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Die Verliebtheit

Die Verliebtheit - der zweite Beitrag zu unserer Serie: Sinnliches und Intimes kurz und knapp erklärt.

Serie: Intimes erklärt
Die Verliebtheit ist eine Maske für das sexuelle Verlangen. Der Begriff entstand, als die körperliche Begierde romantisiert wurde. Um es kurz zu machen: „Verbliebt sein“ konnte auch eine reine Jungfrau aus bürgerlichem Stand - eine wilde Begierde für einen Mann entwickeln dufte sie nicht.

Bis heute hat sich der Begriff erhalten – einerseits in Schilderung der „romantischen Liebe“ in all ihren Spielarten – andererseits aber auch als Zustand der Verwirrung.

Die zweite Definition haben Ärzte und Psychologen schon früh herausgefunden, ohne einen Beweis dafür zu finden. Erst viel später konnte man nachweisen, dass es körpereigene Drogen (Neurotransmitter) sind, die diese Zustände bewirken. Sie dienen dazu, die aufkommende Lust möglichst schnell in einen Geschlechtsakt zu verwandeln. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass ein menschliches Gehirn in der Lage ist, im Zustand der Verliebtheit auch Fantasien zu entwickeln, die jeder realen Grundlage entbehren.

Rufen wir uns noch einen Moment in die Erinnerung zurück, dass es Drogen sind, die diese Verliebtheits- und Verwirrtheitszustände auslösen. Das Wort „körpereigene“ ist dabei zwar zutreffend, aber dennoch eine Verniedlichung, denn diese Drogen wirken ähnlich wie Opiate.

Diese Drogen wirken individuell unterschiedlich: Sie können als Bereicherung empfunden werden – und ihre Auswirkungen sind in abgemilderter Form in nahezu jedem Liebesroman zu finden. Sie können aber auch Schaden anrichten und spontanen, ungeschützten Geschlechtsverkehr bewirken, von massiver Selbsttäuschung einmal ganz abgesehen. Dann reden wir von Abhängigkeiten, Neurosen oder sogar Suizid.

Heute sehen wir die „Verliebtheit“ deshalb kritischer als die Menschen vor etwa 150 Jahren, die den Begriff erfanden. Wir wissen mehr darüber, und wir können die Romantik von der Realität trennen, wenn wir uns eine gesunde Psyche bewahrt haben. Und wir streben immer nach einem Ideal nach, das die Zeiten überdauert hat: Wir wünschen uns, dass sich die Verliebtheit nach einiger Zeit in Liebe verwandelt.