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Die elegante Herrin

Konzentration und Grazie?
Welches Bild hast du von einer Domina?

Für die Pornografie ist klar, was eine Domina ist: eine Frau, die in Dessous oder Lederklamotten die Peitsche schwingt oder dem geneigten Herrn ins Gesicht spuckt, wenn sie nicht gar die Genitalien traktiert.

Wer ist sie wirklich? Das, was der Mann will? Jemand, der auf elegant und sinnlich oder auf burschikos und brutal machen kann? Sind es „nur“ Rollenspiele, die der Herr wie aus einem Katalog bestellen kann?

Und was bewegt die Dame? Nur die glänzenden Talerchen, die in den schwarzen Beutel wandern? Der letzte unterschwellige Hass auf den ersten Mann, der sie quälte? Oder eher die Vorstellung, Direktorin eines Menschenzoos zu sein?

Es gibt – wirklich – genug Bücher über und von sogenannten Dominas, die eigentlich keine „Dominas“ sind, sondern Dominä, aber eben auch nicht. Im Grunde sind sie Dienstleisterinnen für ungewöhnliche männliche Wünsche, die in einem gewissen Rahmen mit Sexualität zu tun haben – auch, wenn dies immer wieder geleugnet wird. Eigentlich sind sie die Nachfolgerinnen der „Stiefelhuren“, also der Frauen, die Dessous und High Heels mit Lederkleidung und Stiefeln vertauscht haben. Aber das wollen sie nicht hören oder lesen.

Eine Domina mit einem Bachelor-Abschluss? Das ist nicht mehr so ungewöhnlich. Man hört immer mehr von Quereinsteigerinnen. Überspitzt: «Woanders gibt’s wenig Kohle und alle sind immer nur „Durchschnitt“, als Domina lerne ich interessante Leute kennen – und ich kriege Einblick in Perversionen, von denen du nur träumst.»

Und die Macht, das tolle Gefühl, einen Menschen mal nach Strich und Faden beherrschen zu können? Ist der Wunsch nach Macht die eigentliche Motivation? So wie eine Tierlehrerin Macht über die Bestien bekommt?

Was meinst du? und wie findest du dieses Bild des Berufs "Domina"?

Männer begeistern: Geizen, Reizen, Spreizen oder Peitschen?

Männer begeistern: mit den Reizen geizen, zum Reizen spreizen? Oder vielleicht gar peitschen? Die Antwort müsst ihr selber finden. Aber Möglichkeiten sehen wir schon ...

Romantik ade … irgendwann ist die Zeit des Küssens und Kosens vorbei. Und miteinander zu schmusen, ein paar Zungenküsse auszutauschen und dabei rollig zu werden wie einst im Mai? Ach, alles nutzt sich ab.

Geizen mit Reizen

Da sagt die Freundin: „Ach, verweiger dich einfach, dann wird er schon um dich werben.“ Ja, wenn er’s nur täte. Mit den Reizen zu geizen bringt wirklich nichts, auch wenn dann und wann ein Raunen durchs Internet geht: „Musst ihn mal eine Weile keusch halten, dann wirst du dein blaues Wunder erleben.“

Reizen mit Reizwäsche?

die wirkung des negligés
Ob der Gang zum Miederwarengeschäft etwas bringt? Sündhaft teuer süße Fummel, spitzenbesetzt, chic, frivol und teuer? Vielleicht ein Negligé oder Baby Doll? „Strapse“, flüstert eine andere Freundin, „die wirken immer, wegen der Kontraste an den Schenkeln, weißt du … und zieh auf keinen Fall einen Slip drunter an …“

Doch, was ist, wenn frau sich in Retro-Dessous oder Hurenklamotten nicht wohlfühlt? Was, wenn es dir einfach peinlich ist, dich mit 50 anziehen wie ein Sugar-Baby? Oder wenn alles an dir aussieht, als sei’s nicht für dich gemacht?

Reizen und es gar nicht reizend finden?

ob es freude bereitet?
„Wie steht’s bei dir eigentlich mit oral, machst du’s ihm?“ Wieder so eine Frage, die du nicht wirklich beantworten willst, oder? Tapfer ausprobieren mit Augen zu und hinterher ausspucken? Was, wenn es dich ekelt, ich meine richtig ekelt, egal ob er vorher Ananassaft getrunken hat oder nicht?“

Reizen mit Spreizen

„Nichts ist geiler, als wenn du es dir selbst machst und er zuschaut“, aha, der nächste kühne Rat. „Spreiz die Beine und zeig’s ihm.“ Aber was ist, wenn du dich schämst, nie „Toys“ verwendet hast und du sowieso nicht wirklich willst, dass dich dein Liebster „so“ sieht?

In der Rolle der Domina oder Sklavin reizen?
reizen durch peitschen?
„Und … schon mal mit Rollenspielen versucht?“ Das ist der letzte Schrei, und angeblich machen es inzwischen alle. Na ja, fast alle und wohl eher irgendwie als konsequent.

Bist du schon auf die Idee gekommen, eine Episode aus den „50 Shades of Grey“ auszuprobieren? Ich rate dir gut: Mach es andersrum. Werde zur sinnlichen Tante mit Röckchen und Stöckchen, der dem bösen Buben von Mann mal den Hintern versohlt. Es gibt noch mehr Rollenspiele, und dein Männlein wird nicht gleich auf alle eingehen. Aber ich in ziemlich sicher: Von irgendetwas in der Art wird er geil. Er? Oder vielleicht du? Was hast du so gefühlt, als du die „50 Shades“ gelesen hast?

Nun gut. Wenn du Rollenspiele für Affentheater hältst, Fesselungen für Freiheitsberaubung oder Peitschenhiebe für Körperverletzung, dann ist das nicht dein Ding.

Vanilleschoten oder doch lieber Chilischoten?

Aber irgendwie willst du doch, dass deine Lust von Vanilleschoten zu Chilischoten übergeht, oder?

Wir haben überall nachgefragt und angeklopft - und teils verblüffend positive, teils aber auch ausgesprochen abschreckende Antworten bekommen. Eines aber scheint sicher zu sein: „Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.“ Manchmal kommt einem der alte Liedertext ins Gedächtnis zurück … „Beim ersten Mal da tut’s noch weh … doch nach und nach, so peu a peu, gewöhnt man sich daran.“

Nur Gewöhnung? Das wäre traurig, weil dann die lustvolle Begeisterung fehlt, die sinnliche Ekstase, das abtauchen in die Lust. Denn so viel fanden wir heraus: Der Appetit kommt beim Essen. Und wer einmal seinen Finger in Tabasco oder Mousse au Chocolat getaucht hat, der kann auch süchtig danach werden, es immer wieder zu tun.

Und du ...?

Ja, was würdest du gerne tun? Und was auf gar keinen Fall? Verrate uns deine Wünsche, Träume, Geheimnisse und süße Perversionen, die sich in dien Hirn eingenistet haben. Wir sind gespannt darauf. Und wenn du’s nicht magst – vielleicht kennst du ja jemanden, der mal drüber schreiben möchte.

Hinweis: Der Artikel aus der Ex-Liebeszeitung vom 4. September 2012 wurde von Isidora umgeschrieben, der Zeit angepasst und erweitert.Die Liebeszeitung verzeichnete 125.329 Zugriffe.

Bilder:
Paar: Beranger.
Mund: Fotomontage.
Peitschenlady: Zeichnung eine ungarischen Künstlers, gegen 1935.