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Lust richtig ausdrücken – geht das?

sinnlich zu schreiben kann sehr sinnlich sein
Warum wollen Frauen so selten über ihre Sinnlichkeit schreiben? Warum verheimlichen sie ihre sexuellen Erfahrungen ebenso wie ihre sexuelle Kompetenz?

Einmal, weil sie nicht als Schlampen gelten wollen. Wer erotische Romane schreibt, wird immer wieder bezichtigt, dass ein Teil „autobiografisch“ ist. Und bekanntlich ist eine Frau schon eine „Schlampe“ wenn sie mehr als einen Vibrator besitzt.

Und die Realität? Sie ist ja nicht immer so goldig, nicht? Mal macht es allein keinen Spaß, und mal ist der Mann, den du kennenlernst, zwar tagestauglich, aber nicht gerade nachtaktiv. Na ja, oder er will was, was dir keine Freude bringt. Und dann fällt dir erst recht schwer, über dich zu schreiben, oder?

Aber das ist noch etwas anderes, nämlich die, und das zitiere ich hier mal:

Ich mag das Schreiben nicht, weil es die Dinge so endgültig macht. Und weil dann alles in eine Schachtel kommt mit einem ordentlichen Etikett drauf. Und schließlich wird es abgelegt und vielleicht später gelöscht. Doch was ich fühle, scheint zu komplex zu sein, und zu ungeordnet, um es richtig auszudrücken.


Sinnlichkeit ist ein unordentliches Gefühl und erotisches Verlangen schon zwei Mal. Und wenn du „unordentliche Gefühle“ beschreiben willst, kannst du das nicht mit „sozial korrekten“ Begriffen, ja vielleicht nicht einmal mit ganzen, ungebrochenen Sätzen.

Sag uns, wie du es machst. Jede hat ja ihre eigene Methode – und klar, es macht einen Unterschied, ob du von dir schreibst oder deine Figuren sinnlich aufheizt. Wie sagt doch Elisabeth Benedict?

Es ist – wirklich! – in Ordnung, wenn du beim Schreiben erregst wirst.


Und was meinst du? Egal was du zu sagen hast: Sag es uns.

Bild: Leider haben wir den Namen des Malers nicht ermitteln können.

Nicht jedes T-Shirt schmückt die Trägerin

Wer's tragen will, sollte die Öffentlichkeit meiden
Sprüche auf T-Shirts missfallen mir, egal, wie "sinnvoll" sie sich lesen. Dieses fand ich dieser Tage. No comment - und übersetzt es euch selbst. Und fragt nicht, wo ihr's bekommt - wir haben keinerlei Quelle gefunden.

Wie viel Penisse im Leben sind zu viele?

Sind acht bis zwölf Lover genug? Oer hörst du besser auf, zu zählen ...?
Der zweite Teil unserer Serie „die Jungfrauenfrage“ beschäftigt sich mit dem Thema, ob es eine Abstufung von der „Jungfrau“ zur „Schlampe“ gibt, die sich an der Anzahl der „Einflüge“ unterschiedlicher Penisse festmacht.

Die Frage „wie viele Männer hattest du schon?“ Ist infam, weil sie den Wert oder Unwert einer Frau nach der Anzahl unterschiedlicher Penisse bewertet, die sie schon in ihrer Vagina beherbergte. Die Annahme: „Je mehr sie schon rumgevögelt hat, umso versauter ist sie“ ist weit verbreitet. Der Nachsatz fehlt meistens: „Und je lieber hätte ich gerne mal etwas mit ihr.“ Das ist sie eben, die „typische Männerdenke“ – und mal übersetzt: „Eine Schlampe ist eine Frau, die mit allen Männern schläft, außer mit mir.“ Dieses „redundante Denken“ gibt es übrigens auch bei Frauen: Zwar werden Machos allgemein verachtet, aber sie werden im Bett eben doch „gerne genommen“.

Reden wir also über die Anzahl vereinnahmter Penisse.

Forenrauschen: Wie viele Männer sind zu viele?

Nachdem sich sämtliche Kommunistinnen der Online- und Offline-Frauenzeitschriften ausgeschnattert hatten, kamen sie so ungefähr zu der Überzeugung, dass eine erwachsene Frau heutzutage zwischen 8 und 12 Penisse vereinnahmt hat. Nehmen wir mal an, dass dahinter immer Beziehungen standen, dann sind über den gesamten Lebenszyklus nicht sehr viele – nicht einmal ein Mann pro Jahr. Bei Frauen, die in der Jugend oder in mittleren Jahren intensive Dating-Phasen genossen haben, sind es in der Regel deutlich mehr, denn Sex nach Dates ist heutzutage nicht mehr ungewöhnlich. Manche Frauen lehnen zwar grundsätzlich ab, beim ersten Treffen mit einem Mann zu „schlafen“, bei anderen aber gehört es zur Routine. Darüber spricht „frau“ sehr selten – und weil das Thema weitgehend tabu ist, gelangt es auch nicht in die Presse. Wer gut darin ist, so etwas „hochzurechnen“, wird bald feststellen: In den typischen Lustphasen der Single-Frau kann sie durchaus auf 12 Männer pro Jahr kommen. Wenn sie über mehrere Jahre sucht und dabei das eine oder andere Erlebnis „mitnimmt“ kann sie durchaus auf gegen 50 Lover kommen.

Was will eigentlich der Mann? Fast-Jungfrau oder erfahrene Geliebte?

Aus der Sicht der Männer gab (und gibt) es fünf Auffassungen, die seit Jahrzehnten verbreitet sind:

1. Wenn sie noch nie jemanden hatte, wird sie mit dem zufrieden sein, was ich kann und wie ich bin. Ich will nicht, dass sie Vergleiche hat.
2. Einmal zählt nicht, aber ich will nicht, dass sie schon mehrere Männer vor mir hatte.
3. Wenn Sie erst einen oder zwei Männer hatte, dann hat sie sie auch kaum Erfahrung. Das ist ganz schlecht, weil sie mir dann auch keinen echten Liebesgenuss bieten kann. Aber sie sollte nicht zu viele Männer gehabt haben. So etwas verdirbt den Charakter.
4. Je mehr gute Lehrmeister sie hatte, umso besser. Und je erfahrener sie ist, umso ungehemmter ist sie auch und bietet viele Genüsse, die ander Frauen nicht zu bieten haben.
5. Mir ist egal, wie viele Männer sie schon hatte, solange sie gesund geblieben ist und weiß, wie sie mir Lust bereiten kann.

Wie viel ist „zu viel“?

Also wie war das mit den „vielen Partnern?“

Generell ist die Frage, wie viele Partner eine Frau hatte, ziemlicher Unsinn. Sie kann einige Dutzend Partner gehabt haben, aber dabei immer das Gleiche erlebt haben. Oder sie kann einen einzigen Partner gehabt haben, und bei ihm alle Varianten einer lustvollen sexuellen Beziehung „durchgenommen“ haben. Qualität geht immer vor Quantität, und die Intensität kommt vor der Anzahl.

Das Zitat, das ich dazu fand, spricht Bände – und ich halte es für gültig:

Ob der geliebte Mensch mit 7 oder 100 Leuten vögeln musste, um der zu werden, der er ist - es war nötig!


Die Wahrheit darf bei der sexuellen Vergangenheit frisiert werden

Wir können also sagen: Wenn du eine große Anzahl von Partnern mit unterschiedlichen Wünschen und Vorstellungen kanntest, und mit ihnen viele sexuelle Variante genossen hast, dann bis du auch für den nächsten Mann sexuell höchst interessant. Der beste Tipp: Verschweig die Anzahl und erzähle nie, wo du was gelernt hast. Versuche es mit dieser frisierten Wahrheit: Du hattest höchstens fünf Partner vor dem „Neuen“ und bis ein sexuelles Naturtalent.

In der nächsten Folge beschäftigen wir uns mit der Frage, welche „Jungfernschaften“ noch im Spiel sind, bevor wir dann auf die männlichen Jungfrauen eingehen.

Weitere Informationen: Gizmodo, Forum bei Netdoktor.

Erster Teil: Bei Sinnlichleben.

Ohne Schlampenverdacht erotisch schreiben?

Wenn Frau über Sex schreibt … ist sie eine Schlampe. Warum eigentlich? Und was ist ein Mann, der über Sex schreibt?

Erotik schreiben ...
Die Zeiten, in denen viele attraktive, geistig gesunde und überaus kluge Frauen über Sex schreiben, sollten eigentlichen gerade erst angebrochen sein. Denn sie (und nur sie) bilden ein Gegengewicht gegen die Bevormundung der Wissenschaftler einerseits und der Verblödung durch Frauenzeitschriften anderseits.

Viele „offizielle“ Frauen verachten und bewundern die Autorinnen, die sich nicht scheuen, das Blatt vom Mund zu nehmen und von Masturbation, Penissen und anderen Ereignissen zu schreiben, die ihr Leben kreuzen.

Die Wahrheit muss verachtet werden – oder?

Aber offiziell – muss man sie als Frau offenbar verachten. „Das tut man nicht, und wenn man es tut, dann redet man nicht darüber.“ Als ich vor einiger Zeit mal eine junge Frau fragte, ob sie bereit sei, für mein damalige Magazin „LiebePur“ zu schreiben, war sie zunächst ganz angetan. Doch als sie hörte, dass ich dort recht freizügig mit dem Thema Sex umging (damals noch etwas mehr als heute), zog sie ihr Angebot sofort zurück.

Neue Verblödungen und Fakes durch Alternativmagazine

Und ich merke hier mal an: Das ist erst der Anfang. Wer „über die Lust“ schreibt, schriebt noch lange nicht „von seiner eigenen Lust“. Genau das wollen aber all diese neuen Alternativmagazine. Sehr schnell kommt ihren Redakteurinnen das Unwort „authentisch“ über die Lippen. Das heißt letztlich: Frau soll über jede Masturbation, jeden aufgenommenen Penis und noch viel mehr schreiben, und zwar „auf Positiv“. Eigentlich müssten die Herausgeberinnen wissen, dass sie damit Fakes und krankhafte psychische Exhibitionisten anziehen – und vielleicht sogar eine Kombination von beiden.

Von der Schwierigkeit, allzeit authentisch zu sein

Gerade dies macht es ehrlichen Menschen (nicht ausschließlich Frauen) noch schwerer, den feuchten Wahrheiten die Ehre zu geben. Denn „echt authentisch“, also aus dem eigenen Erleben zu schreiben, ist unglaublich schwierig. Es kostet Selbstüberwindung, erfordert sprachliche Verrenkungen und – nun ja, was schreibt eigentlich jemand über „seinen“ Sex, wenn wirklich gerade Flaute herrscht?

Wie auch immer - ob frau unter dem eigenen Namen schreibt oder unter einem Pseudonym, ob sie etwas dazudichtet oder nicht, ob sie zu viel Zuckerguss dazu tut oder eine übergroße Menge Spermaflüssigkeit – sie wird immer beargwöhnt werden. Von Frauen sowieso und von Männern auch, wenngleich in anderer Weise.

Sind Autorinnen Schlampen, weil sie über Sex schreiben?

Dazu darf ich mal eine Dame zitieren, die – wie ich glaube – authentisch schreibt, und dazu in einer namhaften Wochenzeitung.

Ich wundere mich trotzdem. …Darüber, dass mich die einen als verabscheuungswürdig und die anderen als sexuell verfügbar betrachten. Für beide Seiten bin ich eine Schlampe – nur mit unterschiedlicher Konnotation.

Frauen sind Schlampen, Männer Pornografen

So, und nun frage ich mich: Was sagen „die Leute“ eigentlich über Männer, die über Erotik schreiben, teils anband von Fakten, teils anhand pointierter Meinungen?

Sie sagen dasselbe. Nur, dass diese Männer nicht als „Schlampen“, sondern schlicht und einfach als Pornografen gelten. Übrigens auch dann, wenn sie nur darüber schreiben, was (fast) jede(r) tut. Und ganz schlimm werden sie beäugt, wenn sie dazu Tacheles reden – nicht nur über Frauen, sondern auch über sich selbst.

Männer riskieren, ihre Reputation zu verlieren

Na schön, manche Männer machen sich nichts draus, aber andere werden eben verunglimpft. Das ist nicht schön, und es ist ähnlich wie bei Frauen: Man hat beste Chancen, sein Renommee als Schriftsteller oder Fachautor zu verlieren. Man fasst einfach keine Themen an, bei denen man etwas anfasst, was so pfuiteuflisch ist wie ein Penis.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Übernahme des Magazins "mehrhaut.de", das mit seinen neuen Beiträgen aus 2018 hierher umzieht.

Schreibst du selbst? Dann sollten wir einander kennenlernen. Wir könnten etwas von dir veröffentlichen, oder etwas über dich, deine Blogs, deine Kurzgeschichten und E-Bücher schreiben.