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Opas Domina-Fantasien

Rot, Schwarz und herausfordernd - reicht das?
Die Fantasie bringt manche „Dominas“ hervor- und aus unsere heutigen Sicht Frauen in albernen Kunstlederklamotten. Die auf „dominant“ oder „nuttig“ getrimmt wurden.

Die Fantasien der frühen Jahre
Aus heutiger Sicht scheint es so, als würde „die Frau als solche“ zum Objekt der Begierde – nicht ihre sinnliche Dominanz, die sich ohnehin nur schwer fotografieren lässt. Diese Damen hier mussten nur „wirken“, und die Fotos waren – nun ja, eben Fotos, extrem „kostengünstig“ produziert.

Wobei ich mich inzwischen frage: Welcher Amateur versucht eigentlich, Dominanz und Submission in Bilder zu fassen? Profis haben es oft versucht, ich darf nur an Steve Diet Goedde erinnern. Er fotografiert immer noch im selben Genre.

Bilder auf dieser Seite: Titelbilder von 1960er (?) Domina-Magazinen - ich hätte ursprünglich eher auf die 1950er Jahre getippt.

Ziemlich revolutionär: Sexualität und Erotik im 21. Jahrhundert

Sex gibt es immer - aber die Bedingungen ändern sich
Unser Team hat eine neue Idee für Autorinnen und Autoren: die sinnlichen, erotischen und sexuellen Themen des 21. Jahrhunderts.

Nun könntet ihr fragen: „Ja, gibt es denn etwas Neues in der Liebe?“ Oder ihr könntet vielleicht behaupten „Sex ist doch immer dasselbe“, oder vielleicht auch; „Erotik ist doch so etwas von ausgelutscht“.

Das mag alles stimmen – aber die Gesellschaft hat sich entwickelt. Frauen treten wesentlich offensiver auf, während Männer mehr und mehr nachdenklich werden, was mit ihnen und ihrer Rolle geschehen könnte.

Sexuelle Experimentierlust, neue Phänomene und ratlose Psychologen

Parallel dazu wird die Lust am sexuellen Experimentieren immer größer. Das Manifest der Heterosexualität wackelt sein Langem, aber auch die „Konkurrenz“, die LGBT-Kreise, können sich nicht mehr sicher sein, dass sie die „Allein selig Machende“ Idee für alle sexuellen Identitäten haben. Es gibt immer mehr Menschen, namentlich intellektuelle Frauen, die sich zur fließenden Sexualität bekennen. Zudem ist bemerkenswert, dass die Psychologie, die sonst immer gleich den Arm hebt, wenn es um die Erläuterung des menschlichen Verhaltens geht, dazu schweigt. Nach deren Auffassung hat der Mensch ja ein ICH, aber niemals ein „ANDERE“, obgleich das „Alter Ego“ schon die Griechen kannten. Darüber wäre noch zu sprechen, denn kein Kybernetiker würde unterschreiben, dass die körpereigene CPU nur eine Persönlichkeit managen kann. Das Thema kann hier nicht erschöpfend behandelt werden - lasst mich dies an anderem Orte tun.

Auch das Kommunikationszeitalter ist noch längst nicht in der Literatur angekommen. Sich digital zu verlieben oder Illusionen über eine Liebe im Internet zu machen, sind Fakten – in der Literatur finden wir sie kaum.

Ja – und was machen wir daraus? Wir nennen Themen, mit denen sich die Literatur endlich auseinandersetzen sollte – die sinnliche Literatur, die erotische Literatur und die Literatur schlechthin. Der erste Teil beschäftigt sich mit Lust und Digitalisierung in der erotischen Literatur.

Ich bin gespannt auf die Reaktionen, wie immer sie ausfallen mögen.

Warum wir keine Schweinereien veröffentlichen

Nein, hier gibt's keine Schweinereien
Niemand kann uns (oder euch) genau sagen, was ein Zensor an Ende als „Schweinerei“ ansieht. Manchmal reicht die Erwähnung eines Wortes, sei es das „F“-Wort“ oder etwa Ähnliches, und mal geht alles durch: Vögeln ebenso wie Möse.

Wie ich grinsend erfahren habe, zensiert „TUMBLR“ jetzt mit Vorliebe weibliche Brustwarzen – ich weiß noch nicht, ob sie es nur dann tun, wenn sie „voll frontal“ vor die Linse gehalten werden oder ob sie aus gewissen Winkeln dennoch veröffentlicht werden dürfen. Ja, ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie zensiert werden, wenn sie mit Lippenstift auf den nackten weiblichen Rücken aufgemalt werden.

Was ich damit sagen will: Niemand weiß, wer als Nächstes welchen Schritt tun wird, um wieder einmal Zensur auszuüben. Jemand nahm schon übel, dass wir „CBT“ manchmal übersetzt und „ausgeschrieben“ haben, und zeitweilig duften keine Wörter verwendet werden, die auf „… fetischismus“ endeten, vor allem dann nicht, wenn diese im Zusammenhang mit weiblichen Füßen, Schuhen oder Stiefeln standen.

Wir veröffentlichen keine Schweinereien - jedenfalls nicht, was wir darunter verstehen. Das heißt euch: keine rohen, ungehobelten "F...gechichten", keine Verherrlichungen von sexuellen Abweichungen und dergleichen. Was es gibt, das gibt es, aber wir sind keine Ideologen, die das "Anders Sein" als einzig erstrebenswert hinstellen.

Doch was menschlich ist, sollte eigentlich veröffentlicht werden können … oder mal so gesagt: Des einen Eule ist des anderen Nachtigall. Übrigens darf Literatur wesentlich direkter sein … aber da müsst ihr erst mal in den erlesenen Kreis derer vordingen, die sich „Autoren“ nennen dürfen. Und selbst dann ist nicht sicher, ob sich irgendwo Menschen zusammenrotten, die das, was du schreibst, als Schweinereien diffamieren.

Lust und Wissen – der Körper, die Funktionen, das Fühlen

Modell einer Klitoris
Fragt einen Mann, was eine Vagina ist – nun gut, dann wird er vielleicht noch wissen, dass dies eine Art Schlauch ist, in der sein Penis ab und an seinen Platz findet. Frag ihn dann, was eine Frau „in der Vagina“ empfindet, und du wirst einen Haufen Halbwissen oder Nichtwissen aus ihm heraussprudeln hören.

Nichtwissen überwiegt in der Sexualität

Nun fragt gerne mal eine Frau, was eine Prostata ist, wie sie funktioniert und was ein Mann in ihr (oder durch sie) fühlt. Viel Glück! Und wenn es euch Spaß macht, dann fragt mal alles aus dem Kuriositätenkabinett der Meinungen über Organe und Lüste für Frauen und Männer ab.

Na ja – wir sprechen ja nicht drüber. Und was uns die Schule vermittelt, ist viel zu theoretisch, oft (aus Rücksichtnahme auf Schüler und Lehrer) nicht ganz korrekt und zudem thematisch stark eingegrenzt.

Oh ja, wir könnten jetzt sagen: kompliziertes Thema. Aber ist es damit abgehakt? Auf keinen Fall.

Frauen entdecken erst jetzt, wie sie ihr Lüste beflügeln können

Dazu zitieren wir hier mal Kate Moyle. Sie ist eine bekannte Psychotherapeutin und Sexologin, und der "Guardian" (1) griff ihre Worte auf:

Die sexuelle Revolution mag ja vor mehr als 50 Jahren begonnen haben, (und dennoch haben wir) gerade erst damit begonnen, etwas zu verstehen, nämlich dass Sex nicht aus dem Funktionieren von Organen besteht, wenn wir Freude daran haben wollen. Frauen müssen lernen, wie sie ihre Empfindungen genießen können und wie sie ihr erotisches Verlangen erkunden können – zum Beispiel durch Hörbücher oder indem sie erotische Literatur lesen.


Die die Autorin sagt das, was heute als wichtigster Satz für Frauen (und Männer) über die Erforschung der eigenen Sexualität gelten mag:

Es geht aber nicht nur darum, realistischere Bilder zu haben (, sondern) … darum, den Unterschied zwischen realistisch und unrealistisch zu verstehen, weil darin die Kluft besteht.


Das Wissen über die wahre Lust kommt aus der Literatur

Die Möglichkeit, sexuelle Lüste aus den Beispielen der erotischen Literatur zu generieren, ist nicht ganz neu. Werner Field hat dem ein ganzes Buch gewidmet, indem er beweist, dass „Die Geschichte des sinnlichen Schreibens“ (2) darauf beruht, Frauen zu zeigen, wie sie ihre wahre Sinnlichkeit entdecken und ihre sexuelle Gefühlswelt intensiver genießen können. Etwa parallel dazu erschien Daniel Bergners (3) „Die versteckte Lust der Frauen“, die radikal mit dem Mythos aufräumt, Frauen hätten keine eigenen, drängenden sexuellen Lüste.

Inzwischen geht es in der öffentlichen Diskussion weitgehend darum, überhaupt eine Sprachebene für sexuelle Lüste zu finden.

Ein Penis ist kein Penis, ist kein Penis ...

Ein Penis ist nicht einfach ein Penis – er wird erst zu einem Instrument der Lust, wenn durch die Nervenbahnen Impulse vom Gehirn empfangen werden oder an das Gehirn gesendet. Und das gelingt durchaus unterschiedlich, je nachdem, ob und in welcher Weise er wo und wie stimuliert wird. (Und, ob er beschnitten wurde oder nicht).

Ödland Vagina: Wie ist das eigentlich, wenn ...

Noch komplizierter ist es bei der Vagina: Eigentlich müssten wir „Vulva“ sagen, denn in ihr befindet sich das Repertoire der Lust. Unter anderem (aber nicht ausschließlich) die berühmte Klitoris. Als man vor einigen Jahren Modell der Klitoris zeigte, waren viele Frauen überrascht, wie groß dieses Organ wirklich ist. Und bis vor einiger Zeit haben sogar Expertinnen behauptet, die Klitoris sende direkte Impulse an ein (wo auch immer befindliches) Orgasmuszentrum. Da haben sie ihre Rechnung ohne das Gehirn gemacht, das erst einmal sortiert, was denn nun an „Impulsen“ wo kommt, um die richtigen körpereigenen Mixturen zusammenzubrauen.

Die erotische Literatur bringt Wissen und Fühlen zusammen

Haben wir eine Sprachebene gefunden, so haben wir noch keine Gefühlsebene. Und nun kommt der Clou: Solange es darum geht, Lüste als Gefühle in Textform zu vermitteln, führ nach wie vor kein Weg an der erotischen Literatur vorbei. Denn du kannst in „einem Porno“, selbst in einem „frauenfreundlichen“ zwar sehen, wie eine andere Frau zuckt, während sei ihren Orgasmus hat oder „fakt“. Aber du erfährst niemals, wie es ihr dabei geht und was sie dabei gerade denkt oder auch nicht.

(1) in die Übersetzung wurden einige Füllwörter eingefügt, um den Text flüssiger lesen zu können).
(2) Field (Berlin 2014)
(3) Bergner, (New York, 2013)

Erotik, Christentum und Hexenkult

Erotik, Christentum und Hexenkult - ein sehr kurzer Abriss über die Lust, in Geheimbünden erotische Erfüllung zu finden.
Sinnliche Hexen
Im Grunde kann man kaum von „dem“ Hexenkult sprechen. Die Ursprünge der „Hexerei“ liegen einerseits in der Heilkunst der kräuterkundigen Frauen, andererseits in Geheimzirkeln, die der sogenannten „alten“ Religion anhingen. Was sie genau ist oder war, kann heute nicht mehr ohne weiters rekonstruiert werden – jedenfalls handelte es sich nicht um die germanische Götterwelt, sondern sie hatte ihre Wurzeln in längst verschwundenen Religionen, deren Herkunft im Vorderen Orient vermutet wird. Soweit es sich um einen Kult handelt, in dem auch Rituale vollzogen werden, kann auch bei den heutigen Hexenvereinigungen noch von „religionsähnlichen“ Gemeinschaften gesprochen werden.

Freies Denken und freie Liebe

Die Erotik im Hexenkult ist eine rituelle Abwandlung des allgemeinen Wunsches nach „freier Liebe“, der im Christentum wie auch in der „alten Religion“ vorhanden war. Freilich konnte sich dieser Wunsch im Christentum niemals durchsetzen, weder vor der Reformation noch danach. Das heißt aber nun keinesfalls, dass es keine Abweichler gab, die sich unter christlichen Symbolen zusammenfanden, um die freie Liebe zu praktizieren.

Ein Beispiel wäre die Buttlarschen Rotte, gegründet von Margaretha von Buttlar, die von 1670 bis 1721 lebte. Dabei ist gleich, was die juristische Bewertung (1) des Tuns ihrer Mitglieder ergab: Sehr wahrscheinlich ist, dass diese Gruppe die christliche Gottheit nach der Genesis umwertete: Demnach schuf Gott den Menschen als Mann und Frau nach seinem Vorbild. (Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.)

Obgleich diese Auffassung absolut legal und unzweifelhaft bei Mose(2) verbürgt ist (1.Mose 1:27) wird nach wie vor als Blasphemie angesehen, diese Bibelstelle ernst zu nehmen. Der androgyne Charakter der Gottheit durfte nicht diskutiert werden, weil es ganze Dynastien infrage gestellt hätte und die damaligen, fest gefügten Geschlechterbeziehungen ad absurdum geführt hätte.

Die Querdenker wurden vermutlich zu "innerlichen" Heiden

Dies wiederum hat vermutlich gereicht, um nahezu alle erotischen Querdenker in die Arme der „alten Götter“ oder „Naturgottheiten“ zu treiben. Betrachtet man die verschiedenen Kulte alter und neuer Art, so wird deutlich, dass sie entweder einen überwiegend spirituellen, esoterischen Charakter haben oder sich in irgendeiner Form mit der lustvollen Vereinigung der Körper oder dem Genuss der Sexualität beschäftigen. Daraus wieder kann man entnehmen, dass es sich entweder um eine geistig-seelische Bereicherung oder aber um eine sinnlich-körperliche Erfüllung handeln kann, die von den Gruppen vollzogen wird. Da gilt nicht nur für moderne „Hexenkulte“, sondern auch für alle auf Esoterik oder Psychologie beruhenden Gruppen, die nach einer Erweiterung des Bewusstseins streben und dabei entweder das Psychische oder das Körperliche betonen.

Die magisch-erotischen Rituale leben in der Literatur weiter

Trotz all dieser Differenzierungen kann man feststellen, dass viele der literarischen Werke, die Erotik und Esoterik vereinigen, ausschließlich auf weiblicher Sinnlichkeit und weiblichen, religionsähnlichen Ritualen beruhen und oftmals die Gleichgeschlechtlichkeit als wesentlichen Inhalt pflegen.

(1) Lest dazu die juristische Wertung, wenn ihr interessiert seid.
(2) Bibeltext

Bild: Die Drei Hexen - Daniel Gardner (1750-1805).

Einen Ehemann liebevoll, streng und nachhaltig erziehen …

Er ist Schriftsteller – erschreckt jetzt nicht. Er ist ganz gut und er kann damit richtig Geld verdienen. Aber er ist nicht zielstrebig genug, liefert selten pünktlich ab und gefährdet so das Hauhaltseinkommen. Und so ist es auch mit seiner sexuellen Energie. Ich weiß, dass er einen Großteil davon verplempert – außer Haus und im Haus. Er denkt, ich sehe nicht die vielen Papiertaschentücher … allein der Geruch verrät ihn.

Autorin werden? Ja, bitte!
Aber er scheint erziehbar zu sein. Und gestern habe ich es ihm gesagt. Ich bin nicht die Frau, die einem Mann seine Mängel vorhält - das machen nur Frauen, die sich nicht auskennen mit der Psyche des Mannes. Ich weiß, was ich will, wann ich es will und wie viel ich davon brauche. Und ich weiß, dass ich es bekomme – von ihm oder von jemand anderem. Aber ich will, dass er es mir gibt – jedenfalls das, was ich mal die „Grundversorgung“ nenne.

Ich habe ihm alles präsentiert, was ich über ihn weiß. Seine Vergangenheit. Seine Geheimnisse, seine Perversionen. Ganz ruhig, wie es meine Art ist. Es gibt nichts zu beklagen oder zu beschönigen. Er hat die Energien, aber die Bahnen, in der er sie lenkt, müssen korrigiert werden. Ich werde es sehr liebevoll tun, und doch mit der Strenge, die nötig ist – es soll kein Nachhilfeunterricht sein, um bei mir eine bessere Not zu bekommen. Die Erziehung soll nachhaltig wirken.

Wir haben noch nichts vereinbart, aber ich bin sicher, dass wir einen Weg finden. Es ist nur zu seinem Vorteil. Und ich werde mir überlegen, wie ich ihn strafen und beschämen kann, wenn er wieder schwach werden sollte. Und auch für mich wird es einfacher werden, weil ich ganz sicher bin, dass er die Lust und die Energie, die bisher im Papiertaschentuch landete, besser auf mich verströmen sollte.

Vielleicht werde ich darüber schreiben … es wird ohnehin Zeit, dass ich mit dem professionellen Schreiben beginne.


Nein, auch dies ist kein Roman .. es ist eine Anregung, über eine ungewöhnliche Beziehung zu schreiben – mit viel Fantasie, aber vielleicht auch mithilfe eigener Erfahrungen. Mal sehen, wer den Faden aufnimmt …

Isidora schrieb den Text nach einer Idee aus dem Internet.

Die ganz andere Welt

Dieser Artikel ist – in weiten Teilen – spekulativ. Er versucht zu erklären, wie die Mythologie „andere Welten“ entstehen ließ, und deutet an, warum sie erotisch sein könnten. Und falls Sie im Zweifel über meine Person sind: Nein, ich glaube nicht an Mythen. Für mich muss alles offenkundig, erfahrbar, messbar und möglichst logisch sein. Doch die „Anderwelt“ ist auch stets ein Mittel, um offenkundige Erotik hinter Mysterien zu verstecken.

Gibt es eine „Anderwelt“, eine Parallelwelt, ein Universum „nebenan“, eine Welt, die uns absolut nahe ist und die uns beeinflusst, ob wir wollen oder nicht?

Die Mythologien kennen eine andere Welt als die, die wir sehen

In den sogenannten Mythologien gibt es sie. Die Mythologie beschreibt alles, was die Welt unserer Vorfahren bewegte, und sie entstammt der eigenen Kultur wie auch fremden Kulturen. Dabei dürfen wir uns gerne erinnern, dass auch unsere sichtbare Kultur eine Durchmischung von germanischen, arabischen, griechischen, römischen, christlichen und jüdischen Elementen ist.

Was ist nun der Unterschied zwischen der sichtbaren oder messbaren Welt zu der „anderen Welt“?

Nun, die andere Welt ist vielfältiger: Als Parallelwelt kann sie Götter und Halbgötter, Untote, Dämonen, Fabelwesen und Monster, auch Kobolde, Erdgeister, Feen enthalten. Es gibt mehrere Theorien, wie sie entstand: Die schlüssigste der Theorien (wenn man dabei überhaupt von „schlüssig“ sprechen kann, ist die folgende:

Die ursprüngliche Schöpfung musste wegen der Fehler, die sich eingeschlichen hatten, zerstört und neu aufgebaut werden. Dabei gab es aber einige Existenzen, die sich der Zerstörung widersetzten und ein Eigenleben führten.


Die andere Theorie wäre, dass es Kämpfe innerhalb der Götter darum gab, welchen Weg die Menschheit gehen sollte – oder dass die „alten Götter“ und die „neuen Götter“ unterschiedliche Richtungen vorgaben. Diejenigen, die bei diesen Kämpfen verloren, hinterließen aber Spuren, die immer wieder hervortraten.

Die Überbleibsel zerstörter oder untergegangener Kulturen

Wie dem auch sei: Die Wesen, die die „andere Welt“ bevölkern, können als Überbleibsel untergegangener Kulturen bezeichnet werden. Sie zeigen sich nicht in der Realität, weil sie dort nicht „hingehören“. Sie sind aber, wenn man den Esoterikern glauben will, durchaus vorhanden ... in Parallelwelten.

Die andere Welt lockt ...

Nun funktioniert das Ganze nicht, solange es nicht „Mittlerer“ gibt, also Propheten und „Wegebereiter“, die behaupten, einen Zugang zu diesen Welten zu haben. Gelegentlich senden die Wesen der Anderwelten auch Botschaften an die reale Welt: Sie ziehen dann Menschen in ihren Bann und gelegentlich auch ins Verderben. Typisch dafür ist die (uns relativ nahe) Vorstellung der Kelten, bei denen die „Anderwelt“ tatsächlich auf unseren Planeten existiert, und zwar im Inneren der Erde oder am Grunde des Meers. Besonders beliebt ist nach wie vor das Thema, sie in Erdhöhlen zu vermuten, die wir besuchen können, falls sie uns dies gestatten oder wir bestimmte Merkmale haben, die uns dafür empfehlen.

Verführerinnen und Verführer aus der "Anderwelt"

Lilith als Schönheit mit Schlange
Wie ist es nun mit der Erotik der „Anderwelt“? Sie ist ohne jeden Zweifel äußert verlockend. Am Meeresgrund finden wie die Sirenen oder Meerjungfrauen, die Seeleute in ihr Reich locken. Odysseus musste sich nicht nur gegen sie, sondern auch noch noch gegen den lustvollen Zauber der Circe wählen, die auf einer fernen Insel lebte. In der Anderwelt der Christen wohnen alle Arten von Engeln und Teufeln, wobei die Teufel die erotischen Fantasien von Generationen beflügelt haben, teils als unermüdliche Beschäler beim Hexentanz, teils als Buhlteufel, die sich unter Männer oder über Frauen legten, um „Unzucht“ mit ihnen zu betreiben. Die Erotik der „Untoten“ kennen wir aus Dracula-Filmen. Die Figur der verführerischen und äußerst gefährlichen Dämonin ist weniger bekannt, weil sie eher im Hintergrund wirkt. Lilith gilt als Überbleibsel der Schöpfung, als Verstoßene, über die der Christengott keine Macht hat. Sie gilt auch als die „Dämonenkönigin“, die das geheime Weltreich der Frauen beherrscht, die sich mit Heilkunst, Magie oder Schadzauber beschäftigen.

Die Trennung des männlichen und weiblichen Prinzips

Wenn wir dies weiterspinnen würden, kämen wir zu einem weiteren Teil der Mythologie: die Trennung in ein übergeordnetes Reich der Frauen und eines der Männer, das ebenfalls in vielen Köpfen haust. Entstand sie durch das Spalten von Bäumen, durch den Sündenfall oder aus der Asche eines Vogels, der im Universum verbrannte? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Moderne Ideen zur Parallelwelt

Ich hätte beinahe vergessen – es gibt sehr moderne literarische Konzepte, die auf der Quantentheorie basieren (Robert Allan Wilson) oder auf der Computertechnologie, die angeblich in der Lage ist, künstliche Wesen, ja ganze künstliche Welten zu erschaffen, indem man sie nur programmiert. Und es gibt Dr. Who, der die Grenzen zwischen den Welten aller Zeiten überwinden kann. Und in allen könnte es erotische Begegnungen geben, die desaströs enden, weil sich die Welten nicht verbinden lassen und teils versöhnlich, weil sich am Ende doch noch ein Ausweg ergibt.

Bild: Lilith Von John Collier

Eine Aufgabe zum Thema Unterwerfung und Dominanz gefällig?

So bessert er sich wahrscheinlich nie ...
Manche Schriftsteller(innen) beklagen sich über mangelnde Anregungen für ungewöhnliche erotische Romane, Novellen und Kurzgeschichten.

Meine Anregung wär heute ein Satz von Felix Weiße (1726-1804):

Aber ich denke, wo kein Gefühl von Ehre und Schande ist, da setzt man sich auch wohl über das Gefühl der Stockschläge weg.


Dieser Satz ist nun wahrhaftig ein guter Ansatz für eine Geschichte über eine Körperstrafe, sei sie erotisch oder nicht. Sie wird immer dann erotisch, wenn die Person weiblich, attraktiv, selbstbewusst und engagiert ist, die eine solche Strafe vollziehen soll. Die Geschichte kann im ausgehenden 19. Jahrhundert oder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in England, Österreich oder Deutschland spielen. In der Jetztzeit wirkt sie etwas deplatziert, kann aber gerade dadurch erregend wirken: Dann sollte ein Rollenspiel nach historischem Vorbild zwischen den Beteiligten stattfinden.

Du kannst das Geschlecht ohne Mühe abwandeln – das geht fast immer. Dann hieße der Satz:

Aber ich denke, wo kein Gefühl von Anstand und Scham ist, da setzt sich die Frau auch wohl über das Gefühl der Stockschläge weg.


Eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen, kann heikel sein, wenn der Ausführende ein Mann ist. Du kannst dies abmildern, indem du eine ältere Frau als Gegenpart zu der jungen Frau einsetzt, die eine „Verfehlung“ begangen hat.

Bild: "Jim Black", ein Pseudonym aus den 1920er / 1930 Jahren.

Sex und etwas anderes

Ein Konflikt muss schon dabei sein ...
„In einer guten erotischen Szene dreht es sich immer um Sex und etwas anderes.“
Elisabeth Benedict

Nehmen wir an, du schreibst Romane, Novellen oder Kurzgeschichten. Worum geht da? Um Sex und noch etwas anders oder um etwas anderes und um Sex?

Ich kann soviel sagen:

„Definiere zuerst das Andere, dann wird dir klar, was aus der Geschichte werden kann.


Das „Andere“ ist meist Liebe, und schon kommen wir in einen Automatismus. Da ist die Liebe, die durch Sex aufgeweicht oder aber gestärkt werden könnte, und die damit auch zu einem retardierenden Moment beim Aufstieg in den siebten Himmel werden kann. Ich erinnere mich dann immer an das bekannte Cinderella-Konzept: erst unten, dann ein kurzer Aufstieg, dann ein Abfall, bevor der erneute Aufstieg gelingt. Die „Magie“ mit der im Märchen gearbeitet wird, entspricht das lustvolle Verlangen in der Realität. Doch das Konzept ist abgenutzt - überlegen wir also, welches "Gesicht" wir dem "Anderen" geben können.

Das Andere und der Sex - Widersacher oder Befeurer?

Das „Andere“ kann zum Beispiel die Unsicherheit sein, wie der weitere Lebensweg verlaufen soll: ein erfolgreicher Schulabschluss, eine abgeschlossene akademische Ausbildung, ein Job. Und nun schreit der Körper nach Befriedigung. Dafür benötigt deine Figur einen Partner oder eine Partnerin - und er oder sie könnte alles Erreichte infrage stellen.

Ebenso könnte das „Andere“ die Suche nach der Identität sein. Die Fragen an diene Figur sind: Wer bin ich, was will ich hier, wo liegen meine Stärken und Schwächen, und warum habe ich bei Männern/Frauen immer so merkwürdige Gefühle, als ob irgendetwas nicht stimmt?

Besonders gewagt, aber nicht uninteressant, ist die Frage an deine Figur: Warum setze ich mich Abenteuern, Gefahren und Herausforderungen aus, und wieso gehe ich dabei immer an die Grenze zu wirklichen Gefahren? Erwarte ich, in der Gefahr zu erliegen oder sie zu meistern? („Die Angst ist dein bester Freund“).

Die übrigen möglichen „zweiten“ Themen basieren zumeist auf Konflikten:

Sex und Ansehen.
Sex und Macht.
Sex und Religion.
Sex und Geld.
Sex und Gewalt.
Sex und Unterwerfung.
Sex und (geschlechtliche) Verwirrungen.


Einfache Plots - mit Happy End

Die Konzeption wird in vielen Fällen in die Plots einmünden, die allgemein bekannt sind – und diesmal schildere ich alles ohne „Plots“, aber bildhaft:

1. Der eingeschlagene Weg führt trotz (sozialer, innerer) Hürden letztlich zur Zufriedenheit.
2. Der Weg ist dornenreich, schmerzlich und verwirrend, führt aber dennoch zum Glück.
3. Der Weg wird immer wieder von dichtem Dschungel, fehlenden Brücken und physischen Gefahren unterbrochen, führt aber zu einer gestärkten Persönlichkeit, die ihr Glück in jedem Fall finden wird.

Selbstverständlich könnt ihr in allen Themen auch den „Abstieg“ unterbringen. Er ist jedoch unter Autorinnen äußert unbeliebt – und kommt auch bei Leserinnen nicht gut an. Es sei denn, du schilderst märchenähnlich den Weg zweier Freundinnen, von denen eine den Aufstieg schafft und die andere daran verzweifelt.

Sich selbst zu erotisieren heißt, sich der Realität anzupassen

Wann immer du von Frauen hörst, die sich als „bewegt“ bezeichnen, liest du Sätze in der Art: „Wir müssen unsere eigene Sprache finden“ oder „warum sind wir eigentlich so sprachlos, wenn Männer …“ Und immer wieder hören Männer: „Wir wollen nicht, dass ihr (Männer) uns objektifiziert (1) oder erotisiert. (2)“

Gut – und nun drehen wir den Spieß einmal um: wenn es tatsächlich so sein sollte, dass Frauen täglich als weibliche Körper gesehen werden, die erotisierend wirken: Warum sollte sich frau nicht einfach darauf einstellen, dass es so ist? Wäre das nicht wesentlich einfacher? Und wer würde dabei verlieren?

Es gäbe dann sicherlich nicht weniger Blicke, Bemerkungen und Frechheiten. Aber es gäbe eine neue Variante: „Ich weiß, wie ich wirke, und ich stehe dazu. Aber ich bin nicht nur Körper, ich bin auch Geist, Gefühl und soziales Wesen.“

Dazu las ich diese Sätze einer Theatermacherin.

Sich selbst erotisieren, das hat etwas ganz empowerndes (3), weil wir eigentlich täglich als weibliche Körper erotisiert werden. Und in dem Moment, wo wir es selbst tun, ist es einfach ein ermächtigender Akt.


Heißt konkret: Jede Frau, die sich ihrer Erotik bewusst ist, kann mehr Selbstbewusstsein und Macht gewinnen, weil sie weiß, wie sie wirkt (oder wirken könnte). Und sie weiß auch, was sie mit ihrer Erotik tun oder unterlassen kann. Das ist keine schlechte Idee, wie ich finde.

(1) Objektifizierung – einen Menschen als Objekt anzusehen und dadurch zu entmenschlichen.
(2) Erotisiert – (ausschließlich) unter erotischen Gesichtspunkten betrachtet.
(3) Wer mit dem Neudeutsch nicht so vertraut ist: etwas unglaublich Stärkendes, etwas Machtvolles

Für Autorinnen: Verführer allenthalben – und ihr Ruf ist mies

Dieser Artikel wendet sich an Autorinnen, die in Liebesromanen, erotischen Romanen oder auch Kriminalromanen sowie Novellen und Kurzgeschichten eine ungewöhnliche Verführung beschreiben wollen.

Das „Gewöhnliche“ – absolut fad

Die Frau ist jung, ein bisschen naiv und unsicher über ihre Gefühle, und vielleicht gar noch Jungfrau. Der Mann hingegen erfahren, ein klein wenig durchtrieben, zielsicher und erfolgsgewohnt, und er hat schon vielen Frauen die kleinen Freuden jener Gefühle beschert, die in den Lenden erspürt werden.

Das kommt euch irgendwie bekannt vor? Mir auch. Mal wird die naive süße Maid dann Prinzessin, neuerdings auch wohl Lustsklavin, und manchmal frisst sie der Wolf.

Der Ruf der Verführer, Prinzen, Jäger und ein paar andere Märchengestalten mal ausgenommen, ist dabei durchgehen mies. Wobei wir schon mal mitten drin sind: „Der“ Verführer, heißt: männlich, skrupellos. Arbeitet mit allen Tricks und ist – wie könnte es anders sein – leicht pervers.

Ach Gottchen, Agathe, die Puppe kotzt auf den Teppich. Und die Flecken gehen nicht mehr raus. Oder mit anderen Worten: Das Klischee der männlichen Spermaschleuder mit miesem Charakter wird am Leben erhalten, so gut es geht.

Alternativen für Autorinnen

Wäre es nicht an der Zeit, einmal etwas tiefer zu gehen, etwas weiter zu denken und etwas mehr Varianten in die Thematik zu bringen?

Eine der Möglichkeiten, die du als Autorin hast: Deine Figur sei weiblich, Jungfrau, etwas unbeholfen, unsicher aber auch neugierig. Dann musst du sie nur losschicken, um sie in Grenzsituationen zu bringen, in denen es möglich ist, lustvolle, sinnliche oder gar „harte“ sexuelle Erfahrungen zu machen. Basissituation: Sie bietet sich ein wenig an, aber zögert noch aus Angst vor der eigenen Courage.

Die zweite Variante ist so realistisch, dass mich wundert, warum sie nicht häufiger verwendet wird. Diesmal ist diene Figur erfahren, sinnlich, lustvoll und darauf aus, Abenteuer zu erleben. Du schickst sie nun an Orte, an denen es sehr wahrscheinlich ist, Männerbekanntschaft zu machen, und du gibst ihr die Direktive, in jedem Fall die verführbare Unschuld zu spielen. Kurz: Kehr die Rollen um: Die Verführte ist in Wahrheit die Verführerin, aber das weiß der Verführer nicht – der ist zunächst einmal stolz auf seinen Erfolg. Basissituation: Sie gibt vor, naiv und zurückhaltend zu sein und lässt ihn im Glauben, er verführe sie.

Na schön, das wäre der Anfang, nun könnte es noch etwas bunter werden.

Frauen verführen …

… Männer zu vielen Handlungen. Nicht nur im Bereich der konventionellen Sexualität, sondern auch auf Randgebieten, und auch weit über die Sexualität hinaus. Sie können dabei Freude, Schmerz, Leid und sogar Verderben auslösen. All dies ist noch nicht oft beschreiben worden.

Und? Hast Du Lust, es einmal zu versuchen?

Frauen Verführen …

… Frauen. Aus sexueller Lust, aus Machtgelüsten, um sie zu beeinflussen oder gar, um sie in der einen oder anderen Art zu beherrschen. Deine Verführerin muss nicht unbedingt „lesbisch“ sein, um dies zu tun. Sexuelle Lüste sind nicht zwangsläufig an die Grundausrichtung gebunden.

Frauen verführen …

… manchmal Männer dazu, sich gleichgeschlechtlich zu betätigen. Das passiert gelegentlich in sogenannten „Dreiern“. Ein Thema, das man kaum Anfängerinnen empfehlen würde, aber immerhin eine weitere Variante.

Und nun nochmal: Hast Du Lust, es einmal zu versuchen? Also wenn nicht jetzt ... wann dann?

Wie redlich muss eine erotische Geschichte sein?

Die Lüste entstehen bei deiner Leserin im Kopf - musst du da realistisch bleiben?
Wenn sich eine Autorin aufmacht, um ihr erstes erotisches Werk zu schreiben, stellt sie sich nahezu immer diese Frage:

Muss ich wirklich alles erlebt haben, über das sich schreibe? Wie glaubwürdig bin ich, wenn ich all das niemals gewagt habe, oder gar, wenn ich eine andere sexuelle Orientierung habe als meine Figuren?

Früher gab es darüber niemals Diskussionen, weil sich Autorinnen hübsch versteckt haben, wenn sie Erotik schrieben. Aus gutem Grund: Leser glauben fast immer, dass die Autorin irgendeine der beschriebenen Erfahrungen wirklich selbst durchlebt hat. Und keine schreibende Frau will jemals als „Schlampe“ dastehen. Selbst Männer nutzen Pseudonyme, um auf gar keinen Fall mit ihren erotischen Geschichten identifiziert zu werden.

Das änderte sich allerdings, als die Öffentlichkeit über die „50 Shades of Grey“ zu diskutieren begann. Die „namhaften“ Stellen wurden von jenen sofort als „Unsinn“ oder „Verfälschungen“ erkannt, die in der BDSM-Szene das große Wort führen. Doch es hätte nicht dieses Einspruchs bedurft, um zu zeigen, wie simpel die Szenen zusammengekleistert sind, um bei einfach gestrickten und unerfahrenen Leserinnen Empörung oder Geilheit zu erzeugen.

Immerhin – seither können wir darüber diskutieren, wie wahrhaftig eine erotische Liebesgeschichte sein sollte.

Dabei gibt es – wie so oft – zwei kontroverse Auffassungen. Doch bevor ich ein Wort darüber verliere, will ich diesen entscheidenden und höchst beruhigenden Satz niederschreiben (1):

Nein, ihr müsst nicht das erlebt haben, was eure Figur erlebt.


Die Kontroverse – Realität Plus oder Fantasie Minus?

Möglich: In der Realität bleiben und sie nur ein wenig überhöhen

Die „reine Realität“ ist völlig ungeeignet, eine erotische Geschichte zu schreiben. Erotik ist lustvoll aufgeschönter Sex plus Romantik, und manchmal noch mehr, aber sicher keine Realität. Also versuchen die Autorinnen, denen es um „glaubwürdige Erotik“ geht, ein realistisches Geschehen so zu kolorieren, dass es als „pure Lust“ in den Köpfen ankommt. Die Leserin sagt sich dann: „Ja, so könnte es mir gegangen ein oder wenigstens einer Frau, die ich kenne.“ (Leser könnten Entsprechendes von männlichen Figuren denken). Diese Literatur wird von Frauen gelesen, die möglichst realitätsnah in die erotische Psyche der Figuren eintauchen wollen – immer mit dem Gedanken: „Ach, eigentlich hätte mir dies auch geschehen können.“ Das „eigentlich“ bedeutet hier zumeist: „Aber ich hätte nicht den Mut dazu gehabt.“ Oder „So intensive Gefühle hatte ich nicht, aber ich kann es mir vorstellen.“

Auch möglich: Die Realität verlassen, um die Fantasie anzuheizen

Die reine Fiktion hat einen anderen Ansatz: Sie wendet sich ausdrücklich an Frauen (manchmal auch an Männer), die sich vom erotischen Romanen in Situationen versetzen lassen wollen, die sie in der Realität niemals erlebt haben und voraussichtlich niemals erleben werden. Dennoch bauen auch diese Romane auf realistische Situationen auf. Doch dann ändert sich etwas: Die Figur wird über die Grenzen des Handelns, Denkens und Fühlens der Autorin wie der Leserin „hinweggehoben“. Sodann entwickelt sie ein erotisches Eigenleben, das man so beschreiben könnte: „Komm mit in das Wunderland der verbotenen Lüste … ich führe dich sicher dorthin.“ Nun hat jede Autorin, aber auch jede Leserin, eigene Grenzen. Deshalb fühlen sich manche Leser(innen) ausgesprochen „angeregt“ vom Weg der Figur, während andere die Schulter zucken und auf „härtere“ Szenerien warten. Und wieder anderen ist es sogar peinlich, was die Figur da tut, auch wenn sie wissen, dass alles nur Fantasie ist.

Beides geht. Und beides funktioniert auch ohne exakte, intime Erfahrungen mit den Handlungen. Sie müssen nur im Gedanken sinnlich nachvollziehbar sein – und oftmals wird eben auch gewünscht, dass die Fantasie die Geilheit beflügelt.

(1) Warum und wie beschreibe ich euch ausführlich.

Erotische Typoskripte – aus den 1950er Jahren

Hochstehende Buchstaben und schlechte Texte - erotische Typoskripte
Es gab eine Zeit, in der wurden erotische Manuskripte noch mit der Schreibmaschine geschrieben, um sie dann (meist in geringer Anzahl) zu vervielfältigen.

Ich erinnere mich an zwei Typoskripte, die ich in einer Hinterlassenschaft fand (aber nicht erwarb) und eines aus den 1950ern wurde sogar kürzlich verauktioniert. Die meisten freilich sind untergegangen – sie waren den Erben einfach peinlich.

Manche der Texte waren entsetzlich schlecht, andere aber durchaus akzeptabel und manche sehr sinnlich. Das ist so ähnlich wie heute bei den E-Büchern.

Diese Novelle, die ich im Internet gefunden habe, ist eher holprig geschrieben. Er handelt von zwei durchtriebenen Frauen, die sich daran ergötzen, die jugendliche Unbefangenheit von männlichen Drillingen für ihre Zwecke zu nutzen.

Textbeispiel:

Es war eine harte Zeit für die Drillinge gewesen, aber auch manch angenehme Stunde hatten sie verlebt, wenn eines der Mädchen den Drang in sich fühlte, und einem oder dem anderen der Jungen, manchmal auch alle zwei oder auch drei zu sich nahm, die dann ihrem Geschlecht freien Lauf lassen konnten. Mit der Zeit kam es so, dass sie den beiden Frauen so hörig waren, dass sie ohne Strafe gar nicht mehr auskommen konnten.


So holprig die Sprache, so typisch war das Thema. Lust und Strafe in der Adoleszenz waren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts beliebte Themen, als die Jungen noch sehr naiv waren. Meist waren es dann entfernte weibliche Verwandte, die sich der „Jungen annahmen“ und sie manchmal in die sinnliche Liebe, dann aber auch wieder in die zwiespältige Liebe einführten. Auch dazu gibt es heute noch Entsprechungen: Die „MILF“, also die erfahrene, notgeile Frau in mittleren Jahren ist nach wie vor ein Favorit in den Augen der lüsternen Jünglinge.

Die englische Erziehung als Realität und als erotische Fantasie

Englische Erziehung? Das ist mehr als nur die Schilderung von "typischen" Körperstrafen, die von schönen, schlagkräftigen Ladys auf die Hintern englischer Gentleman angewendet wurden. Aber was war sie eigentlich, die "englische Erziehung", und was ist es heute? Wir versuchen, die Antworten zu finden.

Die englische Erziehung als erotische Fantasie

die retro-mistress - ein männertraum
Mancher Herr wünscht sich, von einer Lady, einer Gouvernante oder auch von einer Bediensteten auf einen Prügelbock geschnallt zu werden, um sich auf ebenso köstliche wie befremdliche Wiese den Allerwertesten verbläuen zu lassen. Berichte darüber trieben schon der Großmutter und dem Großvater das Blut in die Adern – mal, um sich mit geröteten Wangen zu empören und mal, um die Genitalien beim Gedanken an diese Idee anschwellen zu lassen.

Zurück in die viktorianische Epoche

Wenn wir die Sache verfolgen wollen, führt uns der Weg ins viktorianische Zeitalter, und dort in die geheimen Boudoirs und Bordelle, in denen etwas praktiziert wurde, was weitläufig als „englische Erziehung“ verstanden wird. Zwar handelt es sich eher um ein weltweites als um ein englisches Phänomen, und es hat nichts mit Erziehung im pädagogischen Sinne zu tun, aber es ist nun einmal zu einem fest gefügten Begriff der deutschen Sprache geworden.

Die schöne Lady schlägt den willigen Gentleman gegen Bares

Nicht nur in England begehrt: Schläge von der Lady
Es gibt unendlich viele Theorien darüber, was Menschen bewegen mag, Schmerz und Lust zugleich oder jedenfalls innerhalb einer „Sitzung“ zu erleben. Tatsache ist aber, dass die Erziehung der Herren nahezu immer von besonders attraktiven britischen Ladys vorgenommen wird, und dass deren Verhalten selbst bei intensivem Schmerzempfinden noch als sinnlich erlebt wird.

Was ist denn nun die „englische Erziehung“? Sie finden den Begriff auch in unserem Lexikon für Anzeigenbegriffe erklärt, aber lassen Sie mich noch ein paar Worte darüber verlieren, die auch dort nicht stehen.

Nicht nur die Schmerzlust – auch sexuelle Lüste wurden befriedigt

Es scheint sicher zu sein, dass die Bestrafungen der Gentleman der viktorianischen Zeit durchaus im Rahmen einer prickelnde erotischen Atmosphäre vorgenommen wurden. Nicht nur die Tatsache, dass es sich um exklusive Bordelle handelte, in denen die Strafen vollzogen wurden, spricht dafür. Vielmehr wissen wir aus Schilderungen der verwendete Strafböcke, dass die Herren durchaus von hinten mit der Rute schmerzhaft bedient wurden, während sie sich von vorne den Künsten einer andren Dame ausliefern konnten, die sich auf intime und durchaus liebevolle Berührungen des Penis verstand. Welche Gefühle die Herren dabei wann und wie empfanden, ist nicht überliefert, und auch nicht, in welcher Reihenfolge die Damen den Hintern bläuten oder Fellatio ausübten. Jedenfalls war beides gleichzeitig möglich, wenn man bestimmte Flagellations-Möbel verwendete, wie beispielsweise das „Berkley Horse“.

Fantasie und Realität

Der betuchte englische Gentleman konnte sich nahezu jede Fantasie erdenken, und die meisten konnten auch erfüllt werden. Relativ gut verbürgt ist dieses Zitat:

Realität: Alles war möglich – gegen Geld

Schon im Anfange des 19. Jahrhunderts gab es in London luxuriös ausgestattete Etablissements, die vorzugsweise der Flagellation dienten und in denen geschickte, berufsmäßig ausgebildete Hände über den danach lüsternen Männern die Rute schwangen. Die "Königin" dieses Gewerbezweiges scheint aber nach allgemeinem sachkennerischen Urteil die unsterbliche Erfinderin des "Berkley Horse" zu sein ... die Maschine ... ließ sich in jedem beliebigen Winkel verstellen, um den Körper in jede speziell wünschenswerte Position zu bringen zu können. Auf einem zeitgenössischen Kupferstiche erblickt man einen auf dem "Pferde" befindlichen nackten Mann, dem Mr. Berkley eigenhändig die Posteriota mit Ruten peitscht, während ein in einem Stuhl darunter sitzendes Frauenzimmer als "frictrix" an seinem "embolon" arbeitend dargestellt ist.


Nach: Albert Eulenburg: Aktive und passive Flagellation (1902 - 1911) "Die englische Erziehung als Realität und als erotische Fantasie " vollständig lesen

Das Ritual der Bestrafung

Halb Strafe, halb Erotik - und ganz und gar ein Ritual
Das Ritual der Bestrafung - mal erotisch und mal ganz unerotisch - was bedeutet es? Wir versuchen, Licht in das Dunkel der sinnlichen Flagellation zu bringen und fragen uns: Ist der Wunsch nach Züchtigungen eigentlich ein Wunsch nach Ritualen?

Psychoanalyse und Wirklichkeit nebst Lust und Sühne

Folgt man Herrn Freud und dem Mainstream der Psychoanalyse, dann sind all diese Absonderlichkeiten, die Erwachsene sich als „Flagellation“ angedeihen lassen, Folgen frühkindlicher Schäden. Sie entstanden, so die Theorie, aus dem Umstand, von einer im Grunde geliebten Person gezüchtigt zu werden. Dadurch wurde sozusagen ein Lernprozess eingeleitet, der für alle Zukunft Liebe und Schläge zu einem Konvolut der Gefühle zusammenband. (1).

In der Literatur liest man oft, dass es eine andere Ursache geben mag. Dabei geht es nicht mehr um Strafen während der Kindheit, sondern um solche, die nach der Pubertät im jugendlichen Alter empfangen wurden. Dabei, so also die nächste Theorie, wurden geschlechtliche Triebe geweckt, zum Beispiel, weil die schlagende Person als eine attraktive Vertreterin des anderen Geschlechts angesehen wurde. Nur selten wird eine dritte Theorie genannt, nämlich die spielerische Rückkehr in eine Zeit, in der man nichts verantworten musste und eine Körperstrafe alles tilgen konnte.

Könnte es nun ganz andere Ursachen haben, dass Menschen sich der „reinigenden Wirkung der körperlichen Züchtigung“ im Rahmen eines erotischen Spiels unterziehen wollen? Dazu muss zunächst das erotische Spiel gewürdigt werden, und die Grundlagen dazu stehen beispielsweise bei Eric Berne. Demnach können Partnerbeziehungen als Spiele aufgefasst werden, in denen das Machtgefälle zwischen einem Eltern-ICH und einem KINDES-Ich lustvoll variiert wird.

Spiele und Rituale vom geißelnden Priester bis zur Dominatrix

Die Spiele führen uns zu einem anderen Gebiet der „großen Gefühle“, das nur selten erwähnt wird: die Rituale. Denn die Flagellation ist eine Erfindung religiöser Eiferer, die man die „Geißler“ nannte – und sie wurde bereits in Ritualen ausgeführt.

Demnach entblößt der Mönche, der sich schlagen lassen möchte, dem Priester, der die Geißel schwingt, in einem Ritual seinen entblößten Rücken, „sodass er die Schläge ungehindert empfangen kann“. Dann betete der Mönch drei Mal das Sündengebet, wobei er die Schläge verteilt empfängt – insgesamt waren es fünfzehn Schläge. Andere Schilderungen jener Zeit sprechen von anderen, noch komplexeren Ritualen. Man mag nun einwenden, dies alles stamme aus dem Mittelalter, doch waren alle Prozeduren körperlicher Züchtigung ähnlich strukturiert.(2)

Rituale, die immer wieder praktiziert werden

Rituale waren zum Beispiel:

- Die Anerkennung der Schuld und die Bereitschaft zur Sühne.
- Die Bitte, dafür bestraft zu werden.
- Das widerstandslose Ertragen der Schläge als Zeichen echter Reue.
- Der Dank für die Schläge.
- Das Nachdenken über die Schläge (zum Beispiel durch Eckenstehen)

Man mag an kompetenterer Stelle darüber nachdenken, ob es die Schläge selbst waren, die den Menschen aus Kindheit, Adoleszenz oder dem Erwachsensein in Erinnerung blieben. Oder ob es viel mehr die Rituale waren, die sich tief in die Erinnerung eingruben. Aber ich denke, dass „Schläge an sich“ einen weit schwächeren Eindruck hinterlassen als die als Rituale, unter denen sie vollzogen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit könnten die Damen, die von der viktorianischen Epoche bis heute heute den Beruf einer professionellen Flagellantin ausüben, darüber mehr sagen - und einige haben dies auch schon getan.

Die Reinigung der Psyche, die Demut und die Lust an der Strafe

Wenn ihr Romane über viktorianische Strafen gelesen habt, und wenn ihr euch vorstellen könnt, dass ein Teil dieser Strafen nach nahezu religiös anmutenden Ritualen vollzogen wurde. Und dann wisst ihr auch, dass zur Strafe vor allem die Demut gehört. Das gilt bis heute. Soll ein Erwachsener erotisch bestraft werden, so ist das Ritual nicht nur eine religionsähnliche Reinigung für seine gequälte Psyche, sondern zumeist auch eine Melange aus Lust und Leid, die sich in Hingabe und Demut äußert.

Die Parallelen zum Mittelalter zeigen sich schon darin, dass die Person, die es zu strafen gilt, nach einer Prozedur des geordneten Entkleidens demütig in der geforderten Nacktheit präsentiert, um die Schläge zu empfangen. Die moderne Priesterin sollte dabei im Grunde stets vollständig bekleidet sein, im Jargon auch CFNM (3) genannt. Ihre Predigt vollzieht sie mit dem Rohrstock oder einem anderen Instrument, das ähnlich wirkungsvoll ist, und weder sie noch der Sünder oder die Sünderin sprechen ein einziges überflüssiges Wort. Auf diese Weise werden Schuld und Sühne mit einer erotischen Komponente, aber dennoch innerhalb eines Rituals vollzogen. Sicher gibt es auch standardisierte und improvisierte Dialoge, die während der Schläge, am Anfang, am Ende oder zwischen den Schlägen vollzogen werden und die dazu dienen, den zu Bestrafenden nachdrücklich auf seine Lage hinzuweisen. Und sicher gibt es abweichende Rollenspiele aller Art, die deutlich mehr und wesentlich intensivere erotische Komponenten beinhalten. Das liegt daran, dass der Domina-Kunde für die Erfüllungen seiner Fantasie bezahlt und nicht für den Vollzug einer „korrekten Züchtigung“.

Und dennoch – sowohl in der Literatur wie auch in der Realität sind Rollenspiele beliebt, in denen Rituale dominieren, und in denen die Erotik eher durch die Ritzen schaut.

Bild: nach einer historischen Quelle (Anonym)
(1) Angeblich kamen nach einer Umfrage 1995 noch 55 Prozent der Befragten zu der Meinung, die Liebe zu Schlägen sei während der Kindheit entstanden, doch bereits 38 Prozent sagten, diese Lust sie erst während der Adoleszenz entstanden.
(2) Einige Informationen wurden dem Buch "Lob der Peitsche" entnommen (München 2001)
(3) Bekleidete Frau - nackter Mann.