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Warum kann Sexualität fließend sein und warum nicht?

Wahrscheinlich kennt ihr Begriffe wie die „sexuelle Ausrichtung“. Das ist der Weg, den jemand nach der Pubertät einschlägt und dann weiter verfolgt. Dabei zeigen sich drei Grundtendenzen:

1. Jemand ist eindeutig heterosexuell oder eindeutig homosexuell.
2. Jemand bevorzugt heterosexuell Beziehungen, ist aber anderen nicht grundsätzlich abgeneigt.
3. Jemand schwankt zwischen Homosexualität und Heterosexualität.

Völlig unabhängig von Begriffen wie „Sexueller Orientierung“, „sexueller Veranlagung“ oder“, „sexueller Präferenz“, „sexueller Neigung“ und „sexueller Identität“ kann jede Person auch Freude an sexuellen Handlungen haben die er selbst verursacht oder die ein beliebig geschlechtlicher Mensch an ihm vollbringt. In den ersten Fällen ist es eine Lebenseinstellung, in den zuletzt genanten ein lustvolles Spiel, das nur sehr bedingt etwas mit der „Orientierung“ zu tun hat.


Hat sich jemand festgelegt und kann er sich nichts anderes vorstellen, als „Entweder-oder“ zu sein, ist das in Ordnung. Ist er im Konflikt um seine „wahre Orientierung“, kann er dies in Einzelgesprächen, Selbsthilfegruppen und Therapien herausfinden. Solche Menschen und Institutionen haben Erfahrung damit, das Hirn zu lüften und Klärungen herbeizuführen.

Diejenigen, die im Grunde heterosexuell orientiert sind, daran ihr Glück gefunden haben und dennoch gerne mal in Nachbars Garten grasen, benötigen sehr viel Selbstbewusstsein und eine geschlechtsneutrale Genussfähigkeit. Das Selbstbewusstsein hilft, sich gegen Angriffe von außen zu verteidigen und innerlich stabil zu bleiben. Die geschlechtsunabhängige Genussfähigkeit ist meist gewachsen.

Eines der eher harmlosen Beispiele: Die Hand, die den Penis berührt, kann die eigene sein, die einer liebevollen Frau oder die eines erfahrenen Mannes. Für Frauen gilt dies analog für die Klitoris. Besonders geschlechtsneutral werden zumeist die Tagträume und Fantasien empfunden, in denn wirklich nicht klar ist, wer wen berührt, weil alle Berührungen nur in der eigenen Vorstellung stattfinden.

Die Beispiele mögen zeigen, warum es keine „fließende sexuelle Orientierung“, wohl aber eine fließende sexuelle Genussfähigkeit geben kann.

Klar – diese Thesen sind nicht genügend gesichert. Aber alles spricht dafür, dass es neben der eher geschlechtszentrierten Orientierung auch eine solche auf den höchsten erzielbaren Genuss gibt.