Skip to content

Können Frauen die männliche Rolle lustvoll spielen?

Mit Humor wechseln sich die Rollen leichter ...
Können Frauen die männliche Rolle lustvoll spielen? Oder können Männer sinnlich und lustvoll mit der weiblichen Rolle umgehen? Dieser Artikel handelt davon, ob Frauen und Männer so rollenflexibel sein sollte, auch in der Sexualität die zugeschriebene Rolle des anderen Geschlechts annehmen zu können – zumindest im Verhalten.

Die sozialen Geschlechterrollen, also die Rollen, die wir persönlich erlernt und weiterentwickelt haben, werden oftmals als „natürlich“ bezeichnet, und daraus wird abgeleitet, dass sie zu den „ewigen“ Werten gehört.

Die Natur hat allerdings eigene Gesetze, die nicht mit den Geschlechterrollen der Gesellschaft übereinstimmen müssen. Ja, im Grunde genommen haben die Gesetze der Natur mit den Gesetzen der Gesellschaft gar nicht zu tun.

Mehrdeutigkeit beim modernen Menschen

Unser Hauptproblem heute ist die Redundanz, also die Mehrdeutigkeit. Das Geschlechterverhalten war im 19. Jahrhundert stark reguliert, und dieser Zustand wirkte bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein. Aus diesem Grund haben wir (eher kulturell als sozial) zwei Prinzipien: die traditionellen Frauen- und Männerrollen in Geist und Emotionen, aber nicht mehr unbedingt in Persönlichkeit und Verhalten. Und eine neue Rolle in Verhalten und Bewusstsein, die wir teils mit der althergebrachten Rolle paaren und teils für unvereinbar halten.

Die Kontroverse aus wissenschaftlicher Sicht

In einem wissenschaftlichen Beitrag wird diese Kontroverse so beschrieben (aus der Sicht des Mannes):

Da Männer im Glauben erzogen werden, Frauen seien sozial und sexuell passiv, verwirrt es sie unter Umständen erheblich, auf eine Frau zu treffen, die aktiv ist und zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr die Initiative ergreift. Angesichts so „unfemininen" Verhaltens kann ein Mann dann versucht sein, die Weiblichkeit einer Frau anzuzweifeln. Wenn diese Zweifel angesichts offensichtlicher Beweise nicht aufrechterhalten werden können, beginnt er möglicherweise, an seiner Männlichkeit zu zweifeln.


Der tägliche Geschlechterwahn bei der Partnersuche

Diesen Widerspruch, ja, dieses Paradoxon, erleben Frauen und Männer jeden Tag: Gefordert wird der sanfte, sinnliche Macho, den es nicht gibt, während der typische „Macho“ oder der typische „Softie“ gemieden wird. Bei den Frauen wird, die selbstbewusste, sinnlich begabte, sanfte Familienfrau bevorzugt, die es in der Kombination auch selten gibt.

Viele Autoren haben sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie wir aus diesem Schlamassel jemals herauskommen wollen – zumal, wenn interessierte Kreise den Konflikt noch verschärfen.

Die Rolle der Geschlechter im Alltag ist heute kaum noch veränderbar: Frauen und Männer leben autonom, gleichberechtigt und selbstverantwortlich. Die Rolle, die wir in unserer natürlichen Begierde, also der Partnerwahl, bei der Suche nach Lust und Sex spielen, ist hingegen deutlich an die alten Gesetzte gekoppelt.

Auf diese Weise ist die Frau, die unabhängig und selbstbewusst Männer kennenlernt, mit ihnen schläft oder auch nicht und auch sonst tut, was sie will, den Männern „irgendwie verdächtig“. Und der Mann, der sich finden lassen will, der verführt werden will und der letztlich die Abhängigkeit durchaus als genussvoll empfindet, ist in gleicher Weise den Frauen verdächtig.

Könnten Autorinnen "erotische Wege hinaus" weisen?

Soweit die gesellschaftlichen und sozialen Fragen. Der Wandel, der daraus entsteht, ist noch nicht einmal genügend von den angeblich „seriösen“ Autorinnen behandelt worden. Und wenn wir auf eine sinnliche, erotische oder sexuelle Ebene kommen?

Was, wenn Frauen nicht nur das Eheleben und die Rollenverteilung bestimmen wollen, sondern auch die sexuellen Rituale und Rollenspiele? Dann wären Frauen in der Rolle des Yang, also in der aggressiven, fordernden und dominanten Rolle. Sie würde alles tun, um den Mann zu zwingen, sie in der von ihr gewünschten Weise zu behandeln. Und das würde auch bedeuten: Sie sexuell so zu befriedigen, wie sie es wünscht – und falls nicht, sich einen anderen Partner zu suchen. Zugleich würde der Mann in die Rolle des Yin fallen, was bedeuten würde, passiv und unterwürfig zu handeln und das an Befriedigung zu akzeptieren, was ihm die Frau anbietet.

Das Thema ist in der erotischen Literatur nicht neu. Die emotionale Geschlechterumkehr, die Geschlechterverwirrung und dergleichen sind schon beschreiben worden – aber stets als erotische Märchen.

Doch warum greifen wir nicht einfach die „neue Realität“ auf? Und warum schreiben unsere Autorinnen nicht über ein Thema, das wirklich sehr populär ist: täglich neu (auch mit sich selbst) auszumachen, wer wann und wie welche Rolle spielt.

Wie wäre es, das Thema sinnvoll anzugehen?

Die Wissenschaft behauptet ja mehr oder weniger, wir würden uns über unser Geschlecht definieren, und hätten wir die Identifikation gefunden und verfestigt, so seien keine Modifikationen mehr möglich. Mag ja sein, aber das heißt nicht, dass es uns dadurch verboten ist, andere Verhaltensweisen auszuprobieren.

All dies wird tatsächlich schon dann und wann praktiziert – aber darüber geschrieben wird selten. Und wenn, dann sicher nicht in lustvollen, anregenden Abhandlungen.

Ja – und was meint ihr zum Thema? Ich hoffe, ihr seid nicht sprachlos.

Bild: Extrakt des Titels eines Groschenhefts