Liebe

Liebe (die Liebe) im neuen Lexikon der Sinnlichkeit

Das Wort „Liebe“ bezeichnet einen Gemütszustand, (ein Gefühl, eine Emotion), in der eine besonders innige Zuneigung zu einem anderen Menschen zum Ausdruck kommt. Das Wort lässt jedoch mehrere Deutungen zu. So unterscheidet man zum Beispiel zwischen der „romantischen Liebe“, die dem Zustand der Verliebtheit eines jungen Paares beschreibt, und der „feurigen Liebe“, wie man früher das sexuelle Verlangen beschrieb. Hinzu kommen etliche andere Definitionen. Im Laufe der Geschichte (vom Mittelalter bis heute) hat sich der Begriff stark gewandelt.

Liebe heute

Heute wird „Liebe“ für verschiedene Gefühle verwendet:

  • Eine starke, nicht näher definierte Zuneigung, die ein Mensch zu einem andren Menschen hat.
  • Eine in Körper, Geist, Gefühl und Verhalten deutlich spürbare Zuneigung, die dazu führt, oft und gerne mit ihm zusammenzusein.
  • Für sexuelle Kontakte in der Umgangssprache.
  • Für die Beziehung zu einer Sache oder einem Gegenstand.
  • Für die Liebe zu einem Haustier oder anderem Tier.
  • Um die Beziehung zu „höheren Wesen“ zu definieren.
  • Für die Liebe zu sich selbst.
  • Für Zustände der Verliebtheit.
  • Als „Sozialkitt“ der Gesellschaft (in der Soziologie).

Liebe vom Mittelalter bis heute

Das Wort „Liebe“ hat schon viele unterschiedliche Bedeutungen gehabt. Ursprünglich bedeutete es „höchste Wertschätzung“. Sie konnte nur gegenüber einem Mann erbracht werden (Freund, Kamerad, auch Herrscher) Die Liebe zu den Frauen wurde hingegen als „Minne“ bezeichnet. Dies änderte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts. Die Definitionen aus unterschiedlichen Epochen schildert sehr gut das Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

Hier zitiere ich eine sehr verbreitete Version dessen, was zur Jahrhundertwende (1899/1900) als Liebe bezeichnet wurde:

Liebe ist im allgemeinen Sinne das mit dem Verlangen nach … Genuss oder inniger Vereinigung verbundene Gefühl der Wertschätzung eines Wesens.

Brockhaus

Im 20. Jahrhundert wurde der Begriff „Liebe“ dann sowohl für die „innige, romantische Liebe“ gebraucht wie auch für die sinnliche Lust und Leidenschaft oder ihren Vollzug, die „körperliche Liebe“. Das Wort „Sex“ im Sinne von „Geschlechtsverkehr miteinander haben“ war zu dieser Zeit absolut ungebräuchlich.

Klassische Unterscheidung der Liebe

Die „klassischen“ Unterscheidungen, wie sie heute noch als „abendländische“ Liebesformen geschildert werden:

  •   Eros (Erós). Sinnlichkeit und Erotik, in der Konsequenz auch Begierde.
  •   Philia .Freundschaft, Anerkennung, Verstehen.
  •   Agape (Agápe). Selbstlose Liebe, Nächstenliebe

Unter den frühen Unterscheidungen der Liebe stechen diese hervor (19. Jahrhundert):

  •   Liebe aus Leidenschaft oder innerem Verlangen.
  •   Liebe aus Zuneigung.
  •   Liebe, die ausschließlich sinnlich ist und dem Trieb folgt.
  •   Liebe, die in gepflegte (galante) Weise betrieben wird.
  •   Spielerische Liebe. (Ränkespiele, zweckgebundene Verführungen)

Einige dieser Definitionen beziehen sich üblicherweise auf das Verhältnis zwischen Frauen und Männern, jedoch auch auf reine Freundschaften. Alle Arten der Liebe, wie sie hier beschrieben wurden, werden bis heute gelegentlich weiterverwendet. Die „galante Liebe“ existiert zum Beispiel weiterhin in der Redensart „Er machte ihr den Hof“.

Wie bekommst du mehr Informationen?

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Liebe. Das Geheimnis der Liebe (The World Book of Love). Köln 2013.

Die Webseite des liebesverlags über die Liebe findest du unter „was ist eigentlich liebe“ und (etwas theoretischer) unter „liebestheorien„.