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Kann es die Schönste am Besten?

glamourös schön sein ist nicht immer das schönste für den partner
Männer glauben oftmals, die schönste, ebenmäßigste (ja, wir wissen, das Wort gibt’s eigentlich nicht) und von äußerer Sinnlichkeit umhüllte Frau könnte den Kerlen auch die höchsten erotischen, sexuellen oder einfach sinnlich-schmervollsten Vergnügungen bereiten.

Falsche Vorstellungen aus der Pornografie

Diese Vorstellung nährt sich (mehr oder weniger) aus der Pornografie, hat aber keinerlei Verankerung ind der Realität. Äußere Schönheit und Ebenmäßigkeit ist ein Geschenk der Gene, und oftmals auch (manche Frauen werden wissen, wovon wir reden) ein Fluch. Die erotischen, sinnlichen und sexuellen Praktiken hingegen haben nichts mit der Schönheit, sondern mit der Begeisterung für alles Sexuelle zu tun, vermischt mit möglichst reicher Erfahrung.

Nicht Schönheit zählt, sondern sinnliche Begeisterung

Frauen hören dies nicht gerne. Eine Frau, die von ihrer Sexualität begeistert ist und ebenso gerne Lüste schenkt, wie empfängt, wird oft mit dem Wort „Schlampe“ bedacht. Und weil dies so ist, halten sich viele Frauen zurück, bis sie eine Möglichkeit sehen, die Beute „Mann“ damit so zu fesseln, dass er etwas oder auch viel länger bleibt als eine Nacht.

Schönheit ist absolut zweitrangig, wenn du Lust oder Beziehungen suchst

Männer, die unbedingt eine wunderschöne Frau an Tisch, Bett sehen und erfühlen wollen oder die sich gar wünschen, von einer Spitzenschönheit in Leder oder Dessous gepeitscht zu werden, haben extrem schlechte Karten. Zunächst einmal haben die Schönen oft nicht viel Lust, sich anzustrengen, wenn es um die Erfüllung männlicher Wünsche geht. Haben diese Schönheiten Langzeiterwartungen, so werden sie mehr auf das soziale und monetäre Kapital achten, das der Mann mitbringt – und letztlich auch auf seine äußerliche Attraktivität. Haben sie Erwerbssinn und sind sie auf Abwegen, so werden sie versuchen, ihre Schönheit auf die eine oder andere Art in Geld oder Geldeswert umzuwandeln. Und weil sie dabei „anständig“ bleiben wollen, in möglichst viel innerhalb kürzester Zeit, um nicht in schlechten Ruf zu geraten. Das heißt für den Mann, der immer, überall und für alles, was ihm Lust bereitet, privat eine „schöne Frau“ sucht. Er wird unterküsst, untervögelt und mit schwanenweißem Gesäß leben müssen.

Die Lust am Körper des anderen ist wichtiger als seine Schönheit

Die Kunst, sinnlich Erotik oder erfüllten Sex zu schenken, liegt darin, wie Frauen (und Männer) Körper, Geist und Psyche dahin wenden, die größtmögliche Lust zu erzielen. Das ist (mindestens bei Frauen) unabhängig von Alter, Aussehen oder Gewicht, und was das Alter betrifft, so ist Reife sicherlich kein Schaden. Und die wahren Fähigkeiten entwickelt eine Frau selten „aus dem Stand“, sondern eher innerhalb einer erotischen Beziehung, in der sie auf das Feedback des Körpers des (oder auch der) anderen achtet. Falls ihr jetzt sagt: Aber Escort-Girls oder Pro-Dommes tun es doch auch ad hoc, dann bedenkt bitte, dass diese Frauen Routinen nutzen. Der Unterschied: Sie beruhen nicht auf der Freude am Erlernten, nicht auf der eigenen Lust oder der Freude am Schenken, sondern auf dem Gedanken, dass die Erfüllung des Partners Geld in die Kasse spült.

Es ist keine Schande, eine ganz normale Person zu sein und sinnliche Lust zu verspüren oder jemanden damit zu beschenken. Du kannst über 50 sein, über 90 Kilo wiegen oder schlaffe Brüste haben – das spielt keine Rolle, wenn du weißt, was du kannst und wem du es gegebenenfalls schenken möchtest.

Kann denn Liebe Sünde sein?

Wollust als Haltlosigkeit?
Wir sollten mal über die Sünde sprechen. Denn viele Menschen glauben, dass sie sich „versündigen“, wenn sie lieben. Falls wir das präzisieren müssen: wenn sie so lieben, wie es die christliche Kirche nicht vorsieht. Denn „die Liebe an sich“ ist ja schon von Grund auf sakral – sie kann also keine Sünde sein.

Steigen wir ein bisschen tiefer ein: Wie kommen die Kirchen eigentlich auf die Idee, dass es Sünden gibt?

Das erklärt uns ein Autor von Wikipedia so:

Die Sünde besteht nach christlichem Verständnis in einer Abkehr von Gottes Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder im Sich-Verführen-Lassen.


Fassen wir’s mal zusammen: Wir müssen „Gottes Wille“ kennen, dürfen seinen Worten nicht misstrauen und uns nicht „dem Bösen“ zuwenden, das uns verführen will.

Halt! Leben wir eigentlich im historischen mosaischen Umfeld? Oder im Mittelalter?

Nicht frei, nicht gleich, dafür sündig und unmündig

Nein – natürlich nicht. Nach christlicher (insbesondere katholischer) Auffassung sind wir weder frei und gleich geboren noch zu Gottes Ebenbild, sondern leben von Geburt an unter dem Makel der Erbsünde. Ob das nun wirklich so in den Büchern Mose steht? Da könnt ihr ja mal einen Theologen fragen. Er wird euch wahrscheinlich sagen, dass die Erbsünde eine Konstruktion ist.

Und die Liebe? Sie existiert eben auch als Lust, und als Lust steht sie der Wollust nahe, und eben jene Wollust ist nicht nur eine Sünde wie viel andere, sondern eine Todsünde – und davon gibt’s nur sieben.

Die anderen sind Hochmut, Geiz, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit.

Wollust - die Mutter weiterer Sünden?

Was ist sie nun, die Wollust? Sie führt, so habe ich mir sagen lassen, zu weiteren Sünden, weil sie vom Genuss, dem begehren und dem unkeuschen Verhalten angetrieben wird. Pikanterweise wurde der Vorwurf der Wollust in Hexen- und Ketzerprozessen erhoben, und er richtet sich ebenso gegen einen großen Teil der „unkeuschen“ Literatur.

Im Volksmund sind „Sünden“ eher kleinere Abweichungen von ungeschrieben Gesetzen. Und weil wir „allemal Sünder“ sind, dürfen wir sie zumeist weglächeln.

Findet eure Antworten selbst; Sünder

Und was die Lust betrifft, die Sinnlichkeit, die Verführung und was sonst noch als Sünde zählt?

Findet eure Antwort darauf, wenn ihr katholisch seid, Mitmenschen. Und für den Rest gilt her, was Zarah Leander mit rauchiger Altstimme vortrug:

Liebe kann nicht Sünde sein,
doch wenn sie es wär'
dann wär's mir egal -
lieber will ich sündigen mal,
als ohne Liebe sein!


Wem das zu profan ist, dem füge ich noch ein Zitat aus „Schwester Monika“ hinzu (um nicht gleich de Sade zu zitieren, der hier wahrscheinlich als Ketzer herausfallen würde):


Beide, die Schönheit der Seele und die des Leibes, sind ja ohnehin dem Verderben und der Auflösung unterworfen, warum sie nicht genießen, warum sich ihrer nicht teilhaftig machen? Nicht zu lieben, nicht zu genießen, sind die größten Verbrechen gegen die Gottheit und die Natur.


Ja, die Gesetze … vor allem die mosaischen. Man wird unter den „Zehn Geboten“ keines finden, das die Lust an sich verdammt. Nur das Neiden, das Begehren des „Eigentums“ des anderen, das wird verdammt.

Zitat Leander: Nach der Aufnahme. Zitat "Monika" nach dem Original von 1815 aus einer Ausgabe von 1910. Als Autor gilt nach ausführlichen Textanalysen und anderen Indizien der Jurist und Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann.Bild oben (Auszug) Pieter Brueghel

Unser Botschaft zur Sinnlichkeit …

Dem Reinen sollte alles rein sein. Es gibt sie, die Sinnlichkeit, und man kann sich ihn sie hineinfallen lassen. Daneben gibt es all die kleinen Sünden, die Vergehen gegen die sorgsam gehütete Sittlichkeit und die Grenzfälle, in denen wir uns nicht recht klar werden: ist’s nun noch der reine Genuss oder wandeln wir bereits am Abgrund?

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut .. was für ein Unsinn, Herr Goethe. Haben Sie selbst so gelebt? Wollten Sie in ihren Träumen gerne wie Gott werden? Und warum ist die Natur „unfühlend“? Sind wir nicht Teil der Natur, wie die Natur Teil von uns ist? Dürfen wir nicht fühlen und genießen, wie es uns die Natur des Menschseins gebietet?

Wenn es ein Motto für dieses Magazin gäbe, dann wäre es dies:

Genieße dein Leben. Durchstreife die sinnlichen Seiten des Lebens. Es ist gar nicht so einfach, dabei zu sündigen. Und wenn du einmal wirklich sündigst, dann tu es mit Inbrunst und Hingabe, nicht mit Skrupel und Furcht.

Ich habe diese Weisheit von einem Kardiologen in mittleren Jahren. Es ist nun schon fast 12 Jahre her, das ich ihn traf.

Wenn ihr jemandem folgen wollt, dann folgt dem fröhlichen Fachmann, nicht dem griesgrämigen Verhinderer. Manche von euch hat niemals wirklich genossen, weil er (oder sie) die angeblichen Konsequenzen daraus fürchtete. Und wenn ihr euch schon Gedanken machen wollt, dann folgt (diesmal) bitte all jenen fröhlichen Psychologen, die uns fragen: „wenn du deiner Lust nachgibst, was könnte dann schlimmstenfalls passieren?“

Zumeist nicht viel Schlechtes. Und möglicherweise etwas unglaublich Sinnliches.