Skip to content
Werbung

Warum wir keine Schweinereien veröffentlichen

Nein, hier gibt's keine Schweinereien
Niemand kann uns (oder euch) genau sagen, was ein Zensor an Ende als „Schweinerei“ ansieht. Manchmal reicht die Erwähnung eines Wortes, sei es das „F“-Wort“ oder etwa Ähnliches, und mal geht alles durch: Vögeln ebenso wie Möse.

Wie ich grinsend erfahren habe, zensiert „TUMBLR“ jetzt mit Vorliebe weibliche Brustwarzen – ich weiß noch nicht, ob sie es nur dann tun, wenn sie „voll frontal“ vor die Linse gehalten werden oder ob sie aus gewissen Winkeln dennoch veröffentlicht werden dürfen. Ja, ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie zensiert werden, wenn sie mit Lippenstift auf den nackten weiblichen Rücken aufgemalt werden.

Was ich damit sagen will: Niemand weiß, wer als Nächstes welchen Schritt tun wird, um wieder einmal Zensur auszuüben. Jemand nahm schon übel, dass wir „CBT“ manchmal übersetzt und „ausgeschrieben“ haben, und zeitweilig duften keine Wörter verwendet werden, die auf „… fetischismus“ endeten, vor allem dann nicht, wenn diese im Zusammenhang mit weiblichen Füßen, Schuhen oder Stiefeln standen.

Wir veröffentlichen keine Schweinereien - jedenfalls nicht, was wir darunter verstehen. Das heißt euch: keine rohen, ungehobelten "F...gechichten", keine Verherrlichungen von sexuellen Abweichungen und dergleichen. Was es gibt, das gibt es, aber wir sind keine Ideologen, die das "Anders Sein" als einzig erstrebenswert hinstellen.

Doch was menschlich ist, sollte eigentlich veröffentlicht werden können … oder mal so gesagt: Des einen Eule ist des anderen Nachtigall. Übrigens darf Literatur wesentlich direkter sein … aber da müsst ihr erst mal in den erlesenen Kreis derer vordingen, die sich „Autoren“ nennen dürfen. Und selbst dann ist nicht sicher, ob sich irgendwo Menschen zusammenrotten, die das, was du schreibst, als Schweinereien diffamieren.

Pornografie, Sucht und Religion

Die Reste-Rampe - Pornografie für die Massen
Wir wissen nicht genau, wie Abhängigkeiten entstehen, im Volksmund auch oft „Suchtverhalten“ genannt. Dennoch gibt es in den meisten Fällen der eher harmlosen Süchte selbst ernannte „Heiler“, die stets auftreten, wenn ein neues Phänomen beobachtet wird. Oftmals werden sie von religiösen Vorstellungen getrieben, und recht häufig zielen sie auf die „Heilung“ von Menschen, die sich sexuell „abweichend“ verhalten. Ein Teil von ihnen hat die „Porno-Sucht“ zum Thema gemacht.

Doch gibt es sie, die Abhängigkeit von Pornografie? Wissenschaftler bezweifeln es, ja, sie lehnen es ab, den Begriff überhaupt als „wissenschaftlich“ einzuschätzen.

Zitat:

Bemerkenswert ist, dass es in der Untersuchung und in den zahlreichen Kommentaren dazu niemanden gibt, der das Suchtmodell beim Pornografiekonsum verteidigt hätte.


Was ist die Folge? Aus der Sicht der Wissenschaftler könnte es diese Schlussfolgerung sein (interpretiert):

Statt zu versuchen, den Konsum von Pornografie in irgendeiner Weise einzuschätzen oder die Denkmodelle und Verhaltensweisen beim Sehen oder Lesen von Pornografie zu verändern, sollten wir versuchen, die Betroffenen mit ihren moralischen und religiösen Vorstellungen auszusöhnen. Dann können sie die moralischen und religiösen Konflikte lösen und die daraus entstehenden Leiden vermindern.

Und was sagt uns die zum Bild der Gesellschaftsordnung?

Wenn uns etwas stört, sollten wir das Problem zunächst in uns suchen. Also nicht: „Warum ist diese Sache so schrecklich?“ Sondern „warum empfinden wir sie als so schrecklich?“

Seht mal: Es gibt Mitmenschen, denen ihre „Handysucht“ gut 25 Euro im Monat wert ist. Jüngst als ich, dass sogar die „Fußballsucht“ (alle Spiele in den bekanntesten Ligen in voller Länge) über 300 Euro im Jahr kostet. Doch all dies gilt nicht als Sucht … und alleine deshalb: Macht ein Ende damit, immer neue Süchte zu erfinden.

Und wer religiös ist, dem müsste doch längst aufgefallen sein, dass Reinheit auch die Sicherheit ist, auf dem rechten Weg zu sein. Und dazu könnte ich ja mal Titus 1:15 zitieren:

Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist ihr Sinn sowohl als ihr Gewissen.


Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Quellen: Zitat und Interpretation des psychologischen Teils: nach Psychology Today
Studie: über Springer.
Sowie die Bibel nach Luther.
.

Erotisch schreiben und bildhafte Pornografie – wo ist der Unterschied?

Optisch ist alles ausgesprochen klar - aber es zu beschreiben, fällt dennoch schwer
Wer als Autorin oder Autor jemals einen pornografischen Film in eine erotische Geschichte umschreiben wollte, weiß nur zu gut, wovon ich hier rede: Die Mittel der optischen Umsetzung sind nicht mit den Mitteln der Sprache zu vergleichen.

Worin liegt der Unterschied? Und wie drücken wir sprachlich „Erotik“ aus?

Der pornografische Film geht sofort "ins Blut"

Im Grunde ist dies offenkundig: Wer eine sexuelle Szene in einem Film sieht, kann sich der Wirkung kaum entziehen. Die spärliche Rahmenhandlung ist schnell vergessen, und die pornografischen Szenen wirken direkt auf das Gehirn, das sie nicht „übersetzen“ muss. Von dort werden dann direkt die sexuellen Funktionen angesprochen, und Hoden, Penis, Schamlippen, Vagina und Klitoris werden erregt. Mit dem Bild werden also Gefühle transportiert, die eindeutig und plakativ wirken mögen, aber ihr Ziel dennoch erreichen. Die Handlung ist also das Gefühl und das Gefühl ist die Handlung. Reden wir noch über Dialoge? Wenn im pornografischen Film etwas ausgespart wird, dann sind es Dialoge. Denn der Pornofilmer weiß: Richtige Menschen reden vor dem Sex, beim Sex und nach dem Sex viel Unsinn, den sie sonst nicht in den Mund nehmen. Also entschließt man sich, die Darsteller(innen) überwiegend stöhnen zu lassen.

Nun also soll ein Roman oder eine Novelle geschrieben werden. Das einzige Material, das wir haben, sind Worte.

Kein Konzept für gefühlsbetonte Aufsätze?

Wie haben wir es noch in der Schule gelernt? Wir müssen irgendwie einen Leitfaden für den Handlungsablauf zustande bringen, im modernen Jargon auch „Plot“ genannt. Der nützt uns allerdings wenig, denn unsere Worte sollen ja etwas beim Leser auslösen: frivoles Denken, sinnliche Verzückung und vor allem die innere Teilhabe am Geschlechtsakt.

Wie macht man das?

Mit dem traditionellen Aufsatzwissen ist hier nicht viel gewonnen. Bekanntlich beschreibt ein Aufsatz Handlungsabläufe, aber keine Gefühle. Es gibt Tausende erotischer Geschichten, die wie Aufsätze aufgebaut sind, und sie sind alle stinklangweilig. An dieser Stelle wird es Zeit für den Satz „Show, don’t tell.“ Auf Deutsch: „Zeige es uns, beschreibe es nicht.“ Vornehmer kann man es so ausdrücken: „Benutze eine bildhafte Sprache“.

Die bildhafte Sprache

Womit wir bei einem Begriff sind, mit dem viele junge Autoren gar nichts anfangen können. Doch man kann es mit einem Satz recht verständlich sagen: „Schreibe nicht, was es ist, sondern wie es ist.

Am Beispiel:

Als „Was“:

Sie spreizte die Beine. Dann bemerkte sie, wie die Frau gegenüber auf ihre Schenkel sah.


Als „Wie“:

Sie wusste, dieser Blick forderte mehr … nur ein wenig mehr … Sie spreizte die Beine und bemerkte, wie dunkle Augen sich in ihre Schenkel vertieften und sie aus ihren Gedanken herausrissen.


Noch einmal ein Beispiel zur Vertiefung

Das ist nur ein kleines Beispiel. Die Theorie stammt übrigens aus einer verbalen Technik, um Menschen zu begeistern. Lassen sie mich an einem Standard-Besipiel noch einmal erläutern.

Als „Was“

Als er sie ansah, spürte sie ein Flattern in ihrem Unterleib. Sie unterdrückte das Gefühl, auf das sie nicht vorbereitet war. Doch einen Moment später bereute sie ihre Entscheidung.


Als „Wie“

Er sah sie intensiv an. Seine Blicke durchdrangen die Pupillen, pflanzten sich unter der Haut fort, fanden ihren Weg über den Rücken, den Po, die Brüste und den Bauch, bis sie bei den Schamlippen ankamen. Die Blicke lösten sich hier auf, wandelten sich in sanfte Flügelschläge und veranlassten sie, die Beine ein wenig zu öffnen. Nein, sie war nicht darauf vorbereitet, dass es jetzt geschehen würde. Für den Moment konnte sie ihre Gefühle beherrschen, doch warum sollte sie unterdrücken, was die Natur ohnehin von ihr fordern würde - früher oder später?


Soweit also zum Thema „Show don’t tell.“ Was ihr noch tun könnt, ist Gefühle ausführlich zu beschreiben, und zwar sowohl körperlich wie auch psychisch. Doch genau das fällt vielen von euch schwer … denn Gefühle sind in der Erotik unglaublich schwer in Worte zu fassen. Wenn wir uns hier einem wiedertreffen, könnt ihr lesen, wie es trotzdem klappt. Und auch über Dialoge werden wir noch reden müssen … denn wenn wenn vor dem Sex, beim Sex oder nach dem Sex geredet wird, dann sicher nicht in der Sprache deutscher Dichter und Philosophen.