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Ein „bisschen Bi“ oder gleich heftige lesbische Fantasien?

Niemand überlegt lange, wenn die ersehnte Gelegenheit da ist
«Ein „bisschen Bi“ oder gleich heftige lesbische Fantasien?» ist hier mehr als nur ein Titel, denn das Thema hat auch realistische Aspekte. Aufmerksame Verführerinnen gibt es in großer Anzahl, und sie wissen genau, welche Frauen sich gerne verführen lassen würden.

Sanfte Sinnlichkeit zwischen Frauen löst, wie hinreichen bewiesen sein dürfte, bei Frauen und Männer gewisse Reaktionen im Schritt aus. Doch nicht immer bleibt es bei sanften Küssen, sinnlichen Berührungen, die ein Zittern auslösen, oder sanften Umarmungen beim gemeinsamen Übernachten. Oft fehlt nur ein einziges Wort oder vielleicht eine besonders zärtliche Berührung, um das harmlose miteinander in eine wilde erotische Affäre zu verwandeln.

Die Lust der Verführerin am Erfolg - und die bunten Fantasien dazu

Beispiel Verführerinnen: Sie suchen sich Frauen, die behaupten, keine Bi-Gelüste zu haben, und triumphieren, wenn sie sich später lustvoll und begierig ihren Betten wiederfinden.

Und wann immer wir über erotische Gefühle schreiben oder reden, sollten wir trennen. In der Realität zwischen einer lesbischen Liebe, einer lesbischen Verführung und der reinen Wollust, mit der die Gefühle gegenseitig hochgetrieben werden. In der Fantasie, in der ja immer alles noch eine Spur bunter ist, gibt es darüber hinaus Exzesse, die so weit reichen, dass wir sie hier nicht beschreiben wollen. Es sind Unterwerfungen, Versklavungen, Masochismus, Zauberkulte und Nötigungen, die allesamt die Lust aufheizen.

Oft wird behauptet, weibliche erotische Beziehungen sein sanfter, liebevoller und sinnlicher. Das mag zutreffen, doch sobald wir das Terrain erotischer Romane für Frauen betreten, treffen wir alsbald auf eine bizarre Welt extremer homoerotischer Beziehungen aller Art. Insbesondere Engländerinnen schreiben seit Jahren eine Literatur, die mithilfe von Internats-Bedingungen erotische Fantasien unter Frauen beflügelt und schließlich zum Explodieren bringt. Dabei ist die „körperliche Züchtigung“ ebenso präsent wie der Weg in die Abhängigkeit vom Wohlwollen der Gruppe, die keinen Ausweg zulässt.

Verführerinnen sehen, ob du interessiert bist, bevor du es selber weißt

Ähnliche Schilderungen finden wir durchaus auch in der Realität, wie uns eine Verführerin berichtete. Demnach ist es sehr einfach, eine Hetero-Frau zu verführen, wenn sie auch nur eine schwache Bi-Neugierde verspürt und sich dazu eine „harmlose“ Gelegenheit zum Austausch von Zärtlichkeiten ergibt. Es muss sich also nicht zwangläufig um gemeinsame Übernachtungen handeln – oftmals reicht ein gemeinsamer, intimer Blick in den Kleiderschrank. Wie so etwas genau funktioniert, wird in „Wiki How“ relativ gut erklärt. Einer der Kernsätze lautet:

Mache dir bewusst, dass es möglich ist, dass sich die andere Frau sexuell zu anderen Frauen hingezogen fühlt, sich ihrer Bisexualität aber (noch) nicht bewusst ist.


Ich wende da doch mal ein, dass die Sprache ziemlich happig ist. Niemand muss sich „seiner Bisexualität bewusst sein“, um mal mit einer Frau zu schlafen. Es kann einfach aus Neugierde oder Lust am anderen Körper geschehen.

Neugierde, sommerliche Hitze, faszinierende, dominante Frauen und magische Kulte sind die besten Zutaten, um romantische, gleichwohl aber heftige erotische Bi-Fantasien zu entwickeln. Und natürlich auch, um einen Kurzgeschichte oder einen Roman über eine solche Affäre zu schreiben.

Anklänge an erotische Bi-Fantasien unter Frauen sind in vielen Büchern und Filmen enthalten. Ganz harmlose etwa in „Picknick am Valentinstag“, etwas verbrämt und geheimnisvoll in „Emmanuelle“ und ganz besonders intensiv, detailliert und heftig in „Fuchsia“, dass leider kaum noch erhältlich ist.

Die Titelbilder täuschen: hier geht es feucht und wild zu zwischen den ungleichen Frauen
Der Roman „Fuchsia“ beschreibt die zunächst sehr dezente, noch nicht voll entwickelte Bi-Neigung der Heldin, die sich immer mehr in den Bann einer geheimnisvollen, skrupellosen Verführerin hineinziehen lässt und letztendlich zu deren Werkzeug wird.

Hinweise für Autorinnen

Geschichten über Verführungen haben zumeist eigen gemeinsame Eigenschaft: Es gibt kein Happy End. Die Verführerin bleibt selten lange an der Verführten „hängen“, sondern sucht nach neuen Abenteuern. Und die Verführte muss nun versuchen, ihre neuen Erfahrungen in die erotische Zukunft zu integrieren – wie auch immer. Längere Plots können deshalb nach dem Schema „Aufstieg, Fall und erneuter Aufstieg“ angelegt werden. Die Kunst der Autorin liegt dabei darin, ihrer Heldin am Ende eine Bereicherung zu schenken, gleich, wie die Geschichte ausgeht.

Bild: Aus dem Titelbild eines Groschenhefts.

Und alle Frauen sind ein bisschen Bi …

Geneigt oder verführt?
Die BUNTE kommt mit Sensationen: Hey, Girls, ihr sie alle ein bisschen bi … na ja, da hat an ein bisschen Data-Mining betrieben, denn die Studie, auf die man sich bezieht, ist von 2015.

Und nun weiß also die Welt der BUNTE-Leserinnen: Frauen sind nicht hetero. Und was, um Himmels willen, sind sie dann?

Das wird so erklärt Zitat BUNTE:

Frauen sind entweder bisexuell, das heißt sie sich von Frauen und Männern angezogen fühlen, oder sie sind homosexuell, also lesbisch und stehen auf Frauen. Nach dieser Studie sind Frauen anscheinend niemals heterosexuell.


Überrascht? Das Rätsel ist leicht zu lösen. Es geht darum, von welchen Bildern oder Handlungen Frauen erregt werden. Und siehe: mehr oder weniger von allem, was sexuell ist. Das wären also die Fakten.

Mit wem Frau sexuell aktiv werden kann

Eine andere Frage wäre nun: Mit wem lässt sich die Frau ein?

Mit sich selbst? Das dürfte heute fast klar sein – warum nicht?
Mit einer anderen Frau? Wenn sich die Gelegenheit ergibt oder sie eine tolle Verführerin findet – na klar.
Mit einem Mann? Aber sicher doch. Es ist aufregend und immer wieder anders.
Mit einer Gruppe? Gelegentlich schon … nicht für alle, aber es gibt Liebhaberinnen von Gruppen.

Und wer ist nun wirklich "bi"?

Und nun die letzte Frage: Ist sie bisexuell, weil sie gelegentlich auch Frauen liebt.

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Da ist die Antwort: ein völliger Unsinn. Homoerotische Lüste bedeuten nicht, dass jemand homosexuell (lesbisch) ist. Und gelegentlich Lust darauf zu haben, auf der anderen Seite des Zauns zu grasen, gehört zum Bereich spielerischer Abenteuer. Eigentlich müsste man es mal deutlich sagen: Gelüste sind Gelüste, und Einordnungen sind Einordnungen. Was konkret heißt: Frauen sind nicht schon deswegen „bi“, weil sie sich hin und wieder mit Frauen einlassen. Das beworbene Buch gibt euch übrigens zuverlässige Informationen - leider nur in englischer Sprache.

Bild: Aus einem Groschenheft (Pulp) - vermutlich das Titelblatt.