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Sinnlich schreiben heißt, die Sinne zu aktivieren

Der Sinn Nummer eins - sehen und beschreiben, was du siehst
Sinnlich schreiben bedeutet, die Sinne zu beschreiben, und zwar so, dass sich die Leserin absolut mit der Heldin identifizieren kann: im Sehen, Hören, Riechen, Ertasten oder Schmecken.

Die fünf Sinne – alle sind verwendbar – nicht nur erotisch

Das Sehen

Zuerst kommt das Sehen, aber der Hintergrund des Sehens ist das Entdecken. Jemand, der sieht, versucht, sich ein Bild von der Welt zu machen. Und wer einen Menschen sieht, den er erotisch attraktiv oder begehrenswert findet, der umkreist den Körper des anderen mit sinnlichen Blicken. Einen Körper mit begehrlichen Augen zu sehen ist sehr gut beschreibbar – und vor allem sehr detailliert.

Das Hören

Wenn wir einen Menschen gesehen haben, und wir ihm näher kommen, dann hören wie seien Stimme. Sanft, guttural, rau, zart … wie ist die Stimme des Menschen, dem wir begegnen? Du kannst dem Klang der Stimme auch einen außergewöhnlichen Namen geben. Es ist auch relativ leicht, die Wirkung einer Stimme zu beschreiben und du kannst deine Texte ein wenig auflockern, indem du schreibst, wie jemand etwas sagt.

Das Riechen

Beim Riechen scheiden sich die Eindrücke. Wer jemanden „gar nicht riechen“ kann, der mag ihn nicht, aber wie ein Mensch riecht, wird selten beschrieben. Der unangenehmen Mann mag „säuerlich riechen“, der angenehme nach dem „Schweiß des redlich arbeitenden Mannes“. Frauen mögen unangenehm nach einem billigen Eau de Toilette riechen oder sie werden wegen ihrer frischen, frühlinghaft duftenden Haut“ gelobt. Auch Wohnungen haben ihren ureigenen Duft.

Das Ertasten

Wird etwas „Fremdes“ zum ersten Mal betastet, sie es ein Gegenstand oder ein Mensch, dann machen wir neue Erfahrungen. Erstaunlicherweise können die meisten Menschen sehr genau schildern, was sie ertastet haben: die Oberfläche, den Zustand, die Temperatur und auch das, was die Berührung in ihnen auslöst.

Das Schmecken

Das Schmecken (im Schwäbischen übrigens dem Riechen gleichgesetzt) steht an letzter Stelle der Sinne, weil wir als Erwachsene nicht (wie die Kinder) alle mit der Zunge erforschen wollen. Im Alltag beschränkt sich unser Schmecken fast ausschließlich auf Speisen und Getränke – nur das Küssen bildet eine Ausnahme. Die erotischen Aspekte des Schmeckens sind zwar auch außerhalb der Sexualität bekannt (etwas das Essen von Beeren, das als erotisch gilt), aber eigentlich gehört das „Schmecken und Belecken der Haut“ eher in den Bereich der Sexualität.

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Von Perlen, Säuen und diesem Blog

Schweineschnauzen . hier findet ihr nichts ...
Wenn ich die Statistiken meiner Webseiten durchsehe, dann sind die Anfragen nach informativem Material eher schwach, während ich recht oft feststelle, dass in meinen Medien Schweinchen herumwühlen. Das war übrigens der Hautgrund, die Liebeszeitung“ in die Tiefkühltruhe zu legen. Sie kann jederzeit wieder zum Leben erweckte werden – wer also Interesse daran hat, mag sich melden.

Nun werden viele sagen: „ja, wer mit dem Schmuddelkram in Kontakt kommt, der muss auch die Säue ertragen.“

Nein, das muss ich nicht. Denn ich verbreite keinen „Schmuddelkram“ – schon gar nicht auf diesem neuen Blog „Sinn und Sinnlichkeit“, denn hier steht der Sinn weit vor der Sinnlichkeit und beides weit vor dem schnöden Sexualakt.

Versachlichen und auf den Boden zurückholen

Mein Anliegen ist einfach: Ich möchte durch eine möglichst objektive Beschreibung solche Themen versachlichen, die in der Gesellschaft immer noch als „degoutant“ gelten, also locker übersetzt als „unappetitlich“, heftiger übersetzt auch als „ekelerregend“. Auf der anderen Seite versuche ich, Themen wieder „auf den Boden zu holen“, die im World Wide Web zu viele Hüpfer machen. Und schließlich meine ich aus tiefstem Herzen, dass die erotische Literatur oft sinnvollere Impulse für Alltagsmenschen geben kann als die Literatur der „großen und edlen“ Gefühle.

Warum "Sinnlich Schreiben" keinen Sinn mehr hat

Und warum schließe ich dann „Sinnlich Schreiben“? Weil ich die Nase voll davon habe, meine Perlen auszustreuen, damit irgendwelche Säue darauf herumtrampeln. Dazu muss ich wohl sagen, warum ich überhaupt damit begann. Um angehenden Autorinnen eine blühende Vielfalt an Themen und deren Variationen zu präsentieren, über diese (teilweise) aus dem Stand schreiben können. Die Webseite sollte vor allem dazu dienen, von gängigen Klischees wegzukommen. Dies wurde nicht goutiert, und selbst ich kann mir nicht leisten, Webseiten zu erhalten, die mir keinen geistigen, emotionalen oder finanziellen Gewinn bringen.

Ich meine: „Sinnliches Schreiben“ ist eine Gabe, die viele Menschen (gerade Frauen) in sich spüren, die sie aber wegen Schlampenverdachts oder aus anderen Gründen der „Sittsamkeit“ nicht verwirklichen.

Ein klein wenig davon habe ich auf diese Seite „hinübergerettet“, aber ich habe auch viel auf der bisherigen Seite „Sinnlichschreiben“ hinterlassen. Falls ihr dort noch einige Perlen finden könnt – bitte schön. Es wäre dann freilich nett, zu erwähnen, wo ihr die Ideen gemaust habt.

Und die gängigen Klischees? Wenn ihr wollt, dann schreibe ich auch weiter darüber, wie ihr sie vermeiden könnt. Versprochen.

Sollen Männer devot sein dürfen?

Der devote Mann - darf er das sein?
Frauen – so sagen uns vor allem konservative Wissenschaftler, haben eine gewisse Neigung, unterwürfig zu sein, und zwar überall und immer, auch beim Sex. Tatsächlich sahen sich Frauen bei Online-Befragungen überwiegend als devot: Angebliche 75 Prozent sollen so votiert haben, und nur 38 Prozent wünschten sich demnach, „auch mal dominant“ zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Zahlen, die „Dominanz“ und „Demut“ näher beieinander sehen. Denn obgleich bei der anderen (etwas glaubwürdigeren) Studie 65 Prozent der befragten Frauen darüber fanatisierten, dominiert zu werden, wollten rund 47 Prozent gerne einmal einen Mann dominieren. Damit liegt die Differenz also nur noch bei 18 Prozent und nicht mehr bei den zuvor genannten 37 Prozent.

Männer träumen etwa in gleichem Maße von Dominanz und Unterwerfung

Bei den Männer sieht die Sache so aus: rund 60 Prozent träumen davon, Frauen zu dominieren, während 53 Prozent sich danach sehnen, von Frauen dominiert zu werden – die Differenz beträgt also gerade mal sieben Prozent.

Díe Lust am Ungewöhnlichen ist bei Männer ausgeprägt

Nehmen wir einmal an, dass die Männer deswegen nicht in großer Anzahl davon träumen, Frauen zu dominieren, weil sie es bereits tun, so verblüfft doch die zweite Zahl: Offenbar sind sie nicht zufrieden mit der eigenen Dominanz - sie wollen wahrhaftig unterworfen werden und dieses Gefühl genießen. Ob sie dies real auch so empfinden würden, ist zweifelhaft: Wir reden von sexuellen Tagträumen, Masturbationsfantasien und ähnlichen Phänomenen. Dies Zahl wird noch glaubhafter durch die Anzahl der Männer, die sich gefesselt den sexuellen Wünschen der Frau unterwerfen würden (46 Prozent).

Nun ist es aber so: Die menschlichen Wünsche, besonders die sexuellen, sind oftmals mit Illusionen befrachtet.

Und da trifft eine ZEIT-Kolumnistin den Nagel auf den Kopf (indem sie einen Vergleich mit den „50 Shades of Grey“ zieht:

Denn ein Typ, der sich von einer Frau verhauen lässt, ist in der Wahrnehmung der breiten Masse ungefähr so begehrenswert wie der Lappen, mit dem das Klo ausgewischt wird: gar nicht. Ein reicher Sack hingegen, der es einer mittellosen Studentin, teilweise gegen deren Willen, so richtig hart besorgt – solch ein Sujet zieht.


Die Realität ist grausam - wer schwach ist, fügt sich oder bäumt sich auf
Pantoffelheld in der Karikatur (Postkarte)
Der Wunsch, aus der „schwachen Position“ Macht und Dominanz zu gewinnen, ist hingegen äußert real. Zwar gibt es das klassische Bild des „Pantoffelhelden“ kaum noch, doch werden Männer weiterhin mit Sticheleien, Nörgeleien, Liebesentzug oder „Muschimacht“ diszipliniert. Hinzu kommt die Finanzhoheit, die in vielen Ehen bei der Frau liegt – nach wie vor. Man sagt, dass schwache Frauen sich entweder unterwerfen oder versuchen, sich die Macht anzueignen, während starke Frauen selten dominieren, weil sie sich ihre Macht bewusst sind. Und sie können die Macht auch abgeben, weil sie sicher sind, stark genug zu sein, um sie sich jederzeit zurückzuholen.

Könnte dies bei Männern genauso sein?

Dann würde der schwache Mann in einen beständigen Kampf mit der Ehefrau eintreten, den er im Grunde nur verlieren kann, während er starke Mann wie ein Fels in der Brandung steht, auch wenn er attackiert wird. Und auch er könnte sich unterwerfen, weil er weiß, dass sich jeder Mensch spielerisch unterwerfen kann, wenn er stark genug ist.

Generelle Probleme des schwachen Menschen in der Beziehung

Probleme treten immer dann auf, wenn der schwache Mensch (also Frau oder Mann) sich von vornherein aus Neigung unterwirft. Niemand sollte ernsthaft glauben, dass diese Konstellation in Friede und Freude anhält und der sinnliche oder gar sexuelle Genuss dabei steigt. Und sobald der schwache Partner sich emanzipiert, wird die Luft für die Beziehung dünner. Manche Frauen und Männer, die dem Machtwahn verfallen sind und über eine Art kriminelle Energie verfügen, versuchen nun, Barrieren dagegen aufzubauen. Geldentzug Sozialentzug, Kleidervorschriften, Keuschheitskontrollen und sogar Totalkontrollen bis hin zum Freiheitsentzug kommen vor – nicht immer in der „Reinform“, sondern vielfach begleitet von psychischem Druck und der Angst, den Partner zu verlieren.

Nun ist es an der Zeit, etwas zu trennen: Hochgradig fragwürdige Beziehungen, in denen der Machterhalt mit unlauteren Mitteln praktiziert wird einerseits und die zwar harten, aber dennoch lustvollen und vor allem zeitlich begrenzten „Spiele der Erwachsenen.“

Im sinnlichen Spiel ist alles möglich

Und da kommt ein Aspekte hinzu, den viele Paare fast vergessen haben: Zu spielen, sie seien etwas, was sie eigentlich nicht sind. Als Kinder haben wir es alle gekonnt, nicht wahr? Aber als Erwachsene trauen wir uns nicht: da ist die Fassade wichtig, auch wenn da ständig eine kleine Maus im Ohr piept: na, willst du dich nicht mal ein bisschen fallen lassen?“

In der ZEIT wird es ganz hübsch so geschildert:

… sich ab und zu mal fallen und führen zu lassen, oder vielleicht die Erfahrung zu machen, wehrlos zu sein. Ein Spiel zu spielen, das einfach nicht in unser Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit passt. Eines, nach dem die Sehnsucht manche von uns sich vielleicht nicht einmal selbst so richtig eingestehen wollen.


Und auf diese Weise wird die Frage dann auch recht einfach beantwortet, ob Männer devot sein dürfen: Ja sicher. Und Frauen dürfen es auch sein. Und Frau und Mann dürfen sich entehren, fesseln, bespucken, einsperren, schlagen und erniedrigen lassen –falls es ihnen Freude bereitet. Denn nur, wenn all dies sinnlich ist, wenn all dies Freude bereitet und vielleicht auch sexuelle Erregung anheizt, dann hat es Sinn.

Zitate: Die Zeit (ze.tt). Autorin des Ze.tt-Artikels ist Katja Lewina.

Zwei Irrtümer über die sexuelle Sinnlichkeit

Es gibt zwei namhafte Irrtümer über die Sinnlichkeit in der Sexualität. Sie betrifft den Bereich des „Sehens“ einerseits und den Bereich des „Betastens“ anderseits.

Die Irrtümer gehen auf Zeichnung oder Schilderungen zurück, die sich so darstellen:

Sehen

Der Eindruck, Männer seien Voyeure, und ihr Penis würde durch das Betrachten von nackter Haut, Dessous oder erotischen Szenen angehoben, ist falsch. Frauen sind in gleichem (wenn nicht höherem) Maße Voyeure, und auch sie werden körperlich von erotischen Szenen angeregt. Aber bei allen – Frauen wie Männern – müssen die optischen Eindrücke erst einmal in Körperreaktionen umgesetzt werden. Und das kann nur das Gehirn, das alle Eindrücke zunächst filtert, aber auch anreichert. Ist alles in Butter, dann sendet das Gehirn Botenstoffe, die den Geschlechtsakt vorbereiten und damit erst ermöglichen.

Klartext: Sehen allein erzeugt keine Erektion.

Betasten

Der zweite Irrtum kommt zwar aus der Frauenbewegung, gilt aber analog auch für Männer: Die intensive Berührung der Klitorisspitze (oder beim Mann bestimmter Bereiche des Penis) würde automatisch zum Orgasmus führen. Das sind spontane Empfindungen, die mit der Realität nichts zu tun haben und sich auch nicht bewahrheiten lassen. Vielmehr erzeugt die Berührung im Gehirn eine Aktion, die sich nach und nach (mal schneller und mal langsamer) aufbaut und die mit der Produktion von Botenstoffen verbundene ist, die dann die begehrten Ejakulationen und/oder Orgasmen auslösen. Es gibt also keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Betasten und dem Orgasmus. Frauen und Männer, die ihre Gefühle beobachten oder niederschreiben können, wissen zumeist, dass dabei ein Feuerwerk von Gedanken und Gefühlen abgebrannt wird, das so heftig und intensiv ist, dass sie über die Inhalte normalerweise nicht reden.

Klartext: Betasten allein erzeugt keine Orgasmen.

Wie kommt eigentlich „Sinnlichkeit“ zustande?

Am Anfang der Sinnlichkeit stehen die Sinne. Betrachtet man sie klassisch, dann sind es fünf. Mal ganz kurt´z für die, die in der Schule nicht so gut aufgepasst haben:

1. Das Sehen. Es ist für den Menschen unglaublich wichtig und vermittelt uns den größten Teil aller sinnlichen Eindrücke. Man sagt auch, dass wir Menschen „bildhaft denken“ – und fühlen.
2. Das Hören. Auch durch das Hören bekommen wir allerlei Sinneseindrücke. Das Sinnlichste, was wir hören können, ist eine Stimme, die uns erregt – gleich, ob sie singt oder flüstert. Musik ist vielschichtig, wirkt aber in der Regel ausgesprochen sinnlich.
3. Das Riechen. Schön, wenn wir einander riechen können. Natürliche und künstliche Duftstoffe, auch die im Schweiß, in der Scheidenflüssigkeit und im Ejakulat, werden als sinnlich bezeichnet. Die Sinnlichkeit kann durch bestimmet Duftstoffe, zum Beispiel in Parfüms, verstärkt werden. Bei der Zubereitung und beim Genuss von Speisen spielt der Duft eine entscheidende Rolle.
4. Das Schmecken. Beim Schmecken denken wir an Speisen, doch auch der Körper „schmeckt“ beim Küssen und Züngeln. Der sinnliche Genuss kommt meist über die Zunge und über die Nase.
5. Das Tasten (und betastet werden). Die Haut ist ein riesenhaftes Organ, das über und über mit Nerven besetzt ist. Sie ist also in jeder Hinsicht sinnlich und verantwortlich für den größten Teil gelebter Sinnlichkeit.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch mehrere Sinne gibt, die auf den genannten Sinnen basieren oder die durch andere Organe aufgenommen werden können. Meist werden hier die Rezeptoren für Wärme und Kälte, Schmerz und Berührung, Gleichgewicht und Körperbewusstsein genannt. Diese Zuordnungen sind allerdings eher akademisch als nützliche Ergänzungen.

Warum die Erklärung der Sinne richtig ist – und warum sie falsch ist

Die Erklärung der Sinne ist eine Mischung aus einfach verstandener Biologie und Psychologie. Sie dient dazu, jedem Schüler verständlich zu machen, wie die Sinnesorgane wirken. In Wahrheit aber ist das eigentliche Sinnesorgan das Gehirn, das die ankommenden Informationen sammelt, bewertet und weiterleitet.

Bespiele und Fazit

Nehmen wir ein gutes Essen. Es ist hübsch angerichtet, weil „das Auge mitisst.“ Es duftet gut, was unserem Appetit anregt. Bevor wir es noch schmecken, hinterlässt es ein Gefühl auf der Zunge, das auch dem Tasten zugeordnet werden könnte. Dadurch einsteht bei einem guten Essen ein sinnlicher Gesamteindruck.

Beim Musikhören werden keinesfalls nur die Ohren beansprucht – auch der wechselnde Druck auf der Haut spielt eine Rolle, insbesondere bei Musikstücken, die tiefe Bässe enthalten. Bei sogenannter Livemusik kommt der optische Eindruck hinzu, der für Konzertbesucher oft eine große Rolle spielt.

Besonders interessant ist die Kombination freilich in der Liebe. Besonders bei der Vorbereitung zum Geschlechtsakt spielen Augen, Ohren, Nase, Mund und Betastungen aller Art eine Rolle. Zwar kann die sexuelle Bereitschaft auch ohne dies Zusammenspiel erreicht werden, doch dann leidet die Sinnlichkeit.

Am Ende wissen wir nicht mehr, welche Sinne uns unsere Sinnlichkeit verschafft haben, weil das Gehirn die Bausteine des Sinnespuzzles längst zu einem Ganzen zusammengesetzt hat.

Hoffentlich hast du Freude daran ...

mir macht es spaß, dir hoffentlich auch ...
Nein, dass was du jetzt an neuen sinnlichen Erfahrungen bekommst, hat nichts damit zu tun, was du vielleicht erwartet hast. Und du musst nicht „Bitte“ und „Danke“ sagen.

Ich tue es nur zu meinem Vergnügen, und ich hoffe für dich, dass du auch Freude daran findest.

Weißt du, hierauf dem Land, ist es ziemlich langweilig, da freut sich jede Frau auf ein bisschen Abwechslung.

Der Text aus einem Blog gehörte ursprünglich nicht zum Bild unbekannter Herkunft - wir fanden ihn humorvoll.

Wovon lebt eine lesbische Liebesgeschichte?

Wovon lebt eine lesbische Liebesgeschichte? Sie beginnt jedenfalls recht oft mit Furcht und Begierde in einer seltsamen Mischung. Und hier findet ihr auch einen Dialog, der dazu passt.

Bi-Erotik zwischen süßlicher Verführung, Zögerlichkeit und Konsequenz
„Lesbisch“, dies sei vorweggenommen, ist eigentlich keine korrekte Bezeigung für die Liebe, die Lust oder die Leidenschaft, die zwei Frauen miteinander verbindet.

Zunächst einmal handelt es sich dabei um eine Beziehung, die erotische oder sexuelle Wünsche beinhaltet. Keine der beiden Partnerinnen, die in deiner Geschichte zusammenkommen, müssen „wirklich lesbisch“ sein. Die Bandbreite schwankt zwischen Neugierde, Wollust, Abenteuer, Sinnlichkeit und Verführungskunst. Meistens – auch das ist wie „im richtigen Leben“ - gibt es eine Verführerin und eine Verführte, wobei sowohl die eine wie die andere ohne Vorsatz handeln kann.

Wie so oft, müssen drei Komponenten zusammenwirken:

Die latente Lust auf „frau“.
Ein gewisses Gefälle in lesbischer Erfahrung und Leidenschaft.
Eine Situation, in der es möglich ist, eventuelle Hemmungen abzulegen.

In älteren britischen Romanen ist es das Internat, in dem allerlei seltsame Beziehungen mit erotischer Aura entstehen. Je erotischer beziehungsweise pornografischer die Werke sind, umso mehr wie „Klartext“ gesprochen. Nehmen wir das „Picknick am Valentinstag“, so umweht uns der Hauch der Erotik unter den jungen Frauen, aber auch die Zuneigung der Erzieherinnen zu ihnen. Diese angedeuteten Liebesbeziehungen oder das nicht ausgelebte Lustverlangen wird in vielen Internats-Romanen weitaus mehr strapaziert, in England typischerweise in Verbindung mit spielerischen oder realen Körperstrafen.

Das Zögern spielt im lesbischen Roman eine große Rolle

Soweit „Zärtlichkiten“ betroffen sind, spielt das Zögern eine große Rolle. Die Heldin hat durchaus männliche Verehrer, zögert aber, sich ihnen hinzugeben. Auch der Verführerin weicht sie aus, solange es ihr möglich ist. Am Ende wird die Bi-neugierige oftmals in eine Honigfalle gelockt. Dabei sind die erfahrenen Verführerinnen oftmals nicht eben zimperlich.

Ein Plot und der entscheidende Dialog dazu

Die Szenerie könnte so sein: Ihre Figur nächtigt mehrere Male bei ihrer guten Freundin, und tatsächlich kommt es zum Austausch sanfter Zärtlichkeiten. Die Leidenschaft wird aber überdeckt von der Furcht, die Freundin hernach zu verlieren. Ein Versuch, darüber zu sprechen, scheitert ebenfalls aus Scham, aber auch aus Furcht davor, das Tor zur lesbischen Liebe auszustoßen.

Einige Tage später sitzt sie mit einer anderen Frau zusammen – sehr gesellschaftskonform. Doch die andere ist faszinierend, selbstbewusst und eine erfahrene Verführerin. Man trinkt, die Bedenken gegen die Person der anderen werden fortgespült, bis dieser Dialog beginnt (1):


„Magst du eigentlich Frauen?“
„Wie meinst du das?“
„Du weißt, wie ich es meine.“
„Ich bin nicht bi oder so – auf keinen Fall.“
„Das heißt, ich gefalle dir nicht?“
„Doch, doch, aber ich will nicht …“
„Nicht zwischen meine Schenkel - meinst du das?“
„Ich habe nie daran gedacht, so etwas …“
„Du lügst schlecht, Schätzchen.“
„Nein ich … ich will es einfach nicht.“
„.. wahrhaben …“
„Was meinst du damit?“
„Du willst nicht wahrhaben, dass du nach Lust riechst und deine Augen begierig über meinen Körper wandern, nicht wahr?“


Verlassen wir nun diese heftige Szene. Dort, wo wir sie gelesen haben, ist sie noch viel heftiger, absolut schamlos und mit intimen Schilderungen des Körpers der Verführerin wie auch der Verführten gespickt.

Die meisten Bi-Geschichten leben von unendlichem, aber unterdrücktem Verlangen und der Furcht, es auch tatsächlich an den Tag zu legen. Insofern kann die Heldin durchaus mehrere Stufen durchlaufen, von zärtlichen Näherungen, zufälligen Berührungen und zögerlichem Verhalten bis hin zur leidenschaftlichen Hingabe, in der nur noch die Sinneslust zählt.

In wessen Armen die Heldin am Ende landen wird – das legst nur du fest, die Autorin. Meist ist es nicht die Verführerin, sondern eine andere Frau – und dann und wann sicher auch - ein Mann.

(1) Der Dialog wurde von Isidora nach einem Beispiel der Literatur "verflacht". Der Original-Artikel erschien in "Sinnlich Schreiben vom Mai 2018, kurz bevor das Blog aufgegebnn wurde.

Erotische Dialoge schreiben - mit einfachen psychologischen Grundlagen

Erotische Dialoge schreiben - mit einfachen psychologischen Grundlagen


Willst du mit mir ... die Möglichkeiten der Dialoge im erotischen Roman


In diesem Artikel präsentiere ich Ihnen aus einem sehr großen Wissensgebiet einen recht kleinen Ausschnitt, und auch daraus nur einen winzigen Teil. Er ist alltagstauglich und Sie können ihn sich auf einfache Art merken. Das System dahinter nennt sich P-A-CH und der wissenschaftliche Name ist „Transaktionsanalyse“. Sie ist eine psychologische Richtung, die ihre Schlüsse aus den erkennbaren Transaktionen (Wechselbeziehungen) zwischen Menschen zieht. Nicht alles davon, gleichwohl aber ein großer Teil, findet innerhalb von Dialogen statt.

Bevor wir über die Dialoge in erotischen Kurzgeschichten, Novellen oder Romanen reden, müssen wir eines wissen: Wenn wir uns einem Menschen in amouröser Absicht nähern, wechseln wir die Sprachebene. Man kann dazu sagen: Wir beginnen, ein Spiel mit dem anderen zu spielen. Dieses Spiel nennt man im Deutschen Tändelei, vulgär „Anmache“ und mit einem neuen Wort auch „Flirt“.

Dazu gibt es viele Theorien, und ich konzentriere mich hier auf eine einzige, die Sie leicht in Erzählungen verarbeiten können.

Grundformen der möglichen psychologischen Interaktionen

Als Idealform des Dialogs gilt das Gespräch „auf Augenhöhe“, laut Eric Berne das Gespräch „unter Erwachsenen“. Es ist sachdienlich und informativ und bestärkt beide Partner darin, wertvolle Erwachsene zu sein.

Schwierig und unfruchtbar sind Gespräche zwischen „Dominanten und Dominanten“, laut Berne zwischen „Eltern und Eltern“. Da jeder gewinnen will, gewinnt am Ende niemand.

Wer kaum etwas beabsichtigt, sondern sich ohne besondere Verantwortung einem Spiel hingibt, und dazu einen ebensolchen Partner findet, führt einen Dialog via „Kindheits-Ich“.

Wahrscheinlich sind Sie längst dahintergekommen: Diese Dialoge funktionieren auch diagonal und gekreuzt.

Versuchen wir einmal, anhand von Beispielen und unter Verwendung des Modells einen Dialog der Lüste auf verschiedenen Ebenen in Gang zu bringen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich die Dialoge kurz und einseitige halten musste, sodass sie etwas hölzern wirken.

Einfache Beispiele erotischer Dialoge auf einer Ebene

Zwei Erwachsenen ICHs: (erw.)

Er: Ich würde gerne mit dir schlafen.
Sie: Ich bin nicht bereit dazu.

Zwei Eltern-ICHs (el)

Er: Es wird Zeit, dass du mit mir schläfst.
Sie: Was bildest du dir eigentlich ein, bin ich deine Hure?

Zwei Es-ICHs (es)

Er: Manchmal habe ich wahnsinnige Lust, mit dir zu schlafen.
Sie: Der Frühling verlockt schon dazu, nicht wahr?

Sie werden leicht erkennen, wie wenig lupenreine „Erwachsenengespräche“ dazu geeignet sind, erotisch zu motivieren. Allerdings entsehen viele sinnliche Gespräche aus solchen pseudo-sachlichen Dialogen, wie ich Ihnen später noch zeigen werde. Das Gespräch Nummer zwei hat Konfliktstoff, der nach Wandlung verlangt und das Gespräch Nummer drei ist eine heftige Tändelei.

Mit diagonalen Transaktionen spannende Sinnlichkeit erzeugen

Mit diesen Methoden lässt sich aber noch vielmehr erreichen, wenn wir uns diagonale Transaktionen ansehen:

(Bitte Hinweis (1) beachten)

Beispiel vier: Erwachsenen-ICH wird diagonal angesprochen.

Er: Ich würde gerne mit dir schlafen.
Sie (es): Endlich fragst du mich, du Schuft!
Sie (el): So fragt man vielleicht eine Hure, aber nicht mich!

Beispiel fünf: Eltern-Ich wird diagonal angesprochen

Er: Es wird Zeit, dass du mit mir schläfst.
Sie (es): Du sagst immer so blöde Sachen, wenn es richtig schön ist.
Sie (erw.): Heute habe ich meine Regel, da geht es gar nicht.

Beispiel sechs: Es-ICH wird diagonal angesprochen

Er: Manchmal habe ich wahnsinnige Lust, mit dir zu schlafen.
Sie (Erw.): Trifft sich gut – ich habe längst Lust dazu.
Sie (El): Ich glaube nicht, dass dies die richtige Art ist, mich zu fragen.

Was passiert in den erotischen Dialogen?

Ich habe Ihnen in den sechs Beispielen nur die einfachsten Formen vorgestellt. Eric Berne schildert noch gekreuzte Dialoge, die ungleich komplizierter sind.

Wie sie vermutlich erkannt haben, ist das schriftstellerische Interesse am „Umspielen“ im Dialog zunächst am größten, wie im Beispiel drei geschildert.

Wenn eine erotische Geschichte aber mehr sein soll als eine kontinuierlich geschilderte Romanze, dann müssen wir sie mit „diagonalen“ Transaktionen befeuern. Man kann dann sagen, dass wir „Spiele der Erwachsenen“ inszenieren, so, wie Eric Berne es auch in seinem gleichnamigen Buch beschreibt. Ich werde Ihnen auch noch mehr über die Spiele schreiben, die deshalb kompliziert sind, weil die Spielhandlungen oft nicht den emotionalen oder erotischen Bedürfnissen entsprechen.

Gemischte Gefühle im Dialog mit Glückswandel

Versuchen wir einmal, einen sehr kurzen Dialog zusammenzustellen:

Sie: „Bring mich nach Hause.“
Er: „Das willst du nicht wirklich.“
Sie: „Woher willst du das wissen?“
Er: „Weil du etwas anderes willst.“
Sie: „Und das wäre?“
Er: Vögeln. Du bist ja schon feucht.“
Sie: „Das wüsste ich ja wohl besser.“
Er: „Es reicht, wenn ich es weiß. Es stimmt, nicht wahr?“
Sie: „Könnte sein, das heißt aber nicht, dass ich vögeln will.“
Er: „Was heißt es dann?“
Sie: „Küss mich endlich, du Hund!“


Im Beispiel haben wir versucht, ein Streitgespräch in einen spielerischen Dialog zu wandeln, wobei gegen Ende überwiegend „diagonale“ Transaktionen verwendet werden. Natürlich reichen solche Dialoge nicht aus, um Ihre Geschichte aufzubauen, den es fehlen die Gedanken der Beteiligten.

Hier noch einmal ein Beispiel, das beweist, wie aus einem angeblichen „Sachgespräch“ der Wechsel ins persönliche generiert werden kann. Auch dieser Dialog sollte nicht für sich stehen, sondern mit den Gedanken der Protagonistin ausgefüllt werden.

Er: „Hast du es schon einmal getan?“
Sie: „Was getan?“
Er: „Einem Mann einen geblasen.“
Sie: „Nein.“
Er: „Was hat dich gehindert?“
Sie: „Ich ekele mich davor.“
Er: „Du würdest mir aber eine Freude machen, wenn du es tätest.“
Sie: „Hast du die ganze Zeit daran gedacht?“
Er: „Ich denke seit Wochen daran.“
Sie: „Und du meinst, ich würde es für dich tun?“
Er: „Du würdest mir ein Geschenk damit machen.“
Sie: „Und du wäscht dich vorher gründlich?“


Was können Sie nun für Ihre Arbeit mitnehmen?

Die beiden Dialoge, die hier aufgebaut wurden, kommen in der Literatur in ähnlicher Weise wirklich vor. In ihnen werden Strukturen verwendet, die Sie immer und überall variieren können – und nicht nur in der erotischen Literatur. Eine Weile laufen die Dialoge auf einer Ebene, die Sie aber nicht fortentwicklen können. Erst, wenn sie die Ebenen variieren, erreichen Sie den Wandel, der zu erotischen Handlungen führt.

Sollten Sie über SM-Aktivitäten (wie etwa in den „Shades of Grey“) schreiben wollen, bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als nach dem geschilderten Verfahren vorzugehen.

Hinweis (1): Die Abkürzungen bedeuten:
(es) - Kindes-ICH.
(el) - Eltern-ICH.
(erw) - Erwachsenen-ICH.

Dieser Artikel erschien erstmalig im November 2014 auf "Sinnlich Schreiben", einem Blog, der demnächst aufgelöst wird. Alle rel3vanten Beiträge dieser Art werden unter "Januar 2018" erneut veröffentlicht.
Dialoge: © 2014 by Ubomi Ulobi nach literarischen Vorlagen.
Grundlagen-Zusammenstellung der Theorie: Gebhard Roese,
Literatur (unter anderem): Birkenbihl, Vera F. „Kommunikationstraining“. Berne, Eric, „Die Spiele der Erwachsenen.“