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Die Theorie hinter einem erotischen Spanking

Die erotische Traumwelt weicht etwas von der Realität ab, aber ...
Das Schlagen auf das bekleidete oder entblöße Gesäß – im englischen „Spanking“ oder auf Deutsch verniedlichend „Popovoll“ genannt, ist für viele ein Horror und für wenige eine Lust.

Bevor ihr weiterlest: Bei der Diskussion um „Spanking“ in den USA ist die unsinnige „Erziehung“ von Kindern und Jugendlichen gemeint. Hier geht es grundsätzlich nur um Erwachsene, die wissen, was sie tun und die sich frei und gleich auf Spiele unter Erwachsenen einlassen.

Der Erwachsene und die "andere" körperliche Nähe - reine Lust und keine Strafe

Über die Gründe für die Lust am „Popovoll“ (Hinternvoll) kann man philosophieren und psychologisieren. Eher weniger wissenschaftliche orientierte Menschen wollen wissen, dass es sich dabei um ein besonders intensives Gefühl körperlicher Nähe handelt, das von andern sinnlichen Hautkontakten abweicht. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, ob es sich dabei wirklich um einen Akt der „Bestrafung“ handelt oder um ein Vergnügen, das im Grunde gar nichts damit zu tun hat. Und nicht zuletzt wird die Frage aufgeworfen: Wer spürt die Lust daran (oder auch den Schmerz, wie wir noch sehen werden) stärker: derjenige, der schlägt oder derjenige, der geschlagen wird?

Was wir wissen, ist lediglich dies: Für denjenigen, der aus erotischen Gründen geschlagen werden will, beginnt damit eine sinnliche Lust, die Körper, Geist und Psyche erregt. Derjenige aber, der schlägt, erlebt überwiegend einen geistig-psychischen Rausch, der dennoch kontrolliert abgewickelt werden muss – und das kann eine verdammt harte Aufgabe sein, wie wir hörten.

Kürzlich las sich in einem Blog , stark gekürzt (1):

Ich mag die Schläge auf den Po um ihrer selbst willen. Für mich bedeutet es niemals „eine Bestrafung“. Vielmehr eine sinnliche Handlung, in der „Haut auf Haut“ trifft. Nur Handschläge. Meistens bin ich diejenige, die Schläge verabreicht. Und manchmal waren meine Handflächen hinterher geschwollen und gefühllos. Ich nutze das sensorische Feedback meiner Hand (oder meiner Hände) um zu beurteilen, wie weit mein Partner schon ist und wie weit ich noch gehen kann.


Die akademische Betrachtung versagt oftmals

Wahrscheinlich würden Philosphen, Psychiater und Psychologen zu anderen Schlüssen kommen, doch warum sollten wir ihre Meinungen höher bewerten als die Erfahrungen, die Erwachsene im realen Leben damit gemacht haben?

Erstaunlich ist, wie wenig all die klugen, akademisch gebildeten Menschen noch zu sagen haben, wenn man sie über die Motive befragt. In einem älteren Werk können wir nachlesen, für den Masochisten sei „die Unterwerfung unter das Weib“ das wesentliche Element, die Schläge seien nur ein Nebeneffekt. Es sei denn, er sei ein „geschwächter Wüstling“, der versucht, „durch mechanische Reizung der Gesäßnerven reflektorische Erektionen auszulösen.“ (2)

Immer wieder: Woher kommt die Lust, sinnliche Schläge auszuteilen?

Noch komplexer freilich ist die Frage, warum sich manche Spieler daran ergötzen, einen anderen Spieler zu schlagen. Wenn man einmal von bezahlten Domianae absieht, und den seltenen Fall weglässt, dass Frauen sich Mini-Imperien mithilfe von „Sklavenhaltung“ aufbauen, dann bleibt eigentlich nur der Spieltrieb. Das ließe sich so ausdrücken: „Auf welche Weise kann ich einen Menschen so lange herausfordern, bis er vollständig erschöpft und glücklich aufgibt?“ Diese Haltung ist sicher nicht auf die Erotik beschränkt, sondern das „Erschöpfen bis zum Anschlag“ findet auch bei sportlichen Trainings statt.

Die Rückkoppelung führt dazu, ein sinnliches System aufzubauen

Ein Aspekt in der Aussage der Frau, vorn der mein Zitat stammt, ist besonders interessant: das sensorische Feedback, das sicher nicht nur aus der Kombination Hand-Gesäß (Rückkoppelung über die fühlbare Reaktion der Haut und der Gefäßmuskulatur) resultiert. Vielmehr findet bei allen Flagellationsspielen eine ständige Rückkoppelung statt, die über das Sehen und das Hören wieder an das Hirn und über das Hirn an die schlagende Hand zurückfließt.

Zwei lustvolle Personen in der Black Box

Stellt man sich nun vor, dass beide Personen eine Einheit bilden, in der sich Lust, Schmerz, Sinnlichkeit und Erotik gegenseitig beeinflussen, so ergibt sich daraus ein Schaltkreis (3), in dem alles nahezu perfekt geregelt wird. Die inneren Vorgänge sind uns unbekannt, wir wissen aber, was dabei herauskommt. Man nennt das eine "Black Box". Keiner der Beteiligten muss sich fragen, was „richtig“ und was „falsch“ daran ist, sondern lediglich, ob am Ende das von beiden gewünschte Resultat herauskommt.

Dies mag auch die Frage beantworten, wie die Motive der aktiven Person zu bewerten sind: gar nicht. Sie ist Teil eines Prozesses, an dem das System von „Aktion erzeugt Reaktion“ versagt.

(1) Zitat einer Erotik-Bloggerin.
(2) Krafft-Ebing (1912) , später wurde moderater darüber gedacht.
(3) Ich danke Gebhard für die Erklärung der Rückkoppelung (Feedback).
(4) Buch-Illustration (Auszug), ca. 1930.

Der Teppichklopfer in zarter Hand und auf zarten Popos

Auf Märkten verkaufen Korbmacher noch heute "Ausklopfer"

Der Teppichklopfer in zarter Hand - das ist ein Thema für Retro-Schmerzlust. Meist waren es Frauen, die dieses Instrument der Züchtigung führten - und oftmals waren es junge Frauen, die von ihnen geschlagen wurden. Natürlich war dies nie wirklich sinnlich - und aus heutiger Sicht sogar höchst bedenklich. Was manche Damen allerdings nicht hinderte, später ein Spiel daraus zu machen. Doch wie war das eigentlich alles? Und kann man heute noch nachvollziehen, wie jemand "ausgeklopft" wurde wie ein Teppich?

Erinnert ihr euch noch an den Teppichklopfer? Es gibt ihn heute noch bei Korbmachern, auf Wochenmärkten und manchmal sogar noch in einem Haushaltwarengeschäft. Wie ihr euch denken könnt, war er dazu gedacht, einen Teppich auszuklopfen. Man legte ihn dazu über eine Teppichstange im Hof, schlug mit dem Teppichklopfer kräftig auf beide Seiten des guten Stücks ein, und nahm ihn schließlich wieder von der Stange, um ihn wieder in die „gute Stube“ zu legen. Im Winter konnte man den Teppich auch in den Schnee legen, dann wurde er ebenfalls ausgeklopft und man konnte dann sehen, wie viel Staub später im Schnee hängen blieb.

Der Ausklopfer als Verlegenheitslösung bei Züchtigungen

Die Dienstmagd schwang den Ausklopfer - die Hausherrin nahm ihn nicht einmal in die Hand
Mancher hat den Teppichklopfer auch in einer ganz anderen Funktion kennengelernt, denn er war ein beliebtes Mittel, um den „Popovoll“ kreativer zu gestalten. Wie kaum ein anderes Instrument der Züchtigung, von der Wiedenrute vielleicht einmal abgesehen, was der Teppichklopfer das Instrument der Frau, wenn es galt, die körperliche Züchtung zu verschärfen und nachdrücklichere Wirkungen zu erzielen. Denn so viel wussten Mütter, Erzieherinnen, Gouvernanten und andere „Vollzugspersonen“: Die flache Hand auf dem Po der Tochter oder des Sohnes schmerzt auf Dauer mehr die Pobacken selbst.

Da war es natürlich vorteilhaft, dass sich die Damen mit dem Teppichklopfer, auch „Ausklopfer“ genannt, gut auskannten. Denn andere Instrumente zu führen, etwa einen Ledergurt, eine Klopfpeitsche oder einen Rohrstock, war ihnen eher nicht geläufig. Und so zog er eben in die schmerzhafte Erziehung ein, der „Ausklopfer“, der seither manchen Po markierte. Eine kleine Anekdote am Rande will ich noch erzählen: Zu früheren Zeiten war es üblich, die Tochter mit allerlei Haushaltsgegenständen im Mini-Format zu beschenken, so auch mit einer Miniaturausführung des Teppichklopfers. Und dabei entdeckte manche Erzieherin, dass sich dieser Ausklopfer viel besser für den Po der jungen Damen eignete als der Ausklopfer der Hausfrau, der deutlich schwerer zu führen war.

Wie wirkte eigentlich der Teppichklopfer?

Ein Ausklopfer hat eine durchbrochene Fläche, die der Luft relativ wenig Widerstand entgegensetzt. Da der Schaft sehr flexibel ist, gewinnt der Teppichklopfer beim Schlagen an Geschwindigkeit und trifft mit großer Wuchte auf den Teppich auf – allerdings fängt die durchbrochene Fläche dann den Schlag wieder ab, sodass der Teppich zwar ausgeklopft, aber nicht zerstört werden kann.

Wenn du dir nun vorstellst, dass sich dies auf den Po ungefähr genauso auswirkt wie auf den Teppich, dann kannst du ermessen, wie sich die Strafe auf dem Po und im Kopf anfühlt. Die Erniedrigung ist groß, weil mit einem Haushaltsgegenstand geschlagen wird, der Schmerz liegt im mittleren Bereich und wird zunächst wegen der flächigen Verteilung nicht als extrem wahrgenommen. Auf Dauer jedoch wird derjenige, der die Schläge empfängt, ein deutliches Brennen verspüren, zumal, wenn so heftig zugeschlagen wird, dass noch lange sichtbare und fühlbare Muster (durch die geflochtene Struktur) entstehen. Aus Erfahrungsberichten geht auch hervor, dass es auf die Stellung ankommt, die jemand einnimmt, wenn er mit dem Teppichklopfer gezüchtigt wurde – und natürlich, wie immer bei Züchtigungen, ob die Schläge aufs Höschen oder auf den nackten Po niedergingen.

Die Lust am Teppichklopfer

Ein altes Symbol für moderne Rollenspiele?
Teppichklopfer werden gelegentlich noch für erotische Strafspiele verwendet. Dabei versuchen die Partner, an die Spannung und Beschämung anzuknüpfen, die sie als Kinder empfundene haben. Allerdings geben sich heutzutage immer mehr Menschen der spielerischen Strafe hin, die in Jugendzeit niemals solche Erfahrungen machen mussten. Das ist auf die Situation zurückzuführen, die meist als extrem skurril empfundenen wird: hier die Person, die ein Haushaltsgerät führt und sich damit auf die Stufe einer Bediensteten stellt (eine feine Dame hätte niemals mit einem Haushaltsgerät gezüchtigt). Dort die Person, die sich nach Art eines Kindes, eines Internatszöglings oder eines Backfisches (1) in die Position der (manchmal auch des) Bestraften begibt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch diese Konstellation ihre Reize hat – ein wenig frivole Retro-Erotik liegt in fast allen Spielen, die mit der erotischen Züchtigung unter Erwachsenen zu tun haben.

(1) "Backfische" der damaligen Zeit waren alle Frauen vor ihrer Verlobungszeit.
Der Original-Artikel erschien am 22, Februar 2017 bei "Sinnlichschreiben" - er wurde nicht verändert

Die Liebe zu Schlägen auf den Po – Luststeigerung oder psychische Spätfolgen?

Die Präsentation - schamvoll, ängstlich oder begeistert?
Als ich vor Jahren einmal ein Forum las, indem gefragt wurde, ob „das Rot der frühen Jahre“ auf seidenweichen, fahlen Hintern später in neurotischem Sexverhalten endet, war die Antwort mal „ja“, mal „nein“. Hatte ich mich damals eigentlich genügend „in die Materie“ eingearbeitet? Mir ging es nur um Schläge auf den Po. Keine „typischen“ SM-Aktivitäten, bei denen Demut, Striemen und Tränen verlangt wurden.

Wie ist das nun wirklich mit dem hübsch geröteten Po?

Also bleibe ich auch diesmal dabei: Schläge auf den Po. Geht man so etwas nüchtern an? Rein anatomisch? Vielleicht psychologisch? Oder einfach vom „Sinnlichen“ her? Was passiert im Körper, was machen die Nerven dabei? Wie fühlt sich jemand, der geschlagen wird?

Psychologie: Wer tat dir das alles an, du armes Wesen?

Ich habe damals meine psychologisch „vorgebildete“ Schulfreundin Annemarie gefragt. Sie hat behauptet, dass Frauen, die in der Kindheit versohlt wurden, im Erwachsenenalter „krankhafte Züge von Schmerzsucht“ empfinden könnten, weshalb man auf junge Mädchen auf gar keinen Fall auf den Po schlagen sollte (wenn überhaupt irgendwo hin). Aber „in der Kindheit“? Wird nicht eher die Zeit zwischen 12 und 16 verdächtigt, für die Schmerzlust späterer Jahre verantwortlich zu sein?

Jungs schieben die Schuld gerne auf die Mütter

Traum der Knaben?
Inzwischen habe ich so etwas auch über Jungen gelesen. Ich finde ja nun wirklich komisch, dass Jungens in Foren immer behaupten, von der Mutter geschlagen worden zu sein. Die Pyjamahose runter und feste mit dem Teppichklopfer auf den nackten Po? Das tut weh, klar. Aber ist das ein Grund, später Lust an Schlägen zu haben?

Ja, sagen manche Jungs. Was ich wirklich eigenartig finde: Sie behaupten, noch nach der Pubertät den nackten Hintern hochgereckt zu haben, um Schläge von der Mutter zu bekommen. Einige waren damals schon ein bisschen eigenartig veranlagt (zum Beispiel, weil sie die Schlüpfer ihrer Schwester trugen und darin … oh, oh …). Doch wenn der Knabe dabei „geil wird“, wenn er „übers Knie genommen“ wird und sein Ejakulat auf ihrem Wollkleid hinterlässt, dann kann ich nicht mehr annehmen, dass es sich um einen bloßen Zufall handelt.

Das Klischee über die Jungs: Schläge und Frauenbrüste

Ob die Jungs irgendwie verkorkst wurden? In jedem Buch, das du über „devote Männer“ oder Sado-Maso-Männer“ liest, kommt eine Jugenderinnerung vor, die ungefähr so geht:

Eine schöne Frau (nicht die Mutter, sondern eine schöne, zart-bittere Verwandte) haut dem jungen Mann als Strafmaßnahme einen Hinternvoll, als plötzlich ein Trägerchen fällt und er ihre nackte Brust sieht.

Die Geschichte gibt’s in vielen Variationen, aber sie beinhaltet immer einen Moment, in dem Schläge, eine Wollust eine Erektion oder gar der Abgang von Spermaflüssigkeit zusammenkommen. Gibt zwar einen hübschen Roman, aber ob’s die Realität ist?

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