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Sind DREIER eigentlich erstrebenswert?

Dreier - so ein "Männerding" - oder doch nicht?
Ist dieser Artikel relevant? Ja, für 85 Prozent der Männer und mindestens 30 Prozent der Frauen – denn so viel sind es, die entweder vom Sex mit zwei Frauen oder vom Sex mit zwei Männern träumen. (1) Wie viele Frauen/Männer tatsächlich Triolen irgendeiner Art erlebt haben, ist hingegen wenig erforscht und möglicherweise auch nicht wirklich relevant. Denn es sind vor allem die Träumer, die auf den Klippen stehen und sich fragen, ob sie den Sprung ins Meer der Triolen, des Partnertausches oder der Orgien wagen sollten. Zwischen den drei Aussagen: „Warum eigentlich nicht?“, „Was habe ich davon?“ und „Ich fürchte mich davor“ liegen Welten. Diese Betrachtung versucht, die Sache mit dem Dreier möglichst neutral zu sehen.

Lohnt sich das Risiko des Dreiers?

Alles, was wir tun, bemessen wir nach dem Risiko, das damit verbunden ist. Wagen wir es, haben wir möglicherweise einen Gewinn, sei er nun hoch oder niedrig. Wir können aber auch einen Verlust erleiden, und auch er kann so klein sein, dass wir ihn verschmerzen. Oder aber ebenso auch so groß, dass wir später bereuen, das Risiko eingegangen zu sein.

Das gilt für alle Risiken des Lebens - nicht nur auf sexuellem Gebiet und schon gar nicht nur für DREIER.

Ein Männerding oder eher die Lust, Grenzen zu überwinden?

In einem Artikel lasen wir jüngst sinngemäß: „Ach, Dreier – dass ist so ein Männerding.“ Heißt auf gut deutsch: Da fühlen sich die Kerle als Paschas oder sie werden „von oben bis unten bedient.“ Und das alles mit einem einzigen Penis … nun ja. So ein Männerding eben.

Frauen, so lasen und hörten wir, seien nun eigentlich gar nicht an Dreier interessiert, weil sie sich das Vergnügen mit einer Frau auch ohne männliche Unterstützung gönnen könnten. Aha, da hat jemand die Sache zu Ende gedacht … wahrscheinlich, weil ein Penis eben mal erschlafft.

Zwei Männer - sind Frauen daran interessiert?

War da nicht noch so etwas mit einer Frau mit zwei Männern? MMF, wie man so sagt? Soll ja eher bei Frauen ankommen, weil … ja, warum denn eigentlich? Weil … da könnten die Männer ja einen „Spießbraten“ zelebrieren? Klingt nicht gerade appetitlich. Oder wie war das mit einem Sandwich? Oder ist die Planung dafür ganz anders? Immer schön einer nach dem anderen? Oder willst du gar sehen, wie die Männer …?

Beim Dreier - wie viel BI ist nötig?

Nun wird behauptet: Männer mögen Bi-Frauen, aber Frauen mögen keine Bi-Männer. Auch die Begründung folgt auf dem Fuß: Bi-Männer gelten als verdeckte Homosexuelle, während von Bi-Frauen angenommen wird, sie hätten einfach mal Freude an Frauen und mal an Männern.

Ob dem der Irrtum zugrunde liegt, gleichgeschlechtliche Aktivitäten seien eine Veranlagung und nicht nur eine Möglichkeit, um neue Lüste kennenzulernen? Mit anderen Worten: Ist „Bi“ eine Frage der lustvollen Situation oder eine Frage der sexuellen Orientierung?

Wie viel "BI" ist also nötig? Eigentlich ist "Bisexualität" gar nicht nötig für Dreier. Es reicht völlig, nicht homophob zu sein, also keine Berührungsängste mit dem eigenen Geschlecht zu haben, denn Berührungen kommen nun einmal - gewollt oder ungewollt - bei Dreiern vor.

Was haben eigentlich die Kerle vom MMF-Dreier?

Und wenn die Männer nun beide absolut und vollständig „hetero“ sind und nichts anderes von dem Dreier wollen, als Lust an der Frau und mit der Frau zu gewinnen? Wäre da nicht die Frage: Was haben die Kerle davon?

Eine Frau fragt sich beispielsweise (2):

Die Idee, dass zwei Männer miteinander rummachen, erregt mich einfach nicht. Ich würde vorziehen, wenn ich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit genießen könnte. Aber woher sollte ich zwei Männer nehmen, für des in Ordnung ist, nackt zu sein und die davon geil werden, eine Frau miteinander zu teilen?


Die Frage ist schwer zu beantworten, wenn die Intention von einer Frau ausgeht, wie wir anderwärts erfuhren. Wenn zwei Männer eine Frau für einen „Dreier“ suchen, denken sie an die Lust, die ihnen die Frau bereiten soll - nicht an die Lust, die eine Frau aus der Situation gewinnen könnte. Denn MMF sollte nicht heißen: „Mal sehen, was zwei Kerle mit einer Frau machen können.“ Vielmehr wäre die Frage: „Was kann eine Frau mit zwei Kerlen machen?“ Die Antwort ist meist: „in der heißen Phase einer nach dem anderen, nicht beide zugleich.

Ein anderer Satz, den wir oft hörten: „Auf keinen Fall versuchen, Pornos nachzuspielen.“ Das sollte ernst genommen werden, denn in Pornos spielt keine Rolle, wie sich die Beteiligten fühlen. Im richtigen Leben aber schon, und zwar vorher, währenddessen und danach. Demnach wird Paaren in traditionellen Beziehungen, also solchen die sich nicht in „offenen“ Beziehungen oder innerhalb der Swinger- oder SM-Szene bewegen, dringend abgeraten, das Experiment einzugehen. Wer nicht in einer Beziehung lebt, sollte sich vor allem fragen, wie vertrauensvoll die Partner sind – und vor allem, was „währenddessen“ geschehen soll. Das gilt für MMF und FFM.

Gefiel euch dieser Artikel? War er informativ? Konntet ihr mit dem Inhat etwas anfangen? Dann sagt es uns.
(1) Bei den Frauen wurden nur diejenigen berücksichtigt, die ausdrücklich zwei Männer als Partner angaben, nicht drei Personen. Quelle auf Anfrage.
Das Zitat (2) entnahmen wir VICE (ca).

Bi, echt?

Tendenz "BI" für den Dreier?
Seit einigen Monaten recherchiere ich über Dreier – ja Triolen, also Gelegenheitssex in Gruppen mit drei Partnern. Einmal, um herauszufinden, wo sich Wunsch und Wirklichkeit trennen, und dann, um festzustellen, welche Strömungen besonders attraktiv für Voyeure (Voyeurinnen) und Leser(innen) sind, die von solchen Geschichten richtig geil werden sollen. Und schließlich wäre da noch die Frage, ob du solche Geschichten auch in die „seriöse“ Literatur einbetten kannst. Das kann ich heute leider nicht behandeln, aber ich kann sagen – alles, was es gibt, kann auch seriös beschrieben werden.

Ein Satz ist mir besonders aufgefallen (1):

Wenn eine Triole aus drei heterosexuellen Personen besteht, kann sie ganz nett sein. Wenn einer der Partner „bi“ ist, wird sie interessant. Und wenn mindestens zwei der Partner „bi“ sind, wird sie richtig abenteuerlich.


Stimmt das? Reden wir einmal über „Bi“.

Bi und Frauen

Reden wir also über „Bi“, und erst einmal über Frauen. Forscher haben definitiv festgestellt, dass Frauen eher „sexuell“ als heterosexuell sind, egal, wie sie das selbst sehen. Diejenigen, die damit umgehen können, bevorzugen zwar fallweise Frauen oder Männer, würden sich selbst aber nicht als „bisexuell“ bezeichnen. Die etwas verstörten Frauen, die sich „nicht entscheiden“ können, ob sie nun Frauen oder Männer lieben, neigen am ehesten dazu, sich als „bisexuell“ zu bezeichnen, und sie verhalten sich, bei Frauen wie auch bei Männern, meist höchst problematisch. Besonders Frauen, die von Grund auf sexuell aktiv und dabei auch herausfordernd sind, gehören sexuelle Kontakte zu Frauen zu den Genüssen, die sie sich einfach gönnen wollen.

Du kannst vielfach lesen, dass der Zungenkuss ein Auslöser ist: Manche Frauen geben einander leichthin Zungenküsse, und sie werden davon nicht sonderlich erregt. Andere hingegen verweigern Zungenküsse, weil sie fürchten, davon sexuell erregt oder als „lesbisch“ zu gelten. Du kannst aus fast allen Aussagen über „Frauen und Dreier“ entnehmen: Furcht und Neugierde halten sich die Waage. Vor allem haben „überzeugte“ Hetero-Frauen Angst davor, nicht zu wissen, wie sie eine Frau lustvoll befriedigen können – sie fürchten also, als „unerfahren“ zu gelten oder beim Sex mit Frauen zu versagen.

Bi und Männer

Bei Männern ist die Lage ein wenig anders. Männer geben einander wenig Chancen, körperliche Zärtlichkeiten zuzulassen. Sie fürchten meist, etwas von ihrer Männlichkeit zu verlieren, als „schwul“ zu gelten oder etwas in der Art. Selbst unter Swingern oder anderen tendenziell sexuellen Gruppen haben Hetero-Männer vorbehalte, sich auf andere Männer einzulassen. Jeder Versuch einer lustvollen Berührung durch einen Mann wird zurückgewiesen, und selbst jede ungewöhnliche Berührung oder sexuelle Handlung von Frauen wird zurückgewiesen, wenn sie nicht in den „üblichen Rahmen“ passt. Die neue Lust am „Pegging“ hat daran offenbar wenig geändert. Ein kleiner Trick hilft im erotischen Roman (und möglicherweise auch dann und wann in der Realität): Bei einem sogenannten FMM-Dreier verführt die Frau beide Männer und bereitet sie darauf vor, auch aneinander gefallen zu finden.

Was sagt uns das alles über "Bi"?

Das Wort „Bi“ oder „Bisexuell“ steht überwiegend für Menschen, die in ihrer sexuellen Präferenz schwanken, aber nicht für solche, die darin eine Möglichkeit sehen, ihre erotischen Fähigkeiten zu vervollkommnen oder zu mehr Genuss zu gelangen. Swinger, Darsteller(innen) und Menschen in erotischen Dienstleistungsberufen sind dabei eher geneigt, sich der Lust hinzugeben als zu fragen, wer sie gibt und wer sie empfängt.

Da viele Dreier, die in der Öffentlichkeit beschrieben werden, sogenannte MFF-Dreier sind, fühlen sich Frauen eher genötigt, dafür zu sorgen, dass „alle Beteiligten daran Spaß haben“. Was im Klartext heißt, sich auch um die „zweite Frau“ zu bemühen, wenn sie darin schon etwas Erfahrung haben.

Also: keine Angst davor, dass „Triolen“ auch gleichgeschlechtliche Komponenten enthalten. In der Realität gibt es darüber zumeist Absprachen, während es in erotischen Romanen meist Impulse sind, die eine gleichgeschlechtliche Aktivität einleiten.

(1) Ich erinnere mich nicht mehr, wo dieses Zitat (in französischer Sprache) stand.
Bild: Groschenroman (Titel) ohne Datum

Dreiecksverhältnisse

Klassische Dreiecksbeziehung und klassischer Bi-Dreier - jeder darf mit jedem
Wohl, dem, der in Geometrie aufgepasst hat: Ein Dreieck, auch Triangel genannt, ist eine von drei Linien eingeschlossene Figur mit ebenso vielen Winkeln oder Ecken. Also ist ein Dreiecksverhältnis eine Beziehung, in der alle drei Partner miteinander in Verbindung stehen und unmittelbar Zugriff aufeinander haben. Und tatsächlich lautet die korrekte Definition eigentlich:

Eine sexuelle Beziehung von drei Personen untereinander.


Das will aber weder der DUDEN noch das „demokratische“ Lexikon „Wikipedia“ gelten lassen. Dort heißt es:

Eine Konstellation zwischen drei Menschen … in der eine Person zu zwei anderen Personen eine Liebesbeziehung (..oder …) eine Sexualbeziehung unterhält.


Die Dreiecksbeziehung, die eigentlich eine V-Beziehung ist

So beschrieben, ist es keine Dreieckbeziehung, sondern eine V-Beziehung. Das heißt, ein Mann hat Beziehungen zu zwei Frauen, die untereinander aber keine Beziehung unterhalten, also auch keine „gewöhnlichen“ Freundinnen sind. Ebenso kann eine Frau eine Beziehung zu zwei Männern haben, die untereinander keine Beziehung haben (auch keine Freundschaftsbeziehung). In den allermeisten Fällen handelt e sich jedoch um sinnliche, erotische oder sexuelle Beziehungen zueinander. Schon das Wort „Verhältnisse“ eher eine Nähe zu „Affären“ als zu „Beziehungen“.

Die Sprachferkelei, die auch der DUDEN durchaus abdeckt, kommt aus dem Journalismus, und dort von Leuten, die es besser wissen müssten: Feuilletonisten. Sie schwadronieren immer dann über eine Dreiecksbeziehung, wenn eine Person mit zwei anderen Personen „sexuelle Beziehungen“ unterhält, die über einen Bordellbesuch oder einen ONS hinausgehen. Dazu gibt es zahllose Beispiele.

In echten Dreieckbeziehungen habe alle untereinander sexuelle Kontakte

Für echte Dreieckbeziehungen gilt beispielsweise, dass der Hausherr das 19. Jahrhundert eine sexuelle Beziehung zur Ehefrau unterhält, sich aber bei deren Abwesenheit auch mit dem Hausmädchen vergnügt. Diese allerdings befriedigt in Abwesenheit des Ehemannes auch gerne mal die Hausherrin. Noch spektakulärer ist freilich die Beziehung einer Ehefrau zu ihrem Mann und dessen besten Freund, wobei sie nicht weiß, dass beide Männer bisexuellen Vergnügungen nicht abgeneigt sind. Heißt: Alle kennen einander, alle haben sexuelle Beziehungen miteinander, aber sie müssen nicht zwangsläufig alle untereinander davon wissen.

In Romanen folgt der Enthüllung oft der Verfall des Glücks

In Romanen kommen allerdings eher V-Verhätnisse vor, die dann zum Dreieck werden, wenn die beiden Geschlechtspartner der Heldin oder des Helden voneinander erfahren. Sehr selten endet diese Erkenntnis in lustvollen Begegnungen zu dritt – meist wird damit eher der Verfall des Glücks eingeleitet.

Die intimen Dreiecksverhätnisse

Wie sich der Mann einen "flotten Dreier" vorstellt
Die intimsten Dreiecksverhältnisse sind neben der „Menage a Troi“, also dem geschlechtlichen Zusammenleben dreier Partner mit oder ohne Bi-Interessen und der Triole, auch bekannt als (flotter) „Dreier“.
Bei Frauen beliebt: FMM-Dreier - und manchmal auch als Beziehungstrio
An diesen Konstellationen können zwei Frauen und ein Mann oder aber zwei Männer und eine Frau beteiligt sein. Der Begriff „Dreier“ wir dabei hauptsächlich für zeitlich begrenzte Einladungen zum gemeinsamen Sex verwendet.

Vierecksverhätnisse gibt es eigentlich nicht

Ein erotisches Viereck existiert nicht - da fehlen die Querverbindungen
„Vierecksverhältnisse“ gibt es eigentlich nicht, weil sie geometrisch unmöglich sind. Meist handelt es sich dabei um die Beziehung eines Mannes, der drei Frauen im Wechsel trifft, oder um eine Frau, die Beziehungen zu drei verschiedenen Männern gleichzeitig unterhält. Neben dem üblichen Partnertausch zwischen zwei Paaren werden mit „Vierern“ auch Verabredungen zwischen Paaren bezeichnet, in denen beide bisexuell sind.

Interessanterweise kennt auch der „Vierer“ unterschiedliche Definitionen.

Bei der populärsten handelt es sich um eine Beziehung zwischen zwei (heterosexuellen) Paaren, die sich zum Partnertausch treffen. Die abweichende Meinung, die auch als mehrheitsfähig gilt, lautet aber: (im Original englisch)

Ein Sex-Treffen zwischen vier Personen, bei denen jeder mit jedem sexuelle Kontakte aufnehmen kann. Zwei (heterosexuelle) Männer und Frauen, die sich zum Sex treffen, können nicht als „Vierer“ bezeichnet werden, vielmehr handelt es sich dabei um einen reinen Partnertausch.


Raucht Ihnen jetzt der Kopf?

Wem bei so viel Begriffen der Kopf raucht, kann sich locker zurücklehnen: besser als eine Sache zu benennen, ist immer, sie ausführlich zu beschreiben. Das gilt vor allem für Autorinnen und Autoren, die Begriffe wie „Dreiecksbeziehung“ möglichst gar nicht erst in den Mund nehmen sollten – und jedenfalls nicht zu Papier bringen.