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Weihnachten – einkuscheln, spielen und vielleicht auch trennen

Es weihnachtet sehr ...
Weihnachten und Erotik passt wie der Fisch aufs Fahrrad – na schön. Weihnachten und Ehescheidung will auch nicht recht passen, ebenso wenig wie Weihnachten und Seitensprung. Dennoch kommt beides vor.

Und doch gibt es sie, die exquisite Erotik des Weihnachtsfests, wenn gebeutelte Singles einfach nur noch eines wollen: Leicht angetrunken, aber immer noch bei Sinnen, mit dem (oder der) nächst Besten zu vögeln.

Wer wollte es ihnen verdenken? Ganz unheilig am „Heiligen Abend“ zu arbeiten, die Wochen zuvor ohnehin schon vom Weihnachtsstress zerfleddert, keine Zeit, sich jemanden zum Einkuscheln zu suchen?

Es sind nicht nur die Singles, die in Weihnachten eher die Raunächte sehen, es gerne mal „im Schnee treiben“ würden oder sich eine Rute zu binden (beides schön altmodisch, und leider nicht ganz einfach). Nicht zu vergessen die Wachsspiele … alle Jahre wieder, sozusagen.

Der Überhang der Jahre, auch die „Zeit zwischen den Jahren“ genannt, ist für viele eine Zeit, in der andere Gesetze gelten – vielleicht nicht die der Raunächte, aber mindestens solche „alternativer Realitäten“. Manche Menschen stellen sich vor, in diesen Zeiten alles tun zu dürfen, weil hinterher alles ausgelöscht wird. Und manche tun es auch wirklich.

Die langen Nächte sind zudem bestens geeignet für Rollenspiele: Mal mit Kostümen, mal ohne … in jedem Fall aber mit einer „falschen Identität“. Das passt dann auch dazu, dass später alles wieder ausgelöscht werden kann.

Ab Januar, möglichst erst nach Ende der „Zwölf Tage von Weihnachten“ und nach Abklingen diverser Alkoholkater, gehen Singles und Paare dann wieder zur Tagesordnung über. In Skandinavien ziehen die Männer wieder ein, die wegen eines Weihnachts-Seitensprungs (meist als Folge des Julfrokost) ausgesperrt wurden, oder die Ehefrau reicht die Scheidung ein. Die Rollenspieler ziehen wieder Faltenröcke und weiße Blusen, Blazer und Krawatten an (oder den Blaumann, die Metzgerschürze oder dergleichen) und folgen ihrer braven bürgerlichen Existenz. Der Herr Pfarrer hat wieder leere Kirchen, und das eine oder andere Paar, das sich eigentlich nur zu Weihnachten miteinander vergnügen wollte, bleibt zusammen, weil’s so schön war.

Was ihr auch tut: Ein frohes Weihnachtsfest, sei es nun sinnlich oder besinnlich,

wünscht die Redaktion.

Bild: Copyright Unknown