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Harte Deals – Sugar Babys müssen hart verhandeln

Das Sugar Baby - süße Sinnlichkeit erst nach harten Verhandlungen?
Ein Sugar Baby ist jugendliche Geliebte, vorzugsweise zwischen 18 und 25 Jahre alt (1), die ihren Körper und ihre Emotionen über eine längere Zeit einem reichen älteren Mann offeriert und dafür als Gegenleistung regelmäßige Geldzahlungen und wertvolle Geschenke erwartet. Das ist die nackte Wahrheit und entspricht der Realität. Und so heißt es auch im „Urban Dictionary“:

Eine junge Frau … die finanziell von einem Sugar Daddy verwöhnt/unterstütz wird … und als Gegenleistung ihre Gesellschaft (das heißt sexuelle Gefälligkeiten) ... anbietet.


Nur eine „besondere Art der Liebesaffäre?

Wer glaubt, die Beziehung zwischen einem „Sugar Baby“ und einem „Sugar Daddy“ sei „nur eine besondere Art der Liebeaffäre“, lügt entweder oder er ist übermäßig naiv.

Ein Geschäft, das präzise definiert wird

Das Verhältnis zwischen Sugar Baby und Sugar Daddy wird oft umgeschrieben als eine „Vereinbarung zum gegenseitigen Nutzen“. Allerdings wäre es fatal, wenn sich nun jeder darunter vorstellen könnte, was er wollte. Und also wird dir zumeist geraten, möglichst präzis festzulegen, wer von euch beiden wann, was und wie viel geben muss, damit die Beziehung funktioniert. Das geschieht fast immer beim "ersten Date".

Wie nennst du die beiden Teile deiner Person?

Aufgenommen in Sinnliche Mega-Themen
In einem berühmten Film wurde einmal gefragt: „Und wie nennst du dich im Bett?“ Wenn du ein „Sugar Baby“ bist oder werden willst benötigst du in den weitaus meisten Fällen zwei unterschiedlich gestaltete Persönlichkeiten. Die Erste ist deine Rolle im „wirklichen Leben“, in der es keinen „Sugar Daddy“ gibt. Du bist dann Studentin, Tochter, Freundin, Kollegin, Sportkameradin und alles das, was das Leben junger Frauen ausmacht. Der andere Teil deiner Persönlichkeit, dein geheimes „Alter Ego“ ist das Sugar Baby. Dann bist du eine jugendliche, problemlose, drogenfreie und gesunde junge Frau, die jederzeit, selbstlos und ohne Zögern die Art von Sinnlichkeit, Zuwendung und Sex schenkt, die dein Sugar Daddy liebt.

Sieben geschäftsmäßige Grundlagen, die du klären musst

1. Dein Zeitrahmen

Wann erwartet dein Sugar Daddy dich und wie viele Stunden wirst du mit ihm verbringen dürfen/müssen? Und für ganz Hartgesottene: Wie lange wird die Beziehung voraussichtlich dauern.

2. Wie triffst du ihn?

Weil ein Date üblicherweise Sex beinhaltet, ist wichtig, in welcher Umgebung dieser stattfinden soll: bei dir, bei ihm oder in einem Hotel?

3. Wie ist es mit dem Ausgehen?

Ist es möglich, wahrscheinlich oder erwünscht, dass ihr in der Öffentlichkeit gesehen werdet? Was ist mit gemeinsamem Essen im Restaurant, Theaterbesuchen oder gar Einladungen? Wirst du (auch kurzfristig) auf Reisen eingeladen?

4. Welche sexuellen Dienste werden von dir erwartet?

Normalerweise will der „Sugar Daddy“ glaubhaften, sinnlichen „Girl Friend Sex“ (GFS), also Sex wie mit einer echten, sinnlichen Freundin, die aus Liebe alles schenkt, wozu sie in der Lage ist. Zumindest auf dieses Spiel musst du dich einlassen können. Doch die Frage nach „besonderen“ sexuellen Dienstleistungen wird immer wichtiger, weil sich auch „Sugar Daddys“ zahllose, ungewöhnliche, teils exklusive sexuelle Genüsse erhoffen, die üblicherweise nicht von Ehefrauen erfüllt werden. Scheue dich nicht, danach zu fragen.

5. Wie exklusiv darf (soll, muss) eure Beziehung sein?

Zumeist ist eine Sugar Daddy mit irgendjemandem liiert oder gar verheiratet. Das bricht bereits die Regeln „üblicher“ Beziehungen. Aber wie wollt ihr verfahren, wenn er noch andere Sugar Babys (auch Prostituierte, Escorts und dergleichen) trifft oder du selbst mehrere Sugar Daddys oder sonstige Lover hast? Falls du so etwas nicht vereinbaren willst, überleg dir wenigstens, was schlimmstenfalls passieren könnte.

6. Zahlungen und Geschenke – Art und Höhe

Zu welchem Zeitpunkt wird dein Sugar Daddy für dich zahlen und wie wird die Zahlung abgewickelt? Wird er deine Schulden (Studiengebühren) übernehmen? Was ist mit einer eigenen Kredit- oder gut gefüllten Debitkarte für dich? Geht die Bezahlung über ein Konto oder zahlt er bar? Stellt er dir ein Fahrzeug zur Verfügung? Ist eine Pro-Forma-Anstellung in seinem Betrieb geplant? (Lach nicht, das gibt es wirklich). Oder ist er knauserig und misstrauisch und zahlt deshalb nur „fallweise“ für dich?

7. Beginn und Ende

Soweit klar ist, dass sich beide Partner auf einem „Sugar Date“ befinden, wird beim ersten Treffen entschieden, ob s zu einem „Deal“ kommt oder nicht und zu welchen Konditionen du und dien Sugar Daddy ihn abwickeln werden. Allerdings ist keiner dieser Deals auf die Ewigkeit angelegt, und zudem kann es zu Unstimmigkeiten zwischen dir und deinem Partner kommen. Zudem kann jeder von euch beiden den Deal ohne Begründung aufkündigen, und bei dieser Gelegenheit kann es zu Verwerfungen und Streit kommen. Du solltest einfach von der Regel ausgehen, dass schon morgen alles vorbei sein kann und deshalb aus den Zuwendungen deines Sugar Daddys Reserven bilden. Ein Tipp für Sugar Daddy und Sugar Baby: Schließt die Tür hinter euch geräuschlos. Es gab keine Beziehung zwischen euch, und du warst nie sein „Sugar Baby“.

Ausnahmen in gewachsenen Beziehungen

Einige der Beziehungen zwischen jüngeren Frauen und deutlich älteren Männern, auch solche, in denen Geld fließt, haben nichts mit „Sugar Dating“ zu tun, sondern entstehen aufgrund von alttäglichen Begegnungen, die zu Liebschaften werden. Sie unterliegen anderen Kriterien, und die heimlichen oder offenkundigen Deals treten nicht so deutlich hervor. Typisch für solche Beziehungen ist zumeist, dass sie nicht über „einschlägige“ Dating-Portale zustande kamen.

Fazit

Sugar Dating bedeutet harte Verhandlungen über Art und Inhalt der Beziehung sowie der finanziellen Zuwendungen. Im Vorteil ist dabei stets derjenige, der wirklich etwas anzubieten hat – auf beiden Seiten. Für die betroffenen Frauen bedeutet „Sugar Dating“ ist für Frauen zu einem großen Teil Selbstverleugnung. Ein Doppelleben ist so gut wie obligatorisch, will die normale soziale Umgebung möglichst nichts von der zweiten Rolle erfahren soll, die du spielst. In der Liebeszeitung schrieben wir kürzlich:

Eine Geliebte zu werden, ist eine Entscheidung, die jede Frau für sich selbst fällen muss, und dafür eine finanzielle Entschädigung auszuhandeln, ist eine Frage der ethischen Grundeinstellung.


Wir könnten hier noch ergänzen: Und das Leben zwischen den Stühlen des Seins und des Scheins ist in jedem Fall eine Herausforderung, an der wenige wachsen, aber viel scheitern.

(1) Gemeint ist das angegebene Alter - das tatsächliche Alter liegt zumeist höher.

Schockierende Wahrheiten über Sugar Babys

Süss sein - die Süße spielen - was bedeutet dies wirklich?
Ein „Sugar Baby“ ist nichts mehr als eine jugendliche Geliebte, die finanziell ausgehalten wird. Eine Geliebte zu werden, ist eine Entscheidung, die jede Frau für sich selbst fällen muss, und dafür eine finanzielle Entschädigung auszuhandeln, ist eine Frage der ethischen Grundeinstellung.

Wer hat nun aber ein Interesse daran, das „Sugar Baby“ schön zu reden? Die jungen Frauen, die sich als jugendliche Geliebte verdingen, wohl kaum. Sie verfolgen ihre Ziele beharrlich unter dem Deckmantel eines Doppellebens, das sie schützt. Anders die Dating-Agenturen, die im Internet Kontaktzonen für „Sugar Babys“ und „Sugar Daddys“ zur Verfügung stellen.

Sugar Baby - ein Dasein ohne Sorgen?

Glaubt man ihnen, so ist das Sugar-Baby-Dasein ein Leben ohne Sorgen, denn der „Sugar Daddy“ sorgt für Studiengebühren und Lebensunterhalt, und etwas Luxus fällt dann auch noch ab – meist durch Einladungen und teure Geschenke. Man spricht vornehm von einer „Allowance“, also einer „Apanage“ oder frei verfügbaren Summe, die monatlich sicher und zuverlässig aufs Konto fließt, um die Lebenshaltungskosten zu sichern und vom „Sponsoring“ der jungen Frauen.

Also: Sorgenfrei studieren, dazu einen verlässlichen älteren Freund und Lover haben, der für alles aufkommt und zudem noch verständnisvoller Förderer und erfahrener Lover ist?

Die Versprechungen sind enorm. Man hört von „Allowances“ von bis zu 3000 EUR, GBP oder USD. Doch dabei vergessen viele, dass sich nur wenige Männer leisten können, solche Summen regelmäßig auszuzahlen. Und falls der Sugar Daddy wirklich sehr hohe Summen spendiert, erwartet er allzeit die spontane Bereitschaft, dass sein „Sugar Baby“ ihm lustvoll und barrierefrei Premium-Sex schenkt.

Versprechungen und Realitäten

Ob diese Beträge tatsächlich so hoch ausfallen? Beobachter der Szene sind skeptisch. Wer 50.000 Euro im Jahr netto verdient, wird seinem Sugar Baby maximal 500 Euro pro Monat anbieten können. Das sind immerhin schon 12 Prozent seines Nettoeinkommens. Es gibt geringere und höhere Zuwendungen, aber das Maximum liegt nach glaubwürdigen Berichten bei etwa 2000 EUR, GBP oder USD. Und weil der „Sugar Daddy“, der so viel Geld einsetzen möchte, die freie Wahl unter den Frauen hat, die sich als „Sugar Baby“ anbieten, kann er auch die Geliebte wechseln, wenn er nicht zufrieden mit ihrer „Begleitung“ ist.

Offenbar ist die Bereitschaft zu festen monatlichen Netto-Zuschüssen (Allowances) ohnehin nicht sonderlich ausgeprägt. Wir lasen, dass die „Zahlungsmoral“ der Sugar Daddys offenbar nachgelassen hat:

Die meisten Sugar-Baby-Beziehungen werden entweder über wöchentliche Zahlungen in bar abgewickelt oder auf der Basis „Er zahlt, wenn er dich braucht“.


Eine Geliebte, die Emotionen für eine Flatrate anbietet?

Ist dies bei Beziehungen mit einem festen Beitrag zum Unterhalt besser? Oft hört man: „Eine Sugar-Daddy-Beziehung verläuft wie jede andere Beziehung auch.“ Eine sehr zweifelhafte Behauptung. Schon die Beziehung zu einer unbezahlten, romantischen Geliebten verläuft in der Regel nicht „wie jede andere Beziehung auch“ und eine Beziehung gegen Geldzahlungen ist eine wirtschaftliche Übereinkunft, bei der Emotionen gegen Geld getauscht werden und keine Beziehung aus Leidenschaft. Dies wird auch deutlich, wenn man genau liest, was die Autorinnen und Autoren schreiben:

Außer beim ersten Date wird der Sugar Daddy bei jedem Date Sex erwarten.


Was im Grunde und recht schnörkellos bedeutet, durch die monatliche „Allowance“ eine „Flatrate“ auf Sex erworben zu haben – jedenfalls aus der Sicht des Sugar Daddys.

Das Fatale: Trotz der vielen Unwägbarkeiten gibt es ein Überangebot an Sugar Babys. Aus wirtschaftlicher Sicht könnte man sagen: Ein Überangebot verschärft den Wettbewerb, drückt die Preise und führt zu einem Verfall der „üblichen“ Usancen und Vereinbarungen.

Warum wir unsere Betrachtungsweise zum Thema verändern

Was heißt dies für die Liebeszeitung und unser Magazin „Sinnlich Leben“? Knallhart: Wir müssen das Thema der „Sugar Babys“ und des „Sugar Datings“ in Zukunft noch kritischer behandeln, als wir es ohnehin schon taten.

Anderer Meinung? Dann heraus damit! Wir hoffen auf sinnvolle Kommentare.

Dieser Artikel erschien zuerst in der "Liebeszeitung".- das Datum wurde beibehalten.
Hinweis zu den Quellen: In nahezu jedem Artikel, der in Zeitungen, Zeitschriften, Foren oder Blogs zum Thema erscheint, wird mehr oder weniger unverblümt für einschlägige Dating-Agenturen geworben. Dies gilt auch für eher kritische Berichte.Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Quellen nur selten.