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Inspiration, Sinn und dies Blog

Über die Liebe zu schreiben, bedeutet vor allem, ständig von der Liebe inspiriert zu werden.

Doch die Eindrücke, die ich bisher aus allerlei Quellen einsammeln und verarbeiten konnte, versiegen nach und nach. Kluge, selbstbewusste und in sich gefestigte Autorinnen verabschieden sich immer mehr aus dem Internet, und übrig bleiben die psychisch labilen Menschen, die ich bedauere, von deren Gedanken ich aber nicht profitieren kann.

Noch schlimmer sind diejenigen, die unter dem Deckmantel des Journalismus Sex-Produkte oder Mode gegen Bezahlung vermarkten wollen. Sie verseuchen die Welt der Blogger, die einst angetreten waren, die Welt ein wenig mit alternativen Informationen anzureichern.

Wenn alle freien und unabhängigen Denker(innen) wegfallen, was dann? Mir widerstrebt es, auf Psychologen, Soziologen und Besserwisser anderer Art zu hören – die meisten von ihnen sind nicht der Liebe verpflichtet, sondern hängen an ihren überkommenen Lehren, die dringend in die Mauser gehören. Doch woher sollen frische Ideen kommen, wenn die fröhlichen Denker(innen) so gut wie alle schweigen oder längst von der Flut von Unsinn erfasst und weggespült wurden?

Sehr ähnlich ist es übrigens auf dem weit gestreuten Gebiet der Partnersuche. Hier kommt ein Mensch, der es ehrlich meint, auf hundert Besserwisser, Schwätzer und Schönredner. Nun gut, vielleicht übertreibe ich. Jedenfalls betrachte ich entsprechende Beiträge aus Frauenzeitschriften, Foren und dergleichen inzwischen mit äußerster Skepsis. Das Gleiche gilt für alle Meinungsbeiträge, die aus der Ecke der Online-Dating-Anbieter und Pseudo-Experten kommen.

Ihr werdet euch vielleicht fragen: Warum schreibt dieser Mann so etwas?

Vor allem, weil ich mich inzwischen nur noch auf das verlasse, was ich selbst durchdacht, ermittelt, erforscht und verifiziert habe.

Und genau aus aus diesem Grund ergibt sich jeden Tag für mich die Frage, ob dieses relativ neue Blog noch den Sinn erfüllt, den ich von ihm erhofft hatte. Es war – im weitesten Sinne - Menschen für Lust und Sinnlichkeit in einem Umfeld der Wahrheit und Toleranz zu begeistern.

Wenn ihr etwas dazu sagen mögt, dann sagt es jetzt. Ich warte darauf.

Fall du lieber etwas Seriöses lesen willst - da habe ich ein Blog für die wahre Liebe (noch etwas roh, aber es wird ..)

Liebe schenken oder mit Liebe handeln?

Darf man als "anständiger" Mensch mit Liebe handeln?
Mancher schenkt Liebe, um sein Karma aufzupolieren – man kann ja nie wissen, wozu es gut ist. Andere saugen Liebe auf wie Schwämme. Die weitaus meisten Menschen verhandeln aber die Liebe untereinander.

Desillusioniert? Ist Liebe nicht etwas, das aus Füllhörnern ohne Bedingungen ausgeschüttet wird, wie Manna, das vom Himmel fällt?

Leider nicht. Liebe wird aufgesaugt, konsumiert, verschenkt, verhandelt und verhökert.

Die Teilnehmer am großen Liebesmarkt und ihre Rollen

Die Welt teilt sich dabei in Schenker, Verhandler und Verhökerer von Liebe einerseits und Genießer, Blutsauger und Klienten anderseits. Erstere brauchen große Vorräte an Emotionen, um sich an den Partnermarkt zu wagen. Letztere versuchen, diese Emotionen günstig zu erwerben, teils aus lauteren Absichten, etwas, um eine wundervolle Beziehung einzugehen oder eine Familie zu gründen, teils aber auch, um ihren Bedarf an Liebe günstig aufzufüllen.

Hinweis für empfindsame Gemüter

An dieser Stelle gestattet mir bitte einen Hinweis: Was ich hier beschreibe, ist ein Modell der Wirklichkeit, nicht die Wirklichkeit selbst. In Wahrheit sind wie alle deutlich differenzierter in dem, was wir anderen bieten können und was wir von anderen gerne bekommen würden. Und nun – lest mit diesem Hinweis bewaffnet weiter.

Schenker(innen)

Wer Liebe schenken will, muss einen großen Vorrat an emotionalem Kapital haben. Oder es muss schneller nachwachsen, als es verbraucht wird. Schenker sind entweder selbstlos oder zufrieden mit dem, was sie e zurückbekommen. Sie rechnen niemals das Gegebene und Empfangene auf.

Verhandler(innen)

Auch wer über die Liebe verhandelt, braucht Vorräte an Emotionen – sonst hat man nichts, was man in den Tauschhandel einbringen kann. Das „Verhandeln“ spielt sich oftmals unbewusst ab. Die Partner erwägen im Geheimen, welche kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Gewinn sie aus einer Liebe, Affäre, Partnerschaft oder Ehe herausholen können.

Verhökerer – Liebeshändler(innen)

Verkäufer(innen) von Liebe werfen mit Wurst nach der Speckseite. Das heißt, sie bieten eine Gabe an, die Ihnen leicht fällt und erwarten, dafür eine größere zurückzubekommen. Das populärste Beispiel wäre, Sex anzubieten und eine Beziehung dafür einzuhandeln. Es ist nicht unbedingt nötig, dazu erhebliche Vorräte an Emotionen zu besitzen.

Wer steht ihnen gegenüber?

Genießer(innen)

Genießer machen sich keine Gedanken darüber, wie sich für die Liebe revanchieren können. Sie nehmen, was geboten wird, fordern aber auch nicht mehr. Und sie kommen, genießen und gehen wieder, wann immer es ihnen beliebt.

Blutsauger

Im Gegensatz zum Genießer, der die Liebe nimmt, weil sie angeboten wird, versucht der Blutsauger (oder die Blutsaugerin) alles an Liebe anzuschöpfen, was möglich ist. Ihm oder Ihr ist es egal, was dem Opfer passiert.

Klienten / Klientinnen

Klienten wenden sich an Schenker(innen), Verhandler(innen) und Liebeshändler(innen), um einen „deal“ zu machen. Entweder zu ihren Nutzen, zu beider Nutzen oder zu Nutzen des jeweiligen anderen. Sie müssen etwas im Angebot haben, was der andere brauchen kann, sonst klappt der Deal nicht. Handelsgut sind Emotionen, Sex, soziale Vorteile, Macht und Einfluss, Geld oder Geldeswert. Normalerweise handeln typische „Schenker(innen)“ nicht – sie versprechen dafür aber auch nichts.

Ob es eine Diskussion gibt?

Deine Meinung ist gefragt. Was ich vorgestellt habe, ist ein Modell. Es ist nicht jedermanns/jederfraus Wahrheit. Was also ist deine Wahrheit?

Süchtig nach Liebe?

Liebessucht und Romantik
Schlimmer als die Gier nach Sex ist ist die Sucht danach, Liebe zu empfangen. Schau mal, wenn du jung bist und von allen geliebt wirst, dann hältst du für selbstverständlich, dass du Liebe empfängst. Bis dir jemand sagt: „Du musst dir die Liebe erst verdienen.“ Der Moment, in dem es dir jemand sagt oder du es einfach spürst, dass die Liebe nicht mehr auf dich fällt wie Manna vom Himmel, kann ein Wendepunkt sein.

Wenn du erwachsen wirst, und du Liebe mit Lust und verbindest, wirst du zusätzlich erkennen, dass es diesen merkwürdigen Zustand des Verliebtseins gibt. Und wenn du nicht so naiv bist wie die meisten Menschen, dann weißt du: Da arbeitet eine Manufaktur wahnsinnig gefährlicher Drogen in dir, um die Verliebtheit zu erzeugen. Sie lähmen dich, sie hindern dich an der Arbeit und sie machen dich leichtsinnig.

Die Liebeslust ist eine erneuerbare Energie – aber sie wirkt nicht nachhaltig. Das hat die Natur tatsächlich so gewollt. Es wäre nicht gut, wenn die Droge deine Existenz gefährden würde.

Du kannst dich dafür lieben, geliebt werden zu wollen – das lässt sich einrichten, wenngleich nicht komfortabel. Und du kannst dich dafür hassen, weil du so schrecklich viel von dir selbst verschenken musst, wenn du es tust. Dann denkst du vielleicht: „Ich schenke anderen so viele Liebe, aber ich bekomme so wenig dafür zurück.“

Falsche Romantik und Gefühls-Handel

Manche sagen dann: „Oh, ich habe so viele negative Erfahrungen gemacht“, im deutschen Sprachraum wohl auch: „Ich habe ständig in Gefühle investiert und nichts damit erreicht“. Einige erinnern sich, wie sehr sie sich aus Liebeslust erniedrigt haben, wie sie Warnzeichen übersahen und etwas romantisierter haben, was in Wahrheit schrecklich war.

Der Weg hinaus ist schwer, denn die Drogenproduktion kann jederzeit in Gang gesetzt werden – da reich oftmals ein Blick, ein Wort oder eine Berührung. Und die Gefühle sind ja nun wahrhaftig nicht ausschließlich negativ.

Wie es scheint, sind es die geheimen Erwartungen, die mit der lustvollen Begierde verbunden sind. Eine sinnliche Nacht, ein erotisches Wochenende, sechs lustvolle Wochen? Wem das genug ist, der mag es tun und genießen. Wer aber im Grund etwas anderes will, nämlich eine verlässliche Beziehung, der wird enttäuscht werden.

So – also, was kann man tun?

„Liebe“ bezeichnet drei unterschiedliche Gefühle: Die Liebe, die durch Suchtstoffe erzeugt wird, heißt Verliebtheit. Die Liebe, die im Hirn gedanklich zusammengepusselt wird, heißt Romantik. Die Liebe, die schließlich aus der Gemeinsamkeit erwächst, heißt dann wirklich Liebe und bezeichnet die Lust, gemeinsam in Sinnlichkeit durchs Leben zu gehen.


Mach dir klar, dass du unter Drogen stehst

Wichtig ist, zu wissen, dass Verliebtheit tatsächlich auf den Einsatz körpereigener Drogen beruht. Ich denke, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung werden dies verneinen, obgleich es Standardwissen ist.

Mach dich frei von Romantik

Romantik gibt es nicht in Reinform. Unser Gehirn erzeugt sie aus Fragmenten, oft erst viel später, wenn die Ereignisse nur och in der Erinnerung existieren.

Genieße das, was du tust

Genieße das, was du tust, in dem Moment, in dem du es tust. Denke dann nicht an die Vergangenheit und nicht an die Zukunft.

Liebe dich selbst

Liebe dich selbst in Körper, Geist und Psyche. Scheu dich nicht, dazu zu stehen.

Hör auf, mit Liebe zu handeln

Wenn du kannst, schenke anderen Liebe, aber erwarte nicht, dass du jedes Mal etwas „zurückbekommst“. Das ist Handel oder emotionale Prostitution. Sollte es dir nicht gelingen, auf soclhe psychischen, geheimen „Deals“ zu verzichten, dann hör mit dem Spiel auf.

Der Weg hinaus …

Der Weg aus der Abhängigkeit (egal von welchem Suchtstoff) ist immer durch die Tür … diesen Schritt musst du schon tun. Und gerade bei der Verliebtheit und der Romantisierung kannst du ganz viel selbst tun, um dich vom Druck zu befreien.

Titelbild: Titel eines Groschenhefts ohne eindeutigen Autor, möglicherweise 1952, vielleicht auch viel früher.

Die reine Liebe …

Liebe sollte gerne und freizügig geschenkt werden - und Lust sowieso
Denkt ihr manchmal, wir schreiben zu viel über … nun, die kleinen Chilischoten der Lust? Ich denke es von Zeit zu Zeit. Und ich habe deshalb manchmal Lust, einmal über die reine Liebe zu schreiben – und darüber, warum sie nicht „wirklich rein“ zu haben ist.

Die reine Liebe ist die bedingungslose Hingabe an den anderen … sie ist abenteuerlich, bisweilen mit Gefahren verbunden und oft schmerzlich, wenn sie verglüht wie eine Motte im Licht. Sie kann Sex beinhalten, muss dies aber keinesfalls. Rein ist die Liebe dann, wenn du deine Liebe gerne, reichlich und bedingungslos gibst.

Liebe mit Gewinnabsicht ist keine "reine Liebe"

Und so wird klar, was die reine Liebe nicht ist: Vom anderen etwas zu gewinnen, den anderen zu besitzen, seine Lüste mit ihm auszuleben. Wenn wir Partner suchen, suchen wir in der Regel alles – nur nicht di reine Liebe. Wir können sie gar nicht „suchen“, weil sie „netto und pur“ gar nicht existiert. Nur Frauenzeitschriften und andere populistische Blätter veröffentlichen regelmäßig Kolumnen und Artikel darüber, wann es die „wirkliche“, „wahre“ oder „reine“ Liebe ist.

Das Spiel: Lust schenken aus dem Verlangen, es einfach zu tun ...

Frauen sind im Zwiespalt: Männer sehen gerne, wenn sie sich total hingeben, und dies umso mehr, je selbstbewusster sie sind. Wer will schon eine Frau, die nur deshalb eine Rolle einnimmt, um sich einen Vorteil zu verschaffen? Nein, Männer hätten Frauen gerne als erotisch gelehrte Wesen, die aus lauter Lust alles geben, zu dem sie fähig sind.

Das ist keine Liebe, sondern eine Erwartung in beide Richtungen. Sie ist ein Spiel, und sie ist frei von Forderungen oder gar Anforderungen. Man könnte auch sagen, dies sie die reine Lust – durchaus mit wechselnden Rollen. Und im Grunde - ja, wirklich - sollte niemand jammern, er habe sich „aus Liebe verausgabt“. Wer immer es sagen mochte – sie oder er tat es aus einem Bedürfnis – entweder dem, die perfekte Rolle der/des Geliebten zu spielen, oder aus purer Gier am Sex.

Wer behauptet, aus Liebe zu handeln, sollte zwei Mal nachdenken: das erste Mal über die eigenen Bedürfnisse, das zweite Mal über die Rolle, die er einnimmt.

Wer die Lust als "EInsatz" sieht, hat selbst schuld, wenn's schief geht

Konkreter: Wenn eine Frau einen Mann oral befriedigt, und dies nicht aus Hingabe tut, dann sollte sie es besser bleiben lassen. Tut sie es doch, so zeigt sie, dass sie etwas daraus gewinnen will, und wenn das schief geht, dann kommen ihr die Tränen. Sie hat etwas eingesetzt, was sie „eigentlich“ nicht wollte, und damit nichts erreicht. Was sagen wir dazu? Normalerweise sagen wir: Das ist eben das Lebensrisiko. Doch Frauen bedauern wir bisweilen: „Ach, die Arme …“

Sucht und Kalkül in der Liebe

Wieso eigentlich „die Arme …?“ Verlieben ist eine naturgegebene Funktion, die einem biologischen Trieb entspringt. Aber alles, was daraus folgt, liegt einzig und allein im Verantwortungsbereich der Betroffenen. Ein Spieler mag sich darauf herausreden, er sei einer Sucht verfallen, die er nicht mehr beherrschen konnte, und ein verliebter Mensch mag es auch so sehen. Aber das bedeutet, sich vom Erwachsensein zu verabschieden.

Nahezu jeder Mensch – oh ja, ich auch - hat Mitleid mit jenen, die liebeskrank sind oder verlassen wurden. Und ich denke, die wirklich Liebeskranken, also jene, die süchtig nach Liebe sind und damit nicht umgehen können, bedürfen der Behandlung.

Aber der „ganz normale Mensch“ hat keinen Grund, zu lamentieren, wenn seine Lebensplanung nicht bis aufs I-Tüpfelchen klappt.

Überlassen wir es den Frauenzeitschriften, ihren Kolumnen und Märchentanten, darüber zu spekulieren, wann es die reine, wahre oder echte Liebe ist.

Wer in "Liebe" investiert, braucht Taler auf dem Emotionskonto

Und noch ein Tipp: Es ist dumm, mehr Sozial- Gunst- und Liebestaler zu investieren, als gerade in der Emotionsbörse vorhanden sind. Wer also sagt, er habe „so viele Gefühle investiert“, der sollte sich überlegen, ob er das nächste Mal nicht vorsichtiger spekuliert. Oder am besten gar nicht, sondern gibt, was übrig ist.

Naht auftrennen: Droge Verliebtheit, Sex und Liebe

Zuerst die wichtigste Frage und zwei kontroverse Antworten:

Gehören Romantik, Sinnlichkeit, zärtliche Lust, Verliebtheit, Liebe und Sex zusammen?

Ja, wenn du ein „Plot“ im Hirn hast, ohne das du nicht leben oder lieben kannst. Nein, wenn du offen gegenüber dem Leben und der Lust bist und in der Lage, dich sowohl hinzugeben als auch den Verstand zu behalten.

Ursächlich gehört Liebe gar nicht dazu

Erst Liebe, dann Sex? Da liegt ein kleiner Fehler vor, dem so viele verfallen, dass man von einer Epidemie sprechen könnte. Tatsächlich ist es ganz anders: Der Körper produziert dien nötigen Drogen, um dir das Gehirn zu vernebeln und bringt dich dazu, Geschlechtsverkehr zu haben, während du im „Liebesrausch“ bist und alles raushaust (oder aufnimmst) was die Natur dafür vorgesehen hat.

Verliebtheit plus Sex: die Wahnsinns-Mixtur – und dann Liebe

Beim Menschen hält die Wahnsinns-Mixtur eine Weile vor: Frauen und Männer bilden dann manchmal Paare und gieren nacheinander, sooft es geht. Wenn du Glück hast, kommt dann auch die Liebe um die Ecke oder du rufst sie herbei. Daraus entstehen dann auch die langjährigen Beziehungen und Familien.

Sex und Liebe gehören nicht untrennbar zusammen
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Die Natur hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, jede Art von Sinnlichkeit, Lust und Begierde auszuleben, ohne dass wir einander lieben. Manche Männer und Frauen behaupten sogar, leidenschaftlicher zu sein, wenn sie die Person nicht lieben, sondern sie nur Begehren. Heftige sexuelle Reaktionen kann jeder solo erzeugen oder sich von einem Partner erzeugen lassen. Das ist wesentlich harmloser und ungefährlicher als die Illusion des Dreierpacks von Verliebtheit, Pseudoromantik und Liebe, der sich schnell als Illusion erweist und nach maximal drei Monaten aufgebraucht ist. Verliebtheit und Sex hingegen können die Emotionen auf ein zeitweiliges Hoch bringen – und das immer wieder, ob mit demselben Partner oder wechselnden Partnern. Du entscheidest allein, was gut für dich ist. Natürlich hoffen ziemlich viele Menschen, dies „all inclusive“ zu bekommen. Aber da gibt es ein Hindernis: Es ist mühevoll und zeitraubend, ein solches Szenario auszugestalten. Und viele (inzwischen auch viele Frauen) scheuen den Aufwand und die Einschränkungen.

Nichts ist natürlich außer Zeugung

Die Vorstellungen davon, was „natürlicher Sex“ ist, sind meist völlig absurd. Natürlich ist ein lebendiger Penis in einer natürlichen Vagina, und der Vorgang dient ausschließlich dazu, dass sein Sperma an ihre Eierstöcke gelangt. In Wahrheit ist Sex ein ganzer Cocktail sinnlicher, lustvoller und bisweilen auch befremdlicher Genüsse, die wir als „Sex“ bezeichnen. Die Lust kennt nahezu keine Einschränkungen: Viele Körperteile und „erogene Zonen“ sind reizbar, sie es durch lustvolles Berühren oder heftigere Aktionen, und Mund und Zunge lösen weitaus heftigere Reize aus, als sie beim „PiV“-Verkehr üblicherweise auftreten. Insofern sind „Lust schenken“ und „Lust genießen“ die wichtigsten Komponenten für „schönen Sex“

Und wo bleibt die Moral?

Die Natur kennt gar keine Moral, die Gesellschaft hat recht wenige ethische Vorstellungen über Sexualität – und das Christentum (entgegen mancher Aussage) auch nicht. Unser Moral ist daher das, was in uns ist: Offenheit, Freiheit, Lust auf Lust, aber auch Hürden und Grenzen.

Die Liebe

Die Liebe - der erste Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Liebe hat viele Namen. Allein dieser Umstand macht es so schwer, sie zu erklären. Sicher ist, dass wir Zuneigung benötigen, um lieben zu können. Daraus kann im Laufe eines längeren Zeitraums dann Verbundenheit entstehen. Wie sich diese Liebe „innerlich anfühlt“ weiß nur derjenige, der liebt – eine weitere Schwierigkeit bei der Erklärung, die ich hier versuche.

Da wäre schon fast alles, und die Definition beinhaltet etwas, das viele erschreckt: Liebe braucht ein Gegenüber, aber dieses Gegenüber muss keine Person sein. Es kann ein Objekt sein, etwa ein Kuscheltier, oder eine Vorstellung, beispielsweise Gott. Wer sein Kuscheltier heiß und innig liebt und diese Liebe gegenüber anderen verteidigt, liebt ebenso wie jemand, der seine Eltern liebt. Liebe ist ein interner Prozess.

Trifft die Liebe auf Innigkeit und Intimität, so kommt die Komponente der Sinneslust dazu. Sie kann in einer Freundesbeziehung ebenso gefunden werden wir in der Liebe eines Paares, das auch sexuell miteinander verbunden ist. Was beide dann als Liebe bezeichnen, ist ein Gesamtpaket unterschiedlicher und zu Anfang noch höchst wandelbarer Komponenten. Was nichts anderes bedeutet als: Die Liebe zu einem Menschen kann ebenso nach und nach verlöschen, wie sie sich andererseits auch festigen kann.

Weil die Liebe als Begriff so umfassend udn schillernd ist, werden wir ihre einzelnen Komponenten später noch genauer erklären.

Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.