel mit der Lust.

Wenn du wirklich keine Kratzklamotten und keine nuttigen Sachen tragen magst, dann kauf dir ein schwarzes, weißes oder rotes Seidennachthemd – ruhig auch mit Spitzen und so. Da hat dein Lover was zum Sehen, zum Ahnen und zum Anfassen. Und … du musst es nicht einmal ausziehen.

Ich muss euch noch mal was sagen: Normalerweise weißt doch jede Frau, wann ein Mann ein Lover ist und wann „Beziehungsmaterial“, oder? Und wenn du deinen Lover triffst, dann mach es ihm so schön wie möglich.

Bild: © 2010 by figleaves.
Hinweis: Wir haben keine kommerziellen Verbindungen zum Anbieter oder zum Hersteller.

Keuschheit, Schüchternheit und Züchtigungen

Im Harem - Jean Babtist Huysmans, Teilansicht
Keusch zu sein heißt weder erotisch zu provozieren, noch sich provozieren zu lassen. Doch das ist schwierig, denn die Kleidung der „Keuschheit“ provoziert oftmals fast ebenso stark wie die frivole Wäsche auf nackter Haut.

Frauen in Uniform

Als „keusche“ Kleidung gilt neben Formalkleidung vor allem die Uniform. Sekretärinnen, Flugbegleiterinnen, ja selbst Polizistinnen und Soldatinnen gelten als unbeschreiblich sinnlich. Für den „geneigten“ Mann sind sie sogar umso erotischer, je mehr sie ihre Befehlsstimme ertönen lassen. Übrigen reicht als Kleidung bei manchen Männern durchaus die Kombination von Kittel und Strapsen oder von Trench und Strapsen.

Orientalinnen und Stripperinnen

Ungebrochen schient auch der Trend zu Orientalinnen zu sein – in manchen Fantasien ist der „Sklavenmarkt im Orient“ nach wie vor ein beliebter Schauplatz der Sinnlichkeit. Durchaus auch von Frauen, die aktiv auf Sklaven bieten möchten oder sich passiv zur Schau stellen und hoffen, dass ein hübscher junger Orientale auf sie bietet.

Nun ist die „Orient-Show“ mit der hageren Schaubudenfrau, die in eine Tüllgardine gehüllt auf der Bühne friert, inzwischen nicht einmal mehr als Jahrmarktsattraktion populär. Aber offenbar leben Reste solcher Fantasien den Männern, die noch immer Bilder aus dem „Serail“ in sich tragen, in denen lustbetonte Obelisken und Sklavinnen dem Herrscher Pläsier schenken.

Ich las gerade bei Fatima:

(
Die Beteiligten waren sich immer bewusst, dass es um das Ausleben von Fantasien gehen sollte und dass eine verschleierte Haremsdame ebenso weit von der Realität entfernt ist wie ein Fetischgirl im Nonnen-Outfit. Aber vielleicht hatten meine Bekanntschaften in ihrer Jugend einfach zu lange vor dem Fernseher gehockt und »Bezaubernde Jeannie« geschaut.

Für die Nachgeborenen: Jeannie war der sinnliche weibliche Geist mit züchtigem, aber dennoch sinnlichem orientalischen Outfit aus der Flasche. Sie kam meist bauchfrei mit Pluderhosen und hübschen, vollen Brüsten aus der Flasche, die zwar bikiniartig verdeckt waren, aber dennoch wirksam präsentiert wurden. Es gibt Fans, die Bilder aus der Fernsehserie gesammelt haben.

Nun, es gibt sie noch, die nostalgische Bühnenschau. Einerseits in der sogenannten Burlesque, dann aber auch als Repertoire eher „gehobener“ Strip-Darbietungen. Die Stripperinnen tragen nach wie vor Nonnenkostüme und Rüschenkleider, aber auch orientalisch anmutende Verhüllungen, bevor sie ihre schönen Körper lasziv präsentieren.

Die Kombination von „züchtig“, „keusch“ und „naiv“ in Verbindung mit dem Bonmot „sucht nach einer starken Hand, die ihr den Weg weist“ ist zwar völlig altmodisch, wird aber auch in modernen Romanen noch gerne als Leitthema verwendet. Dabei wird das „naive graue Mäuschen“ mehr und mehr durch eine intellektuell selbstbewusste und durchaus emanzipierte, erotisch aber unerfahrene Frau ersetzt.

Lest mehr auf „Sinnlich Schreiben“, wenn ihr Autorinnen seid.

Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.

Huch, was ist eigentlich erotisch … und wie geht das?

Zu sehen ist die Vorbereitung auf den Ausgang - die erotische Botschaft entsteht erst im Gehirn
Ihr wollt also wissen, was erotisch ist? Oh, das Wort ist eigentlich ganz einfach zu definieren:

„Erotisch“ bezeichnet alles, was die geschlechtliche Liebe anklingen lässt, besonders derartige Bücher, Bilder und andere Darstellungen.


Zu theoretisch? Wir erklären es

Wichtig war das Wort „anklingen“. Das heißt für ein Bild:

Ein Bild ist erotisch, wenn du darin mehr siehst, als darauf abgebildet ist.


Und wie ist das bei einem Buch?

Ein Buch ist erotisch, wenn dir mehr Sinnliches durch den Kopf geht, als du den Sätzen entnehmen kannst.


Warum sagt man überhaupt „erotisch“?

Den Begriff gibt’s seit dem 18. Jahrhundert, und er kommt – wie könnte es anders ein – aus dem Französischen in die deutsche Sprache. Im Deutschen benutzte man das Wort „Wonne“, meist in Verbindung mit „Liebe“, wie damals üblich – dann waren es die „Wonnen der Liebe“ oder die „Liebeswonnen“ die in einem Buch geschildert wurden.

Definitionen in Lexika (19. Jahrhundert)

Lexika formulieren es etwas anders, vor allem solche aus alten Zeiten – dazu zwei Beispiele:

Meyers

Erotisch (v. griech. Eros), was sich auf die Liebe bezieht, davon handelt. Daher erotische Poesie, Liebespoesie, besonders das lyrische Liebeslied, (für) obscöne Poesie … namentlich sind Crébillon (1) und de Sade (2) unter den hierher gehörigen Autoren zu nennen.


Brockhaus

Erotisch (grch., von Eros, s. d.), Bezeichnung für alles, was auf Geschlechtsliebe Bezug hat. Erotische Poesie ist demnach alle Liebespoesie, vornehmlich das lyrische Liebeslied.


Interessant ist dabei, dass Meyers auch die damalige „obscöne Poesie“ (eigentlich sind Romane gemeint) einbezieht. Demnach gab es auch damals Schnittstellen zwischen „obszön“ (heute eher „pornografisch“) und „erotisch“.

Und wie schreibt ein Autor „erotisch“?

Schreiben bedient das Gehirn, das den Stoff weiterverarbeitet, der in Worten und Sätzen steht. Das gilt sowohl für das Denken wie für das Fühlen. Die Leserin (der Leser) soll sich mit einer Figur und ihren Gefühlen identifizieren, und weil wir ja von erotischer Literatur reden, soll dabei auch die Lust angeheizt werden. Der Autor (die Autorin) arbeitet auf die Erfüllung hin, beschreibt sie aber nicht in Handlungsabläufen, sondern in sinnlichen Eindrücken. Sobald es zu einer „finalen“ Handlung kommt, also zu Varianten des Geschlechtsakts, ist die Erotik verflogen. Sie muss dann neu aufgebaut werden.

Wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, schreibt uns einfach. Wir versuchen, schnell zu antworten.
Falls ihr selbst erotisch schreibt, lasst es uns wissen.

(1) Zum Beispiel hier (zeno)
(2) Gemeint ist wahrhaftig der berüchtigte Marquis de Sade, der Namensgeber des "Sadismus".
Bild: Titel eines bekannten Romans, der zuerst als "Groschenheft" veröffentlicht wurde.