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Es ist Sommer – und die Anzahl der Sexpartner wird wichtig

Wie viele sind eigentlich eingeflogen?
Im Sommer saugt so mancher Redakteur am Daumen und saugt sich Themen heraus. Sex ist immer gut? Klar ist Sex immer gut. Und die Frage „Ey, wie viel Sexualpartner hattest du schon vor mir?“ ist ja auch unheimlich wichtig.

Und außer für etwas unterbelichtete Zeitgenossen ist die Frage ganz, ganz wichtig ist für Wissenschaftler, und um dies zu untermauern, weiß die „Süddeutsche“, was die „Sexualforscherin Kirstin Mitchell von der Universität Glasgow“ dazu gesagt hat:

Die genaue Erfassung der Zahl von Sexualpartnern ist aus vielen Gründen von entscheidender Bedeutung, einschließlich der Bewertung des individuellen Risikos sexuell übertragbarer Infektionen sowie der Schätzung der Übertragungsrate.


Solche Aussagen klingen selbstverständlich außerordentlich klug, wenn „mit allem aber ohne“ querbeet gevögelt wird und dabei der Schrecken der Infektion an die Wand gemalt wird. Ansonsten ist die Aussage Bullshit.

Doch im Artikel der Süddeutschen geht es noch um ein Geheimnis solcher Studien: Warum geben Frauen durchschnittlich weniger, oft nur die Hälfte der Sexpartner an, die Männer nennen? Die bisher gültige Antwort war: Frauen untertreiben, um nichts als Schlampen dazustehen, während Männer übertreiben, um ihre sexuellen Erfolge nicht infrage zu stellen.

Schönrechnen von Daten, die von vornherein zweifelhaft sind

Doch nun haben die nämlichen Wissenschaftler die Einstellungen zur Sexualität mitbewertet, und so konnten sie sich die Geschlechterdifferenz gewissermaßen „schönrechnen“ und kamen zu dem Schluss, dass die Differenz nicht sieben Partner beträgt, sondern nur 2,6. Und daher, so folgerten sie, sei der „große Unterschied zwischen Männern und Frauen … vermutlich eher relativ klein“.

Ja, ja, vermutlich. Es kann ja einfach nicht sein, dass Frauen sich die Zahlen der Ex-Sexualpartner gerne runterrechnen und Männer eher hoch. In Deutschland, so wollen entsprechende Forscher wissen, wollen Frauen insgesamt mit nur fünf Männer geschlafen haben. Da bleiben bei zwei Ehemännern noch drei Männer für ONS, Dates und Partys über. Nicht gerade viel für ein ganzes lustvolles Leben, oder?

Ja, ja, da waren "Sexkontakte" ... udn was war der Rest?

Ähm … ob man die Frauen und Männer eigentlich gefragt hat, was sie unter „Geschlechtsverkehr haben“ verstehen? Und ob jeder und jede der Befragten einen unzweifelhaften Vögelkalender führte, in dem jede feuchte Begegnung akribisch eingetragen wurde? Und wer erinnert sich schon an alle Partykontakte, ONS, Seitensprünge, Bi-Neugiererfahrungen, Dating-Sexkontakte sowie Hand-und Blowjobs?

Also, Frauen und Männer: Ehrliches, ausführliches Vögelbuch mit Details führen. Die Wissenschaft braucht eure Daten – aus vielen Gründen, wie wir gelernt haben.