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Dominanz und die Domina - was steckt dahinter?

Kein Zweifel - die Haltung wirkt dominant
Dominanz und die Domina - was steckt dahinter? Wenn euch Illusionen interessieren, lest woanders nach. Hier beschäftigen wir uns in erster Linie damit, was "Dominanz" wirklich bedeutet.

Das Wort „Dominanz“ wird gegenwärtig eher abfällig als anerkennend benutzt. Wie unterbelichtet die Lexika dabei vorgehen, kann man in Wikipedia nachlesen (1):

In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn ein Individuum das Verhalten eines oder mehrerer anderer Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte.


Anderorts wird sogar behauptet, Dominanz sei

das Durchsetzungsvermögen gegenüber Schwächeren.


Zuvor hatte man neutralere Formulierungen gefunden: Dominanz, so lesen wir in einem älteren Psychologielexikon (2), können durchaus mehrdimensional (3) sein, und sie können „charismatisch“ oder „bürokratisch“ bestimmt sein. Ältere Lexika kennen das Wort gar nicht. (4) Die übliche Übersetzung ins Deutsche lautet „Vorherrschaft „Überlegenheit“ oder – abgemildert – die „führenden Rolle“.

Dominanz als Negativverhalten

Im Grunde können wir sagen: Dominanz wird von neueren Lexikon-Autoren nahezu immer negativ belegt – es ist zu vermuten, dass dies aus ideologischen Gründen geschieht, denn in unserem täglichen Leben begegnen wir durchaus der natürlichen Dominanz.

Lexika: Oftmals Bullshit mit großer Verbreitung

Wir müssen also die Lexika korrigieren, bevor wir fortfahren. Dominanz ist ein Verhalten, das vielen Lebewesen, besonders aber den Säugetieren, eigen ist. Der Mensch hat dieselben Anlagen behalten, wenngleich die Auswirkungen der Dominanz durch soziale und kulturelle Einflüsse vermindert werden.

Natürliche Dominanz

Das ändert jedoch nichts an der Veranlagung, Dominanz auszustrahlen und die Kräfte, die davon ausgehen, auch zu nutzen. Nach allgemeiner Auffassung über menschliche Eigenschaften gibt es einige, die vererbt sind und die durch die Erziehung und den sozialen Umgang miteinander verstärkt oder abgemildert werden können. Dabei zeigt sich bei der natürlichen Dominanz: Sie wirkt sehr natürlich und strahlt nahezu wie von selbst auf andere aus - und verstärkt sich immer dann, wenn andere sich der Dominanz fügen. Die dominant wirkende Person kann wenig „dafür“ und so gut wie gar nichts dagegen tun, dass sie so wirkt, und weder die/der Dominante noch die anderen nehmen daran Schaden.

Dominanz erlernen oder „dominantes Verhalten annehmen?“

Das Internet ist – wie immer – voll von Klugscheißern. Sie behaupten, man könne Dominanz lernen und sie lehren dies teilweise selbst. Streng genommen ist das, was sie lehren, eine Verhaltensänderung. „Natürliche Dominanz“ ist aber kein Verhalten, sondern eine Eigenschaft, was letztlich heißt, sie lehren ihre Schüler, so zu handeln wie jemand, der seine natürliche Dominanz einsetzt.

Nehmen wir einen Schauspieler im Theater: Er kann drei Stunden eine dominante Person spielen, ohne sie zu sein. Zuvor und hernach ist er wieder er selbst, und er weiß, dass die Figur, die er dargestellt hat, nicht er selbst ist.

Frauen sind nicht weniger dominant als Männer

Ein leider immer noch weitverbreiteter Irrtum sagt aus, Männer seien von Natur aus dominant, Frauen aber unterwürfig. Dies ist ein kultureller Irrtum, der aus einem jahrtausendelang eingeübten und immer wieder weitergegebenen Rollenverhalten erwächst. Die Wahrheit ist: Frauen üben auf andere Art Macht aus als Männer, und manche Frauen gelten dabei als „dominant“. Das heißt nun wieder, dass die dominanten Frauen andere Frauen und eben auch Männer finden, die sich ihnen gerne unterwerfen, sich von ihnen führen und verführen lassen oder ihre „Fans“ werden.

Willkürliche Dominanz als Rolle

Worin sich willkürlich ausgeübte Dominanz zeigt? Die meisten Menschen werden mit kunstvoll inszenierter Dominanz bestenfalls einmal bei einer Verkehrskontrolle konfrontiert. Wir gehen davon aus, dass die Menschen, die dahinterstehen, nicht wirklich in dem unmissverständlichen Ton sprechen, den sie uns gegenüber an den Tag legen und nicht immer die etwas gekünstelte Haltung dabei einnehmen.

Die Rolle der gewerbsmäßigen „Domina“

Das machtvolle Auftreten, die unmissverständliche Sprache und die Konsequenz des Handelns werden also von von uns als „Dominanz“ empfunden. Und nun kommen wir in die Nähe der „Domiae“, auch Dominas, Dominatricen. Peitschenladys und recht abfällig „Stiefelhuren“ genannt.

Die meisten von ihnen machen einen Job, der zwar nicht wie jeder andere ist, aber auch keinen speziellen „Lifestyle“ voraussetzt. Sie gewinnen ihre Dominanz aus ähnlichen Verhaltenselementen, die auch eine Polizistin erlernt. Durch ihre körperliche Erscheinung, ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre Kleidung, gelegentlich auch durch die Umgebung des „Dungeons“, in dem sie arbeiten.

Es gibt so viele Varianten zum Thema „Domina sein“, wie es Wünsche an diese Frauen gibt. Ihr Beruf ist mindestens leidlich einträglich, und er wird immer häufiger von „Seiteneinsteigerinnen“ in Teilzeit ausgeübt, die nicht aus dem Rotlichtmilieu stammen. Die „Konkurrenz“, so hört man häufig, sei dadurch größer geworden, und die Preise für die „Behandlung“ würden fallen.

Wie überall in den Bereichen erotischer Dienstleistungen wird in der Branche mit Illusionen und Übertreibungen gearbeitet. Man fühlt sich an Zirkusankündigungen oder die „Parade“ vor Jahrmarktsschaubuden erinnert. It’s only a Paper Moon …“

Quellen: (1) Wikipedia. Die Aussage, dass jemand "herrschen oder kontrollieren möchte" ist die reine Ideologie.
(2) "Psychologie" Frankfurt 1957.
(3) bedeutet, das Dominanz nicht unbedingt nur von A auf B, C und D wirkt, sondern, dass beispielsweise C auf anderen Gebieten auch Dominant auf A, B oder D wirken kann.
(4) Meyers und Brockhaus bis ca. 1870.
Weitere Quellen: gelesen wurden Bücher von Frauen, die die als "Domina" tätig waren sowie weitgehend authentische Berichte über die Hintergründe. Außerdem wurden gut 300 Fotos analysiert.
Bild: Anonyme Buchillustration