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Frauen und Sex – ein ewiges Rätsel?

Mal ist es leicht, mal schwer zu sehen - Frauen und Lust
Wir wissen nicht, was Frauen beim Sex „wirklich“ wollen – niemand weiß es. Aber jede Frau weiß, wann sie es will – und zwar "jetzt, hier und sofort". Das ist der eigentliche Grund, warum wir nicht schreiben sollten, dass „Frauen“ so oder so sind – Männer übrigens auch nicht.

Drei grobe Gruppen - etwas hölzern geschnitzt

Dennoch sprechen manche Autoren und sogar renommierte Forscher von Kategorien, und sehr stark vereinfacht fallen sie in eine dieser drei Gruppen:

1. Frauen, die lustvolle Empfindungen haben und danach streben, dass sie erfüllt werden.
2. Frauen, die wenig Lust am Sex haben aber Sex dennoch gelegentlich zulassen.
3. Frauen, die aus emotionalen oder körperlichen Gründen keine Freude am Sex haben.

Soweit die Theorie. Wenn wir diese ein wenig auf das erkennbare Verhalten erweitern, können wir auch solche Kategorien bilden:

- Verführerinnen wollen von sich aus Sex und legen es darauf an, ihn zu bekommen – auch gegen anfängliche Widerstände oder Zögerlichkeiten ihrer Lover.
- Krypto-Verführerinnen geben vor, nicht aktiv zu verführen, legen es aber darauf an, angesprochen zu werden und geben dem Mann das Gefühl, selbst der Verführer zu sein.
- Zurückhaltende Frauen stellen plötzlich fest, dass bei ihnen etwas „im Bauch kribbelt“ und versuchen dann auf Umwegen („Spielchen“), Sex zu bekommen.
- Unsichere Frauen haben widersprüchliche Gefühle, zeigen diese aber nicht. Es kann durchaus sein, dass sie Lust haben, den Moment aber vorüberziehen lassen.
- Weitgehend Neutrale, nicht an bestimmte Emotionen gebundene Frauen lassen Sex zu, weil es in bestimmten Situationen für sie „so üblich ist“.
- Uninteressierte Frauen zeigen meist deutlich, dass sie an Sex nicht oder bestenfalls nur sehr schwach interessiert sind.
- Frauen mit schmerzlichen Vorerfahrungen zeigen ein undeutliches Verhalten, das Männern Rätsel aufgibt.
- Frauen ohne sexuelle Lust oder solche, die organische Probleme haben, schämen sich oft, darüber zu reden oder sie verhalten sich unerklärlich.

Was sagt die Forschung?

Die Erforschung der weiblichen Sexualität ist keinesfalls so weit fortgeschritten, wie oft behauptet wird. Zwar wird beforscht, wie Frauen sexuelle Lüste wiedergewinnen können (insbesondere, weil die Pharmabranche nach Mitteln zur Luststeigerung bei Frauen sucht). Aber es ist nicht klar, warum Frauen aus Überzeugung und Lust von vornherein sexpositiv eingestellt sind, andere aber nicht.

Wer mehr darüber weiß, kann es uns sagen. Eine relativ neue Studie untersucht, ob das Lebensgefühl (von Paaren) bei häufigem Sex steigt oder nicht.

Achtung, liebe Autorin: (ja, du, wer sonst?) Schreibst du? Willst du wissen, wie du diese Tatsachen und Meinungen literarisch umsetzen kannst? Dann lies hier weiter ... über den erotischen Charakter im Roman.

Selbstbewusstsein

Worte, die ich dir empfehlen kann – und falls du auf Partnersuche bist, lies bitte auch noch den Rest.

Nach einer langen Zeit der Suche nach meiner verlorene Seele lernte ich, dass nur ich verantwortlich bin für mein Selbstbewusstsein. Ich – und sonst niemand. Das bedeutet reales Erwachsensein.


Selbstbewusst sein und einen ONS haben

Stiller Abschied
Kann sich jemand, der selbstbewusst ist, während der Lust völlig hingeben? Frag nicht. Eigentlich kannst du es nur dann, wenn du wirklich selbstbewusst bist. Du kannst dann wirklich sagen: „Danach wirst du wieder dieselbe sein.“ Vielleicht wirst du dich sogar anziehen, und nachts um drei Uhr still und heimlich gehen. Du schuldest dem Mann nichts mehr, mit dem du geschlafen hast.

Selbstbewusst sein und eine Beziehung suchen

Und wenn es mehr sein soll? Zeig ihm, wer du bist. Erweiter vorsichtig seine Grenzen, so wie es dir gefällt, und versuche, deine eignen Grenzen auch auszuweiten. Grenzen zu ziehen ist so gut für das Selbstbewusstsein wie sie zu erweitern.

Selbstbewusstsein zu behalten ist ein Prozess, kein Zustand.

Was meinst du?

Bild von Becat (Illustration, historisch) Blogzitat Anonym.

Bedeutet Sex eigentlich wirklich so viel?

Klischee: So wollen Männer erregt werden - doch was wollen Frauen?
Manchem bedeutet Sinnlichkeit viel, mancher fühlt sich eher von erotischer Spannung angezogen. Und schließlich, irgendwann, taucht die Frage auf: „Wie viel bedeutet dir eigentlich Sex? Was tust du dafür, ihn zu bekommen? Und wenn du ihn regelmäßig genießen kannst, warum willst du immer noch eine Steigerung?“

Ja, bedeutet uns Sex wirklich sie viel? Oder wird Sex heute enorm überbewertet, wie viele meinen?

„Sex ist Genuss“ – wann kamen die Ideen auf?

Die meisten Autoren behaupten etwas voreilig, Sex als Genuss sei bis vor einigen Jahrzehnten ohnehin ein „reines Männerding“ gewesen. Daher sei der Genuss auch eng mit dem Kommerz verbunden gewesen, und die Männer hätten Sex eher konsumiert als genossen – nein, sie seine eben keine Gourmets gewesen, sondern Vielfraße. Daran ist alles richtig, was an Binsenweisheiten wahr ist, und alles falsch, wenn wir in den Ritzen der Geschichte graben: Frauen könnten sich damals gesellschaftlich nicht „leisten“, Lüste zu entwickeln und dies öffentlich zu zeigen.

Lust und Lustgenuss für Frauen - etwas ziemlich Neues

Sehen wir uns die letzten 100 Jahre mal im Schnellgang an, so gab es zahlreiche Ereignisse, die Änderungen brachten. Die „bewegte Jugend“ begann, die Lust lockerer zu sehen, und ohnehin hatten die Damen ihre knöchellangen Kleider samt Korsetts im Kaiserreich zurückgelassen. Dann kam die erste, zweite oder gar dritte Welle der Frauenemanzipation, die nach und nach auch dazu führte, Frauen ein eigenes Sexualleben zu „gestatten“. Dann kamen die „Sexwellen“, zuerst in der Literatur, dann in der Realität. Und schließlich stiegen mit wachsendem Wohlstand auch die Möglichkeiten, sich exklusiven sexuellen Vergnügungen hinzugeben.

Die 1950er - Vögeln für das Proletariat - Sexgenuss für die Reichen

Man kann es so sagen: Ausgehend von den 1950er Jahren in Deutschland war Sex eine Sache des Proletariats einerseits und der „Neureichen“ anderseits, die für exquisite sexuelle Vergnügungen (und das Schweigen darüber) viel Geld ausgaben. Piekfein gekleidete Jünglinge besuchten lüsternde Damen und wohlhabend Ehepaare, und Damen, die „an jedem Hotelportier vorbeikamen“, etwas patzig „Edelhuren“ genannt, beherrschten die Szene der bezahlten Lust für eine Nacht. Der einfache Arbeiter führte derweil den Spruch „des kleinen Mannes Sonnenschein – vögeln und besoffen sein“, auf den Lippen.

Schweigen und verbergen in bürgerlichen Mietwohnungen

Für die „Normalos“ in ihren frisch bezogenen Mietwohnungen mit Bad war dergleichen undenkbar, ja, empörend. Sex gehörte in die Ehe, aber da entdeckte bald jede und jeder: „So richtig doll ist das nun auch wieder nicht.“ Man begann, über Liebesstellungen und Orgasmushäufigkeit zu diskutieren … nur bitte nicht, wenn andere zuhörten. Ein Wort wie „Masturbation“ gab es im offiziellen Sprachgebrauch nicht – und die Tatsache selbst ließ sich nicht verleugnen, was allen äußert peinlich war.

Heute - alles ist möglich, aber nicht jeder will immer alles

Heute denken Singles wie auch Paare anders: Sie fragen sich häufiger, wie man sich selbst oder einander Lust verschaffen kann, oder wie sich die ursprüngliche Liebesglut wieder anfachen lässt.

Nur wenige Paare oder Einzelpersonen denken ständig an Sex - oder tragen ihr eigenes Sexleben sogar an die Öffentlichkeit. Zumeist (und für viele überraschenderweise) sind es Frauen, die sich mit der Veröffentlichung hervortun.

Licht- und Schattenseiten öffentlicher Sex-Bekenntnisse

Dies hat Licht- und Schattenseiten. Die eher hellen Seiten: Andere erkennen, dass es möglich ist, ein exponiertes Sexualleben zu haben, das von der Norm abweicht. Sie fühlen sich also nicht allein mit ihren Sehnsüchten, Träumen, Wünschen und heimlichen „Perversionen“. Inzwischen liegen zum Thema „geheime Sehnsüchte“ ja auch schon Forschungen vor, was die Sache auch leichter macht.

Die Schattenseiten: Was am Anfang und anonym eine Offenbarung sein kann, wird nach und nach (zum Beispiel bei persönlichen Krisen oder Krankheiten) zum Bumerang. Und natürlich auch dann, wenn der Name „enthüllt“ und die Person damit bloßgestellt wird.

Fragen wir uns, was der Sex bedeutet, dann sollten wir so antworten: Alles zu wissen, schadet nie, etwas zu erproben, kann schaden oder nützen, es gehört zu den normalen Lebensrisiken. Aber etwas (oder jemandem) mit Haut und Haar zu verfallen, ohne auf das eigene Wohlergehen zu achten, ist zumindest bedenklich.

Autorinnen und Autoren werden oft bezichtigt, das zu leben, was sie schreiben

Ein Nachsatz für Autorinnen und Autoren: Wenn ihr unter eigenem Namen schreibt, glaubt mindestens ein Drittel euerer Leserschaft, ihr schreibt „aus eigener Erfahrung.“ Das muss man erst einmal aushalten können.

Naht auftrennen: Droge Verliebtheit, Sex und Liebe

Zuerst die wichtigste Frage und zwei kontroverse Antworten:

Gehören Romantik, Sinnlichkeit, zärtliche Lust, Verliebtheit, Liebe und Sex zusammen?

Ja, wenn du ein „Plot“ im Hirn hast, ohne das du nicht leben oder lieben kannst. Nein, wenn du offen gegenüber dem Leben und der Lust bist und in der Lage, dich sowohl hinzugeben als auch den Verstand zu behalten.

Ursächlich gehört Liebe gar nicht dazu

Erst Liebe, dann Sex? Da liegt ein kleiner Fehler vor, dem so viele verfallen, dass man von einer Epidemie sprechen könnte. Tatsächlich ist es ganz anders: Der Körper produziert dien nötigen Drogen, um dir das Gehirn zu vernebeln und bringt dich dazu, Geschlechtsverkehr zu haben, während du im „Liebesrausch“ bist und alles raushaust (oder aufnimmst) was die Natur dafür vorgesehen hat.

Verliebtheit plus Sex: die Wahnsinns-Mixtur – und dann Liebe

Beim Menschen hält die Wahnsinns-Mixtur eine Weile vor: Frauen und Männer bilden dann manchmal Paare und gieren nacheinander, sooft es geht. Wenn du Glück hast, kommt dann auch die Liebe um die Ecke oder du rufst sie herbei. Daraus entstehen dann auch die langjährigen Beziehungen und Familien.

Sex und Liebe gehören nicht untrennbar zusammen
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Die Natur hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, jede Art von Sinnlichkeit, Lust und Begierde auszuleben, ohne dass wir einander lieben. Manche Männer und Frauen behaupten sogar, leidenschaftlicher zu sein, wenn sie die Person nicht lieben, sondern sie nur Begehren. Heftige sexuelle Reaktionen kann jeder solo erzeugen oder sich von einem Partner erzeugen lassen. Das ist wesentlich harmloser und ungefährlicher als die Illusion des Dreierpacks von Verliebtheit, Pseudoromantik und Liebe, der sich schnell als Illusion erweist und nach maximal drei Monaten aufgebraucht ist. Verliebtheit und Sex hingegen können die Emotionen auf ein zeitweiliges Hoch bringen – und das immer wieder, ob mit demselben Partner oder wechselnden Partnern. Du entscheidest allein, was gut für dich ist. Natürlich hoffen ziemlich viele Menschen, dies „all inclusive“ zu bekommen. Aber da gibt es ein Hindernis: Es ist mühevoll und zeitraubend, ein solches Szenario auszugestalten. Und viele (inzwischen auch viele Frauen) scheuen den Aufwand und die Einschränkungen.

Nichts ist natürlich außer Zeugung

Die Vorstellungen davon, was „natürlicher Sex“ ist, sind meist völlig absurd. Natürlich ist ein lebendiger Penis in einer natürlichen Vagina, und der Vorgang dient ausschließlich dazu, dass sein Sperma an ihre Eierstöcke gelangt. In Wahrheit ist Sex ein ganzer Cocktail sinnlicher, lustvoller und bisweilen auch befremdlicher Genüsse, die wir als „Sex“ bezeichnen. Die Lust kennt nahezu keine Einschränkungen: Viele Körperteile und „erogene Zonen“ sind reizbar, sie es durch lustvolles Berühren oder heftigere Aktionen, und Mund und Zunge lösen weitaus heftigere Reize aus, als sie beim „PiV“-Verkehr üblicherweise auftreten. Insofern sind „Lust schenken“ und „Lust genießen“ die wichtigsten Komponenten für „schönen Sex“

Und wo bleibt die Moral?

Die Natur kennt gar keine Moral, die Gesellschaft hat recht wenige ethische Vorstellungen über Sexualität – und das Christentum (entgegen mancher Aussage) auch nicht. Unser Moral ist daher das, was in uns ist: Offenheit, Freiheit, Lust auf Lust, aber auch Hürden und Grenzen.

Sex und etwas anderes

Ein Konflikt muss schon dabei sein ...
„In einer guten erotischen Szene dreht es sich immer um Sex und etwas anderes.“
Elisabeth Benedict

Nehmen wir an, du schreibst Romane, Novellen oder Kurzgeschichten. Worum geht da? Um Sex und noch etwas anders oder um etwas anderes und um Sex?

Ich kann soviel sagen:

„Definiere zuerst das Andere, dann wird dir klar, was aus der Geschichte werden kann.


Das „Andere“ ist meist Liebe, und schon kommen wir in einen Automatismus. Da ist die Liebe, die durch Sex aufgeweicht oder aber gestärkt werden könnte, und die damit auch zu einem retardierenden Moment beim Aufstieg in den siebten Himmel werden kann. Ich erinnere mich dann immer an das bekannte Cinderella-Konzept: erst unten, dann ein kurzer Aufstieg, dann ein Abfall, bevor der erneute Aufstieg gelingt. Die „Magie“ mit der im Märchen gearbeitet wird, entspricht das lustvolle Verlangen in der Realität. Doch das Konzept ist abgenutzt - überlegen wir also, welches "Gesicht" wir dem "Anderen" geben können.

Das Andere und der Sex - Widersacher oder Befeurer?

Das „Andere“ kann zum Beispiel die Unsicherheit sein, wie der weitere Lebensweg verlaufen soll: ein erfolgreicher Schulabschluss, eine abgeschlossene akademische Ausbildung, ein Job. Und nun schreit der Körper nach Befriedigung. Dafür benötigt deine Figur einen Partner oder eine Partnerin - und er oder sie könnte alles Erreichte infrage stellen.

Ebenso könnte das „Andere“ die Suche nach der Identität sein. Die Fragen an diene Figur sind: Wer bin ich, was will ich hier, wo liegen meine Stärken und Schwächen, und warum habe ich bei Männern/Frauen immer so merkwürdige Gefühle, als ob irgendetwas nicht stimmt?

Besonders gewagt, aber nicht uninteressant, ist die Frage an deine Figur: Warum setze ich mich Abenteuern, Gefahren und Herausforderungen aus, und wieso gehe ich dabei immer an die Grenze zu wirklichen Gefahren? Erwarte ich, in der Gefahr zu erliegen oder sie zu meistern? („Die Angst ist dein bester Freund“).

Die übrigen möglichen „zweiten“ Themen basieren zumeist auf Konflikten:

Sex und Ansehen.
Sex und Macht.
Sex und Religion.
Sex und Geld.
Sex und Gewalt.
Sex und Unterwerfung.
Sex und (geschlechtliche) Verwirrungen.


Einfache Plots - mit Happy End

Die Konzeption wird in vielen Fällen in die Plots einmünden, die allgemein bekannt sind – und diesmal schildere ich alles ohne „Plots“, aber bildhaft:

1. Der eingeschlagene Weg führt trotz (sozialer, innerer) Hürden letztlich zur Zufriedenheit.
2. Der Weg ist dornenreich, schmerzlich und verwirrend, führt aber dennoch zum Glück.
3. Der Weg wird immer wieder von dichtem Dschungel, fehlenden Brücken und physischen Gefahren unterbrochen, führt aber zu einer gestärkten Persönlichkeit, die ihr Glück in jedem Fall finden wird.

Selbstverständlich könnt ihr in allen Themen auch den „Abstieg“ unterbringen. Er ist jedoch unter Autorinnen äußert unbeliebt – und kommt auch bei Leserinnen nicht gut an. Es sei denn, du schilderst märchenähnlich den Weg zweier Freundinnen, von denen eine den Aufstieg schafft und die andere daran verzweifelt.

Die Kreativität des Ärgerns

Was können Frauen tun, die erotisch schreiben wollen und zugleich frauenbewegt sind? Solche, die #MeToo nicht nur für eine Bewegung halten, sondern darin eine Herausforderung sehen?

Zum Beispiel, sich zu ärgern, und zwar richtig zu ärgern. Gut, aber das nützt nicht viel. Denn wenn der Ärger nicht hinauskann, dann staut er sich. Und etwas wirklich Tolles ist, den Ärger zu beschreiben. Auch die Lust? Na klar, auch die Lust. Kreativ zu sein heißt vor allem, die eher nebulösen Gefühle in Worte zu setzen.

Eine Autorin drückt das für den gesamten Bereich der Literatur so aus:

Für mich war das Schreiben ein Mechanismus, um mächtige negative Gefühle in ein ungeheuer befriedigende und kreative Arbeit zu verwandeln.


Also: Ärgert euch ruhig über die Männer, andere Frauen oder die Umstände, unter denen viele Frauen leben. Aber gebt dem Ärger ein Gesicht – nicht einfach einen Hashtag. Und so viel kann ich sagen: Ärger und Sex gibt eine ganz besondere Mischung, die auch eure Leserinnen begeistern könnte.

Zitat aus Ideas

Für Autorinnen: Verführer allenthalben – und ihr Ruf ist mies

Dieser Artikel wendet sich an Autorinnen, die in Liebesromanen, erotischen Romanen oder auch Kriminalromanen sowie Novellen und Kurzgeschichten eine ungewöhnliche Verführung beschreiben wollen.

Das „Gewöhnliche“ – absolut fad

Die Frau ist jung, ein bisschen naiv und unsicher über ihre Gefühle, und vielleicht gar noch Jungfrau. Der Mann hingegen erfahren, ein klein wenig durchtrieben, zielsicher und erfolgsgewohnt, und er hat schon vielen Frauen die kleinen Freuden jener Gefühle beschert, die in den Lenden erspürt werden.

Das kommt euch irgendwie bekannt vor? Mir auch. Mal wird die naive süße Maid dann Prinzessin, neuerdings auch wohl Lustsklavin, und manchmal frisst sie der Wolf.

Der Ruf der Verführer, Prinzen, Jäger und ein paar andere Märchengestalten mal ausgenommen, ist dabei durchgehen mies. Wobei wir schon mal mitten drin sind: „Der“ Verführer, heißt: männlich, skrupellos. Arbeitet mit allen Tricks und ist – wie könnte es anders sein – leicht pervers.

Ach Gottchen, Agathe, die Puppe kotzt auf den Teppich. Und die Flecken gehen nicht mehr raus. Oder mit anderen Worten: Das Klischee der männlichen Spermaschleuder mit miesem Charakter wird am Leben erhalten, so gut es geht.

Alternativen für Autorinnen

Wäre es nicht an der Zeit, einmal etwas tiefer zu gehen, etwas weiter zu denken und etwas mehr Varianten in die Thematik zu bringen?

Eine der Möglichkeiten, die du als Autorin hast: Deine Figur sei weiblich, Jungfrau, etwas unbeholfen, unsicher aber auch neugierig. Dann musst du sie nur losschicken, um sie in Grenzsituationen zu bringen, in denen es möglich ist, lustvolle, sinnliche oder gar „harte“ sexuelle Erfahrungen zu machen. Basissituation: Sie bietet sich ein wenig an, aber zögert noch aus Angst vor der eigenen Courage.

Die zweite Variante ist so realistisch, dass mich wundert, warum sie nicht häufiger verwendet wird. Diesmal ist diene Figur erfahren, sinnlich, lustvoll und darauf aus, Abenteuer zu erleben. Du schickst sie nun an Orte, an denen es sehr wahrscheinlich ist, Männerbekanntschaft zu machen, und du gibst ihr die Direktive, in jedem Fall die verführbare Unschuld zu spielen. Kurz: Kehr die Rollen um: Die Verführte ist in Wahrheit die Verführerin, aber das weiß der Verführer nicht – der ist zunächst einmal stolz auf seinen Erfolg. Basissituation: Sie gibt vor, naiv und zurückhaltend zu sein und lässt ihn im Glauben, er verführe sie.

Na schön, das wäre der Anfang, nun könnte es noch etwas bunter werden.

Frauen verführen …

… Männer zu vielen Handlungen. Nicht nur im Bereich der konventionellen Sexualität, sondern auch auf Randgebieten, und auch weit über die Sexualität hinaus. Sie können dabei Freude, Schmerz, Leid und sogar Verderben auslösen. All dies ist noch nicht oft beschreiben worden.

Und? Hast Du Lust, es einmal zu versuchen?

Frauen Verführen …

… Frauen. Aus sexueller Lust, aus Machtgelüsten, um sie zu beeinflussen oder gar, um sie in der einen oder anderen Art zu beherrschen. Deine Verführerin muss nicht unbedingt „lesbisch“ sein, um dies zu tun. Sexuelle Lüste sind nicht zwangsläufig an die Grundausrichtung gebunden.

Frauen verführen …

… manchmal Männer dazu, sich gleichgeschlechtlich zu betätigen. Das passiert gelegentlich in sogenannten „Dreiern“. Ein Thema, das man kaum Anfängerinnen empfehlen würde, aber immerhin eine weitere Variante.

Und nun nochmal: Hast Du Lust, es einmal zu versuchen? Also wenn nicht jetzt ... wann dann?

Ist Sex ein Menschenrecht?

Ich war überrascht, als ich von einem Mediziner zum ersten Mal den Satz hörte: „Sehen Sie, Sex ist ein Menschenrecht.“ Der Satz kam mir in Erinnerung, als ich kürzlich einen Bericht über Frauen las, die an Krebs erkrankt waren. Mit dem „waren“ ist es ja immer so: Du kannst am Ende geheilt sein, als geheilt gelten oder eigentlich noch krank sein. Und völlig unabhängig davon kannst du dies sagen: Wenn die Datenströme zwischen Lustorganen und Gehirn nicht mehr einwandfrei funktionieren, dann ist alles ein bisschen aus der Bahn geraten: Die Sexualorgane und das Hirn gehen sozusagen getrennte Wege.

Da klingt gut, was manche Ärzte fordern (Zitat):

Wer im Intimbereich schwer erkrankt, macht sich Sorgen um sein sexuelles Empfinden. Diese Sorgen müssen ernster genommen werden, sagen Therapeuten und Berater: Sie fordern ein offenes Gespräch über das Anrecht auf sexuelles Wohlbefinden.


Das ist alles recht hübsch: Hier sitzt der Gynäkologe, Onkologe oder Urologe, und dort der Mensch, der gerade operiert wurde. Und dann sprechen beide über sexuelles Wohlbefinden. Das ist sicher besser als nichts, denn die Patienten sind unsicher darüber, wie sie nun möglichst glücklich weiterleben können.

Schön, gut und richtig, und doch hat die Sache zwei Haken.

Ein Haken: niemand weiß, was du wirklich (noch) fühlst

Der Erste liegt darin, dass der Arzt sich nicht wirklich in die Lage eines Menschen hineinversetzen kann, dessen sexuelle Verdrahtung gekappt wurde. Das ist oftmals der Fall, und in der Tat machen sich viele Menschen darüber Gedanken. Zitat:

Wie riskant sind Operationen im Beckenboden etwa, einem Bereich, wo unzählige verletzliche Muskelfasern und Nervenbahnen verlaufen, die mit den Sexualorganen zusammenhängen oder für das Lustempfinden wichtig sind. Sie beschäftigt der Gedanke, ob ihr Körpergefühl wieder dasselbe sein wird wie vor der Therapie.

Die Sache ist so: Sexualität benötigt das Gehirn als Schaltstelle, selbst, wenn manche Menschen glauben, „vögeln sei hirnlos“. Das führt zu schrecklichen Verfälschungen, etwa solche wie „Orgasmen werden allein durch die Klitoris ausgelöst.“ Tatsächlich sitzt der „Steuermann“ immer am Schaltpult im Gehirn – und mithilfe der körpereigenen Botenstoffe steuert er den Hergang. Dazu braucht er einen Datenweg hin und einen zurück, was man sich etwa so vorstellen muss: Von Klitoris oder Penis kommen Reize, auf die reagiert werden soll. Das Gehirn stellt nun die Drogen zur Verfügung, die einen Penis steif werden lassen und eine Vagina schlüpfrig, und diese Informationen werden wieder zum Gehirn zurückgemeldet.

Ist nun der Datenkanal verstopft oder gerissen, dann werden die Impulse nicht weitergeleitet. Heißt konkret: Die Stimulation von Klitoris oder Penis führt zu keinem konkreten Ergebnis, und das Gehirn kann daran nichts mehr ändern.

Der zweite Haken: Sex muss geschenkt werden - du kannst ihn nicht erstreiten

Nehmen wir an, das alles sei nicht ganz so dramatisch. Dann bleibt immer noch die Tatsache, dass sich Sex nicht vor Gericht erstreiten lässt. Wir alle sind darauf angewiesen, Sex geschenkt zu bekommen – nur dann erfüllen wir die Standards der Gesellschaft. Nun aber werden komplizierte Prozesse nötig, etwa besondere Stimulationen, Pumpen oder Implantate, die allesamt den gleichen Haken haben: Sie wirken nicht spontan, und sie geben nicht wirklich die zuvor bekannten Lustgefühle. Zwar können Frauen und Männer auch damit noch Orgasmen haben, aber sie sind schwerer zu erreichen und von schlechterer Qualität. Vor allem der Mann kann die Ejakulation und den Orgasmus nicht, wie gewohnt, in unmittelbarer Folge bekommen – denn die Ejakulation wurde durch eine Totaloperation der Prostata in jedem Fall unmöglich.

Die Frage, ob Sex bei stark geschädigten, unverheirateten Frauen und Männern auch als Dienstleitung erbracht werden könnte, ist hochgradig umstritten. Einerseits ist es in manchen Fällen möglich und auch erwünscht, doch andererseits gilt der Prostitutionsvorbehalt auch dann, wenn er nicht ausgesprochen wird. Heißt konkret: „Sexarbeit ist dreckige Arbeit, und niemand sollte sie machen.“

Sex als Dienstleistung?

Dieses Thema wurde kürzlich stark strapaziert. Wenn Sex als Dienstleistung erbracht wird, ist das nicht gerade ein romantisches Manifest und vielleicht nicht einmal „politisch korrekt“. Doch ist die Vorstellung, Sex sei immer mit Liebe und zweckfreier Hingabe verbunden, kann ebenso als Illusion bezeichnet werden.

Das Menschenrecht steht auf tönernen Füßen

Und das Menschenrecht? Wie kann Sex als „Menschenrecht“ bezeichnet werden, wenn man darum betteln muss?

Irgendwie stimmt etwas nicht mit der Aussage „Sex ist ein Menschenrecht.“ Rechte sind einklagbar. Sex ist es nicht. Und was die Lust für Singles nach der Krebsdiagnose betrifft: Viele Frauen und Männer würden ablehnen, sich einen Partner mit einem Karzinom anzulachen. Und das macht die Sache nicht eben leichter und verhindert noch stärker, dass Sex wirklich zum Menschenrecht wird.

Sex - der Stellenwert

Und du denkst doch daran, nicht wahr?
Wenn ihr euch mit eurer Sexualität beschäftigt, werdet ihr euch früher oder später die Frage stellen: „Welchen Stellenwert hat sie für mich?“

Nun kann man sagen: Eigentlich hat sie ja wirklich den höchsten Stellwert, weil sie ja (nun, gelegentlich) der Fortpflanzung dient. Eigentlich – ja eigentlich. Unsere Brüder und Schwestern im Säugetierbereich, von den übrigen Primaten einmal abgesehen, haben ja nur bestimmte Zeiten, in denen „Sex“ sie verrückt macht. Dann sind sie eben „läufig“ oder „rollig“, wie die weiblichen Haustiere.

Können, wollen, begierig sein

Ja – und nun wir. Wir könnten immer, wenn wir wollen würden und sich Gelegenheiten ergäben. Wir können sehr bewusst auf die Suche nach einem Partner gehen, uns auf den schönen Zufall verlassen oder uns ganz zurückziehen. Die Suche können wir sehr selbstbewusst und mit der nötigen Distanz tun, oder ein bisschen leichtsinnig und begierig. Und schließlich können wir dem Wahn verfalle, denn angeblich sind Religion, Drogensucht und Sexgier in den gleichen Regionen des Gehirns zuhause – falls man der noch etwas holprigen Forschung auf diesem Gebiet Glauben schenken will.

Mythen, Frauen und Männer

Oh ja – ein bisschen leben wir von Mythen. Frauen können immer, wollen aber nicht immer. Männer wollen immer, können aber nicht immer. Oder auch: Frauen wollen eigentlich gar nicht, weil konventioneller Sex sie nicht befriedigt. Oder sowieso nicht, weil sie keinen „eigentlichen“ Sex-Drang haben. Gründe gibt’s immer, und man kann sie sogar nachlesen. Na, und dann Männer: Von früh bis spät einen steifen in der Hose, und ständig bereit, ihn herauszuholen.

Der Stellenwert - Bedürfnisse wandeln sich

Wie ist er denn nun, der Stellenwert? Na klar. In unserem Leben ist Sex schon mal vorgekommen, oder etwa nicht? Und wir haben uns (meist sehr erfolgreich) eingeredet, dass Sex ganz viel mit Liebe zu tun hat. Außer in Liebesromanen. Da hat Liebe etwas mit Triefkitsch zu tun, und Sex stört nur.

Im Laufe eines Lebens lernt man: Sex steht nicht immer ganz oben auf der Bedürfnisskala. Dafür wird immer wichtiger, wirklichen Genuss am Sex zu empfinden – und solche Genüsse können sehr unterschiedlich sein. Und oftmals – ja wirklich – will der Partner nicht so recht ran an das, was den jeweils anderen vor Lust juchzen lässt.

Nein, es ist nicht einfach mit dem Sex. Nicht als Single, nicht als Paar auf Zeit und nicht als beständiges Paar. Und wenn wir gar an die geheimen Lüste denken, dann … nun ja, dann zeigt sich eben, warum es Sexromane gibt. Da erfüllen sich die Wünsche, von denen wir nicht einmal zu träumen wagen, weil sie so richtig schön schmutzig sind.

Männer begeistern: Geizen, Reizen, Spreizen oder Peitschen?

Männer begeistern: mit den Reizen geizen, zum Reizen spreizen? Oder vielleicht gar peitschen? Die Antwort müsst ihr selber finden. Aber Möglichkeiten sehen wir schon ...

Romantik ade … irgendwann ist die Zeit des Küssens und Kosens vorbei. Und miteinander zu schmusen, ein paar Zungenküsse auszutauschen und dabei rollig zu werden wie einst im Mai? Ach, alles nutzt sich ab.

Geizen mit Reizen

Da sagt die Freundin: „Ach, verweiger dich einfach, dann wird er schon um dich werben.“ Ja, wenn er’s nur täte. Mit den Reizen zu geizen bringt wirklich nichts, auch wenn dann und wann ein Raunen durchs Internet geht: „Musst ihn mal eine Weile keusch halten, dann wirst du dein blaues Wunder erleben.“

Reizen mit Reizwäsche?

die wirkung des negligés
Ob der Gang zum Miederwarengeschäft etwas bringt? Sündhaft teuer süße Fummel, spitzenbesetzt, chic, frivol und teuer? Vielleicht ein Negligé oder Baby Doll? „Strapse“, flüstert eine andere Freundin, „die wirken immer, wegen der Kontraste an den Schenkeln, weißt du … und zieh auf keinen Fall einen Slip drunter an …“

Doch, was ist, wenn frau sich in Retro-Dessous oder Hurenklamotten nicht wohlfühlt? Was, wenn es dir einfach peinlich ist, dich mit 50 anziehen wie ein Sugar-Baby? Oder wenn alles an dir aussieht, als sei’s nicht für dich gemacht?

Reizen und es gar nicht reizend finden?

ob es freude bereitet?
„Wie steht’s bei dir eigentlich mit oral, machst du’s ihm?“ Wieder so eine Frage, die du nicht wirklich beantworten willst, oder? Tapfer ausprobieren mit Augen zu und hinterher ausspucken? Was, wenn es dich ekelt, ich meine richtig ekelt, egal ob er vorher Ananassaft getrunken hat oder nicht?“

Reizen mit Spreizen

„Nichts ist geiler, als wenn du es dir selbst machst und er zuschaut“, aha, der nächste kühne Rat. „Spreiz die Beine und zeig’s ihm.“ Aber was ist, wenn du dich schämst, nie „Toys“ verwendet hast und du sowieso nicht wirklich willst, dass dich dein Liebster „so“ sieht?

In der Rolle der Domina oder Sklavin reizen?
reizen durch peitschen?
„Und … schon mal mit Rollenspielen versucht?“ Das ist der letzte Schrei, und angeblich machen es inzwischen alle. Na ja, fast alle und wohl eher irgendwie als konsequent.

Bist du schon auf die Idee gekommen, eine Episode aus den „50 Shades of Grey“ auszuprobieren? Ich rate dir gut: Mach es andersrum. Werde zur sinnlichen Tante mit Röckchen und Stöckchen, der dem bösen Buben von Mann mal den Hintern versohlt. Es gibt noch mehr Rollenspiele, und dein Männlein wird nicht gleich auf alle eingehen. Aber ich in ziemlich sicher: Von irgendetwas in der Art wird er geil. Er? Oder vielleicht du? Was hast du so gefühlt, als du die „50 Shades“ gelesen hast?

Nun gut. Wenn du Rollenspiele für Affentheater hältst, Fesselungen für Freiheitsberaubung oder Peitschenhiebe für Körperverletzung, dann ist das nicht dein Ding.

Vanilleschoten oder doch lieber Chilischoten?

Aber irgendwie willst du doch, dass deine Lust von Vanilleschoten zu Chilischoten übergeht, oder?

Wir haben überall nachgefragt und angeklopft - und teils verblüffend positive, teils aber auch ausgesprochen abschreckende Antworten bekommen. Eines aber scheint sicher zu sein: „Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.“ Manchmal kommt einem der alte Liedertext ins Gedächtnis zurück … „Beim ersten Mal da tut’s noch weh … doch nach und nach, so peu a peu, gewöhnt man sich daran.“

Nur Gewöhnung? Das wäre traurig, weil dann die lustvolle Begeisterung fehlt, die sinnliche Ekstase, das abtauchen in die Lust. Denn so viel fanden wir heraus: Der Appetit kommt beim Essen. Und wer einmal seinen Finger in Tabasco oder Mousse au Chocolat getaucht hat, der kann auch süchtig danach werden, es immer wieder zu tun.

Und du ...?

Ja, was würdest du gerne tun? Und was auf gar keinen Fall? Verrate uns deine Wünsche, Träume, Geheimnisse und süße Perversionen, die sich in dien Hirn eingenistet haben. Wir sind gespannt darauf. Und wenn du’s nicht magst – vielleicht kennst du ja jemanden, der mal drüber schreiben möchte.

Hinweis: Der Artikel aus der Ex-Liebeszeitung vom 4. September 2012 wurde von Isidora umgeschrieben, der Zeit angepasst und erweitert.Die Liebeszeitung verzeichnete 125.329 Zugriffe.

Bilder:
Paar: Beranger.
Mund: Fotomontage.
Peitschenlady: Zeichnung eine ungarischen Künstlers, gegen 1935.

Schockierende Wahrheiten über Sugar Babys

Süss sein - die Süße spielen - was bedeutet dies wirklich?
Ein „Sugar Baby“ ist nichts mehr als eine jugendliche Geliebte, die finanziell ausgehalten wird. Eine Geliebte zu werden, ist eine Entscheidung, die jede Frau für sich selbst fällen muss, und dafür eine finanzielle Entschädigung auszuhandeln, ist eine Frage der ethischen Grundeinstellung.

Wer hat nun aber ein Interesse daran, das „Sugar Baby“ schön zu reden? Die jungen Frauen, die sich als jugendliche Geliebte verdingen, wohl kaum. Sie verfolgen ihre Ziele beharrlich unter dem Deckmantel eines Doppellebens, das sie schützt. Anders die Dating-Agenturen, die im Internet Kontaktzonen für „Sugar Babys“ und „Sugar Daddys“ zur Verfügung stellen.

Sugar Baby - ein Dasein ohne Sorgen?

Glaubt man ihnen, so ist das Sugar-Baby-Dasein ein Leben ohne Sorgen, denn der „Sugar Daddy“ sorgt für Studiengebühren und Lebensunterhalt, und etwas Luxus fällt dann auch noch ab – meist durch Einladungen und teure Geschenke. Man spricht vornehm von einer „Allowance“, also einer „Apanage“ oder frei verfügbaren Summe, die monatlich sicher und zuverlässig aufs Konto fließt, um die Lebenshaltungskosten zu sichern und vom „Sponsoring“ der jungen Frauen.

Also: Sorgenfrei studieren, dazu einen verlässlichen älteren Freund und Lover haben, der für alles aufkommt und zudem noch verständnisvoller Förderer und erfahrener Lover ist?

Die Versprechungen sind enorm. Man hört von „Allowances“ von bis zu 3000 EUR, GBP oder USD. Doch dabei vergessen viele, dass sich nur wenige Männer leisten können, solche Summen regelmäßig auszuzahlen. Und falls der Sugar Daddy wirklich sehr hohe Summen spendiert, erwartet er allzeit die spontane Bereitschaft, dass sein „Sugar Baby“ ihm lustvoll und barrierefrei Premium-Sex schenkt.

Versprechungen und Realitäten

Ob diese Beträge tatsächlich so hoch ausfallen? Beobachter der Szene sind skeptisch. Wer 50.000 Euro im Jahr netto verdient, wird seinem Sugar Baby maximal 500 Euro pro Monat anbieten können. Das sind immerhin schon 12 Prozent seines Nettoeinkommens. Es gibt geringere und höhere Zuwendungen, aber das Maximum liegt nach glaubwürdigen Berichten bei etwa 2000 EUR, GBP oder USD. Und weil der „Sugar Daddy“, der so viel Geld einsetzen möchte, die freie Wahl unter den Frauen hat, die sich als „Sugar Baby“ anbieten, kann er auch die Geliebte wechseln, wenn er nicht zufrieden mit ihrer „Begleitung“ ist.

Offenbar ist die Bereitschaft zu festen monatlichen Netto-Zuschüssen (Allowances) ohnehin nicht sonderlich ausgeprägt. Wir lasen, dass die „Zahlungsmoral“ der Sugar Daddys offenbar nachgelassen hat:

Die meisten Sugar-Baby-Beziehungen werden entweder über wöchentliche Zahlungen in bar abgewickelt oder auf der Basis „Er zahlt, wenn er dich braucht“.


Eine Geliebte, die Emotionen für eine Flatrate anbietet?

Ist dies bei Beziehungen mit einem festen Beitrag zum Unterhalt besser? Oft hört man: „Eine Sugar-Daddy-Beziehung verläuft wie jede andere Beziehung auch.“ Eine sehr zweifelhafte Behauptung. Schon die Beziehung zu einer unbezahlten, romantischen Geliebten verläuft in der Regel nicht „wie jede andere Beziehung auch“ und eine Beziehung gegen Geldzahlungen ist eine wirtschaftliche Übereinkunft, bei der Emotionen gegen Geld getauscht werden und keine Beziehung aus Leidenschaft. Dies wird auch deutlich, wenn man genau liest, was die Autorinnen und Autoren schreiben:

Außer beim ersten Date wird der Sugar Daddy bei jedem Date Sex erwarten.


Was im Grunde und recht schnörkellos bedeutet, durch die monatliche „Allowance“ eine „Flatrate“ auf Sex erworben zu haben – jedenfalls aus der Sicht des Sugar Daddys.

Das Fatale: Trotz der vielen Unwägbarkeiten gibt es ein Überangebot an Sugar Babys. Aus wirtschaftlicher Sicht könnte man sagen: Ein Überangebot verschärft den Wettbewerb, drückt die Preise und führt zu einem Verfall der „üblichen“ Usancen und Vereinbarungen.

Warum wir unsere Betrachtungsweise zum Thema verändern

Was heißt dies für die Liebeszeitung und unser Magazin „Sinnlich Leben“? Knallhart: Wir müssen das Thema der „Sugar Babys“ und des „Sugar Datings“ in Zukunft noch kritischer behandeln, als wir es ohnehin schon taten.

Anderer Meinung? Dann heraus damit! Wir hoffen auf sinnvolle Kommentare.

Dieser Artikel erschien zuerst in der "Liebeszeitung".- das Datum wurde beibehalten.
Hinweis zu den Quellen: In nahezu jedem Artikel, der in Zeitungen, Zeitschriften, Foren oder Blogs zum Thema erscheint, wird mehr oder weniger unverblümt für einschlägige Dating-Agenturen geworben. Dies gilt auch für eher kritische Berichte.Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Quellen nur selten.

Was du über Sex mit dem Date wissen musst

Zweifel, ob sie mehr schenken soll?
Sex mit einem neuen Partner kann für dich ein Weg in die Abwertung sein. Üblicherweise ist er bei Frauen er mit der Furcht verbunden, ihre Stärke zu verlieren, wenn sie nackt mit einem Mann im Bett liegen. Frauen denken oft, sie geben ihre Persönlichkeit auf, wenn sie ihren Körper anbieten.

Was du wissen musst:

Sex mit jemandem (egal ob neu oder „irgendwie“ bekannt) ist niemals eine Garantie für eine Liebesbeziehung. Du solltest dir wirklich zur Regel machen: Wenn du den Sex selbst genießt, dann ist er auch gut für dich. Wenn du ihm Sex schenkst, um ihn zu behalten, liegst du schief. Es geht also niemals darum, wann, wo und wie du ihm erstmals Sex geben wirst, sondern darum, ob du Lust auf Sex mit ihm hast.

Bild von Konstantin Andrejewitsch Somow, ca.1910

Schweden - Sex muss freiwillig sein

"Sex muss freiwillig sein" – wer würde das bestreiten? Doch wenn jemand einen solchen Satz besonders betont, und dies gar noch vor einem Parlament, wie jetzt in Schweden, werden Zweifel laut: Ja, war den Sex in Schweden bisher nicht freiwillig?

Verträge zwischen Personen können nahezu überall auf der Welt mündlich, schriftlich oder in anderer Weise geschlossen werden. Man spricht unter Juristen auch von zwei „übereinstimmenden Willenserklärungen“. Und nun erkennen wir, was gemeint ist: „Nein“ ist „nein“, wie anderwärts auch, aber „dulden“ soll nicht mehr als „Ja“ gewertet werden können.

Wer sagt schon: Bist du einverstanden, jetzt mit mir zu vögeln?

Dem kann eigentlich auch jeder zustimmen – die Frage ist nur: Wie sagt jemand „Ja“? Und darüber streite man nun heftig. Und das hat sicher seinen Grund, denn bisher fragte kaum jemand: „Du, Ebba, willst du jetzt mir mir schlafen? Und wenn ja, sag mir bitte, wie du es gerne hättest, damit ich nichts falsch mache?“ Und das wird auch in Zukunft kaum jemand fragen. Also werden sich Ebba und Eric wohl auch in Zukunft „nonverbal“ verständigen müssen.

Der „positive nonverbale Beweis“? Nun ja, er ist wahrscheinlich nicht zu erbringen.

Gewachsen auf dem Acker des Feminismus - für heterosexuelle Frauen?

Und das Gesetz? Es ist auf dem Acker des Feminismus gewachsen und von der MeToo-Debatte gedüngt worden. Zwar gilt es offiziell für beide Geschlechter und deren Möglichkeiten, aber es ist klar ein Pro-Feminismus-Gesetz, das überwiegend die Beziehungen zwischen weiblichen und männlichen sogenannten „Heterosexuellen“ regulieren soll.

Das Gesetz hat einen Sinn - aber einen anderen

Der Sinn freilich liegt tiefer: Der Alkoholkonsum, möglicherweise auch der Konsum anderer Drogen, spielt eine immer größere Rolle unter Jugendlichen und leichtfertigen Erwachsenen. Sie waren offenbar vielfach „nicht im Vollbesitz ihres Bewusstseins“, als sie sich ohne „Nein“ und ohne nennenswerte andere Abwehrregung sexuell „benutzen“ ließen. Sie in dieser Weise zu überrumpeln, ist gemein, hinterhältig und in jeder Weise zu verachten.

Die Frage bleibt dennoch: Wie werden die Menschen in Schweden einander signalisieren, dass sie jetzt und hier miteinander vögeln wollen?

Sex ist mehr als Penetration

Klassischer Sex - PiV (verborgen) in der "üblichen" Stellung
Irgendwie hat es sich so eingebürgert in die Sprache: “Sex haben“ ist ein Synonym für „Penetration“. Schon zuvor war es der Begriff „miteinander schlafen“, der nichts anderes bedeutete, als einen Penis in die Vagina zu versenken- und offiziell nannte man es auch „Beiwohnung“.

PiV ist zwar Sex, aber Sex ist mehr als PiV

Sex als Penetration (PiV) an sich ist kaum ein sinnlicher Genuss, und wenn, dann ist es ein Kurzer. Wer ihn verlängern will, sei es Frau oder Mann, muss an einen sinnlichen Partner geraten oder sich selber sinnlich berühren, um den vollen Genuss zu erleben. Das ist eigentlich ein alter Hut. Frauen wissen mehr darüber als Männer, weil sie es leichter haben, mit vielen, aufeinanderfolgenden, lustvollen Orgasmen zu experimentieren.

Der sinnliche Genuss ist auch dann Sex, wenn die Vagina unbeteiligt bleibt

Doch was bringt eigentlich den sinnlichen Genuss? Beteiligt sind die Haut, die Nerven darunter und das Gehirn. Haut ist alles, was außen ist, gleich, ob sie als Schutzschicht außen liegt oder erst lustvoll freigelegt werden muss. Die Nerven liegen dahinter, und sie zu stimulieren, ist mal auf einfache Art möglich, und mal bedarf es einiger Anstrengungen. Wer auch nur zwei Partner(innen) in seinem Leben hatte, der wird wissen: Mancher wälzt sich in Wollust, wenn bestimmte Körperteile berührt werden, während ein anderer es ablehnt, dort jemals angefasst zu werden – verliebt oder nicht. Und bei einem dritten Teil funktioniert es gar nicht.

Was die Nerven wirklich tun - und warum das Lust auslösen kann

Wie kommt’s, dass mancher lüstet, mancher patzt?

Genau weiß es niemand, aber es liegt im Prinzip daran, dass die Nerven ja nicht einfach herumlungern, auf Berührung hoffen und dann begeistert sind, das endlich was passiert. Denn was mit den Signalen geschieht, die Nerven aussenden, entscheidet das Gehirn: Annehmen und sinnliche Gefühle erzeugen, Annehmen und als Gefahr ansehen oder erst mal gar nichts tun. Psychologen nehmen an, dass daran ein Lernprozess beteiligt ist, der allerdings im Detail nur schwer zu durchschauen ist. Klarer ist allerdings, dass unser Hirn überhaupt nur dann Aktionen plant, wenn dadurch etwas (aus der Sicht der Natur) Sinnvolles bewirkt werden kann. Hingabe, Genuss, Abwehr, Flucht oder Minderung des Schmerzes sind solche Maßnahmen.

Wenn alles „ganz normal“ abläuft, sind gewollte Berührungen durch den Partner (die Partnerin) immer willkommen. Doch was gehört dazu, was nicht?

Sinnlicher als PiV-Sex - lustvolle Berührungen
Sinnliche Berührungen können "Sex" sein

Zunächst einmal gehören zur erotischen Sinneslust alle Berührungen des Körpers. „Haut auf Haut“ ist der Standard, der bei jeder Berührung Impulse ans Hirn senden kann:

1. Berührungen mit dem ganzen Körper, ohne Penetration.
2. Küssen.
3. Reiben der Haut aneinander (Wangen)
4. Umarmungen.
5. Äußerliche Berührungen mit den Händen.
6. Gezielte Massagen.
7. Berührungen mit den Füßen.
8. Leichte Handschläge.
9. Berührung der Brüste (bei Männern).

Wenn etwas in etwas eindringt

Werden die Genitalien (auch äußerlich) berührt oder dringt ein Körperteil in den Intimbereich (auch den Mund) ein, so kann man von sinnlichen Berührungen mit sexuellen Aspekten sprechen oder auch gleich von sexuellen Kontakten.

1. Zungenküsse.
2. Intimküsse bei Frau und Mann.
3. Berührung der Brüste (Bei Frauen).
4. Intimmassagen aller Art.
5. Oralverkehr jeder Art.
6. Handverkehr (der Frau am Mann)
7. Fingern (in der Vagina)
8. Analverkehr.
9. Standard Penetration (PiV)

Solche Berührungen lösen normalerweise heftige körperlich-seelische Reaktionen aus, die sich in enormen Lustgewinn oder massiver Ablehnung dokumentieren lassen. Die Ablehnung kann auch dann erfolgen, wenn beide einander lieben und nur das Beste füreinander wollen.

Lustvolle und sinnliche Verhaltensweisen

Ob auch Präsentationen als „Sex“ bezeichnet werden können, ist umstritten. Präsentationen sind lustvolle, provokative Darstellungen des eigenen Körpers in Dessous oder aufreizenden Kleidern oder sexuelle Berührungen an sich selbst, die den Partner aufreizen sollen.

Heute verzichten wir darauf, SM-Aktvitäten, Fetische, Pornografie, Masturbation oder gewagte Rollenspiele mit einzubeziehen. Es soll ja schließlich nur um sexuelle Berührungen unter Paaren gehen.

Fazit: Sex ist lustvolle Intimität

Was ist Sex denn nun? Mit dem Partner bedeutet es vor allem, intim miteinander zu sein, gleich, welche Motive er hat oder welche du hast. Und es ist definitiv nicht nötig, immer den Penis im Kopf zu haben – und auch nicht anderwärts, wo’s intimer wird.

Bilder: Oben: Aus Kalenderblättern (?) des 18. Jahrhunderts. Mitte: Teil von "Preludes" von P. Becat.

Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.