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Sexualität kann eindeutig sein, muss aber nicht

„Sexuelle Orientierung“ ist ein beliebtes Stichwort, wenn es darum geht, den Lebensstil eines Menschen zu beschreiben. Wir haben und daran gewöhnt, Begriffe wie „schwul“, „lesbisch“, homosexuell, bisexuell oder gar heterosexuell zu verwenden, um das zu tun, was wir so lieben: Schuhkartons, in die wir uns einordnen können.

Dazu gehören dreiste Behauptungen, wie die, man sie „entweder homosexuell oder heterosexuell“, und in Kreuzworträtseln finden man sogar den Begriff „Gegenteil von Homosexualität“ – und dann ist „Heterosexualität“ gefragt.

Nein – das alle ist Unsinn. Wir sind zumeist sexuell. Wir werden angezogen vom Erotischen, vom Schönen, vom Sinnlichen und vom Schwachen, vom Starken und vom Mächtigen. Die sogenannte „sexuelle Orientierung“ kann vorläufig, endgültig und gelegentlich auch häufig wandelbar sein. Und erotische Regungen müssen nicht zwangsläufig dazu führen, Menschen körperlich zu begegnen.

Dazu las ich dieser Tage (überwiegend an Frauen gerichtet, aber es mag für Männer ebenso gelten)

Die sexuelle Orientierung ist auf einem Kontinuum anzusiedeln, wobei eine exklusive Homosexualität bzw. exklusive Heterosexualität die jeweiligen Pole eines Kontinuums darstellen.


Was in der Praxis heißt: Sich sexuell zu orientieren (ach weit nach der Adoleszenz) heißt nicht, etwas zu sein oder nicht zu sein – das sind nur die Extreme. Es heißt vielmehr, sich auszurichten, eine generelle Linie zu finden und sich darüber hinaus an der Lust zu freuen, die wir von anderen bekommen und die wir anderen schenken möchten.