Skip to content

Pegging – der Begriff

Der Begriff „Peg“ hat im Englischen viele Bedeutungen. Außer der Wäscheklammer bezeichnet das Wort auch alle Arten von Pfählen, Stangen, Zapfen und Pflöcke. „Off-the-peg“ ist zum Beispiel Konfektionsware, also Kleidung von der Stange.

Pegging – ein neues Wort für eine alte Sexualpraktik

„Pegging“ folgt dem Begriff und bezeichnet zunächst ein Wort für „Pfählen“ oder „Pflocken“. Im weiteren ist es dann ein Begriff für eine bestimmte Art von instrumentellem Sexualverkehr. Er geht auf den amerikanischen Journalisten Dan Savage (2001) zurück.

Eine ungewöhnliche Methode, Männer sexuell zu reizen

Schon 1909 in Deutschland erschienen
Das Wort wurde ursprünglich dafür benutzt, um den mit einem Instrument vollzogenen Analverkehr zwischen einer aktiven Frau und einem passiven Mann zu beschreiben. Bereits der Marquis de Sade soll 1795 dergleichen beschrieben haben. Am populärsten innerhalb der erotischen Literatur dürfte hingegen die Beschreibung in der 1893 veröffentlichten Trilogie „Gynecocracy“ (Gynäkokratie) sein. Dort vollziehen unterschiedliche Frauen (teils als Mann vermummt) den instrumentellen Analverkehr mit einem jungen Mann, der seinerseits in Frauenkleider gesteckt wurde.

Als der Begriff „Pegging“ erschaffen wurde, gingen andere Begriffe für dasselbe Phänomen unter, wie beispielsweise „Strap-on-Sex“, „BoB“ (englisch) oder „Rollentausch“, „den Spieß umdrehen“ oder „Revanche“. Gelegentlich wird auch die englische Umschreibung verwendet „Was gut für die Gans ist, ist auch gut für den Ganter.“

Kaum sinnliche Beschreibungen, aber viel Pornografie

Was er für die Sexualität oder überhaupt für den Mann bedeutet, der Pegging erleidet, erduldet oder genießt, sollte getrennt behandelt werden. Allerdings scheitert dergleichen oft daran, dass Männer, die Pegging erlebt haben, ungerne darüber schreiben, gleich, ob sie die Praktik genossen oder verfluchten. Was die Frauen betrifft, die sich aktiv damit beschäftigen, so scheint es so zu sein, dass die größere Anzahl dabei wenig fühlt, und schon gar keine körperliche Erregung. In der einschlägigen Pornografie kommen gar keine Gefühlsregungen vor, dort wir nur optisch veranschaulicht, was möglich ist.

Wer etwas anderes liest, sollte die Quellen genau überprüfen, dann oftmals stehen Hersteller von „Toys“ dahinter, die angeblich sowohl den aktiven wie den passiven Teilnehmer sexuell reizen sollen.

Lest auch den Folgeartikel, in dem beschrieben wird, wie sich das "Strafpotenzial" in ein "Lustpotenzial" wandelte.

Einen Ehemann liebevoll, streng und nachhaltig erziehen …

Er ist Schriftsteller – erschreckt jetzt nicht. Er ist ganz gut und er kann damit richtig Geld verdienen. Aber er ist nicht zielstrebig genug, liefert selten pünktlich ab und gefährdet so das Hauhaltseinkommen. Und so ist es auch mit seiner sexuellen Energie. Ich weiß, dass er einen Großteil davon verplempert – außer Haus und im Haus. Er denkt, ich sehe nicht die vielen Papiertaschentücher … allein der Geruch verrät ihn.

Autorin werden? Ja, bitte!
Aber er scheint erziehbar zu sein. Und gestern habe ich es ihm gesagt. Ich bin nicht die Frau, die einem Mann seine Mängel vorhält - das machen nur Frauen, die sich nicht auskennen mit der Psyche des Mannes. Ich weiß, was ich will, wann ich es will und wie viel ich davon brauche. Und ich weiß, dass ich es bekomme – von ihm oder von jemand anderem. Aber ich will, dass er es mir gibt – jedenfalls das, was ich mal die „Grundversorgung“ nenne.

Ich habe ihm alles präsentiert, was ich über ihn weiß. Seine Vergangenheit. Seine Geheimnisse, seine Perversionen. Ganz ruhig, wie es meine Art ist. Es gibt nichts zu beklagen oder zu beschönigen. Er hat die Energien, aber die Bahnen, in der er sie lenkt, müssen korrigiert werden. Ich werde es sehr liebevoll tun, und doch mit der Strenge, die nötig ist – es soll kein Nachhilfeunterricht sein, um bei mir eine bessere Not zu bekommen. Die Erziehung soll nachhaltig wirken.

Wir haben noch nichts vereinbart, aber ich bin sicher, dass wir einen Weg finden. Es ist nur zu seinem Vorteil. Und ich werde mir überlegen, wie ich ihn strafen und beschämen kann, wenn er wieder schwach werden sollte. Und auch für mich wird es einfacher werden, weil ich ganz sicher bin, dass er die Lust und die Energie, die bisher im Papiertaschentuch landete, besser auf mich verströmen sollte.

Vielleicht werde ich darüber schreiben … es wird ohnehin Zeit, dass ich mit dem professionellen Schreiben beginne.


Nein, auch dies ist kein Roman .. es ist eine Anregung, über eine ungewöhnliche Beziehung zu schreiben – mit viel Fantasie, aber vielleicht auch mithilfe eigener Erfahrungen. Mal sehen, wer den Faden aufnimmt …

Isidora schrieb den Text nach einer Idee aus dem Internet.

Du solltest dich schämen – und tust du es auch?

Schämen? Eigentlich nicht nötig ...
Schämen? Oh ja, das kennen wir doch? Vor allem Mädchen haben oft gehört:


Schämst du dich nicht?
Du solltest dich schämen!
So ein schamloses Verhalten ziemt sich nicht!
In die Ecke und schäm dich!


Die Autorin Andrea Köhler sagte in einem Essay für den SWR 2013: (1)

(Es gab …) Schiefe Blicke, so lange, bis die Beschämung nicht mehr nur possierlich gemimt wurde, sondern schon ganz innen die elementarsten Empfindungen abschreckte. „Weibliches Erröten“ sogar in der Freude, weil man sich dieser Freude gehörigst schämen musste.


Hat man den Mädchen nun beigebracht, mit gesenktem Blick und leicht erröten Gesicht Scham auszudrücken, um dann durch die „Possierlichkeit“ in jedem Fall die Absolution zu erhalten?

Die Tat der Schande und die Sühne des Schämens

Manche Wissenschaftler behaupten, Scham sei eine Reaktion, um das Mitleid anderer hervorzurufen, wenn man eine „Tat der Schande“ begangen hat. Man möchte der Strafe entgehen, insbesondere die Ächtung vermeiden, vielleicht durch die Körperhaltung auch Abbitte tun: Sie mal, ich stehe dir nicht selbstbewusst gegenüber, sondern bitte schamvoll um Gnade?

Die Frage im Hintergrund ist nicht zu überhören: Wofür sollten wir uns denn nun schämen, wenn nicht vor etwas, was man uns vorher verboten hat und das wir deshalb „im Geheimem“ taten?

Die reine Willkür - sich schämen für was?

Denn wir haben zumeist nichts Falsches, nichts Unrechte und nichts wirklich Verbotenes getan. Wir sind lediglich der Lust, dem Verlangen oder der Neigung gefolgt, statt uns an gewisse Direktiven zu halten, die sinnlos oder sinnvoll sein mögen – aber die wir für uns eben nicht akzeptierten.

Dazu kann man allerlei Unsinn lesen, zum Beispiel:

Tue nichts im Verborgenen, dessen Du Dich schämen müsstest, wenn es ein Fremder sähe.


(Knigge)

Das Paradoxe an Knigges Aussage: Wir sollen zwar in erster Linie vor uns selbst vor uns selbst bestehen, aber dabei zugleich glauben, wie würden von Menschen beobachtet, die unser Tun beurteilen.

Ähnlich eine andere Aussage, die ich hier interpretiere und die angeblich aus der „Psychologie“ kommt. Demnach ist Scham auf der einen Seite die Peinlichkeit oder Schmach, etwas getan zu haben, das „peinlich“ ist, andererseits aber auch ein Bewahrer der Tugend, weil man bestrebt ist, etwas zu tun, das nicht peinlich ist.

Schämen? Warum denn nur?

Alle diese Autoren kreisen wie die Katzen um den heißen Brei herum, und der heißt: Warum um Himmels willen, sollten wir uns für etwas schämen, was unserem Willen entsprach, was unsere Psyche streichelte, unserem Körper gut tat und uns rundum erfüllte? Nur, weil es den Übrigen, der kleinen Maus im Ohr oder einer der uns verbliebenen anderen Stimmen nicht gefiel?

Diese Grundlagen werden ausführlich beispielsweise von Dunja Voos erklärt, die sich ihrerseits auf Ana-Maria Rizzuto beruft und dabei zahllose Meinungen zitiert.

Betrachten wir nun das, was wir angeblich tun sollen: Uns schämen.

Sollten wir und jetzt wirklich schämen?

In Wahrheit kann ich mich nur schämen, wenn ich gegen meine eigenen Grundsätze und Direktiven verstoße – das passiert Schriftstellern übrigens häufiger als anderen Menschen, weil wir uns in Menschen hineinversetzen müssen, die sich schämen und ihren Gedanken folgen. Aber wir sollten gar nicht erst anfangen, uns für Gedanken zu schämen. Sie sind frei wie die Vögel, aber sie brauchen Nahrung, die oft nur am Boden zu finden ist.

Unsere Figuren schämen sich ohne jeden Zweifel – das wollen unsere Leser, besonders, wenn wir von ihren frivolen, geheimen Begierden schreiben. Und dann tut es uns gut, uns zu erinnern, wie das so war: Zu erröten, zu schwitzen, Plüschaugen zu machen oder den Kopf zu senken, um der Verachtung zu entgehen.

Strafe: Schamvoll schämen für die Schamhaftigkeit?

schamvoll abwenden
Oder der Strafe. Sie ist eine Schamverletzung besonderer Art, und wir wissen aus zahllosen Schilderungen, wie schamvoll es war, bestraft zu werden, wobei dabei noch ein besonderer Wert auf Schamverletzungen (Entblößen des Gesäßes, schamverletzende Stellungen, Eckenstehen) gelegt wurde.

Kommen wir noch einmal zurück zum Anfang: Da wurden die Mädchen (und sogar noch jungen Frauen zwischen bis zur Volljährigkeit) ermahnt, sich zu schämen und dazu noch auf „Schamhaftigkeit“ dressiert. Dies sollte, falls ich die vielen Autoren richtig verstanden habe, dazu führen, die Scham auslösenden Situationen zu vermeiden, was allerdings nicht gewährleistet war. Und dann wurde die Scham erneut verletzt, indem man die Schamhaftigkeit mit der Rute, dem Rohstock oder noch intimer mit der rohen Hand in sie hineinzuprügeln versuchte?

Manchmal wünschen Leser(innnen) Schamverletzungen

Ach, lassen wir es. Manchen jungen Frauen und Männern gefiel es, auf diese Art gedemütigt zu werden – oder sich erfreuen sich daran, wenn andere auf solche Art beschämt werden. Und manche unserer Leserinnen und Leser wollen dies jetzt in unseren Figuren erleben, obgleich sie nicht das zweifelhafte Vergnügen hatte, sich gewissermaßen „öffentlich“ und mit luftig freigelegtem Hintern schämen zu müssen.

Wir hatten schon über "Scham" an anderer Stelle geschrieben. In diesem Artikel beziehen wir uns nicht ausdrücklich auf die sexuellen Aspekte, sondern eher auf die Hintergründe.

(1) Ich bin der Überzeugung, dass die Sätze im Original von Peter Handke stammen, und zwar in "Wunschloses Unglück: Erzählung"

Eine Aufgabe zum Thema Unterwerfung und Dominanz gefällig?

So bessert er sich wahrscheinlich nie ...
Manche Schriftsteller(innen) beklagen sich über mangelnde Anregungen für ungewöhnliche erotische Romane, Novellen und Kurzgeschichten.

Meine Anregung wär heute ein Satz von Felix Weiße (1726-1804):

Aber ich denke, wo kein Gefühl von Ehre und Schande ist, da setzt man sich auch wohl über das Gefühl der Stockschläge weg.


Dieser Satz ist nun wahrhaftig ein guter Ansatz für eine Geschichte über eine Körperstrafe, sei sie erotisch oder nicht. Sie wird immer dann erotisch, wenn die Person weiblich, attraktiv, selbstbewusst und engagiert ist, die eine solche Strafe vollziehen soll. Die Geschichte kann im ausgehenden 19. Jahrhundert oder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in England, Österreich oder Deutschland spielen. In der Jetztzeit wirkt sie etwas deplatziert, kann aber gerade dadurch erregend wirken: Dann sollte ein Rollenspiel nach historischem Vorbild zwischen den Beteiligten stattfinden.

Du kannst das Geschlecht ohne Mühe abwandeln – das geht fast immer. Dann hieße der Satz:

Aber ich denke, wo kein Gefühl von Anstand und Scham ist, da setzt sich die Frau auch wohl über das Gefühl der Stockschläge weg.


Eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen, kann heikel sein, wenn der Ausführende ein Mann ist. Du kannst dies abmildern, indem du eine ältere Frau als Gegenpart zu der jungen Frau einsetzt, die eine „Verfehlung“ begangen hat.

Bild: "Jim Black", ein Pseudonym aus den 1920er / 1930 Jahren.

Das Ritual der Bestrafung

Halb Strafe, halb Erotik - und ganz und gar ein Ritual
Das Ritual der Bestrafung - mal erotisch und mal ganz unerotisch - was bedeutet es? Wir versuchen, Licht in das Dunkel der sinnlichen Flagellation zu bringen und fragen uns: Ist der Wunsch nach Züchtigungen eigentlich ein Wunsch nach Ritualen?

Psychoanalyse und Wirklichkeit nebst Lust und Sühne

Folgt man Herrn Freud und dem Mainstream der Psychoanalyse, dann sind all diese Absonderlichkeiten, die Erwachsene sich als „Flagellation“ angedeihen lassen, Folgen frühkindlicher Schäden. Sie entstanden, so die Theorie, aus dem Umstand, von einer im Grunde geliebten Person gezüchtigt zu werden. Dadurch wurde sozusagen ein Lernprozess eingeleitet, der für alle Zukunft Liebe und Schläge zu einem Konvolut der Gefühle zusammenband. (1).

In der Literatur liest man oft, dass es eine andere Ursache geben mag. Dabei geht es nicht mehr um Strafen während der Kindheit, sondern um solche, die nach der Pubertät im jugendlichen Alter empfangen wurden. Dabei, so also die nächste Theorie, wurden geschlechtliche Triebe geweckt, zum Beispiel, weil die schlagende Person als eine attraktive Vertreterin des anderen Geschlechts angesehen wurde. Nur selten wird eine dritte Theorie genannt, nämlich die spielerische Rückkehr in eine Zeit, in der man nichts verantworten musste und eine Körperstrafe alles tilgen konnte.

Könnte es nun ganz andere Ursachen haben, dass Menschen sich der „reinigenden Wirkung der körperlichen Züchtigung“ im Rahmen eines erotischen Spiels unterziehen wollen? Dazu muss zunächst das erotische Spiel gewürdigt werden, und die Grundlagen dazu stehen beispielsweise bei Eric Berne. Demnach können Partnerbeziehungen als Spiele aufgefasst werden, in denen das Machtgefälle zwischen einem Eltern-ICH und einem KINDES-Ich lustvoll variiert wird.

Spiele und Rituale vom geißelnden Priester bis zur Dominatrix

Die Spiele führen uns zu einem anderen Gebiet der „großen Gefühle“, das nur selten erwähnt wird: die Rituale. Denn die Flagellation ist eine Erfindung religiöser Eiferer, die man die „Geißler“ nannte – und sie wurde bereits in Ritualen ausgeführt.

Demnach entblößt der Mönche, der sich schlagen lassen möchte, dem Priester, der die Geißel schwingt, in einem Ritual seinen entblößten Rücken, „sodass er die Schläge ungehindert empfangen kann“. Dann betete der Mönch drei Mal das Sündengebet, wobei er die Schläge verteilt empfängt – insgesamt waren es fünfzehn Schläge. Andere Schilderungen jener Zeit sprechen von anderen, noch komplexeren Ritualen. Man mag nun einwenden, dies alles stamme aus dem Mittelalter, doch waren alle Prozeduren körperlicher Züchtigung ähnlich strukturiert.(2)

Rituale, die immer wieder praktiziert werden

Rituale waren zum Beispiel:

- Die Anerkennung der Schuld und die Bereitschaft zur Sühne.
- Die Bitte, dafür bestraft zu werden.
- Das widerstandslose Ertragen der Schläge als Zeichen echter Reue.
- Der Dank für die Schläge.
- Das Nachdenken über die Schläge (zum Beispiel durch Eckenstehen)

Man mag an kompetenterer Stelle darüber nachdenken, ob es die Schläge selbst waren, die den Menschen aus Kindheit, Adoleszenz oder dem Erwachsensein in Erinnerung blieben. Oder ob es viel mehr die Rituale waren, die sich tief in die Erinnerung eingruben. Aber ich denke, dass „Schläge an sich“ einen weit schwächeren Eindruck hinterlassen als die als Rituale, unter denen sie vollzogen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit könnten die Damen, die von der viktorianischen Epoche bis heute heute den Beruf einer professionellen Flagellantin ausüben, darüber mehr sagen - und einige haben dies auch schon getan.

Die Reinigung der Psyche, die Demut und die Lust an der Strafe

Wenn ihr Romane über viktorianische Strafen gelesen habt, und wenn ihr euch vorstellen könnt, dass ein Teil dieser Strafen nach nahezu religiös anmutenden Ritualen vollzogen wurde. Und dann wisst ihr auch, dass zur Strafe vor allem die Demut gehört. Das gilt bis heute. Soll ein Erwachsener erotisch bestraft werden, so ist das Ritual nicht nur eine religionsähnliche Reinigung für seine gequälte Psyche, sondern zumeist auch eine Melange aus Lust und Leid, die sich in Hingabe und Demut äußert.

Die Parallelen zum Mittelalter zeigen sich schon darin, dass die Person, die es zu strafen gilt, nach einer Prozedur des geordneten Entkleidens demütig in der geforderten Nacktheit präsentiert, um die Schläge zu empfangen. Die moderne Priesterin sollte dabei im Grunde stets vollständig bekleidet sein, im Jargon auch CFNM (3) genannt. Ihre Predigt vollzieht sie mit dem Rohrstock oder einem anderen Instrument, das ähnlich wirkungsvoll ist, und weder sie noch der Sünder oder die Sünderin sprechen ein einziges überflüssiges Wort. Auf diese Weise werden Schuld und Sühne mit einer erotischen Komponente, aber dennoch innerhalb eines Rituals vollzogen. Sicher gibt es auch standardisierte und improvisierte Dialoge, die während der Schläge, am Anfang, am Ende oder zwischen den Schlägen vollzogen werden und die dazu dienen, den zu Bestrafenden nachdrücklich auf seine Lage hinzuweisen. Und sicher gibt es abweichende Rollenspiele aller Art, die deutlich mehr und wesentlich intensivere erotische Komponenten beinhalten. Das liegt daran, dass der Domina-Kunde für die Erfüllungen seiner Fantasie bezahlt und nicht für den Vollzug einer „korrekten Züchtigung“.

Und dennoch – sowohl in der Literatur wie auch in der Realität sind Rollenspiele beliebt, in denen Rituale dominieren, und in denen die Erotik eher durch die Ritzen schaut.

Bild: nach einer historischen Quelle (Anonym)
(1) Angeblich kamen nach einer Umfrage 1995 noch 55 Prozent der Befragten zu der Meinung, die Liebe zu Schlägen sei während der Kindheit entstanden, doch bereits 38 Prozent sagten, diese Lust sie erst während der Adoleszenz entstanden.
(2) Einige Informationen wurden dem Buch "Lob der Peitsche" entnommen (München 2001)
(3) Bekleidete Frau - nackter Mann.