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Der Teppichklopfer in mittleren Jahren

Teppichklopfer, Ausklopfer oder Züchtigungsinstrument?
Der Teppichklopfer diente neben dem Ausklopfen des Staubs aus dem Teppich auch der „häuslichen Erziehung“. Einfach deshalb, weil er stets zur Verfügung stand und leicht zu handhaben war. Mit ihm geschlagen zu werden, war nicht so intim wie das Schlagen mit der Hand. Und die Distanz zwischen der strafenden Hand und dem entblößten Gesäß ließ deutlich weniger sinnliche Gefühle zu – für den Schlagende so wenig wie für die Geschlagene. Man sagte ja, dass aber einem gewissen Alter mit dem Abklingen des Schmerzes ohnehin ein sinnliches Verlangen entstehen könnte, und man wollte des auf keinen Fall fördern. Tat man es doch, so könnte die physische Nähe während der körperlichen Züchtigung zwiespältige Gefühle erzeugen – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Heißt es nicht, dass es die Schläge nach Beginn der Pubertät waren, bei denen eine Melange zwischen Strafe und und sinnlichem Genuss entstand?

Nehmen wir an, unsere Figur habe solche Schläge nie erlebt. Die Landkarte der Lust, die durch Schläge entsteht, sei bei ihr noch ganz und gar weiß.

Lena will es wissen ...

Nennen wir diese Figur Lena. Nehmen wir an, dass sie dreißig Jahre alt ist und sich nach einer besonderen Art der Lust sehnt. Es ist ein unbestimmtes Verlangen, aber wenn diese Lena sich etwas in den Kopf setzt, ist sie auch besessen davon, es zu erproben. Der Abenteuergeist unserer Lena paart sich, wie so oft, mit einer gewissen Scheu davor, in ihrem Bestreben erkannt zu werden. Sie würde sich schämen, einer Gruppe beizutreten oder auch nur ein einziges der Instrumente, die erkennbar der körperlichen Züchtigung dienen, im Versandhandel zu bestellen. Also besinnt sie sich darauf, was der Haushalt hergibt: Kochlöffel aus Holz sollen sich gut eignen … und Pfannenwender ebenso. Eine große Haarbürste aus Holz? Nein, eher nicht. Doch da war doch noch ein Teppichklopfer … sie holte ihn also aus der Kammer, nimmt ihn in die Hand und schlägt ein paar Mal in die Luft. Die Luft mag solche Schläge nicht und widersetzt sich, wobei sie ein zischendes Geräusch ertönen lässt. Lena merkt schnell, wie viel mehr Energie sie aufwenden muss, und sie erinnert sich, dass die Energie ja nicht restlos verloren geht. Ganz unphysikalisch ausgedrückt: Sobald der Schlag von einem weichen Gegenstand gestoppt wird, dann knallt es, staubt gewaltig und der träge Teppich leistet etwas Widerstand.

Der Ausklopfer und die Gefühle, die er zu erzeugen vermag

Wie unterscheidet sich nun der Teppich auf der Stange von einem weichen Gesäß? Und welchen Unterschied würde jemand verspüren, wenn er diese Schläge durch einen schützenden Kleiderstoff wie beispielsweise Jeans oder Flanell spüren würde? Und was wäre der Unterschied, wenn Po und Ausklopfer nur ein Baumwollslip trennen würde? Oder gar – überhaupt nichts mehr?

Nun, das Problem würde sich nicht durch Nachdenken lösen lassen. Lena würde wohl nur durch einen Selbstversuch erfahren, welche Empfindungen bei all diesen Prozeduren entstehen könnten.

Und nun …? Nun wird Lena eure Figur … behandelt sie recht sorgfältig, und wenn ihr das Thema tatsächlich aufnehmt, dann schreibt ein paar Zeilen an die Redaktion.

Der Teppichklopfer in zarter Hand und auf zarten Popos

Auf Märkten verkaufen Korbmacher noch heute "Ausklopfer"

Der Teppichklopfer in zarter Hand - das ist ein Thema für Retro-Schmerzlust. Meist waren es Frauen, die dieses Instrument der Züchtigung führten - und oftmals waren es junge Frauen, die von ihnen geschlagen wurden. Natürlich war dies nie wirklich sinnlich - und aus heutiger Sicht sogar höchst bedenklich. Was manche Damen allerdings nicht hinderte, später ein Spiel daraus zu machen. Doch wie war das eigentlich alles? Und kann man heute noch nachvollziehen, wie jemand "ausgeklopft" wurde wie ein Teppich?

Erinnert ihr euch noch an den Teppichklopfer? Es gibt ihn heute noch bei Korbmachern, auf Wochenmärkten und manchmal sogar noch in einem Haushaltwarengeschäft. Wie ihr euch denken könnt, war er dazu gedacht, einen Teppich auszuklopfen. Man legte ihn dazu über eine Teppichstange im Hof, schlug mit dem Teppichklopfer kräftig auf beide Seiten des guten Stücks ein, und nahm ihn schließlich wieder von der Stange, um ihn wieder in die „gute Stube“ zu legen. Im Winter konnte man den Teppich auch in den Schnee legen, dann wurde er ebenfalls ausgeklopft und man konnte dann sehen, wie viel Staub später im Schnee hängen blieb.

Der Ausklopfer als Verlegenheitslösung bei Züchtigungen

Die Dienstmagd schwang den Ausklopfer - die Hausherrin nahm ihn nicht einmal in die Hand
Mancher hat den Teppichklopfer auch in einer ganz anderen Funktion kennengelernt, denn er war ein beliebtes Mittel, um den „Popovoll“ kreativer zu gestalten. Wie kaum ein anderes Instrument der Züchtigung, von der Wiedenrute vielleicht einmal abgesehen, was der Teppichklopfer das Instrument der Frau, wenn es galt, die körperliche Züchtung zu verschärfen und nachdrücklichere Wirkungen zu erzielen. Denn so viel wussten Mütter, Erzieherinnen, Gouvernanten und andere „Vollzugspersonen“: Die flache Hand auf dem Po der Tochter oder des Sohnes schmerzt auf Dauer mehr die Pobacken selbst.

Da war es natürlich vorteilhaft, dass sich die Damen mit dem Teppichklopfer, auch „Ausklopfer“ genannt, gut auskannten. Denn andere Instrumente zu führen, etwa einen Ledergurt, eine Klopfpeitsche oder einen Rohrstock, war ihnen eher nicht geläufig. Und so zog er eben in die schmerzhafte Erziehung ein, der „Ausklopfer“, der seither manchen Po markierte. Eine kleine Anekdote am Rande will ich noch erzählen: Zu früheren Zeiten war es üblich, die Tochter mit allerlei Haushaltsgegenständen im Mini-Format zu beschenken, so auch mit einer Miniaturausführung des Teppichklopfers. Und dabei entdeckte manche Erzieherin, dass sich dieser Ausklopfer viel besser für den Po der jungen Damen eignete als der Ausklopfer der Hausfrau, der deutlich schwerer zu führen war.

Wie wirkte eigentlich der Teppichklopfer?

Ein Ausklopfer hat eine durchbrochene Fläche, die der Luft relativ wenig Widerstand entgegensetzt. Da der Schaft sehr flexibel ist, gewinnt der Teppichklopfer beim Schlagen an Geschwindigkeit und trifft mit großer Wuchte auf den Teppich auf – allerdings fängt die durchbrochene Fläche dann den Schlag wieder ab, sodass der Teppich zwar ausgeklopft, aber nicht zerstört werden kann.

Wenn du dir nun vorstellst, dass sich dies auf den Po ungefähr genauso auswirkt wie auf den Teppich, dann kannst du ermessen, wie sich die Strafe auf dem Po und im Kopf anfühlt. Die Erniedrigung ist groß, weil mit einem Haushaltsgegenstand geschlagen wird, der Schmerz liegt im mittleren Bereich und wird zunächst wegen der flächigen Verteilung nicht als extrem wahrgenommen. Auf Dauer jedoch wird derjenige, der die Schläge empfängt, ein deutliches Brennen verspüren, zumal, wenn so heftig zugeschlagen wird, dass noch lange sichtbare und fühlbare Muster (durch die geflochtene Struktur) entstehen. Aus Erfahrungsberichten geht auch hervor, dass es auf die Stellung ankommt, die jemand einnimmt, wenn er mit dem Teppichklopfer gezüchtigt wurde – und natürlich, wie immer bei Züchtigungen, ob die Schläge aufs Höschen oder auf den nackten Po niedergingen.

Die Lust am Teppichklopfer

Ein altes Symbol für moderne Rollenspiele?
Teppichklopfer werden gelegentlich noch für erotische Strafspiele verwendet. Dabei versuchen die Partner, an die Spannung und Beschämung anzuknüpfen, die sie als Kinder empfundene haben. Allerdings geben sich heutzutage immer mehr Menschen der spielerischen Strafe hin, die in Jugendzeit niemals solche Erfahrungen machen mussten. Das ist auf die Situation zurückzuführen, die meist als extrem skurril empfundenen wird: hier die Person, die ein Haushaltsgerät führt und sich damit auf die Stufe einer Bediensteten stellt (eine feine Dame hätte niemals mit einem Haushaltsgerät gezüchtigt). Dort die Person, die sich nach Art eines Kindes, eines Internatszöglings oder eines Backfisches (1) in die Position der (manchmal auch des) Bestraften begibt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch diese Konstellation ihre Reize hat – ein wenig frivole Retro-Erotik liegt in fast allen Spielen, die mit der erotischen Züchtigung unter Erwachsenen zu tun haben.

(1) "Backfische" der damaligen Zeit waren alle Frauen vor ihrer Verlobungszeit.
Der Original-Artikel erschien am 22, Februar 2017 bei "Sinnlichschreiben" - er wurde nicht verändert